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Full text of "Zeitschrift für die Entomologie"

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*ijfj 



PROPERT^ 

Z. P. METCALF 




LIBRARY OF 




1085- IQ56 



Zeit$$elirift 

für die 



Kntomologrie, 



h e r a u s g e g e I) e ti 



Ernst Friedrich Germary 

T)T. der Medic. uiid riiilos. , ord. Prof. der Mineralogie und Direkt, des akadem, 
jnineralog. Museums zu Halle, der mineralog. Gesellscli.iften zu Jena und Dresd^^, 
der nnturforscb. Gesellschaften zu Halle, Hanau, Merlin, Mifau, Marburg, Frank- 
fwrt a. M. , Moskau, Neujork , Altenburg, Lpijizig, Gürlilz, der enloinologisclien 
Gesellscb. zu Paris und Stettin, der ükonomiscben Socieliiten zu Dresden, Leipzig, 
Graz, der Gesellscb. für vaterländ. Cultur zu lireslau und Prag, des norddeutscben 
Apotbekervereins , der Socieliit für Forst- und Jagdkunde zu Dreissigacker und 
des Kunst- und Handwerksyereins zu Altenburg Mitglied oder Ebrenniitglied. 



Uriiter Band. 



Mit drei Kupfertafeln. 



li e i p z i g*, 

Friedrich Fleischer. 
18 41. 



Beiträge zu einer Moiiograpliie der GaKuiig 
Pyropliorus Illig. 



Heraiisscber. 



üereits im vorigen Bande maclite ich darauf aufmerksam, 
dass die Gattung Pyropliorus an Arten sehr zahlreich zu 
sein scheine, ich glauhte aher bei der yerhältnissmässig ge- 
ringen Anzahl yon Arten , welche meine Sammlung enthielt *), 
dass es mir nicht möglich sein würde, eine nur einigerma- 
ssen genügende monographische Bearbeitung derselben zu lie- 
fern. Da überraschte mich das yertrauensvolle und ehrende 
Anerbieten des Herrn Geheimen Obermedicinalrath Klug m 
Berlin, mir die Pyrophoren des Berliner Museums, unter de- 
nen samnitliche Originalexemplare der ///«^frschen Mono- 
graphie sich befinden , zur Untersuchung und Bekanntmachung 
mitzutheilen. Mit dem lebhaftesten Danke nahm ich natürlich 
dieses Anerbieten an, und da Herr Gorjj in Paris und Herr 
von Winthem in Hamburg mir ebenfalls die Pyrophoren ih- 
rer Sammlungen zur Untersuchung und Bekanntmachung be- 
reitwillig anvertrauten , so erhielt ich ein nicht unbedeutendes 
Material zu meiner Arbeit. 

Ich war im Anfange geneigt, die Pyrophoren in meh- 
rere Gattungen zu vertheilen, da so mannichfaltig abwei- 
chende Formen unter ihnen vorkommen, aber die genauere 
Untersuchung überzeugte mich , dass bei den grössten Ver- 
schiedenheiten allmählige Uebergänge vorkommen, und dass 

*) Sie sind in den Beschreibungen Iiinter der Nummer mit * 
bezeicimet. 
(3. Band I. Heft ) 1 



jede Trennung eine künstliche sei, die sich nicht s(;harf ab- 
f»i'iinzen lasse. Latrcille trennte l)ereits die Arten mit vor- 
gequollenen Augen unter der Benennung Hypsioph thal- 
m u s als besondere Gattung , aber dieses Merkmal ist von der 
Breite des Kopfes im Yerliilltniss zu der Breite des Halsschil- 
des abhängig, und die Reihe der hier aufgeführten Arten zeigt, 
dass durch eine Menge Mittelglieder die Verbindung der Py- 
rophoren, bei denen dei- Kopf breiter ist wie das Halsschild, 
mit denen, >vo er nur halb so breit sich zeigt, nachzuweisen 
ist. Die Länge und Gestalt der Fühler, die Stellung der 
Leuchtflecke und der Umriss und Wölbung des Halsschildes 
bieten viele Verschiedenheiten dar, die in ihren Extremen 
sehr in die Augen fallen, aber ebenfalls durch Mittelformen 
sich miteinander verbinden und wenn sie auch benutzt werden 
können , um Unterabtheilungen zu bilden und das Aufsuchen 
der Arten dadurch zu erleichtern , so sind sie doch nicht 
standhaft genug, um unterscheidende Gattuugsmcrkmale abzu- 
geben. Ich sehe es zwar kommen, dass bei der jetzt herr- 
schenden Art Gattungen zu bilden , welcher besonders unsere 
wesllidien Nachbarn huldigen, sich l'ald Entomologen finden 
werden, welche die leichte Mühe übernehmen, die von mir 
aufgestellten Abtheiliingeu mit Gattungsnamen zu belegen, muss 
mich aber nach meinen Untersuchnngen dagegen erklären. 

Als allgemeine Charaktere der Pyrophoren lassen sich 
festsetzen: zwölfgliederige, mehr oder minder deut- 
lich sägeförmige Fühler, eine vorn abgestutzte 
dtn Mund überragende Stirn, ein Lenchtfleck 
an jedem Hinterwinkel des Hals Schildes und eiu- 
i a c h e , dicht b e h a a r t e o d er g c j» o 1 s t e r t e T a r s e n. 

Der Kopf hat, von oben gesehen, den Umriss eines 
Halbkreises, die halhkngeligen Augen sind gross, und neh- 
men jedes eben so Vw\ Raum ein als das zwischen ihnen lie- 
gende Feld, das eine mehr odei* minder tief ausgehölte, vorn 
abgestutzte Plalte mit stumpfen Vordere(ken bildet, und Avel- 
ches wir der Kürze halber Stirn benennen, wiewohl sie als 
aus Stirn und Scheitel bestehend anzunehmen ist. Der Kopf 
ist bis an die Augen in das Ilalsschild eingesetzt, und selbst 
diese werden an ihrer hintern Seite von den vorragenden Vor- 



3 

ilerecken des Halssdiildes noch mehr oder weniger nmfasst 
lind bedeckt. In demselben Maasse wie die Vordeiecken des 
Halsschildes weniger vorragen, treten die Angeii mehr her- 
vor, und da, wo die Vorderecken ganz abgerundet sind, der 
Vorderrand des Halsscliildes dagegen einen Vorsprung am 
Scheitel bildet, wird der Hinterrand der Augen entblösst, und 
sie erscheinen mehr oder minder vorgequollen. Auch das 
Grössenverhältniss des Kopfes l)ietet mehrere Abweichungen 
dar , bei vielen Arten hat er nur ohngefahr die halbe mittlere 
Breite des Halsschildes, bei vielen zwei Drittheil, bei man- 
chen ist er nicht viel schmäler als die mittlere Breite des 
Halsschildes, bei einigen erreicht er dieselbe oder übertrifft 
sie noch. Man reihe die Arten P. loveolatus , Janus, longi- 
pennis, candens, speculator, liicernula, buphthalmus und ra- 
uinus aneinander, und man wird alle diese Verschiedenheiten 
zu überblicken vermögen. Der abgestutzte Vorderrand der 
Stirn steht senkrecht erhaben über der Wurzel der Lefze, 
und die Fühler befinden sich in einer Grube vor den Augen 
unter dem aufgeworfenen Seitenrande der Stirn. Die Lefze 
selbst ist klein, breiler als lang, vorn gerundet. 

Die Fühler bieten ebenfalls manche Abänderung dar. 
Das erste Glied ist immer das längste, stielrund, an der Wur- 
zelverdünnt, das zweite klein, kornformig oder becherförmig, 
das dritte zeigt sich bei einigen Arten mit dem zweiten gleich- 
gestaltet , bei andern wird es länger , behält aber seine walzige 
Gestalt , oder verdickt sich nach der Spitze hin , bei vielen er- 
reicht es selbst die Länge des vierten Gliedes , ist etwas breit 
gedrückt, aber doch immer merklich schmäler wie dieses, bei 
manchen andern nimmt es aber dieselbe dreiseitige Gestalt an, 
welche das vierte besitzt. P. acuminatus, causticus, luniino- 
sus, perspicillatns , pyraustes gewähren in dieser Beziehung 
eine Uebergangsreihe. Die folgenden sieben Glieder bilden 
mehr oder minder spitzige Dreiecke , das vierte , fünfte , sech- 
ste und siebente sind gewöhnlich etAvas breiter als die folgen- 
den, das eilfteist an der Spitze abgestutzt, und das hier einge- 
setzte zwölfte kurze Glied bildet dessen Zuspitzung. Bei man- 
chen Arten, wie bei denen der ersten Abtheilung, reichen 
die zurückgeschlagenen Fühler wenig über die Mitte des Hals- 

1* 



Schildes Iiiiians, hei aiideni leiclieii sie l)is zu dessen Wurzel, 
und noch l)ei andern bis iiher die Schultern we^. Bei vielen 
scheint die Länge der Fühler nach dem Gescldechte abzuändern. 

Audi in den Kinnbacken machen sich einige Verände- 
rungen bemerkbar. Eine deutlich zweispaltige Spitze, wie sie 
sonst den Elateriden eigen ist, kommt kaum vor, soudern die 
Spitze ist aul' der innern Seite ausgebuchtet, wodurch etwas" 
vor der Mitte eine vorspringende Ecke oder ein kleiner Zahn 
entsteht, der bei P. nyctophanus, perspi(illatus u. a, sehr deut- 
lich, bei P. longipennis, causticus u. a. fast ganz verschwun- 
den ist. Die übrigen Mundtheile (S. Burtneisters zoolog. 
Handatl. Y. tab. 24. fig. 17. a. b. c.) scheinen keine erheb- 
lichen Unterschiede von denen anderer Elateriden darzubieten. 

Das Halsschild ist in der Mitte gewölbt, am Hinter- 
rande eingedrückt, die Hinterwinkel stehen als Dornen vor, 
der Seitenrand ist schmal al)gesetzt, und in seiner grossten 
Breite ist es wenig schmäler oder eben so breit wie die Wurzel 
der Deckschilde. Sein Verhältniss der Länge zur Breite ist vie- 
len Abänderungen unterworfen, und fast bei jeder Art verschie- 
den , der Yorderraiid zeigt sich am häufigsten in einem stum- 
pfen Kreisbogen ausgerandet, wo dann die niedergebogenen 
Vorderecken hervortreten, aber diese Ausrandung wird bei 
manchen Arten sehr stumpf, man kann den Vorderrand gerade 
abgeschnitten nennen, J)ei andern tritt die Mitte des Vorder- 
randes selbst etwas vor, und bei einigen ist dieser mittlere Vor- 
sprung sehr deutlich. P. ignitus , candelarius , speculator, lu- 
cernula, raninus geben für diese Verschiedenheiten eine Ueber- 
gangsreihe. Die Seiten des Halsschildes laufen mehr oder min- 
der weit von hinten nach vorn parallel, und runden sich an der 
vordem Ecke nach innen , aber bei manchen sind sie auch in 
der Mitte mehr oder minder stark gerundet. Der Hinterrand 
führt in der Mitte, vor dem Schildchen einen ausgerandeten 
Vorsprung, und über demselben einen kleinen, mehr oder min- 
der deutlichen Hocker. Auf dem gewölbten Mittelfelde führen 
viele Arten eingedrückte Gruben, die jedoch bei ein und der- 
selben Art mehr oder minder in der Grösse und Tiefe abwei- 
chen, ja oft ganz verschwinden. Die Unterseite ist flach, die 
Mittel platte verschmälert sich nach hinten in einen fast geraden. 



3 

nicht sehr langen Stachel, nach vorn Itildel sie einen gerunde- 
ten, durch einen Queereindruck abgesonderten Vorsprung, wel- 
cher die Unterseite des Mundes deckt. 

Die Leuchtllecke stehen vor der Wurzel der Hinter- 
dornen an den Hinterwinkeln des Halsschildes, einer auf jeder 
Seite, und zeigen sich als mehr oder minder gewölbte durch- 
scheinende Blasen. Sie liegen entweder dem Seitenrande nahe, 
nnd bisweilen nur durch einen, sehr schmalen Zwischenraum von 
demselben getrennt, oder sie rücken weiter nach innen, neh- 
men die Mitte des Hinterwinkels sel])st ein, und ihre Rilnder 
sind dann vom Seitenrande wie vomHinterrande ziemlich gleich- 
weit entfernt, oder sie finden sich an der innern Wurzel der 
Dornen, dem Hinterraude ungleich näher, als dem Seitenrande. 
Bei manchen Arten sind sie ganz glatt und glänzend, bei an- 
dern am Rande punktirt und mit einzelnen Härchen besetzt, bei 
einigen überall, wenn auch sparsamer punktirt, wie der übrige 
Theil des Halsschildes. Auf der Unterseite sind sie bei einigen 
Arten ganz fehlend, bei den meisten bemerkt man in mehr oder 
minder grosser Ausdehnung den Hinterwinkel braunroth, und 
in dieser durchscheinenden Stelle mehr oder minder scharf be- 
gränzt die Umrisse des Leuchtfleckes. 

Das Schildchen bildet ein mehr oder minder längliches, 
an der Wurzel abgestutztes Oval. 

Die Mittel brüst ist bei allen Pyrophoren kurz und 
breit, die Stachelgrube nicht sehr tief , ihre Ränder sind wenig 
aufgeworfen. 

Die Deckschilde sind wenig breiter oder ebenso breit 
wie die grösste Breite des Halsschildes und wenigstens zweimal 
so lang wie dieses. Ihr Wurzelfeld ist eingedrückt , der übri- 
ge Theil massig gewölbt, der Scitenrand von der Schulter weg 
bis zum Ende der Hinterbrust tief untergeschlagen, dann ge- 
buchtet; und mit dem Seitenrande des Hinterleibes nun in glei- 
cher Höhe bis zur Spitze laufend. Die grösste Breite der Deck- 
schilde liegt meistens au den Schultern, bei einigen in oder un- 
ter der Mitte , und dann verschmälern sie sich in einer Rundung 
allmählich nach der stärker gerundeten Spitze. Bei einigen be- 
ginnt diese Yerschmälerung bald unterhalb der Schulter. Die 
Nahtecke geht bei mehreren in einen vorstehenden Zahn aus. 



G 

Die Oberflache ist, mit sehr wenigen Ausnahmen, dicht und lein 
pimktirt, mehr oder minder tiei piiiiktstrcifig und mit niederlie- 
gendcn, selten etwas aufgerichteten Hilrdien bedeckt, bei eini- 
gen so dicht, dass die Grundfarbe dadurch \erdecktwird (to- 
mentosi), bei andern minder dicht (pnbescentes) , doch sind ei- 
nige Arten wenigstens auf der ()l)erseite yöllig kahl. i 
Die Hinterbrust ist etwas breiter als lang, sie bildet 
Torn in der Mitte eine etwas \ortretende, an der Stachelgru- 
be abgestumpfte Spitze, ihr Hinterrand ist last gerade abge- 
schnitten. 

Der Hinterleib bildet einen Abschnitt einer Ellipse, 
er ist sehr Hach gewölbt und l)csteht aus fünf ziemlich gleich 
grossen Abschnitten. 

Die Beine sind massig lang und ziemlich schlank, wie 
bei den übrigen Elateriden , die Schenkel etwas flachgedrückt, 
mit einer Rinne auf der Innenseite zum Einlegen der Schienen, 
die Schienen fast stielrund, an der Wurzel dünner , an der Spi- 
tze stumpf gerundet, fast abgestutzt, mit einem sehr kleinen, 
kaum sichtbaren Enddorne an der Innern Ecke, die Tarsen we- 
nig an den Seiten zusammengedrückt, einfach, das erste Glied 
länger als die folgenden, sie sind mehr oder weniger dicht be- 
haart, auf der Unterseite dicht behaart, so dass die Haare bei 
Aen meisten Arten ein Polster bilden. Die Hüften der hintersten 
Beine (Schenkeldecken) sind nach der Mitte hin sehr wenig er- 
weitert und fast der ganzen Länge nach gleichbreit. 

Die Grundfarbe der Pyrophoren ist braun, einerseits in 
Roth, andrerseits in Schwarz sich ziehend, die Fühler und 
Beine lichter. Nur die Umgegend der gelben Leuchtflecke auf 
dem Halsschilde ist auf der Unterseite, bisweilen auch auf der 
Oberseite in verschiedener Ausdehnung braunroth, und diese 
Farbe nimmt bisweilen sowohl unten , als auch oben die ganzen 
Seiten, ja bei P. plagioderus auch den Vorderrand und Hinter- 
rand ein. Eine merkwürdige Abweichung in der Färbung zeigt 
P. formosus. 

Einen durchgreifenden äussern Geschlechts - Unterschied 
habe ich noch nicht aufzufinden vermocht. Bei einigen Arten 
mit tief gesägten Fühlern, wie z. B. bei P. causticus sind die 
Fühler bei den Weibchen etwas minder tief gesägt , bei P. ex- 



stiiictus, igiiitus, pyrophanus u. a. sind sie etwas kürzer als 
))ei den MiUiiichcii , und bei denen , wo die Naliteckc eine dorn- 
forniige Spitze l)ildet , findet man Exemplare mit längeren und 
kürzeren Spitzen, welche Abänderung vielleicht nach dem Ge- 
sclilechte sich richtet. Im Allgemeinen kann man annehmen, 
dass die Weibchen grösser und breiter sind und, im Profil ge- 
sehen, einen geAvölbteren Hinterleil) besitzen. 

lieber die Lebensweise der Pyrophorcn haben wir \on 
Spia; und Martins (Perty delect. anim. artic. pag. 5.) , Lacor- 
tlaire (Ann. des scienc. natur. XX. pag. 57. lind Introd. ä 
lEnlomol. Tom. II. pag. 140.), Palisot de Beauvois (Insect. 
recucill. en Afriq. et en Amer. pag. 77.) und Curtis (zoo- 
log. Journ. 1828. Vol. III. p. .379.) einige Nachrichten. Die 
Lar\en leben im Holze, die des P. noctilucus in den Wurzeln 
des Zuckerrohres, und Latrcille sah ein aus Holz ausgekroche- 
nes lebendes Exemplar des El. noctilucus in Paris. {Cnv. regu. 
anim. IV. pag. 455.) Die vollkommenen Insekten halten sich 
am Tage verborgen und fliegen bei Nacht in Menge und 
Schwarniwcise herum. Ihr Flug ist sclineller wie der anderer 
Springkäfer. In Westindien sind sie unter der Benennung Gu- 
cuji oder Coucouilles bekannt. Nach Paliaot werden sie von 
den Negerknaben gefangen, indem sie in die Anpflanzungen 
gehen, und die Käfer anrufen. Diese, erschreckt durch das 
Geräusch und die Bewegung, suchen einen Zufluchtsort und se- 
tzen sich an Bäume und Mauern , stürzen sich auch wohl in die 
Haare ihrer Verfolger. Nach der alten , von neuern Beobach- 
tern bis jetzt nicht wiederholten Nachricht von Pietro Marlire 
(Decad. of the New World or West Indies. London 1555. 4to. 
pag. 543.) werden sie durch Feuerbrände auf gleiche Weise 
gefangen und in die Häuser getragen , wo sie die Musquito's be- 
gierig aufsuchen und verzehren sollen. Nach Lacordaire fin- 
den bei dem P. noctilucus drei leuchtende Stellen statt, ein 
runder Leuchtfleck beiderseits an den Hinterwiukeln des Hals- 
schildes, die ganz getrennt sind und nicht mit einander in Ver- 
bindung stehen und die dritte leuchtende Stelle befindet sich am 
Hiutertheile des Mesothorax in einer dreiseitigen Grube, die 
an der Oeffnung mit einer ebenen, sehr feinen und pergament- 
artigen Haut überzogen ist, und eine Tasche für den leuchten- 



8 

den Stoff bildet. Im Fluge entfernt sicli der Mesothorax vom 
Met.atliorax , und es zeigt sich dann das ausströmende Licht, 
das zwar weniger lcl)haft ist, als das der Leuchtflecke am Hals- 
schilde, aher in der Ferne noch starker erscheint. (An ge- 
trockneten Exemplaren sieht man diese Gruhe vor dem Schild- 
chen unter dem mittleren Vorsprunge des Halsschildes.) Das 
Licht vermindert sich oder verschwindet ganz nach dem Willen 
des Thieres. Nach dem Tode verliert der leuchtende Stoff nach 
und nach seinen Glanz und erlischt endlich völlig, man kann 
ihn aber noch einige Zeit durch heisses Wasser wieder herstel- 
len. Es ist möglich, dass die Angabe, man könne bei Nacht 
mit Hülfe des ausströmenden Lichtes lesen, richtig sey, aber 
dann muss man den Käfer über jede Zeile besonders führen, und 
es ist sehr zu bezweifeln , dass sich die Indianer bei ihren Reisen 
und Arbeiten der Käfer als Leuchtmittel zu bedienen vermögen. 
Was aber der eigentlich leuchtende Stoff sey , darüber 
herrschen noch manche Zweifel. Es ist wahrscheinlich, dass 
der Stoff bei den Pyrophoren derselbe sey, welcher bei den 
Lampyriden das Leuchten hervorbringt. G. R. Treviranus 
(vermischte Schriften 1. B. 181(i. pag. 91.) nimmt bei Lani- 
pyris die Innern Zeugungstheile als die eigentliche Quelle des 
Lichtes an , aber bei den Pyrophoren widerspricht die Stellung 
der Leuchtflecke dieser Annahme. An einem andern Orte (Bio- 
logie 5. B. S. 101 u. 475.) giebt er an, dass es der Fettkörper 
sey, von welchem das Licht ausströme, und dass das Fett an 
den Stellen, die vorzüglich phosphoresciren, eine festere Tex- 
tur besitze, wie an den llbrigen Theilen. Ob nun die Anwe- 
senheit von Phosphor in diesen Theilen , wie gewöhnlich ange- 
nommen wird , die Leuchtfähigkeit bedinge , oder ob ein elek- 
trisches Verhältniss oder Phosphoresceuz durch Insolation statt 
finde, oder endlich ob dieselbe der Materie unmittelbar zukom- 
me, ist noch nicht entschieden, und möchte auch kaum anders, 
als durch Versuche an lebenden Thieren zu entscheiden seyn. 
Die stärkere oder schwächere Entwickelung des Lichtes scheint 
jedoch, wie auch Treviranus annimmt, von dem Athmiings- 
processe des Thieres abzuhängen, da Tracheen nach den leuch- 
tenden Stellen gehen. Peters legte der uaturforschenden Ge- 
sellschaft in Berlin kürzlich seine Beobachtungen über das Fun- 



kein der Lampyris italica vor , nach welchen dasselbe von he- 
sondeni Organen ansieht , welche l)ei den Milnnchen die heiden 
vorletzten, bei den Weibchen die drei letzten Bauchringe ein- 
nehmen. Sie bestehen nach seinen Untersuchungen aus zusani- 
mcngereihten gelben Kügelchen, in welche sich l)edeutende Tra- 
cheenstamme verzweigen. Eine besondere Luftblase ist nicht 
vorhanden ; und eben so wenig eine Verbindung mit dem Ner- 
vensystem oder mit den Geschlechtsorganen aufzufinden. Aus- 
serdem waren in den Tracheen dieser Thiere , so wie auch bei 
Coccinella u. a. Flimmerbewegungen beobachtet worden. 

Die Pyrophoren lassen sich in folgende Al)theilungen 
bringen : 

I. Fühler betriUhllich kürzer wie das Halsschild, deutlich 
gesägt, das zweite Glied itlcin, kornlörmig , das dritte lan- 
ger wie das zweite , aber kürzer wie das vierte , an der 
Spitze verdickt, al)er nicht zusammengedrückt. 

In diese Abtheilung gehören die grössten Arten. Die 
Leuchtflecke bilden bei ihnen kleine merklich erhal)eue Beulen, 
die entweder ganz glatt oder nur am Rande mit einzelnen Punk- 
ten besetzt sind und vor der äussern Wurzel der Hinterdornen 
nahe am Seitenrande sich l)efinden. Auf der Mitte des Hals- 
schildes bemerkt man häufig zwei eingedrückte Grül)chen, die 
jedoch bei den Individuen einer Art mehr oder minder tief vor- 
kommen, ja bisweilen völlig verschwinden. Die Deckscliilde 
besitzen eine massige Wölbung, fangen erst bei der Mitte an, 
sich in einer Rundung nach der Spitze hin zu verschmälern und 
besitzen Reihen fein eingestochener Punkte, welche nach der 
Naht zu schwacher werden. 

Man kann in dieser Abtheilung wieder diejenigen Arten, 
wo die Leuchtflecke nur auf der Oberseite sichtbar werden , von 
denjenigen als besondere Unterabtheilung trennen, wo das Hals- 
schild auf der Unterseite an den Hinterwiukclji durciisclieinend 
ist, und die Leuchtflecke in mehr oder minder scharfen Umris- 
sen erkennen lässt. 

II. Fühler eben so lang oder länger wie das Halsschild, vom 
vierten Gliede an gesägt, das zweite Glied klein, korn- 
förmig, das dritte glcichgestaltet, oder etwas länger und 
kolbig, aber kürzer als das vierte. 



Diese Abtheihiiig schliesst sich durch ihre Gestalt und 
Stellung der Leuchtflecke der vorigen zunächst au, unterschei- 
det sich aber sogleich durch die langem Fühler. Bei den 
Männchen besitzen sie gewöhnlich halbe Körperlänge , bei den 
Weibchen sind sie kürzer, ja bei einigen Arten, z.B. P. ex- 
stinctus, ignitus reichen sie kaum bis zur Wurzel des Hals- 
schildes. Das vierte, fünfte nnd sechste Fühlerglied sind mei- 
stens breiter wie die übrigen. Die Leuchtflecke treten selten 
mit deutlicher Wölbung hervor, sie sind meist flach, punktirt, 
mehr oder weniger behaart , und bei einigen Arten durch dunk- 
lere Farbe, allmähliches Verlaufen in die Grundfarbe und dichte 
Haarbekleidung undeutlich. Sie stehen entweder dem Seiten- 
rande nahe, so dass ihr Längsdurchmesser parallel mit dem- 
selben geht (vesiculae submarginales), oder sie befinden sich 
ziemlich in der Mitte des Hinterwinkels vor den Hinterdornen 
(vesiculae angulares). Das Halsschild der Männchen ist in der 
Regel etwas schmäler , als das der Weibchen. Die Deckschilde 
verschmälern sich allmählig von der Mitte weg , jedoch bei eini- 
gen laufen die Seiten bis ohnweit der Spitze parallel und letz- 
tere ist dann stumpfer gerundet. 

Es lassen sich auch die hierher gehörigen Arten wieder 
in Unterabtheilungen bringen, und auf folgende Weise ver- 
theilen : 

A) Das zweite und dritte Glied der Fühler klein , gleich- 
gross. 

B) Das dritte G4ied merklich grösser als das zweite, aber 
beträchtlich kleiner als das vierte. 

IIL Fühler länger wie das Halsschild , vom dritten Gliede an 
gesägt, das zweite Glied klein, kornförmig, das dritte 
breit gedrückt, dreieckig. Leuchtflecke vom Seitenrande 
und Hinterrande gleich weit entfernt. 
Alle hierher gehörigen Arten sind laug und schmal , der 
Kopf hat mehr als halbe Breite des Halsschildes, und die Här- 
chen auf der 01)erseite des Körpers , wenigstens die des Hals- 
schildes, liegen nicht dicht an, sondern sind etwas aufgerichtet. 
IV. Fühler von der Länge des Halsschildes , schwach gesägt, 
das dritte Glied etwas schmäler, aber kaum kürzer als das 
vierte. Leuchtflecke au der Innern Wurzelecke der Hin- 



It 

terdoriicii bcfiiuUich , ilcm Hinterrande näher als dem Sei- 
terirandc. 

Diese Abtheilung vereinigt mehrere, unter sich im Bau 
verschiedene Arten. Die Fühler erreichen kaum die Wurzel 
des Halsschildes , und ihre Glieder bilden yom vierten Gliede an 
sehr schmale Dreiecke, so dass man sie bei manchen Arten 
kaum noch gesägt nennen kann. 

Man kann zuerst diejenigen Arten zusammenstellen, wo 
die Augen nicht besonders gross sind , und der Kopf beträcht- 
lich schmäler, ja iüsweilen kaum halb so breit, als die Mitte 
des Halsschildes ist. P. retrospicieus bildet gewissermassen 
ein Ucbergangsglied , indem der Kopf schon merklich breiter, 
als bei den übrigen Arten ist, auch die Augen bereits grösser 
sind, aber man kann die Augen noch nicht vorgequollen nen- 
nen, und der Kopf ist reichlich noch ein Drittheil schmäler, als 
die Mitte des Halsschildes. Bei den meisten ist das Halsschild 
von der Mitte nach vorn stark gerundet, vorn ausgerandet, das 
Mittelfeld queerüber gewölbt, bei einigen ■wenigen wird es 
flach und verflächt sich stark nach dem Seitenrande hin. 

Als eine besondere Untcrabth eilung lassen sich diejeni- 
gen Arten vereinigen, 4lie bereits grosse, vorspringende Au- 
gen besitzen, welche jedoch den Vorderrand des Halsschildes 
noch nicht überragen , und wo der Kopf etwas schmäler noch 
als das Halsschild sich zeigt. Die Seiten des Halsschildes 
laufen parallel mit einander, nur die vordere Ecke rundet 
sich nach innen, oder sie verschmälern sich sogar nach den 
Hinterdornen hin, die dann stark nach aussen gewendet sind. 
Das Halsschild ist eben so breit als lang, oder noch breiter 
und der Länge nach gewölbt, nur P. difl'usus macht davon 
eine Ausnahme , indem das flach gewölbte Halsschild sich nach 
den Seiten stark verflächt. 

Die letzte Unterabtheilung bilden diejenigen Arten, 
wo die Augen so gross werden und so vorspringen , dass der 
Kopf breiter erscheint , als der vordere Theil des Halsschildes, 
und welche der Gattung Hyp siophthalmus Latr. (Annal. 
de la soc. entom. de France Tom. UI. 1834. pag. 145) ent- 
sprechen. Das Halsschild ist bei ihnen kurz , der Länge nach 
gewölbt, sein Vorderrand in der Mitte vorgezogen, die Hin- 



12 

terdornen stark nach Aussen gewendet. Die Tarsen sind bei 
ihnen etwas länger und dünner , die Unterseite kaum merk- 
lich gepolstert. 

Die Verbreitung der Pyrophoren beschränkt sich, so 
weit die bisherigen Erfahrungen reichen, auf das mittlere 
Amerika, wo sie von 35" nördlicher bis 35'^ südlicher Breite 
vorkommen , aber innerhalb der Wendekreise am zahlreichsten 
sind. Manche Arten hat Westindien mit Brasilien gemein, 
auch Columbien theilt manche Arten mit Brasilien , doch fin- 
den sich viele Arten in geringerer Ausdehnung. 

Familia I. Antennae thorace breyiores, distincte sei*- 
ratae , maculae vesiculares su]»marginales. i^Spec. 1 — 9.) 

Subdivisio I. Maculae vesiculares snpra tautum- 
modo conspicuae, (Spec. 1 — 5.) 

1*. Pyrophorus nyctophanus (A^ob.) 
Piceo-niger, fusco - tomentosus , maculis vesicularibus orbicu- 
latis submarginalibus , elytris subtiliter striato - punctatis, 
lllig. Mag. d. Gesellsch. naturf. Fr. I. (1807.) pag. 143. 
n. 1. Elater noctilucus. — Eschsch. Thon Arch. II. 
pag. 32. Pyrophorus noctilucus. — Habitat in Bra- 
silia, Buenos Ayres (Mus. Kunze.) 
Var. minor, distinctius punctato- striata*, e Jamaica (Mus. Winth.') 
et Guadeloupe (Mus. Gori/.). 
Ziemlich die grösste Art dieser Gattung, aber in der 
Grösse sehr veränderlich 10 — 17 Lin. lang, die grösste Breite 
der Deckschilde darnach von 3 — 5 Lin. abändernd , braun- 
schwarz, mit niederliegenden gelblichbraunen Härchen, wel- 
che die Grundfarbe bedecken und einen Seidenschimraer ha- 
ben, oben \ind unten bekleidet. 

Kopf nur halb so breit wie die Mitte des Halsschildes, 
Stirn etwas länger als breit, der Länge nach sanft einge- 
drückt. Fühler kürzer als das Halsschild , dunkelbraun. Hals- 
schild in der Mitte etwas breiter wie lang^ die Seitenräuder 
bis zu der Mitte ziemlich parallel , dann verschmälern sie sich 
allmählig nach den Vorderecken hin, wo sie sich jäh nach 
innen runden. Im gewölbten Mittelfelde stehen zwei, gleich- 
weit von einander und vom Seitenrande entfernte längliche 
Gruben, welche jedoch bei manchen Exemplaren ganz flach 



13 

werden niul l)ei andern gllnzlicli verschwunden sind. Leucht- 
flecke ^ewöll)t, kreisrund, vor den Hintcrwinkeln , nahe am 
ßeitcnraude l)cfnidlich, al)er letzteren nicht überragend; Hin- 
terdornen etAvas nach Aussen gewendet. Schildchen fast kreis- 
rund, an der Wurzel etwas al)gestutzt. 

Deckscliilde etwas breiter wie das Halsschild und reich- 
lich dreinull so lang wie dieses, gewölbt, von der Mitte 
nach der gerundeten Spitze hin allmählich verengt, die Naht 
.an der Spitze in ein kleines Zähnchen verlängert, die Ober- 
seite fein gestreift punktirt, die Streifen nach der Naht hin 
feiner, bisweilen ganz verloschen. 

Die Abänderung von den Antillen, die sich durch min- 
dere Grösse (10 — 12 Lin.) und tiefere Punkte der Streifen 
der Deckschilde auszeichnet, scheint kaum die Rechte einer 
eignen Art beanspruchen zu können. Sie hat viele Aehnlich- 
keit mit P. pellucens, aber die Leuchtflecke scheinen unten 
nicht durch, und P. pellucens hat noch feinere Punktreihen 
der Deckschilde. 

2*. P. noctilucus (Linn.) 
Piceo - niger , fusco - toinentosus , maculis vesicularibus ovatis, 
ultra marginem tumescentibus, elytris distiucte striato-pun- 
ctatis, Linn. Syst. Nat. L P. IL pag. 657. n. 4. Elater 
noctilucus. Mus. Lud. Ulr. pag. 82. — Fabr. Syst. 
Eleut. IL 223. 13. — Oliv. Ent. 2. 31. 15. 13. tab. 2. 
fig. 14. — Herbst Col. IX. 162. 2. tab. 3. flg. 1. — 
Dcgccr Ins. IV. 96. 2. tab. 13. fig. 1. — Schönh. Syn. 
Ins. 3. 267. 1. — Habitat in Antillarum insulis. 

Dem P. nyctophanus sehr nahe verwandt, von dersel- 
ben Grösse und Farbe, aber in den Deckschilden etwas brei- 
ter, das Halsschild daher auffallend schmäler wie die Deck- 
schilde , seine Hinterdornen sind weit stärker nach Aussen ge- 
wendet, die Leuchtflecke stehen dem Rande näher, so dass 
sie denselben, von oben gesehen, tiberragen und sind etwas 
länglicher. 

Stirn etwas länger als breit , der Länge nach seicht ein- 
gedrückt. Halsschild in der Mitte etwas breiter als lang, und 
hier ziemlich doppelt so breit als der Kopf, die Seitenrän- 
der laufen fast parallel und runden sich nur ziemlich jäh nach 



14 

den Vorderecken, die Hinterecken bilden ziemlich starke nach 
Aussen gerichtete Dornen. In dem gewölbten Mittelfelde ste- 
hen zwei, gleichweit von einander, wie von dem Seitenrande 
entfernte Eindrücke, die aber bisweilen verschwinden. Ge- 
wöhnlich bilden diese Eindrücke Queergruben, doch bisweilen 
auch runde Gruben. Die blasenförmigen Leuchtflecke sind 
eirund, und liegen vor den Hinterdornen ganz nahe am Sei- 
tenrande, den sie, von oben gesehen, noch überragen. Das 
Schildchen ist etwas langer als breit , an der Spitze gerundet. 
Deckschilde merklich breiter als das Halsschild und drei- 
mal so lang, gewölbt, an den Seiten von der Mitte nach der 
Spitze hin allmählich verengt, die Nahtecke in ein kaum %^cht- 
bares Zilhnchen verlängert, die Punktreihen deutlich. 

Dejean vereinigt, wie mich die Sendungen BuqucVs 
und Gotjj's belehrt haben, diese Art mit der vorigen (Gat. 
pag. 100.), und hält sie auch für P. divcrgens Eschsch. 
Aber Eschscholtz giebt als Vaterland seines Käfers Brasilien 
an, und nennt die vesiculae: rotundae. Sollte wirklich diese 
Art aiich in Brasilien vorkommen, so würde KschscJioItz^s 
Synonim wohl hieher gehören, aber ich zweifle daran, da 
ich denselben noch nie aus Brasilien erhielt. 

3*. P. plagiophthalmus (iVo6 ). 
Piceus, fusco - tenuiter tomentosus, thoracis margine laterali 
antice subdeplanato , postice macula vesiculari submarginali 
ovata, elytris obsolete striato - punctatis. Habitat in Ja- 
maica. 

Dem P. noctilucus sehr nahe stehend, aber nur 12 Lin. 
lang, 4 Lin. breit, das Halsschild kürzer, flacher gewölbt, 
die Seitenränder nach vorn etwas verflächt, die Leuchtflecke 
punktirt, die Deckschilde verloschen gestreift - punktirt. Die 
Parbe und Behaarung wie bei den vorigen Arten, nur die 
letztere weit dünner. Stirn schmal, der Länge nach einge- 
drückt. Fühler kürzer als das Halsschild , dunkelbraun. Hals- 
schild in der Mitte beträchtlich breiter als lang, und hier 
doppelt so breit wie der Kopf, die Seitenränder laufen bis 
vor die Spitze gerade, wo sie sich jäh nach innen runden, 
und sich verflachen, so dass sie hier nicht niedergebogen, 
sondern horizontal abstehend erscheinen, die Hinterecken bil- 



15 

den ziemlich starke, nach Aussen gerichtete Dornen. In dem 
mässia;' gewölbten MitteHcIde stehen zwei gleichweit von ein- 
ander und vom Seiteurande entfernte Queereindrücke. üie^ 
Leuchtflecke l)ilden eirunde, scliwach gewöll)te Blasen, deren 
Läugsdurchmesser parallel dem sehr nahe stehenden Seiten- 
rande geht, und uKin bemerkt "auf ihnen, besonders an den 
Kuuderu, eine ziemlich deutliche Punktirung, auch überragen 
sie, von oben gesehen, den Seitenrand fast gänzlich. Das 
Schildchen ist eirund , an der Wurzel abgestutzt. 

Die Deckschilde sind kaum mehr als dreimal so lang 
wie das Halsschild , flach gewölbt, an der Wurzel eingedrückt, 
von der Mitte weg an den Seiten allmählich, an der Spitze 
jäher verengt, so dass die Nahtecke eine Spitze bildet, die 
bei einigen Exemplaren (wahrscheinlich den Männchen) in ein 
Zähnchen ausläuft. Die Überseite ist nur an den Seiten deut- 
lich gestreift- punktirt, nach der Mitte hiji sind die Streifen 
fast ganz verloschen. 

4*. P. s trab US. (Nob.) 
Piceus, fusco - tomentosus, maculis vesicnlaribus submargi- 

nalibus obliquis , elytris dorso obsolete striato - pnnctatis. 

Habitat in Mexico. {Sturm. Goty.) 

Dem P. nyctophauus sehr ähnlich, aber kleiner, dün- 
ner behaart, das Schildchen länger und besonders durch die 
schief gestellten Leuchtflecke unterschieden. 

13 Lin. lang, 4 Lin. breit, braunschwarz, sehr dicht 
und sehr fein punktirt. 

Kopf und Fühler wie bei den vorigen Arten gebaut. 
Das Halsschild in der Mitte etwas breiter als lang nnd hier 
ziemlich doppelt so breit wie der Kopf, gewölbt, die Seiten- 
ränder laufen fast parallel und runden sich nur am vordem 
Drittheil nach innen, die Hinterecken bilden ziemlich starke, 
sehr wenig nach Aussen gerichtete Dornen. Im gewölbten 
Mittelfelde stehen zwei gleichweit von einander und vom Sei- 
tenrande entfernte, runde Gruben, und eine feine Längsrinne 
verlischt nach der Spitze zu. Die ziemlich grossen Leucht- 
flecke bilden eirunde, schwach gewölbte Blasen, deren Längs- 
durchmesser nach hinten convergiren , sie liegen vor den Hin- 



Ui 

terwinkcln, dein Seitenrande, den sie nicht tiberragen, nllher 
als dem Hinterrande. Das Scliildclien ist lilngiich eirund. 

Die Deckschilde sind nicht völlig dreimal so lang wie 
das Halsschild, gewölbt, an den Schultern etwas breiter als 
die Mitte des Halsschildes, an der Wurzel eingedrückt, die 
Seiten von der Mitte weg allmählich , an der Spitze starker 
verengt und an der Naht in einen spitzen Winkel auslaufend. 
Die Oberfläche ist nur an den Seiten deutlich gestreift -punktirt. 

5. P. tuberculifer. (Eschsch.) 
Piceo-niger, fusco - tomentosus, maculis vcsicularibus sub- 
marginalibus tuberculo insidenti])us, elytris distincte pun- 
ctato-striatis. Eschsch. Thon. Arch. Vol. H. fasc. 1. p. 32. 
P. tuberculifer. Habitat in Brasilia (Mus. Berol.) 
12 Lin. lang, S'/j Lin. breit, brannschwarz, überall 
dicht und ziemlich fein punktirt, mit niederliegenden, gelb- 
lichbraunen Härchen, welche die Grundfarbe bedecken, oben 
dicht, unten minder dicht bekleidet. 

Der Kopf ziemlich gross, Stirn kaum länger als breit, 
schwach eingedrückt. Die Fühler kürzer als das Halsschild, 
dunkelbraun. Das Halsschild so lang wie breit, ein Drittheil 
breiter als der Kopf, gewölbt, die Seitenränder der ganzen 
Länge nach etwas verflächt und abgesetzt, gerade, nur an 
den Vorderecken jäh gerundet und vor den Hinterecken et- 
was eingezogen, die Hinterecken bilden starke, etwas nach 
Aussen gerichtete und schwach gekrümmte Dornen. In dem 
gewöll)ten Mittelfelde bemerkt man im Vordertheile zwei ziem- 
lich gleich weit von einander und vom Seitenrande entfernte, 
flache Gruben, in der Mitte eine verloschene eingedrückte 
Längslinie, und vor den Hinterwinkeln, dem Seitenrande nahe, 
erhebt sich beiderseits eine kleine Wölbung, unter welcher 
der blasenförmige Leuchtfleck sich befindet, der eine fast ver- 
tikale Stellung dadurch erhält, aber den Seitenrand nicht 
überragt. Das Schildchen ist länglich eirund, an der Wur- 
zel abgestutzt. 

Die Deckschilde sind fast dreimal so lang wie das Hals- 
schild, an der Wurzel kaum merklich breiter wie die Mitte 
des Halsschildes, gewölbt, an der Wurzel eingedrückt, an 
den Seiten schon von der Schulter weg bis unter die Mitte 



17 

allmählich, dann bis zur Spitze slarkor vcrsduiiillcrt iiiul an 
der Naht einen spitzen Winkel hildend, auf der ganzen Ober- 
üilche deutlich gestreift- puuktirt. 

S u 1) d i V i s i II. Maculae vcsiculares supra infraque 
luccntes. (Spec. — 9.) 

6*. P. pelluccns. (Eschsch.) 
Picco-niger, fusco - tomcnlosus, Ihoracc lateribus subrotun- 
dato , poslice macula sul)marginali vesiculari orbieulata, 
elytris subtiliter striato - punclatis. Eschsch. Thon. Arch. 
II. p. 32. Pyrophorus pellucens. Habilat in Bra- 
silia (Mus. Berol.), in Cohnii1)ia (Buqi/ci), Surinam! et 
Cajennae (Mus. TFin/h.) 

Länge 14 Lin., Breite des Halssdiildes und der Deck- 
schilde an der Wurzel 470 Linien, Länge des Halsschildes 
.3'/, Lin., dem P. nycliphauus sehr ähnlich, braunschwarz, 
überall dicht und fein punklirt, mit niederliegcnden , gelblich- 
braunen Härchen , welche die Grundfarbe bedecken, oben und 
unten bekleidet. 

Kopf ziemlich klein, Stirn kaum länger als breit, stark 
der Länge nach eingedrückt, mit abgerundeten Vordereckeii. 
Fühler kürzer als das Halsschild, dunkel rolhbraun. Das 
Halsschild in der Mitte etwas breiter wie lang und hier dop- 
pelt so breit wie der Kopf, die Seilen von der Mitte nach 
Yorn allmählich, au der Spitze jäh nach innen gerundet, die 
Vorderecken niedergebogen , die Hinterecken bilden ziemlich 
starke , sehr wenig nach Aussen gewendete Dornen. Die fast 
kreisrunden Leiichtflecke stehen vor den Hinterwinkeln, dem 
Seitenrande weit näher wie dem Hinterrande, sie sind, we- 
nigstens am Rande, punktirt und sparsam behaart. In dem 
gewölbten Mittelfelde bemerkt man nach hinten , vor dem Hö- 
cker, der über dem Schildchen steht, die Spuren einer ein- 
gedrückten Läugslinie. Das Schildchen ist fast kreisrund, 
nur an der Wurzel etwas abgestutzt. 

Die Deckschilde sind etwas mehr wie 2V2 mal so lang 
wie das Halsschild, gewölbt, an der Wurzel eingedrückt, an 
den Seiten yon der Mitte nach der Spitze zu allmählich ver- 
engt, an der Spitze gerundet, die Nahtecke etwas zugespitzt, 
(3. Band 1. Heft.) 2 



18 

die Qbei-fljlclie an den Seiten fein gestreift -punktirt, die Strei- 
fen nach der Mitte hin feiner. 

Auf der Unterseile ist der Käfer überall sehr fein und 
dicht punktirt, gelblichltraun behaart, das Halsschild an den Hin- 
terwinkeln mehr oder minder breit rothbraun durchscheinend. 

Ich rechne einige Abänderungen hieher, von denen ich 
zweifelhaft bin, ob ihnen die Rechte eigener Arten zukom- 
men, aber die Unterschiede, die ich aufzufinden vermag, sind 
so gering, dass ich sie nicht für wesentlich halte. 

Var. a*. 15 Lin. lang, 4'/o Lin. breit, Halsscliild mit zwei seicliten 
runden Gruben im Mittelfelde. Aus Baliia. (^Kunzes Samm- 
lung.) In Cajenne (Buqnet). 

Var. b*. 10 Lin. lang, 3 Lin. breit, Halsscliild mit zwei tiefen 
runden Gruben im Mittelfelde. Naiitecke ein deutliches Zäiin- 
clien bildend. Aus Brasilien und Cajenne. Buquet sandte dieselbe 
als P. noctilucus. 

Var. c. 13 Lin. lang, 4 Lin. breit, Halsscliild mit zwei Gruben im 
Mittelfelde, die Leuchtilecke dem Seitenrande ein klein wenig 
nälier stehend, als bei der Stammart, die Naiitecke ein deutli- 
ches Zähnchen bildend. Aus Mexico. (Berl. Mus.) 

Var. d*. Ganz wie die vorige Abänderung, aber die Streifen der 
Deckschilde nach der Naht zu verschwindend. Ans Peru. (Berl. 
Mus.) Jlliger verstand diese Abänderung unter P. noctilucus 
var. ß. 1. c. p. 143. 

Buquet und Gori/ sendeten die Var. a als Elat. phos- 
phoreus Ltnn. DeJ. ein , aber El. phosphoreus Linn. , selbst 
wenn er nicht die Art sein sollte, welche lUiger dafür an- 
nimmt, gehört unstreitig derjenigen Abtheilung an, bei wel- 
cher die Leuchtflecke neben den Hinterdornen am Hinterran- 
de stehen. 

7*. P. dar US. {Dej.) 
Piceo-niger, fusco-tomentosus, thorace transverso , lateribns 
parallelis , maculis vesicularibus submarginalibus orbiculatis, 
elytris striato-punctatis. Habitat ad St. Fe de Bogota Co- 
Inmbiae. (Mus. Berol.) 

Dem P. pellucens nahe verwandt, aber schmäler, die 
Seiten des Halsschildes bis fast zur Spitze parallel laufend 
und die Deckschilde allmählicher nach hinten verengt. 

12 — 16 Lin. lang, SVj — 5Lin. breit, Farbe und Be- 



]» 

haanmg wie bei den vorigen Arten, doch die letztere etwas 
minder dicht. 

Kopf ziemlich gross, Stirn kaum länger als hreit, der 
Länge nach eingedrückt. Fühler kürzer als das Halsschild, 
dunkel rothbraun. Das Halsschild in der Mitte etwas breiter 
als lang, hier kaum doppelt so breit wie der Kopf, die Sei- 
ten laufen gerade bis an die hera])gebogene Vorderecke, wo 
sie sich jäh nach innen runden, die Oberfläche schwach ge- 
wöll)t, nach hinten allmählich eingedrückt, mit zwei kleinen 
Gruben im Mittelfelde, Hinterdornen stark, etwas nach Aus- 
sen gewendet, die ganze Oberfläche dicht punktirt, mit Spu- 
ren einer glatten Mittellinie. Leuchtflecke kreisrund, vor den 
Hinterwinkeln dem Seitenrande näher als dem Hinterrande lie- 
gend , am Rande punktirt. Schildchen länglich eirund , an 
der Wnrzel abgestutzt. 

Deckschilde fast drei und ein halbmal so lang wie das 
Halsschild, massig gewöll)t, au der Wurzel eingedrückt, an 
den Seiten bald unterhalb der Schulter allmählich nach der 
Spitze hin verschmälert, an der Spitze jäher verengt, die 
Nahtecke etwas vorspringend, die Oberfläche an den Seiten 
fein gestreift -punktirt, die Streifen nach der Mitte hin feiner. 

Unten überall dicht und fein punktirt, dünn und fein 
behaart, die Hinterwinkel des Halsschildes mit einem grossen, 
dreieckigen, durchscheinenden, rothbraunen Flecke. 

8*. P. phosphor escens. (Dcj.) 
Piceus, fusco-pubescens, capite prominulo, majusculo, tho- 
race suboblongo, antrorsum angustato, lateribus sinuato, 
postice macula oblonga submarginali vesiculari, elytris 
punctato - striatis. Dej. Cat. p. 100. P. phosphor e- 
scens. Habitat in Guadeloupe. (Buquet) 

Dem P. indistinctus verwandt, aber grösser, das Hals- 
schild länger, anders gestaltet. 

9 Lin. lang, 2^^ Lin. breit, pechfarben, dicht und fein 
punktirt, mit feinen, niederliegenden, kurzen, graugelben Här- 
chen bekleidet. Kopf fast halbkugelig, gross, vorstehend, 
Stirn etwas länger als breit, der Länge nach sanft einge- 
drückt, dicht punktirt, fein behaart. Fühler kürzer wie das 
Halsscliild, kurz gesägt, dunkel rothbraun. Halsschild vorn 

2 * 



3<l 

scliuUller als lang, milssig gewölbt, die Seiten verschmilleni 
sich von den Lenclitdeckcn allmilhlich nach vorn, haben in 
der Mitte einen starken Einbng, nnd wenden sich dann jilh 
nach unten zu den tief niedergebogenen Vorderecken iiiii. 
Hinterdornen etwas nach Aussen gewendet. Oberfläche dicht 
nnd deutlich punktirt, mit einer seiclit eingedrückten Millel- 
linie. Leiichtflecke vor den Hinterdornen dem Seitenrande 
näher als dem Hinterrande, gell), länglich, am Rande punk- 
tirt, nach Innen nicht scharf begränzt, aufgetrieben. Auf der 
Unterseite befindet sich an den Hinterwinkeln ein dreieckiger, 
rothbraun durchscheinender Fleck. Schildchen eirund, an der 
Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, gewölbt, von der Mitte nach der Spitze hin iillmäli- 
lich verengt, die Spitze gerundet, die Nahtecke nicht vorge- 
zogen, fein punktirt - gestreift , die Zwischenräume fein punk- 
tirt und behaart. 

Unterseite und Beine dunkelbraun, fein behaart. 
9*. P. indistinctus. (DeJ.) 
Piceo-niger, fusco-tomentosus, capite prominulo, majusculo, 
thorace qnadrato , maculis veslcularibus submarginalibus or- 
biculatis, elytris punctato - striatis. Dcj. Cat. pag. 100. 
Habitat Cajennae. (Mus. Herol.) 

Die kleinste Art dieser Abtheilung, 8 Lin. lang, 2*/* 
Lin. breit, braunschwarz, mit niederliegenden, gelblichgrauen 
Härchen bekleidet, durch grösseren Kopf, längeres Halsschild 
und stärker aufgetriebene Leuchtflecke kenntlich. 

Kopf fast halbkngelig , gross, weiter vorstehend wie hei 
den vorigen Arten, Stirn etwas länger wie breit, der Länge 
nach eingedrückt, dicht punktirt, behaart. Fühler kürzer 
wie das Halsschild, kurz gesägt, rothbraun. Halsschild so 
lang wie breit, kaum einhalbmal breiter wie der Kopf, die 
Seiten fast parallel, sehr schwach gerundet, Hinterdornen et- 
was nach Aussen gewendet, die Oberfläche massig gewölbt, 
dicht und etwas grob punktirt, mit abgekürzter, glatter Mit- 
tellinie. Die Vorderecken stark niedergebogen, Leuchtflecke 
vor den Hinterwinkeln, dem Seitenrande nahe, stark auige- 
trieben. Schildchen eirund, an der Wurzel abgestutzt. 



21 

Deckschilde etwas mehr als zweimal so laug wie das 
Halsschild, gewölbt, von der Mitte nach der Spitze hin all- 
milhlich verschmälert, au der Spitze gerundet, die Nahtecke 
nicht vorgezogen, fein punklirt- gestreift, die Zwischenräume 
eben, dicht und sehr fein punktirt, kürzer und feiner behaart 
als das Halsschild. 

Die Unterseite des Halsschildes hat an den Hinterwin- 
kelu nur eine schwach durchscheinende Stelle. 

Eine Abänderung, welche Buquct als P. illumiiuitus 
Vej. (Cat. p. 100.) sendete, ist etwas kleiner, die Grund- 
farbe etwas lichter und die Hinterdornen sind etwas stärker 
nach Aussen gewendet. Das Exemplar des Berliner Museums 
steht in letzter Beziehung zwischen dem Exemplare , das Bu- 
quct als P. indistinctus sendete und dem P. illuminatus in 
der Mitte. 

Familia H. Anlennae thoracis longitudine aut longiöres, 
distincle serratae, arliculo secuiido et tertio brevilms; vesicu- 
lae aut submarginales aut angulares. (Spec. 10—35.) 

Subdivisio I. Antennarum articulus Icrtius secundo 
aequalis. (Spec. 10 — 18.) 

10*. P. ignitus. (Fabr.) 
Piceus, griseo-pubescens, thorace suboblongo, lateribus po- 
sterius diaphano - rufis , maculis vesicularibus obsoletis, cly- 
tris punctato-striatis, apice muticis. f^^oef. Col. I. tab. 43. 
flg. 18. Phosphoreus fuscus. — Fabr. Syst. Eleut. 
2. 223. 15. Elater ignitus. Ent. syst. 2. 218. 11. — 
Oliv. Ent. 2. 31. 17. 15. tab. 8. fig. 78. — Herbst Col. 
X. 11. 23. tab. 159. fig. 5. Elater Salingeri. — Illig. 
Magaz. d. Gesellsch. naturf. Fr. I. 1807. p. 151. n. 14. 
Elater ignitus. Hahitat in Cajenua (Fabr.), Brasi- 
lia, Columbia (Mus. Berol.) 

10—11 Lin. lang, 2V2 Lin. breit, schwarzbraun, mit 
niederliegendeu , grauen Härchen ziemlich dicht bekleidet, 
Fühler und Beine etwas heller braun. Kopf massig gross, 
Stirn so lang als breit, vorn eingedrückt, grob punktirt. 
Fühler bei dem einen Geschlechte fast kürzer, bei dem an- 
dern wenig länger als das Halsschild, deutlich gesägt, das 



zweite und dritte Glied klein , fast kornförmig. Halsschild et- 
was langer als breit, in der Mitte fast doppelt so breit als 
der Kopf, massig gewölbt, grob punktirt, mit Spuren einer 
glatten Mittellinie, die Seiten Yon hinten nach Torn bis über 
die Mitte kanni merklich gerundet, dann nach den Vorder- 
ecken hin yerschraalert ; Hinterdornen etwas nach Aussen ge- 
wendet. Die Seiten des Halsschildes sind in mehr oder min- 
der grosser Ausdehnung nach Torn braunroth durchscheinend, 
und ein eirunder Leuchtfleck, der aber nicht scharf begranzt 
ist, ja nicht selten ganz \erschwindet , steht an der Wurzel 
der Hinterdornen dem Seitenrande sehr nahe. Auf der Un- 
terseite zieht sich ein braunroth durchscheinender Streif Ton 
den Hinterwinkeln weg in mehr oder minder grosser Ausdeh- 
nung nach Torn am Seitenrande hin. Schildchen kaum lan- 
ger als breit, gerundet. 

Deckschilde nicht TöUig zwei und ein halbmal so lang 
wie das Halsschild, gewölbt, tief punktirt -gestreift, die Zwi- 
schenräume runzelig punktirt, Ton der Mitte nach der Spitze 
allmählich verengt, die Nahtecke spitzig, aber nicht in ein 
Zahnchen verlängert. 

Bei den Columbischen Exemplaren tritt der Leuchtfleck 
deutlicher hervor , die Fühler des einen Geschlechts sind merk- 
lich kürzer, die des andern merklich länger wie das Hals- 
schild. Duquet sendete diese Abänderung als P. Jousselini 
Bej. in lit. 

11*. P. exstinctus. {lllig.) 
Brunnens, griseo-pubescens, thorace oblongo, lateribus dia- 
phano-rufescentibus , maculis vesicularibus submarginalibus 
pallidis, elytris punctato-striatis, apice muticis. Herbst (\(i\. 
IX. 334. 11. tab. 158. lig. 3. Elater ignitus. — Fuessl. 
Arch. V. 110. 2. tab. 27. fig. 3. Elater Indiens. — 
lllig. Magaz. d, Gesellsch. naturf. Er. I. pag. 151. n. 13. 
Elater exstinctus. Habitat in Brasilia (Mus. Berol.), 
Columbia. 

Dem P. ignitus nahe verwandt, aber schmäler, das 
Halsschild viel länger, der Kopf verhältnissmässig breiter, die 
Leuchtflecke deutlicher. 

9—10 Lin. lang, 2 — 2V4 Lin. breit, dunkelbraun. 



23 

mit niedeiliegeiideii, feinen, grauen Härchen nicht sclir dicht 
bekleidet. Kopf massig gross, Stirn so lang wie breit, vorn 
eingedrückt, grob punktirt. Fühler bei dem Weibchen kaum, 
bei dem Männchen etwas länger als das Halsschild, roth- 
braun , wie bei P. ignitus gebaut, Halsschild beträchtlich län- 
ger als breit, flach gewölbt, grob punktirt, nicht sehr viel 
breiter wie der Kopf, die Seiten von der Wurzel der Hinter- 
dornen weg bis über die Mitte weg fast parallel, bei den 
Exemplaren mit kürzeren Fühlern mit einer kleinen Ausbuch- 
tung bei der Mitte, dann sanft nach den Vorderecken hin 
gerundet. Hinterdornen wenig nach Aussen gewendet. Die 
Seiten des Halsschildes sind ihrer ganzen Ausdehnung nacJi 
l)raunroth durchscheinend, in der Mitte breiter roth als bei 
den Winkeln, und vor den Hinterdornen steht nahe dem Sei- 
tenrande ein mehr oder minder deutlicher länglicher, blas- 
serer Leuchtfleck. Auf der Unterseite sind die Hinterwinkel 
braunroth durchscheinend, und diese Farbe zieht sich in mehr 
oder minder grosser Erstreckung längs des Seitenrandes nach 
vorn. Schildchen kaum länger als breit, gerundet. 

Deckschilde nicht viel über zweimal so lang wie das 
Halsschild, tief punktirt - gestreift , die Zwischenräume dicht 
und etwas runzelig punktirt, die Seiten noch vor der Mitte 
sich nach hinten verschmälernd, die Spitze gerundet. Beine 
etwas heller braun wie der Körper, 

12. P. obscuratus. {Klug.) 
Piceus, griseo-pubescens, antennarum hasi pedibusque rufis, 
thorace subquadrato , apice rotundato , maculis vesicularibus 
sulimarginalibus oblongis obsoletis, elytris punctato - striatis, 
apice acuminatis. Habitat in Brasilia. (Mus, BeroL) 

Dem P, acuminatus verwandt, aber das Halsschild fla- 
cher, nach hinten nicht gerundet, der Haarüberzug dünner. 
Vom P, luminosus unterscheidet er sich durch andere Stellung 
der Leuchtflecke, verschiedene Gestalt des zweiten und drit- 
ten Fühlergliedes und vorn jäher gerundetes Halsschild, 

IIY2 Lin. lang, 3Y4 Lin, breit, braunschwarz, punk- 
tirt, mit niederliegenden, gelblichgrauen Härchen ziemlich 
dicht i)edeckt, Fühlerwurzel und Beine braunroth, Deckschilde 
kastanienbraun. Kopf ziemlich klein, Stirn so lang wie breit. 



24 

vom eingedrückt. Fühler etwas Uliiger als das Halsschild, 
die drei ersten Glieder braunrolh, das zweite und dritte Glied 
klein, kornlormig , die folgenden ziisaniniengedrü(kt, deutlich 
gesilgt. Halsschild wenig langer als breit, in der Mitte dop- 
pelt so breit wie der Kopf, massig gewölbt, mit Spuren ei- 
ner eingedrückten Mittellinie, \on der Mitte weg nach den 
Vorderecken gerundet. Hinterdornen wenig nach Aussen ge- 
wendet. Leuchtllecke klein, länglich, wenig ausgezeichnet, 
punktirt, behaart, am Hinterwinkel vor der Dornenwurzel am 
Seitenrande befindlich, doch demselben kaum näher als dem 
Hinterrande stehend. Auf der Unterseite scheinen die ganzen 
glatten Hinterwinkel rothbraun durcli. Schildchen länglich, 
an der Spitze gerundet. 

Deckschilde nicht ganz zwei und ein halbmal so lang 
wie das Halsschild, fein und dicht punktirt, die Seiten bis 
zur Mitte parallel, dann allmählich verengt, an der Spitze 
gerundet, die Nahtecke als Zähnchen vortretend. Der unter- 
geschlagene Rand an der Schulter rothbraun gefärbt. 

13*. P. fnlgidus (Dcj\) 

Brunnens, griseo-pubcscens, antennis pcdi])usque ferrugineis, 

tliorace oblongo, lateril)us antice rotundato, postice maculis 

obliquis vesicularibus angiilaribus , elytris punctato-striatis, 

apice rotundatis. Dej. Cat. pag. 100. Habitat ad St. Fe di 

Bogota in Columbia (Mus. Berol.), in Brasilia (Mus. JFinih.) 

Dem P. luminosus ähnlich, aber kleiner, dunkler, das 

Halsscliild nach vorn nicht allmälilich verengt, der Leucht- 

lleck schmäler, a])er länger, die Deckschilde erst von der 

Mitte weg allmälilich verengt, und daher verhältaissmässig 

hinten breiter. 

10 Linien lang, 3 Lin. breit, schwärzlichbraun, dicht 
punktirt, mit niederliegendcn , gelblich])raunen Härchen zieni- 
li('h dicht bedeckt, Fühler und Beine braunrolh, Deckschilde 
kastanienbraun. Kopf verhältuissmässig klein, Stirn so lang 
wie breit, vorn eingedrückt, grob punktirt. Fühler nicht viel 
länger als das Halsschild, vom vierten Gliede an deutlich sä- 
geförmig, das zweite und drille Glied kornförmig. Halsschild 
merklich länger als breit, in der Mitte beträclillich breiler als 
der Kopf, ziemlich llach gewölbt, die Seileuräuder, mit Aus- 



23 

nalime einer flachen EinbiifUtun^ in der Mille, his über die 
Mille parallel, dann alhnalilich muh den Vordereekcn hin ^e- 
iiiiuU't, Hinterdornen sehr weni^ nach Aussen gewendet. 
Leiulitflecke schmal, länglich, punklirt, ])ehaart, an der Wur- 
zel der Hinterdornen fast den Seitenrand und last den Hinler- 
rand berührend, unten durchscheinend, die Hinlerdornen un- 
ten gelbroth durchscheinend. Schildchen eirund , an der Wur- 
zel verschmälert und abgestutzt. 

Deckschilde nicht ganz zwei und ein halbmal so lang 
wie das Halsschild, ziemlich llach gewölbt, deutlich punktirt, 
von der Mitte nach der gerundeten Spitze hin allmählich ver- 
schmälert. 

14. P. pyropoecilus. (Klt/g.) 
Niger, cinereo-pubescens, thorace suboblongo, convcxiusculo, 
apice rotundato , maculis vesicularibus obliquis submarginali- 
bus, elytris punctato-striatis, apice muticis. Habitat in Me- 
xico. (Mus. Berol."» 

SYo Lin. lang, 272 Lin. breit, schwarz, aschgrau be- 
haart. Kopf ziemlich gross, Stirn breiler als lang, vorn ein- 
gedrückt, grob punktirt. Fühler nicht viel länger wie das 
Halsschild, zusammengedrückt, das zweite und dritte Glied 
klein, vom vierten an deutlich gesägt, braun. Halsschild 
etwas länger als breit, nicht sehr viel breiler wie der Kopf, 
der Länge nach gewölbt, mit zwei Grübchen im Mittelfelde, 
die Seiten schon von der Mitte weg nach vorn etwas ver- 
schmälert, an den herabgebogenen Vorderecken jäh nach In- 
nen gerundet, die Hinterdornen etwas nach Aussen gewendet, 
die Oberfläche dicht und deutlich punktirt, behaart, mit Spu- 
ren einer glatten Längslinie. Die gelben, eirunden, am Rande 
punktirten und behaarten , aber scharf begränzten Leuchtfleckc 
liegen vor den Hinterdornen ziemlich gleich weit vom Seiten- 
rande wie vom Hinterrande entfernt, mit schiefer Ilichlung 
ihres Längsdurchmessers. Schildchen länglich rund. 

Deckschilde an der Wurzel so breit wie der Hinterrand 
des Halsschildes und zwei und ein halbmal so lang wie dieses, 
gewölbt, von der Mitte nach der Spitze allmählich, an der 
Spitze stärker gerundet , ohne Vorsprung der Nahtecke , punk- 
tirt gestreift, behaart. 



2« 

Unterseite düimer behaart wie die Oberseite, Leucht- 
flecke unten durchscheinend. 

15. P. gemmiferus. (Nob.) 
Piceo-niger, cinereo -pubescens, antennis pedibusque rufis^ 
capite majusculo , prominulo , thorace antrorsum anguslato, 
raaculis Ycsicularibus orbiculatis submarginalibus , elytris 
punctato - striatis , apice attenuatis. Habitat in Mexico. 
(Mus. Gorj/.) 

7 Lin. lang, 174 Li»- breit, schmal, braunschwarz, 
dicht und fein punktirt, mit, niederliegenden , etwas verworre- 
nen grauen Härchen bekleidet, Fühler und Beine br.aunroth. 
Vom P. pyropoecilus , dem er nahe steht, unterscheiden ihn 
mindere Grösse, breiterer Kopf, tiefer niedergebogene Vor- 
derecken des Halsschildes, kleinere kreisrunde Leuchtfiecke 
und rothe Fühler und Beine. 

Kopf nicht schmäler als der Vorderrand des Halsschil- 
des, etwas vorstehend, Stirn etwas breiter als lang, sanft 
eingedrückt. Fühler etwas länger als das Halsschild, braun- 
roth, tief gesägt, das zweite und dritte Glied kornförmig. 
Halsschild merklich länger wie breit, vorn fast gerade abge- 
stutzt, mit wenig vorstehenden, tief niedergebogenen, die Au- 
gen nicht überragenden Vorderecken , die Seiten von der Dor- 
nenspitze bis zur Vorderecke gleichmässig und allmählidi ver- 
engt. Hinterdornen fast gerade. Leuchtflecke klein, kreis- 
rund, punktirt, dem Seitenrande genähert, unten mit schar- 
fer Begränzung durchscheinend. Schildchen eirund. 

Deckschilde an der Wurzel nicht breiter wie der Hin- 
terrand des Halsschildes, aber zwei und ein halbnuil so lang 
wie dieses, gewölbt, die Seiten bis unter die Mitte parallel 
laufend und dann nach der Spitze hin allmählich verschmä- 
lert, die Punktreifen schmal, aber deutlich, die Nahtecke 
nicht vorgezogen. 

Gorj/ sendete das vorliegende Exemplar als Männchen 
des P. ornamentum, aber die ganz abweichende Form des 
Halsschildes, der verschiedene Bau des zweiten und dritten 
Fühlergliedes, der viel breitere Kopf und die schärfer be- 
gränzten Leuchtflecke auf der Unterseite machen es unwahr- 
scheinlich, dass er dahin gehöre. 



27 

16. P. adumbratus. (Nob.) 
Picco-niger, flavescenti - tomentosus, thoracc suboblongo, 
apice rotimdato , inaculis vesicularihus subniarginalihus ob- 
literatis, elytris punctato - striatis , apice muticis. Hal)itat 
in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Dem P. pyropliaiius so nahe verwandt, dass man ihn 
für Abänderung ansprechen kwinte, doch ist die Haarbeklei- 
dung \iel dichter, der Leuchtlleck oben fast ganz \erloschen, 
dagegen unten nicht nur der ganze Hinterwinkel, sondern 
auch ein damit zusanimenlülngender Streif neben dem Seiten- 
rande, der sich mit abnehmender Breite bis fast zur Spitze 
zieht, braunroth durchscheinend, und das dritte Fühlerglied 
ist nicht grösser wie das zweite, 

872 Lin. lang, 2'/^ Lin. breit, schwarzbraun, punktirt, 
mit niederliegenden graugelben Härchen dicht bedeckt, Deck- 
schilde und Beine mehr kastanienbraun. Kopf massig gross, 
Stirn breiter als lang, an der Spitze ausgehölt. Fühler fast 
von halber Körperlänge, schwarz, stark gesägt, das dritte 
Glied nicht grösser als das zweite. Halsschild etwas länger 
wie breit, nicht sehr viel breiter als der Kopf, die Seiten 
fast parallel laufend und bei den etwas vorstehenden Yorder- 
ecken nach Innen gerundet, die Oberfläche der Länge nach 
gewölbt, nach den fast horizontalen Seiten allmählich ver- 
flächt. Leuchtflecke sehr klein , nahe am Seitenrande vor der 
Wurzel der wenig nach Aussen gewendeten Hinterdornen ste- 
hend, kaum deutlich erkennbar, Schildchen länglich, an der 
Spitze gerundet. 

Deckschilde zwei und ein hall)nial so lang als das Hals- 
schild, an den Seiten fein gerandet und von der Mitte weg 
nach der gerundeten Spitze allmählich verschmälert , deutlich, 
aber fein punktirt- gestreift, die Zwischenräume fein punktirt. 
Unterseite minder dicht behaart. Auf der Vorderbrust 
zieht sich auf jeder Seitenplatte von der Spitze weg mit zu- 
nehmender Breite ein durchscheinender Streif, der an der 
Wurzel den ganzen Hinterrand einnimmt. 

17. P. heb es. (Nob.) 
Piceus, fusco - tomentosus , thorace suboblongo , convexiusculo, 
apice rotundato, lateribus sulitus diaphano, supra maculis 



vesicularibus obliteratis submarginalibus , elytris punctato- 
striatis, apice muticls. Habitat ad St. Joanno tlel Key Bra- 
siliae. (Mus. Berol.) 

Diuxh seine dichte Behaarung, welche die GrundfaH)e 
fast verdeckt, die durchscheinenden Seitenplalten der Vorder- 
brust und die oben fast verloschenen Leuchtflecke ausge- 
zeichnet. 

7 — 8 Lin. lang, 2 — 2V2 Lin. breit, bramisclnvarz, 
Deckschilde mehr braun, überall mit niederliegendcn, gelb- 
grauen Härchen dicht bedeckt. Kopf ziemlich gross, Stirn 
breiter als lang, tief eingedrückt. Vorderecken gerundet. 
Fühler etwas länger als das Halsschild, tiefschwarz, zwei- 
tes und drittes Glied gleichgross, die folgenden breitge- 
drückt, sägeförmig. Halsschild etwas länger als breit, doch 
nicht doppelt so breit wie der Kopf, die Seiten laufen hin- 
ten parallel, von der Mitte nach vorn etwas sich nälienid, 
bei der Vorderecke runden sie sich nach Innen, die Hinter- 
dornen wenden sich etwas auswärts. Oberfläche der Länge 
nach gewölbt, dicht punklirt, mit niederliegenden, gelbgrauen 
Härchen dicht bedeckt, in der Mitte Spuren einer glatten 
Längslinie. Leuchtflecke vor den Hinterdornen, ziemlich 
gieichweit vom Seitenrande wie vom Hinterrande entfernt, 
klein, behaart, wenig ausgezeichnet, auch scheint unter der 
Haarbedeckung der ganze Seitenrand, aber schmal und nicJil 
scharf begränzt etwas röthlich durch. Auf der Unterseite sind 
die ganzen Seitenplatten desselben rothgelb. Schildchen läng- 
lich viere(;kig. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild , braun, mit gelblichgrauen Härchen dicht bedeckt, au 
der Wurzel wenig eingedrückt, an den Seiten bald unterhalb 
der Schulter allmählich nach hinten verschmälert, an der Spi- 
tze gerundet, die Nahtecke nicht vorgezogen. Die Obcrfläcjie 
deutlich, aber fein punktirt -gestreift. 

18*. P. helvolus (Nob.) 
Ferrugineus, helvo-tomcntosus, thorace suboblongo, planiiis- 
culo, apice rotundato, medio infuscato, maculis vesiculari- 
])us obliteratis submarginalibus, elytris allenuatis, puncta- 



29 

to-sti'iatis, apice acuminatis. Habitat in Brasilia. (Mus. 
Winih.) 

Dem P. illiiiiiiiKins älmlich, aber nur halb so ^ross, 
(las Halsscliild flüdier, die Seilen nur an der Spitze gerundet, 
das dritte Fiiiilerglied kaum grosser als das zweite. Von P. 
liebes unterscheidet ihn sogleich sein flaches Halsschild, die 
von der Schulter weg verscjimillerten Deckschilde und die ro- 
the Fülilenvurzel. 

7 — 8 Lin. lang, 2 Lin. breit. Kopf mehr als halb 
so breit wie die Mitte der Deckschilde, Stirn dunkelbraun, 
mit niederliegenden, gelben Härchen dicht bedeckt, fast brei- 
ter als lang, der Länge nach eingedrückt. Fühler etwas län- 
ger als das Halsschild, vom vierten Gliede an deutlich gesägt, 
sclnvarz, die drei ersten Glieder braunroth, das dritte Glied 
wenig länger als das zweite. Halsschild etwas länger als 
breit, flach gewölbt, die Seiten bis vor die Spitze parallel 
laufend und dort nach Innen gerundet, Hinterdornen wenig 
nach Aussen gewendet. Leuchtflecke klein, länglich, nicht 
scharf begränzt, vor den Hinterdornen am Seitenrande befind- 
lich. Farbe des Halsschildes hell braunroth , oben und unten 
mit schwarzbraunem Mittelstreif, Haarbekleidung gelb, Leucht- 
flecke unten durchscheinend. Schildchen rundlich, an der 
Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde fast zwei und ein halbmal so lang wie das 
HalsschiUl, massig gewölbt, hell braunroth, dicht und fein 
punktirt, mit niederliegenden, gelben Härchen bekleidet, punk- 
tirt - gestreift , die Seite» bald unterhalb der Schulter sich 
allmählich verschmälerud , die Nahtecke als Spitze vorgezogen. 
Brust und Bauch hell rothbraun, gelj).ljch behaart, Beine 
lichter. 

S u b d i V i s i H. Antennarum articulus tertius secundo 
longior. (Spec. 19 — 35.) 

19*. P. lumiuosus. {Illig.) 

Piceus, griseo - pubescens , thorace oblonge, antrorsum angu- 

stato, maculis subangularibus vesicularibus obliquis, eljtris 

punctato-striatis, apice acuminatis. Illig. Magaz. d. Ge- 

sellsch. naturf. Fr. L 1807. p. 149. 11. Elater Inmi- 



30 

nosus. — Fahr. Syst. Bleut. 2. 223. 14. Elat. phos- 
p höre US. — Herbst Kaf. IX. 333. 10. tah. 158. fig. 2. 
Var. b. Ferrugineus, fusco - piibescens. 
Ha])itat iu Americae meridionalis insulis. 

Ein auselinliclier Käfer, 13 Lin. lang, S'/j Liii. breit, 
schwarzbraun, mit niederliegenden, grauen Härchen bekleidet, 
Fühler und Beine etwas heller braun. 

Kopf ziemlich gross , Stirn breiter als lang , eingedrückt, 
grob punktirt, dicht behaart. Fühler länger als das Halsschild, 
deutlich sägeförmig, das dritte Glied doppelt so lang wie das 
zweite. Halsschild dicht punktirt, etwas länger als breit, fast 
doppelt so breit wie der Kopf, yon der Wurzel nach Torn etwas 
und allmählich verengt, am Vorderwinkel nach Innen gerundet, 
flach der Länge nach gewölbt, die Hinterdornen fast gerade. 
Leuchtflecke eirund, deutlich begränzt, am Rande punktirt und 
behaart, vor den Hinterdornen schief gleichweit vom Seiten- 
rande und vom Hinterrande stehend. Schildchen länglich , an 
der Wurzel abgestutzt , an der Spitze gerundet. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild , unter der Schulter etwas eingeschnürt und dann allmäh- 
lich verengt , hinten nach der Spitze zu gerundet , die Nahtecke 
als Zähnchen vorstehend , gewölbt, an der Wurzel eingedrückt, 
deutlich punktirt - gestreift , die Zwischenräume eben, verwor- 
ren und fein punktirt, behaart. 

Unterseite punktirt, dünner behaart, die Hinterwinkel 
der Vorderbrust braunroth durchscheinend. 

Die Abänderung b. unterscheidet sich durch etwas mindere 
Grösse (II — I2V2 Lin. lang), rothbraune Grundfarbe, mehr 
gell)lichgraue als aschgraue Behaarung und bei der Mitte kaum 
breiter werdende Deckschilde. Sie stammt von Porto Rico. 
(Berl. Samml.) 

20*. P. illumlnans. (Klug.) 
Ferrugineus, fusco -tomentosus, thorace oblongo, lateribus ro- 
tundato, medio infuscato, maculis vcsicularibus submargi- 
nalibus flavis, elytris attenuatis, punctato - striatis , apice 
acnminatis. Habilat in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Dem P. aciuninatus noch am ähnlichsten, aber kleiner, 



31 

verschieden ^efilrht, und minder dicht behaart, auch das dritte 
Fiihlergiied langer. 

11 Lin. lang, 3 Lin. breit, hell braunroth, dicht und 
fein punktirt, mit niederliegenden, kurzen, gell)en Härchen 
ziemlich dicht bedeckt. Kopf milssig gross, halb so breit wie 
die Mitte des Halsschildes, Stirn so lang wie breit, tief einge- 
drückt, grob punktirt. Fühler länger als das Halsschild, dun- 
kelbraun, vom vierten Gliede an tief gesägt, das dritte Glied 
doppelt so lang wie das zweite, aber weit kürzer und schmäler 
als das vierte. Halsschild in der Mitte fast so breit wie lang, 
massig gewölbt, vorn ausgerandet mit vortretenden Vorderek- 
ken, die Seiten von der Wurzel der etwas nach Aussen gewen- 
deten Hinterdornen bis zur Vorderecke gerundet, überall dicht 
und fein punktirt, mit Spuren einer glatten Mittellinie, in der 
Mitte kastanienbraun, an den Seiten hell braunroth. Leucht- 
flecke klein, flach, punktirt, behaart, länglich eirund, an der 
Wurzel der Hinterdornen dem Seitenrande nahe stehend , unten 
durchscheinend. Schildchen eirund. 

Deckschilde fast zwei und ein halbnial so lang wie das 
Halsschild, massig gewölbt, punktirt -gestreift, hell braunroth, 
der untergeschlagene Schulterrand gelb , die Seiten bald unter- 
halb der Schulter nach der etwas vorgezogenen Nahtecke hin 
allmählich verengt. Unterseite und Beine hell röthlichbraun, 
gelb behaart. 

Gor^ sendete ihn als P. igniculus DcJ. ein. 
21*. P. a cum i natu s. (Eschsch.) 
Piceo-niger, fusco-pubescens , thorace oblongo, convexo, la- 
teribus rotundato, maculis vesicularibus submarginalibus, ely- 
tris punctato - striatis, apice acuminatis. Eschsch. Thon's 
Arch. n. pag. 32. Habitat in St. Domingo (Mus. BeroL), in 
Brasilia (Gori/.) 

13 Linien lang, 3V2 Lin. breit, Länge des Halschildes 
S'/sLin., Breite sy^Lin., brannschwarz, mit niederliegenden, 
gelblichbraunen Härchen oben dicht, unten minder dicht beklei- 
det, Fühler und Beine rothbraun. 

Kopf halb kreisrund, Stirn fast breiter als lang, vorn 
eingedrückt, dicht behaart. Fühler wenig länger als das Hals- 
schild, zusammengedrückt, das dritte Glied etwas grösser als 



32 

das zweite, halb so lan^ wie das \icrte, dreieckig, die folgen- 
den schwach gesägt. Halsschild in der Mitte reichlich doppelt 
so breit wie der Kopf, nicht viel länger als die Breite der Mitte, 
an den Seiten gernndet, aber an den niedergebogenen Vorder- 
winkeln \iel stärker nach Innen gerundet, als vor den wenig nach 
Aussen gewendeten Hinterdornen. Die Oberfläche ziemlich 
stark gewölbt, mit Spuren einer glatten Mittellinie nnd vier 
seichten, bisweilen yerloschenen Gruben, zwei in der Mitte, 
zwei hinter der Mitte. Die behaarten nnd pnnktirten, fast 
kreisrunden, wenig gewölbten, gelbrothen Leuchtflecke stehen 
vor den Hinterdornen, dem Seitenrande wenig näher als dem 
Hinterrande, und scheinen unten durch. Schildchen eirund, 
an der Wurzel gestutzt. 

Deckschilde zwei und ein halbmal solang und an der Wur- 
zel eben so breit, in der Mitte etwas breiter als das Halsschild, 
gewölbt, von d^r Mitte bis an die Spitze durch Rundung all- 
mählich verengt, die Nahtecke als Spitze vorgezogen, fein, 
aber deutlich punktirt - gestreift. 

Die vorliegenden Exemplare sind wahrscheinlich Weib- 
chen, und in der Berliner Sammlung befindet sich der Käfer 
als Weibchen desP. lychniferus, aber die Gestalt des Halsschil- 
des und selbst der Deckschildc weicht fast zu sehr ab , um es 
für Geschlechtsunterschied zu halten. 

In Ku7ize's Sammlung fand ich denselben Käfer nur mit 
minder dichter Behaarung als P. corruscus Mannerh. Letze- 
ren citirt DeJean als Synonim zu P. acuminatus Eschsch. und 
lychniferus Dej. , und giebt sowohl Brasilien , als St. Domingo 
als Vaterland an. Die Diagnose Eschscholtz's passt sehr gut 
auf unsere Art. TV. v. Winiliem und Gorij sendeten dagegen 
die folgende Art als P. lychniferus Dej., und es ist möglich, 
dass auch Dejean den P. acuminatus für das Weibchen des P. 
lychniferus annimmt. 

Gorif sendete brasilische Exemplare des P. acuminatus, 
die nur 10 — 11 Lin. Länge hatten, als P. luminosus Illig. ein. 

22*. P. lychniferus. {Dej.) 
Ficeus, cinereo - pubescens, thorace o])longo, planiusculo, 
apice rotundato, maculis vesicularibus submarginalibus, ely- 
tris punctato-striatis, apice acuminatis. Dej. Cat. p. 100. 



33 

Hal)itat in SL Domingo (Mus. Berol. ), Brasilia (xMus. 
IFinlh.). 

Bis 11 Lin. lang, das Halsschild 3 Lin. lang und Iiin- 
tcu fast el)cn so breit, dunkelbraun, Deckschilde, Fiililcr und 
Beine etwas heller, überall fein und dicht punktirt und mit 
niederliegenden, aschgrauen, längeren Härchen ziemlich dicht 
bekleidet. 

Kopf ziemlich z>yci Driltheil so breit wie die Mitte des 
Halsschildes, Stirn fast breiler Avie lang, vorn eingedrückt, 
dicht behaart. Fühler von mehr als halber Körperlänge, zu- 
sammengedrückt, deutlich sägeformig, das dritte Glied drei- 
eckig, kaum halb so lang wie das vierte, aber doppelt so 
lang wie das zweite. Das Halsschild erscheint bei oberfläch- 
licher Betrachtung merklich läJiger als breit, in der Mitte 
gemessen ist aber sein Längsdurchmesser wenig grösser als 
die Breite hinten vor den Hinterdornen, die Seitenränder lau- 
fen fast parallel bis vor die Vorderecke, wo sie sich nach 
Innen runden, die Oberseite ist flach der Länge nach ge- 
wölbt und fällt allmählich nach dem flacheren Seitenrande ab, 
die Hir.terdornen sind etwas nach Aussen gewendet. Man 
l)emerkt bisweilen Spuren von vier seichten Gruben, zwei 
vor der Mitte, zwei vor dem Hinterranrie. Die punktirten, 
behaarten, fast kreisrunden, nur flach gewölbten Leuchtflecke 
stehen dem Seitenrande nahe vor den Hinterdornen und schei- 
nen unten durch. Schildchen eirund, an der Wurzel ab- 
gestutzt. 

Deckschilde an der Wurzel so breit wie der Hinterrand 
des Halsschildes und ziemlich 273 ^^'^ ^^ ^'^^^ ^i® dasselbe, 
in der Mitte nicht erweitert, sondern bald unterhalb der Schul- 
ter nach der Spitze allmählich verengt, an der Spitze gerun- 
det, die Nahtecke als Spitze vorgezogen, die Punktstreifen 
überall deutlich. 

Von P. acuminatus unterscheidet er sich durch etwas 
mindere Grösse, flacheres, an den Seiten nicht gerundetes 
Halsschild, in der Mitte nicht breiter werdende Deckschilde, 
so wie durch aschgraue, etwas längere, aber, wie es scheint, 
etwas minder dichte Behaarung. 
(3. Band 1. Heft.) 3 



84 

Ein Exemplar der ffinthemschen Sammlung stammt 
ans Domingo, ein zweites aus Brasilien. 

23. P. lucens. (illig.) 
Brunnens, fusco - tomentosus , pedibus riifescentilnis, tliorace 
sul)quadrato , antice lateribus rotundato , maculis Aesicnlari- 
bus submarginalibus , el> tris punctato - striatis , apice acu- 
minatis. lilig. Magaz. d. Gesellsch. natnrf. Fr. I. 1807. 
pag. 150. n. 12. Elater lucens. Habitat in Baliia 
Brasiliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. obscuratus ungemein älinlich , doch scheint er 
sich durch die abweichende Gestalt des dritten Fühlergliedes; 
dichtere Behaarung, welche die Grundfarbe \erdeckt und star- 
ker verengte Deckschilde zu unterscheiden. 

Etwas über 12 Lin. lang, Deckschilde an der Wurzel 
.3V2 Li»- breit, dunkelbraun, mit niederliegenden, braungel- 
ben Härchen dicht bekleidet, Deckschilde und Beine heller. 

Kopf ziemlich klein , Stirn \iereckig , der ganzen Länge 
nacli ausgehölt, grob punktirt. Fühler wenig länger als das 
Halsschild, braun, die Wurzelglieder etwas lichter , das dritte 
Glied kolbig, doppelt so lang wie das zweite, die folgenden 
zusammengedrückt, deutlich sägeformig. Halsschild so lang 
wie breit, in der Mitte doppelt so breit wie der Kopf, mas- 
sig gewölbt, mit Spuren einer glatten Mittellinie, die Seiten 
von der Wurzel bis etwas über die Mitte parallel , dann nach 
der Vorderecke hin gerundet. Hinterdornen etwas nach Aus- 
sen gewendet. Leuchtflecke etwas erhaben, fast kreisrund, 
behaart , vor den Hinterecken nicht weit vom Seitenrande ent- 
fernt. Auf der Unterseite sind die Hinterwinkel kahl, glän- 
zend, gelbroth durchscheinend. Schildchen länglich, an der 
Spitze gerundet. 

Deckschilde nicht völlig zwei und ein halbmal so lang 
wie das Halsschild , dicht und fein punktirt , punktirt - ge- 
streift, bald unterhalb der Schulter allmählich nach hinten 
verengt, an der Naht in eine dornförmige Spitze auslaufend. 
lUiger erwähnt eine Abänderung von 9 Lin. Länge, 
bei welcher der Leuchtfleck deutlicher als bei den grösseren 
Exemplaren hervortritt. 



33 

24*. P. pyralis. (Klug.) 
Biunneus, fusco-pubescens, tliorace oblongo , antrorsum an- 
gustato, maciilis sul)angularil)us Tesiciilaribus orbiculalis, 
aiiteiinis»diniidio corporis loiigioribus, elytris-punctato-stria- 
tis, apire acuminatis. Palis. de Bcauv. Ins. V. pag. 76. 
tub. 8. fig. 1. Elater phosphoreiis. Habitat in Ame- 
ricae meridionalis insulis. (Mus. Berol.) 

Dem P, Inminosus, besonders der Abänderung 1). sehr 
Ulinlicli, aber weit kleiner, die Leiichtflecke rund und die 
Fühler länger. 

9—10 Lin. lang, 2V2 — 2'/^ Lin. breit, braunroth, 
luit graubraunen, niederliegenden Härchen nicht sehr dicht 
bekleidet. Kopf ziemlich gross, Stirn breiter als lang, grob 
punktirt, behaart, \orn eingedrückt. Fühler rothbraun, von 
mehr denn halber Körperlänge , stark gesägt, das dritte Glied 
doppelt so gross wie das zweite. Halsschild etwas länger als 
breit, die Seiten fast parallel, nur an der vordem Ecke nach 
Innen gerundet, nicht sehr viel breiter wie der Kopf, mas- 
sig der Länge nach gewölbt. Hinterdornen wenig nach Aus- 
sen gewendet. Leuchtflecke kreisrund, ziemlich deutlich ab- 
gesetzt, am Rande punktirt, behaart, vor den Hinterdornen 
gleichweit vom Seitenrande wie vom Hinterrande entfernt. 
Schildchen länglich, an der Spitze gerundet. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, von der Mitte nach der Spitze allmählich verengt, 
die Nahtecke zahnförmig zugespitzt, an der Wurzel einge- 
drückt, deutlich punktirt - gestreift. 

Unterseite ziemlich dicht behaart , Hinterwinkel der Vor- 
derbrust gelbroth durchscheinend. 

Palisot de Beauiois sagt von seinem El. phosphoreus, 
den ich unbedenklich hierher ziehe, dass sein Licht weniger 
lebhaft, mehr grünlich imd weniger verbreitet sei, als das 
des El. noctilucus. Vierzig bis fünfzig Individuen des El. 
noctilucus in ein Fläschchen von weissem Glase versammelt, 
sind erforderlich, um bei Nacht schreiben zu können, wäh- 
rend viermal so viel Exemplare des El. phosphoreus noch 
nicht dieselbe Wirkung hervorbringen. 

3* 



25*. P. physoileiiis (Nub.) 

Piceus, fusco-pubesceus, Ihorace suboblongo , convexo, late- 

ribus aiitrorsum deflexo, maculis vesiculari])iis aiigiilaribiis, 

auteniiis corporis dimidio brevioribus, elytris punctato-stria- 

lis, apice miilicis. Habitat in Ala])aiua Americae borealis. 

Dem P. pyralis verwandt , alier kleiner , dunkler braun, 
das Halsschild an den Seiten nach vorn liefer lierabgebogen, 
die Fülller kürzer und die Deckscliilde an der Spitze ungedornt. 
7 — 8 Lin. lang, 27^ Lin- breit, dunkelbraun, mit nie- 
derliegenden , graugelben Härchen ziemlich dicht bekleidet, 
Fühler und Beine heller braun. Kopf ziemlich gross, Stirn 
etwas länger als breit, wenig eingedrückt, grob puuktirt. 
Fühler etwas länger als das Halsschild, deutlich gesägt, das 
dritte Glied halb so lang wie das \ierte. Halsschild wenig 
länger als breit, in der Mitte ein halbmal breiter wie der 
Kopf, der Länge nach gewölbt, die Seiten von der Mitte weg 
nach vorn niedergebogen und stark nacli den Vorderecken hin 
gerundet. Hinterdornen fast gerade. Im Mittelfelde zwei mehr 
oder minder tief eingedrückte Grübchen. Die Oberfläche dicht 
puuktirt, mit Spuren einer glatten, etwas erhabenen Mittel- 
linie. Leuchtflecke vor den Hinterdornen , eirund , schief, 
gleichweit vom Seitenvande wie vom Hinterrande entfernt, 
am Rande puuktirt. Auf der Unterseite ein dreieckiger, gel- 
ber, durchscheinender Fleck im Hiuterwinkcl. Schildchen 
länglich, an der Wurzel abgestutzt. 

Deckscliilde gewölbt, punktirt- gestreift, die Zwischen- 
räume dicht punktirt, die Seiten von der Mitte nach der ge- 
rundeten Spitze hin allmählich verengt. 

26*. P. causticus. (Kli/g.) 
Castaneus, fusco-tenuiter pubescens, thorace oblongo - qua- 
drato, maculis vesicularibus ovatis subangularibus, antennis 
dimidio corporis longioribus, elytris punctato-striatis, apice 
acuminatis. Dej. Cat. p. 100. P. corruscus. Habitat 
in insula Cuba. (Mus. Berol.) 
' ' Schmäler als P. pyralis, dunkler braun, die Leuchtfle- 
cke stärker gewölbt, mehr länglich, die Behaarung dünner. 
8V2 — 9V2 Lin. lang, 2 — 2% Lin. breit, kastanien- 



bi'iiun, puiiklirl, l)iiiuugrau, dümi heliaiui. Kopf ziemlich 
gross, nicht sehr \iel schmäler als die Mitte des Halsschildes, 
Stirn kaum breiter als lang, tief ausgehölt, grob punktirt. 
Fühler braun, ziemlich von hali)cr Körperlänge, stark gesägt, 
das dritte Glied grösser wie das zweite. Halsschild beträcht- 
lich länger als breit, die Seiten parallel und nur an der vor- 
dem Ecke nach Innen gerundet, flach gewölbt, der Seiten- 
rand etwas verflächt, dicht punktirt, die Hinterdornen nach 
Aussen gewendet. Leuchlflecke vor den Hinterdornen, den 
Seitenrand und Hinterrand fast berührend, etwas länglich- 
rund, blasig aufgetrie])en , am Rande punktirt. Schildchen 
länglich, an der Spitze gerundet. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, an der Wurzel etwas eingedrückt, fein punktirt -ge- 
streift, schon vor der Mitte nach der Spitze hin allmählich 
verengt, an der Spitze gerundet, die Nahtecke zahnförmig 
zugespitzt. 

Unterseite schwach behaart, die Leuchtflecke unten 
durchscheinend. 

Er soll nach Dejean auch in Nordamerika vorkommen. 
27. P. pyrrhoderus. {Nob.) 
Brunnens, fusco-tomentosus, antennarum basi pedibusque ru- 
fis, thorace oblongo, planiusculo, apice rotundato, macula 
submarginali oblonga flava, elytris punctato-striatis, apice 
acuminatis. Habitat in Bahia Brasiliae. (Mus. Winth.) 
Dem P. pyrophanus sehr nahe verwandt, und vielleicht 
nuv Al)änderung, al>er das dritte Fühlerglied noch etwas klei- 
ner und die Deckschikle am Ende zugespitzt, die Beine heller. 
7 — 9 Linien lang, 2 — 272 Lin. breit. Kopf ziemlich 
gross, dunkelbraun, mit niederliegenden, grauen Härchen 
dicht bedeckt, Stirn etwas breiter als lang, vorn eingedrückt. 
Fühler des Männci;ens merklich länger als das Halsschild, 
die drei ersten Glieder brauuroth, das dritte Glied sehr we- 
nig länger als das zweite, die folgenden tief gesägt, schwarz; 
die des Weibchens kaum länger als das Halsschild, minder 
tief gesägt, braun, die drei ersten Glieder brauuroth. Hals- 
schild bei dem Männchen und bei dem Weibchen ganz wie bei 
P. pyrophanus gestallet und gefärbt , Leuchtflecke ebenfalls: 



länglich, neben dem Seiteniande an der Wurzel der Hinter- 
dornen befindlich. Hinterwinkcl des Halsschildes unten roth- 
gelb durchscheinend. Schildchen länglich rund, an der Wur- 
zel abgestutzt. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, die Seiten von der Schulter bis zur Mitte parallel 
laufend, dann nach der Spitze allmählich verschmälert, die 
Nahtecke als Spitze vorgezogen. 

Unterseite braun, punktirt und behaart wie die Ober- 
seite , Beine hell braunroth. 

28*. P. pyrophanus. (liltg.) 
Brunnens, fusco-pubescens, thorace oblonge , planiusculo, la- 
teribus apice rotundato , macula submarginali oblonga fla- 
va, elytris punctato-striatis, apice muticis. Illtg. Magaz. 
d. Gesellsch. naturf. Fr. I. 18()7. pag. 149. n. 10. Ela- 
ter pyrophanus. Habitat in Brasilia, Buenos Ayres. 
Dem P. lychniferus sehr ähnlich, aber beträchtlich klei- 
ner, heller braun, die Leuchtflecke länglicher , die Deckschilde 
am Ende nicht zugespitzt, der Kopf verhältnissmässig etwas 
schmäler. 

7 — 97o Lin. lang, 2 — 2^2 Lin. breit. Kopf nicht 
viel mehr als halb so breit wie die Mitte des Halsschildes, 
Stirn etwas breiter als lang, dunkelbraun, der Länge nach 
ausgehölt, mit niederliegenden, grauen Härchen dicht besetzt. 
Fühler bei dem Männchen beträchtlich länger als das Hals- 
schild, schwarz, die Wurzelglieder braun, das dritte Glied 
doppelt so lang wie das zweite und halb so lang wie das 
vierte, vom vierten Gliede an stark gesägt; bei dem Weib- 
chen kaum länger als das Halsschild, einfarbig braun, min- 
der tief gesägt. Halsschild bei dem Männchen merklich län- 
ger als breit, flach gewölbt, die Seiten fast parallel laufend 
und nur an den Vorderwinkeln gerundet, vor der Mitte mei- 
stens mit einer seichten Ausbuchtung versehen, der Vorder- 
rand last gerade abgestutzt, mit wenig vortretenden Vorder- 
ecken, die Hinterdornen etwas nach Aussen gewendet; bei 
dem Weil»chen kaum länger als breit, flach gewölbt, die Sei- 
ten kaum zwei Drittheil der Länge parallel, dann nach den 
Vorderecken hin gerundet, der Vorderrand seicht zweibuchtig, 



mit etwas stilrkcr vortretenden Vordereckeu , Hiiilerdonien we- 
nig nach Anssen gewendet. Die 01)erflä(lie in beiden Ue- 
schleehtern dicht und fein piinktirt, mit niedeiliegenden, grau- 
gelben Härchen bedeckt, Leiu^htflecke schmal, nicht scharf be- 
gränzt, punktirt, behaart, vor den Hinterdornen dem Seiten- 
rande nahe und mit ihm parallel. Man bemerkt bisweilen auf 
der Mitte zwei seichte Gruben. Auf der Unterseite scheinen 
die Hinterwinkel rotligelb durch. Schildchen länglich rund, 
au der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, die Seiten von der Schulter bis zur Mitte parallel 
laufend, dann allmählich nach der Spitze zu verschmälert, 
die Spitze gerundet, die Nahtecke zwar spitzig, aber nicht 
vorspringend. Die Oberfläche braun, ziemlich flach gewölbt, 
dicht und fein punktirt, deutlich, aber fein punktirt - ge- 
streift, mit niederliegenden, grauen Härchen bekleidet. 

Unterseite lichter braun, punktirt und behaart wie die 
Oberseite , die Beine rothbraun. 

Die zwölf vorliegenden Exemplare stammen aus ver- 
schiedenen Gegenden Brasiliens , eins von Buenos Ayres. 

29. P. lusciosus. (Nob.) 
Niger, fusco - pubescens , antennarum basi elytris pedibusque 
brunneis, thorace suboblongo , apice rotundato, macula ve- 
siculari submarginali obliterata oblonga, elytris punctato- 
striatis, apice muticis. Habitat iu Bahia Brasiliae. (Mus. 
ßerol.) 

Dem P. pyrophanus ungemein ähnlich und wahrschein- 
lich nur Abänderung, doch sind die Leuchtflecke ganz ver- 
loschen und erscheinen auch auf der Unterseite nur als klei- 
ne, längliche Bläschen am hintern Ende des Seitenrandes, 
auch sind Fühlerwurzel und Beine heller braun. 

30 *. P. Ornament u m. (Chcvrol.) 
Nigro - piceus , griseo - pubescens , antennis pedibusque rufis, 
thorace suboblongo, convexiusculo , apice rotundato, ma- 
culis vesicularibus ovatis, submarginalibus , elytris puncta- 
to-striatis, apice attenuatis. DeJ. Cat. pag. 100. Habi- 
tat in Mexico. (Gorj/.) 

872 — 9 Va J-J"- lang , 3 Lin. breit, schwärzlichbraun, 



40 

dicht punktirt, mit nicdevliegenden, grauen Hilrchen iiidit 
sehr dicht Jjesetzt, Füliler und Beine rothhraun. 

Kopf etwas mehr als hall) so breit wie die Mitte des 
Halsschildes, Stirn last breiter wie lang, vorn schwach ein- 
gedrückt. Fühler wenig länger wie das Halsschild, deutlich 
gesägt, das dritte Glied doppelt so lang wie das zweite und 
hall) so lang wie das \ierte. Halsschild kaum länger wie 
breit, flach gewölbt, die Seiten bis zur Mitte parallel, dann 
nach der \ ordern Ecke hin gerundet. Hinterdornen wenig 
nach Aussen gewendet. Leuchtflecke eirund, punklirt, scharf 
begränzt, dem Seitenrande genähert, unten durchscheinend, 
mit gelber durchscheinender Einfassung. Schildcheu länglich, 
an der Wurzel abgestutzt. 

üeckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, gewölbt, unter der Mitte etwas breiter, dann nach 
der Spitze hin allmählich gerundet, deutlich puaktirt-gestreift. 
Von den verwandten Arten unterscheiden ihn sein ver- 
hältnissmässig breiteres Halsschild, die unter der Mitte etwas 
breiteren Deckschilde und die zwar dem Seitenrande weit nä- 
her als dem Hinterrande stehenden , al)er doch merklich von 
ihm getrennten Leuchtflecke, deren Längsdiirchmesser nicht 
ganz parallel mit dem Seitenrande geht. 

Gorj/ hält unsern P. gemmiferus für das Männchen die- 
ser Art. 

31. P. coecus. (Nob.) 
Piceus, griseo-tomeutosus, thorace suboblougo, convexo, an- 

tice rotundato, maculis vesicularibus supra obliteratis, ely- 

tris subcylindricis , obsolete punctato - striatis, apice ro- 

tundatis. 
Var. Diliitiiis rafo- brunnea, fiiseo-tomentosa. 

Habitat ad Porto AUegro in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Eine durch die gewölbten, an den Seiten deutlich, wenn 
schon schmal gcrandeteu, fast walzigen Deckschilde, sehr fei- 
nen Punktstreifen und oben kaum merklichen Leuchtflecke 
kenntliche Art. 

8 — SVa Linien lang, 2V4 Lin. breit. Kopf ziemlich 
gross, schwarz, Stirn etwas breiter als lang, vorn einge- 
drückt, mit niederliegenden, grauen Härchen dicht bedeckt. 



41 

Fülller schwarz, länger als das Halsschild, deutlich gesagt. 
Halsschild schwarz, diclit punktirt, mit nicderliegeuden, grauen 
Härchea dicht bedeckt, gcAVölht, von der Mitte weg nach den 
A'orderecken gleichmässig gerundet, wenig länger als in der 
Mitte ])reit, Hinterdornen nach Ansscn gewendet, o])en mit 
\ier eingedrückten Grul)en, zwei vor der Mitte, zwei zwi- 
schen Mille nnd Wurzel. Leuchtflecke kanni sichtbar und 
unter der Haarbekleidung verborgen, sie sind klein, rund 
und stehen weit vom Seitenrande, aber auch ziemlich weit 
vom Hinterrande entfernt an der Innern Wurzel der üornen. 
Unten ist der ganze Hinterwinkel, al)er in geringer Ausdeh- 
nung, rothlich durchscheinend. Schildchen länglich, an der 
Spitze gerundet. 

Deckschilde zwei und ein halbnial so lang wie das Hals- 
schild, gewölbt, am ganzen Rande schmal, nach der Spitze 
hin breiter gesäumt, bis unter die Mitte gleich ])reit, dann 
bis zu der gerundeten Spitze nur wenig verschmälert, verlo- 
schen punktirt -gestreift, schwärzlichbraun, dicht mit nieder- 
liegenden , grauen Härchen bedeckt. 

Die Al)änderung b. unterscheidet sich durch heller l)rau- 
ne Färbung des ganzen Korpers, Mangel der Gruben auf 
dem Halsschilde und noch weniger unterscheidbare Leucht- 
flecke. 

32. P. formosus. (Nub.) 
Testaceus, glaber, nitidus, antennis nigris, basi rufis, tho- 
race oblongo, subpiloso, margine laterali reflexo, i)isinua- 
to, plaga dorsali nigra, macula vesiculari angulari flava, 
elytris punctato - slriatis , vitta marginali et suturali nigris. 
Ha])itat in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Eine durch ihre bunte Färbung, durch welche sie ei- 
nem Semiotus ähnelt, sehr ausgezeicluiete Art, 11 Lin. lang, 
3 Lin. breit. 

Kopf ziemlich gross, nicht sehr viel schmäler wie das 
Halsschild, rothlich - gelb , die Augen schwarz. Fühler län- 
ger wie das Halsschild, vom vierten Gliede an gesägt und 
schwarz, die drei ersten Glieder rothgelb, das dritte Glied 
etwas länger als das zweite, aber nur halb so lang wie da.s 
vierte. Halsschild länger als breit, flach gewölbt, weitläuftig 



412 

punktirt und mit einzelnen, aufgerichteten Härchen besetzt, 
röthlichgclb , glänzend, mit einer nach vorn und hinten al)- 
gekürzten schwarzen Mittelbinde, der Yorderrand schwach 
ausgerandet, der Seitenrand abgesetzt, etwas aufgeworfen, 
vor der Mitte und vor den stark nach Aussen gewendeten 
Hinterdornen gebuchtet, Leuchtflecke schwielig, heller gell), 
an der Wurzel der Hinterdornen ziemlich gleichweit vom Aus- 
senrande wie vom Hinterrande entfernt, auf der Unterseite 
kaum bemerklich. Schildchen eirund, gelb. 

Deckschilde reichlich dreimal so lang wie das Hals- 
schild, an den Seiten nach der stumpf gerundeten Spitze 
hin schwach verengt, flach gewölbt, tief punktirt - gestreift, 
röthlich - gelb , nach der Spitze hin blasser, die eingestoche- 
nen Punkte braun , die Naht und der Seitenrand schwarz. 
Unterseite braungelb, dünn behaart, Beine rothgelb. 

33*. P. pyrotis. (Klvg.) 
Castaneus, nitidus, flavescenti-pilosulus, antcnnis pedibusque 
ferrugineis, thorace quadrato, convexiusculo, angulo po- 
stice ferrugineo, macula vesiculari orbiculata flava, elytris 
puuctato - striatis , apice rotundatis. Habitat ad Montevideo 
(Mus. Berol.), ad Rio Janeiro Brasiliae. 

Von den verwandten Arten durch sein weniger gewölb- 
tes Halsschild und grössere, weniger scharf begränzte, mit 
einem dnrchscheinenden Hofe umgebenen Leuchtflecke ver- 
schieden. 

6 — 9 Lin. lang, 2 — l^j^ Lin. breit, kastanienbraun, 
glänzend, mit feinen, gelblichen, etwas aufgerichteten Här- 
chen nicht sehr dicht besetzt. Kopf ziemlich gross, bei dem 
Männchen fast so breit, bei dem Weibchen etwas schmäler 
als das Halsschild, Stirn breiter als lang, vorn eingedrückt, 
grob punktirt. Fühler ziemlich von halber Körperlänge, 
braunroth, deutlich gesägt, das dritte Glied schmäler, aber 
wenig kürzer wie das vierte. Halsschild bei dem Männchen 
etwas, bei dem Weibchen kaum länger als breit, massig ge- 
wölbt, punktirt, mit Spuren einer glatten Mittellinie , mit kur- 
zen, aber etwas aufgerichteten, gelben Härchen besetzt, die 
Seiten fast parallel, nur an den Vorderecken nach Innen ge- 
rundet, die Hinterdornen etwas nach Aussen gewendet. Leucht- 



/i3 

flecke vor der Wurzel der Hinterdornen , fast den ganzen 
Raum zwischen dem Seitenrande und Hinterrande einnehmend, 
ziemlich kreisrund, wenig erhaben, gelb, ihre Umgebung in 
betrachtlicher Breite heller als die Grundfarbe des Halsschil- 
des. Auf der Unterseite ist der ganze Hinteiwinkel in be- 
trächtlicher Ausdehnung nach vorn gelbroth durchscheinend. 
Schildchen lang, an der Spitze gerundet. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, gewölbt, punktirt- gestreift, die Zwischenräume zer- 
streut und fein punktirt, mit etwas aufgerichteten, gelblichen 
Härchen besetzt, die herabgebogenen Seiten bis unter die 
Mitte ziemlich parallel und dann etwas nach der stumpf ge- 
rundeten Spitze hin verschmälert. 

Unterseite mit anliegenden, gelblichen Härchen beklei- 
det. Beine braunroth. 

Gorj/ theilte ihn unter der Benennung P. lampyrinus 
DeJ. mit. 

34. P. lucificus. {Nob.) 
Castaneus , nitidus , flavescenti - puberulus , antennis pedibus- 
que ferrugineis, thorace oblongo, convexo, angulo postico 
macula vesiculari orbiculata flava, elytris punctato-striatis, 
apice acutiusculis. Habitat in Bahia. (Mus. Berol.) 

Dem P. luculentus sehr ähnlich, aber nur halb so gross, 
die Leuchtflecke rund , die Deckschilde an der Spitze weni- 
ger stumpf gerundet, die Punktstreifen nach der Naht hin 
mehr verloschen. 

5 Linien lang, l'/j Li«- breit, glänzend, dunkelbraun, 
mit niederliegenden, gelblichen Härchen dünn, jedoch dichter 
wie P. luculentus bekleidet. Kopf gross, nicht viel schmäler 
wie das Halsschild, Stirn breit, grob punktirt, wenig einge- 
drückt. Fühler gelblichroth , etwas länger als das Halsschild, 
nicht sehr tief gesägt, das dritte Glied grösser als das zweite, 
aber kleiner als das vierte. Das Halsschild etwas länger als 
breit, gewölbt, die niedergebogenen Seiten nach vorn sehr 
wenig verschmälert, an der Vorderecke nach Innen gerundet. 
Hinterdornen sehr wenig auswärts gewendet. Leuchtfleckc 
kreisrund, scharf begränzt, klein, an der Wurzel der Dor- 
nen gleich weit vom Seitenrande wie vom Hinterrande ent- 



fVi 

fenit, auf der Ujitei'seite in gleiclier Änsdehumig bemerkbar. 
Scliildchen laug, an der Spitze gerundet. 

Deckschilde etwas melir als zwei und ein halbmal so 
laug wie das Halsschild, gewölbt, die Seiten von der Mitte 
weg allmählich verengt, die Spitze schief nach der Nahtecke 
zu gerundet, welche dadurch spitzig wird, ohne einen yor- 
steheudeu Zahn zu bilden, die Oberflache punktirt- gestreift, 
die Streifen nach der Naht hin sdiwächer, die Zwischenräume 
lein und zerstreut punktirt, dünn behaart. Beiue braunroth. 

35. P. cincticollis. (Noh.) 
Piceo-niger, flavescenti-pilosus, thorace flavescenti-diaphauo, 
medio nigro, maculis vesicularibus obliteratis, eljtris pro- 
funde punctato-striatis, apice rotuudatis. Habitat in Salto- 
grande Brasiliae (Mus. Berol.) 

Eine sehr ausgezeichnete Art, die bei dem ersten An- 
blick etwas Fremdartiges hat, und an Campylus erinnert, auch 
durch dicht behaarte, aber nicht eigentlich gepolsterte Tar- 
sen von den Pyrophoren abweicht , jedoch im Bau und Sculp- 
tur zunächst an P. ignifer, pyraustes u. a. anschliesst. 

5 — 6 Lin. lang, 172 — ^V* Lin. breit, dunkelbraun, 
schwiu-z, mit feinen, etwas aufgerichteten , gel])lichen Härchen 
besetzt, Fühler und Beine dunkelbraun. Kopf nicht sehr \iel 
schmäler als das Halsschild, Stirn so laug wie breit, vorn 
etwas niedergeljogen und stark ausgehölt, grob punktirt, ein- 
zeln behaart. Fühler beträchtlich länger als das Halsschild, 
vom dritten Glicde an gesägt, das dritte Glied etwas kürzer 
und schmäler als das vierte. Halsschild wenig breiter als der 
Kopf, kaum lunger als breit, flach gewölbt, dicht punktirt, 
vorn wenig ausgerandet, an den Vorderecken gerundet, et- 
was vorstehend, die Seitenränder fast parallel, die Hinter- 
dornen nach Aussen gewendet. Die Grundfarbe rothgelb, oben 
in der Mitte ein mehr oder minder grosser Fleck schwarz- 
braun, unten die Miltelplatle, auch wohl der innere Rand 
der Seitenplatten sciiwarzbraun , die Leuchtflecke gelb, punk- 
tirt, behaart, wenig von der Grundfarbe unterschieden, an 
der Wurzel der Hinterdornen gleichweit vom Seitenrande wie 
vom Hinterrande entfernt stehend, auf der Unterseite kaum 
unterscheidbar. Scliildchen länglich, an der Spitze gerundet. 



115 

Deckschildt' tust (licinial so lang wie das Halsscliild, 
massig gewölbt , puiiklirt, tiet puuktirt -gestreift, die Seiten 
l)is unlcrlialh dei' Mille parallel, dann schwach nach der stumpf 
gerundeten Spitze hin verschmälert, dnnkel braunschwarz, der 
untergeschlagene Seitenrand bis zu dem mittleren Einbuge gelb. 
Familia III. Antennarnm articulus secundus parvus, no- 
(losus, terlius latus , trigonus, quarto aequalis. Vesiculae an- 
gulares. Spec. 36 — 40. 

36. P. parallelus. (Noh.) 
Picens, fusco - pilosulus , antennis pedilnisque nifis, thorace 
subquadrato , convexo , macula orbiculata angulari , el} tris 
convexis, punctato - slrialis, apice rotundatis. Habitat ad 
Porto AUegro Brasiliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. Inculentus verwandt, aber der Kopf kleiner, das 
Halsschild kürzer, gröber puuktirt, die Leuchlfiecke runder, 
mehr nach hinten stehend, von dem ihm ebenfalls ähnlichen 
P. pyraustes durch stärkere Wölbung des Halsschildes und der 
Deckschilde unterschieden. 

8 Linien lang, wenig über 2 Lin. breit, dunkelbraun, 
nicht sehr glänzend, mit braunen , kurzen, aufrecht stehenden 
Härchen, welche besonders an den Seiten sichlluir werden, 
nicht sehr dicht besetzt, Fühler und Beine braunroth. Kopf 
massig gross, mit breiter, grob punktirter , vorn tief ausge- 
holter Stirn. Fühler länger wie das Halssckild, vom dritten 
Gliede an deutlich gesägt, das drille Glied so gross wie das 
vierte. Halsschild merklich breiter wie der Kopf, so lang wie 
breit, vorn sehr wenig ausgerandet, mit niedergebogenen, et- 
was vorstehenden Vorderecken, die Seiten von der Wurzel 
der Hinterdornen bis über die Mitte weg kaum merklich, dann 
aber stärker nach den Vorderecken hin gerundet, Hinterdor- 
uen nach Aussen gewendet, der Rücken gewölbt, dicht und 
ziemlich grol) punktirt. Leuchtflecke nicht sehr gross , ziem- 
lich kreisrund, punktirt, gelb, mit rother Einfassung, vor den 
Hinterdornen dem Hinterrande etwas näher als dem Seiten- 
rande stehend. Auf der Unterseite scheinen die Kinterwinkel 
rotlibraun durch. Schildchcn eirund. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, gewölbt, punktirt- gestreift, die Zwischenräume dicht 



4(5 

nnd deutlich pimktirt, die Seiten bis unter die Mitte parallel 
laufend, dann nach der stumpf gerundeten Spitze hin etwiis 
verschmälert. 

37*. P. luculentus. (Kiug.) 
Castaneus, nitidus, flavescenti- subpuhescens, antennis pedibus- 
que ferrugineis , thorace oblonge , convexo , macula yesicu- 
lari angulari tumida, obliqua, flaya, eljtris punctato-stria- 
tis, apice rotundatis. Habitat in Brasilia. (Mus. Berol.) 
10 Lin. lang, 272 ^in. breit, glänzend dunkelbraun, 
fein punktirt, mit etwas aufgerichteten, gelblichen Härchen 
dünn bekleidet. Kopf gross, nicht viel schmäler als das Hals- 
schild, Stirn Torn eingedrückt , grob punktirt, einzeln behaart. 
Fühler rothbraun, nicht viel länger als das Halsschild, yom 
dritten Gliede an stark gesägt, das dritte Glied so gross wie 
das vierte. Halsschild etwas länger als breit, vorn nicht brei- 
ter als der Kopf mit den Augen, der Länge nach gewölbt, 
an den Seiten niedergebogen, in der Mitte kaum merklich 
breiter als vorn und vor den Hinterdornen, die Hinterdornen 
wenig nach Aussen gewendet. Leuchtflecke eirund, stark auf- 
getrieben, scharf begränzt, etwas schief vor der Wurzel der 
Hinterdornen, gleichweit vom Seitenrande wie vom Hinterrande 
entfernt. Die Puuktirung ist dicht und fein, mit Spuren ei- 
ner eingedrückten Mittellinie, die niederliegenden Härchen 
zu sparsam, um die Grundfarbe zu verdecken. Schildchen 
lang, an der Spitze gerundet. 

Deckschilde über dreimal so lang wie das Halsschild, 
flach gewölbt, nach der Spitze zu noch flacher, die Seiten 
bis unter die Mitte parallel laufend , dann nach der stumpf 
gerundeten Spitze zu allmählich verengt, deutlich punktirt - 
gestreift, die Zwischenräume fein, weitläuftig und zerstreut 
punktirt, mit niederliegenden, gelblichen Härchen dünn be- 
kleidet, 

Unterseite dunkelbraun , punktirt , mit niederliegenden, 
gelblichen Härchen dünn bekleidet, die Hinterwinkel der Vor- 
derbrust bis zur Dornenspitze rothgelb durchscheinend. Beine 
rothbraun. 

38. P. ignifer. (Klug.) 
Castaneus, nitidus, flavescenti -pilosus, thorace subquadrato. 



Ü7 

plaiiinsinilo, angiilo postico macula orhiculari nifescente, 
elytris puiictato-striatis, apice rotundatis. Habitat in Bra- 
silia. (Mus. Berol.) 

Dem P. luculentus ungemein ilhnlich, aber das Hals- 
schild flacher, die Leuchtflecke kleiner, kreisrund, die Här- 
chen mehr aufrecht stehend. 

8 Lin. lang, 2 Lin. breit, dunkel kastanienbraun, punk- 
tirt , mit aufrecht stehenden , ziemlich langen , gelben Härchen 
ziemlich dicht besetzt. Stirn breiter als lang, grob punktirt, 
vorn eingedrückt, behaart. Fühler länger als das Halsschild, 
braunschwarz, \om dritten Gliede an gesägt, das dritte Glied 
etwas kleiner als das \ierte. Halsschild wenig breiter Jils der 
Kopf, kaum länger als breit, flach gewölbt, dicht punktirt, 
die Seiten parallel, nur an der Vorderecke nach Innen ge- 
rundet. Hinterdornen etwas nach Aussen gewendet. Leucht- 
flecke kreisrund , klein , flach , gelbroth , an der Wurzel der 
Hinterdornen befindlich , gleichweit vom Seitenrande und vom 
Hinterrande entfernt. Auf der Unterseite sind die ganzen Hin- 
terwinkel bis zur Dornenspitze gelbroth durchscheinend. Schild- 
chen länglich, an der Spitze gerundet. 

Deckschilde fast dreimal so lang wie das Halsschild, 
massig gewölbt, punktirt, punktirt - gestreift , die Seiten bis 
gegen die Mitte hin fast parallel , dann sanft bis zu der ab- 
gerundeten Spitze hin verschmälert. Beine schwarzbraun, Tar- 
sen etwas lichter. 

Nach Gorij gehört P. flammeus Dej. hieher. 
39. P. pyraustes. {Noh.) 
Piceus, nitidus, flavescenti-pilosulus, antennis pedibusque fu- 
scis , thorace subquadrato , planiusculo , macula orbiculata 
vesiculari angulari , elytris planiusculis , punctato - striatis, 
apice rotundatis. Habitat in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Dem P. ignifer sehr nahe verwandt, doch scheinen ihn 
ein flacherer Bau überhaupt , kürzere und dünnere Behaarung, 
geringere Ausdehnung der Leuchtflecke auf der Unterseite des 
Halsschildes und rothbraune Fühler und Beine zu unterscheiden. 

9 — 12 Lin. lang, 2 — 3 Lin. breit, dunkelbraun, glän- 
zend, punktirt, mit aufgerichteten kurzen Härchen dünn be- 
kleidet, Fühler und Beine rothbraun. Kopf massig gross. 



/IS 

mit grob pniiklirlcr, Aorn tief ausoehölter Siini. Füliler lan- 
ger >vic (las Halssdiild , vom dritten Gliede au tief gesägt, 
das dritte Glied dem vierten gleich. Halsschild merklich brei- 
ter als der Kopf, kanm so lang wie breit, flach ge^völbt, 
dicht punktirt, hinten schmal gerinnt, mit aufrecht stehenden, 
gelben Härchen nicht sehr dicht besetzt, der Seitenrand fast 
gerade, nur an der vordem Ecke gerundet und hinten vor 
den Dornen etwas gebuchtet. Hinterdornen merklich nach Aus- 
sen gewendet. Leuchtflecke klein, kreisrund, erhaben, vor 
den Hinterdornen fast gleichweit vom Seitenrande wie vom 
Hinterrande entfernt, doch dem letztern etwas näher. Auf 
der Unterseite ein kleiner, gelbroth durchscheinender Fleck am 
Hinterwinkel. Schildchen eirund , an der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde über zwei und ein halbmal so lang wie das 
Halsschild, flach gewölbt, nach der Spitze hin noch mehr 
verflächt, tief punktirt- gestreift, die Zwischenräume ziemlich 
dicht, fein und verworren punktirt, mit kurzen, aufgerichte- 
ten, gelblichen Härchen besetzt, die Seiten bis unter die Mitte 
kaum merklich , dann stärker und allmählich nach der stumpf 
gerundeten Spitze hin verschmälert. 

40. P. facifer. (Klvg.) 
Castaneus, nitidus, flavescenti-pilosulus, antennis pedibusque 
ferrugineis, thorace subquadrato , tumidulo , niacula vesicu- 
lari angulari ovata flava, elytris punctato - striatis, apice 
rotundatis. Habitat in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Von den verwandten Arten vorzüglich durch sein von 
der Mitte nach vorn stärker gewölbtes Halsschild unterschieden. 
7 Lin. lang, 2 Lin. breit, glänzend kastanienbraun, mit 
feinen, gelblichen, etwas aufgerichteten Härchen nicht sehr 
dicht besetzt, Fühler und Beine braunroth. Kopf ziemlich 
gross , etwas schmäler wie das Halsschild , Stirn so breit wie 
lang , grob punktirt , fast der ganzen Länge nach ausgehölt. 
Fühler länger als das Halss(;hild, vom dritten Gliede an ge- 
sägt , drittes und viertes Glied gleich gross. Halsschild kaum 
länger als breit, an Acw Seiten von der Mitte weg nach den 
Vorderecken gerundet und bei der Mitte fast breiter wie die 
Wurzel der Deckschilde, das Vorder- und Mittelfeld stark ge- 
wölbt. Hinterdornen etwas nach Aussen gewendet. Leucht- 



4» 

Hecke etwas liui^lieh niiul, sdiarf begriiiizt , er]ial)eii, vor 
der Wurzel der Hinterdonieu gleirliweit vom Seitenraude wie 
vomHinterraiide entfernt. Hinterwinkel unten hraunroth dnrcli- 
schcinend, die Leuclilflecke durciihlickend. In der Mitte Spu- 
ren einer eingedrückten Längslinic. Scliildclien länglich, an 
der Spitze gerundet. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang als das Hals- 
schild, gewölbt, punktirt- gestreift, die Seiten bis unter die 
Mitte fast parallel , dann allmählich nach der stumpf gerunde- 
ten Spitze hin verengt. 

Familia IV. Antennae thoracis longitudine, brcviter ser- 
ratae. Maculae vesicularcs posticae. Spec. 41 — 66. 

S u 1) d i V i s i I. Caput Ihorace manifeste angustins ; 
thorax latcril)us antrorsum rotundatus, antice emarginatus. 
Spec. 41—53. 

Sectio I. Thorax convexus. Spec. 41 — 50. 
41. P. ocellatus. (Gortj.) 
Hirtus, ater, thorace subconico, profunde punctato, maculis 
vesicularibus or])iculatis rufis, elytris dense punctatis, pun- 
ctato -striatis, apicc muticis. Habitat in Chili. (Mus. Govy.) 

Eine sehr ausgezeichnete Art, bei dem ersten Anblick 
einem Ludius ähnlich, tief schwarz, nur die Leuchtflecke 
gelbroth, 7 Lin. lang. 

Kopf kaum halb so breit wie der hintere Theil des Hals- 
schildes, mit verhältnissmässig kleinen Augen, Stirn breiter 
als lang, grob punktirt, durch lange schwarze Haare zottig. 
Die Fühler fehlen dem vorliegenden Exemplare. Halsschild 
etwas länger als breit, die Seiten von der Wurzel zur Spitze 
allmählich verengt, in der Mitte der Länge nach gewölbt, 
schwach gekielt, grob und dicht punktirt, mit langen, schwarz- 
braunen Haaren nicht sehr dicht besetzt , Hinterdornen fast ge- 
rade, Leuchtflecke kreisrund, gewölbt, glatt, neben der in- 
nen! Wurzel der Hinterdornen befindlich, gelbroth, scharf 
begränzt, unten schwach durchscheinend. Schildchen eirund. 

Deckschilde nicht viel über zweimal so lang wie das 
Halsschild, gewölbt, von der Mitte nach der Spitze allmäh- 
lich verengt , schmal punktirt - gestreift , die Zwischenräume 
eben, dicht punktirt, an den Seiten schwarzborstig. 
(3. Band 1. Heft ) 4 



30 

Unterseite schwarz , mit aiifrccliten, hrannsclnvaizeu Haa- 
ren l)eselzt, Tarsen ])orsti^'. 

Ich bringe diese Art unter diese Ahtlieilung, weil sie 
die Leuchtflecke am Hinterrande des Halsschildes hat, aber 
der abweichende Bau, die lange Beliaarung, geben ihr ein 
fremdartiges Ansehen, und sie könnte nach der Gestalt des 
Halsschildes eine eigene Unterabtheilung bilden. Da aber das 
vorliegende Exemplar keine Fühler hat, so kann ich nicht 
darüber urtheilen, ob sie nicht einer besondern Hauptabthei- 
lung angehöre. 

42. P. Janus. {Herbst). 
Niger, nitidus, glaber, antennis pedibusqne fla\is, thorace 
transverso, lateribus rotundato , subtilitcr et remote puncta- 
to, postice canaliculato, elytris medio dilatatis, tenuiter pun- 
ctato - striatis. Voct. Col. I. tab. 43. fig. 17. Phospho- 
rus minor. — Herbst Naturs. d. Käf. X. p. 16. n. 27. 
tab. 159. Elater Janus. — Illig. Magaz. d. Gcsellsch. 
naturf. Fr. I. 1807. p. 178. n. 9. Habitat in Siara Brasi- 
liae. (Mus. Berol.) 

8 Linien lang, Deckschilde in der Mitte 2V2 Lin. breit. 
Kopf verhältnissmässig klein, Stirn so breit als lang, zerstreut 
lind deutlich punktirt , eben, mit zwei seichten Längseindrücken. 
Fühler wenig länger als das Halsschild, schwach gesägt, das 
dritte Glied schmäler, aber eben so lang wie das vierte. Hals- 
schild etwas breiter als lang, flachrund gewölbt, sehr fein 
und weitläuftig punktirt, die Seiten von den Hinterwinkeln 
bis zur Mitte sanft, dann nach den Vorderecken hin stärker 
gerundet , am Vorderrande neben den Vorderwinkeln mit ei- 
nem seichten Queereindrucke , Hinterdornen nach Aussen ge- 
wendet, Leuchtflecke blasig, kreisrund, glatt, gelb, mit schma- 
ler, rothbrauner Einfassung. Auf der Unterseite am Hinter- 
rande ein schmaler, braunrother Queerfleck. Schildchen läng- 
lich, an der Spitze scharf gerundet. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang als das Hals- 
schild, in der Mitte etwas breiter, dann bis zur Spitze ge- 
rundet, der Seitenr.and etwas umgeschlagen, schmal punktirt - 
gestreift, die Zwischenräume sehr fein punktirt. 

Die Farbe ist ein reines glänzendes Pechschwarz, oben 



kahl, unten mit gelblichen, niederliegeuden Härchen sparsam 
besetzt, Fühler und Beine rothgelh. 

43*. P. nyctophilus. (iYo6.) 
Niger, glaber, antennis pedil)usque rufis, thorace transYerso, 
tumido, lateribus rotundato, subtilissime Tage punctulato, po- 
stice canaliculato, elytris profunde punctato - striatis , inter- 
stitiis convexis , laeiiusculis. Habitat ad Porto AUegro Bra- 
siliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. Janus nahe \erwandt, aber das Halsschild ge- 
TYölbter, noch feiner punktirt, die Deckschilde tiefer punktirt- 
gestreift, ihre Zwischenräume erhal)en. 

7 Linien lang, 2'/4 Lin. breit. Kopf verhilltnissmässig 
klein, Stirn in der Mitte etwas vertieft, mit zwei Längsein- 
drücken, weitläuftig punktirt. Fühler kaum länger als das Hals- 
schild, schwach gesägt, das dritte Glied schmäler, aber ziem- 
lich eben so lang wie das vierte. Halsschild breiter als lang 
mehr als doppelt so breit wie der Kopf, in der Mitte stark 
aufgetrieben, sehr fein und weitläuftig, nur unter scharfer 
Vergrösserung sichtbar punktirt , hinten in der Mitte mit einer 
länglichen Grube, die Seiten von der Wurzel über die Mitte 
sanft, nach der Vorderecke hin schärfer gerundet, am Vorder- 
rande ein in der Mitte unterbrochener Queereindruck. Leucht- 
flecke blasig, kreisrund, gliitt, gelb, auf der Unterseite schwach 
durchscheinend. Hinterdornen nach Aussen gewendet. Schild- 
chen punktirt, länglich, an der Spitze gerundet. 

Deckschilde gewölbt, bis hinter die Mitte fast gleich- 
breit, dann allmählich zur Spitze gerundet, tief punktirt -ge- 
streift, die Zwischenräume gewölbt, kaum punktirt. 

Die Farbe ist ein reines, etwas glänzendes Pechschwarz, 
Fühler und Beine braunroth. 

44*. P. comissator. {Noh.) 
Niger, fusco - sul)pubescens , antennis pedibusque rufis , thorace 
transverso , tumido, punctato, lateribus rotundato, postice 
canaliculato, elytris punctato - striatis. Habitat in St. Paulo 
Brasiliae. 

Den beiden vorigen Arten nahe verwandt, von P. nycto- 
philus durch stärkere Punktirung und flache Zwischenräume 

4* 



^'2 



der Deckscliildstrcifcii , \(m V. Jaiius diurh sliuker gewölbtes 
Halsscliild , von beiden durch Beliaarmiir \eiscliiedeii. 

7 Liii. lang, 2V4 Lin. lueit. Kopf klein, Stirn in der 
Mitte eingedrückt, mit zwei flachen Längsvertiefungen, grob 
punktirt, mit niederliegenden, hraungelben Härchen dünn be- 
setzt. Fühler kaum länger als das Halsschild, das dritte Glied 
schmäler, aber nicht kürzer als das \ierte, die folgenden 
schwach gesägt. Halsschild ganz wie bei P. njctophilus ge- 
staltet, aber deutlich und ziemlich dicht punktirt und mit kur- 
zen, niederliegenden, hraungelben Härchen dünn bekleidet. 
Leu'chtflecke kreisrund , gelb, mitsihmalcr, rother Einfassung. 
Schildchen eirund, an der Wurzel abgestutzt, behaart. 

Deckschilde gewölbt, hinter der Mitte etwas breiler, 
zwei und ein halbmal so lang wie das Halsschild, fein punk- 
tirt - gestreift , die Zwischenräume eben, fein und zerstreut 
punktirt, mit niederliegenden, kurzen, hraungelben Härchen 
dünn bekleidet. 

Die Farl)e pechschwarz, Fühler und Beine roth. Der 
Hinterrand der Yordcrbrust braunroth durchscheinend. 

45. P. flanimiger. (Klug.) 
Piceus, griseo-pubescens, antennis pedibusque rufis, thorace 
transrerso, convexo, densc punclato , canaliculato, latcri- 
bus rotundalo, eljlris medio dilalatis, punctato-striatis. Ha- 
bitat in Brasilia. (Mus. Bcrol.) 

Schmaler als die yorigen , dichter behaart und punktirt, 
braunschwarz , mit niederliegenden , gelbgrauen Härchen ziem- 
lich dicht bekleidet, Fühler und Beine roth. 

T'/jLin- lang, kaum über 2 Lin. breit. Kopf ziemlich 
gross, Stirn breit, in der Mitte etwas eingedrückt, grob punk- 
tirt, behaart. Fühler kaum länger als das Halsschild, schwach 
gesägt, das dritte Glied schmäler, aber eben so lang wie das 
-vierte. Halsschild wenig länger als breit, nicht sehr \iel 
breiter wie der Kopf, gewölbt, dicht und deutlich punktirt, 
mit einer Längsgrube in der Mitte, an den Seiten \on der 
Wurzel bis über die Mitte sanft , dann nach den Vorderecken 
hin stärker gerundet, Hinterdornen etwas nach Aussen ge- 
wendet. Leuchtflecke kreisrund, einzeln behaart, gelb, mit 
schmaler rother Einfassung, Hinterwinkel der Vorderbrust 



33 

roUil)raua (hiiclischciiiciul. Schildclicn eirund, an der Wurzel 
abgestutzt, l)eluuirt. 

Deckscliilde zwei und ein hall)iiial so lang >yic das Hals- 
scliild, gewölbt, in der Mitte breiter, punktirt- gestreift, Zwi- 
sclienraunic el)en, di(-lil und fein punktirt, mit kurzen, nieder- 
liegenden, gelblicligrauen Härchen ziemlich dicht bedeckt. Un- 
terseite dünner behaart. 

46. P. phosphoreus. (Li /in.) 
riceiis, griseo-pubescens, anlennis pediiiusque fuscis, thorace 
transYe so, pnuctalissimo, con\exiuscuIo, antice rotundato, 
eljtris attenuatis, punctato -striatis. Linn. Syst. Nat. 1.2. 
t)52. 5. Elater phosphoreus. — Degccr Ins. IV. 
90. 3. tab. 18. fig. 2. — läig. Magaz. d. Gesellsch. iia- 
lurf. Fr. I. 1807. pag. 140. n. 4. Habitat in Para Bra- 
siliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. perspicillatus sehr nahe verwandt, aber kleiner 
und die Deckschilde schon von der Schulter weg allmählich 
nach hinten verengt. 

8 Lin. lang, 2'/, Lin. breit, braunschwarz, mit nie- 
derliegenden, gelblichgranen Härchen nicht sehr dicht bedeckt, 
Fühler und Beine röthlichbraun. 

Stirn eben, punktirt, behaart, mit Spuren von zwei 
Langseindrücken. Fühler wie bei den vorigen Arten. Hals- 
schild breiter als lang, reichlich doppelt so breit wie der 
Kopf, flach gewölbt, dicht und fein punktirt, behaart, mit 
Spuren einer glatten Längslinie, hinten sanft abgedacht, die 
Seiten von der Dornspitze an bis zur Mitte gerade, dann 
stark nach der Vorderecke hin gerundet, die Hinterdorneu 
fast gerade. Leuchtflecke ziemlich gross, kreisrund, einzeln 
behaart, gelb, unten schwach durchscheinend. Schildchen 
länglich, an der Spitze gerundet, behaart. 

Deckschilde zwei uiul ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, dicht punktirt, punktirt -gestreift, flach gewölbt, von 
der Schulter nach der Spitze weg allmählich verengt. Die 
änsserste Spitze scheint ausgcrandel und die Nahtecke zahn- 
förmig etwas vortretend zu sein, doch bin ich ungewiss, ob 
dies nicht von einer zufälligen Verletzung herrühre, da au 



m 

dem vorliegeiuleu Exemplare die eine Deckschildspitze abge- 
brochen ist. 

Ob Linnens und Degecr's Küfer hieher gehöre, ist 
sehr zweifelhaft. Degecr giebt Jamaica als Vaterland an. 
Ich wilre nicht abgeneigt, ihn zu P. pyi'alis zu ziehen, aber 
die Beschreibungen sind zu kurz und Degeer's Abbildung zu 
roh, um zu entscheiden. 

47*. P. perspicillatus. (Klug.) 
Nigro - piceus , fusco - pilosulus, antennis pcdibusque fuscis, 
thorace transverso, convexinsculo, antice rolundato, dense 
punctato, canaliculato , elytris punctato - striatis. Habitat in 
Brasilia. (Mus. Berol.) 

8^ — 10 Lin. lang, 'i'/^ — 2Y4 Lin. breit, braunschwarz, 
mit etwas aufgerichteten, gelblichbrauuen Härchen ziemlich dicht 
bedeckt, Fühler und Beine heller braun, bisweilen braunroth. 

Stirn so lang wie breit, flach eingedrückt, grob punk- 
tirt, dicht behaart. Fühler Ton der Länge des Halsschildes, 
wie bei den yorigen Arten gestaltet. Halsschild merklich brei- 
ter als lang, doppelt so breit wie der Kopf, massig gewölbt, 
dicht und deutlich punktirt , überall behaart , hinten weniger 
jäh eingedrückt, als bei den vorigen, die Seiten yon der Wur- 
zel bis über die Mitte kaum merklich gerundet, dann nach 
den Vorderecken hin deutlich gerundet. Hinterdornen wenig 
nach Aussen gewendet, Leuchtflecke etwas länglich rund, 
schwach gewölbt, punktirt, einzeln behaart , gelb, auf der Un- 
terseite scheint der ganze Hinterwinkel rothgelb durch. Schild- 
chen länglich, punktirt, behaart. 

Deckschikle nicht ganz dreimal so lang wie das Hals- 
schild, punktirt, punktirt- gestreift, mit niederliegendeu, an 
den Seiten etwas aufgerichteten Härchen besetzt, die Seiten 
bis zur Mitte fast parallel laufend, dann allmählich verengt 
und an der Spitze gerundet. Unterseite minder dicht behaart. 

48. P. nyctolampis. (Nob.) 
Castaneus, glaber, nitidus, antennis pedibusque rufis , thorace 
subquadrato , convexo , dorso vage punctulato , antice ro- 
tundato, elytris medio dilatatis, punctato - striatis. Habitat 
ad Porto Allegro Brasiliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. Janus sehr ähnlich, aber kleiner, das Halsschild 



vcilullliiissiiiilssii» langer, die Hiulerdorueii geiailer und die 
Fiul)e heller. 

572 Linien lang, 2 Linien breit. Kopf und Halsseliild 
hrannsclnvarz, Deckscliilde und Hintcrleil» kastanienbraun, Füh- 
ler und Beine braunrolli. Kopf massig gross, Stirn breiter 
als lang, grob punktirt, eben, mit zwei Längseindrücken. 
Fülller nicht langer als das Halsschild, schwach gesägt, das 
dritte Glied etwas schmäler , aber eben so lang wie das vierte. 
Halsschild in der Mitte eben so breit als lang, nicht doppelt 
so breit wie der Kopf, vorn und an den Seiten ziemlich dicht, 
in der Mitte zerstreut fein punktirt, mit einer unterbrocheneu 
Längsrinne, die Seiten von der Dornenspitze bis über die 
Mitte fast gerade, dann nach der Vorderecke hin sanft ge- 
rundet. Leuchtflecke blasig, etwas länglich rund, gelb, un- 
ten schwach durchscheinend. Schildchen eirund , au der Wur- 
zel abgestutzt, weitläuftig punktirt, mit einigen niederliegen- 
den, gelblichen Härchen. 

Deckschilde etwas über zweimal so lang wie das Hals- 
schild, in der Mitte etwas breiter, schmal punktirt - gestreift, 
die Zwischenräume eben, etwas runzelig, oben kaum sichtbar 
punktirt. 

49*. P. longipennis. (Nob.) 
Castaneus, glabriusculus, nitidus, thorace transverso, conve- 
xo , lateribus rotundato, disco vage punctulato, canalicu- 
lato, elytris elongatis, medio dilatatis, punctato - striatis. 
Habitat in Brasilia. {Besehe.) 

Dem P. Janus verwandt, aber das Halsschild stärker ge- 
wölbt und die Deckschilde verhältnissmässig länger. Die 
Grundfarbe ändert pechschwarz und kastanienbraun ab, Füh- 
ler und Beine sind braunroth. 

8 — 10 Linien lang, 2V2— 3 Lin. breit. Stirn breit, 
grob punktirt, mit einzelnen, gelblichen Härchen , in der Mitte 
flach vertieft, mit zwei seichten Längseiudrücken. Fühler et- 
was länger als das Halsschild, behaart, schwach gesägt, das 
dritte Glied schmäler, aber eben so lang wie das vierte. Hals- 
schild merklich breiter als lang und doppelt so breit wie der 
Kopf, stark gewölbt, etwas weitläuftig und fein punktirt, auf 
dem MitlcUelde noch feiner und entfernter, mit einer seichten 



5<» 

Läiigsgrube, an den Seiten gerundet, nach vorn stärker als 
nach hinten, Hinterdorneii wenig nach Aussen gewendet. Bei 
frischen Exemplaren bemerkt man, besonders am Rrdide, ein- 
zelne, etwas aufgerichtete, gell)]iche Härchen. Leuchtflecke 
kleiner als bei den vorigen Arten, wenig erha])en, kreisrund, 
gelb, mit rother Einüissung. AuC der Unterseite ein dreisei- 
tiger, gel])roth durchscheinender Fleck an den Hinterwinkeln. 
Schildchen lang, an der Spitze gerundet, punktirt, bei fri- 
schen Exemplaren etwas behaart. 

Deckschilde etwas mehr als dreimal so lang wie das 
Halsschild, hinter der Mitte etwas breiter, deutlich punktirt - 
gestreift, die Streifen nach der Naht hin etwas tiefer als am 
Rande, die Zwischenräume dicht punktirt und bei fiischen 
Exemplaren mit einzelnen, etwas aufgerichteten, gelblichen 
Härchen \ersehen. Unterseite punktirt, einzeln behaart. 

50. P. spur ins. (Nob.) 
Caslaneus, glaber, nitidulus, thorace oblongo, lateribus ro- 
tundato, punctatissimo, maculis vesicularibus obliteratis, ely- 
tris punctato - striatis , apice attenuatis. Habitat ad Porto 
AUegro Brasiliae. (Mus. Berol.; 

Lang und schmal gebaut, 9'/, Lin. lang, 2^/^ Lin. breit, 
hell kastanienbraun, unbehaart, etwas glänzend. Kopf mas- 
sig gross, Stirn breiter als lang, kaum merklich hohl, mit 
zwei seichten Längseindrücken, dicht punktirt. Fühler dun- 
kelbraun, kaum so lang als das Halsschild, deutlich gesägt, 
das dritte Glied etwas kürzer und schmäler als das yierte. 
Halsschild sehr wenig länger als breit, gewölbt, in der Mitte 
ein Drittheil breiter als der Kopf, dicht punktirt, mit Spuren 
einer glatten Mittellinie, Seiten etwas gerundet, fein gesäumt, 
Hinterdornen wenig nach Aussen gewendet. Leuchtflecke nur 
als etwas lichtere, schmale, längliche Flecke oben bemerkbar, 
unten eine durchscheinende Queerlinie am Hinterrande sicht- 
bar. Einzelne aufgerichtete, gelbliche Härchen kommen oben 
am eingedrückten Hinterfelde zum Vorschein. Schildchen ei- 
rund, an der Wurzel gestutzt. 

Deckschilde zwei und ein halbraal so lang wie das Hals- 
Schild, gewölbt, schmal punktirt -gestreift , die Zwischenräume 
fein und dicht punktirt, die Seiten bis unterhalb der Mitte 



3*7 

panillel , dann iillmithlich nach der gerundeten Spitze hin ver- 
schmälert. Unterseite fein punktirt, kahl, Beine braun. 

51. P. Lampadion. (Hl fg.) 

Brunnens , griseo-pubescens, anteimis pedibusque ferrngineis, 
thorace quadrato, convexiusculo, dense punctato, antice ro- 
tundato, maculis vesicularibus majoribus, elytris punctato - 
striatis, apice attenuatis. Illig. Magaz. d. Gesellsch. na- 
turf. Fr. I. 1807. pag. 144. n. 2. Elater Lampadion. 
Habifat in Bahia Brasiliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. perspicillatus verwandt, aber viel kleiner, nur 
6 Linien lang, 2 Linien breit, hellbraun, gran behaart, die 
Leuchtflecke weit grösser, das Halsschild gröber punktirt. 

Stirn breiter als lang, eben, mit zwei schwachen Längs- 
eindrücken, grob punktirt, grau behaart. Fühler wenig län- 
ger als das Halsschild, rothbraun, schwach gesägt, das 
dritte Glied so gross wie das vierte. Halsschild so lang wie 
breit, nicht doppelt so breit wie der Kopf, flach gewölbt, 
dicht punktirt, mit niederliegenden, gelblichgrauen Härchen 
ziemlich dicht bedeckt, kanm merklich gerinnt, die Seiten von 
der üornenspitze bis über die Mitte gerade, dann nach Innen 
gerundet. Leuchtflecke gross, flach erhaben, einzeln punk- 
tirt, gelb, mit röthlicher Einfassung. Unten ist der ganze 
Hinterwinkel in beträchtlicher Ausdehnung nach vorn roth 
durchscheinend. Schildchen lang, an der Spitze gerundet, 
behaart. 

Deckschilde ziemlich zwei und ein halbmal so lang wie 
das Halsschild , von der Mitte nach der gerundeten Spitze all- 
mählichverengt, punktirt -gestreift, die Zwischenräume punk- 
tirt, mit niederliegenden, gel])braunen Härchen ziemlich dicht 
bedeckt, Beine braunroth, 

Gorj/ sendete unter der Benennung P. scintillans Dej\ 
einen Käfer, den ich nur für eine etwas grössere Abände- 
rung von dunkelbrauner , fast schwarzer Grundfarbe mit blass- 
gclben Leuchtflecken halten mag. 

52. P. ignigenus. (Nob.) 

Brunnens, gri§eo-pubescens, antennis pedibusque ferrngineis, 
thorace quadrato , parum convexo, antice utrinque impresso, 
maculis vesicularibus majoribus, elytris punctato - striatis, 



38 

iipice attemiatis. Habitat in Sello grandc Brasiliac. (Mus. 
Berol.) 

Von dem P. Lampadion diircli beträchtlichere Grösse 
und ein viel flacheres, an den Vorderwinkeln mit einem Ein- 
druck versehenes Halsschild unterschieden. 

7 Lin. lang, wenig über 2 Lin. breit, hellbraun, mit 
niederliegenden, gelblichgranen Härchen ziemlich dicht bedeckt, 
Fühler und Beine rothbraun. Stirn breiter als lang, eben, 
mit zwei seichten Längseindrücken, dicht behaart, ziemlich 
grob punktirt. Fühler fast kürzer wie das Halsschild, kaum 
gesägt , das dritte Glied doppelt so lang wie das zweite, aber 
kürzer und schmäler wie das vierte. Halsschild so lang wie 
breit, nicht ganz doppelt so breit wie der Kopf, dicht punk- 
tirt, behaart, flach gewölbt, an jedem Vorderwinkel ein tiefer 
Queereindruck, die Seiten gerade, erst oberhalb der Mitte 
nach der Vorderecke hin gerundet. Hinterdornen wenig nach 
Aussen gewendet. Leuchtflecke gross , flach gewölbt, punktirt, 
behciart, rund, gelb, nicht recht scharf von der Grundfarbe 
gesondert. Auf der Unterseite scheinen die Hinterwinkel 
braunroth durch. Schildchen eirund, behaart, an der Wur- 
zel gestutzt. 

Deckschilde ziemlich zwei und ein halbmal so lang wie 
das Halsschild, gewölbt, schmal punktirt -gestreift, die Zwi- 
schenräume eben, behaart, die Seiten bis zur Mitte gerade, 
dann nach der Spitze hin allmählich gerundet, 

53. P. retrospicien s. (Illig.) 

Brunnens, fusco-pubescens, thorace quadrato, convexiusculo, 

punctatissimo , apice rotundato, maculis vesiculari})us mino- 

ribus, elytris punctato - striatis, apice attenuatis. Illig. Mag. 

d. Gesellsch. naturf. Fr. L 1807. pag. 145. n. 3. Elater 

retrospiciens. Habitat in Para Brasiliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. Lampadion sehr ähnlich, aber durch grössern 

Kopf und kleinere, dunklere Leuchtflecke unterschieden. 

(i Lin. lang, 2 Lin. breit, kastanienbraun, mit gelblich- 
braunen, anliegenden Härchen ziemlich dicht besetzt, Fühler 
und Beine etwas lichter. Kopf ziemlich gross, nicht sehr viel 
schmäler als das Halsschild, Stirn eben so lang wie breit, 
sehr wenig ausgehölt, fast eben, mit zwei verloschenen Längs- 



39 

eiiKliilckeii. Fühler kaum so lang wie das Halsschild, fast 
liuleiitormig , das driltc Glied länger als das zweite, aber et- 
was kürzer wie das vierte. Halsschild so lang wie breit, et- 
was flach gewölbt, dicht und fein punktirt, behaart, die Sei- 
ten fast parallel und nur an den etwas eingedrückten und nie- 
dergebogenen Vorderecken nach Innen gerundet. Hinterdornen 
fast gerade. Leuchtflecke ziemlich klein, punktirt, behaart, 
kreisrund , braungelb. 

Deckschilde ziemlich zwei und halbmal so lang wie das 
Halsschild, punktirt -gestreift, die Zwischenräume dicht punk- 
tirt, behaart, an den Seiten von der Mitte nach der Spitze 
allmählich verengt und gerundet. 

Sectio n. Thorax planiusculus. Spec. 54 — 50. 
54*. P. candelarius. (Klug.) 
Piceus, fusco-tomentosus, antennis pedibusque rufis, thorace 

trausverso, lato, lateribus diaphauo-rufescenti])us, elytris 

punctato-striatis, apice subacuminatis. Eschsch. Thon. Arch. 

Vol. H. fasc. 1. p. 32. Pyrophorus ignitus. Habitat 

in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Dem P. phosphoreus und nictitans verwandt, aber das 
Halsschild breiter, flacher, nach hinten stärker verengt, an 
den Seiten braunroth durchscheinend. 

9 Lin. lang, 2^4 Lin. breit, braun, mit niederliegen- 
den, gelbbraunen Härchen dicht bedeckt. Kopf kaum über 
halb so breit wie die Mitte des Halsschildes, Stirn viereckig, 
vorn sanft ausgehölt. Fühler kaum länger als das Halsschild, 
das dritte Glied wenig schmäler und eben so lang wie das 
vierte. Halsschild beträchtlich breiter als lang, vorn tief aus- 
gerandet, mit vorstehenden Vorderecken, vor der Mitte am 
breitesten, nach vorn jäh nach Innen gerundet, nach den Hin- 
terwinkeln allmählich und ziemlich stark verengt, die Hinter- 
dornen etwas nach Aussen gewendet, das Mittelfeld flach ge- 
wölbt, schwach gerinnt, überall dicht und ziemlich fein punk- 
tirt, nicht sehr dicht behaart, braunschwarz, der Seitenrand 
in beträchtlicher Breite oben und unten braunroth durchschei- 
nend. Leuchtflecke massig gross, kreisrund, einzeln punktirt 
und behaart, gelb, neben der Wurzel der Hinterdornen am 
Hinterrande befindlich. Schildcheu eirund. 



(>0 

Deckscliilde zwei iiiul ein liall)mal so lang >vic das Hals- 
scliild, gewölbt, fein punlttirt- gestreift, liald uaterhall) der 
Schulter sich allmählich, jedoch stark nach der Spitze Yer- 
schmälernd , die Spitze etwas vorstehend. Beine röthlichbraun. 

55. P. nictitans. {llUs-) 

Brunnens, fusco-pubescens, antennis pedibnsque ferrugineis, 
fronte. concava, thorace transvcrso, planiiisculo , punctatis- 
simo, antice rotuudato, maciilis \esicularibiis rubris, elytris 
atteniiatis, punctato -striatis. lUfg. Magaz. der GescUsch. 
naturf. Fr. I. 1807. p. 146. Nro. 6. Elater nictitans. 
Habilat in Para Brasiliae. (Mus. Berol.) 

Dem P. pliospliorcus sehr ähnlich, al)er bedeutend klei- 
ner, heller, der Kopf yerhältnissmässig breiter, die Stirn aus- 
gehölt und die Leuchtflecke kleiner und dunkler, auch das 
Halsschild an den Seiten stärker verflächt. 

6 Lin. lang, 2 Lin. breit, kastanienbraun, mit braun- 
gelben, niederliegenden Härchen ziemlich dicht besetzt, Füh- 
ler und Beine rothbraun. Stirn so lang wie breit, der Länge 
nach ausgehölt, punktirt, behaart. Fühler so lang wie das 
Halsschild, schwach gesägt, das dritte Glied doppelt so lang 
wie das zweite, aber etwas kürzer und schmäler als das vierte. 
Halsschild etwas breiter als lang, ein halbmal breiter wie der 
Kopf, sehr dicht und fein punktirt, behaart, in der Mitte 
flach gewölbt, nach den Seiten hin verflächt, vorn sehr stumpf 
ausgerandet, die Seiten von der Mitte nach den Vorderecken 
hin nach Innen gerundet , Hinterecken etwas nach Aussen ge- 
wendet. Leuchtflecke braunroth , gewöll)t, kreisrund, ziem- 
lich klein, punktirt und behaart, am Rande in die Grundfarbe 
verlaufend. Auf der Unterseite scheinen die ganzen Hinter- 
winkel des Halsschildes rothbraun durch. Schildchen eirund, 
an der Wurzel gestutzt. 

Deckschilde nicht ganz zwei und ein halbmal so lang 
wie das Halsschild, gewölbt, fein punktirt -gestreift, die Zwi- 
schenräume fein punktirt und behaart, die Seiten schon von 
der Schulter weg nach hinten allmählich verengt, an der Spi- 
tze schief nach der etwas vorstehenden Nahtecke gerundet. 

56. P. vitticollis. (Nob.) 

Castaneus, nitidus, glaber, thorace subquadrato, disperse pun- 



ctato, rufo, vittis diiahus nigiis, elytris niedio dilatatis, 

profunde puiiclato - striatis. Ilabitat in Bahia Brasiliae. 

(Mus. Winlh.) 

Eine ausö:ezeicluiete Art, 4 Lin. lang, Dcckschilde in 
der Mitte 172 Lin. breit. Kopf braunschwarz, halb so breit 
wie die Mitte des Halsschildes, Stirn so breit wie lang, zer- 
streut und deutlich punktirt , mit zwei Längseindriicken. Füh- 
ler von der Lange des Halsschildes, rothbraun, kaum gesägt, 
das dritte Glied so lang wie das \ierte. Halsschild kaum 
merklich länger als breit, ziemlich flach gewölbt, zerstreut 
punktirt, gelbroth, glänzend, mit zwei schwarzen Längsbin- 
den in der Mitte, die Seiten fast parallel, aber über der 
Mitte gebuchtet, an den Vorderwinkeln gerundet, Hinterdor- 
nen fast gerade. Leuchtflecke gross , kreisrund, gelb, an der 
innern Wurzel der Hinterdornen, dem Hinterrande nahe be- 
findlich. Unterseile dunkelbraun, mit einem durchsichtigen 
Randstreif. Schildchen länglich rund, an der Wurzel ab- 
gestutzt. 

Deckschilde kastanienbraun, glänzend, kaum zwei und 
ein halbmal so lang wie das Halsschild, in der Mitte etwas 
breiter, dann bis zur Spitze gerundet, tief punktirt -gestreift, 
die Zwischenräume gewölbt, glatt. Unterseite weitläuftig punk- 
tirt, sparsam mit niederliegenden, gelblichen Härchen beklei- 
det , schwarzbraun , Hinterbrust und Bauch an den Rändern 
kastanienbraun, Beine braunroth mit dunklern Schenkeln. 

Subdivisio H. Caput majusculum , thorace paruni 
angustius. Thorax quadratus, antice truncatus aut bisiuua- 
tus. Spec. 57 — 65. 

57. P. diffusus. (Klug.) 
Piceus, griseo-pubescens, thorace snbquadrato, lateribns pla- 

nato, ferrugineo, medio nigro, macula vesiculari postica 

flava, elytris punctato - striatis , apice rotundatis. Habitat 

in Brasilia. (Mus. Berol.) 

8 Lin. lang, 2'/^ Lin. breit. Kopf gross, jedoch nicht 
ganz so breit wie das Halsschild , Stirn länger als breit, flach 
ausgehölt, punktirt, mit grauen , niederliegenden Härchen dicht 
bedeckt, Augen vorgequollen, dunkelbraun, glänzend. Füh- 
ler ziemlich von der Länge des Halsschildes, schwach gesägt, 



das dritte (ilied so lang wie das vierte. Halsschild wcni* 
hreiter als lang, vom in der Mitte etwas vorgezogen, die 
Vorderecken gerundet, die Seiten nach den Hinterwinkeln hin 
sich etwas verschniälernd , die Hinterdornen stark nach Aus- 
sen gewendet. Die Oberfläche dicht und fein punktirt, fein 
behaart, mit Spuren einer eingedrückten Mittellinie, flach ge- 
wölbt, nach den Seiten hin sich verflächend, braunroth durch- 
scheinend , mit einer breiten , schwarzen Längsbinde , welche 
jedoch den Hinterrand nicht erreicht. Leuchlflecke an der 
innern Wurzel der Hinterdornen befindlich, kreisrund, gelb, 
flach gewölbt, am Rande pnnktirt, dem Hinterrande weit nä- 
her als dem Seitenrande stehend. Auf der Unterseite ist das 
Halsschild schwarz mit braunroth durchscheinendem Seiten- 
rande. Schildchen eirund, behaart. 

Deckschilde etwas breiter und über zwei und ein halb- 
mal so lang wie das Halsschild, dunkelbraun, mit niederlie- 
genden, grauen Härchen ziemlich dicht bedeckt, dicht punk- 
tirt, fein punktirt- gestreift, von der Mitte nach der gerunde- 
ten Spitze hin allmählich verschmälert. 

Unterseite schwärzlich])raun , grau behaart, Beine dun- 
kelbraun mit braunrothen Tarsen. 
58. P. speculator (Illig.) 
Piceo-niger, nitidus, glaber, antennis pedibusque rufis, tho- 
race punctato , subquadrato , lateribus planato , antice utrin- 
que transversira impresso, macula vesiculari postica flava, 
elytris punctato - striatis, apice rotundatis. Illig. Mag. d. 
Berlin. Gesellsch. naturf. Fr. I. 1807. pag. 147. Nro. 9. 
Elater speculator. Habitat in Siara Brasiliae (Mus. 
Berol.) , Cajennae. (Gorij.) 

e'/s Linien lang, 2V4 Lin. breit, braunschwarz, unbe- 
haart, glänzend, Fühler und Beine roth. 

Kopf gross, nicht ganz so breit wie das Halsschild, 
Stirn länger wie breit, der Länge nach ausgehölt, etwas weit- 
läuftig punktirt, Augen gross, stark vorgequollen. Fühler 
kaum länger als das Halsschild, schwach gesägt, das dritte 
Glied schmäler , aber kaum kürzer wie das vierte. Halsschild 
so lang wie breit, flach gewöii)t, vorn in der Mitte etwas 
vorgezogen, die Seiten parallel, sich verflachend, zwischen 



ß3 

Mitte niul Spitze lieiderseits mit einem Qneereiudiiiok, bis- 
weilen aiu'li noch mit zwei Queereiiulrüeken im Mittelfelde, 
die Oberfläche dicht nnd ziemlich fein punktirt, mit Spuren 
einer eingedrückten Mittellinie. Leuchtflecke am Innern Win- 
kel der Hinterdornen dem Hinterrande nahe stehend , etwas 
gewölbt, am Rande punktirt, gelb, mit rother Einfassung. 
Auf der Unterseite ist der ganze Seitenrand des Halsschildes 
braunroth durchscheinend. Scliildchen eirund. 

Deckschilde an der Wurzel etwas breiter nnd dreimal 
so lang wie das Halsschild, \or der Mitte etwas breiter als 
an der Wurzel, dann allmählich nach der gerundeten Spitze 
hin verengt, gewölbt, schmal punktirt -gestreift, die Zwischen- 
räume kaum sichtbar punktirt, die der Naht benachbarten an 
der Spitze verdickt. 

Unterseite punktirt, mit niedcrliegenden , grauen Här- 
chen dünn bekleidet, Beine braunroth. 

Nach Gory ist dieser Käfer P. laternarius Dcj. 
59. P. foveo latus. {Nob.) 
Castaneus, glaber, nitidus, antcnnis pedibusque rufis, thorace 
subquadrato , quadrifoveolato , subpunctato, lateribus pla- 
niusculo , elytris punctato - striatis , apice rotundatis. Habi- 
tat in Montevideo Brasiliae (Mus. Berol.) , Buenos Ayres 
(Mus. Winth.) 

Kleiner als P. speculator, 6 Lin. lang, 2 Lin. breit, ka- 
stanienbraun, un])ehaart, glänzend, Fühler und Beine braunroth. 

Kopf gross, nicht ganz so breit wie das Halsschild, 
Stirn länger als breit, ausgehölt, zerstreut punktirt, Augen 
gross, vorgequollen. Fühler kaum länger als das Halsschild, 
schwach gesägt, das dritte Glied so lang, aber schmäler wie 
das vierte. Halsschild fast so lang wie breit, vorn stumpf 
gerundet, fast gerade abgeschnitten, flach gewölbt, nach den 
Seiten hin sich etwas verflächend, die Seiten von den stark 
abgerundeten Vorderecken weg nach den Hinterwinkeln sich 
sehr wenig verschmälernd, Hinterdornen stark nach Aussen 
gewendet. Die Oberfläche am Vorderrande ziemlich deutlich 
und dicht, der übrige Theil sehr fein und weitläuftig punk- 
tirt, in der Mitte eine eingedrückte Längslinie, im Vorderfeldc 
zwei eingedrückte Grübchen, die nach den Seiten in einen 



iifi 

seichten Queereindruok auslaufen, zwei andere Giiilielien liin- 
ter den ersten. Leuclitflecke an der iniiera Wurzel der Hin- 
terdornen dem Hinterrande nahe, gelb, mit rother Einfassung. 
Auf der Unterseite ist der ganze Seitenrand des Halsschildes 
braunroth durchscheinend. 

Deckschilde an der Wurzel etwas breiter und zwei und 
ein halbmal so lang wie das Halsschild , bei der Mitte noch 
breiter, von danach der Spitze allniählich verengt, punktirt- 
gestreift, die Zwischenräume kaum punktirt, die innern au 
der Spitze verdickt. 

Unterseite etwas lichter braun, weitliluftig punktirt, mit 
niederliegenden , graugelben Härchen sparsam bekleidet, Beine 
braunroth. 

60. P. observator. (Nub.) 
Niger, dense punctatus, griseo-pubescens, thoracc subqna- 
drato, foveolato, elytris punctato-striatis, apice rotundatis. 
Habitat in Brasilia. {Gorij.) 

In der Gestalt des Halsschildes und Kopfes dem P. spe- 
culator und l'oveolafus nahe stehend, aber grauschwarz, dicht 
punktirt, und mit niederliegenden grauen Härchen bekleidet, 
8 Lin. lang, 27^ Liu. breit. 

Kopf nicht ganz so breit wie das Halsschild, Stirn län- 
ger wie breit, der Länge nach ausgehölt, etwas weitläuftig 
und grob punktirt , Augen gross , vorgequollen. Fühler kaum 
länger wie das Halsschild , nicht tief gesägt, braun, das dritte 
Glied schmäler , aber nicht kürzer wie das vierte. Halsschild 
kaum länger wie breit, flach gewölbt, vorn in der Mitte et- 
was vorgezogen , die Seiten parallel , auf dem Mittelfelde zwei 
eingedrückte Gruben , Hinterdornen stark nach Aussen gewen- 
det. Leuchtflecke an der innern Wurzel der Hinterdoruen, 
kreisrund, behaart, gelb, mit rother Einfassung. Unten ist 
der ganze Hinterwinkel bis zur Mitte des Seitenrandes roth- 
braun durchscheinend. Schildchen eirund. 

Deckschilde an der Wurzel etwas breiter und beinahe 
dreimal so lang wie das Halsschild, gewölbt, die Seiten bis 
unter die Mitte parallel laufend und dann allmählich nach der 
gerundeten Spitze hin verschmälert, punktirt - gestreift, die 
Zwischenräume dicht punktirt. 



(>3 

Unterseite diclit puiiktirt, ^raiiscliwaiz, diinn behaart, 
Beine braunschwarz mit helleren Tarsen. 

0)1 *. P. c a n (1 e n s. ( Klug.) 
Fronte profunde cxcavata, ])rmineus , fiisco-pubescens, tho- 
race sulxjiiadrato, anticc sul)trnncato, elytris punclato- 
striatis, apice rotundatis. Habilat in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Er hat yiele Aclinliciikeit mit P. scintillans, ist aber 
doppelt so gross, die Sliru ist weit tiefer gefurcht und die 
Leuchtflecke stehen dem Hinterrande weit näher. 

9 Lin. lang, 2Y4 Lin. breit, hellbraun, mit niederlie- 
genden, gelblichgrauen Hiirchen ziemlich dicht besetzt. Kopf 
gross, wenig schmäler als das Halsschild, Stirn länger als 
l)reit, der Länge nach tief ausgehölt, Augen vorgequollen. 
Fühler fast von der Länge des Halsschildes, schwach gesägt, 
das dritte Glied sclinuiler, aber kaum kürzer wie das vierte. 
Halsschild fast so lang wie breit, etwas gewölbt, dicht punk- 
tirt, mit Spuren einer eingedrückten Mittellinie, vorn in der 
Mitte etwas vorgezogen, die Yorderccken niedergebogen, ge- 
rundet, Seitenränder parallel, Hinterdornen etwas nach Aus- 
sen gebogen. Leuchtflecke massig gross, eirund, etwas ge- 
■vvöll)t, am Rande punklirt, neben der Wurzel der Hinterdor- 
nen befindlich, dem Hinterrande weit näher als dem Seiten- 
rande. Auf der Unterseite scheinen die ganzen Hiuterwin- 
kel in beträchtlicher Ausdehnung nach vorn braunroth durch. 
Schildchen eirund, an der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde zwei und ein halbmal so lang wie das Hals- 
schild, gewölbt, punktirt, punktirt- gestreift, von der Mitte 
nach der Spitze allmählich verengt. Nahtecke kaum merklich 
vorgezogen. Unterseite dunkler braun, grau behaart, Fühler 
und Beine heller. 

Ein anderer Käfer aus Brasilien, den ich nur für Ab- 
änderung halte , hat eine dunkelbraune Grundfarbe , mit gleich- 
farbigen Beinen und ist etwas kleiner. Gorij sendete ihn als 
P. fax Bcj, 

62. P. cinerarius. {Noh.) 
Niger, griseo-pubescens, antennis pedibusque brunneis, tho- 
race quadrato, antice subtruncato, biimpresso, macula ve- 
(3. Band 1. Heft.) 5 



60 

siculari postica flava, clytris piinctato-striatis, apice rotiin- 
(latis. Habitat in Brasilia. (Mus. Berol.) 

fiVa Lin. lang, 2 Liii. breit, den vorigen Arten ver- 
wandt, sclnvarz, Fühler und Beine rötliliclibraiui, dicht pimk- 
tirt, mit nicderlicgenden, grauen Hilrrhen ziemlich dicht be- 
kleidet. 

Kopf gross , wenig sehmiücr wie das Halsschild , Stirn 
kaum länger wie breit, der Länge nach schwach ausgehölt, 
die Augen etwas vorgequollen. Fühler von der Länge des 
Halsschildes, schwach gesägt, das dritte Glied so lang wie 
das vierte. Halsschild so lang wie breit, flach gewölbt, dicht 
punktirt, mit abgekürzter Mittelrinne, vorn fast gerade abge- 
stiitzt, die Vorderecken etwas niedergebogen, gerundet, Sei- 
tenränder ziemlich parallel , iiuf dem Rücken in der Mitte mit 
zwei, gleichweit unter sich wie vom Seitenrande entfernten 
Grübchen, Hinterdornen fast gerade. Leuchtfleckc nicht sehr 
gross, flach, punktirt, behaart, gelb, an der innern Wurzel 
der Hinterdornen am Hinterrande befindlich. Auf der Un- 
terseite scheinen die ganzen Hinterwinkel braunroth durch. 
Schildchen eirund, an der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde fast zwei und ein halbmal so lang wie das 
Halsschild, gewölbt, punktirt, punktirt -gestreift, die Seiten 
Ton der Mitte nach der gerundeten Spitze allmählich yerengt. 
Unterseite schwarz, dünn behaart, Beine röthlichbraun. 

Von P. flammiger, mit dem er bei dem ersten Anblick 
Aehnlichkeit besitzt, unterscheidet ihn ausser dem breiteren 
Kopfe und den mehr vorgequollenen Augen auch das flachere, 
an den Seiten nicht gerundete Halsschild. 

63. P. sc in tili ans. (Klug.) 
Brunnens, fusco - pubescens , antennis tibiis tarsisque ferrugi- 
neis, thorace subquadrato, antice subtruncato, elytris pun- 
ctato - striatis , apice rotundatis. Habitat in Bahia Brasi- 
liae. (Mus. Berol.) 

Er schliesst zunächst an P. Lampadion und retrospi- 
ciens an, aber der Kopf ist schon beträchtlich breiter, und 
die Vorderecken des Halsschildes sind noch weniger vor- 
stehend. 

6 Lin. lang, iVa Lin. breit, hellbraun, mit niederlie-. 



67 

geiulen , gelhgrancn Hiii'clien ziemlich diclit bekleidet, Fühler, 
Schienen nnd Tarsen heller braun. Kopf wenig schmäler als 
der Vorderrand des Halsschildes, Slirn etwas länger als ])reit, 
der Länge nach schwach ausgehölt, die Augen etwas vorge- 
quollen. Fühler fast von der Länge des Halsschildes, schwach 
gesägt, das dritte Glied so gross wie das \ierte. Halsschild 
fast so lang wie breit, etwas gewölbt, dicht puuklirt, vorn 
in der Mitte wenig vorgezogen , die Yorderecken niedergebo- 
gen, gerundet, Seitenränder zicmlicJi parallel, Hinterdornen 
etwas nach Aussen gewendet. Leuchtflecke ziemlich gross, 
gelb, einzeln punktirt, vor der Wurzel der Hinterdornen be- 
findlich , dem Hinterrande etwas näher als dem Seitenrande. 
Auf der Unterseite scheinen die ganzen Hinterwinkel braun- 
roth durch. Schildchen eirund, an der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde ziemlich zAvei und ein halbmal so lang wie 
das Halsschild , gewölbt, punktirt, punktirt -gestreift, die Sei- 
ten von der Mitte nach der gerundeten Spitze hin allmählich 
verschmälert. Unterseite dunkler braun, grau behaart, Beine 
braunroth mit dunkleren Schenkeln. 

64. P. lucidulus. (lilig.) 
Brunnens, fusco-pubescens, antennis pedibuscfue ferrugineis, 

thorace subquadrato, antice subtruncato, maculis vesicula- 

ribus niinoribus, elytris punctato-striatis, apice rotundatis. 

Illig. Mag. d. Berlin. Gesellsch. naturf. Fr. L 1807. p. 146. 

Nr. 5. E 1 a t e r 1 u c i d u l u s. Habitat in Peru. (Mus. Berol.) 
Dem P. scintillans sehr nahe verwandt, aber die Stirn 
tiefer ausgehölt, die Leuchtflecke kleiner, weiter nach hinten 
stehend, die Beine heller. 

6 Lin. lang, 2 Lin. breit, braun, mit niederliegenden 
gelblichgrauen Härchen ziemlich dicht bekleidet, Fühler und 
Beine braunroth. Kopf gross, so breit wie der Vorderrand 
des Halsschildes , Stirn der ganzen Länge nach ausgehölt, Au- 
gen wenig vorgecfuollen. Fühler ziemlich so lang wie das 
Halsschild, braunroth, schwach gesägt, das dritte Glied so 
gross wie das vierte. Halsschild so lang als breit, ziemlich 
flach gewölbt, dicht punktirt, am Vorderrande gerade abge- 
schnitten ohne vorragende Vorderecken, die Seiten fast pa- 
rallel, die Hinterdornen nur wenig nach Aussen gewendet. 

5* 



G8 

LcHclitflccke klein, kreisrmul, an der iniioni Wurzel der Hiii- 
terdoriicii nahe am Hintcrrantlc l)efiiulli(li , iinleu diircliscliei- 
nend. Der ganze Hinterwinkel in J)elriulitli( her Ansdehnnni? 
nach vorn scheint auf der Unterseite hrannrotli dnrch. Schild- 
chen eirund , an der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde z>Yei und ein liall)nial so lang wie das Hals- 
schild, flach gewölbt, dicht punktirt, punktirt -gestreift, be- 
haart, von der Mitte nach der al)gerundeten Spitze hin all- 
mählich \ersclimälert. Unterseite dunkler braun, behaart, 
Beine hell braunroth. 

65. P. lucernula. (Illig.) 
Fronte profunde excavata, fuscus, grisco-pubescens, anteu- 
nis pedibusque ferrugineis, thorace quadrato, antice trun- 
cato, dorso bifo\eato, nuicula vesiculari postica magna fla- 
va, elytris punctato-striatis, apice rotundatis. lilt'g. Mag. 
der Berlin. Gesellsch. iiaturf. Fr. I. 1807. p. 147. Nr. 7. 
Elaler lucernula. Habitat in Brasilia. (Mus. Berol.) 
4V2 — 5V2 Lin. lang, l'/^— l'/o Lin. breit, ziemlich 
die kleinste Art dieser Gattung, braun, mit gelblichgrauen, 
anliegenden Härchen ziemlich dicht bedeckt, Fühler und Beine 
heller. 

Kopf gross, fast so breit wie das Halsschild, mit vor- 
gequollenen , glänzend schwarzen Augen und der Länge nach 
tief ausgeholter Stirn. Fühler so lang wie das Halsschild, 
fein gesägt, das dritte Glied so lang wie das vierte. Hals- 
schild so lang wie breit, der Vorderrand gerade abgeschnit- 
ten, die Vorderecken niedergebogen, abgerundet, die Seiten 
parallel, Hinterdornen fast gerade. Die Oberfläche flach ge- 
wölbt, fein und dicht punktirt, mit Spuren einer eingedrück- 
ten Mittellinie und mit zwei eingedrückten Grübchen vor der 
Mitte. Leuchtflecke ziemlich gross, etwas gewölbt, am Rande 
punktirt, hellgelb, an der innern Wurzel der Hinterdornen 
am Hinterrande befindlich. Die Hinterwinkel sind bräunlich 
durchscheinend und bei einigen fliesst diese Farbe mit den 
Leuchtflecken selbst zusammen, auf der Unterseite ist das 
ganze Feld des Hinterwinkels gelblich durchscheinend. Schild- 
chen eirund, an der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde fast zwei und ein halbmal so lang wie das 



69 

Halsscliild, lein [)uiikliil, pmiktirt- gestreut, von der Mitte 
nach der geiundelen Spitze hin allniiUilich \creiigt, 

Sul)divisio III. Caput «lagnum exserlum, oculis ul- 
tra tlioracis niargineni anticum prosilicnlil)us. Thorax brevis, 
marghie antico in medio producto. Spec. 60 — ()9. 

(36. P. boops. (Klttg:) 
Piceo-niger, nitidus, giaber, anlcnnis pedibusquc rufis, ca- 
pite exserto , thorace anlitc producto , niacula postica flava, 
elytris punctato-strialis, apice rolundatis. Habitat in Bra- 
silia. (Mus. Berol.) 

7V4 Lin. lang, 2 Lin. breit, ))rauuschwarz , uni)ehaart, 
glänzend, Fühler und Beine roth. 

Kopf gross, ])eträchllich breiter als der Yorderrand des 
Halsschildes, Augeu halbkugelig, ganz vorgequollen, Stirn 
breiter als lang, etwas weitliuiftig punktirl, der Länge nach 
ausgehölt, vorn mit zwei seichten Läugseindrücken. Fühler 
ziemlich so lang als das Halsschild, uicht sehr tief gesägt, 
die Glieder an der Spitze mit einzelnen Härchen besetzt, das 
dritte Glied fast noch länger als das vierte. Halsschild hin- 
ten etwas breiler als lang, gewölbt, dicht und fein puuklirt, 
der Vorderrand stark vorgezogen, geruudet, Yorderecken nie- 
dergebogen, nicht vortretend, Seitenränder nach hinten etwas 
aus einander gehend. Hinterdornen nach Aussen gewendet. 
Leuchtflecke kreisrund, scharf begränzt, kaum gewölbt, am 
Rande punktirt, gell), dem Hinterrande näher als dem Seiten- 
rande. Auf der Unterseite ist der ganze Hinterwinkel in be- 
trächtlicher Yerbreitung nach vorn braunroth durchscheinend. 
Schildchen länglich rund, an der Wurzel abgestutzt. 

Deckschilde an der Wurzel etwas breiter und über drei- 
mal so lang wie das Halsschild , die Seiten bis unter die Mitte 
parallel und dann nach der Spitze hin gerundet, der Seiten- 
rand hinten stärker aufgeworfen, und in der dadurch gebil- 
deten Rinne mit einigen kleinen Beulen , die Punktstreifen tief, 
ihre Zwischenräume gewöll)t, fein und weitläuftig punktirt. 

Unterseite kastanienbraun, fein punktirt, mit gelblich- 
grauen, anliegenden Härchen dünn besetzt, Beine braunroth. 

67*. P. buphthalmus. (Klug.) 
Piceus, lusco-pubesceus, antennis pedibusque Icrrugincis, ca- 



70 

pite exserto, thorace autice producto, maciila postica fla- 
\a, elytiis bruiineis , punctato - striatis. Eschsch. Thon's 
Arch. II, p. 32. Pyrophorus buphtlialmiis. Habi- 
tat iu Brasilia. (Mus. Berol.) 

Von den verwaiidteii Arten dnrcli die feine, aus anlie- 
genden, gelblichgrauen Hilrclien bestehende Bekleidung un- 
terschieden, 7 — 8 Lin. lang, 2 Lin. breit. 

Kopf gross, beträchtlich breiter als der Vorderrand des 
Halsschildes, Augen halbkugelig, ganz \orgequollen, Stirn 
breiter als lang, stark und zerstreut punktirt, der Länge nach 
ausgeholt, yorn mit zwei seichten Längseindrücken, sclmarz, 
schwach behaart. Fühler so lang wie das Halsschild, braun- 
roth , wie bei P. boops gebaut. Halsschild hinten etwas brei- 
ter als lang, gewölbt, dicht und fein punktirt, schwach ge- 
rinnt, schwärzlichbraun, an den Hinterwinkeln heller braun, 
durch niederliegende, gelbliche Härchen nicht sehr dicht be- 
deckt, der Yorderrand stark vorgezogen, gerundet, die Vor- 
derecken niedergebogen, nicht \ortretend, Seitenränder etwas 
gerundet, doch nach yorn mehr yerschniälert als nach hinten, 
Hinterdornen stark nach Aussen gewendet. Im Mittelfelde fin- 
den sich bei einem Exemplare zwei Paar yon seichten Grüb- 
chen, welche dem andern fehlen. Leuchtflecke kreisrund, 
kaum gewölbt, am Rande punktirt, gelb, dem Hinterrande 
näher als dem Scitenrande. Auf der Unterseite ist der ganze 
Hinterwinkel in beträchtlicher Ausdehnung nach yorn braun- 
roth durchscheinend. Schildchen länglich rund , an der Wur- 
zel abgestutzt. 

Deckschilde an der Wurzel etwas breiter und über drei- 
mal so lang wie das Halsschild , licht kastanienbraun, der un- 
tergeschlagene Schulterrand noch lichter, die Seiten bis unter 
die Mitte parallel und dann nach der Spitze gerundet, die 
Punktstreifen fein, nach der Spitze hin tiefer, die Zwischen- 
räume dicht und fein punktirt, mit niederliegenden, gelblich- 
grauen Härchen dünn bekleidet, die Innern ander Spitze kno- 
tig verdickt. 

Unterseite kastanienbraun, fein punktirt, mit niederlie- 
genden, gelblichgrauen Härchen dünn besetzt, Beine braun- 
roth, die hintersten Schenkel braun. 



71 

HS. P. III i( rosp il US. (Kii/g.) 
Piceus, fusco -pilosiis, suhopacus, aiUeiiiiis pilosis pedibusque 
nilis, capite cxscrlo, liiorace aiitice producto, punctato, 
iiiacula parva postica flava, elytris oJ)soIetius punctato - 
striatis. Hal)itat in St. Catharina Brasiliae. (Mus. Berol.) 
Von P. buphtluilnuis durch die auirechtstehendeu Hilr- 
clien, behaarte Fühler und Tarsen und kleinere Leuchtllecke 
verschieden, sonst eben so lang und breit, und sehr ähnlich 
gebaut. 

Kopf gross, l)eträchtlich breiter als der Vorderrand des 
Halsschildes, Augen halbkugelig, ganz vorgequollen, Stirn 
breiter als lang, grob und ziemlich dicht punktirt, schwarz, 
mit braungclben, aufrechtstellenden Härchen einzeln besetzt. 
Auf der Wölbung jedes Auges zeigt das vorliegende Exem- 
plar ein eingestochenes Grübchen, das jedoch zufällig sein 
könnte. Fühler so lang wie das Halsschild, kaum gesägt, 
überall behaart, das dritte Glied so gross wie das vierte. 
Halsschild hinten merklich breiter wie lang, gewölbt, schwärz- 
lichbraun, dicht punktirt, mit aufrechtstehenden , gelblichbrau- 
nen Härchen nicht sehr dicht besetzt, undeutlich gerinnt, der 
Vorderrand stark vorgezogen, vorn gerundet, die Vorderek- 
ken niedergebogen, nicht vortretend , Seitenränder kaum merk- 
lich gerundet, nach vorn verschmälert, Hinterdoruen stark 
nach Aussen gewendet. Leuchtflecke klein, kreisrund, wenig 
erhaben, gelb, dem Seitenrande näher wie dem Hinterrande. 
Auf der Unterseite ist der ganze Hinterwinkel braunroth durch- 
scheinend. Schildchen länglich rund, an der Wurzel abgestutzt. 
Deckschilde kaum breiter, aber über dreimal so lang 
wie das Halsschild, flach gewölbt, kastanienbraun, fast matt, 
etwas seicht punktirt -gestreift, die Zwischenräume dicht punk- 
tirt und mit aufgerichteten, gelblichen Härchen besetzt, die 
Seiten his unterhali) der Mitte parallel und dann nach der 
Spitze hin gerundet. 

Unterseite kastanienbraun, punktirt, mit niederliegenden, 
gelblichen Härchen sparsam besetzt, Beine braunroth, die hin- 
tersten Schenkel braun, die Tarsen stark behaart. 

69*. P. raninus. (Eschsch.) 
Piceo-niger, nitidus,, fusco-subpilosus, antennis pilosis pedi- 



72 

busque fuscis, capitc exserto, llioiiice antice piodiicto, ni- 
goso-punclato, niacula paiva poslica llava, clytris ül)sole- 
tius punclato - strialis. Eschsch. Tlion Avch. II. pag. 32. 
Pyroplioriis rauinus. — Cuer. Duperr. Voyag. de la 
Coquille. Zool. Tom. II. pag. 69. Elater exophtlial- 
iiius. Habitat in Brasilia. (Mus. Berol.) 

Dem V. luitrospilus Aenvaudt, aber langer, 8 — 9 Liii. 
lang, sparsamer behart, glänzend, das Halsschild gröber punk- 
tirt, die Punkte zum Theil zusamnienstosscnd, die Farbe dunkler. 
Kopf gross, beträchtlich breiter als der Vorderrand des 
Halsschildes, Augen halbkugelig, ganz vorgequollen, Stirn 
breiter als lang, stark und zerstreut punktirt, der Länge nach 
ausgehölt, yorn mit zwei seichten Längseindr iicken, schwarz, 
einzeln behaart. Fühler so lang wie das Halsschild , kaum 
gesägt, lang jjchaart , das dritte Glied so lang wie das vierte. 
Halsschild hinten merklich länger als breit, gewölbt, schwärz- 
lichbraun, ziemlich grob und theilweise zusammenlliessend 
pnnktirt, mit gelblichbraunen, aufgerichteten Härchen ziemlich 
dünn besetzt, am Yorderrande vorgezogen und gerundet, Vor- 
derecken niedergebogen, nicht vortretend, die Seiten in der 
Mitte etwas gerundet und stark nach vorn verengt, Hinter- 
dornen nach Aussen gewendet. Ein Exemplar zeigt im Mit- 
telfelde zwei schwache Grübchen. Leuchtflecke klein, rund, 
wenig gewölbt , gelb , dem Hinterrande näher als dem Sciten- 
rande. Unten scheinen die ganzen Hinterwinkel rothbraun 
durch. Schildcheu länglich rund, an der Wurzel abgestutzt. 
Deckschilde kaum breiter, aber fast viermal so lang wie 
das Halsschild, flach gewölbt, schwärzlichbraun, glänzend, 
etwas seicht punktirt -gestreift, die Zwischenräume dicht und 
fein punktirt, mit kurzen, gelblichen, aufgerichteten Härchen 
dünn besetzt, die Seiten bis unterhalb der Mitte parallel, dann 
nach der Spitze hin verschmälert. 

Unterseite fein punktirt, dünn behaart, braunschwarz, 
glänzend. Beine dunkelbraun, Tarsen haarig. 



Ich gebe hier nachträglich noch die Beschreibungen ei- 
niger Pyrophoren, welche ich nicht in der Natur sah, und 



73 

von (ItMicii ich die Ahlliciluiiii , in Avelche sie gehören, nicht 
mit Sicherheit zu hestimmen Aeniiiig, 

1 ) P y r p h r u s e u c u j u s : brunueus , griseo - puhescens, 
thorace aiitiee niacula media nigra, postice utrinqiie maciila 
vesiculari flava. iJ/ow/^c/ Theatr. ins. p, 111. lltig. Mag. 
d. Berlin. Gesellsch. uaturf. Fr. I. 1807. p. 152. Elaler 
f'iK'ujus. Von der Grösse des P. nyclopliamis, vom Uau 
des P. luminosiis. In St. Domingo , aucli in Yirginien. Ich 
kann Mouffcrs Werk nicht vergleichen. 

2) P. lucifer: nigricans, thorace antice diaphano - luteo. 
Voct. Col. I. 116. 19. tal). 43. fig. 19. — liUg. Mag. 
d. Berl. Gesellsch. naturl. Fr. I. 1807. pag. 152. Klater 
lucifer. Das Vaterland unbekannt. 

Nach der Abbildung 872 Lin. lang, dunkelbraun, der 
Vorderrand des Halsschüdes durclischeinend gell), das Hals- 
scliild kurz und breit. Auch bei dieser Art muss ich, aus 
Mangel von Foc/'^Werk, mich darauf beschränken, die von 
lllfger mitgetheilten Nachrichten zu geben. 

3) P. lucifugus: brunneus, dcnse et minule punctatus pii- 
besrensque, antennis breviusculis, compressis, cum pedibus 
rufescenti- brunneis, thorace convexo, subquadrato, maculis 
duabus basalibus rotundis luminosis, elytris Isaud atlenua- 
tis. Cur/ü descr. of Capit. King's South Americ. Col. in 
the Transact. of Linn. Soc. Vol. XVIII. p. 197. Nro. 30. 
Pyrophorus lucifugus. 

9V2 Lin. lang, 273 Lin. breit. Braun, behaart, dicht 
und fein punktirt. Kopf nicht breit, Halsschild gewölbt, ziem- 
lidi viereckig, mit einem kreisrunden, gelben Flecke an jedem 
Hintevvvinkel , die hintern Ränder braunroth. Deckschilde sehr 
lang, an der Spitze gerundet, aber nicht verschmälert, mit 
braunen Härchen dicht bedeckt. Punktstreifen deutlich. Füh- 
ler fadenförmig, zusammengedrückt, nicht länger als das Hals- 
schild, hell röthlichbraun ; die Beine ebenfalls hell röthlich- 
braun. 

Von Gorrite. Die Breite der Deckschilde nach der Spi- 
tze hin unterscheiden ihn von P. luminosus. (Scheint dem 
P. perspicillatus verwandt zu sein.) 



1ä 

4) P. perspicax: castaneus, glaber, capilc miiuilo, lioiitc 
plana, suhiugosa; anteniiis thorace l)ie\ioiil)us; thorace sul)- 
quadrato , gibboso, lateribus rotiuuUito, angulis posticis acii- 
miiiatis, postice maculis duabus rotuiulatis, supra infraque 
flavis; elytris substriatis, elongatis, paiallclis, postice siib- 
dilatatis , corpore subtiis pedibusque riifo - castaneis. Giter. 
in Duperreij Voyage de la Coquille auloiir du monde. Zool. 
Tom. IL Paris 1 830. p. 69. Elater perspicax. Pro- 
pe Conception in Chili. 

T'/j Lin. lang, 2V4 Li»- breit. Unterscheidet sich \on 
den \erwandten Arten durch die nach hinten etwas breiter 
werdenden Deckschilde. Der Kopf sehr klein , Kopfschild brei- 
ter als lang , Stirn etwas runzelig. Halsschild doppelt so breit 
wie der Kopf, so lang wie breit, nach \orn etwas verschmä- 
lert, die Hinterecken als Dornen vorgezogen. Leuchtflecke 
gross, rund, den ganzen Hinterwiukel einnehmend und die 
Ränder berührend, unten durchscheinend. Deckschilde zwei 
und ein halbmal so laug wie breit, glänzend, kaum gestreift, 
gerandet, nach der Spitze hin etwas breiter und gerundet. 
Die Farbe überall ein röthliches Kastanienbraun. Das letzte 
Hinterleibsglied ist von dem vorhergehenden durch eine gelb- 
liche Membran getrennt. (Scheint dem P. Janus verwandt 
zu sein.) 

5) P. divergens: vesiculis rotuudis convexis ; thorace gib- 
bo, biimpresso, autice angustalo, angulis posticis extrorsum 
flexis. Eschsch. Thon's Arch. II. p. 32. Hal)itat ad St. 
Catharina Brasiliae. Long. 15 lin. 

Eschsclwltz stellt den Käfer neben seinen P. noctilucus 
(unsern P. nyctophanus) , von dem er sich durch kreisrunde 
Leuchtflecke und auswärts gerichtete Hinterdornen unterschei- 
den soll. Dejcan nimmt ihn als Abänderung von dem Käfer 
an, den er für Elat. noctilucus Fahr, hält, unter dem er 
aber, wie mich BnqueVs und Gort/'s Mittheilungen belehrten, 
P. nyctophanus und noctilucus begriff'. 

6) P. angusticoUis: thorace elongato, elytris angustiori, 
lateribus parallelis, forte punctato; elytris aperte punctu- 
latis, elongatis, apice acutis. Eschsch. ibid. Habitat ad 



73 

Rio Janeiro Brasiliae. Long. lO'^ ^i"- Vesiculae lateia- 
les tlioracis pilosae, 

Eschschollz liisst ihn auf V. acuminatus folgen. Ich 
wäre geneigt, ihn für P. lychniferus zu halten. 

7) P. quadricollis: thorace quadrato medio paullulum di- 
latato, latitudine elytrorum, forte puuctato, clytris aperte 
punctatis, haud attenuatis, apice ohtusiusculis. Vesiculae 
laterales pilosae. Eschsch. ibid. Hahitat ad Rio Janeiro 
Brasiliae. Long. 12 Lin. 

Die kurze Diagnose lässt sich auf keine der mir be- 
kannten Arten mit Sicherheit anwenden. 

8) P. canaliculatus: thorace quadrato, canaliculato , \e- 
siculis posticis , iiigro - brunueus , pilositate vix yisibili, 
Eschsch. ibid. Habitat ad St. Catharina Brasiliae. Long. 
12 lin. 

Sollte dies unser P. pyraustes sein? 

9) P. brevic Ollis: thorace transverso, antice angustiori, 
linea postica laevi, vesiciilis posticis. Eschsch. ibid. Ha- 
bitat ad Rio Janeiro Brasiliae. Long, ü lin. 

Ist yielleicht einerlei mit P. longipennis. 

10) P. carinatus: thorace transverso, antice latiori, vesi- 
culis posticis , linea media elevata. Eschsch. ibid. Habitat 
ad Rio Janeiro Brasiliae. Long. 5 lin. 

Möchte dem P. candelarius (ignitus Eschsch.) verwandt, 
aber doch eigenthümliche Art sein. 



VerzeicSiniiSS der Arten. 

(Die CMi'sii) gedrucJcten sind Synonime.) 



acHininatus E. 


Seite 31 


carinatus . 


Seite 75 


adumbratus N. 


27 


causticus K. 


36 


angusticollis E. 


74 


cincticollis N, 


44 


boops K. 


69 


cinerarius N. 


65 


brevicollis E. 


75 


clarus D. 


18 


buphthalinus K. 


69 


coecus N. 


40 


canaliculatus E. 


75 


comissator N. 


51 


candelarius K. 


59 


corrnscus D. 


36 


candens K. 


65 


corruscus M. 


32 



7<» 



cticnjus M. 
clilfiisns K. 
divergens E. 
exophthfthnus G, 
exstinctus ./. 
facifer K. 
fnx n. 
ilnmmcus D. 
llainmiger K. 
lorinosus N. 
foveolatus N. 
liilgidus D. 

fuMUS V. 

gemniiferus A'. 
Lebes iV. 
helvolus N. 
Janus H. 
iijniculus D. 
jgnifer K. 
ignigenus N. 
ignitus F. 
iynitus H. 
ignitus E. 
illuminans K. 
illumintttus ü. 
ituUcus H. 
indistinctus D. 
Joussdini D. 
Lainpadion J. 
Jampijrinus D. 
inlernitrius D. 
longipenßi» A\ 
lucens J. 
lucernula ./. 
lucidtilus ./. 
Incifer V. 
lucificus N. 
lucifiigus C. 
luciilentiis K. 
luininosus ./. 
lusciosus IV. 



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29 
39 



lycliiiileius D. 
microspilus K. 
minor V. 
nictitans J. 
noctilucus L. 
noctilucus J. 
nyctolampis N. 
nyctoplianus N. 
nyctopliilus A^. 
obsciiratiis K. 
observator N. 
ocellatns G. 
ornamentum C. 
paratlelo» N. 
pellucens E. 
perspicax G. 
perspicillatns K. 
pliosjjhorescens D. 
pliosplioreiis L. 
phosphorcus F. 
pfwsphorcus P. 
pliysoderus N. 
plagiophthalinus A^. 
pyralis K. 
pyraustes A^. 
pyroplianus J. 
pyropoecilus K. 
pyrotis K. 
pyrrhoderus N. 
quadricoUis E. 
raninus E. 
retrospiciens J. 
Salingcri H. 
scintillans K, 
scintilhms D, 
speculator J, 
spurius A^. 
strabiis A". 
tuberculifer E. 
vitticollis N. 



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15 
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60 



IL 

Die Arten der G«altuiig Chalcolepidius 
EscJisch, 



W. F. K r i c h s o n. 



So ansehnlifh sämmtliche Arten der Gattung Clialcolepi- 
(lius auch sind, so wenig sind die Schwierigiteiten ihrer Un- 
terscheidung überall gering, da bei einer grossen Ueberein- 
stimmnng in der Form, die Farl)e und selbst die Form der 
Bekleidung des Körpers und die Sculptur der Flügeldecken 
bedeutenden Abänderungen bei einzelnen Arten unterworfen 
sind. Ans diesem Grunde kann es \ielleicht einiges Interesse 
finden, wenn ich die mir bekannten und hier Yorliegenden 
Arten einer ReTision unterwerfe. 

Die in der hiesigen Königl. Sammlung zur Zeit enthal- 
tenen 13 Arten lassen sich in 3 Gruppen theilen. 

Die erste, 10 Arten umfassende hat die Fühler ziemlich 
kurz, gesägt, das dritte Glied reichlich so lang als die fol- 
genden, das Schildchen \orn zweispitzig. 

Die zweite hat die Fühler schmal, schwach gesägt, das 
dritte Glied nicht länger als die folgenden; das Schildchen 
vorn stumpf gerundet. 

Die dritte hat die Fühler ziemlich lang, zusammenge- 
drückt, sehr stark gesägt, das dritte Glied kleiner als die 
folgenden , an der Spitze mit einem starken Sägezahn. Das 
Schildchen ist bei der einen Art vorn zweispitzig, bei der an- 
dern stumpf gerundet. 

Bei der ersten Abtheilung macheu sich die Männchen 



78 

durch lange zweizeilige Wimpeiliaare an der Innenseite der 
vorderen Schienen und der Unterseite sänimtlicher Klauenglie- 
der sehr hemerkhar, -»velclie Auszeichnung den Männchen der 
dritten Abtheilung fehlt. (Von der zweiten Ahtheilung liegt 
mir ein weihliches Exemplar \or.) In der ganzen Gattung 
haben die Männchen das letzte untere Hinterleibssegment ein- 
fach abgerundet, die Weibchen dasselbe abgestutzt und mit 
einer Bürste von schwarzen Haaren begranzt. Die Männchen 
sind verhältnissmässig selten. 



1. Ch. porcatus. 

Diese in Brasilien und Surinam häufige Art ändert viel- 
fach ab, nämlich: 

A) in der Sculptur der Flügeldecken , indem 

a) zehn, paarweise etwas genäherte Punktstreifen vorhan- 
den sind, wodurch die Zwischenräume abwechselnd brei- 
ter lind schmäler werden. 

b) die breiteren Zwischenräume sich zu Rippen erheben, 
welche mehr oder weniger stiirk hervortreten, immer 
aber vorn den Anfang einer Rippe, als den Anfang der 
schmäleren Zwischenräume zwischen sich haben. 

Alles, was vertieft ist, ist mit Haaren, was hervortritt 
mit Schüppchen bekleidet, daher bei Exemplaren mit 
gleichmässigen Zwischenräumen nur die Punktstreifen, bei 
solchen mit vortretenden Rippen die ganzen breiten Fur- 
chen mit Haarfilze ausgefüllt sind. 
Es sind so allmähliche Uebergänge zwischen den beiden 
extremen Formen vorhanden, dass man dem Gedanken, ver- 
schiedene Arten je nach der verschiedenen Bildung der Flü- 
geldecken vor sich zu haben, keinen Raum geben darf. 

B) In der Färbung. Hier sind 3 Hauptabänderungen zu un- 
terscheiden , welche man gewöhnlich als eben so viel Arten 
betrachtet : 

1) mit gelbraunen , zuweilen ins Olivengrüne , häufig auch, 
namentlich auf dem Halsschilde ins Kupferröthliche zie- 
hender Färbung der Körperbekleidung. Dies ist 
Elater porcatus Linn. Syst. Nat. I. IL 652. 6. 



79 

2) Mit mclii" oder iiiiiidcv lebhaft grüner Färbung der KOv- 

pcrhekleidung. Dies ist 
Elater vircns Fab. Syst El. II. 226. 29. Oliv. Eni. II. 
31. 15. 12. t. 2. f. 19. t. 5. f. 55. SchönJi. Syn. III. 
276. 56. 

Entweder ist das ganze Toment grün, oder es finden 
sich auf den Flügeldecken , indem die Hiirchen in den Punkt- 
streifen weiss sind, feine weisse Streifen. Solche Eemplare 
machen den Uebergang zu 

3j solchen, bei welchen die Flügeldecken weiss, mit schwar- 
zen, grün beschuppten Rippen sind. Dies ist 
Elater strlatus Linn. Syst. Nat. I. II. 652. 8. Olh>. 
Ent. II. 31. 14. 11. t. 1. f. 2. Herbst Käf. IX. 340. 
15. tab. 158. f. 9. — Elater p orcatus Fab. Syst. 
El. IL 225. 26. 

Gewöhnlich ist die Färbung des Körpers wie bei 2 (EI. 
virens F.). Ich habe auch ein Exemplar vor mir, welches bis 
auf die schneeweissen , yon schmalen, schwarzen, bräunlich 
bestaubten Rippen durchzogenen Flügeldecken der ersten Ab- 
änderung (El. porcatus L.) gleich ist. 

In der Regel ist das Halsschild einfcirl)ig; bei einem 
Exemplar der Samnihing findet sich indess innerhalb des Sei- 
tenrandes etwas Weiss , bei einem zweiten sind die Seiten des 
Halsschildes innerhalb des Randes hinten ziemlich breit, nach 
vorn allmählich schmäler werdend, bis über die Mitte hinauf 
mit demsel])en gelblich - weissem Filz bekleidet, der sich in 
den Streifen der Flügeldecken findet. (Vom Ch. limbatus, mit 
dem dies Ex. auf den ersten Anblick die grösste Uebereiu- 
stimmung hat, weicht dies Ex. darin ab, dass weder das Hals- 
schild noch die Flügeldecken den vollständigen Seitenrand ha- 
ben, der sich dort beständig findet.) 

Das Männchen gleicht dem Weibchen, nur ist das Hals- 
schild an den Seiten etwas weniger gerundet. Die Haare au 
der Innenseite der vorderen Schienen und der Klauen sind 
ziemlich dünn. Ch. striatus Escfisch. (Thon Arch. II. I. 
S. 33.) ist ein solches Männchen der Abänderung 3. 

Die Abänderung 2 (F^l. virens F.) ist auch von la Gnayra 
von Ed. Otto eingesandt und in den Cinchonenwäldern vöq 



so 

Peru (auf (l(Mii Ostahluuioc der Aiulcs) von P/ii/t'ppi «clim- 
(lea worden. 

2. eil. limhalns. KscJisch. Tlion Arch. II. I. S. 33. Elalcr 
porcatus Oüv. II. 31. U. 10. t. 7. f. 74. Herbst Kaf. 
IX. 323. 3. l. 157. f. 3. Drurj/ Ins. Ex. III. 70. 0. 
t. 47. f. 6. 

Die Zeichnung und die Anordnung der Flügeldecken ist 
hei dieser Art zicuilitli beständig, die Streifen auf den letz- 
teren sind nämlich paarweise mehr oder weniger genähert; 
die breiteren Zwischenräume nur selten stärker erhaben , in- 
dess zuweilen doch so , dass die kleinereu Zwischenräume fast 
verschwinden. Die Färbung ändert in höherem Grade ab: 
der Körper ist nämlich bald mit mehr grünen, bald mit mehr 
kupferröthlichen oder bräunlichen Schüppchen bekleidet, und 
die Streifen (1er Flügeldecken, so wie eine breite Längsbinde 
innerhalb des Seitenrandes des Halsschildes und die Seiten der 
Flügeldecken sind bald dunkel röthlich-gelb, bald Aveisslich- 
gelb, bald rein weiss. 

Exemplare mit grünen Schüppchen und weissen Zeich- 
nungen sind : 

Elater slr latus Fab. Syst. E. II. 226. 28. 

Bei allen weiblichen Exemplaren der Sammlnng ist das 
Halsschild sehr flach gewölbt. Durch zahlreiche narbige Punkte 
etwas gerunzelt, meist auch mit einer schwachen erhabenen 
Längslinie. Bei einem männlichen Exemplare ist es , wie ge- 
wöhnlich, an den Seiten weniger gerundet, dabei gewölbter 
und die narbigen Punkte fehlen. Bei der sonstigen vollkom- 
mensten Uebereinstimmung möchte ich diesen Käfer für das 
Männchen des Ch. limbatus Eschsch. haiton. Er ist grün be- 
schuppt, und der Filz an den Seiten des Halsschildes und der 
Flügeldecken und in den Streifen der letzteren ist röthlich- 
gelb. Die Haare an der Innenseite der vorderen Schienen 
und der Klauengliedcr sind dicht und lang. 

Diese Art ist ebenfalls in Südamerika sehr verbreitet. 
Sie findet sich häufig in Brasilien und auch in Columbien. 
Exemplare aus Columbien, von der Färbung, wie sie das 
oben beschriebene Männchen hat, sind der El. Brullei Dej. 



81 

3. Ch. zonalns, Eschsch. Tlion Archiv. II. I. S. 32. und 
Ch. Smaragd Ullis Thou Arch. II. I. S. 33. 

Vom Ch. limbatus uutcrsrhicdcu durch etwas gestreck- 
tere Gestalt, die etwas mehr vorgezogenen Hinterwinkel des 
Halsscliildes, etwas weniger hreiten Saum und andere Strei- 
fung der Flügeldecken. Diese haben nämlich jede, ausser 
dem Seitenrande, drei Furchen, von denen jede ans zwei 
genäherten und häufig vereinigten Streifen besteht, deren 
Trennung gewohnlich noch durch eine feine Linie angedeutet 
bleibt, und von denen die beiden inneren Paare an der Basis 
einen breiteren, ebenso stark als die breiten Interstiticn, vor- 
tretenden ZAvischenraum haben. Die Streifen und Seilen der 
Flügeldecken und die Scitenbinden des Halsschildes sind mit 
schneeweissem Filze bekleidet, der übrige Körper ist entwe- 
der mit sclion smaragdgrünen oder mit kupferbraunen Schüpp- 
chen bekleidet. 

Ch. zonatus Eschsch. kt ein Exemplar mit kupftigen 
Schüppchen und paarweise zusammenfliessenden Streifen der 
Flügeldecken, Ch. smaragdulus desselben ein solches mit 
smaragdgrünen Schüppchen und nur genäherten , mit vollstän- 
dig vereinigten Streifen auf den Flügeldecken. 

4. Ch. Lafargi. Cheir. Col. du Mexiq. YIII. 196. 

Eine durch ihre Gestalt sclir ausgezeichnete Art. Die 
Seiten])inde des Halsschildes und der Flügeldecken ist ])ald 
■weiss, bald gelb. Die erste Abänderung ist Ch. Lafargi Chevr., 
die zweite vielleicht Ch. Eschscholtzii Chevr. Col. du Mex. 
Heft I. 

5. Ch. sulcatus Eschsch. Thon Arch. IL L S. 32.— Elater 
sulcatus Eab. Syst. El. IL 226. 27. Oliv. Ent. IL 3i. 
13. 9. t. 2. f. 10. 

Das Ex. der hiesigen Sammlung ist nur 15 Lin. lang. 
Die Unterseite des Körpers und Kopf und Halsschild sind mit 
braunen, kupfrig glänzenden Schüppchen bedeckt. Das Hals- 
schild hat an den Seiten weissen Filz, der an der Basis Yj 
der Breite einnehmend, schnell verschmälert, nicht ganz bis 
zur Spitze sich hinzieht. Der Seitenrand ist breiter und stär- 
ker aufgeworfen , der Rücken flacher als bei den übrigen Ar- 
(3. Band 1. Heft.) 6 



82 

teil. Die Fliigehleckeii sind mit sclineeweissem Filz l)e(letkt, 
welcher nur auf den 3 erhabenen Rippen fehlt. 
6. Ch. Herhstii: Niger, albo-tomentosus, elytris costis tri- 
bus iiigris. Elater sulcatus Herbst Kilf. IX. 326. 5. 
t. 157. f. «. 

Von der Gestalt des Ch. zonatus und dem kleinen Ex. 
desselben an Grösse gleich, 13 Lin. lang, schwarz, mit dich- 
tem, gelblichweissem, feinem Filz bekleidet. Die Fühler sind 
beim Milnnchen fast so lang, beim Weibchen -/a so lang als 
das Halssohild, schwarz, mit weissfilzigem ersten Gliede. Die 
Stirn ist schwach vertieft, der Theil des Kopfes olteihalb des 
Stirnrandes weissfilzig, der unterlialb dessellien mit dem Munde 
schwarz. Das Halsschild ist reichlich so lang als vor den Hin- 
terwinkeln breit, nach vorn etwas verengt, an den Seiten ge- 
rade, nur nahe den Vorderwinkeln etwas, und zwar beim 
Weibchen etwas mehr, als beim Männchen gerundet, wenig 
gewölbt, bis auf die äusseren Kanten dicht befilzt, auf der 
Mitte des Rückens hilufig etwas abgerieben, unter dem Filze 
dicht und fein punktirt, ausserdem einzeln mit etwas gröbern 
Punkten besäet. Die Flügeldecken sind doppelt so lang als 
das Halsschild, dicht befilzt, mit drei erhabenen, glatten, 
schwarzen Längsrippen; die Naht und zwei Anfänge von er- 
habenen Streifen an der Basis der Flügeldecken, auf beiden 
Seiten der ersten Rippe sind schwächer erhaben , jene so glatt 
als die Rippen , diese kaum aus dem Filze hervortretend. Die 
Unterseite ist dicht befilzt, in der Mitte der Länge nach glatt, 
wie abgerieben. Die Schenkel sind dicht, die Schienen dünn 
weisslich befilzt, die Füsse ganz schwarz. 

Beim Männchen sind die Vorderschienen an der inneren 
Seite \ind alle letzten Fussglieder auf der unteren Seite zwei- 
zeilig schwarz behaart. 
Aus Südamerika. 
7. Ch. approximatus: Niger, olivaceo - squamosus, thoracis 
vittis lateralibus , elytrorum striis tribus dorsalibus sulcoqiie 
laterali geminatis albo-tomentosis. 

Dem Ch. zonatus sehr ähnlich, und hauptsächlich da- 
durch unterschieden, dass die Hinterecken des Halsschildes 
weniger vorgezogen, und der weisse Seitenrand der Flügeide- 



89 

ckcn diircli eine crliahcnc Linie in zwei weisse Furdieii getheilt 
ist. Der Körper ist 13 — 17 Linien lang;, mit olivenbrauncn, 
metallisch schimmernden Schüppchen bekleidet. Das Halsschild 
hat zu jeder Seite eine breite, nach yorn verschmälerte weisse 
Liln^sbinde. Die Flügeldecken haben jede auf dem Rücken 
drei Paar genäherter, weiss hefilzter Streifen, deren Zwi- 
schenraum zuweilen yerschwindet, beiden ])ciden inneren aber 
immer an der Basis erweitert ist, so dass er hier so breit ist 
als die breiteren Interstitien, und an den Seiten zwei breitere, 
ebenfalls genäherte, durch einen schmalen erhabenen Zwi- 
schenraum gelrennte, ebenfalls weiss befilzte Furchen. 

Beim Mannchen zeigen nur die Vorderschienen an der 
Innenseite längere Haare, an den Mittelschienen und den 
Klauengliedern sind sie yermuthlich bei dem einzigen, Ton 
diesem Geschlechte yorliegenden Exemplare \erloren gegangen. 

Aus Mexico. 

8. Ch. Fabricii: Niger, olivaceo- squamosus, thorace pun- 
ctato - subrugoso , leyiter cariiuito , elytris striatis , limbo 
exteriore cinnaberino - tomentoso. 

Von der Gestalt des Ch. porcatus, 14—16 Lin. lang, 
schwarz, mit olivengrünen Schüppchen bekleidet. Die Füh- 
ler sind vom vierten Gliede an schwarz. Die Stirn ist etwas 
ausgehölt, dicht und fein, nur wcilläuftig etwas stärker pun- 
ktirt. Das Halsschild ist etwas länger als breit, nach vorn 
sanft verengt, an den Seiten , besonders nach vorn etwas ge- 
rundet, ziemlich flach, durch schwach vertiefte, aber ziemlich 
grosse und oft zusammenfliessende Punkte etwas runzlig , mit 
einer schwach erhabenen , schmalen , hinten gespaltenen und 
verflächten Läiigslinie. Die Flügeldecken sind doppelt so lang 
als das Halsscliild , stark gestreift, die Streifen zuweilen paar- 
weise etwas genähert; am Seitenrtande haben sie eine gelb- 
rothe Längsbinde. 

Von St. Fe de Bogota. 

9. Ch. sericeus: Niger, squamulis confertissimis fusco-ci- 
nereis, sericeo - micantibus , obductus, elytris striatis, inter- 
stitiis alternis subelevatis. 

Dem Ch. porcatus ähnlich, aber etwas gedrungener, 
13 — 15 Lin. lang, mit gleichmässigem, aus dichten bräun- 

6* 



81 

lieh- grauen Sclitippdicii iicbildctom, seidenarti» schitiniicrndcm 
Ueberznge Yollstäiidig bekleidet, bis auf die Fühler, die Füssc, 
die Scitcnkanten des Halssrhildcs und einen schmalen Lilngs- 
slrcif auf der Unterseite des Körpers. Die Fühler haben ei- 
nen stahlblauen Schiller. Das Halsschild ist nicht glcichmils- 
sig gewölbt, sondern auf dem Rücken der schwachen Wöl- 
bung gleichsam der Länge nach nachgedruckt. Die Flügel- 
decken sind IV4 nial (beim Ch. porcatus sind sie beinahe 
2 mal so lang) als das Halsschild , gestreift , die Streifen paar- 
weise etwas genähert, die breiteren Zwischenrilunie etwas star- 
ker als die schmaleren erhaben. 

Von la Guayra. 
10. Ch. pruinosus: Niger, squamulis glaucis obductus, cly- 

tris striatis, striis per paria approximatis, interstitiis alter- 

nis ele\atioribus. 

Dem Ch. porcatus verwandt, aber schmäler, mehr gleich- 
breit und auf dem vorderen Theile der Flügeldecken gewölb- 
ter, 14 Linien lang, schwarz, mit glcichmässigen , graulich - 
blauen Schüppchen dicht bekleidet, von denen nur der Mund, 
die Fühler, die Füsse, die Seitenkanten des Halsschildes und 
eine schmale Linie an der Unterseite des Leibes frei bleiben. 
Die Fühler haben einen schwachen bläulichen Schimmer. Das 
Halsschild ist etwas länger als vor den Hinterwinkeln breit, 
sehr flach gewölbt, mit sciriiten, mehr oder weniger in Längs- 
runzeln zusammenlliessendcn narbigen Punkten. Die Hinter- 
ecken sind bei weitem nicht so ausgezogen als beim Ch. por- 
catus. Die Flügeldecken sind besonders nach vorn gewölb- 
ter als das Halsschild , reichlich zweimal so laug als dasselbe, 
gestreift, die Streifen paarweise genähert, die breiteren Zwi- 
schenräume stärker als die andern erhaben. 
Aus Mexico. 

* ♦ 

11. (jh. procerus: Niger, fcrrngineo - tomentosus , elytris 
tcstaceis, striatis, interstitiis alternis nigro-squamulosis. 
Durch längere, schlankere Fühler, nach vorn weniger 
verengtes Halsschild imd die Farbe der Flügeldecken von den 
übrigen Arten abweichend, 19 Lin. lang, tief und glänzend 
schwarz. Die Fühler sind etwa V4 so lang als das Halsschild» 



85 

sclimal, die einzelnen Glieder länger als hreit, sclivrach ge- 
sägt. Die Slirn ist kaum verlieft, dicht mit rostgelbem Filz 
hedeckt. Das Halsstliild ist reichlich so lang als Tor den 
Hinlerwinkeln breit, nach Yorii wenig verschmälert, au den 
Seilen gerade, nur au den Yordereckeu gerundet, ziemlich 
llach, sehr dicht und äusserst fein punktirt, ausserdem mit ein- 
zelneu , etwas grosseren Punkten besäet , mit dichtem, rostgel- 
l)em Filz überzogen , der nur die Aussenkante und einen brei- 
t(^reu Läugsstreif auf der Milte frei lässt; der letztere ist aber 
vielleicht erst durch Al)reil)eu des Filzes eutstandcu. Die Hiu- 
terwinkel des Halsschildes sind wenig ausgezogen. Das Schild- 
chen ist schwarz, mit rostgelbem Filze. Die Flügeldecken 
sind etwas mehr als zweimal so lang als das Halsschild, pun- 
ktirt -gestreift, die Zwischenräume sind zwar alle gewölbt, doch 
abwechselnd etwas breiter und stärker erhal)eu; sie sind geU)- 
lich rothbrauu, mit schwarzer Naht und Aussenkante, rost- 
gelb, auf den erhabeneren Zwischenräumen schwarz befilzt. 
Die Unterseite ist rostgelb befilzt, in der Mitte der Länge 
nach glatt, wie al)gerieben. 

Bei der tiefen Schwärze des übrigen Korpers scheint 
die Farbe der Flügeldecken nicht durch unvollendete Eutwik- 
kelung bedingt, sondern dem Käfer eigenthümlich zu sein. 

Aus Mexico. Vom Prof. Apelz in Altenburg mitgetheilt. 



12. Ch. prasinus: Niger, viridi- squamosus, thorace elon- 
gato, elytris punctato - striatis. 

Dem kleinsten Ex. des Ch. porcatus au Länge gleich, 
aber viel schmäler, 12 Lin. lang, schwarz, auf dem Körper 
überall mit grünen Schüppchen gleichraässig und dicht über- 
zogen. Au den Fühlern sind die drei ersten Glieder fein grün 
beschuppt. Das Halsschild ist fast um die Hälfte länger als breit, 
gleich breit, au den Seiten gerade, nur ganz vorn abgerundet, 
massig gewölbt , fein und ziemlich dicht punktirt ; die Hinter- 
ecken sind sehr wenig ausgezogen. Das Schildcheu ist vorn 
zweispitzig. Die Flügeldecken sind P/* mal so lang als das 
Halsschild, nach der Spitze hin wenig verschmälert, regel- 
mässig und in gleichen Abständen punktirt -gestreift, dicZwi- 



8G 

scheiirlUime flach. Auf der Unterseite ist [der Körper der Lilnge 
nach glatt, wie abgerieben. 

Ein Weibchen. Aus Brasilien. 
13. Ch. attenuatus: Niger, fusco - squamosus, thorace eloii- 
gato, elytris punctato -striatis. 

Von der langgestreckten Gestalt des vorigen, aber von 
anderer Form , indem die Flügeldecken nach hinten stärker 
verschmälert und mehr yerflächt sind ; auch sind die Hinter- 
ecken des Halsschildes spitzer und etwas nach aussen gebo- 
gen. Der Käfer ist 12 Linien lang, schwarz, mit braunen 
Schüppchen gleichmässig und dicht bekleidet. Die Fühler 
sind schwarz. Die Stirn ist dreieckig eingedrückt. Das Hals- 
schild ist um die Hälfte länger als Tor den Hinterecken breit, 
nach Torn in geringem Grade verschmälert , an den Seiten fast 
gerade , nur an den Vorderecken ein wenig gerundet , sanft 
gewölbt, unter seiner Bekleidung dicht und fein punktirt; die 
Hintcrwinkel spitz und etwas nach aussen gebogen. Das Schild- 
chen ist vorn stumpf gerundet. Die Flügeldecken sind IV3 
mal so liing als das Halsschild, nach der Spitze hin schon 
von der Basis an allmählich verschmälert, regelmässig pun- 
ktirt -gestreift, mit flachgewölbten Zwischenräumen. 

Ein Männchen. Aus Mexico. 



Ausserdem sind noch folgende Arten dieser Gattung be- 
schrieben, welche alle der ersten Abtheilung anzugehören 
scheinen. 

14. Ch. Desmarestii: Latus, flavo-cervinus, magnitudine 
El. sulcati Fah. Antennis cyaneis. Thorace latitudine lon- 
gitudinis, vitta dorsali, cum limbo marginis, nigris. In 
elytris octo costis, sutura margineque nigris. — Long. 40 
mill. — CJieir. Col. du Mexiq. VHL 195. 

15. Ch. Silberraanni: Murinus, affinis El. virenti Oliv. 
Antennis cyaneis. Elytris cum 8 costis integris (12 basa- 
libus). Medio corporis subtus atro-nitido. — Long. 21 — 
30 mill. — Chevr. Col. du Mexiq. VIII. 197. 

16. Ch. obscurus: Noir, corselet couvert d'une pubescence 
soyeuse et dun brun un peu dore; elytres avec des fortes 
cötes longitudinales hiisantes, les intervalles fortement pon- 



87 

etiles et ternes. — Long. 15. 1. — Guadeloupe. — La- 
porte Silberm. Rev. IV. 13. 1. 

17. eil. aequiuoctialis: Ua peu allonge, entieremeat 
couYcrt d'ua duvet soyeiix, d'un gris cliataiu clair, elytres 
avec des cotes d'un noir lisse. — Long. 15 1. — Mexique 
et ColuDih. — Laporte Silberm. Rev. IV. 13. 2. 

18. eil. Mexicanns: Couvert d'un duvet farineux etblanc; 
tele, devant et niilieu du corselet d'un gris vert, elytres 
avec des cötes longitudinales etroites et de menie couleur; 
dessous du corps et pattes parsemes d'un duvet Manc; nii- 
lieu du dessous du thorax et de rabdomen noir. — Long. 
15 1. — Mexique. — Laporte Silberm. Rev. IV. 13. 3. 



III. 

U e b e r 

die Elatereii mit kammförmig gezähnten 
Krallen , 

T O II 

W. F. G r i c b s o n. 



aLs sind in den bisherigen Beiträgen dieser Blätter zur Bear- 
beitung der Elateren sclion zweimal Mitglieder der Familie 
mit kammförmig gezähnten Klauen \orgekomnien, nämlich 
Bd. I, S. 235 die Gattung Synaptus Eschsch., mit einem 
grossen Hautlappen am dritten Fussgliede, und Bd. IL S. 328 
einige Arten der durch fehlenden oder abgestutzten Bruststa- 
chel ausgezeichneten Gatt. C ardiophorus, welche letztere 
wahrscheinlich der Gatt. Aptopus Eschsch. entsprechen. Es 
bleiben noch drei Gattungen zu berücksichtigen übrig, näm- 
lich Cratonychus Dej. (Melanotus Eschsch.), Perothops 
•öt;;. und Adrastus Eschsch., die letztere zwar you Esch- 
scholiz als eine solche mit einfachen Klauen, you LalreiUe 
aber in den Ann. d. 1. Soc. Ent. de France mit YoUem Rechte 
als gezähnelte Klauen habend betrachtet. Dass die Zusam- 
menstellung der drei folgenden Gattungen keine natürliche sei, 
braucht nicht nachgewiesen zu werden , es kommt aber zur 
Zeit nicht darauf an , eine naturgemässe Reihenfolge der Ela- 
teren zu entwerfen, sondern die Yerschiedenen Formen ken- 
nen zu lernen. Cratonychus ist durch die dahin gehören- 
den, allgemein bekannten Arten eben so leicht kenntlich, ent- 
fernt sich nicht wesentlich Yoni Typus der Elateren und ist 
in diesem Betracht durch die Form seiner Klauen schon hin- 



89 

reiclieiul (liaraktci'islrl. Perotliops dagegen weicht sehr 
von der gewöhnlichen Form der Ehileren ab, tlieils durch 
die Fühler, welche nahe an einander stehen, theils durch 
die Mundtheile , vorzüglich durch die vom erweiterten Kopf- 
schilde überdeckte Lefze, die schmale, zwei spitze Läppchen 
bildende Zunge, und die starken, einfach zugespitzten Mandi- 
beln, welche an die der Cebrionen erinnern, während auf der 
anderen Seite die Endglieder der Taster die den eigentlichen 
Elateren zukommende Gestalt haben. Adrastus endlich ent- 
fernt sich bei aller äusseren Uebereinstimmung mit Dolopius 
durch seine zugespitzten Taster \on den übrigen Elateren, 
und bildet eine der am schärfsten geschiedenen Gattungen, iu 
welcher es Arten mit einfachen Füssen und solche mit einem 
kleinen Hautläppchen am vierten Gliede derselben giebt: letz- 
tere vielleicht die mir sonst unbekannte Gattung Ethesopus 
Eschscholtz bildend. 



Cratoiiyelius Dej. 
Melanotus Eschsch., Periniecus Dillw. Kirbjj. 

Kopf massig gross, mit grossen, kugelförmigen Augen, 
und scharfem , mehr oder weniger stark vortretendem Vorder- 
raude der Stirn. Mandibeln vor der Spitze einmal gezahnt. 
Zunge häutig, in der Mitte ausgebuchtet, in der Mitte der 
Ausbuchtung eine kleine vorspringende, behaarte Spitze. Ta- 
ster mit beilförmigem Endgliede. Fühler 11 gliedrig, ge- 
wöhnlich schwach gesägt. Das zweite und dritte Glied klei- 
ner als die übrigen. 

Halsschild mit massig kurzen, gekielten Dornen der 
Hinterecken. Prosternum nach vorn vortretend, abgerundet, 
die Unterseite des Kopfes vollständig deckend; hinten mit 
ziemlich langem Bruststachel. 

S c h i 1 d c h e n länglich. 

Schenkeldecken nach aussen allmählich verschmälert. 

Beine mit einfachen Füssen und karamförmig gezähn- 
ten Klauen. 

Die Larven leben im Holze. Die Gattung verbreitet 
sich zwar weit, scheint aber in den Tropen der westlichen 



90 

Erdliälfte, wie in der geniilssigteii südlichen Zone zu fehlen, 
wenigstens sind mir keine Arten Ton Nenholhind, vom Cap 
und aus Südamerika bekannt. Europa und Nordamerika sind 
besonders reich, und besitzen beide einige sehr häufige Arten. 
Eine, Cr. castanipes, ist beiden Erdtheilen gemein. 

Die Geschlechtsunterschiede sind zuweilen sehr bedeu- 
tend, besonders wenn das Halsschild beim Mlinnchen aulfal- 
lend schmäler ist «als beim Weibchen. Ausserdem unterschei- 
den sich die Geschlechter in der Grosse ( die Männchen sind 
dann um die Hälfte, selbst um das Doppelte kleiner als die 
Weibchen) und in den Fühlern, welche fast überall beim 
Männchen länger und stärker sind. Bei vielen Arten haben 
die Fühler auch eine verschiedene Behaarung, woran sich die 
beiden Geschlechter, bei sonst zuweilen unmerklichen Unter- 
schieden, wohl erkennen lassen. 

1. Cr. niger: Antennis siibtilitcr pubescentibus, coiivexus, 
niger , tenuiter griseo - pubescens , thorace coleopterorura 
latitudine, brevi, confertissime fortius punctato, antice sub- 
tiliter carinato. — Elater niger i^aÄ. Syst. El. II. 227. 
35. — Panz. Faun. Germ. 106. 16. — Schönh. Syn. HI. 
278. 72. — Elater at er rimus Oliv. Ent. II. 31. 28. 
33. t. 5. f. 53. — Herbst Käf. X. 43. 50. t. 161. f. 12. 
Schwarz , mit schwachem Bleiglanze , durch eine ziem- 
lich dünne, feine Behaarung ein wenig greis, b^/^ bis über 
6V2 Lin. lang, sowohl auf dem Halsschilde als auf den j'lü- 
geldecken stärker gewölbt, und dadurch dicker als die übri- 
gen Arten. Die Fühler sind beim Weibchen von der Länge 
des Halsschildes, beim Männchen fast von der Länge des Ko- 
pfes und Halsschildes, schwarz, mit feiner, kurzer Pubescens. 
Die Stirn ist eben , stark und möglichst dicht punktirt, vorn 
scharf gerandct. Die Taster sind pechbraun. Das Halsschild 
ist an der Basis ein wenig breiter als lang, beim Männchen 
an den Seiten sehr wenig, beim Weibchen namentlich in der 
Mitte ziemlich stark gerundet, gewölbt, stark und möglichst 
dicht punktirt, mit einer feinen erhabenen Längslinie, welche 
zwar nach hinten gewöhnlich erlischt, dagegen vorn immer 
deutlich ist. Das Schildchen ist fein punktirt. Die Flügel- 
decken sind dreimal so lang als das Halsschild, nach hinten 



in 

sanft verengt, heim Weil>chen liiiiter der Mitte ein vfcin^ baii- 
tliig, an der Spitze genieinscliaftlich geiiindct, namentlich 
beim Weibchen gewöll)t, punklirt- gestreift, die Streifen nach 
der Spitze liin etwas tiefer, die Zwischenränme deutli(h pun- 
ktirt, selir schwach quer gerunzelt. Die Beine sind schwarz, 
die Schienen und Fiisse zuweilen rotlibraun. 

In Deutschland. Bei Berlin häufig. 
2. Cr. brunnipes: Antennis subtiliter pubesccntibus, niger, 
nitidus, griseo-pubescens, thorace coleopterorum latitudine, 
parcius punctato, elytris punctato-striatis. Elater brun- 
nipes Germ. Ins. Spec. 41. 67. 

6 — 8 Lin. lang, glänzend schwarz, aber mit dichte- 
rer und längerer Behaarung als Cr. niger, und daher auch 
greiser als derselbe. Die Fühler sind beim Weibchen vo.i 
der Länge des Halsschildcs, beim Männchen ein wenig län- 
ger als Kopf und Halsschild, schwarz, gegen die Spitze hi i 
bräunlich. Die Stirn ist flach, vorn etwas eingedrückt, dicht 
und stark punktirt, mit scharf vortretendem, etwas aufgeboge- 
nem, in der Mitte leicht ausgebuchtetem Rande. Die Taster 
sind braunroth. Das Halsschild ist an der Basis reichlich su 
lang als breit, an den Seiten beim Männchen sehr wenig, 
beim Weibchen stärker gerundet, schwach gewölbt, an de;i 
Seiten ziemlich diciit, auf dem Rücken weitläuftig punktirt, 
so dass die ebenen Zwischenräume viel breiter sind, als die 
Punkte. Das Schildchen ist der Länge nach leicht vertieft, 
fein punktirt. Die Flügeldecken sind 2-/3 inal so lang als 
das Halsschild, beim Männchen von der Wurzel an, beim 
Weihchen erst hinter der Mitte ab nach hinten verengt, pun- 
ktirt - gestreift, iu den Zwischenräumen ziemlich weitläuftig 
und fein punktirt. Die Beine sind schwarz. — Vom C. ni- 
ger durch den stärkeren Glanz der Grundfarbe, das längere, 
schwächer und viel weitläuftiger punktirte Halsschild leicht 
unterschieden, auf den ersten Anblick dem Athous hirtus 
nicht unähnlich. 

In verschiedenen Gegenden von Deutschland, Frankreich, 
Italien und auf dem Caucasus einheimisch. 

Durch eine der bei den Insectenhändlern so gewöhnli- 
chen Verwechselungen hat Herr Prof. Germar diesen Käfer 



02 

als E. hnuuiipes ciluilteii, ■welcher N.uiic \oi\ Zie gier eigent- 
lich für den unten lieschriehenen E. crassicoUis hestiuimt war, 
und welcher auch der Cr. brunnipes des Z>/yVcr«sclien Cala- 
logs ist. Dahl sandte diese Art an Herrn Schiippel als EI. 
griseus ZiegL, während das Museum unter derselben Benen- 
nung ein Männchen des Cr. niger erhielt. Ausserdem ist die- 
ser Käfer: Sl. bre\icollis /jro«5w«'a/7, melanarius Uifg., an- 
tliracinus Koch, und Rossi sandte ihn als seinen El. aterri- 
mns? IlUgcr hielt ihn für den El. n'iger Herbst; mir scheint 
es aber wahrscheinlicher, dass dieser der El. hirtus des Ar- 
chivs sei. Trotz der damit vorgegangenen Verwechselung nmss 
diesem Käfer der Name brunnipes bleiben. 
3. Cr. inonticola: Antennis (niaris) lanuginosis, niger, ci- 
nereo-pubescens, pedibus brunneis, thorace coleopteroruni 
latitudine, crebre punctato, elytris punctato - substriatis. 
Elater nionticola Menelr. Cat. rais. 15H. 629. 

Etwas kleiner als der vorige, 5V2 Lin. lang, schwarz, 
mit kurzer, anliegender, ziemlich feiner, seidenartig schim- 
mernder Pubescenz ziemlich dicht bekleidet. Die Fühler sind 
etwas länger als Kopf und Halsschild, deutlich gesägt, schwärz- 
lich, gegen die Spitze hin braun, mit feiner, abstehender, 
flaumartiger Behaarung. Die Stirn ist sehr dicht und stark 
punktirt, durch Eindrücke uneben, mit scharfem, etwas vor- 
gebogeuem Yorderrande. Das Halsschild ist von der Basis 
der Flügeldecken fast so lang, als vor den Hinterecken breit, 
nach vorn verengt, an den Seiten ziemlich stark gerundet, 
sanft gewölbt , an den Seiten dicht, auf der Mitte etwas weit- 
läuftiger und feiner punktirt. Das Schildchen ist fein pmi- 
ktirt. Die Flügeldecken sind nur 2V3 mal so lang als das 
Halsschild, von der Basis bis hinter die Mitte sehr wenig, von 
da bis zur Spitze hin stärker verschmälert, etwas flachge- 
drückt, sehr schwach gestreift, die äusseren Streifen stärker, 
die inneren schwächer und weitlänftiger punktirt, die Zwi- 
schenräume flach, fein punktirt. Die Beine sind dunkel roth- 
braun. 

Ein einzelnes , vom Petersburger Museum unter der obi- 
gen Bestimmung mitgetheilles Männchen. Vom vorigen durch 
die Behaarung der Fühler, ingleichen die des Körpers und 



«3 

(las au den Seite» lietJetiteiul stilrkcr gerundete Halssclilld, vom 
folgenden in den l)eiden letzten Punkten, vom Cr. crassicollis 
dnreli sein längeres Ilalssehild und die längeren Fühler, \on 
anderen Arten durch die verhältnissmässige Kürze der Flügel- 
decken unlerscliieden. 

Vom Talysch-Qebirge. 

Ol) dies wirklich der Käfer sei, den Hr. Menctries hei 
seiner liesdueihung vor sich gehabt, will ich nicht Lehaup- 
tcn, wenigstens bin ich zweifelhaft, ob dieselbe nicht besser 
auf den Cr. brunnipes passe. 

4. Cr. tenebrosus: Antennis maris lanugiuosis, feminae 
pubescentibus, niger, griseo-pubescens, thorace coleopte- 
ronim latitudine confertissime fortius punctato, basi siil)im- 
presso, eljtris punctato -striatis. 

Kleiner und flacher als C. niger, 472 — S*/? Lin. lang, 
schwarz, mit ziemlich kurzer, aber dichter, anliegender, grei- 
ser Behaarung. Die Fühler sind etwa \on der Länge des Ko- 
pfes und Halsschildes, schwach gesägt, schwarz oder schwärz- 
lichbraun, üie Stirn ist in der Mitte ein wenig vertieft, dicht 
und stark punktirt, vorn scharf gerandet. Das Halsschild ist 
reichlich so lang als breit, an den Seiten sanft gerundet, sehr 
schwach gewölbt , mit einer ziemlich starken und ganz dich- 
ten Pnnktirung bedeckt, so dass nur schmale Runzeln als 
Zwischenräume übrig bleiben, hinten in der Mitte schwach 
eingedrückt. Das Schildchen ist ziemlich fein punktirt. Die 
Flügeldecken sind 27* mal länger als das Halsschild, schon 
von der Wurzel an, doch hinter der Mitte ab stärker nach 
hinten verschmälert, ziemlich stark punktirt -gestreift, die Zwi- 
schenräume fein und weitläuftig punktirt. Die Beine sind 
l)räunlich schwarz. — Vom Cr. niger durch die kleinere, fla- 
chere Gestalt, diis etwas längere Halsschild und die Abwesen- 
heit einer erhabenen Längslinie leicht zu unterscheiden. 

Aus Italien. Hr. Schüppcl erhielt diese Art von Zieg- 
Icr unter dem Namen Cr. tenebrosus. Sie wurde auch in Si- 
cilien vom Dr. Schullz gefangen. 

5. Cr. dichrous: Antennis maris lanuginosls, feminae pu- 
bescentibus, niger, antennis pedibuscpie rufis, abdomine ca- 



»4 

staneo, thorace rolcoptcronim latitudiiie, dcnse siibtiliter 
punctato, rufo-piceo, elytris punctato- striatis. 

Fast von der Gestalt des Cr. bnninipes, ahei* kleiner, 
das Weibchen 6, das Männchen nur 4'/, Lin. lang, schwarz, 
mit feiner, anliegender, ziemlich dichter, greiser Behaarung. 
Die Fühler sind hell braunroth , beim Männchen merklich län- 
ger als Kopf und Halsschild, mit kurzer, abstehender, flaiim- 
artiger Behaarung, beim Weibchen kaum \on der Länge des 
Kopfes und Halsschildes, mit feiner, anliegender Piibescenz. 
Die Stirn ist kaum gewölbt, dicht und tief punktirt, mit we- 
nig vortretendem Vorderrande. Das Halsschild ist yon der 
Breite der Flügeldecken, etwas kürzer als vor den Hinterwin- 
kcln breit, an den Seiten sanft gerundet, nach vorn etwas 
verengt, sanft gewölbt, dicht und ziemlich fein punktirt, ge- 
wöhnlich dunkel, selten heller rothbraun. Das Schildchen 
fein punktirt, in der Mitte schwach vertieft. Die Flügelde- 
cken sind etwas mehr als 2V4 mal so lang als das Halsschild, 
bis hinter die Mitte ziemlich gleichbreit, von da nach hinten 
allmählich verschmälert, punktirt -gestreift, die Zwischenräume 
flach , fein punktirt. Auf der Unterseite ist der Hinterleib ka- 
stanienbraun , die Brust gewöhnlich etwas dunkler rothbraun. 
Die Beine sind von der Farbe des Hinterleibes. 

Aus dem südlichen Europa, namentlich Italien und Spanien. 

Zuweilen ist das Halsschild lebhaft blutroth. 

Es scheint dies der (nämlich das Weibchen) El. bico- 

lor SchönTi. Syn. HI. App. 137. 187, zu sein; der El. bi- 

color F. ist es aber nicht. (S. u. Cr. rnfipes.) 

6. Cr. prolixus: Antennis (feminae) subtiliter pubescenti- 

bus, niger, pectore abdomineque castaneis, thorace coleo- 

pterorum latitudine, fortius crebre punctato, eljtris sub- 

striato-punctatis. 

Von der langgestreckten Gestalt des Cr. castanipes, doch 
mit verhältnissmässig längerem Halsschilde. Fast 7 Lin. lang, 
glänzend schwarz, mit dünner, anliegender, greiser Behaa- 
rung. Die Fühler sind etwas länger als Kopf und Halsschild, 
rothbraun, das erste Glied schwärzlich. Die Stirn ist eben, 
dicht und tief punktirt , vorn scharf gerandet. Das Halsschild 
ist reichlich so lang als hinten breit, an den Seiten sanft ge- 



99 

rundet, von der Mitte al) niich vorn verengt, sanft gewölbt, 
nicht sclir diclit, aber zienilic]! tief und stark punktirt, hinten 
in der Mitte etwas eingedrückt. Das Schildchen ist fein und 
einzeln punktirt. Die Flügeldecken sind 374 mal so lang als 
das Halsschild, hinter der Mitte ab nach hinten verschmälert, 
ausser an der äusscrsteu Wurzel ganz ohne vertiefte Strei- 
fen, dagegen mit feinen Punktreihen, deren Zwischenräume 
noch feiner und sehr weitliluftig punktirt sind. Brust, Hin- 
terleib und Beine sind lebhaft rothbraun, die Schenkel dunkler. 
Aus Mexico. Ein einzelnes Ex. erhielt die Sammlung 
durch Hrn. Dr. Mülilenpfort in Hannover. 
7. Cr. castanipes: Antennis maris lanuginosis, feminae pn- 
bescentibus, elongatus, piceus, antennis pedilnisque rufis, 
thorace coleopterorani latitudine, lateribus subangulato, par- 
cius punctato, elytris punctato - striatis. Elater casta- 
nipes Pujjl\ Faun. Suec. HI. 23. 27. Elater fulvl- 
pes Gijll. Ins. Suec. I. 407. 37. Elater obscurus 
Fah. Syst. El. H. 233. 63. — Oliv. Ent. H. 31. 29. 35. 
t. 8. f. 76. — Herbst Käf. X. 108. 128. t. 168. f. 6. 
Von sehr langgestreckter Gestalt, 672 — 9 Lin. lang, 
pechbraun, Kopf und Flügeldecken schwarz, mit feiner, an- 
liegender, greiser Behaarung. Die Fühler sind beim Weib- 
chen etwas, beim Männchen i)eträchtlich länger als Kopf und 
Halsschild, rothbraun, bei diesem mit dünner, abstehender, 
flaumartiger, bei jenem mit kurzer, anliegender Pubescenz. 
Die Stirn ist dicht punktirt, vorn eingedrückt, mit niederge- 
bogenem Rande. Das Halsschild ist kürzer als hinter der 
Mitte breit, an den Seiten nicht gerundet, von der Mitte ab 
nach vorn verengt, daher in der Mitte ein stumpfer Winkel 
gebildet wird, flach gewölbt, an den Seiten ziemlich dicht, in 
der Mitte weitläuftig und verloschen punktirt, bald rothbraun, 
in der Mitte scJiwärzlich am Rande heller, bald aber auch 
ganz schwarz. Das Schildchen ist fein punktirt. Die Flügel- 
decken sind 3^/4 mal so lang als das Halsschild, hinter der 
Mitte nach der Spitze hin verschmäclitigt, schwach punktirt - 
gestreift, die Zwischenräume fein punktirt. Die Unterseite ist 
bald mehr schwarz, bald mehr rotlil)raun. Die Beine sind 
braunroth. — Die Männchen sind im Allgemeinen kleiner, als 



Od 

die WeJbcliCH und Iiabcn ein nacli vorn mehr verengtes, fla- 
cheres, daher anscheinend kleineres Halsschild. — Die im 
Verhilltniss znm Halsschilde sehr langen Flügeldecken zeich- 
nen diese Art besonders ans. 

Auf dem Harze, den Steyerschen Alpen, in Schweden, 
Finnland und auf dem Ural einheimisch. Herr Prof. Gerntar 
besitzt in seiner Sammlung ein Ex, aus Nordamerika, und 
auch Kirbij führt in Richardson Fauna Boreali -Americana 
S. 148 (Pcrimecus fulvipes) diese Art als in Canada vorkom- 
mend auf. 

Es ist dies unzweifelhaft El. obscurus von Fabricitis, 

aber gewiss nicht der von Linne. El, obscurus von Oliiicr 

und Herbst wird von Schönherr mit Unrecht zum Ectinus 

aterrimus gezogen, denn die Abbildung lässt die auffallende 

Form unseres Käfers nicht verkennen. Derselbe ward auch 

von Ziegler unter der Benennung El. elongatus (angeblich 

aus Italien) und eine Abänderung mit heller rothbraunem 

Halsschilde unter dem Namen El. cruenticollis mitgetheilt, 

8. Cr. rufipes: Antennis maris lanuginosis , feminae pube- 

scentibus, piceus, antennis pedibusque rufis, thorace co- 

leopterorum latitiidine, crebrius punctato, elytris subtiliter 

punctato - substriatis , nigris. Elater rufipes Herbst. 

Arch. V. 1 1 3. 28. t. 27. f. 22. E 1 a t e r fulvipes Herbst. 

Käfer. X. 46. 52. t. 162. f. 2. 

Var. thorace sanguinco. 
Elater bicolor lab. Syst. El. II. 234. 64. 

Etwas kürzer und dicker als Cr. castanipes, dem er 
sehr nahe verwandt ist, und von dem er sich durch seine 
verhältnissmässig kürzeren Flügeldecken und sein gewölbteres 
und an den Seiten ordentlich gerundetes Halsschild unterschei- 
det. Von 5Vo bis fast 8 Lin. lang, pechbraun, mit schwar- 
zen Flügeldecken, durch eine feine und kurze Behaarung et- 
was greisschimmernd. Die Fühler sind bei beiden Geschlech- 
tern ein wenig länger als Kopf und Halsschild, braunroth. 
Die Stirn ist dicht und ziemlich stark punktirt, in der Mitte 
etwas eingedrückt, mit scharfem, doch sehr wenig vortreten- 
dem Vorderrande. Die Taster sind braunroth. Das Hals- 
schild ist etwas kürzer, als es an der Basis breit ist, nach 



«7 

vorn verengt, an den Seiten gleichmässig und sauft gerundet, 
sanft gewölbt, dicht und niclit sehr fein, jedoch auf der Mitte 
des Rückens etwas weilliuiftiger und namentlich schwacher, als 
an den Seiten punktirt , hinten in der Mitte leicht eingedrückt. 
Das Schildchen ist fein und etwas undeutlich punktirt. Die 
Flügeldecken sind nur ein Unhedeutendes mehr als dreimal so 
lang als das Halsschild, nach hinten ziemlich gleichmässig ver- 
engt, doch beim Weibchen hinter der Mitte etwas bauchig, 
fein punktirt- gestreut, in den Zwisciienriuiuien fein punktirt. 
Die Beine sind brannroth. Die Unterseite ist gewöhnlich rötli- 
lichbraun, zuweilen zeigt auch das Halsschild diese Färbung. 
— Das Männchen ist kleiner, schlanker, mit flacherem und 
an den Seiten etwas weniger gerandetem Halsschilde. 

In der Mark häufig. Ausserdem findet er sich in Ocst- 
reich, der Schweiz, Croaticn, im Ural und in Marocco. 

Es ist diesem Käfer der Name, unter dem er zuerst be- 
schrieben wurde, geblieben. Frist bisher wohl meist mit dem 
vorigen verwechselt worden , daher nur obige Citate sicher sind. 

Den El. bicolor F. habe ich in LuniVs Sammlung 
gesehen, ich habe mir aber nichts über ihn notirt, als dass 
er ein Cratonychus ist. Dagegen finde ich hier ein Ex. tius 
Hagens Sammlung mit der Bezeichnung: El. bicolor F., 
Tanger, welches der Graf ohne Zweifel von Lu/id erhalten 
hat, und welches also als ein authentisches angesehen werden 
kann. Es ist ein Männchen mit ziemlich dunkel rolhbrauneni 
Halsschilde. Stücke mit hell braunrothem Halsschilde fingen 
Hr. Schüppel und ich auch hier, und erhielt der erstcre aus 
Croatien. 

Die Larve hat BoncJie Naturgesch. d. Ins. I. S. 185. 7. 
(Elater fulvipes) beschrieben. 

9. Cr. aemulus: Antennis (maris) lanuginosis, pedibusque 
rufis, niger, thorace coleopterorum latitudine, crebrins pun- 
ctato, piceo, elytris punctato-striatis. 

Dem vorigen sehr ähnlich, aber etwas breiter, mit län- 
geren Fühlern, längerem, nach vorn weniger verengtem Hals- 
schilde und deutlich gestreiften Flügeldecken. Beinahe 7 Lin. 
lang, schwarz, mit anliegender, greiser Pubescenz ziemlich 
dicht ])ekleidet. Die Fühler sind beträchtlich länger als Kopf 
(3. Band 1. Heft.) 7 



$)8 

und Halsschild, brauiivotli , mit feiner, abstellender, flaumar- 
tiger Behaarung, Die Stirn ist dicht nnd stark punktirt, ziem- 
lich flacli, mit scharfem, etwas überhilngendem Vorderrandc. 
Das Halsschild ist von der Breite der Flügeldecken, Tor den 
Hinterecken ein wenig breiter als lang, an den Seiten fast 
gerade und nur an den Vorderwinkeln gerundet, sehr flach 
gewölbt, nicht sehr dicht punktirt, pechbraun, auf der Mitte 
schwärzlich. Das Schildchen ist sehr fein punktirt, pechbraun. 
Die Flügeldecken sind nicht ganz dreimal so lang als das 
Halsschild , \on der Basis nach der Spitze hin allmählich und 
gleichmassig verschmälert, punktirt -gestreift, die flachen Zwi- 
schenräume sehr fein punktirt. Der Hinterleib ist braun. Die 
Beine sind hell braunroth. 

Von Constantinopel ; ein einzelnes Männchen. 
10. Gr. baiulus: Antennis (feminae) subtiliter pubescenti- 
bus pedibusque rufis , niger, thorace coleopteroruni latitu- 
dine, longiore, lateribus rotundato, dense fortiterque pun- 
ctato , elytris punctato-striatis. 

In der Form weniger den zunächst vorhergehenden Ar- 
ten, als dem Athous hirtus ähnlich, 6 Linien lang, schwarz, 
mit kurzer, anliegender, greiser Pubescenz massig dicht be- 
kleidet. Die Fühler sind höchstens von der Länge des Kopfes 
und Halsschildes, braunroth, mit kurzer, feiner, anliegender 
und einzelner, längerer, abstehender Behaarung. Der Kopf 
ist klein, die Stirn eben, dicht und stark punktirt, vorn scharf 
gerandet. Das Halsschild ist so lang als vor den Hintcrecken 
breit, nach vorn verschmälert, an den Seiten aber ziemlich 
stark gerundet, so breit als die Flügeldecken, sanft gewölbt, 
dicht und stark punktirt , hinter der Mitte mit der Spur einer 
breiten Längsfurche. Das Schildchen ist fein punktirt, pecli- 
braun. Die Flügeldecken sind gleiclibreit , erst nahe der Spi- 
tze nach hinten abfallend, punktirt - gestreift, in den Zwi- 
schenräumen einzeln und fein punktirt. Die Beine sind hell 
braunroth. 

Aus Syrien. Ein einzelnes Weibchen. 
IL Cr. crassicoUis: Antennis maris lanuginosis, feminae 
pnbescentibus, niger, subtiliter griseo-pubescens, pedibus 
rufis, thorace coleopteris latiore, dense punctato, elytris 



99 

puiirtato-striatis. — Craton. hruniiipes Boiad. et La- 
coril. Fauna Eiit. Paris. I. 632. 1. 

Dem Cr. castanipcs und rufipes ähnlich, aber durch die 
kürzere Gestalt, die ycrhältnissmässig kürzeren, nach hinten 
ziemlich gleichmässig verschmälerten, deutlicher gestreiften 
Flügeldecken und das breitere Halsscliild unterschieden, etwa 
6 Lin. lang, schwarz, mit massigem Glänze und mit ziemlich 
feiner und dichtei", anliegender, greiser Behaarung. Die Füh- 
ler sind ein wenig länger als Kopf und Halsschild, braun, 
beim Weibchen mit gelblich -greiser, anliegender, beim Männ- 
chen mit kurzer, abstehender, flaumartiger Behaarung. Die 
Stirn ist eben, dicht und stark punktirt, mit etwas aufgebo- 
genem Vorderrandc. Das Halsschild ist beim Männchen ein 
wenig, beim Weibchen merklich breiter als die Flügeldecken, 
kürzer als an den Hinterecken breit, an den Seiten beim 
Männchen sanft, beim Weibchen stärker gerundet, sanft ge- 
wölbt, dicht punktirt, mit der Spur einer Längsrinne an der 
Basis. Das Schildchen ist fein punktirt, der Länge nach 
leicht vertieft. Die Flügeldecken sind 27^ mal so lang als 
das Halsschild, von der Basis bis zur Spitze ziemlich allmäh- 
lich verschmälert, punktirt -gestreift, mit weitläuftig und ziem- 
lich fein punktirten Zwischenräumen. Die Beine sind dunkel- 
roth. Das Männchen unterscheidet sich ausser dem schmäle- 
ren, an den Seiten weniger gerundeten, flacheren Halsschilde 
durch etwas stärkere, anders behaarte Fühler. 

In verschiedenen Gegenden Europas, namentlich in der 
Türkei, Dalmatien, Italien, Frankreich und in verschiedenen 
Gegenden Deutschlands einheimisch. Er kommt bei Berlin 
vor, aber selten. 

Dass dies der eigentliche El. brunnipes Mcg. sei, ist 
oben bemerkt worden. Wenn Dahl an Hrn. Schüppcl den 
Cr. niger mit dem Cr. crassicollis unter einer Nummer schick- 
te , darf die Verwechselung mit dem eben beschriebenen Cr. 
brunnipes nicht weiter befremdlich sein. Dahl sandte ausser- 
dem diese Art (Cr. crassicollis) mit dem Namen El. rubripes 
und castaneipes. 

12. Cr. robustus: Antennis lanuginosis, niger, griseo-pu- 

7* 



100 

hesceiis, auteniiis pcdibnsque rnfis, tlioracc coleopteris la- 
tiore, deiise snhtiliter puiictato, elytris punctato - striatis. 
lieber 7 Linien lang, Yerhältnissmässig breit und dick, 
schwarz, mit kurzer, anliegender, seidenartiger, greiser Pu- 
bescenz ziemlich dicht bekleidet. Die Fühler sind länger als 
Kopf und Halsschild, hell braunroth, mit kurzer, abstehender, 
flaumartiger Behaarung. , Die Stirn ist flach, durch seichte 
Eindrücke etwas une])cn, dicht und ziemlich tief puuktirt, 
mit wenig Yortretcndcni Vorderrande. Das Halsschild ist et- 
was breiter als die Flügeldecken, nicht so lang als \or den 
Hinterecken breit, an den Seiten sanft gerundet, nach yoru 
nur wenig verengt, schwach gewöl])t, gleichnulssig dicht und 
fein, ziemlich tief puuktirt. Das Schildchen ist unregelmässig 
sehr fein puuktirt, in der Mitte etwas vertieft. Die Flügel- 
decken sind 2% mal so lang als das Halsschild , tou der Ba- 
sis bis zur Spitze hin ziemlich gleichmässig verengt , puuktirt - 
gestreift, mit flachen, sehr fein punktirten Zwischenräumen. 
Die Beine sind hell braunroth. — Vom G. crassicollis durch 
seine Grosse und das feiner und noch dichter punktirte Hals- 
schild, auch durch die Behaarung unterschieden, wenn das 
vorliegende Ex., wie ich vermuthe, ein Weibchen ist. 

Von Smyrna. 
1.3. Cr. torosus: Antennis maris lanuginosis, feminae sub- 
tiliter pubescentibus, brunneus, abdominc pedibusqne ferru- 
gineis, thorace coleopteris latiore, dense punctato, elytris 
punctato - striatis. 

Von der Grösse des folgenden, von dem er sich durch 
seine dunklere Färbung, das etwas breitere Halsschild und 
viel kürzere Fühler unterscheidet, 7 Lin. lang, dunkelbraun, 
mit greiser Pubescenz massig dicht bekleidet. Die Fühler sind' 
beim Weibchen kaum von der Länge des Kopfes und Hals- 
schildes, beim Männchen etwas länger, rostroth, bei diesem 
mit abstehender, flaumartiger, bei jenem mit kurzer, anliegen- 
der Behaarung. Die Stirn ist schwärzlich, dicht und stark 
puuktirt, vorn ein wenig eingedrückt, mit scharfem, aber we- 
nig vortretendem Rande. Das Halsschild ist ein wenig breiter 
als die Flügeldecken, beträchtlich kürzer als breit, an den 
Seiten gerundet, nach vorn ein wenig verengt, flach gewüll)t. 



101 

sclir (lullt puiiklirt, auf der Miltc sclwilrzlich. Das Scliild- 
cIk'ii ist fein und ■vvcitläiiltig puiiktirt. Die Flügeldecken sind 
nicht ganz dreimal so lang als das Halsscliild, auf den zwei 
ersten Dritteln ihrer Länge sehr wenig, auf dem letzten star- 
ker nach hinten \erschmalert, punktirt- gestreift, die flachen 
Zwischenräume fein und ziemlich dicht punktirt. Die Brust 
ist schwarz, der Hinterleib heller rothhraun, als der übrige 
Körper, die Beine rostroth. 

Aus Syrien. 
1-4. Cr. fusciceps: Antennis maris lanuginosis, lerainae sub- 
tiliter pubescentibus, rufo-ferrngineus, griseo - pubescens, 
thorace coleopterorum latitudine, crebre punctato, elytris 
punctato-striatis. — Elater fusciceps Schönh. Syu. 
III. App. p. 135. 185. 

Von der Gestalt des Cr. brunnipes, 6 — 7 Lin. lang, 
hell braunroth, mit kurzer, anliegender, gelblich -greiser Be- 
haarung, ziemlich dicht bekleidet. Die Fühler sind bei beiden 
Geschlechtern beträchtlich länger als Kopf und Kaisschild, die 
des Männchen mit abstehender, flaumartiger Behaarung dicht 
bekleidet, die des Weil)chen etwas schwächer, weniger scharf 
gesägt, mit kurzer, feiner Pubescenz. Die Stirn ist kaum 
etwas gewölbt, zuweilen schwach eingedrückt, dicht und stark 
punktirt, mit scharfem, aber wenig YOrtretendem Vorderrande. 
Das Halsschild ist von der Breite der Flügeldecken, etwas 
kürzer als yor den Hinterwinkeln breit, nach vorn in gerin- 
gem Grade Yerschmälert, an den Seiten leicht gerundet, schwach 
gewölbt, mehr oder weniger dicht punktirt. Das Schildchen 
ist fein punktirt. Die Flügeldecken sind beinahe dreimal so 
lang als das Halsschild , von der Basis bis zur Spitze allmäh- 
lich, auf dem letzten Drittel jedoch stärker verschmälert, 
ziemlich flach, punktirt -gestreift, die Zwischenräume massig 
fein und dicht punktirt. Auf der Unterseite ist die Brust ge- 
wöhnlich dunkler , Hinterleib und Beine , namentlich die Schen- 
kel, lichter braunroth. 

Zuweilen ist die Stirn und die Mitte des Halsschildes 
schwärzlich. 

Im südlichen Russlande, Georgien, der europäischen Tür- 
kei, den jouischen Inseln und in Kroatien einheimisch. 



102 

Die russischen Exemplare sclieiiieu von den türkisclien 
in keinem -vvesenüichen Stücke abzuweichen, ohschon Unter- 
schiede sich finden , die aber individueller Natur sein mögen. 
Bei den Weibchen ist das Halsschild dicker, gewölbter, dich- 
ter punktirl. In der Expedition de Moree (Zool. p. 137.) 
scheint Brülle das Milnuchen als E. villosus, das Weib- 
chen als E. fuscato- colli s beschrieben zu haben. Exem- 
plare Yom Balkan versandte /^/•ä-a/JÄÄv/ unter dem Namen EI. 
Orientalis, von Constantinopel Wahl als El. rufipen- 
nis, von den jonischen Inseln Parreyss als El. aquilus DejJ. 
15. Cr. latic Ollis: Antennis subtiliter pubescentibus, fuscus, 
lutescenti-pubescens, subdepressus , thorace coleopteris la- 
tiore, confertim punctato, elytris punctato-striatis. 

Heller oder dunkler braun, mit greis -gelblicher, anlie- 
gender Pubescenz dicht bekleidet, etwas flachgedrückt, 7 Lin. 
lang. Die Fühler sind von der Länge des Kopfes und Hals- 
schildes, braunroth, mit feiner, anliegender Behaarung. Die 
Stirn ist eben, dicht und tief punktirt, mit scharfem, etwas 
vorspringendem Vorderrande. Das Halsschild ist in der Mitte 
breiter als die Flügeldecken, etwa so lang als vor den Hin- 
terecken breit , an den Seiten gerundet , nach vorn etwas ver- 
engt, sehr flach gewölbt, tief und ziemlich dicht punktirt. 
Das Schildchen ist fein punktirt. Die Flügeldecken sind 2Y3 
mal so lang als das Halsschild , von der Basis nach der Spi- 
tze hin allmählich verengt, punktirt -gestreift, in den Zwischen- 
räumen weitläuftig und fein punktirt. Die Beine sind gewöhn- 
lich heller als der Körper , und wenn dieser schwarzbraun ist, 
oft rotlibraun. 

Häufig in Nordamerika. 

Vielleicht ist dieser Käfer El. brevicollis Herhst l^äi. 

X. 46. 53. t. lt>2. f. 3. Die Beschreilmng trifft wenigstens 

ganz gut zu , es wäre dann aber die Abbildung ganz verfehlt. 

16. Cr. communis: Antennis subtiliter pubescentibus, fusco_ 

tcslacciis, griseo-pubescens, thorace coleopteris latiore, par- 

cius punctato , canaliculato , elytris punctato - striatis. — 

Elat. communis Schönh. Syn. III. App. 138. 189. — 

Perimecus communis Kirbj/ Faun. Bor.-Americ. 148. 

2. — El. Simplex Germ. Ins. Spec. 42. 69. 



103 

Dem vorigen illiiilich , aber kleiner , etwas weniger flatli 
gedrückt, durch das sparsamer punktirtc und mit einer seich- 
ten Längsrinne \ersehene Halsschild leicht unterschieden; ö*^ 
Lin. lang, licht bräunlich roth, mit ziemlich dichter, anlie- 
gender, greiser Pubcscenz. Die Fühler sind etwas länger als 
Kopf und Halsschild, heller als der Körper, mit sehr feiner, 
anliegender Behaarung. Die Stirn ist flach und eben, dicht 
und ziemlich stark punktirt, mit scharfem, vortretendem Vor- 
derrande, Das Halsschild ist in der Mitte etwas breiter als 
die Flügeldecken, etwas kürzer als vor den Hinterecken breit, 
an den Seiten etwas gerundet, nach vorn ziemlich stark ver- 
engt, flach gewölbt, nicht sehr dicht punktirt, mit einer seich- 
ten , nach vorn verschwindenden Längsfurche. Das Schildchen 
ist dicht und ziemlich fein punktirt. Die Flügeldecken sind 
2% mal so lang als das Halsschild, von der Basis nach der 
Spitze hin allmählich verschmälert, punktirt -gestreift, mit sehr 
flach gewüli)ten, fein und einzeln punktirten Zwischenräumen. 
Die Beine sind gewöhnlich etwas heller als der Körper. 

Sehr häufig in Nordamerika, nach Germar auch in St. 
Paulo in Brasilien. 

Dass El. Simplex Germ, nichts Anderes sei, kann ich 
nach Vergleichung der Original -Exemplare versichern. Ob 
El. cinereus TFebcr (Obs. 77. 2.) zu dieser oder der vo- 
rigen Art gehöre, möchte sich schwer entscheiden lassen. 
17. Gr. spadix: Antenuis longiorilms, subtiliter pubesceu- 
tibus, dilute rufo-brunneus, griseo-pubescens, thorace co- 
leopterorum latitudine, antrorsum leniter angustato, par- 
cius punctato, elytris punctato - striatis. 

In der Gestalt zwischen dem vorigen und dem folgen- 
den in der Mitte stehend, indem das Halsschild zwar nicht 
breiter ist als die Flügeldecken , diese aber schon von der 
Basis an sich verschmälern; 7 Lin. lang, hell röthlichbraun, 
dicht mit kurzer, anliegender, greiser Pubescenz bekleidet. 
Die Fühler sind beträchtlich länger als Kopf und Halsschild, 
schlank, mit kurzer, feiner, anliegender, greiser Behaarung. 
Die Stirn ist kaum gewölbt, eben, sehr dicht punktirt, mit 
etwas vortretendem Vorderraude. Das Halsschild ist von der 
Breite der Flügeldecken , etwas kürzer als breit , von der Ba- 



sis an nach vorn allmillilicli yerengt, an den Seiten wenig ge- 
rnndet, sehr flach gewölbt, auf der Mitte ziemlich weitUuif- 
tig, an den Seiten dichter punktirt. Das Schildchen ist äus- 
serst fein pnnktiit. Die Flügeldecken sind dreimal so lang 
als das Halsschild, \on der Basis bis hinter die Mitte massig, 
Yon da bis zur Spitze stärker verschnuilert, punktirt -gestreift, 
die Zwischenräume ziemlich flach , etwas weitläuftig fein pun- 
ktirt. Der umgesclilagene Rand der Flügeldecken und die 
Schenkel sind heller rothbraun. 
Aus Nordamerika. 

18. Cr. abdominalis: Antennis subtiliter pubescentibus, 
fuscxis, griseo-pubescens, abdoniine pedibusque dilute ca- 
staneis, thorace coleopterornm latitndine, dense subtilius 
punctato, lateribus rotundato, elytris punctato - striatis. 

Ziemlich hell röthlichbraun , mit ziemlich dichter, an- 
liegender, gelblich - greiser Pubescenz, 773 Lin. lang. Die 
Fühler sind ein wenig länger als das Halsschild, hell braun- 
roth, mit feiner, anliegender, kurzer Behaarung. Die Stirn 
ist dicht punktirt, kaum etwas gewölbt, durch seichte Ein- 
drücke etwas uneben, vorn scharf gerandet. Das Halsschild 
ist von der Breite der Flügeldecken, etwas kürzer als vor 
den Hinterecken breit, an den Seiten gerundet, schwach ge- 
wölbt, eben, dicht und ziemlich fein punktirt. Das Schild- 
chen ist sehr fein punktirt. Die Flügeldecken sind fast drei- 
mal so lang als das Halsschild , bis über die Mitte hinab gleich- 
breit, erst im letzten Drittel der Länge nach hinten verschmä- 
lert, punktirt- gestreift, mit sehr schwach gewölbten, fein und 
ziemlich dicht punktirten ZAvischenräumen. Hinterleib und 
Beine sind licht braunroth. 

Aus Nordamerika. 

19. Cr. decumanus: Antennis subtiliter pubescentibus, fu- 
scus, griseo-pubescens, thorace coleopterornm latitndine, 
antrorsum leniter angustato, crebre punctato, elytris pun- 
ctato -striatis. 

Dem vorigen ähnlich, al)pr etwas grösser, durch weni- 
ger gerundetes, nach vorn mehr verengtes, weniger dicht pun- 
ktirtes Halsschild und gleichfarbigen Hinterleib unterschieden. 
Fast 9 Lin. lang, braun, mit dichter, anliegender, gelblich- 



105 

greiser Pubescciiz. Die Fühler sind etwas länger als Kopf 
lind Halsschild, hell hraunroth, mit kurzer, feiner, anliegen- 
der Behaarung. Die Stirn ist dicht punktirt, in der Mitte 
schwach Tertieft, mit ziemlich weit vorragendem, überhängen- 
dem Vorderrande. Das Halsschild ist fast so lang als vor 
den Hinterecken breit, von dort nach Torn massig verengt, 
an den Seiten schwach gerundet, sanft gewölbt, ziemlich 
dicht und stark punktirt. Das Scliildchen ist sehr dicht und 
fein punktirt. Die Flügeldecken sind 2^/4 mal so lang als 
das Halsschild, bis über die Mitte hinab gleichbreit, von dort 
Ins zur Spitze verschmälert, punktirt -gestreift, die Zwischen- 
räume flach , weitläuftig und sehr fein punktirt. Die Beine 
sind heller röthlichbraun. 

Aus Nordamerika. 
20. Gr. vetulus: Antennis subtiliter pubescentibus, fuscus, 
dense griseo-pubescens, thorace coleopterorum latitudine, 
parcius punctato, elytris punctalo-substriatis. 

Von der Gestalt der vorigen, aber kleiner, durch das 
weniger dicht punktirte Halsschild und die sehr schwachen 
Streifen der Flügeldecken deutlich unterschieden, reichlich 
7 Lin. lang, röthlich])raun, mit anliegender, gelblich -greiser 
Pubescenz dicht bekleidet. Die Fühler sind kaum länger als 
Kopf und Halsschild, nach der Spitze zu verdünnt, mit anlie- 
gender Behaarung. Die Stirn ist flach, dicht punktirt, mit 
etwas vorragendem Vorderrande. Das Halsschild ist von der 
Breite der Flügeldecken , reichlich so lang als vor den Hin- 
lerecken ])reit, an den Seiten in der Mitte sanft gerundet, 
etwas gewölbt, auf der Mitte ziemlidi weitläuftig, an den Sei- 
ten etwas dichter punktirt, hinter der Mitte mit einer kleinen 
Vertiefung, über welcher die anliegende Behaarung einen 
Wirbel bildet. Das Schildchen ist fein punktirt. Die Flügel- 
decken sind 273 mal so lang als das Halsschild, bis zur Mitte 
gleichbreit, von da bis zur Spitze allmählich verschmälert, 
mit regelmässigen Punktreihen, welche in kaum bemerkbar 
vertieften Streifen stehen, und mit flachen, fein und sparsam 
punktirten Zwischenräumen. Die Beine sind etwas lieller als 
der Körper. 

Aus Nordamerika. 



106 

21. Cr. fuscus: Antennis lamiginosis, nigro-brimneus, iii- 
titliis, grisco-piil)escens, pedibus rufis, lliorace coleopteris 
latiore laterihus rotimdato , parcius puuctato , eljtiis stiiato - 
puiictatis. 

Von kürzerer, breiterer Gestalt, 5V2 Liii. laug, glän- 
zend schwarzbraun, mit dichter, ziemlich lauger, leicht ab- 
zureibender Behaarung bekleidet. Die Fühler sind kaum \ou 
der Länge des Kopfes und Halsschildes, ziemlich dünn, roth- 
braun, mit dichter, flaumartiger Pubescenz. Die Stirn nicht 
Torgestreckt , sondern ziemlich vertikal absteigend, einzeln 
punktirt, eben, mit etwas yorgebogenem Vorderraude. Das 
Halsschild ist fast etwas breiter als die Flügeldecken, nicht 
völlig so lang als breit, nach vorn massig verengt, an den 
Seiten gerundet, sanft gewölbt, nicht sehr dicht, aber ziem- 
lich tief und an den Seiten auch ziemlich stark punktirt. Das 
Schildchen äusserst fein und einzeln punktirt, etwas ausge- 
höhlt. Die Flügeldecken 2V2 i»'il so lang als das Halsschild, 
an den Seiten vor der Mitte etwas bauchig, dann bis zur 
Spitze ziemlich gleichmässig verengt, etwas gewölbt, mit re- 
gelmässigen Reihen aus weitläuftig gestellten, gegen die Spi- 
tze hin etwas schwächer werdenden Punkten, und ebenen, 
äusserst fein und einzeln punktirten Zwischenräumen. Die 
Beine sind rothbraun, die Schenkel etwas heller. 

Aus Bengalen. 

22. Cr. promtus: Antennis brevioribus, lanuginosis, bnm- 
neus, nitidus, griseo-puberulus, thorace coleopteris laüore, 
parce fortius puuctato, elytris striato-punctatis. 

Fast 5 Linien lang, etwas flach, glänzend braun, mit 
ziemlich langer, wenig anliegender, nicht sehr dichter, grei- 
ser Behaarung. Die Fühler sind nur von der Länge des 
Halsschildes, mit dichter, flauniartiger Behaarung umkleidet. 
Die Stirn ist flach, durch Eindrücke etwas uneben, mit gros- 
sen, aber flachen, genabelten Punkten, und mit erweitertem, 
Tortretendem Vorderrande. Das Halsschild ist in der Mitte 
ein wenig breiter als die Flügeldecken, ziemlich so lang als 
vor den Hinterecken breit , an den Seiten gerundet , nach hin- 
ten weniger als nach vorn verengt, flach gewölbt, etwas 
weitläuftig punktirt. Das Schildchen unordentlich und fein 



107 

puiiktirt. Die Flü2:eldeckcn sind 2V2 i»'il so lang als das Hals- 
scliild, von der Basis l)is zur Spitze glciclimässig verschmä- 
lert, mit regelmässigen Reihen weitliluftiger Punkte, flachen, 
sehr einzeln und fein punktirten Zwischenräumen, und an der 
Scliultcr mit einem Längsfältchen , wovon zwar auch hei den 
ührigen Arten eine Spur vorhanden, welches hier aber länger 
und schärfer ist als gewöhnlich. Die Beine sind rothbraun. 

Aus Java. 
23. Cr. umbilicatus: Antennis brevioribus, lanuginosis, 
niger, nitidus, pedibus rufo-piceis, thorace coleopteris la- 
tiore, lateribus leviter rotundato, parcius punctato, elytris 
seriato-punctatis. — Elater umbilicatus SchönJi. Syn. 
III. App. 137. 1S8. 

Etwas über 5 Lin. lang, glänzend schwarz, mit dünner, 
kurzer, wenig anliegender, greiser Pubescenz. Die Fühler 
sind ein wenig länger als das Halsschild, röthlichbraun , mit 
flaumartiger Behaarung umkleidet. Die Stirn ist flach, durch 
seichte Eindrücke etwas uneben, mit grossen, flachen, gena- 
belten Punkten und mit etwas vorgebogenem Vorderrande. 
Das Halsschild ist in der Mitte ein wenig breiter als die Flü- 
geldecken, so lang als vor den Hinterecken breit, nach vorn 
etwas verengt, an den Seiten sanft gerundet, leicht gewölbt, 
ziemlich weitläuftig punktirt, die Punkte nicht ganz fein, aber 
ziemlich flach und im Grunde genabelt. Das Schildchen fein 
und einfach punktirt, der Länge Uiich leicht vertieft. Die 
Flügeldecken sind 2^^ Q^al so lang als das Halsschild, von 
der Basis bis zur Spitze hin gleichmässig verengt, ohne Strei- 
fen, a])er mit regelmässigen Reihen massig dicht gestellter 
Punkte, deren Zwischenräume eben, und äusserst fein und 
einzeln punktirt sind. Die Beine sind braunroth. 

Vom Senegal und aus Guinea. 
24. Cr. rusticus: Antennis brevioribus, subtiliter pube- 
scentibus, niger, cinereo-pubescens, antennis femoribusque 
piceis, thorace coleopteris latiore, crebrius punctato, cana- 
liculato, elytris sensim atteuuatis, punctato - substriatis. 
Etwas über 6 Lin. lang, etwas flachgedrückt, schwarz, 
ziemlich glänzend, mit etwas grober , leicht anliegender, asch- 
grauer Pubescenz. Die Fühler sind kaum länger als das Hals- 



108 

Schild, fein und dünn l)ehaart, röt1ili(lil)riuin. Die Stirn ist 
dicht und stark, fast narl)ig punktirt, schwacli ffcwölht, el)eii, 
etwas \ortretend, mit yorraffendeni, altgeruiuletem Vorderrande, 
Das Halsschild ist nicht ganz so lang als vor den Hinterwin- 
keln hreit, an den Seiten gerundet, in der Mitte etwas er- 
weitert, Ton da nach vorn stark yerengt, sehr flach gewölbt, 
massig dicht und ziemlich stark punktirt, mit fast durchlau- 
fender seichter Längsfurche. Das Schildchen ist einzeln pun- 
ktirt. Die Flügeldecken sind 272 '"'^l so lang als das Hals- 
schild, von der Basis bis zur Spitze gleichmässig verengt, mit 
Reihen ziemlich dichter, tief eingestochener Punkte in schwach 
vertieften Streifen, und mit flachen, einzeln und sehr fein 
punktirten Zwischenräumen. Schenkel und Spitze der Füsse 
pech])raun. 

Aus Java. 

25. Cr. vafer: Antennis hrevioribus, breviter lanuginosis, 
nigro - brunneus, nitidus, fusco-puhescens, pedi])iis rufis, 
thorace coleopterorum latitudine autrorsum angustato, par- 
cius punctato, elytris punctato-striatis. 

In der Färbung dem Cr. fuscus, in der gestreckteren 
Gestalt, namentlich dem schmäleren, nach vorn verengten Hals- 
schilde dem Cr. rubidus ähnlich, fast 5'/, Lin, lang, glänzend 
schwarzbraun, mit wenig anliegender, brauner Pu])escenz. Die 
Fühler sind kaum länger als das Halsscliild , etwas dick, deut- 
lich gesägt, mit kurzer, flaumartiger Behaarung, braun, die 
drei ersten Glieder heller. Die Stirn ist eben, dicht punktirt, 
der Vorderrand etwas vorragend , gerundet. Das Halsschilck 
von der Breite der Flügeldecken ist reichlich so lang als vor 
den Hinterecken breit, nach vorn gleichmässig verengt und 
an den Seiten kaum gerundet, mit langen und weit nach hin- 
ten vortretenden Hinterwinkeln, flach gewölbt, massig fein und 
nicht sehr dicht punktirt, hinten der Länge nach etwas ein- 
gedrückt. Das Schildchen ist dicht und fein punktirt. Die 
Flügeldecken sind 273 mal so lang als das Halsschild, nach 
hinten allmählich verschmälert, an der Spitze etwas gerundet, 
regelmässig punktirt, mit flach gewölbten, fein und weitläuftig 
punktirten Zwischenräumen. Die Unterseite ist ein wenig lieh- 



109 

tcr als die 01)crscitc, die Spitze des Hiiiteiicibcs rotlibrauii. 
Die Beine sind hraunrolli. 

Aus Ostindien. 
26. Gr. porrcctus: Antennis laniiginosis, bnmneus, niti- 
dus, tenuitcv pul)escens , fronte fortiter prominente, thorace 
sulcato, parcius punctato, castaneo, clytris punctato-suh- 
striatis, apice emarginatis. 

Diese und die folgende Art weichen Yom Gattungstypus 
elwas ab; die Stirn tritt mit ihrem erweiterten Yorderrande 
stark nach vorn vor, der unter diesem Rande liegende Theil 
des Gesichtes ist von einem Längskiel durchlaufen, die Füh- 
ler sind ziemlich stark , und haben vom vierten Gliede an eine 
erhabene Längslinie auf der Aussenseite, der Bruststachel ist 
länger und an seiner Spitze ohne Absatz, und die Flügel- 
decken sind an der Spitze ausgeraudet, wodurch vor der Spi- 
tze ein kleines Zähnchen ge])ildet wird. 

Fast 6 Lin. lang, glänzend braun, die Oberseite des 
Halsschildes kastanien])raun, dünn greis -behaart. Die Fühler 
sind durch dichte Behaarung rauh, fast von der Länge des 
Kopfes lind Halsscliildes. Die Stirn ist nicht sehr dicht, aber 
ziemlich stark punktirt, etwas uneben, der Vorderrand erwei- 
tert, flach, im scharfen Bogen vortretend. Das Halsschild ist 
beträchtlich länger als breit, nach vorn sanft verengt, an den 
Seiten sehr schwach gerundet, mit langen, scharfen Hinter- 
ecken, wenig gewölbt, weitläuftig und ziemlich fein punktirt, 
mit einer tiefen Längsfurche, welche erst nahe dem Vorder- 
rande aufhört. Das Schildchen ist fein punktirt. Die Flü- 
geldecken haben 'V/^ mal die Länge des Halsschildes, sind 
nach der Spitze hin ziemlich allmählich verengt, an der Spi- 
tze selbst ausgerandet, mit regelmässigen feinen Punktreihen 
in äusserst feinen Streifen und einzeln und fein punktirten, 
flachen Zwischenräumen. Die Beine sind hell braunroth. 

Von Borneo. 

27. Cr. prominens: Antennis fortioribus, puberiilis, di- 

lute castanens, nitidus, tenuiter piibescens, fronte fortiter 

prominente, thorace subtiliter punctato, posterius obsolete 

canaliciilato , elytris punctato -substriatis, apice emarginatis. 

Etwas gestrecker als der vorige, bei aller Uebereinstim- 



110 

mung dnrcli das feiner punktirte, statt der durclilaufeiiden 
Furche nur liinten mit der Spur einer feinen Längsrinne ver- 
sehene, nach vorn starker yercngte und an den Seiten durch- 
aus nicht gerundete Halsschild , die im Verhiiltniss zum Hals- 
schilde längeren, in feinen Streifen punktirten Flügeldecken, 
und die zwischen den Augen nicht eingedrückte Stirn hinrei- 
chend unterschieden. Reichlich 6 Lin. lang, hell braunrotli, 
mit noch lichterer Oberseite des Halsschildes, sehr glänzend, 
mit greisen Härchen dünn bekleidet. Die Fühler sind von der 
Länge des Kopfes und Halsschildes, mit ziemlich kurzer, ab- 
stehender Behaarung. Die Stirn ist dicht punktirt, zwischen 
den Augen eben, mit etwas flach gedrücktem, erweitertem und 
nach yorn stark vorragendem Vorderrande. Scheitel und Vor- 
derrand des Halsschildes sind bräunlich. Das Halsschild ist 
viel länger als breit, nach vorn gleichmässig verengt, mit 
geraden Seiten, leicht gewölbt, fein und weilläuftig punktirt, 
hinten mit einer schwachen, schon gegen die Mitte hin erlö- 
schenden Längsrinne. Das Schildchen ist fein und einzeln 
punktirt. Die Flügeldecken sind 2% mal länger als das Hals- 
schild, nach hinten allmählich und gleichmässig verschmälert, 
an der Spitze ausgerandet, fein punktirt- gestreift, in den fla- 
chen Zwischenräumen fein und ziemlich weitläuftig punktirt. 
Die Beine sind hell rothbraun, die Schenkel lichter. 

Aus Java; von Fan der Linden mitgetheilt. 
28. Cr. rubidus: Antennis brevioribus, lanuginosis, rufus, 
nitidus, pubescens, fronte leviter prominente, thorace co- 
leopteris angustiore obsolete sulcato, crebre punctato, ely- 
tris punctato -striatis. 

Etwas über 5 Lin. lang, glänzend roth, der Wurzel- 
rand und die umgeschlagenen Seiten der Flügeldecken gelb- 
lich roth, durch eine gelbliche, wenig anliegende Behaarung 
etwas rauh. Die Fühler sind nicht ganz von der Länge des 
Kopfes und Halsschildes, deutlich gesägt, die drei ersten Glie- 
der von der Farbe des Körpers, die übrigen schwärzlichbraun, 
dünn flaumartig behaart. Die Stirn ist gleichmässig flach ge- 
wölbt, dicht narbig punktirt, nach vorn massig vortretend, 
abgerundet, mit etwas aufgeworfenem Rande. Das Halsschild 
etwas schmaler als die Flügeldecken, reichlich so lang als vor 



111 

(Icu Hiutcrcckcn breit, nach vorn glciclimassig verengt, au 
den Seiten kaum ein wenig gerundet, flach gewölbt, ziemlich 
(licht und ni(lit sehr fein punktirt, mit nach vorn verlöschen- 
der Längsfurche. Die Flügeldecken sind 2'/, mal so lang als 
das Halsschild, stark punktirt - gestreift, die Zwischenräume 
massig fein punktirt, leicht und fein der Queere nach genm- 
zelt, die Spitze abgerundet. Die Beine sind kaum heller als 
der Körper. 

Aus Java. 

29. Gr. puberulus: Antennis puberulis, dilute badius, 
pube grisca subhirsutus, thoracc coleopterorum latitudine 
crebrius punctato, elytris punctato-striatis. 

Von ziemlich schmaler Gestalt, nahe an 5 Linien lang, 
hell rothbraun, mit ziemlich langer, wenig anliegender, grauer 
Behaarung. Die Fühler sind etwas länger als Kopf und Hals- 
schild, mit kurzer, abstehender, ziemlich feiner Pubescenz. 
Die Stirn ist ziemlich eben, dicht und tief punktirt, schräg 
absteigend, mit erweitertem, horizontalem, in der Mitte leicht 
ausgebuchtetem Yorderrande. Das Halsschild ist von der Breite 
der Flügeldecken, länger als vor den Hinterecken breit, an 
den Seiten leicht gerundet, nach vorn verschmälert, flach ge- 
wölbt, an den Seiten dicht und stark, auf der Mitte des Rü- 
ckens feiner und einzelner punktirt, hinten mit der Spur ei- 
ner Längsrinne. Das Schildchen ist der Länge nach vertieft, 
fast ohne Punkte. Die Flügeldecken sind ^y^ mal so lang 
als das Halsschild , von der Basis nach der Spitze hin allmäh- 
lich etwas verschmälert, punktirt -gestreift, mit flachen, fein 
und sparsam punktirten Zwischenräumen. Die Unterseite mit 
den Beinen ist etwas heller als die Oberseite, die Behaarung 
daselbst kürzer, anliegender. 

Von Java. 

30. Cr. labidus: Antennis subtiliter pubescentibus, nigro- 
piceus, griseo-pubescens, antennis pedibusque rufis, tho- 
race coleopterorum latitudine, convexo, crebrius punctato, 
obsolete canaliculato , elytris punctato-striatis. 

Fast von der Gestalt eines Cardiophorus , beinahe 5 Li- 
nien lang, schwarzbraun, mit kurzer, anliegender, greiser 
Behaarung ziemlich dicht bekleidet. Die Fühler sind ziem- 



112 

lieh kurz, braunrotli , mit feiner, anliegender Pubescenz. Die 
Stirn ist etwas gewölbt, etwas unregelniiissig punktirt, mit 
wenig Tortretendem Yorderrande. Das Halsschild ist kürzer 
als \'or den Hinterwinkeln breit, an den Seiten etwas gerun- 
det, erst nahe an den Yorderwinkeln etwas verengt, ziemlich 
stark gewölbt, an den Seiten dicht und ziemlich stark, auf 
der Mitte des Rückens weillauftig und fein punktirt, mit einer 
seichten, nicht ganz bis zum Vorderrande auslanfenden Längs- 
rinne. Die Hinterecken sind yerhältnissmässig kurz. Das 
Schildchen ist weitläuftig und fein punktirt. Die Flügelde- 
cken sind 2Y3 mal so lang als das Halsschild, bis über die 
Mitte hinab gleich breit, dann hinten zugespitzt, punktirt -ge- 
streift, die inneren Punktstreifen schwächer, die Zwischen- 
räume einzeln und fein punktirt, die äussern leicht gewölbt, 
die innern etwas breiter und flach. Die Beine sind bräun- 
lich -roth. 

Aus Bengalen. 

31. Cr. promiscuus: Antennis subtililer pubescentibus, pe- 
dibusque testaceis, badius, griseo-pubescens, thorace coleo- 
pteris latiore, dense punctato, elytris punctato-snbstriatis. 

Fast 4 Lin. lang , dnnkel röthlichbraun , schwach glän- 
zend, mit feiner, kurzer, ziemlich anliegender, grauer Be- 
haarung. Die Fühler sind ein wenig länger als Kopf und 
Halsschild, röthlich gelb, mit kurzer, feiner, anliegender Pn- 
bescenz. Die Stirn ist ziemlich flach und eben, dicht pnu- 
ktirt, mit wenig Tortretendem Vorderrande. Das Halsschild 
ist ein wenig breiter als die Flügeldecken , nicht ganz so lang 
als vor den Hinterwinkeln breit, an den Seiten gerundet, nach 
vorn etwas verengt, flach gewölbt, ziemlich gleichmässig dicht 
pimktirt; die Hinterecken kurz. Das Schildchen ist einzeln 
und äusserst fein punktirt. Die Flügeldecken sind nach hin- 
ten allmählich, aber nur in sehr geringem Grade verschmä- 
lert, punktirt - gestreift, die Streifen aber nur schwach ver- 
tieft, die Zwischenräume flach, einzeln punktirt. Die Beine 
sind röthlich -gelb. 

Von Isle de France. 

32. Cr. clandestinus: Antennis lanuginosis pedibusque 
riifo - testaceis , niger, cinereo- pubescens, thorace coleo- 



j)toronini latitiidinc, dcnse suhtilitcr pniictato, [)"kco, ely-- 
liis piuK.lato-strialis. 

Nur 4 Liii. laug, sclnvarz, mit geringem Glänze, mi.} 
anliegender, seidenartig schimmernder, grauer Puhescenz dicht 
bekleidet. Die Fühler sind etwas länger als Kopf und Hals- 
schild, hell hraunroth, mit dichter, al)stehendcr, flaiimartiger 
Behaarung. Die Stirn ist dicht punklirt, tief eingedrückt, mit 
etwas vorragendem Vorderrande. Das Halsschild ist von der 
Breite der Flügeldecken, etwas langer als Yor den Hinterwin- 
keln l.rcit, an den Seilen sanft gerundet, von der Mitte au 
nach Toru yerengt, gewölht, dicht und ziemlich fein pnnktirt, 
pechhraun. Das Schildchen ist fein pnnktirt. Die Flügelde- 
cken sind kaum mehr als 2' 4 mal so lang als das Halsschild, 
von der Wurzel bis über die Mitte hinab sehr wenig, von da 
])is zur Spitze etwas stärker nach hinten verschmälert, puu- 
ktirt- gestreift, die Zwischenräume schmal, flach, sehr feiii 
und einzeln pnnktirt. Die Beine sind hell bräunlich -roth. 

Aus Nordamerika. 

33. Cr. angustatus: Antennis subtiliter pubescentibus, rn- 
fo-brunneus, nitidus, griseo-pubescens, thorace coleopte- 
rorum latitudine, parce subtiliter punctato, elytris puncta- 
to-substriatis. 

Etwas flachgedrückt, 4 — 5 Lin. lang, gewöhnlich ziem- 
lich hell rothbraun, glänzend, mit massig dichter, anliegen- 
der, greiser Behaarung. Die Fühler sind ein wenig länger 
als Kopf und Halsschild, mit feiner, anliegender Pubescenz. 
Die Stirn ist sehr dicht pnnktirt, ziemlich eben, mit etwas 
vorragendem Vorderrande. Das Halöschild ist fast so lang 
als vor den Hinterwinkeln breit, nach vorn gleichmässig ver- 
schmälert, an den Seiten sehr schwach gerundet, sehr flach 
gewölbt, sparsam und fein pnnktirt. Das Schildchen ist fein 
und einzeln pnnktirt. Die Flügeldecken sind 2V3 mal so lang 
als das Halsschild, bis über die Mitte hinab ziemlich gleich 
breit, dann bis zur Spitze hin verschmälert, mit sehr regel- 
mässigen Punktreihen in schwach vertieften Streifen, und fla- 
chen, sehr fein und sparsam punktirten Zwischenräumen. Die 
Beine sind heller rothbraun. — Das Männchen ist von der 
(3. Band J. Heft.) 8 



fiferingeren Grösse und uiilorschcidet sich aiisscnlcui durch 
schmaleres , flacheres Halsschild. 

Aus Nordamerika. 
34. Cr. Americanus: Antennis sulililiter pubescentibus, 
bruniiens, ciiiereo-pultescens, thoracc coleoplerorum lati- 
tudine, convexo, parce puuclato, el,\lris forlius punctato- 
slrialis. — Elater Americanus Ilcibsl KiiL X. 74. 03. 
t. 165. 1. 2. 

Von nicht ganz S'/? —47, Lin. lang, heller oder dunkler 
röthlichbraun , mit anliegender, kurzer, aschgrauer Pubescenz. 
Die Fühler sind etwas länger als Kopf und Halsschild, mil 
sehr feiner, anliegender Pubescenz und einzelnen abstehenden 
Härchen. Die Stirn ist durch Eindrücke uneben, mit ziem- 
lich grossen, genabelten Punkten bedeckt, und mit überhän- 
gendem Vorderrande. Das Halsschild ist von der Breite der 
Flügeldecken , so lang als Yor den Hinterecken breit , an den 
Seiten sanft gerundet, nach Aorn verengt, ziemlich stark ge- 
wölbt , sehr -weitläuftig punktirt. Das Schildchen ist dicht und 
fein punktirt. Die Flügeldecken sind 2Vo mal so lang als das 
Halsschild , von der Wurzel an bis zur Mitte sehr wenig ver- 
schmälert, von da an nach hinten merklich zugespitzt, stark 
punktirt - gestreift , die Zwischenräume ilach, mit einzelnen, 
feinen Punkten. Die Beine sind heller braunroth. — Beim 
Männchen ist das Halsschild weniger gewölbt und an den Sei- 
ten weniger gerundet. 

Aus Nordamerika. 
35. Cr. tenellus: Antennis subtiliter pubescentibus, ferru- 
gineus, cinereo - pubescens , thorace coleopterorum latitu- 
dine, antrorsuni angustato, parce sublilius punctato, elytris 
fortiter punctato - striatis. 

Die kleinste Art der Gattung 273 Lin. lang, dabei von 
schmaler Gestalt, rostroth, mit nicht sehr feiner, aber dün- 
ner, grauer Behaarung. Die Fühler sind von der Länge des 
Kopfes und Halsschildes, mit feiner, anliegender Pubescenz 
und mit einzelnen, abstehenden Härchen. Die Stirn ist ge- 
wölbt, eben, nicht sehr dicht punktirt, mit vortretendem Vor- 
derrande. Das Halsschild ist so lang als vor den Hinterwin- 
kelü breit, nach vorn allmählich etwas verschmälert, an den 



115 

Seiten kaum germulct , schwach gewölbt, sparsam und ziem- 
lieli lein punktiit. Die Flügeldecken sind etwa 2'/, mal so 
lang als das Halsschild, sehr stark punktirt- gestreift, die Zwi- 
schenrcuinie etwas querrunzlich , einzeln und fein punktirt. Die 
Beine sind etAvas heller als der Körper. — Von Cr. Ame- 
ricanus, ausser der \iel kleineren, schmächtigeren Gestalt, 
durch die gewölbte Stirn ohne Eindrücke unterschieden. 
Aus Nordamerika. 



Ausser den vorstehenden Arten, welche ich in der Königl. 
Sammlnng vor mir habe, sind noch folgende zu dieser Gat- 
tung zu zählen: 

36. Cr. Persicus: Rufo-piceus, pubescens, thorace nigro- 
piceo, profunde punctulalo, anterius dilatato, clytris valde 
eiongatis, tenue punctnlato-strlatis, interstitiis planis, mi- 
nutissime punctulatis. — Long, 6 lin. — Fahl. Nouv. 
Me'm. d. 1. Soc. Imp. d. Nat. d. Moscon. IV. 161. 145. 

37. Cr. Menetriesii: Elongatus, fnsco-piceus, totns bre- 
Titer pilosus , thorace elongato , punctatissimo , antice an- 
gustiori, antennis thorace longioribus, clytris attcnualis, 
corpore subtus pedibusque fuscis. — Long. 5 lin. — Fald. 
a. a. 0. 162. 146. t. 5. f. 9. — Elater sobrinus Me- 
iictr. Cat. rais. 157. 630. 

38. Cr. conformis: Lineari- elongatus, rubro-fuscus, sub- 
nitidus, pubescens , thoracis angulis posticis valde productis, 
acuminatis', elytris parallelis, pone medium subattennatis, 
rüde punctato - striatis, interstitiis concinne confertissime 
punctulatis. — Long. 6V2 lin. — Fald. a. a. 0. 163. 147. 

39. Cr. Anachoreta: Elongatns, parallelus, convexus, fu- 
scus, thorace nigro , rugoso -punctato, gibbo, angulis po- 
sticis porrectis, explanatis, reflexis , corpore subtus pedibus- 
que rufo-ferrugineis. — Long. 6 lin. — Fald. a. a. 0. 
165. 148. — Elater anachoreta Metietr. Cat. rais. 
159. 137. 

Diese vier Arten sind aus dem Russischen Persien und 
Armenien. 

40. Cr. similis: Niger, piibescens, antennis pedibusque 
fnhis, prothorace parcius punctato, haud canaliculato, ely- 

8* 



110 

-• ti'is punctalo-strinlis. — Loiiff. (S^l^ lin. — Pcrimccus 
; similis Kirhij Fiiuiia Uorcali -Aiiievicaiia. IV. 149. 3. 

Dem Cr. comiiuiiiis iialie vcnvaiuU, aber dunkler ^cfilrht, 
auf dem Halsschildc dculliclicr punktirt und ohne Spur einer 
Rinne. — In Nordamerika unter dem 54" N. Br. 

Cr. siihvillosus Brülle (Exped. d. Moree S. 137.) 
ist mir zweifelhaft. Er soll sich vom Cr. castanipes? (El. ob- 
scurus F.) besonders durch ein eino;edriicktes Schildchen un- 
terscheiden; Eindrücke auf dem Schildchen scheinen aber hier 
sehr unwesentlich zu sein. 

Mclanotus ater Kschsch. (Thon Arch. II. I. S. 32.) 
ist ebenfalls sehr apocryphisch , denn die ge2;ebene Diao;nose 
passt Tortrelflich auf den Cr. niger, und da dieser nicht 
itiit aufgeführt ist, könnte es wohl sein, öass Eschscfiol/z die- 
sen Tor sich gehabt hatte. Die Angabe des Vaterlandes (Bra- 
silien) beruhte dann auf einem Irrthume. 

Perotliops Eschsch. 

Kopf massig gross, die Stirn absteigend, zwischen den 
elliptischen Augen von einem scharfen, niederhängenden Rande 
begriinzt, unter demselben ein halbkreisförmig ausgebreitetes, 
den Mund von oben verdeckendes Kopfscliild. — Fühler un- 
ter dem Stirnrande eingelenkt , unter sich nicht weiter , als 
jedes von dem Auge seiner Seite entfernt, 11-gliedrig, das 
erste Glied dick, das zweite halb so lang als das dritte, die- 
ses um die Hälfte länger als die folgenden 6, alle cylindrisch, 
die letzten beiden kürzer, das vorletzte verkehrt kegelförmig, 
das letzte an der Spitze stumpf gerundet. — Lefze nicht 
sichtbar. — Mandibeln stark, sichelförmig gekrümmt, mit- 
einfacher Spitze , aussen mit einem Bart. — An den Maxil- 
len die beiden Laden klein und schmal , die äussere hornig, 
an der Spitze behaart, die innere dünnhäutig, mit lederarti- 
gem Aussenrande und einem kleinen, kurzen, nach innen ge- 
richteten Bart an der Spitze des Innenrandes; die Taster mit 
stark beilförmigem Endgliede. — Kinn breiter als lang, nach 
vorn halbkreisförmig gerundet, in der Mitte abgestutzt. — 
Zunge häutig, schmal, neben den Tasterstämmen nicht vor- 



117 

Uetciul, in zwei schmale, zuiiespilzle Lappcii getlieilt. Die 
Lippentaster mit stark Ijeillurinii^em Eiidgliede. 

Hals Schild gewölbt, mit kurzen Hiiitcreckeii. Pro- 
stenmm mit äusserst kurzem, vorderem Lappen, und mit ei- 
nem kurzen, einfachen, in eine tiefe Grube der Miitelbrusl 
eingreifenden Bruststachel. 

Schildchen gerundet, an der Basis gerade abge- 
schnitten. 

Schenkel decken sehr schmal, in der Mitte jab er- 
weitert, 

Beine massig kurz, Füsse kurz, unten diclit l)ehaart, 
das erste Glied etwas breit, namentlich au den Hinterlüssen. 
Die Klauen sehr stark kammf«)rmig gezähnt. 

Die Männchen sind halb so gross als die Weibchen, ha- 
ben längere Fühler und etwas schmäleres Halsschild , unlei- 
scheiden sich sonst aber nicht. 

Diese Gattung steht unter allen mir bekannten Elateren 
einzig da in der \om allgemeinen Typus abweichenden schild- 
förmigen Erweiterung des Kopfschildes, der yersteckten Lefze; 
der Form der Zunge und der genäherten Fühler, selbst iii 
den etwas vorragenden sichelförmigen Mandibeln. 

Dass dies die Gatt. Perothops Eschsch. sei, darin 
glauhe ich nicht zu irren ; ich habe vielleicht dieselbe Art vor 
mir, wie Eschscholtz. Diese, welche in Nordamerika nicht 
selten zu sein scheint, ist al)er 

1. P. mucidus. 

Elater mucidus Kn. Schötih. Syn. HL Siippl. 133. 182. 
Elater miiscidus Say Annais of the Lyceum of nat. 
Eist, of New York. L IL 256. 0. 

Das Männchen nannte Knoch El. unicolor. 
Die Grundfcirbe ist gewöhnlich licht rothbraun, zuwei- 
len dunkelbraun, selbst schwarz. 

Adra^tllJS Eschsch. 

Kopf massig klein, Stirn ohne Kaute, über dem Munde 
meist gerade abgestutzt, zuweilen auch zugespitzt. Lefze hall»- 
kreisförmig. Mandibel zweispitzig. Die Maxillartaster haben 



118 

ein zugespitztes Endglied , das der Lippentaster ist beilförmig. 
Die Zunge ist Yon der Breite des Kinns , halbkreisförmig. Die 
Fühler sind 11-gliedrig, fadenförmig, das erste Glied ziem- 
lich lang, dicker als die übrigen, cylindrisch, das zweite und 
dritte ein wenig dünner und kfirzer als die übrigen, aber noch 
immer länger als dick, das letzte Glied zugespitzt. 

Hals Schild au den Seiten ungerandet. Prosternum 
mit sehr kurzem Vorderlappen, und nicht sehr langem, yor 
der Spitze mit einem kleineu Absatz versehenem Bruststachel. 

Schildchen länglich mit gerundeter Spitze. 

Schenkeldecken schmal, in der Mitte sanft erweitert. 

Beine kurz, Füsse entweder einfach oder am yierten 
GlJede mit einem Hautläppchen; Klauen mit Sägezähnen be- 
waffnet. 

Diese kleine Gattung, so grosse Uebereinstimmung im 
Aeussern ilire Arten auch mit denen von Dolopius haben, ist 
sehr ausgezeichnet. Sie schliesst sich zwar durch die Bil- 
dung der Stirn unmittelbar auf der einen Seite an Synaptus, 
auf der andern an Dolopius, Ectinus u. s. w. Von letzteren 
unterscheidet sie sich durch die gezähnelten Klauen, tou er- 
sterer durch die Bildung der Füsse, von beiden, wie von al- 
len übrigen ächten Elateren, durch das zugespitzte Endglied 
der Maxillartaster. 

Es kommen hier, ebenso wie bei Cardiophorus, Arten 
vor, bei denen das vierte Fussglied einfach ist, und solche, 
wo es ein kleines Hautläppchen hat. Letztere entsprechen viel- 
leicht der Gattung Esthes opus Eschsch.; da ich aber keine 
beglaubigte Art derselben kenne, muss ich diese Vermuthung 
unbegründet lassen. 

Die Königl. Sammlung in Berlin besitzt zur Zeit folgende 
Arten : 

* Die Füsse ain vierten Gliede mit einem Haut- 
läppchen. 
1. A. terniinatus: Rufo -testaceus, capite, scutello, pro- 
sterno pectoreque nigris, elytris uigricantibus. 
Var. elytris apice concoloribus. 
3 Linien lang, gelblich -roth oder röthlich-gelb, ziem- 
lich glänzend, mit etwas grober, anliegender, greiser Behaa- 



IUI 

niiig massig' diclil bekicidcl. Die Fühler sind so lang als 
Kopl und Halsschild, \<»n der Farbe des Körpers. Der Kopf 
ist dicht pnnktirt, schwarz, der Stirnrand über dem Munde 
gerade al)gestutzt. Das Halsschild ist so lang' als \or den 
Hinterecken breit, gleich breit, an den Seiten gerade, nur an 
den Vorderecken gerundet, dicht pnnktirt, am Vorderrande 
sdnvarz. Das Schildchen ist schwarz. Die Flügeldecken sind 
gegen die Spitze hin allmählich etwas verschmälert, ziemlich 
stark pnnktirt - gestreift, mit flachen, ziemlich fein punktir- 
len Zwischenräumen, das hinterste Viertel oder Drittel meist 
sclnvärzlir h , zuweilen sind aber auch die Flügeldecken ganz 
einfarbig. Auf der Unterseite sind das Prosteruum und die 
lirust schwarz. 

Aus Istrien, Dahnatien, \on den jonischen Inseln und 
aus Macedonien. 

2. A. rutilipennis: Niger, elytris, anteunis pedibusque 
rufo - testaceis. — E 1 a t e r rutilipennis lllig. Magaz. 
VI. 6. 8. 

Ein wenig kleiner und im Verhilltniss gedrungener als 
der vorige, schwarz, mit grober, leicht anliegender, ziemlich 
dichter, gelblich - greiser Behaarung. Die Fühler sind von 
der Lauge des Kopfes und Halsschildes, rothlich-gelb. Der 
Kopf ist dicht pnnktirt, der Stirnrand über dem Munde ge- 
rade abgeschnitten. Das Halsschild ist ziemlich so lang als 
vor den Hinterwinkeln breit, nach vorn nicht verschmälert, 
an den Seiten sehr leicht gerundet, massig gewölbt, dicht 
punlitirt. Die Flügeldecken sind stark pnnktirt -gestreift, mit 
flachen, fein punktirten Zwischenräumen, gelblich -roth, nach 
hinten an der Naht leicht gebräunt. Auf der Unterseite sind 
der Mund, der Vorderrand des Prosteruum und die Spitze des 
Hinterleibes braunroth. Die Beine sind röthlich-gelb. 

Aus Portugal. 

3. A. fusculus: Fuscus, antennis pedibusque testaceis. 

Vou der Grösse und auch ziemlich von der Gestalt des 
Dolopius marginatus, 3 Lin. lang, heller oder dunkler braun, 
zuweileu auf der Oberseite fast schwarz, mit grober, anlie- 
gender, greiser Pubescenz ziemlich dicht bekleidet. Die Füh- 
ler sind von der Länge des Kopfes und Halsschildes, massig 



120 

(lüiiii, rollilifch-gell). Die Slirii ist sehr dicht piinktirt, über 
dem Munde einen ziemlieh scharten Winkel l)ildend. Das 
Halsschild ist etwa so lang als vor den Hinterecken breit, 
gleich breit, an den Seiten gerade, nur an dem Vorderwinkel 
etwas al)gerundct, leicht gewölbt, am Vorderrande dicht, auf 
der Mitte weitläuftiger und stärker, nach den Hinterwinkeln 
zu sparsam und fein punktirt, an den Vorderecken oder am 
ganzen Vordeirande hell rothbraun. Das Schildchen ist äus- 
serst fein und kaum bemerkbar punktirt. Die Flügeldecken 
sind stark punktirt -gestreift, die Zwischenräume ziemlich flach, 
sehr fei]i und einzeln punktirt. Die Beine sind röthlich-gelb. 

Aus Cuba. 
4. A. pumilus: Piceus, antennis, Ihoracis lateribus pcdi- 
bus el}trisque testaceis, sutura infuscata. 

Kaum etwas grösser und gestreckter als A. pusillns, et- 
was über 2 Lin. lang, braun, mit ziemlich grober, anliegen- 
der, greiser Pubescenz. Die Fühler sind \on der Länge des 
Kopfes und Halsschildes, rütlilich-gelb. Der Kopf ist ziem- 
lich fein und dicht punktirt, die Stirn nach unten einen etwas 
stumpfen Winkel bildend. Das Halsschild ist ein wenig schmä- 
ler als die Flügeldecken, fast so lang als vor den Hinterwin- 
keln breit, gleich breit, an den Seiten gerade, nur gegen die 
Vorderecken hin etwas abgerundet, schwach gewölbt, ziemlich 
fein und nicht ganz dicht punktirt, braun, an den Seiten hel- 
ler rothbraun. Das Schildchen kaum bemerkbar fein pun- 
ktirt. Die Flügeldecken sind gegen die Spitze hin ziemlich all- 
mählich verschmälert, punktirt -gestreift, mit etwas weitläuftig 
punktirten Zwischenräumen, bräunlich- gelb, an der Naht leicht 
gebräunt. Die Ernst dunkelbraun, die Unterseite des Hals- 
schildcs und der Hinterleib heller rothbraun. Die Beine röth- 
lich-gelb. 

Dem A. limbatus fast zum Verwechseln ähnlich, aber 
durch die Füsse verschieden. 

Aus Nordamerika. 
5.-A. cruciellus: Testaceus, thorace parce subtiliterque 
pundato, eljtrorum cruce fusca, pedibus flavls. 

Von der Gestalt des vorigen, aber etwas grösser, reich- 
lich lYo Lin. lang, röthlich-gelb, mit grober, anliegender, 



121 

i!,i'eisei Bcluiariinji niilssig dichl liekleidel. üic Fühler sind 
von der Lange des Kopfes und HalsscJiiidcs. Die Slirn ist 
nicht sehr dicht punktirt, vorn in einen Winkel aushiufend, 
(lesjen iiusserste Spitze üi)er dem Munde aber al)gestutzt ist. 
J)as Halssciiihl ist kaum so lang als yor den Hiuterwinkeln 
breit, nach yorn kaum etwas Ycrschmälert , an den Seiten sehr 
schwach gerundet, etwas gewölbt, sehr fein und einzeln pun-; 
ktirt. Das Schildchen ist glatt. Die Flügeldecken sind punr 
ktirt- gestreift , mit einzeln und sehr fein punktirten Zwischen^ 
riuinicn: eine Querbinde auf der Mitte und die Naht vor die- 
ser Binde sind brauu, zuweilen fast schwarz: hinter de;- Binde 
ist die Naht leicht gebräunt. Die Beine sind heller gelb. 

Bei dunklcii Individuen sind Sliru und Mitte des Hals^ 
Schildes etwas gebräunt, und die Unterseite grösstentheils dun- 
kel, fast sclnvärzlicii ; bei hellen Individuen verschwindet da- 
gegen die kreuzförmige Zeichnung auf den Flügeldecken. Vom 
A. praecox unterscheidet sich diese Art leicht durch den ai)ge- 
stulzten Winkel des vorderen Stirnrandes. 

Aus Mexico. 
G. A. praecox: Testaceus, inunaculatus , thorace parce sub- 
tiliter pnnctato, pedijjus flavis. 

Fast noch kleiner als A. pusillus, nicht völlig IY2 Lin. 
lang, hell röthlich-gelb, mit noch etwas helleren Fühlern 
und Flügeldecken , mit etwas grober, anliegender, greiser Fu- 
bcscenz massig dicht bekleidet. Die Fühler sind reichlich so 
lang als Kopf und Halsschild. Die Stirn ist äusserst fein pun- 
ktirt, über dem Munde einen stumpfen Winkel bildend. Das 
Halsschild ist etwas kürzer als vor den Hinterwinkeln ])reit, 
nach vorn nicht verengt, an den Seiten sehr leicht gerundet, 
weitläuftig und sehr fein punktirt. Das Schildchen ist glatt. 
Die Flügeldecken sind gegen die Spitze hin ziemlich allmäh- 
lich verschmälert, punktirt -gestreift, in den Zwischenräumen 
weitläuftig punktirt. Die Beine sind hellgelb. 

Von Jalappa in Mexico. 
7. A. praevius: Fuscus, thorace testaceo fusco-bilineato, 
elytris plaga maculaque testaceis, pedil)us flavis. 

Eine von allen ü])rigen durch die Grösse, die feine, sei- 
denartige Pubesceuz und die längeren, dünnereu Fühler al)- 



122 

weichende Art. Reichlicli 4 Liii. laiio. Die Fühler sind so 
lang als Kopf und Halsscliild, dünn. Der Kopf ist l)raunrolli. 
sehr dicht pnnktirt, der vordere Stirnrand aufgeAVoricn, über 
dem Munde einen etwas stumpfen Winkel hildend. Das Hals- 
scliild ist etwas schmäler als die Flügeldecken , ein wenig kür- 
zer als \or den Hinterecken hreit , nach \orn unmerklich \er- 
schraiüert, an den Seiten gerade, und an den Vorderecken ab- 
gerundet, massig gewölbt, dicht und fein pnnktirt, röthlich- 
gell), mit 2 schwarzbraunen Längslinien , deren Zwisclienrauiti 
rothhraun ist. Das Schildchen ist mit dichter, grauer Pube- 
scenz bedeckt. Die Flügeldecken sind 273 nial so lang als 
das Halsschild, nach der Spitze zu allmählich verschmälert, 
regelmässig reihenweise pnnktirt, mit dicht und fein punktir- 
ten Zwischenräumen , schwarzbraun , mit einem von der Schul- 
ter schräg gegen die Naht hin fast bis zur Mitte herabrei- 
chenden Streif und einem kleineren runden Fleck hinter der 
Mitte von röthlich- gelber Farbe. Brust und Hinterleib sind 
rothbraun, die Beine hellgelb. Der Körper ist mit dichter, 
feiner, anliegender, seidenartig schimmernder, grauer Behaa- 
rung bekleidet, welche auf der Naht der Flügeldecken stär- 
ker verdichtet ist, so dass diese dadurch selbst grau erscheint. 
Von Port au Princc auf St. Domingo. 

** Die Füsse oline Hautläpp dien. 
Bei allen hierher gehörigen Arten sind die Schenkel- 
decken durchsichtig. 

8. A. axillaris: Thoracis angulis posterioribus extrorsum 
vergentibus, niger, fusco-pubescens, antennarum basi pedi- 
busque testaceis , elytris fuscis, macula obsoleta humerali te- 
stacea. 

Von der gestreckten Gestalt des A. limbatus , und reich- 
lich von der Grösse desselben, 2Vo Lin. lang, schwarz, mit 
nicht sehr dichter, und wenig anliegender, brauner, auf dem 
vorderen Thcil des Körpers greisschimmernder, auf dem gros- 
sem Theil der Flügeldecken fast schwarzer Behaarung. Die 
Fühler sind betrachtlich länger als Kopf und Halsschiid , braun, 
die 2 oder 3 ersten Glieder röthlich -gelb. Gleiche Farbe ha- 
ben auch die Palpen. Die Stirn ist gewölbt, schwach der 
Länge nach eingedrückt, pnnktirt, über dem Munde gerade 



123 

al)ij:es('lii!illeii. Das Flalsschild ist heim Maiinclien schmäler 
als die Flii2;eldeckeii, nach vorn etwas verschmälert, an den 
Seiten ii<M-adc, und durchaus nicht gerundet, schwach gewölbt, 
heim Weibchen ziemlich von der Breite der Flügeldecken, an 
den Seilen hinter der Mitte gerade, vor der Mitte ziemlich 
stark gerundet, stärker gewölbt, fein und ziemlich vveitläuftig 
punktirt, der Vorderrand auf jeder Seite rothbrauu durch- 
scheinend, die Hinterecken lang und spitz, etwas nach aussen 
gerichtet. Das Schildchen ist glatt. Die Flügeldecken sind 
etwa dreimal so lang als das Halsschild, bis zur Mitte gleich 
breit, von da bis zur Spitze allmählich verschmälert, punktirt- 
gestreift, die Punktstreifen an der Spitze erlöschend, die Zwi- 
schenräume sehr einzeln und fein punktirt, sie sind mehr oder 
weniger dunkelbraun, zuweilen fast schwarz, und haben an 
der Schulter einen unbestimmten , mehr oder weniger erlosche- 
nen, gelbbraunen Fleck. Auf der Unterseite ist das letzte 
Hintcrleibssegment röthlich - gelb gerandet. Die Beine sind 
röthlich - gelb , die Schenkel in der Mitte bräunlich. 

Zuweilen bleibt die helle Stelle au den Schultern der 
Flügeldecken ganz aus. 

Aus Oestreich , Steiermark , Schlesien , Ungarn und Gal- 
licien. 

Durch die Farbe der weder dichten noch groben Be- 
haarung des Körpers besonders kenntlich. 
9. A. limbatus: Thoracis angulis posterioribus antrorsum 
vergentibus, niger, griseo-pubescens, antennarum basi, pe- 
dibus elytrisque testaceis, his sutura limboque exteriori fe- 
moribusque fuscis. — Elater limbatus Fab. S. El. IL 
242. 109. 

Von ziemlich langgestreckter Gestalt, 2'/3 Linien lang, 
glänzend und tiefschwarz, mit nicht sehr dichter, ziemlich gro- 
ber, greiser Behaarung. Die Fühler sind beim Weibchen fast, 
beim Männchen von mehr als doppelter Körperlänge, braun, 
zuweilen braunroth, die beiden ersten Glieder gelb. Die Ta- 
ster sind hellgelb. Die Stirn ist gewölbt, ziemlich dicht und 
stark punktirt, über dem Munde gerade abgeschnitten. Das 
Halsschild ist so lang als breit, an den Seiten gerade und nur 
an den Yorderecken ein wenig gerundet, vor den langen, spi- 



124 

tzeii, etwas nach aussen gerichteten Hiutereckcn nicht ein- 
gezogen, flach ge>völl)t, fein punktirt, der Voiderraud aiit 
jeder Seite löllilicli-gelb. Die Hinteiccken , sowie der Voi- 
derrand und die Spitze des Prosternuni schwarz. Das Schild- 
chen ist glatt. Die Flügeldecken sind etwa 273 mal so lang 
als das Halsschild , heim Mäuucheu nach der Spitze hin all- 
mählich yerschmälcrt , beim Weil)chen bis ül)er die Mitte hin- 
ab gleich breit, punktirt -gestreift, die Punktstreifen au der 
Spitze undeutlich, die Zwischenräume sehr fein und einzeln 
punktirt; sie sind bräunlich - gell) , die Naht breit braun, der 
Aussenrand gebräunt, die Spitze mehr oder weniger weit hin- 
auf greis, so dass oft nur die Schultern eigentlich gelb blei- 
ben. Der umgeschlagene Tlieil des Randes der Flügeldecken 
ist schwarz. Das letzte Hinterleibssegment ist einfar])ig schwarz. 
Die Beine sind rothlich-gelb , die Schenkel braun. 

Beim Männchen ist das Kaisschild ein wenig schmäler 
als beim Weibchen. 

In Deutschland einheimisch. 
10. A. pallens: Thoracis angulis posterioribus extrorsum 

\ergentil)us , niger, griseo - pubescens, antennis testaceis, 

pedibus elytrisque flavis. — Elater pallens Fab. Syst. 

El. II. 242. 108. — El. limbatus Herbst Käf. X. t. 

169. f. 1. 

Var. Elytrorum sutura iafuscata. 

Elater limbatus Paj/lc. Faun. Suec. III. 43.49. Gj/l/. 

Ins. Suec. I. 433. 62. — Elater pusillus Herbst. Käf. 

X. 85. 97. t. 165. f. 11. 

Etwas kleiner und namentlich kürzer als der vorige, 
Jiäufig weniger, selten mehr als 2 Linien lang, glänzend 
schwarz, mit grober, greiser Behaarung. Die Fühler sind 
ganz gelb , beim Männchen kaum von ballier Körperlänge, 
beim Weibchen wenig länger als Kopf und Halsschild. Lefze 
und Mandibeln sind rothbraun. Die Taster gelb. Die Stirn 
ist gewölbt, nicht sehr dicht punktirt, über dem Munde ge- 
rade abgeschnitten. Das Halsschild ist fast so lang als breit, 
an den Seiten beim Weibchen ziemlich stark, beim Männchen 
schwächer gerundet , hinter der Mitte etwas eingezogen , ziem- 
lich stark gewölbt, weitläuftig und fein punktirt. Der Vor- 



123 

(lerraml (in der MiUc niiJcrl)ro(hcn) und die spitzen, etwas 
seitwärts gerichteten HintciTcken röllilidi - gell). Das Scliild- 
dien ist glatt, hald gell), bald braun, bald schwarz. Die 
Flügeldecken sind nur etwa 2V2 "i'T^l so lang als das Hals- 
schild , von der Mitte al) nach der Spitze hin yerschmälcrt, 
punktirt- gestreift, die Pnnktstreifen nach der Spitze hin all- 
mählich schwächer werdend, die Zwischenräume sehr fein und 
einzeln punktirt; sie sind gewöhnlich ganz gelb, oft selbst 
ziemlich hellgelb. Auf der Unterseile ist der Yorderrand und 
die Spitze des Prosternum braunrolh, der Rand des letzten 
Hinterlcibsscgmcnts gelb. Die Beine sind hellgelb. 

Zuweilen ist die Naht mehr oder weniger gebräunt; bei 
solchen Exemplaren pflegt auch der umgeschlagene Tlieil des 
Fliigeldeckenrandcs braun zu sein, der bei der gewöhnlicher 
vorkommenden Stamniart gelb ist. Auch sind ])ei der dunkle- 
ren Abänderung die Hinterecken des Halsschildes oft schwarz. 

In Deutschland, Schweden, Finnland und im Ural. 

Meist mit dem vorhergehenden verwechselt, von dem er 
sich durch seine kürzere Gestalt, das an den Seiten gerun- 
dete, hinten eingezogene, gewölbtere, weitläufliger und feiner 
punktirte Halsschild, die ganz gelben Fühler, den gelben Rand 
des letzten Hinterlcil)ssegnients und rothbraunen Yorderrand 
und Spitze des Prosternum unterscheidet. 
11. A. luteipennis: Thoracis angulis postcrioribus extror- 
sum vergentibns , niger , griseo - pnbescens , antennarnm basi 
pedibusque testaceis , elytris attenuatis, luteis, sutura apice- 
que fuscis. 

Etwa halb so gross als der vorige , um die Hälfte grös- 
ser als A. pusillus, IV3 Linien lang, glänzend schwarz, mit 
nicht sehr dichter, wenig anliegender, greiser Behaarung. Die 
Fühler sind ein wenig länger als Kopf und Halsschild , hell 
braunroth, die beiden ersten Glieder gelb. Die Stirn ist ge- 
wölbt, weitläuftig und fein punktirt, über dem Mnnde gerade 
abgeschnitten. Das Halsschild ist nicht ganz so lang als breit, 
an den Seiten gerundet, nach vorn etwas verengt, hinter der 
Mitte sehr wenig eingezogen, mit nicht sehr langen, aber spi- 
tzen, etwas nach aussen gerichteten Hinterecken, sanft gewölbt, 
etwas weitläuftig punktirt, die Seiten des Yorderrandes und 



die Hiiitereckeii rötlilich ^olh. Das ScliildcluMi ist ülatt. Die 
Fliigeldcckeu sind etwa 2V2 mal so lang- als das Halssciiild, 
schon \oii der Basis an allmälilich versclimälort und zugespilzl, 
piinktirt- gestreift, die Pitnktstreifeu nach der Spitze hin schAvii- 
cher, die Spitze ganz glatt, die Zwischenräume der l'unkt- 
streifeu weitliluflig und fein punktirl; sie sind gelb, an der 
Naht, der Spitze und dem hinteren Thcile des Aussenrandes 
gebrannt. Auf der Unterseite sind der Yorderrand und die 
hintere Spitze des Prosternum gelb, der letzte Hinlerleil)sring 
aber nicht gelb gerandet. Die Beine sind gelb. 

Aus Oestreich. \on Herrn Schüppcl. 
12. A. lacertosus: Thoracis angulis posterioribus retror- 
suni spectantibus , niger, deuse griseo-pul)escens, antenna- 
rum basi pedibusque lestaceis, el}lris fuscis, plaga liume- 
rali testacca. 

Von der Gestalt und reichlich von der Grösse des A. 
pallens, etwas über 2 Lin. lang, schwarz, durch seine kurze, 
dichte, anliegende, gelblich -greise Behaarung vor den ver- 
wandten Arten ausgezeichnet. Die Fühler sind kaum langer 
als Kopf und Halssciiild, braun, die ersten drei Glieder roth- 
lich-gelb. Die Stirn ist gewölbt, durch seichte Eindrücke 
etwas uneben, nicht sehr dicht punktirt, über dem Munde ge- 
rade abgeschnitten. Das Halsschild ist nicht ganz so lang als 
breit, an den Seiten ganz gerade und gleich breit, bis nahe 
zu den Yorderwinkeln, wo sie plötzlich stark convergiren und 
damit einen stumpfen Winkel bilden, massig gewölbt, ziemlich 
weitläuflig punktirt; der Vorderrand jederseits röthlich-gelb; 
die Hinterecken nicht sehr lang, gerade nach hinten gerichtet. 
Das Schildchen ist kaum punktirt, dünn behaart. Die Flü- 
geldecken sind etwa 2V2 »»al so lang als das Halsschild, von 
der Mitte ab nach hinten allmählich verschmälert, punktirt - 
gestreift, die Punktstreifen nach hinten undeutlich werdend, 
die Zwischenräume äusserst fein und wcitläuftig punktirt ; sie 
sind braun und haben an der Schulter einen länglichen, un- 
bestimmten, düster gelben Fleck. Die Unterseite ist ganz 
schwarz, auch das letzte Hinlerleibssegment hat keinen gelben 
Rand; die Beine sind röthlich-gelb, die Schenkel schwach 
gebräunt. 



127 

Aus Ocstrcifli. Eine Reihe übereinstimmeiule Exemplare 
erhielt die Saiiimlim^ \oii Herrn Schiippel, 

Dem A. axillaris älinlich , aber durch die niclit so lanj» 
Äcstrccktc Gestalt, die gerade nach hinten gerichteten Hinter- 
ecken und die Behaarung hinreichend verschieden. 
J3. A. huniilis: Thoracis angulis posterioribiis retrorsuni 
spectantibus, niger, fusco-pul)escens, antennarum basi pe- 
dibusque testaceis, eljtris fuscis, immaculatis. 

Von der Gestalt des A. pallens , und den kleineren Indivi- 
duen desselben au Grösse gleich, l'/s bis nicht ganz 2Lin. lang, 
sdnvarz , mit nicht sehr dichter, wenig anliegender, grober, 
brauner Behaarung. Die Fühler sind wenig länger als Kopf 
und Halsschild, braun, die drei ersten Glieder röthlich-gelb. 
Die Stirn ist sanft gewölbt, nicht sehr dicht punktirt, über 
dem Munde gerade abgeschnitten. Das Halsschild ist fast so 
lang als breit, an den Seilen gerade, mit nicht sehr langen, 
gerade nach hinten gerichteten Hinterecken, nur an den Vor- 
derecken abgerundet , sanft gewöli)t , weitläuftig und ziemlich 
fein punktirt; kaum mit etwas Röthlichgelb an den Seiten 
des Vorderrandes , dagegen mit braunrolher Spitze der Hin- 
terecken. Das Schildchen ist glatt. Die Flügeldecken sind 
sehr dunkelbraun oder fast schwarz , kaum 2^/^ mal so lang 
als das Halsschild, von der Mitte ab nach hinten verschmä- 
lert, punktirt -gestreift, die Punkfstreifen gegen die Spitze hin 
schwächer werdend, die Zwischenräume weitläuftig und ziem- 
lich fein punktirt. Die Unterseite ist ganz schwarz, auch das 
letzte Hinterleibssegment hat keinen gelben Rand. Die Beine 
sind röthlich-gelb, die Schenkel leicht gebräunt. 

Von Ragusa. Von Herrn Schiippel der hiesigen Samm- 
lung gegeben. 

Vom vorigen durch seine Behaarung, vom A. axillaris 
durch seine viel geringere Grösse, die Hinterecken des Hals- 
schildes , die im Verhältniss zum Halsschilde mit kürzeren Flü- 
geldecken u. s. w. , unterschieden. 

14. A. lateralis: Thoracis angulis posterioribns retrorsuni 
spectantibus, niger, griseo-pubescens, antennis, elytrorura 
macula humerali pedibusque testaceis. — Elat er late- 
ralis Herbst. Käf. X. 101. 119. t. 167. f. 9. (?). 



l2vS 

Var. Corpore pirro, clytris diliitc testncfis. 
Von der Grosse des A. pallcns , 2 Liii. lang, schwarz, 
mit grol)er, oeUdich- greiser, nicht selir dichter Piihescenz- 
Die Fühler sind etwas Uuifi:er als Kopf und Halsschild, doch 
nicht ganz von halher Körperiäna^e, i(Uhli(h-i!,elb. Die Stirn 
ist gewölbt, nicht sehr dicht punktirt, über dem Mnnde gerade 
abgeschnitten. Das Halsschild ist etwas kürzer als lang, an 
den Seiten hinter der Mitte ganz gerade und gleich breit, vor 
der Mitte sanft gerundet und nach yorn etwas ycrschmälcrt, 
fein und nicht sehr wcitläuftig punktirt, sanft gewölbt, die 
Seiten des Vorderrandes und die nicht sehr langen, gerade 
nach hinten gerichteten Hinterecken briumlich - gelb. Das 
Schildchen ist glatt. Die Flügeldecken sind kaum i'/j "'iil 
so lang als das Halsschild, bis über die Mitte hinab ziemlich 
gleich breit, \on da bis zur Spitze stärker verschmälert, pun- 
ktirt -gestreift, die Pnnktstreifen an der Spitze erloschen, die 
Zwischenräume fein und einzeln punktirt; sie sind dunkel- 
braun, zuweilen fast schwarz, und haben einen grossen, un- 
bestimmten , gell))>raunen Fleck an der Schulter Die Prostcr- 
numspitze ist braunroth, das letzte Hinterleibssegment al)er 
nicht gelb gcrandct. Die Beine sind gelb. 

Zuweilen ist die Färbung heller, die des Körpers pech- 
braun, die der Flügeldecken gelb, mit leicht gebräunter Nalit 
und Spitze. 

Aus estreich. Von Herrn Schüppcl. 
Dem folgenden nahe verwandt, aber reichlich doppelt 
so gross, auch dem A. lacertosus nicht unähnlich, aber durch 
die Behaarung u. s. w. hinreichend unterschieden. 
15. A. pusillus: Thoracis angnlis posterioribus retrorsum 
spectantibus, niger, griseo-pubescens, antennarum basi pe- 
dibusque testaceis, elytris attenuatis fuscis, plaga humerali 
testacea. — Elater pusillus Fah. Syst. El. II. 24H. 
128. — Elater nanus Herbst Käf. X. 96. 111. t. 
167. f. 1. 

Nur halb so gross als A. pallens , 1'/, — iVa Lin. lang, 
schwarz, mit etwas grober, nicht sehr dichter, wenig anlie- 
gender, greiser Behaarung. Die Fühler sind fast von halber 
Körperlange, etwas dick, röthlich - braun , die beiden ersten 



129 

Glieder rötlilicli - gelb. Die Stirn ist schwach gewölbt, nicht 
sehr (licht piiiiktirt, über dem Munde gerade abgeschnitten. 
Das Halsschild ist kaum so lang als breit, au den Seiten bis 
über die Mitte hinauf gerade und gleich breit, dann sanft 
abgerundet und nach -vorn ycrengt, sanft gewölbt, weitliluftig 
und fein punktirt, die Seiten des Vorderrandes und die nicht 
sehr langen , gerade nach hinten gerichteten Hinterwinkel röth- 
lich-gelb. Das Schildchen ist kaum merklich punktirt. Die 
Flügeldecken sind 'i'/j mal so lang als das Halsschild, nach 
der Spitze hin allmählich verschmälert, punktirt -gestreift, die 
Pnnktstreifcn gcs^Qn die Spitze hin schwächer, aber noch im- 
mer deutlich, die Zwischenräume einzeln und fein punktirt; 
sie sind dunkelbraun, mit einem grossen, nach hinten verwa- 
schenen, gelben Längsfleck auf der Schulter. Auf der Unter- 
seite ist die Spitze des Prosternum brauuroth. Die Beine sind 
hell rötlilich-gelb. 

In verschiedenen Gegenden Deutschlands einheimisch. 

Bei einer Abänderung sind die Flügeldecken einfarbig 
braun. 



f3. Band 1. Öeft.) 



IV. 

11 e V i s i » 

der 

(I e u t s c h e n A n i s o t o in e ii. 

Dem 
eiitomologischen Vereine zu Stettin am 8. Decbr. 1840 

übergeben von 

»r. jf^chmidt, 

jira k tiscl) eni Arzte zn Sletlin. 



jL#cr \or 2 Jahren von mir ül)erreic]ite entomologisclie Ver- 
such: „Revision der deutschen Aphodien- Arten" ist mit so 
vieler Nachsicht anfgcnommen und hat sich der Beachtung so 
vieler Entomologen unseres Vaterlandes zu erfreuen gehabt, 
dass ich, hierdurch crmulhigt, heute es wage, eine ähnliche 
Arbeit über die Gattung Anisotonia zu bringen. Galt es 
damals vorzugsweise die bereits bekannt gemachten zahlrei- 
chen , zum Theil sehr nahe veriyandten und variirenden Arten 
zusammenzustellen, kritisch zu beleuchten, die Rechte jeder 
einzelnen Art nachzuweisen, die Synonymie möglichst ins Reine 
zu bringen und einige mir neu erscheinende Arten der Beur- 
theilung und Prüfung des entomologischen Publikums vorzufüh- 
ren, so war jetzt die für diese Arbeit zu lösende Aufgabe eine 
ganz andere und viel schwierigere. Es kam hier darauf an, 
eine Gattung zu durchmustern, die seit dem Jahre 1807 in 
Deutschland keinen Bearbeiter gefunden und ausser den scan- 
dinavischcn Faunisten G^llcnhal, SaJiiberg und Zetterstedt 
überhaupt deren in neuster Zeit völlig, so weit meine Kunde 
reicht, entbelirl hat. Es galt forner, die Rechte einer Reihe 



von Arten festzustellen, die durcli die Schriften allerer Ento- 
mologen zwar bekannt gemacht, al)er dnrch dieselben, zum 
allergrösstcn Thcile wenigstens, fast gar nicht ermittelt, son- 
dern nur durch die Verglciciuing der uns noch glücklich ver- 
Idiebenen Originalslücke ausfindig gemacht werden konnten. 
Es kam endlich nicht sowohl darauf au, die Zahl der ])ereits 
veröfTentlichtcn Arten zu reduciren , als yichiichr dicsell)e um 
ein Bedeutendes zu yermehrcn, da die Berücksichtigung der 
bis daliin yollständig übersehenen Geschlechtsdiffercazen dieser 
Thiere eine yiel grössere Tlieihnig derselben, als bis dahin 
geschehen, nölliig machte. 

Bei solcher Sachlage würde ich Yollig ausser Stande 
gewesen sein, selbst nur besclieidcneu Ansprüchen zu genü- 
gen, hätte der Verein nicht durch seine Mittel mich für die 
Arbeit befähigt. Er ersetzte durch die Sammlungen seiner 
vielen , durch ganz Deutschland zerstreut wohnenden Mitglie- 
der, was der eigenen an Matcriale abging, ja er führte mir 
eine solche Masse dieser Thiere zu, dass ich mit Bestimmt- 
heit behaupten kann, dass keins der allergrössesten Museen 
Deutschlands eine solclic Fülle aufzuweisen hat; er verschaffte 
mir ferner durch seine Vermittlung die Gelegenheit, eine grosse 
Reihe fraglicher Arten älterer, und neuerer Entomologen in 
Originalexemplaren vergleichen zu können und bot mir end- 
lich wieder durch die Bil)liotheken eben seiner Mitglieder da 
eine Aushülfe, wo die eigene nicht ausreichte. Ist somit durch 
die nachfolgenden Blätter etwas gewonnen für die nähere wis- 
senschaftliche Kenntniss dieser schwierigen Gattung, so ge- 
bührt nicht mir , sondern dem Vereine und den geehrten Mit- 
gliedern desselben, welche ihre Vorräthe so freundlich herga- 
ben, sowie mit ihrem Rathe und ihrer Erfahrung mich unter- 
stützten, der Dank, und sei es mir deshalb auch gestattet, hier 
die Namen der Männer hersetzen zu dürfen , welche mich vor- 
zugsweise unterstützten; es sind die Herren: ^Ihrens , Apetz, 
Sause, Germar , Hornuiig , Junker, Kvnze, Loew, Mär- 
kel, Riehl, Schniidl , Si/ffria/i, Shirm , ff' alt IwnA Zeller. 

Was nun meine Arbeit scl])st anbelangt, so ergab die 
nähere Untersuchung meiner Vorräthe , sowie die Vcrgleichung 
derselben mit den mir zur Disposition gestellten Originalexem- 

9* 



I «2 

pliiioii eine \ciliallnissiii;i.ssij> grosso Meii^e lunioi' Arten , deiiii 
unter 40 sind 18 von mir als neu autgcslcllt. IJci der nälic- 
reu Bearbeitung derselben stellte sich ferner \ielfacli dieNotli- 
wendigkeit heraus, nicht allein die neuen Arten, sondern auch 
die meisten andern, anderweitig schon beschrie])enen, noch- 
mals Tollständig zu beschreiben , da die vorliegenden Beschrei- 
bungen entweder als völlig ungenügend oder aber als unrich- 
tig sich ergaben, indem dicsell)en von mehreren nahverwand- 
ten und nicht erkannten Arten gleichzeitig entnonunen waren. 
Ueberdies ergab sich auch , dass die 40 Arten nicht, wie bis 
dahin, unter einer Gattung vereinigt bleiben konnten. Ich ver- 
theilte sie in 5, und glaube diese Trennung rechtfertigen zu 
können. 

Dadurch wurde ich einer Verlegenheit überhoben, in die 
ich durch die näheren Nachforschungen über die Anciennität 
des für die Gattung zu wählenden Namens gerieth. Es ist 
nämlich der Name Anisotoma, welcher von Knuch in Vor- 
schlag gekommen und durch lUigcr 1798 in seinem Werke: 
„Verzeichniss der Käfer Preussens " veröffentlicht worden ist, 
nicht der älteste, da bereits schon im 5ten Jahre der Repu- 
blik *) Latreille den Namen Leiodes für dieses Geschlecht 
durch sein Werk: „Precis des characteres generiques des in- 
sectes" eingeführt hat. Billig hätte nun der selbst in Frank- 
reich ganz ungebräuchliche Name Leiodes gewählt und die 
ganze Nomenklatur umgestossen werden müssen, wäre nicht 
bei der Benamung der von mir in Vorschlag gebrachten fünf 
Gattungen eine Gelegenheit geboten, beide Namen zu benutzen. 

I. lieiodes Latr. 

Clypeus a capite separatus. 

Mandibulae crassae subobtectae margine intcriori sub- 
dentatae. 

Palpi maxillares articulo ultimo ovato, acuminato. 
Palpi labiales articulo ultimo oblongo, acuminato. 



*) Das 5te Jahr der Republilv ents[iriclu dem Zeiträume vom 
22. Septbr. 1796 bis zum 21. Septbr. 1797. 



133 

Aiilciinae 11 arliculatae , clavac 5 arliculalae ailiculus 
s€Ciiii(lus minor. 

Thoracis margo poslicus lacvissiiims. 

Mesosteniiuu lioiizoiitalc, ecarinatum , laluiu. 

Tibiae auticae apice aIx dilalalae, Inincatae. 

Tarsi iiiaris heleiomeii. 

Der Körper meist kugliger, Ivürzer uiul iiocligewolhter, 
als hei den anderen Galtnngen. Der Kopf an dem Koplsdiilde 
stets dnrch eine tiefe Fnrche deutlicli geschieden , dieses letz- 
tere \iereckig, qnecr, erscheint an seinen hinteren Ecken ab- 
gerundet und wird zum grössern Theile von einem entspre- 
chenden Anschnitte des Kopfes aufgenommen. Die Oberlippe 
fast so breit als das Kopfschild, quer, an den Vorderecken 
abgerundet, in der Mitte wenig ausgerandet, gefranzt und so 
gross, dass sie die Fresswerkzeuge von oben fast ganz ver- 
deckt. Die Mandibeln klein, dick, sehr kräftig, dreieckig, 
an ihrem Aussenrande halbi)ogenförmig mit einer seichten 
Rinne, am Innenrande gerade mit einem äusserst schwachen 
Zähnchen, die Spitze nicht hakig vorgezogen. Die Maxillen 
hornartig dünn am Stamme, die innere Lade kleiner, die äus- 
sere länger, frei, an der Spitze gerade abgeschnitten, am 
Aussenrande gefranzt. Die Maxillarlaster viergliedrig, das 
Iste Glied sehr klein, dünn, das 2te viel dicker, etwas län- 
ger, verkehrt kegelförmig, das 3te napfförmig, etwas grösser 
und so dick als das 2te, das 4te eiförmig, zugespitzt. Un- 
terlippe klein, fast 4eckig, vorn etwas verschmiilert. Para- 
glossen breit, in der Mitte tief gespalten, fleischig, die Un- 
terlippe überragend, am Rande gewimpert. Lippentaster drei- 
gliedrig, das Isle Glied sehr klein, das 2le verkehrt kegel- 
förmig, das 3te so lang als die beiden vorigen, länglich, zu- 
gespitzt. Fühler vor den Augen eingefügt, llgliedrig, Istes 
Glied dick und ziemlich lang, 2tes kleiner, 3tes verkehrt ke- 
gelförmig, 4tes — 6tes klein; die Keule deutlich geschieden, 
das 2te Glied derselben stets bedeutend kleiner. Das Hals- 
schild gross, queer, vorn mit einem Ausschnitte, hinten ganz 
gerade abgeschnitten und hier am Rande ohne eingegrabene 
Randlinie oder eigene Hohlpunkte. Schildchen ziemlich gross, 
3eckig. Flügeldecken an der Schulter stets rechtwinklig, rings- 



134 

um gelandet, den Hinterleib völlig verdeckend. Die Unter- 
seite flach; das Mitlelbriistbcin senkrecht herabsteigend, un- 
gekielt und durch seine Breite die Mittelfiisse von einander 
mehr entfernend. Füsse schlank, massig lang. Schenkel ein- 
fach. Schienen von der Länge der Schenkel, stets gerade, 
reichlich mit kurzen Borstcnliaaren und dergleichen Dörnchen 
besetzt, an der Spitze wenig oder gar nicht verbreitet, gerade 
oder kaum bogig a])gestntzt, mit 2 Stacheln versehen, aber 
ohne Rinne an der Aussenseite zur Aufnahme der Tarsen. 
Diese bei den Männchen stets heteromerisch, bei den Weib- 
chen verschieden an Zahl. 

Die Arten dieser Gattung leben sämmtlich in Pilzen, hin- 
ter der Rinde modernder Baumstubben und in dem Holze halb 
verwester Baumstämme. 

1. L. glabra Ktigclan: subhaemisphaerica, nigra, nitida, 
antennis subtusquc rufo-piceis, elytris simpliciter punctato- 
striatis, interstitiis punctatis. 

Mas major, convexior, nicnto bifoveolato, tarsis anticis 
et mediis dilatatis, compressis. 

Foemina minor, dcpressior, mento piano, tarsis omnibus 
simplicibus, mediis et posticis 4 articulatis. 

Long. 173 — 17^. Lat. iV/lin. 
Syn. : Anisotonia glabra Pz. in. g. 37. f. 9. Grit. Rev. I. p. 26. 
— lU. K. Pr. I. 76. 4. — Sturm fn. g. II. 45. 11. t. 23. 
Volvoxis glabra KwjeL Schneid. Mag. V. 538. 3. 

Anisotonia abdominale PI: fn. s. III. add. 436. 1. — Schh. 
Syn. I. 107. 5. — Gyll. Ins. suec. II. 557. 1. — Shlhg. 
Ins. fn. 461. 1.— Zellcrst. Ins. lap. 155. 1.— Dty. Cat. 217. 
Unter der Rinde faulender Baumstub])en aller Art, na- 
mentlich der Kiefern und in Baumpilzen durch ganz Deutsch- 
land eben nicht selten. 

b s. L Dieser allgemein bekannten Art habe ich nichts 
anderes hinzuzufügen, als was die Geschlechtsdifferenzen an- 
belangt. Sie bestehen in Folgendem: Die Männchen zeichnen 
sich durch bedeutendere Grösse und höhere Wölbung aus und 
besitzen auf der Kinnplatte zwei tiefe und ziemlich grosse 
Hohlpuukte in gleicher Höhe neben einander. Die Vordertar- 
seu sind Sglicdrig und seitlich mehr zusammengedrückt, als 
])ei den Acrwaiidten Arien. Erstes Glied am grossesten, 21ap- 



133 

l)ig, Lappen nicht aiisoinaiulerslchciul, gcriuulci, 2tes Glied 
um ein Bedeutendes klcinei-, \vcnii»'er hreit und kürzer, 21ap- 
pig'; 3tes noch kürzer und kleiner als das 2(e, 4tcs noch klei- 
ner und kürzer als das Yorliergchende und nur a erkehr l-herz- 
rörmig. Sohle haarig. Mitteltarsen 5gliedrig, stark seitlich 
zusammengedrückt; Istes Glied dasgrössle, breitste und läng- 
ste, 2lappig, die nächstfolgenden immer kleiner, kürzer und 
iveniger gelappt. Hintertarsen 4gliedrig, lies Glied länger 
als die zwei folgenden gleichlangen. 

Hiervon unterscheiden sich die Wcihchen dur(;h gerin- 
gere Grösse und Wölbung, durch ein ebenes Kinn, durch die 
5 ganz einfachen, überall gleich breiten und gleich grossen 
Glieder der Vordertarscn , sowie durch die ebenso gestalteten 
4gliedrigen Mitteltarsen, deren Istes Glied länger ist als die 
beiden folgenden Glieder. 

2. L. humeralis F.: hemlsphaerica, nigra, subtus rufo- 
ferruginea, elytris fulvo - pubescentibus , macula humerali 
rubra, confuse gemellato-punctato-striatis, iuterstitiis con- 
fertissime punctulatis. 

Mas major, elytris subnitidis, tarsis anticis et mediis 
valde d'latatis. 

Foeraina minor, elytris opacis, tarsis Omnibus simplici- 
bus, anticis 5-, mediis et posticis 4 articulatis. 

Long. IV3 — 1 lin. Lat. IV4— Vs ü"- 
Syn. Anisot. humeralis Fhr. S. El. I. 99. 2. — Hl. K. P. I. 76. 
5. — Sturm fn. g. II. 46. 12. (excl. diag.) — Schli. Syn. 
I. 196. 4. — GifU. Ins. siiec. II. 558. 2. — SMbg. Ins, fen. 
I. 461. 2. — Zcücrst. Ins. lap. 155. 2. — Bcj. Cat. 217. 
Spliaeridium id. Pz. fn. g. 9. 23. 1. 
Tetratoma ead. Herhst K. 4. 86. 5. t. 38. f. 5. E. 
Var. ,?. Ferruginea, verüccj tlioracis disco, sutura elytrorumque 
apice nigro - picea. 
Gyll. 1. c. V. b. — Slühg. 1. c. v. b. — Anis, globosum 
Sturm fn, g. II. 43. IG. — Spbaeridium id. Ph. fn, s. I. 
70. 22. Pz. fn. g. 84. 3. 

Unter der Rinde fauler Baumstubben, vorzugsweise der 
Kiefern und in Baumpilzen durch ganz Deutschland und, wie 
es scheint, die gemeinste Art. 

Obs. L Der Geschlechtsunterschied ist bei dieser Aii 



I3G 

sehr uuffallend cansoesprochcn. Zuniichst sind die Maniiclien 
grösser als die Weilxhen , ohsclion die Individuen selbst Be- 
zugs der Grösse sehr al)weiclien. Die Flügeldecken sind immer 
noch glänzend zu nennen, da die Punkte der Zwischenräume 
der Punktstreifen seichter und seltener sind, als bei den Weibchen 
und namentlich die feinen, graugelben Härchen hier viel kür- 
zer und sparsamer angetroffen werden, als bei den Weibchen, 
deren Flügeldecken yöllig glanzlos erscheinen, da die Zwi- 
schenräume ausserordentlich gedrängt und sehr fein punktirt 
sind und überall aus diesen Punkten Härchen hervorbrechen. 
Die Hinterschenkel der Männchen sind keulenförmig und hinter 
der Mitte mit einem fast zahnartigen Vorsprunge ausgerüstet, 
letzterer fehlt den Weibchen ganz, wie auch hier die Schen- 
kel überhaupt über die Hälfte schmäler, obwohl immer noch 
keulenförmig sind. Die Hauptdifi'erenz al)er liegt in den Tar- 
sen der zwei vorderen Fusspaare. Bei dem Männchen ist das 
Basalglied der 5gliedrigcn Vordertarsen sehr stark erwei- 
tert, mit zwei grossen abstehenden, abgerundeten Lappen, das 
zweite, bedeutend kleinere Glied hat dieselbe Gestalt, über- 
trifft aber das dritte verkehrt -dreieckige wieder ansehnlich an 
Grösse; dies letztere ist aber sell)st wieder doppelt so lang 
als das gar nicht erweiterte, fast knotenförmige vierte Glied. 
Die Sohle ist lang behaart. Die 5gliedrigen Tarsen der Mit- 
telfüsse sind ganz eben so gestaltet, als die der Vorderfüsse, 
l)is auf den Unterschied, dass dieselben etwas mehr seitlich 
zusammengedrückt erscheinen. Die Tarsen der Weibchen sind 
völlig so wie bei L. glabra angegeben, gestaltet. 

Obs. n. Die Antennen sind hier etwas abweichend ge- 
bildet, das 6tc Glied ist nämlich nicht perlschnurförmig und 
gleich gross mit dem 5ten, sondern hat eine schüssclförmige 
Gestalt unü erscheint doppelt so gross als das 5te, ist aber 
immer noch 3mal kleiner als das 7te. Die Keulenglieder fer- 
ner sind nicht in der Mitte, sondern mehr nach dem Aussen- 
rande mit einander verbunden und ist der obere, sonst gerade 
abgestutzte Rand des 7ten, 9ten und lOten Gliedes hier nach 
innen sanft ausgeschweift und in der vorderen Ecke etwas 
vorgezogen. 

b s. ni. Die nähere Vergleichung des Käfers mit dem 



10-7 

A. Iiiiiiicrcile Sliirm 1. c. ergiel)t unzweideutig, dass er diese 
Art mit- der iolgeuden für eins gehalten. Seine Diagnose passt 
nur auf L. axillaris, wesluili) ücjcan auch in seinem Cata- 
loge den humeralis Sturm liicrher zieht, seine Beschreibung 
dagegen weist entschieden nach, dass dieselbe nach dieser Art 
entworfen. 

Obs. IV. Die angeführte und seltene Varietät dieses 
Käfers, weldie yon Pajjlt/U , Panzer und Sturm für eine 
eigne Art angesehen wurde, unterscheidet sich in gar nichts 
von der normalen Form, ausser durch die Farbe. 
3. L. axillaris Gj/ll.: ovalis, conyexa, nigra, nitida, sub- 
tus rufo-ferruginea, elytris glabris, gemcllato - punctato - 
striatis , interslitiis sublaevibus ; macula humerali rubra. 

Mas tarsis anticis articulo primo dilatato, articulis ce- 
teris tarsist|uc mcdiis su])siniplicil)us. 

Foemina tarsis simplicibns anticis 5-, mediis et posticis 
4 articulatis. 

Long, ly^ — 1 lin. Lat. V*— Vs li"- 
Syn. Anis, axillare GijU. Ins. s. II. 560. 3. — Shlhg. Ins. fn. I. 
462. 3. — Zettcrst. Ins. lap. 155. 3. — I)cj. Cat. 217. 

Anis, bipustulatnm Ahrens N. Schrift, d. nat. Gesellscb. zu 
Halle Bd. II. Heft 2. p. 18 10. tab. II. lig 1. a. 
Var. /j. Maculis humeralibiis conüuentibus. Ahr. I. c. 
Var. ;'. Elytris piceis, inaculis liumeralibus testaceis, inimatiira. 
Aufenthaltsorte ganz wie die yorige Art, aber viel 
seltener. 

Obs. I. Die Geschlechtsdifferenzen sind hier viel ge- 
ringer als bei der vorigen Art. Die Grösse scheint, soweit 
meine Untersuchungen reichen, nicht zu differiren, ebenso ist 
auch die Punktirung der Flügeldecken und deren Glanz, so- 
wie die Gestalt der Hiuterscheukel in beiden Geschlechtern 
ganz gleich, nur in den Tarsen ist er in folgender Weise 
ausgedrückt. An den 5gliedrigen Vordertarsen der Männchen 
ist das Easalglied am grossesten, seitlich stark erweitert, 21ap- 
pig , das zweite , etwas verbreiterte Glied ist viel kürzer und 
schmäler als das erste und dabei nur verkehrt - herzförmig, 
das dritte noch schmäler und kürzer als das zweite, übertrifft 
aber in Länge und Breite noch das vierte. Die Sohle ist 
behaart. Die ögliedrigen Mitteltarseu sind seitlich stark zu- 



13S 

sammeiigedrückt und kaum erweitert, indessen ist das Basal- 
giied breiter und grösser als die immer kleiner, schmäler und 
kürzer werdenden folgenden Glieder, Die Tarsen der Weib- 
chen sind ganz so wie bei den \orhergelienden Arten gestaltet. 

Obs. II. Der Unterschied zwischen L. axillaris und hu- 
meralis ist evident, wenn schon l)eide Thiere sehr uahe ver- 
wandt und früher für identisch gehalten wurden. Axillaris ist 
stets etwas kleiner, an Gestalt mehr länglich, beständig in 
beiden Geschlechtern stärker glänzend, die Flügeldecken sind 
Yülllg haarlos, die Punktreihen der letzteren \iel geordneter, 
stets aus 2 dicht neben einander gestellten Punktreihen gebil- 
det, die Zwischenräume zwar fein punklirt, die Punkte aber 
meist so schwach, dass sie kaum in Betracht kommen. Mehr 
noch als alles dies und in die Augen fallender ist der von 
keinem bisher angegebene und bereits hervorgehobene Unter- 
schied der Vorder- und Mitteltarsen der Männchen l)eider Ar- 
ten, denn die Haare der Flügeldecken bei humerale gehen 
leicht verloren und der Unterschied in der Sculptur der Flü- 
geldecken tritt dann erst recht deutlich in die Augen, wenn 
man beide Arten mit einander vergleichen kann. Die Weib- 
chen beider Arten unterscheiden sich aber schon dadurch auf 
den ersten Blick , dass diese von humerale wegen der äusserst 
gedrängt stehenden Punkte der Interstitien völlig glanzlos sich 
zeigen , während sie hier ebenso glänzend wie bei dem Männ- 
cueu sind. 

Obs. III. Das Ahretis'sdie Citat gründet sich auf die 
Vergleichung desjenigen Exemplares, nach welchem die 1. c. 
befindliche Beschreibung und Abbildung dieses Tliieres ge- 
liefert wurde. 

4. L. castanea Herbst: ovata, subconvexa, nigro- picea, 
nitida, subtus rufo - ferruginea , thoracis marginibus ferru- 
gineo - pellucidis , elytris coufuse geminato - punctalo - strialis, 
interstiliis punctatis. 

Mas major, tarsis anticis et mediis dilatatis. 

Foemina minor tarsis omnibus quadriarticulatis simpli- 
cibus. 

Long. IV4 — IV2 lin. Lat. V^ — l liu. 



139 

Sjn. Anisotoiiia i.I. lU. K. P. I. 77. 6, — Sturm in. g, II. 48. 
13. t. 25. üg. c. C. — Schh. Syn. I. 107. 6. — Gijll. Ins. 
s. II. 560. 4. — SJilb^. Ins. fen. I. 462. 4. — Zetterst. Ins. 
lap, 156. 4.V — Dcj. Cat. 217. 

Tetratoma ead. Herbst K. IV. 85. 3. t. 38. f. 3. C. 
Volvoxis ead. Kui/cl. Schneid. Mag-. V. 538. 4.j 
Var. ß. Corpus totuin riifo - piceuin, disco thoracis nigro-piceo. 
lU. 1. c. Shlb. 1. c. V. b. 
In faulenden Stul)l)en der Laub- und Nadelliölzer, im 
modernden Holze und in Baumpilzen durch ganz Deutschland, 
etwas selten. 

Obs. I. Die Geschlechtsdifferenzen sind bei dieser Art 
ebenso auffallend als eigenthünilich. Abgesehen you der stets 
bedeutenderen Grösse der Männchen, haben deren Vorder - 
und Mitteltarsen ganz gleiche Bildung mit denen der L. hu- 
meralis, ebenso yerhält es sich mit den Tarsen der Weibchen, 
jedoch mit dem höchst wesentlichen Unterschiede, dass hier, 
wie an den Mittelfiissen, so auch die Tarsen der Vorderfüsse 
nur yier Glieder haben. 

b s. II. Das Citat Ton Zetterstedt trage ich noch eini- 
ges Bedenken hierher zu stellen, da derselbe \on einer forma 
hemisphaerica spricht, die Farbe schwarz nennt und seine lapp- 
ländischen Exemplare als grösser, denn die schwedischen be- 
zeichnet. Originalexemplare liegen mir leider nicht vor. Was 
Dejean Tcranlassen konnte, A. castaneum Shirm zu hume- 
rale F. zu stellen, ist unbegreiflich, da die Sturmsche Be- 
schreibung auf das allerunzweifelhafteste das ächte Herbst- 
sehe Thier bezeichnet. 

5. L. orbicularis Kvgel.: oyato-gibbosa, nitida, antennis 
pedi])usque ferrugineis , thoracis marginibus ferrugineo - pel- 
lucidis, elytris obsoletissime puuctato - striatis, interstitiis 
subpunctatis. 

Mas tarsis anticis et mediis yix dilatatis, compressis. 
Foemina? 

Long. lYs lin. Lat. '/s l"*« 
Syn.: Anis, orbiculare lU. K. P. I. 79. 9. — Sturm fn. g. II. SO. I4. 
Volvoxis ead. Kugel. Schneid. Mag. V. 540, 8. 
Hinter der Rinde Ton Baumstubben bei Stettin (Herr R. 
R. Schmidt), in Preusseu (///.) 



1410 

Männchen. Dieses ebenso seltene, als »ewlss hiiulii^ 
verkannte Thier hat die Grösse der mittlem Stücke \ou L. 
axillaris. Gestalt kugelförmig, hochgewöiljt, nach hinten zu 
etwas verschmälert. Farbe überall ein glänzendes Schwarz, 
nur das Maul, die Fiihlerbasis und die Füsse rothbraun und 
die Ränder des Halsschildes wie die Fliigeldeckenspitze ebenso 
durchscheinend. Kopf massig gross, Stirn flach, sehr fein 
punktirt. Fühler so lang als das Halsschild, ganz normalen 
Baues, zweites Glied cylindrisch, eben so lang als das ver- 
kehrt-kegelförmige dritte; die 3 folgenden knotig, gegen die 
Keule hin an Grösse zunehmend; diese gross, flachgedrückt, 
normal, an der Spitze rothbraun. Halsschild sehr kurz, fast 
dreimal so breit als lang, hinten breiter als vorn, stark ge- 
wölbt, überall sehr fein und ziemlich dicht punktirt, stark 
glänzend; Vorderrand stark ausgeschnitten, Vorderecken stumpf, 
gerandet, niedergedrückt; Seitenränder fein gerandet, wenig 
bogig, nach hinten schräg verlaufelid, Hinterwinkel stumpf, 
ungerandet, Hinterrand gerade. Scliildchen massig gross, rotli- 
braun am Rande, gleichseitig dreieckig. Flügeldecken dreimal 
länger als das Halsschild, hoch, fast buckelig gewölbt, an 
der Basis und von hier schroff' in die etwas verschmälerte 
Spitze und an den Seiten abfallend, breiter als das Halsschild, 
Schulterecken genau rechtwinklig, sehr undeutlich und seicht 
punktirt -gestreift, die Streifen nur bei sehr genauer Betrach- 
tung, bei starker Vergrösserung mit Deutlichkeit zu erkennen, 
da die zalilreichcn und verwirrt stehenden, kaum in etwas 
kleineren Punkte der Zwischenräume hinderlich sind, am deut- 
lichsten treten die Streifen hinter der Mitte in die Erschei- 
nung; Nahtstreif bis zur Mitte. Unterseite schwarz, punktirt, 
weniger glänzend. Füsse zart, schlank. Schenkel einfach zu- 
sammengedrückt, punktirt, behaart. Schienender Vorderfüsse 
fast gerade, an der Spitze wenig erweitert, die der Mittcl- 
füsse etwas bogig , mit einigen zarten Dornen und kurzen Bor- 
stenhaaren besetzt, die der Hinterfüsse fast gerade, so lang 
als die Schenkel, borstenhaarig. Tarsen der Vorder - und 
Mittelfüsse 5gliedrig, etwas erweitert, seitlich stark zusam- 
mengedrückt, Hintertarsen einfach, 4gliedrig. Weibchen mir 
unbekannt. 



1) s. I. Ol) Herbst s Tctratoma orbicularis (K. IV. 90. 
10. t. 38. f. 10. k.), wie Illigcr es tliut, hierher zu ziehen 
sei oder nicht, dürfte nach der Beschreil)nng mehr als zwei- 
felhaft sein, indem Herbst ausdrücklich sagt: „Die Deck- 
schilde scheinen am Ende rostfarbig durch und haben weder 
Punkte noch Striche", was durchaus nidit auf unsern Käfer 
passt, da die Flügeldecken deutlich punktirt sind; ich halte 
im Gegentheil dafür, dass Herbst das Agathidiuni orbicula- 
tum Gj/IL \or sich gehabt hat, wohin auch Gyllenhal (Ins. 
s. II. 574. 17.) das Herbstsc\\e Citat bringt. 
0, L. seminulum F.: ovata, subglobosa, nigro- picea, ni- 
tida, su])tus rufo - ferruginea , thoracis marginibus ferrugi- 
neo-pellucidis, elytris simpliciter punctato-striatis, inter- 
stitiis subtilissime punctatis. 

Mas tarsis anlicis et mediis \ix dilatatis, compressis. 
Foeniina tarsis omnibus simplicibus , 4 articulatis. 
Long. 1 lin. Lat. V4 ü»- 
.Syn.: Anis, seminulum Für. S. El. I. 100. 5. — III. K. P. I. 
78. 7. — Sturm fn. g. II. 51. 15. t. 25. f. d. D. — Schh. 
Syn. I. 108. 14. 

Spliaerid. id. Fbr. Ent. S. T. 83. 28. 
Volvoxis ead. Ku<jel. Schneid Mag. V, 540. 10. 
Anis, orbioilare Gi/U. Ins. s. 561. 5.? — Shlhij. Ins. fn. I. 
463. 5.? — Dej. Cat. 217.? 
Hinter der Rinde modernder Kiefer- und Buchenstubben 
und in Pilzen, durch ganz Deutschland; aber selten. 

b s. I. Diese Art ist den beiden vorhergehenden nahe 
verwandt, unterscheidet sich aber von beiden auf das Ent- 
schiedenste. 

I. Von orbicularis 1) durch geringere Grösse; 2) durch 
die viel geringere Wölbung, welche hier kaum kugelig, dort 
bucklig genannt werden kann; 3) durch die Farbe, welche 
hier nur pechschwarz, dort völlig schwarz ist; 4) durch die 
Fühler, deren zweites Keulenglied hier ganz flach und schei- 
benförmig, bei or])icularis aber bei gleicher Gestalt mit den 
übrigen nur kleiner und kürzer zu nennen ist; 5) ist das Hals- 
schild hier völlig punktlos, dort, wenn auch sehr fein, doch 
deutlich punktirt ; (i) durch die ganz deutlich punktirt - ge- 
streiften Flügeldecken, deren Punkte in den Reihen durch ihre 



bedeutendere Tiefe and Grösse deutlich gegen die selir feinen 
Punkte der Zwisclienillunie abstechen; 7) durch die ganze Un- 
terseite, welche hiermit den Beinen yöllig rothbrami ist, wäli- 
rend hei orbicularis dieselbe eine schwarze Farbe hat. 

II. Von castanea unterscheidet sie sich: 1) durch die 
hal])e Grösse; 2) durch die gewö]l)tcre Gestalt; 3) und Tor- 
zugsweise durch die deutlich einfach punktirt- gestreiften und 
in den Zwischenräumen äusserst fein punktirten Flügeldecken; 
4) durch den nur bis zur Mitte verlaufenden Nahts'reifen. 

Obs. II. Die Vordertarsen der Männchen sind oglied- 
rig, das Basalglied am breitesten und von da jedes folgeiule 
Glied immer schmäler und kürzer werdend, alle a])er seitlich 
so stark zusammengedrückt, dass von oben gesehen gar keine 
Verbreitung bemerkbar ist. Die Milteltarsen 5gliedrig, sämmt- 
liche Glieder gleich gross und so wenig erweitert, dass kaum 
die geringfügige Verbreitung zu bemerken ist. Bei den Weib- 
chen sind sämmtliche Tarsen 4glicdrig uiul fadenförmig. 

Obs. III. Aus der Bes-hreibung, welche Fahricivs (1. c.) 
von seinem Anis, seninulum giebt, lässt sich zwar nicht mit 
völliger Gewissheit entnehmen, ob er den vorliegenden Käfer 
gemeint habe, es steht der Annahme indessen auch gar nichts 
entgegen und da Illiger die Sache ganz zweifellos hinstellt, 
so trage auch ich kein Bedenken, seinem Beispiele zu folgen. 

GyllcnhaVs A. orbiculare scheint, wenn man blos nach 
seiner Beschreibung urtheilen soll, nur allein hierher zu ge- 
hören, er nennt den Käfer subglobosum, was ebenso wenig 
wie subtus rufo - ferrugineum auf den ächten orbicularis passt, 
er sagt ferner thorax laevis und interstitia elytrorum vix visi- 
biliter punctata, was auch nicht passt, da die Punktirung des 
Brustschildes und der Zwischenräume der Flügel bei orbicularis 
ganz deutlich ist, Salilherg wiederholt blos G^U. Diagnose, 
es gilt also von seinem Käfer dasselbe , was von dem von Gyll. 
zu sagen , ebenso citirt Dejean A. orbiculare G^ll. in sei- 
nem Cataloge. Sfurni's Beschreibung passt ganz und unter- 
liegt es keinem Zweifel , dass er den ächten Fahr. Käfer vor 
sich gehabt, nur die Abbildung ist insofern nicht völlig ge- 
nügend, als die hintere Verengerung der Deckschilde etwas 
stärker hätte sein müssen. 



im 

II. Aniisotonia Fab, 

Clypciis cum capite conualus. 

Mtindibulae porrectae, in medio marginis iutenii dente 
valido. 

Palpi maxillares articulo ultimo ovato - ohloiigo , ohlu- 
siusculo. 

Palpi labiales articulo ultimo cylindrico, apice tnincato. 

Auteiiuae 11 aiticulatae , clavac 5 articulatae articulus 
secundus minor. 

Tlioracis margo posticus punctis magnis. 

Mesosternum obliquum, cariuatum, postice angustum. 

Tihiae anticae apice excisae externe subcanaliculatae. 

Tarsi antici et medii 5 -, postici 4articulati in utroque sexu. 

Der Körper der dieser Gattung angeliörigen Arten ist 
mit wenigen Ausnahmen oval oder eiförmig, mehr oder min- 
der gewül])t. Das Kopfschild ist mit dem Kopfe Tollständig 
zu einem Ganzen verwachsen und nur in sehr seltenen Fällen 
durch die Andeutung einer Naht nah an seinen Grunzen un- 
terscheidhar , stets zwischen den Mandibeln rechtwinklig, aber 
nur sehr kurz heryortreteud und so der Oberlippe zur Anlage 
dienend. Die Oberlippe ist klein , tief ausgeschnitten, am Vor- 
derrande gefranzt, stets so schmal, dass die Mandibeln seit- 
lich und vorn \öllig unbedeckt bleiben. Diese sind gross, 
stark, an der Aussenseite mit einer tiefen Rinne, an dem In- 
nenrande mit einem starken Zahne, an der Spitze hakig yor- 
gezogen. Maxillen klein , Innenlade halbkreisförmig - beii- 
förmig , am Rande mit einigen undeutlichen Zähnchen , äussere 
Lade schmal, §ticlförmig. Maxillartaster 4gliedrig, Istes Glied 
sehr klein, wie das 2te und 3te verkehrt - kegelförmigl, diese 
letzteren doppelt so lang als das Iste, 4tes eiförmig -länglich, 
stumpfwinklig, bedeutend grösser als die beiden vorigen. Un- 
terlippe klein, halbkreisförmig; Lippentaster Sgliedrig, Istes 
Glied sehr klein, 2tes etwas grösser, verkehrt kegelförmig, 
3tes so lang als die beiden vorigen, cylindrisch, mit abgestutz- 
ter Spitze. Paraglossen breit, in der Mitte tief gespalten, 
fleischig, die Unterlippe weit überragend, am Rande gewim- 
pert. Fühler .ganz wie bei Leiodes, ebenso das Halsschild, 
nur dies mit dem Unterschiede, dass der Hinterrand nicht ganz 



14i| 

gerade abgesclniitteii ist uiul dass sich mehr oder minder deut- 
lich eine Reihe grosser Hohlpunkte liings seines ganzen Ver- 
laufes hinzieht. Flügeldecken sämmtlidi mit einfachen Punkt- 
streifen \on verschiedener Tiefe, bald gradlinig, bald mehr 
oder weniger krummläufig, die Zwischenräume punktirt oder 
punktlos, bei einem Theile der Arten aber ausserdem einer 
um den andern mit einer Reihe weitliiuftig stehender Hohl- 
punkte, bei dem andern Theile ohne Hohlpuukte. Da das 
Auftreten und Fehlen dieser Punkte ganz constant ist und 
dieselben leicht aufgefunden werden können, so habe ich dar- 
nach die Arten in 2 Gruppeu getheilt. Hinterleib wie bei 
Leiodes. Mittell)rustl)ein schräg nach hinten a])fallend und in 
der Mitte mit einem deutlichen Kiele, zwischen den Mittel- 
füssen sehr schmal , daher diese enger zusammentreten. Fiisse 
meist sehr kräftig. Schenkel der Vorder - und Mittelfiisse 
ganz einfach, die Hinterschenkel dagegen sehr verschieden 
nach den Arten und besonders auch nach dem Geschlcchte; 
es findet sich nämlich an dem Unterrande eine Rinne zur Auf- 
nahme der Schienen, deren Wände bald mehr oder weniger 
erweitert sind, bald gezähnt oder ungezähnt erscheinen. Vor- 
derschienen an der Spitze ausgeschnitten, wodurch ein mehr 
oder minder stark in die Erscheinung tretender Fortsatz ge- 
bildet wird, stets an der Spitze wenigstens etwas erweitert 
und an der Aussenseite mit einer mehr oder minder deutlichen 
Rinne zur Aufnahme der Tarsen versehen, sie, wie die eben- 
falls immer nach unten zu erweiterten Mittclschienen , mit 
starken Dornen, erstere in einer, diese in mehreren Reihen, 
und ausserdem mit Borstenhaaren besetzt. Tarsen aller Arten 
in beiden Geschlechtern stets heteromerisch. 

Die Geschlechtsdifferenzen sind nach den Arten sehr ver- 
schieden, sie werden vorzugsweise in der verschiedenen Bil- 
dung der Fiisse gefunden. Die Hinterschenkel der Männchen 
sind breiter, sehr oft gezähnt, die Schienen weniger gedornt, 
als bei den Weibchen, dagegen die Hinterschienen länger, 
ausserdem mehr oder minder gekrümmt, die Tarsen der Vor- 
der- und Mittelfiisse bei den grösseren Arten deutlich er- 
weitert ; ausserdem pflegen die Männchen eine feinere Sculptur 
als die Weibchen auf der Oberfläche zu besitzen. 



149 

Die Arten werden, namentlich die grösseren, vorzngs- 
weise in Pilzen gefunden , schwärmen aber auch viel herum 
und leben, wie die meisten kleineren Arten ausschliesslich nur 
zu thun pflegen, auf Blumen und Grilsern. 

I. EinZwiscIienraiiin niii den andern mit einer Reihe 
Hohlpunk te. 

1. A. cinnamomea*) Pz.: ohlongo - ovata, cinnamomea, 
convexiuscula, oculis et antennarum clava nigris, el^-tris 
punctato-striatis, interstitiis punctulatis. 

Mas thorace antice latiori, femoribus posticis clavatis, 
margine inferiori bis excisis, bidentatis, tibiis posticis lon- 
gis, Talde arcuatis, tarsis anticis et mediis dilatatis. 

Foemina thorace antice augustiori, femoribus posticis 
simplicibus, tibiis posticis rectis , tarsis anticis et mediis haud 
dilatatis. 

Long. 3 — 3V4 lin. Lat. IV2 lin. 
Syn.: A. cinnamomeum Sturm fn. g. II. 32. 1. — Schh. Syn. l. 
106. 3. — Dcj. Cat. 216. 
Tetratonia ead. Pz. fn. g. 12. 15. 
Var. ß. Diiplo fere major. Long. i'W". Lat. 2'". 

Anis, grossum Bald in litt. 
Var. )'. Dnplo minor long. 2'". Lat. l'|.,'". 
Durch ganz Deutschland in Pilzen, im nördlichen und 
östlichen Theile jedoch sehr selten, im westlichen und mitt- 
leren, wie scheint, am häufigsten; mir liegen Exemplare yor 
aus Baiern, Tyrol, Hannover, vom Harz und \on Berlin. 

Männchen. Gestalt länglich -eiförmig, flach gewölbt, 
glänzend, überall rostbraun, nur die Augen und die Fühler- 
keule schwarz. Kopf ziemlich gross, Stirn kaum etwas ge- 
wölbt, dicht und fein punktirt, in der Mitte mit einzelnen, in 
einem Halbbogen stehenden Hohlpunkten. Fühler über die 
Mitte des Halsschildes fortragend, schlank, 3tes Glied -ver- 
kehrt-kegelförmig, doppelt so lang als 2tes. Halsschild an- 
derthalbmal so breit als lang, gewöl])t, nach den Seiten aber 
ziemlich flach abfallend, stark glänzend, fein und gedrängt 



*) Das Wort Anisotoma wird von vielen Entomologen als ein 
neutriim gebraucht, es ist aber foemini gen., gleich wie Tritonia, 
Tetratonia, Dorcatoma u. s. w. 
(3. Band 1. Heft.) 10 



1^6 

piinktirt; Vordenaiul massig tief ausgesclmitten, gerandet, Vor- 
dercckeii enveitert, abgeniiulet, gerandet, Seitenrilnder stark 
bogig, gerandet, llintenvinkel stumpf, Hinterrand gerade ab- 
geschnitten. Scliildchen gross, 3eckig - zugespitzt, punktirt. 
Flügeldecken wenig breiter als die Basis des Halsscliildes, aber 
fast 3nuil länger als dasselbe, allmählich nach der Spitze zu 
schmäler werdend, diese abgerundet, massig gewölbt, in der 
Mitte fast eben, punktirt -gestreift, Punkte gross, tief, massig 
gedrängt, Streifen gerade, nur die seitlichen etwas bogig, 
überall gleich tief, Zwischenräume ganz flach, äusserst fein 
punktirt. Nahtstreif bis über die Mitte vertielt und hier schwach 
punktirt. Unterseite weniger glänzend, chagrinirt, zerstreut- 
punktirt und mit sehr vereinzelten, kurzen Härchen besetzt. 
Schenkel der Vorderfüsse einfach, zusammengedrückt, gerad- 
linig, an der Spitze etwas eingeschnürt, die der Mittelfüsse 
ebenso, aber ganz geradlinig. Hinterschenkel keulenförmig, 
Oberrand geradlinig, Unterrand von der Basis bis zur Mitte 
eine lange, sanfte Ausbuchtung, die mit mehreren undeutliclien 
Zähnchen besetzt ist, machend, dann aber sich stark erwei- 
ternd , auf der höchsten Breite einen nach hinten sehenden 
Zahn bildend , hierauf einen kurzen , aber tiefen , bogenförmi- 
gen, gerinnten Ausschnitt formirend und an der Spitze end- 
lich wieder in 2 sehr starke, kräftige, rückwärts gebogene 
Zähne endend. Schienen der Vorderfüsse gerade, etwas kür- 
zer als die Schenkel, nach der Spitze zu erweitert, am Hin- 
terrande mit einer Reihe kräftiger Dornen und vielen Borsten- 
haaren besetzt. Schienen der Mittelfüsse kürzer als die Schen- 
kel, bogig, gegen die Spitze zu etwas gedreht und hier plötz- 
lich stark verdickt, mit 3 Reihen kurzer, kräftiger Dornen 
und vielen Borstenhaaren. Schienen der Hinterfüsse etwas 
länger als die Schenkel, sehr stark nach innen einfach bogig 
gekrümmt, gegen die Spitze kaum verdickt, am Innenrande 
mit einer Reihe Knötchen besetzt, am Aussenrande mit ein- 
zelnen Dornen, ausserdem aber reichlich mit greisen Borsten- 
haaren besetzt. Tarsen der Vorderfüsse: Istes Glied verkehrt 
herzförmig, kaum erweitert, viel kleiner als die 3 folgenden, 
gleich grossen , stark 2lappigen und stark erweiterten Glie- 
der. Mitteltarsen: die 4 ersten Glieder von gleicher Grösse, 



2lappig - herzförmig , erweitert. Erstes Glied der einfaclieu 
Hintertarseii fast doppelt so lang als die beiden folgenden. 
Sohle aller Tarsen haarig. 

Das Weibchen unterscheidet sich vom Männchen : 
1) durch die beständig geringere Grösse; 2) durch das brei- 
tere, viel weniger gewölbte, vorn nicht erweiterte, an den 
Seiten weniger bogig hervortretende Halsschild; 3) durch die 
ganz einfachen, überall gleich breiten Hinterschenkel, welche 
an der Spitze zur Begränzung der Rinne nur 2 ganz schwach 
angedeutete , stumpfe Zähnchen haben ; 4) durch die ganz ge- 
raden , aber langhaarigen und etwas stärker bedornten Hinter- 
schienen, welche nur so lang als ihre Schenkel sind; und 
5) durch die nicht so tief 2lappigeu und nur halb so breiten 
Tarsen der Vorder- und Mittelfiisse. » 

Obs. I. Dieser Käfer, dessen Beschreibung ich nach 
mit Pa«2t'rschen Originalstücken verglichenen Individuen ent- 
worfen , variirt sehr bedeutend Bezugs der Grösse und es kom- 
men Stücke vor, welche um die Hälfte grösser als die nor- 
malen sind, sich jedoch von diesen nur in höchst unwesent- 
lichen Punkten, welche durch die grössere Körperform bedingt 
sind, unterscheiden. So z. B. zeigen sich die Flügeldecken 
neben der Naht wegen ihrer grösseren Breite noch flacher, ja 
in der Nähe der Basis selbst etwas vertieft, ferner sind die 
Zahnchen am Unterrande der Hinterschenkel bei dem Männ- 
chen vor dem grossen Ausschnitte stärker ausgeprägt. Diese 
Form versendete Dahl seiner Zeit als Anis, grossum und pas- 
sirt dieselbe unter diesem Namen noch heute in manchen Samm- 
lungen. Während nun von dieser Riesen- bis zu der Nor- 
malform ein ganz allmählicher Uebergang stattfindet, schwin- 
det ebenso auf der andern Seite die Grösse dieser Thiere all- 
mählich, bis sie in Yar. y. das Gepräge grösster Verkümme- 
rung erlangt. Die hierher gehörigen Thiere sind über die 
Hälfte kleiner, als die der Normalform, zeigen al)er sonst gar 
keine anderen Unterschiede , als höchstens nur solche , welche 
auf Rechnung eben jener Verkümmerung gebracht werden 
müssen. 

Obs. II. Die von Sturm sub. b. (1. c.) angeführte Va- 
rietät ist keine, sondern das Weibchen der Normalform. — 

10* 



1/18 

Panzcr's Angabe , dass die Weibchen \on den Männchen sich 
dnrch nichts als geringere Grösse unterscheiden , beruht auf 
einem Irrthunie. Ob diese Aeusserung Panzers Dcjcan ver- 
anlasst haben mag, das Weibchen dieses Küfers als A. sini- 
plicipcs aufzuführen, oder aber, ob sein simplicipes eine eig- 
ne, wohl begründete Art ist, >vage ich nicht zu entscheiden, 
da mir diese Art nicht bekannt geworden ist. 



Unter den mir yorliegenden Stücken des A. cinnamomea 
befindet sich auch ein Individuum, welches der Herr Regie- 
rungsrath Schmidt einmal in der Umgebung von Stettin auf 
Blumen gefangen hat und das ich für eine eigne Art anzu- 
sprechen geneigt wäre, ,wenn ich mehrere Stücke und nament- 
lich männliche, denn das mir vorliegende ist ein weibliches, ver- 
gleichen könnte und die Unterschiede constant fände. Ich habe 
es vorläufig affine genannt und finde folgende Punkte, wodurch 
es von dem Weibchen der cinnamomea abweicht: 1) kommt 
es dem Weibchen der Var. ß. an Länge ziemlich gleich, ist aber 
überall gleich breit und viel schmäler, daher als länglich , nicht 
aber als länglich -eiförmig anzusprechen; 2) ist die Farbe des 
ganzen Thieres kein Zimmtbraun, sondern ein tiefes Rost- 
braun ; 3) ist es entschieden stärker gewölbt ; 4) ist das Hals- 
schild bedeutend mehr gewölbt, obschon sonst von denselben 
Umrissen ; 5) ist das Schildchen klein und 6) endlich sind die 
Hinterschienen etwas kürzer und nicht völlig so gerade, als 
bei den Weibchen von cinnamomea. 

2. A. arm ata Sturm: ovata, brevis, ferruginea, antenna- 
rum clava nigra, elytris punctato - striatis , interstitiis trans- 
versim strigosis. 

Mas major, thorace convexiori, majori, femoribus posti- 
cjs subclavatis , tibiis longis, arcuatis, tarsis anticis articulo 
2 — 4 dilatatis. 

Foemina minor, thorace planiori, minori, femoribus sim- 
plicibus, tibiis rectis, tarsis haud dilatatis. 

Long, ly^— l'/jlin. Lat. l'/*— Ve !»"• 
Syn.: Anisot. id. Sturm in. g. II. 34. 2. t. 25. f. a. A. 
Var. ß. Corpore toto pallide testaceo. 



Bei Cassel {Rieht) ^ in Ocstieich (Sturm). 
M 11 mich eil: Gestalt einiiid, kurz, sehr gewölbt, gliiii- 
zend, rostbraun. Kopf g^ross, Stirn flach und unregelmässi^ 
piinktirt. Fühler ganz wie bei der vorigen Art. Halsschild 
qiieer, stark gewölbt, an den Seiten stark abfallend, überall 
gleicliniässig, aber nicht sehr gedrangt fein punktirt; Vorder- 
land tief ausgeschnitten, gerandet, Vorderecken abgernndet, 
Seitenränder sanft bogig, gerandet, Hinterwinkel stumpf, Hin- 
terrand gerade abgeschnitten. Schildchen massig gross, pun- 
ktirt. Flügeldecken bedeutend breiter als die Halsschildbasis 
und 2V2 m'i^ länger als dies, \on der Basis ab allmählich und 
sehr wenig Yerschmälert in die abgerundete Spitze übergehend, 
punktirt -gestreift, Punkte gedrängt, massig gross, Streifen 
gerade, flach, Zwischenräume ganz eben, ausser mit Ycrein- 
zelten, kleinen Punkten und überall mit vertieften Querstri- 
chen besetzt, die von den Punkten der Längsstreifen ausgehen 
und in schräger Richtung, oft durch mehrere Zwischenräume 
verlaufen. Nahtstreif tief, bis etwas über die Mitte gehend. 
Unterseite weniger glänzend, chagrinirt, zerstreut -punktirt 
und mit einzelnen, kurzen Härchen besetzt. Fiisse kräftig. 
Schenkel der Vorder- und Mittelfüsse einfach, die der hinte- 
ren dagegen aus verdünnter Hasis fast keulenförmig und an 
der breitesten Stelle mit sehr undeutlich gekerbtem Unterrande; 
am Ende der Schienenrinne innen ein ganz kurzer Zahn, 
der der aussen fast zahnförmgen, stumpfen Ecke nicht gleich 
kommt. Schienen der Vorderfüsse gerade , an der Spitze er- 
weitert, mit Dornen und Borstenhaaren besetzt, ebenso die 
kaum bogigen Mittelschienen. Die Hinterschienen länger als 
die Schenkel, halbbogenförmig mit ü])erall gleichmässiger Bie- 
gung, mit Dornen und Borstenhaaren besetzt. Tarsen der 
Vorderfüsse: Istes Glied klein, 2tes — 4tes verkehrt - herz- 
förmig, 21appig, sehr abnehmend erweitert. Mitteltarsen: 
Istes Glied verkehrt- kegelförmig, 2tes — 4tes verkehrt - herz- 
förmig , abnehmend , seitlich etwas zusammengedrückt und we- 
nig erweitert. 

Weibchen stimmt ganz mit dem Männchen überein, 
bis auf folgende Punkte: 1) ist es bedeutend kleiner; 2) ist 
das Halsscliild viel weniger gewölbt, vorn schwächer ausge- 



150 

Fandet, an den Vorderecken nicht so abgerundet, an den Sei- 
tenrändern weniger gerundet, die Oberfläche ist feiner und 
sparsamer punktirt; 3) sind die Hinterschenkel einfach, die 
Hinterschienen fast ganz gerade und bedeutend dorniger^ 
4) endlich sind sämnitliche Tarsen einfach. 

Obs. I. Die Individuen dieser Art variiren nicht min- 
der als die der vorigen Bezugs der Grösse, auch kommen ganz 
blassgelbe Stücke vor. Eine nähere Angabe der Unterschiede 
zwischen der vorigen, wie nächstfolgenden Art dürfte völlig 
überflüssig sein, da sie gar nicht verwechselt werden kann 
und dies um so weniger als Sturmes Abbildung (1. c.) eine 
wohl getroff"ene genannt zu werden verdient, au der nichts, 
als die Qneerstriche der Flügeldecken vermisst werden. 

Obs. n. Anis, armatum liltg. (K. P. I. 74. 1), Volvo- 
xis armata Kugclan (Schneid. Mag. 536. 1.) ist ein völlig 
unl»ekanntes und mit Sicherheit gar nicht zu ermittelndes 
Thier, weshalb ich diese beiden Schriftsteller auch gar nicht 
habe citiren können; Herr Sturm hätte deshalb wohl gethan, 
für seinen Käfer einen andern Namen zu wählen, um Ver- 
wirrung zu vermeiden. 

3. A. obesa mihi: ovata, brevis, valde convexa, nitida, 
ferruginea, elytris profunde punctato - striatis, interstitiis 
laevibus , femoribns simplicibus. 

Mas tibiis posticis longis, modice arcuatis, tarsis anticis 
et niediis articulo 2 — 4 dilatatis. 

Foemina tibiis posticis brevioribus rectis, tarsis omnibus 
simplicibus. 

Long. 1V4 lin. Lat. iVg lin. 
Var. ß. Corpore toto üavo , antennarum clava nigricante. 

Aus Hessen und Sachsen. 

Männchen: Gestalt kurz, eiförmig, hochgewölbt, 
braunroth, glänzend. Kopf massig gross , Stirn flach, äusserst 
fein punktirt, mit einzelnen Hohlpunkten. Fühler lang, stark, 
3tes Glied doppelt so laug als das 2te cylindrische, Keule 
gross. Halsschild fast doppelt so breit als lang, gewölbt, 
sehr fein punktirt; Vorderrand massig tief ausgeschnitten, ge- 
randet, Vorderecken niedergedrückt, al)gerundet und wie die 
sehr wejiig bogig hervortretenden Seitenränder gerandet, Hin- 



131 

terwinkel stumpf. Schildchen klein, spitz dreieckig, seicht 
pnnktirt. Flügel breiler und dreimal länger als das Hals- 
schild , von der Basis ab erweitert in die hochgewölbte, völlig 
abgerundete Spitze übergehend, pnnktirt - gestreift, Punkte 
gross, tief, gedrängt, Streifen gerade, Zwischenräume ganz 
eben, punktlos. Nahtstreife bis zur Mitte. Unterseite weni- 
ger glänzeud, zerstreut -pnnktirt und behaart. Schenkel alle 
einfach, flach, Hinterschcnkel ziemlich lang, schmal, Schie- 
nenrinne aussen an der Spitze a])gerundet, innen mit einem 
kurzen, stumpfen Zahne. Vorder- und Mittelschienen kürzer 
als die Schenkel, an der Spitze verdickt, mit vielen Dornen 
und Borstenhaaren; Hinterschienen länger als die Schenkel, 
ziemlich gerade , mit einer ganz schwachen Biegung nach aus- 
sen über der Mitte, und von da ab mit einer stärkeren nach 
innen, mit Dornen und Borsteuhaaren besetzt. Der Vorder- 
larsen Istes Glied klein, die 3 folgenden verkehrt -herzförmig, 
massig erweitert. Mitteltarsen vom 2ten — 4ten Gliede ab- 
nehmend erweitert. 

Weibchen ganz wie das Männchen und ebenso gross, 
nur die Hinterschienen ganz gerade und so lang als die Schen- 
kel, die Tarsen der Vorderfüsse ganz einfach, nicht erweitert. 
Obs. I. Diese ausgezeichnete, mit zu den grössten der 
ganzen Gattung gehörige Art steht zwischen armata und picea 
in der Mitte, sie unterscheidet sich von picea diuch die an- 
dere Gestalt , höhere Wölbung , grössere Kürze , andere Farbe 
und die ganz punktlosen Zwischenräume der Flügeldecken, 
von armata aber durch das Fehlen der Queerstriche in den 
Zwischenräumen, die einfachen Hinterschenkel und die mit 
picea übereinkommende Bildung der Hinterschienen. 
4. A. picea lllt'g.: oblongo - ovata, convexa, nigro- picea, 

antennis pedibusque rnfo - ferrugineis , elytris profunde pun- 

ctato-striatis, interstitiis punctulatis, fenioribus posticis sim- 

plicibus. 

Mas minor, angustior, tibiis posticis longis, raodice ar- 

cuatis, tarsis anticis articulo 2 — 4 dilatatis. 

Foemina major, subovalis, tibiis posticis brevibus, re- 

clis, tarsis anticis haud dilatatis. 

Long. 173-IV2 li"- Lat. VU — l lin. 



132 

Syn.: A. id. JU. K. P. 1. 75. 2, — Pz. fn. g. 37. 8. d*. — Sf«rm 

fn. g. II. 36. 3. — Schh. Syn. I. 107. 7. — G>jU. Ins. 

s. II. 562. 6. — Zetterst. Ins. lap. 156. 6. — Shlhg. Ins. 

fen. I 643. 7. 

Anis, consobrina SMhff. I. c. 464. 9. $. 
Var. /3. Corpore toto rnfo -ferrugineo. cf. $. 
Unter der Rinde fauler Baumstuhben und in Baunipil- 
zen durch ganz Deutschland und Preussen, doch überall, wie 
es scheint, sehr selten. 

Männchen: Gestalt eiförmig - länglich , gewölbt, stark 
glänzend, pechschwarz, Fühlerbasis und Füsse braunroth. Kopf 
massig gross, Stirn flach, fein punktirt, mit einzelnen Hohl- 
punkten in der Mitte. Fühler ziemlich lang, 3tes Glied dün- 
ner und kaum länger als das 2te, 4tes — 6tes kugelig, klein; 
Keule massig stark, langgezogen, schwarz. Halsschild stark 
gewölbt, -Norn etwas schmäler als hinten, ein halbnuil so breit 
als lang, gedrängt fein und überall gleichmässig punktirt, 
Seiten - und Hinterrand röthlich durchscheinend; Vorderrand 
schwach ausgeschnitten, gerandet. Vorderecken fast rechtwink- 
lig, Seitenrand bogig hervortretend, gerandet, Hinterwinkel 
stumpf, Hinterraud fast gerade abgeschnitten. Schildchen gross, 
scharf dreieckig, stark punktirt. Flügeldecken breiter als die 
Halsschildbasis und dreimal länger als dieses, von der Basis 
ab gleichförmig nach der abgerundeten Spitze verschmälert 
zulaufend, stark gewölbt , punktirt- gestreift, Punkte gedrängt, 
tief, Streifen alle gerade, Zwischenräume fast ganz flach, alle 
mit zerstreut stehenden, zahlreichen kleinen Punkten besetzt. 
Nahtstreif bis zur Mitte. Unterseite einen Stich heller als 
die Oberseite, zerstreut punktirt, chagrinirt; mit einzelnen 
Härchen besetzt. Füsse röthlichgelb, etwas haarig. Vorder - 
und Mittelschenkel ganz einfach, zusammengedrückt, überall 
gleich breit, chagrinirt, punktirt; die Hinterschenkel fast gerad- 
linig, an der Basis und Spitze etwas abgeschrägt, in der Mitte 
mit einigen , ganz undeutlichen Zähnchen , an der Spitze selbst 
aber jederseits der Schienenrinne ein kurzer, stumpfer Zahn. 
Vorder- und Mittelschienen fast gerade, breitgedrückt, ander 
Spitze erweitert, dornig und borstenhaarig. Hinterschieneu 
etwas länger als die Schenkel, sanft gebogen, nach |der et- 
was gedrehten und hier plötzlich erweiterten Spitze zu etwas 



153 

stärker, mit Dornen und reichlich mit Borstenhärchen besetzt. 
Der Vorder - und Mitteltarsen erstes Glied klein , die 3 fol- 
genden verkehrt- herzförmig -21aitpig, an den vorderen ab- 
nehmend, an den mittleren aber gleichmässig erweitert. 

Weibchen dem Männchen ganz gleich, sich aber un- 
terscheidend: 1) durch einen grösseren und etwas breiteren 
und dadurch fast ovalen Körper; 2) dnrch die oben und un- 
ten gradlinigen, ganz einfachen Hinterschenkel , an deren Spi- 
tze nur an der inuern Seite ein Zähnchen befindlich ; 3) durch 
die viel kürzeren, ganz geraden, nach der Spitze zu, wie die 
Vorderfüsse erweiterten Hinterschienen; 4) durch die nicht er- 
weiterten Tarsen. 

Obs. I. Die vorstehende Beschreibung des Thieres ist 
nach Exemplaren entworfen, welche theils aus den Händen 
Sturm's und Gj/llenhal's stummen, theils mit lih'gcrsclien Ori- 
ginalstücken verglichen sind. Es liegt mir auch das Thier in 
einem Originalexemplare vor, welches Gj/lienhal als seine 
Var. b. versendet. Es ist dies aber nicht die von mir aufge- 
stellte Varietät, sondern eine eigene Art, von der nachher 
die Rede sein wird. Die Pawz^'sche Abbildung stellt ein 
Männchen vor, ist aber mangelhaft, denn die Körperform 
fällt hinten zu breit, die Hinterschienen sind zu kurz und das 
Colorit ist nicht naturgemäss. 

Das SaJilbergsche Citat gründet sich auf Vergleichung 
von Originalexemplaren aus der Sammlung des Herrn Prof. 
Kunze, seine consobrina ist nichts als das Weibchen die- 
ser Art. 

Zettersledt's Worte im Nachsatze zu dieser Art: „an 
nias A. ferrugineae"? beruhen auf einem Irrthume dieses aus- 
gezeichneten Entomologen , da von beiden Arten Männchen und 
Weibchen vorliegen und beide sehr verschieden sind. 

5. A. Triepkii mihi: ovata, subdepressa, ferruginea, oculis 
nigris, elytris profunde punctato-striatis, interstitiis laevi- 
bus, femoribus posticis clavatis. 

Mas major, thorace latiori, tibiis posticis longissimis in- 
ferne valde arcuatis, tarsis anticis simplicibus, mediis arti- 
culo 2 — 4 dilatatis. 



133 

Foeraina minor, thorace aiigustiori, til)iis posticis bre- 
Tioribus, subiectis, tarsis omnibus haud dilatatis. 

Long. I7g lin. Lat. 1'/« lin. 

Pommern, Posen, auch in Schweden. 

Männchen: Gestalt breit eiförmig, ziemlich flach, 
glänzend, rostbraun überall, bis auf die Augen. Kopf massig 
gross, Stirn flach, äusserst fein punktirt, mit einzelnen, un- 
deutlichen Hohlpunkten. Fühler rostbraun, kurz, nicht bis 
zur Mitte des Halsschildes reichend, 3tes Glied verkehrt- ke- 
gelförmig, fast so stark als das 2te und wenig länger als 
dieses; die 3 folgenden Glieder kugelig zusammengedrückt; 
Keule massig gross, länglich. Halsschild flach gewölbt, über 
doppelt so breit als lang, sehr glänzend, gedrängt, aber sehr 
fein überall punktirt; der gerandete Vorderrand massig tief 
ausgeschnitten, Vorderwinkel fast etwas spitzwinklig hervor- 
tretend, Seitenränder gerundet, gerandet; Hinterwinkel stumpf, 
Hinterrand fast etwas zweibuchtig. Schildchen dreieckig, mas- 
sig gross, punktirt. Flügeldecken breiter und fast dreimal 
länger als das Halsschild , an der Basis am breitesten und von 
hier sanft verschmälert in die runde Spitze übergehend; flach 
gewölbt, tief punktirt -gestreift, Punkte gedrängt, tief, ziem- 
lich gross, die Reihen von der dritten von der Naht ab nicht 
mehr ganz geradlinig, Zwischenräume flach, aber durch die 
tiefen Streifen etwas gehoben, mit kaum bemerkbaren Pun- 
kten. Nahtstreif bis zur Mitte. Unterseite der Brust zerstreut - 
punktirt, chagrinirt, Hinterleibssegmente in der Mitte mit ei- 
nem, aus gedrängt stehenden Punkten, aus welchen kurze, 
greise Haare entspriessen , gebildeten Queerstreifen. Vorder- 
und Mittelschenkel ganz einfach, zusammengedrückt, am un- 
tern Rande gewimpert. Hinterschenkel zusammengedrückt, in 
der Mitte keulenförmig erweitert, nach der Spitze etwas ver- 
schmälert und hier nur an der Innenseite der Schienenrinne 
mit einem stumpfen, nicht über den Aussenrand fortragenden 
Zahne. Schienen der Vorder- und Mittelfüsse kürzer als die 
Schenkel, gerade, stark bedornt und massig borstenhaarig. 
Hinterschienen um die Hälfte länger als die Schenkel, etwas 
dornig und kurz borstenhaarig , an der Spitze erweitert, übri- 
gens mit einer doppelten Biegung , die erste bis zur Mitte rei- 



153 

cheiul und nach aussen gerichtet, ist so schwach, dass die 
Schiene fast gerade erscheint, die andere aber beginnt \or 
der Mitte, ist nachsinnen gerichtet und sehr stark bogenför- 
mig. Tarsen der Vorderfüsse nicht erweitert, das erste Glied 
rundlich, kürzer, die 3 folgenden jedes an der Spitze kaum 
erweitert. Der Mitteltarsen erstes Glied etwas kürzer und 
kleiner als die 3 folgenden, längeren und erweiterten. 

Weibchen kleiner, Halsschild yorn etwas schmaler, 
Hinterschenkel ganz wie bei den Miinnchen, nur etwas kür- 
zer, Hinterschienen kaum länger als ihre Schenkel, fast ge- 
rade, indessen sind auch hier noch die beiden Biegungen der 
Schienen des Männchens angedeutet. Tarsen alle einfach. 

Obs. I. Diese Art steht der A. picea zwar nahe, ist 
aber sehr leicht zu unterscheiden. 1) Das Männchen: a) durch 
die viel breitere , kürzere und dabei auffallend flache Gestalt, 
während das Männchen \on picea länglich eirund , gewölbt 
und viel weniger breit ist ; b) durch die kürzeren Fühler, na- 
mentlich Yom 4ten — 6ten Gliede; c) durch das Tiel breitere, 
flachere und feiner punktirte, yorn mehr erweiterte, seitlich 
mehr gerundete , hinten fast zweibuchtige Halsschild ; d) durch 
die yiel gröber punktirten Flügeldecken, deren Zwischenräume 
punktlos sind; e) durch die eigenthüraliche Punktirung der 
Hinterleibssegmente; f) durch die stark keulenförmigen Hin- 
terschenkel; g) durch die viel längeren, doppelt gebogenen 
Hinterschienen und die nicht erweiterten Vordertarsen. 2) Das 
Weibchen unterscheidet sich yon dem der picea: dass es klei- 
ner als sein Männchen und ebenso gestaltet, wie dies ist, 
durch die kürzeren Fühler, den andern Bau des Halsschildes, 
die Punktlosigkeit der Flügeldeckenzwischenräume, die keu- 
lenförmigen Hinterschenkel und die Gestalt der Hinterschienen. 

Obs. H. Dieser ausgezeichneten Art habe ich den Na- 
men des um die Pommersche Insectenfauna hochverdienten Hrn. 
Superintendent Triepke in Garz a. d. 0. beigelegt. 

6. A. longipes mihi: oblongo-oyalis, nitida, convexiuscula, 
ferruginea, capite antennarum clava thoracisque medio ni- 
gro-piceis, elytris profunde punctato - striatis, interstitiis 
punctulatis, femoribus posticis simplicibus. 



136 

Mas tibiis posticis longis, apice valde arcuatis, tarsis 
vix dilatatis. 

Foemina tibiis posticis breyioribns , rectis, tarsis au- 
gustis. 

Long. IV2 — 2V2 lin. Lat. 1 lin. 
Var. ß. Corpore toto rufo-ferrugineo. A. plceum var. b. GijU. 
Ins. s. II. 562 6. 

Hessen ( Rieht) y sächsiche Schweiz (3JüfJcel), Halle 
(Gcrmar), auch in der Lombardei (Kunze) und in Schweden. 

Männchen: Gestalt länglich -o\al, flach gewölbt, stark 
glänzend, kastanienbraun, nur Kopf, Fühlerkeule und die Mitte 
des Halsschildes schwarzbraun. Kopf massig gross, Stirn flach, 
sehr fein punktirt, mit einzelnen Hohlpunkten in einer Reihe. 
Fühler Yerhiütnissmässig dünn, bis über die Mitte des Hals- 
schildes reichend, 2tes Glied cylindrisch, nur halb so lang als 
das 3te schlanke; Keule massig stark. Halssschild doppelt so 
breit als lang, massig gewölbt, sehr fein und gleichmässig 
punktirt; Yorderrand ziemlich tief ausgeschnitten, gerandet, 
Yorderecken abgerundet und wie die bogigen Seitenränder ge- 
randet, Hinterwinkel abgerundet, Hinterrand fast geradlinig. 
Schildchen klein, fein punktirt. Flügeldecken breiter als die 
Basis des Halsschildes und dreimal länger als dies, von der 
Basis unverschmälert in die a])gcrundete Spitze übergehend, 
flach gewölbt, tief gestreift- punktirt, Punkte ziemlich tief und 
gedrängt, Streifen gerade, Zwischenräume ganz flach mit mehr 
oder minder deutlichen, aber sehr feinen Pünktchen besetzt. 
Unterseite weniger glänzend, chagrinirt, sparsam punktirt; 
Hinterleibssegniente mit vereinzelten Härchen. Yorder- und 
Mittelschenkel ganz einfach, zusammengedrückt, oben und un- 
ten geradlinig; Hinterschenkel an der Basis verdünnt, ganz 
einfach, bei grossen Exemplaren am Unterrande mit einer 
Reihe unscheinbarer Kerbzähnchen , die Spitze der Aussen- 
wand der Schienenrinne ungezahnt, die Innenwand mit einem 
kurzen, nicht über jene fortragenden Zahne. Yorder- und 
Mittelschienen gerade, an der Spitze erweitert, ziemlich dicht 
mit kurzen Dornen und Borstenhaaren besetzt, kürzer als ihre 
Schenkel; Hinterschienen länger als die Schenkel , dünn, bor- 
stenhaarig und mit einzelnen Döriichen , von der Basis bis zur 



157 

Mitte geradlinig, von da ab aber stark bogenförmig nach iu- 
nen gebogen. Vorder- und Mitteltarsen kaum etwas erwei- 
tert, verkehrt- herzförmig. 

Weibchen ganz wie das MJlnnchen, nur die Hinter- 
schienen von der Länge ihrer Schenkel, ganz gerade und die 
Tarsen der Vorder- und Mittelfüsse ganz dünn, noch schmä- 
ler als die der Männchen. 

Obs. L Der A. Triepkii zwar verwandt, aber hinläng- 
lich durch folgende Punkte von derselben verschieden: 1) durch 
die geringere Grösse, 2) durch die länglich - ovale Gestalt, 
3) durch die längeren und schlankeren Fühler, 4) durch das 
stärker gewölbte und weniger breite Halsschild, 5) durch die 
einfachen, an der Basis verschmälerten Hinterschenkel, die nur 
an der Spitze stark nach innen gebogenen Hinterschienen und 
die kaum etwas erweiterten Tarsen der Männchen. 

Obs. II. Originalexemplare der Var. b. von Anis, pi- 

ceura Gijll. ergaben sich als zu dieser Art gehörige Individuen. 

7. A. flavescens mihi: ovalis, uitida, convexinscula, fla- 

vescens, capite antennarum clava thoracisque disco obscu- 

rioribus, elytris profunde punctato - striatis , interstitiis lae- 

vibus, femoribus apice subbidenticulatis. 

Mas tibiis posticis longis rectis, apice incurvis, tarsis 
vix dilatatis. 

Foemina? 

Long. Vfn lin. Lat. '/g lin. 

In Pommern. 

Diese Art steht der A. longipes äusserst nahe und würde 
für eine blosse Varietät derselben zu erachten sein, zeigten 
nicht die Hinterfüsse eine wesentliche Abweichung. Die Schen- 
kel derselben sind nämlich zusammengedrückt, schmal und ein- 
fach gebildet von der Basis bis gegen die Spitze, hier sind 
sie aber sanft eingeschnürt und endigen die gleich grosse In- 
nen - und Aussenwand der flachen Schienenrinne jede in ei- 
nen ganz kurzen, abgerundeten, gleich grossen Zahn, wäh- 
rend bei longipes die Aussenwand der Schenkelrinne des über- 
haupt breiteren Schenkels viel breiter als die Innenwand und 
völlig abgerundet ist. Die Hinterschieuen, ganz wie bei lon- 
gipes gebildet, sind etwas kürzer und an der Spitze weniger 



138 

stark nach innen gebogen. Ausserdem ist diese Art lileiner, 
von liellerer Farbe und sind die Zwischenräume der Flügel- 
declien punlitlos. Sonst stimmt alles überein. 
8. A. ovalis mihi: ovalis, brevis, nitida, convexa, ferru- 

ginea, antennarum clava nigricante, elytris punctato - stria- 

tis, interstitiis confertim punctulatis, femoribus posticis sim- 

plicibus. 

Mas tibiis posticis modice arcuatis, tarsis anticis et me- 

diis articulo 2 — 4 dilatatis. 

Foemina tibiis posticis brevioribus, subrectis, tarsis an- 

gustis. 

Long. IV4 — 1 lin. Lat. 1—7« !"»• 
Var. ß. Corpore toto pallide-testaceo. 
Hessen (Riehl) , sächsiche Schweiz (Mürlel), Pommern. 
Männchen: Gestalt kurz, oval, stark gewölbt, stark 
glänzend, braunroth, nur die Augen schwarz und die Fühler- 
keule schwärzlich. Kopf massig gross, Stirn etwas gewölbt, 
dicht und etwas stark punktirt, mit einer Queerreilie Hohl- 
punkte. Fühler ein wenig über die Mitte des Halsschildes 
fortreichend, 3tes Glied bedeutend länger als das Ute, Keule 
schlank. Halsschild noch einmal so breit als lang, stark ge- 
wölbt, sehr dicht imd ziemlich stark überall punktirt; Vor- 
derrand flach ausgeschnitten, gerandet, Vorderwinkel stumpf, 
Seitenränder sehr schwach bogig, Hinterwinkel stumpf, Hin- 
terrand fast gerade abgeschnitten. Schildchen klein, dreieckig, 
punktirt. Flügeldecken an der Basis breiter als das Halsschild 
und etwas über zweimal länger, von hieraus allmählich in die 
abgerundete , nicht verschmälerte Spitze übergehend ; stark ge- 
wölbt , nach der Spitze stark abfallend , punktirt - gestreift, 
Punkte gedrängt, tief und ziemlich gross, Streifen gerade, 
Zwischenräume flach und, ausser den Hohlpunktreihen, überall 
mit zahlreichen, sehr feinen, zerstreut stehenden Punkten be- 
setzt, Nahtstreif an der Spitze tief, bis über die Mitte rei- 
chend. Unterseite weniger glänzend, zerstreut- punktirt und 
mit einzelnen Härchen besetzt. Füsse kurz, kräftig. Schen- 
kel alle einfach , zusammengedrückt , kurz borstenhaarig, die 
Spitze der Hiuterschenkel an der Aussenwand der Schienen- 
rinne ungezahnt , an der viel schmaleren Junenwand mit einem 

\ 



139 

Zähnclieii. Vorder- und Mittelscliieneu fast gerade, überall 
mit Dornen und Borstenhaaren reichlich besetzt, nach der 
Spitze hin wenig erweitert, kürzer als ihre Sclienkel. Hin- 
terschienen kaum länger als die S(;henkel, sanft und gleich- 
massig gebogen, mit einzelnen Dornen und reichlich mit Bor- 
stenhaaren besetzt. Der Vorder- und Mitteltarsen 2tes — 4te3 
Glied verkehrt -herzförmig, 21appig, erweitert. 

Weibchen ganz wie die Männchen , nur sind die kür- 
zeren Hinterschienen nur halb so stark gebogen, aber stärker 
mit Dornen und Härchen besetzt, sämmtliche Tarsen sehr dünn, 
nicht erweitert. 

Obs. I. Es unterscheidet sich diese Art von der A. lon- 
gipes, der sie verwandt ist 1) durch die kurze, stark ge- 
wölbte, hinten steiler abfallende Gestalt; 2) durch die gerin- 
gere Grösse ; 3) durch die andere Färbung der normalen Stü- 
cke; 4) durch das stärker punktirte Halsschild; 5) durch die 
kürzeren, im ganzen Verlaufe einförmig und massig geboge- 
nen Hinterschienen , sowie durch die erweiterten Vorder- und 
Mitteltarsen. 

9. A. brevjpes mihi: oblonge- ovata, convexa, nitida, fer- 

ruginea, antennaruni claya nigricante, ely tris punctato - stria- 

tis, interstitiis sublaevibus, striis apice subevanescentibus. 

Mas tibiis posticis rectis, apice subarcuatis, brevibus, 

tarsis anticis et mediis articulo 2 — 4 dllatatis. 

Foeniina? 

Long, ly^ lin. Lat. Vs ^'i"« 
Aus Tyrol. 

Männchen: Gestalt länglich -eiförmig, gewölbt, glän- 
zend , braunroth , nur die Augen und die Fühlerkeule schwarz. 
Kopf gross, Stirn flach, queer, mit einer Reihe Hohlpunkten 
und ausserdem sehr gedrängt und äusserst fein punktirt. Füh- 
ler bis zur Hälfte des Halsschildes reichend, 3tes Glied um 
die Hälfte länger als das 2te, Keule schlank, wenig verdickt. 
Halsschild kurz, über doppelt so breit als lang, gewölbt, sehr 
gedrängt und sehr fein punktirt; Vorderrand gerandet, kaum 
ausgeschnitten. Vorderecken abgerundet, Seitenrand anfangs 
sanft bogig, kurz vor dem Hinterwinkel aber geradlinig und 
dadurch dieser fast rechtwinklig, Hinterrand geradlinig. Flu- 



IGO 

geldecken breiter und dreimal länger als das Halsscliild, von 
der Basis bis zur Spitze sich allinälilich , hier aber bedeutend 
verengend, punktirt- gestreift, Punkte klein, gedrängt, Strei- 
fen gegen die Spitze zu sehr schwach und flach und die Punkte 
seltener werdend, Zwischenräume völlig flach, kaum sichtbar 
punktirt. Nahtstreif bis zur Mitte. Füsse kurz, kräftig. Schen- 
kel alle einfach, zusammengedrückt, breit; Spitze der Schie- 
nenrinne der Hinterschenkel am Aussenrande abgerundet, ohne 
Zahn, am viel schmäleren Innenrande mit einem abgerundeten, 
kurzen Zähnchen. Vorder- und Mittelschienen kürzer als ihre 
Schenkel, an der Spitze erweitert, gerade, stark dornig und 
borstenhaarig, Hinterschienen kurz , aber eben solang als die 
Schenkel, fast gerade, nur an der Spitze etwas nach innen 
gebogen und hier erweitert, ziemlich häufig mit Dornen und 
vielen Borstenhaaren besetzt. Der Vorder- und Mitteltarsen 
2tes — 4tes Glied verkehrt -herzförmig, 2lappig, abnehmend- 
erweitert. 

Weibchen mir unbekannt. 

Obs. I. Unterscheidet sich von der vorigen Art, der 
sie sehr nahe verwandt ist: 1) durch die länglich -eiförmige, 
hinten" plötzlich verschmälerte Gestalt; 2) durch das etwas kür- 
zere, viel feiner und nicht so gedrängt -punktirte Halsschild, 
dessen Hinterecken fast rechtwinklig sind ; 3) durch die feiner 
gestreiften Flügeldecken, an deren Spitze die Pnnktstreifen 
fast verschwinden; 4) durch die fast geraden, nur an der 
Spitze schwach nach innen gekrümmten Hinterschienen. 
10. A. nigrita mihi: ovalis, nitidissima, convexa, picea, 
antennarnm basi pedibusqne dilutioribus, elytris punctato- 
striatis, striis curvatis, apice evanescentibus, interstitiis lae- 
vissimis, tibiis rectis. 

Mas major, thorace convexiori, tarsis longioribus an- 
gnstis, 

Foemina minor, thorace planiori, breviori, tarsis bre- 
vioribus, angustissimis. 

Long. 1 lin. Lat. Yg lin. 
Var. ß. Corpore toto brunneo. 
Cassel (Riehl) , sächsische Schweiz (Mürl^el). 
Männchen: Gestalt oval, gewölbt, sehr glänzend, über- 



16i 

all pechschwarz , nur die Basis der Fühler und der Fasse hel- 
ler. Kopf ziemlich gross, Stirn fluch, queer, äusserst fein 
und gedrängt punktirt. Fühler lang, Faden dünn, 3tes Glied 
fast doppelt so lang als das 2te, Keule bedeutend. Halsschild 
massig gewölbt, seitlich steil abfallend, l'/, mal so breit als 
lang, sehr glänzend, äusserst fein punktirt; Vorderrand tief 
ausgeschnitten, ungerandet, Vorderecken stark herabgebogen, 
\öllig gerundet und wie die vorn sehr schwach bogigen , hin- 
ten geradlinigen Seitenränder gerandet; Hinterwinkel fast recht- 
winklig, Hinterrand gerade. Schildchen massig gross, kaum 
punktirt, dreieckig, Spitze stumpf. Flügeldecken kaum brei- 
ter, aber dreimal länger als das Halsschild, von der Basis ab 
allmählich nach der Spitze zu sich verschmälernd, punktirt - 
gestreift, Punkte nicht sehr gedrängt, seicht, Streifen alle 
krummlinig, gegen die Spitze hin fast ganz verschwindend, 
sehr seicht, daher die fast ganz punktlosen Zwischenräume 
völlig eben. IV'alitstreif bis zur Mitte. Unterseite weniger 
glänzend, punktirt, etwas haarig. Filsse kurz, etwas hel- 
ler gefärbt, kräftig. Schenkel alle einfach zusammengedrückt, 
am Unterrande ganz schwach ausgebuchtet; die Spitze der 
Aussenwand der Schienenrinne an deu Hinterschenkeln abge- 
rundet, etwas vorgezogen, die Innenwand sehr verkürzt, am 
Ende mit einem unscheinbaren Zähnchen. Schienen sämrat- 
lich reichlich, selbst die hinteren, mit Dornen und Borsteu- 
haaren besetzt, sehr kurz, gerade. Tarsen einfach, nicht er- 
weitert. 

Weibchen klein, Halsschild weniger gewölbt, weniger 
tief ausgeschnitten, etwas kürzer, Tarsen bedeutend schmäler 
und die einzelnen Glieder namentlich viel kürzer nnd in ein- 
ander gedrängter, sonst alles wie bei dem Männchen. 

Obs. I. Der A. brevipes nahe stehend, aber von ihr 
wesentlich verschieden: 1) durch die viel geringere Grösse; 
2) durch die andere Farbe; 3) durch den lebhaften Glanz; 
4) durch die völlig glatten Zwischenräume der Flügeldecken 
und 5) durch die ganz geraden und kurzen Hinterschienen, 
so wie die nicht erweiterten Vorder- und Mittelsarsen. 

11. A. ferruginea Sturm : oblongo - ovata, ferruginea, sub- 
(3. Band 1. Heft.) 11 



162 

(Icpressa, nitida, elytris profunde puiictalo - striatis, intersti- 
tiis yix punctiilatis. 

Mas major , femori])us posticis clavato - triiingnlaribns, 
dente apicali mas^no hamato, tihiis poslicis bre\il)us, yalde 
simpliciter arcuatis, tarsis anticis hreyioribus angustis. 

Foemina minor, femori])us posticis subsiniplicii)iis apice 
oblique truncatis, tibiis posticis rectis, tarsis anticis angu- 
stis sublongioribus. 

Long. IV4 — V4 lin. Lat. IV4 — V2 l'«- 
Syn.: Anisot. ferrugineum Sturm fn. g. II. 37. 4. 

Var. ß. Nigro - picea , elytrorum tantum disco ferrugineo. 
Var. y ut ß. attamen elytra tota ferruginea. 
Var. (F. Ferniginea, capite , tliorace scutelloqiie obscurioribus. 
Var. f. Ferrugineo -testacea, tliorace ferrugineo. 
Var. 1]. Testacea, tliorace subferrugineo. 

Var. f. Minor, femoribus maris siinplicibus, tibiis posticis 
siibrectis. 
Durch ganz Deutschland und entschieden die gemeinste 
Art dieser Gattung, in Pilzen und auf Wakhviesen an Gras- 
halmen und Kräutern. 

Männchen: Gestalt länglich - eiförmig , sehr wenig ge- 
"Wölbt, überall rostbraun, nur die Augen schwarz und die 
Fiihlerkeule pechbrauu. Kopf massig, Stirn flach, überall 
gedrängt und fein punktirt, meist zwischen den Augen ein 
Paar mehr oder minder tiefe Hohlpunkte. Fühler massig lang, 
schlank, 3tes Glied sehr wenig länger als das 2te, Keule nicht 
von bedeutendem Umfange. Halsschild queer, massig gewölbt, 
glänzend , überall ziemlich gedrängt punktirt und hier und da 
mit in ihren Auftreten unbestimmten Hohlpunkten besetzt ; Vor- 
derrand massig tief ausgeschnitten, gerandet, Vorderecken ab- 
gerundet und wie die ebenso gestalteten Seitenränder fein ge- 
randet, Hinterwinkel stumpf, Hinterrand abgestutzt, bei den 
grösseren Exemplaren kaum mei-klich zweibuchtig. Schildchen 
massig gross, fein punktirt. Flügeldecken fast dreimal länger 
als das Halsschild , an der Basis breiter als dies , hinten et- 
was Yerschmälert in die abgerundete Spitze auslaufend, pun- 
ktirt- gestreift , Punkte grob und gedrängt, Streifen alle ge- 
rade, Zwischenräume flach, kaum merklich und unregelmässig 
punktirt. Unterseite weniger glänzend, chagrinirt, reichlich. 



I6c3 

namentlich auch die Schenkel punktirt und in den Punktea 
mit feinen, sehr kurzen Borstenhaaren. Die Schenkel der 
Vorder- und Mittelfüsse ganz einfach, zusammengedrückt, die 
Hinterschenkcl keulenförmig-dreieckig, indem die äussere Wand 
der Schenkelrinne gegen die Spitze zu immer breiter wird, in 
der Mitte des Unterrandes eine sehr schwache, zaluiartige Er- 
hebung, am Ende jeder Scliienenwand aber ein starker, kiaf- 
tiger Zahn, von denen der nach \orn gerichtete der Anssen- 
wand, wegen seiner doppelten Grosse, viel starker in die Er- 
scheinung tritt, als der hakenförmig kleinere der -viel schma- 
leren Innenwand. Vorder- und Mittelschienen stark bedor/it, 
ein wenig gei)Ogen, an der Spitze erweitert, Hinterscliienen 
ein wenig länger als die Schenkel, stark gebogen, Biegung 
einfach bogenförmig, nnr oberhalb der Mitte in etwas \on die- 
ser Richtung abweichend. Vorder- und Mitteltarsen nicht er- 
weitert, aber mehr in einander geschoben und dadurch kürzer. 

Weibchen in Allem dem Männchen völlig gleich, nur 
etwas kleiner, vorzugsweise aber abweichend in der Bildung 
der Hinterfüsse. Die Hinterschenkel einfach, nicht keulenför- 
mig-dreieckig, indem die Aussenwand der Schienrinnne nur 
sehr wenig erweitert ist und statt des grösseren Zahnes nur 
abgeschnitten erscheint. Hinterschienen so lang als die Schen- 
kel, ganz gerade, mehr bedornt als bei dem Männchen. Vor- 
der- und Mitteltarsen kaum schmäler als bei dem Männchen, 
aber die Glieder sind weniger in einander geschoben und wird 
dadurch das ganze Fussblatt länger. 

b s. I. Die normale Form charakterisirt sich durch die 
länglich -eiförmige, flach gewölbte Form des Körpers, die star- 
ken Punktreihen der Flügeldecken und vorzugsweise durch 
die eigenthümliche Bildung der Hinterfüsse, namentlich der 
Schenkel, wo die breite Aussenwand der Schienenrinne mit 
ihrem starken Zahne gegen die sehr kurze Innenwand und 
gegen die kurze , stark und einfach gebogene Hinterschiene 
ganz eigenthümlich abstechen, leicht und genügend. Anders 
verhält es sich mit den Varietäten, welche, bis zur kleinsten 
Krüppelform herab, wohl kaum ein entscheidendes sicheres 
Criterium bieten dürften , um ohne Schwierigkeit und ohne ge- 

11* 



um 

)iiine Kcimliiiss der Nonnalloim richtig gewürdigt und erkannt 
zu worden. 

Am auffallendsten ist die Yerscliiedenheit der Grösse, 
diese differirt so l)edeulend, dass die kleinsten Sliake über 
noch einmal so klein sind, als die normalen. Dass beide Ex- 
treme zusammen gehören, ergiebt sich dadurch, dass gleich 
wie die Grösse, so auch alle übrigen charakteristischen Zei- 
chen undeutlicher werden. So wird zuerst der Zahn der Aus- 
scnwand der Hinterschenkel mit abnehmender Körpergrösse 
immer kleiner und kleiner, bis er endlich kaum noch in einer 
Andeutung vorhanden, so nimmt stufenweise die bedeutende 
Eiegung der Hiiiterscliiene in dem Grade ab, dass dieselbe 
in den \erkümmertesten und kleinsten Stücken kaum noch in 
etwas gebogen erscheinen. Es bleibt somit für diese kleinsten 
Individuen niclits weiter übrig, als die allgemeine Körperforni 
und die bedeutende Tiefe der Punktreihen der Flügeldecken 
und die Erweiterung der Aussenwand der Schenkelrinne. 

Viel weniger wichtig und ganz unabhängig von der 
Grösse ist die Farbe der Thiere dieser Art. Diese ist bei den 
normal gefärbten Individuen überall rostbraun; als merkwür- 
dige und seltene Abweichung müssen zunächst diejenigen er- 
wähnt werden , deren Kopf, Fühlerkeule , Halsscliild , Schild- 
chen, Naht, Flügelspitze und Aussenrand, wie die Unterseite 
des Körpers, schwarz erscheinen. Hieran schliessen sich Stü- 
cke, wo schon das Schwarz der Naht, der Flügelspitze und 
des Randes fehlt; dann folgen solche, wo das Schwarz der 
angegebenen Körperstelleu sich nur noch als ein Schwarzbraun 
zeigt , und hieran wieder andere , wo die nornuile Färbung 
nur an diesen Stellen etwas dunkler auftritt. Sehr häufig sind 
nun aber solche Stücke, wo die Rostfarbe in ein Eraungelb 
und dies in Blasgelb übergeht. 

Obs. H. Was die Synonymie dieser Art anbelangt, so 
kann ich darüber mittheilen, dass ich die obige Beschreibung 
nach Individuen entworfen, welche mir von Sturm selbst als 
sein ferrugineum mitgetheilt sind. Die nähere Yergleichung 
der Ä/?/rmschen Beschreibung (l. c.) mit der meinigen wird 
zwar, und namentlich was die Form der Hinterschienen be- 
trifft, eine Differenz ergeben, indem er diese als an der Spitze 



ehvas einwilrts gekrümmt angieht, an den mir mitgetlieilttMi 
Itulnidueu indessen war liieryou durchaus nichts zu erkennen 
und lassen sich diese Worte nur dadurch einigermassen er- 
klären, dass Slvrm das datnals ihm unbekannte dubium ///. 
mit dieser Art verwechselt hat. 

Das lilfgersche ferrugineum ist wahrscheinlich auch das 
Sft/rmsche , in welcher Meinung mich ganz besonders noch 
seine Yergleichung dieser Art mit dem A. cinnaniomeum be- 
stärkt, mit der die Normalstiicke allerdings einige Aehnlich- 
keit zeigen. 

Was dagegen Fahrirhis' ferrugineum sei, ist. auf keine 
Weise zu ermitteln; aus den wenigen Worten, mit denen er 
das Thier abfertigt, ist gar nichts zu entnehmen und ist es 
mehr als wahrscheinlich, dass in seiner Sammlung sehr ver- 
schiedene Thiere unter diesem Namen stecken; deshali) ist es 
gewiss am sichersten, Fabricius' Namen bei dieser Art ganz 
ans dem Spiele zn lassen. 

Eben so unzweideutig geht ans der Beschreibung, wel- 
che Gijllcnhal von seinem ferrugineum geliefert, hervor, dass 
er mehrere verwandte Arten zusammengefasst und darnach 
seine Beschreibung entworfen hat, denn diese passt eben so 
wenig vollständig auf die vorliegende, wie auf eine der mir 
bekannten verwandten Arten, enthält aber vieles, was auf alle 
diese ins Gesammt gedeutet werden kann. Was Suhlherg's 
und Zettersicdrs ferrugineum anbelangt, so wage ich, aus 
Mangel an Originalstücken, nichts darüber auszusagen. 

12. A. dubia Kitgel.: subrolundata, depressa, nigra, nitida, 

antennarum basi pedibusque testaceis, thorace basi truncato, 

elytris rufis, striato-punclatis, femoribus posticis simplicibus. 

Mas tibiis posticis longissimis biarcuatis, tarsis finticis 

vix dilatatis. 

Foemina? 

Long. 17^ lin. Lat. l'/j lin. 
Sjn.: Anis. ead. lU. K. V. I. 78. 8. — Sdirm in. g. II. 38. 5. 
Tritoma ead. Pz. fn. g. 39. 22. 
Volvoxis ead. KufjcL Schneid. Mag. V. 540. 9. 

In Weidenschwämmen ; sehr selten , meist mit einem 



166 

grauen Staube , wie llliger bemerkt , auf dem Kopfe und Hals- 
schilde bedeckt. Preusseu (Illt'g.), Pommeru. 

Männchen: Gestalt rundlich - oval , fast kreisförmig, 
dabei flacher als alle übrigen , mit Ausnahme des eben so ge- 
stalteten curvipes. Die Far])e der ganzen Unterseite, des Ko- 
pfes , der Fühlerkeule, der Mitte des Halsschildes und des 
Schildchens, so wie dessen nächste Umgebung schwarz, die der 
Fühlerbasis und der Füsse blassgelb, der Flügeldecken und des 
Maulcs rothbraun. Kopf massig gross, Stirn flach , sehr fein 
und gedrängt punktirt, in der Mitte eine Reihe Hohlpunkte. 
Fühler bis etwas über die Hälfte des Halsschildes reichend, 
ziemlich haarig, 3tes Glied wenig länger als das 2te, Keule 
gross. Halsschild qiieer, flach, stark glänzend, überall dicht, 
aber sehr fein punktirt, in der Mitte 2 neben einander ste- 
hende, tiefe, vielleicht in ihrem Vorhandensein unbeständige 
punktförmige Eindrücke, zum allergrössesten Theile scliwarz, 
nur an dem Hinter- und den Seitenrändern mehr oder minder 
schwarzbraun; Yorderrand ziemlich tief ausgeschnitten, fein 
gerandet, Vorderecken stumpf, Seitenränder stark gerundet, 
gerandet, Hinterecken stumpfwinklig, Hinterrand gerade ab- 
geschnitten. Schildchen massig gross, dreieckig, fein punktirt. 
Flügeldecken breiter als die Basis des Halsschildes und 2% 
mal länger als dieses, abgeflacht, hinten gerundet, ziemlich 
stark punktirt -gestreift, Zwischenräume sehr fein und unre- 
gelmässig punktirt. Unterseite massig glänzend, Hinterleib 
zerstreut -punktirt. Füsse schlank, kurz behaart. Schenkel 
einfach, geradlinig, zusammengedrückt, die der Hinterfüsse 
gegen die Spitze etwas ausgeschweift , Schienenrinne flach, je- 
derseits an der Spitze durch ein gleich grosses, kurzes, ab- 
gerundetes Zähnchen begränzt. Schienen der Vorderfüsse mit 
schwachen und kurzen Dornen besetzt, gerade, Hinterschienen 
länger als die Schenkel, mit kurzen Dörnchen bewaffnet, mit 
doppelter Biegung, eine schwächere, kürzere, nach aussen ge- 
richtete oberhalb der Mitte und eine bedeutend grössere, nach 
innen sehende von der Mitte ab. Vordertarsen kaum etwas 
erweitert, Mitteltarsen vom 2ten Gliede an abnehmend, aber 
nur wenig erweitert. 

Weibchen mir unbekannt. 



167 

OI)s. I. Mein Stück ist mit ///«g<?rsclieii Oilginalexem- 
plareii für ganz übereinstimmend durch den Hrn. Dr. Erich- 
son erklärt worden und es passt die (1. c.) von Illigcr ge- 
lieferte Beschreibung ganz Tortreff'lich , wenn man bei dem 
Worte „hemisphäriscli" nicht an eine Halbkugel denkt. Ver- 
gleicht man das Thier aber mit der Beschreibung des A. rn- 
fipenne PI. in GijUenhal (Ins. s. H. 565. 8.), wozu A. du- 
biuni lilig. als Synonym gezogen wird, so leuchtet es so- 
gleich zur Geniige ein , dass Gjjllenhal nicht den ///?g"<7rschcu 
Käfer gekannt und ein ganz anderes Thier, wahrscheinlich 
eine Varietät der ferruginea yor sich gehabt hat. Die Worte 
„globoso-ovatum" und die der Beschreibung „ statura et sum- 
ma affinitas proxime praecedentis et minoribus ejus magnitu- 
dine acquale" sprechen entschieden für diese Meinung, da die 
A. dubia lUig. eine himmelweit verschiedene Gestalt Ton fer- 
ruginea hat und nichts weniger als den kleineren Stücken die- 
ser Art an Grösse gleich kommt. Ausserdem sagt Gj/llcfi7ial 
selbst noch in der Note: „\ix a praecedenti (ferruginea) sa- 
tis distincta species." 

Obs. IL Die Panzcrsdie Abbildung gehört entschie- 
den hierher, wie sie auch llh'gcr selbst hierher zieht, sie 
stimmt auch mit meinem Exemplare fiberein, nur der Körper 
hätte mehr kreisförmig gezeichnet werden müssen, und ebenso 
ist das Schildchen und die Umgebung desselben nicht schwarz, 
welche Farbe es an meinem Exemplare hat und wie sie auch 
Ton llliger angegeben wird. Die Biegung der Hinterschie- 
nen ist aber ganz richtig angegeben. 

13. A. curvipes Kunze: subrotundata , depressa, nitida 
rufo-testacea, pedibus pallidioribus , thorace basi bisinuato 
elytris striato-punctatis, femoribus posticis clavatis. 

Mas tibiis posticis longissimis rectis, dein \alde arcna- 
tis, tarsis anticis subdilatatis. 

Foemina ? 

Long, ly^ lin. Lat. ly^ lin. 
An. curvipes Kunze in litt. 

In der Lombardei; doch gewiss auch im südlichen 
Deutschland. 

Diese Art ist der A. dubia so nahe verwandt, dass man 



1G8 

sie leicht nur für ein unausgefdrbtes Individuum derselben 
halten könnte, es ist dieselbe aber von dubia in sehr wesent- 
lichen Stücken verschieden und somit die Trennung gerecht- 
fertigt. Während sie ganz dieselbe Grösse, dieselbe Gestalt 
und die gleiche Proportion aller einzelnen Theile wie dubia 
hat, unterscheidet sie sich: 1) durch den Hinterrand des Hals- 
schildes , der nicht gerade abgeschnitten , sondern stärker als 
bei irgend einer andern Art zweibuchtig ist; 2) durch die Ge- 
stalt der Hinterfüsse. Die Schenkel beginnen dünn und ha- 
ben an der Basis am untern Rande eine schwache Ausschwei- 
fung, werden aber in der Mitte plötzlich doppelt so breit, 
zeigen hier eine stumpfe, abgerundete Hervorragung und ge- 
hen dann schräg, aber immer noch bedeutend breiter als an 
der Basis, in die Spitze über; die Schienenrinnc hat unglei- 
che Wandungen, die äussere ist stark hervortretend und läuft 
gegen die Spitze abgerundet aus, die Innenwand aber ist sehr 
schmal, aiisgescliwcift und geht an der Spitze in einen haken- 
förmigen, stumpfen Zahn über, der nicht die Aussenwaiul über- 
ragt. Die Hintersciiienea sind bis zur Mitte fast gerade, von 
da ab aber ebenso stark als bei dubia nach innen gekrümmt, 
übrigens ebenso lang, als bei dieser Art. 
14. A. r u b i g i n s a Scliiippcl : glo])Oso - ovalis , brevis, con- 
vexa, antice declivis, rufo-ferruginea, oculis nigris, anten- 
nis brevil)us, elytris punctato-striatis, interstitiis convexi- 
usculis laevissimis, femoribus posticis simplicibus, tibiis 
apice dilatatis. 

Mas tibiis posticis subrectis. 
Foemina tibiis posticis rectis. 
Long. IV4 lin. Lat. Y^ l'^i- 

Diese, wie es scheint, sehr seltene und vielfach ver- 
kannte 4i't ist bis jetzt nur bei Berlin und bei Garz in Pom- 
mern gefunden und liegen mir Originalexemplare dieser Art 
aus der Sammlung des Hrn. Prof. Kunze und des Hrn. Su- 
perint. TriepJcc vor , welche letztere von Hrn. Schüppcl be- 
stimmt worden ist. 

Männchen: Gestalt kugelig - oval, kurz, stark ge- 
wölbt, namentlich in der Mitte des Körpers, von wo derselbe 
nach vorn schräg, nach hinten aber mehr gewölbt abfallt. 



16» 

Farbe des ganzen Körpers, mit Ausschluss der schwarzen Au- 
gen und der etwas dunkleren Fresswerkzeuge und Fühlerkeu- 
len, licht rostbraun, glänzend. Kopf gross, queer; Stirn flach, 
fein punktirt, mit einigen undeutlichen, grossen Hohlpunktcii. 
Fühler kurz, nur bis zur Mitte des Halsschildes reichend, 
stark, 3tes Glied kaum länger als das stärkere, cylindrische 
2te, Keule stark, verhältnissniässig sehr breit, die einzelnen 
Glieder kurz, aber desto breiter. Halsschild über doppelt so 
breit als lang, vorn so breit als hinten , abschüssig, flach ge- 
wölbt, äusserst fein und nicht sehr gedrängt punktirt, sehr 
glänzend; Vorderrand kaum etwas ausgeschnitten, in der Mitte 
ungerandet. Vorderecken nicht hervortretend, abgerundet und 
wie die stark bogig hervortretenden Seitenränder geran- 
del, Hinterecken abgerundet, Hinterrand gerade abgeschnitten. 
Schildchen ziemlich gross, dreieckig, punktirt. Flügeldecken 
breiter und zweimal länger als das Halsschild, kurz, überall 
gleich breit, hinten abgerundet, plötzlich abfallend, pnnktirt- 
gestreift, Punkte massig gross, Streifen tief, so dass die völ- 
lig glatten Zwischenräume ein wenig gewölbt hervortreten. 
Nahtstreif bis zur Mitte. Unterseite weniger glänzend , fast 
punktlos. Füsse kurz, stark, kurz behaart. Schenkel alle 
einfach, breitgedrückt, die der Hinterfüsse an der breiteren 
Anssenwand der Schienenrinne mit einer sehr seichten Aus- 
biegung, an der sehr schmalen Innenwand mit einem kurzen 
Zähnchen endend. Vorder- und Mittelschienen kurz, reich- 
lich mit Dornen und kaum mit einigen Borstenhaaren besetzt, 
an der Spitze erweitert, gerade, nur die der Mittelfüsse fast 
etwas bogig. Hinterschienen kaum so lang als ihre Schen- 
kel, mit sehr kurzen Borstenhärchen und einigen Dornen be- 
setzt, Spitze erweitert, am Ausscnrande gerade, nur am In- 
nenrande eine äusserst seichte Ausschweifung. Tarsen ganz 
einfach. 

Weibchen dem Männchen völlig gleich in Grösse und 
Bildung, nur allein die Hinterschienen sind ganz gerade und 
mit Dornen reichlicher besetzt. 

Obs. I. Dej. verbindet in seinem Cataloge p. 217 
irrthümlich diese Art mit der pallens Sturm ^ sie unterschei- 
det sich aber von derselben leicht durch folgende Merkmale: 



170 

l) (liiich die kugelig - ovale , vorn alisclifissige Gestalt, "welche 
bei pallens genau oval und überall gleichmässig gewölbt er- 
scheint; 2) durch die grössere Breite bei gleicher Länge; 

3) durch die yiel gröber pnnktirt- gestreiften Flügeldecken, 
deren etwas gewölbte Zwischenräume völlig punktlos sind; 

4) durch die noch mehr gebogenen Hinterschienen der 
Männchen. 

15. A. bicolor mihi: ovalis, brevis, convexa, nigro- picea, 
thoracis niargine laterali pcdibus elytrisque rufis, bis piin- 
ctato-striatis, interstitiis Gonvexiusculis laevissimis, femori- 
bus posticis simplicibus, antennis gracilibus. 

Mas tibiis posticis longis, apice modice arcuatis. 

Foemina? 

Long. 1 lin. Lat. Va l'U- 

Aus Steiermark mir zugegangen, aber wahrscheinlich 
auch anderwärts in Deutschland. 

Männchen. Gestall oval, kurz, stark gewölbt, sehr 
glänzend. Kopf schwarzbraun, gross, queer, Stirn flach, ge- 
drängt - punktirt, mit einer Reihe grosser Hohlpunktc queer 
oberhalb der Augen. Fühler schlank, über die Mitte des 
Halsschildes fortreichend , 3tes Glied fast doppelt so lang als 
das 2te, die 3 folgenden perlschnurförmig, Keule länglich, 
schwarzbraun. Halsschild klein , doppelt so breit als lang, 
gewölbt, in der Mitte schwarzbraun, an den Seiten heller, 
sehr glänzend, deutlich und massig dicht überall punktirt; 
Vorderrand kaum ausgeschnitten , gerandet, Vorderecken nicht 
hervortretend, gerundet und wie die massig bogig hervortre- 
tenden Seitenränder gerandet, Hinterecken stumpfwinklig, Hin- 
terrand gerade abgeschnitten. Schildchen schwarzbraun, mas- 
sig gross, dreieckig, punktirt. Flügeldecken hellgelb, breiter 
und doppelt so lang als das Halsschild, gewölbt, hinten ab- 
gernndet und ziemlich steil abfallend, punktirt -gestreift, Punkte 
gross, massig gedrängt, Streifen geradlinig, tief, so dass die 
Zwischenräume etwas gewölbt hervortreten, völlig punktlos. 
Nahtstreif bis zur Mitte. Unterseite schwarzbraun, weniger 
glänzend. Schenkel der 4 Vorderfüsse einfach , breitgedrückt, 
die der Hinterfüsse mit breiter Aussenwand der Schienenrinne, 
diese an der Spitze kaum eingeschnürt, Innenwand sehr schmal. 



171 

ausgeschweift, an der Spitze mit einem deutlichen, aber nicht 
die Aussenwand überragenden Zilhnchen. Schienen der Vor- 
derfüsse gerade, kurz, £in der Spitze massig erweitert, reich- 
lich mit Dornen besetzt , alter fast ganz ohne Borstenhärchen. 
Hinterschienen langer als die Schenkel, dünn, gerade, nur an 
der nicht erweiterten Spitze sanft einwärts gebogen, mit we- 
nig Dornen und kaum bemerkbaren Borstenhärchen besetzt. 
Yordertarsen nicht bemerkbar erweitert. 
Weibchen mir unbekannt. 

Obs. I. Diese Art steht der A. rubiginosa zwar sehr 
nahe, ist aber leicht zu unterscheiden: 1) durch die weniger 
hoch gewölbte Gestalt, 2) durch die ganz andere Filrbung, 
3) durch die abweichende Bildung der Fühler im 3ten Gliede 
und in der Keule, 4) durch das längere, Tiel stärker pun- 
ktirle, am Vorderrand gerandete, an den Vorderecken gerundete, 
an den Seiten \iel weniger gerundete Halsschild, 5) endlich 
durch die Hinterschienen der Männchen , welche länger als 
die Schenkel, überall gleich dünn und an der Spitze dreimal 
stärker gebogen sind. 

Obs. IL Vielleicht ist diese Art die Ton Gyllcnhal 

(Ins. s. II. p. 565. 8.) bereits beschriebene A. rufipennis Pk.^ 

wofür die Worte der Diagnose: „globoso-oyatum", so wie 

die Farbenangaben sprechen, von den Hinterfüssen heisst es 

aber: „tibiis posticis arcuatis", was von meinem Käfer wohl 

kaum zu sagen sein dürfte. Vergl. A. dubia. Nr. 12. 

16. A.p allen s (Zt'egl.) Sturm: ovata, convexa, nitida, te- 

stacea, antennarum clava nigricante, elytris subtiliter pun- 

ctato-striatis, interstitiis confertim punctulatis, fenioribus 

posticis simplicibus , tibiis brevibus, omnibus apice dilatatis. 

Long. 1 lin. Lat. V4 lin. 
Syn.: Sturm fn. g. II. 39. 6. t. 24. iig. b. B. C. — Dcj. Cat. 217. 
In Oestreich nach Ziegler. 

Gestalt eiförmig, gewölbt, glänzend, überall blassgelb, 
nur die Augen schwarz, die Fühlerkeule und die Spitze der 
Mandibeln schwärzlich. Kopf massig gross, Stirn flach, ge- 
drängt, aber äusserst fein punktirt, ausserdem eine Reihe 
Hohlpunkte queer zwischen den Augen. Fühler massig lang, 
2tes Glied halb so gross als das dritte, die 3 folgenden kurz, 



172 

ziineliniend grösser; Keule kurz, flachgedrückt, oval, Glieder 
kurz, letztes fast abgestutzt. Halsschild queer, kaum doppelt 
so breit als lang, gewöl])t, fein und zerstreut punktirt, polirt; 
Yorderrand ziemlich tief ausgeschnitten, gerandet, Vorder- 
eckeu abgerundet, gerandet; Seiteuränder bogig, gerandet. 
Hinterecken \öliig abgerundet, Hinterrand fast gerade abge- 
schnitten, im ganzen Verlaufe mit einer Reihe grösserer Punkte 
l)esetzt. Schildchen gross, dreieckig, mit scharfer Spitze, po- 
lirt, mit einzelnen tiefen Punkten. Flügeldecken 2'/? mal län- 
ger als das Halsschild, an der Basis breiter als dieses, \oi» 
der Basis ab allmählich verschmälert in die Spitze überge- 
hend, gewölbt, weniger glänzend als das Halsschild, pun- 
ktirt -gestreift, Punkte fein, sehr gedrängt und klein, Strei- 
fen sehr flach, Zwischenräume fast etwas runzelig, gedrängt 
lind unordentlich punktirt. Nahtstreif bis zur Mitte. Unter- 
seite etwas weniger glänzend, zerstreut -punktirt und äusserst 
schwach behaart. Vorderschenkel an der Spitze schwächer, 
ihr Unterrand etwas ausgeschweift, Mittelschenkel breiter, ge- 
radlinig, Hinterschenkel kurz, noch breiter, Oberrand bogig, 
Unterrand durch die breite Aussenwand der Schienenrinnc ge- 
radlinig, an der Spitze abgerundet, Innenwand sehr verkürzt, 
ausgeschweift, mit einem sehr kurzen, stumpfen Zähnchen en- 
dend. Vordersehienen ganz gerade, kürzer als ihre Schenkel, 
an der Spitze erweitert; Mittelschieneu sanft bogig, sehr be- 
dornt, an der Spitze massig bedornt; Hinterschieuen so lang 
als die Schenkel, gerade, kaum in etwas gebogen, an der 
Spitze erweitert. Tarsen sämmtlicher Fusse nicht erweitert. 

Obs. I. Das einzige mir vorliegende Stück dieser Art, 
über dessen Geschlecht ich Nichts mit Bestimmtheit zu ent- 
scheiden wage, ist eben dasselbe, welches 1807 Herr Sturm 
in seiner Fauna aus der ^/V'g-/t'rschen Sammlung beschrieben 
und abgebildet hat, und das mir eben aus dieser jetzt zur Be- 
nutzung vorliegt. Die nicht völlig naturgetreue Abbildung, 
welche Sturm (1. c.) geliefert, vorzugsweise aber, weil der- 
selbe die pallens Ziegl. später originaliter nicht mehr mit 
seinen Vorräthen vergleichen konnte und demnächst nahe ver- 
wandte Arten als die ächten pallens versendet haben mag, ha- 
ben ohne Zweifel die Veranlassung zu den sehr abweichenden 



173 

Meinungen der Entomologen über diese Art gegeben , die alle 
als irrtliiimlich bezeichnet werden müssen , wenn sie diesen 
Käfer nicht als eine wohl begründete Art gelten lassen wol- 
len. Die Meisten haben ihn für eine Varietät der ferruginea 
mit GijUcnhal gehalten, Andere mit üejcan denselben mit 
rul)iginosa ScJiiippel zusammengestellt, noch Andere andere 
blasse Varietäten anderer Arten dafür ausgegeben. 

Um die Erkenntniss dieses Käfers für die Zukunft besser 
zu sichern und zur näheren Erläuterung meiner Beschreibung, 
will ich die Sturmsche Abbildung genauer durchgehen. 

Die Fig. b. ist in ihren Umrissen, wie Fig. C. ganz rich- 
tig, dagegen B. falsch, denn der Käfer ist nicht oval, sondern 
genau eiförmig. Die Farbe ist zu blass überhaupt und findet 
sich überdies der längs der Naht und an den Seiten des Hin- 
terrandes des Halsschildes etwas dunklere Schatten nicht. Das 
Halsschild ist vorn nicht tief genug ausgeschnitten und noch 
nicht breit genug, wodurch die Vorderecken weniger stark 
hervortreten , dagegen die Seitenränder zu sehr gerundet und 
hinten zu breit erscheinen, der Hinterrand ist lange nicht so 
zweibuchtig , als es angegeben. Das Schildchen ist genau im 
Umrisse, es fehlen aber die Punkte. Die Flügeldecken müs- 
sen sich nach hinten mehr verschmälern und ihre Sculptur 
hätte kaum halb so stark ausgedrückt werden dürfen, wobei 
die feinen und häufigen Punkte der Zwischenräume, welche 
auf einem fast runzeligen Grunde stehen, ganz übersehen sind. 
Die Hinterschenkel sind an der Spitze nicht zusammengezo- 
gen, sondern so breit als sie in der Mitte angegeben, die 
Biegung der Oberseite ist aber richtig. Die Erweiterung der 
Schienen ist zwar richtig, allein es findet sich in der Wirk- 
lichkeit nur an den Mittel- und Hinterschienen die angege- 
bene Biegung, die Vorderschienen sowie der Innenrand der 
übrigen erscheinen völlig gerade. Die Tarsen der Vorder- 
füsse sind viel schmaler als angegeben und die der Hinterfüsse 
nicht 5gliedrig, sondern nur 4gliedrig, wobei das erste Glied 
den beiden folgenden an Länge gleich kommt. 

Obs. II. Was die Arten anbelangt, mit denen diese 
SLvii leichtesten verwechselt werden könnte, so ist dies unbe- 
zweifelt ferruginea, wenn man ein nicht völlig ausgefärbtes. 



1*1^ 

mittelgrosses Weibchen vor sich hat. Es unterscheidet sich 
diese Art aher leicht: 1) durch die eiförmige Gestalt, 2) durch 
die viel stärkere Wölbung, 3) durch die kürzeren Fühler mit 
der kurzen, gedrungenen Keule, 4) durch das viel feiner pun- 
ktirte Halsschild , 5) vorzugsweise durch die dreifach feinern, 
viel gedrängteren Punkte der gewölbteren Flügeldecken mit 
ihren deutlich punktirten, fast runzeligen, weniger glänzenden 
Zwischenräumen , 6) endlich durch die kürzeren Hinterschienen, 
welche am Ende erweitert sind. 

17. A. pallescens mihi: oblonga, nitida, subdepressa, pal- 
lida, antennarum clava nigra, elytris profunde punctato- 
striatis, interstitiis laevissimis, margine ciliatis, femoribus 
posticis apice bidenticulatis. 

Mas tibiis posticis femoribus longioribus, rectis, apice 
subarcuatis, tarsis anticis subdilatalis. 

Foemina? 

Long. iVo li'i- Lat. '/s ^"'• 

Aus üestrcich. 

M ä n n c h e n. Gestalt länglich, flach gewölbt, alle Theile, 
bis auf die Augen und Fühlerkeule, welche schwarz sind, ganz 
blassgelb, glänzend. Kopf massig gross, Stirn flach, überall 
fein und gedrängt punktirt. Fühler bis über die Mitte des 
Halsschildes fortreichend, 3tes Glied fast doppelt so gross als 
das vorhergehende, Keule gross, 2tes Glied derselben sehr 
kurz und flach. Halsschild kaum doppelt so breit als lang, 
massig gewölbt, überall aber nicht sehr gedrängt punktirt; 
Vorderrand massig tief ausgeschnitten, fast gerandet, Vorder- 
wiukel stumpf, Seitenränder massig bogig, gerandet, Hinter- 
winkel stumpf, Hinterrand gerade abgeschnitten. Schildchen 
dreieckig langgezogen, in der Mitte der Seitenränder etwas 
niedergebogen und deshalb fast zungenförmig, stark punktirt. 
Flügeldecken wenig breiter, aber dreimal länger als das Hals- 
schild, von der Basis ab allmählich bis zur Spitze sich ver- 
schmälernd, flach gewölbt, tief punktirt -gestreift, Punkte ziem- 
lich gross, massig gedrängt, Streifen tief, gerade, Zwischen- 
räume völlig glatt, sehr glänzend, etwas erhaben; Nahtstreif 
bis zur Mitle. Rings am Rande mit einer Reihe sehr feiner 
und sehr kurzer Härchen besetzt. Brust zerstreut -punktirt. 



115 

cliagriiiht , glänzend, nur in der Mitte mit einzelnen Hiirclien, 
Hinterleib dagegen reidiliclier mit greisen Haaren, wie auch 
die Fiisse ])esctzt. Schenkel der Vorder- und Mittelfüsse ein- 
fach, flach zusammengedrückt, Hintersclicnkel flach, dicht vor 
der Spitze etwas eingesdinürt und an derselben jederseits der 
Rinne ein massiges Zähnchen. Vorder- und Mittelschienen 
zicmlicli lang, dünn, an der Spitze wenig erweitert, massig 
mit Dornen , dagegen reichlich mit grauen Borstenhaaren be- 
setzt. Hinterschienen länger als die Schenkel, fast gerade, 
an der Spitze aber eine geringfügige Biegung nach innen, 
übrigens mit einzelnen Dornen und \ielen Borstenhaaren he- 
setzt. Vorder- und Mitteltarsen im 2ten — 4ten Gliede mas- 
sig erweitert. 

Obs. I. Diese Art kommt der pallens und ferruginea 
nahe, von ersterer unterscheidet sie sich: 1) durch ihre Grösse, 
längliche Gestalt und geringere Wölbung, 2) durch die ganz 
andere Form des Schildchens, 3) durch die tief punktirten, 
gestreiften Flügeldecken , deren Zwischenräume ganz punktlos 
und deren Rand gewimpert, 4) durch die zweizähnigen Hin- 
terschenkel und die längeren, an der Spitze einwärts gebo- 
genen Schienen. — Von ferruginea unterscheidet sie sich: 
1) durch die länglichere, hinten und \orn schmalere Körper- 
form, 2) durch den Bau der Fühler, das 3te Glied ist län- 
ger, das 8te "viel kürzer und breiter, 3) durch den flacheren, 
nicht so breiten Halsschild, 4) durch das ganz anders ge- 
formte Halsschild, 5) dnrch die Wimpern des Flügeldecken- 
randes, 6) durch die ganz andere Form der Hinterschenkel 
und die fast geraden, nur an der Spitze äusserst schwach ge- 
hogenen Schienen der Männchen. 

18. A. c ili AY i s tnihi: globosa, suhnitida, punctatissima, rufo - 
ferruginea, elytris profunde punctato - striatis, interstitiis pun- 
ctatissimis , margine ciliatis , tibiis rectis bre\issimis. 

Mas minor, tarsis anticis articulo 2 — 4 dilatatis. 

Foemina major, tarsis Omnibus simplicibus. 

Long. lYa lin. Lat. 1% lin. 

Diese Art scheint dem östlichen Deutschland anzugehö- 
ren, ich habe Exemplare aus Pommern, Preussen, Schlesien 
und ausserdem aus Ungarn vor mir. 



17« 

Männclien. Eine sehr ausgezeichnete Art, von roth- 
brauner Far])e , kugelig- eiforinit^er Gestalt und durch die ge- 
drängte Punktirung aller Theile last glanzlos. Kopf massig 
gross, Stirn gewölbt, überall fein und gedrängt punktirt, mit 
einzelnen Hohlpunkten; Augen gross, gewölbt, hervortretend. 
Fühler kurz, nur die Mitte des Halsschildes erreichend, Fa- 
den blassgclb, 3tes Glied cylindrisch, etwas länger als das 
ebenso gestaltete, aber doppelt so starke 2te, 4tes — 6tes Glied 
sehr kurz und zusammengedrückt , jedes folgende grösser als 
das vorhergehende, Keule braun, kurz, stark, Glieder breit- 
gezogen , das 2te sehr flach , das Endglied kurz zugespitzt. 
Halsschild doppelt so breit als lang, gewölbt, gedrängt und 
massig fein punktirt, Vorderrand kaum ausgeschnitten, Vor- 
derwinkel stumpf, Seitenränder gerandet, stark bogig hervor- 
tretend. Hinterecken ai)gGrundet, Hinterrand gerade abge- 
schnitten. Schildchen gross, breit -dreieckig, gedrängt pun- 
ktirt. Flügeldecken wenig breiter als die Basis des Hals- 
schildcs, aber 2V2 m^il länger als dies, stark gewölbt, hinten 
gerundet, tief punktirt -gestreift, so dass die Zwischenräume 
fast gewölbt erscheinen , diese überall mit feineren Punkten 
besetzt. Der ganze Aussenrand der Flügeldecken durch ab- 
stehende, kurze, steife Borstenhärchen geAvimpert, wie das 
Halsschild, wo sie aber über das Doppelte kürzer und daher 
sehr leicht zu übersehen sind. Unterseite blassgelb, überall 
punktirt und mit kurzen, blassen, steifen Härchen besetzt. 
Vorder- und Mittelschenkel kurz, flach, überall gleich breit, 
behaart , die Hinterschenkel sehr kurz , flach , Oberrand bogig, 
Unterrand gerade, Aussenwand der Schienenrinne breit, an 
der Spitze abgerundet, Innenrand nur in einem ganz kurzen 
Zähnchen an der Spitze vorhanden. Alle Schienen kürzer als 
ihre Schenkel, nach der Spitze zu sehr stark erweitert, die 
Vorderschienen reichlich mit Dornen und Borstenhaaren be- 
setzt, alle gerade. Vorder- und Mittelfüsse vom 2ten — 4ten 
Gliede abnehmend erweitert. 

Weibchen grösser, fast völlig glanzlos, viel tiefer pun- 
ktirt, Tarsen alle einfach, sonst in aller Art wie die Männchen. 
19. A. laevicollis 6Ä/65". : ovalis, convexa, nitidissima, au- 
tennis pedibusque flavis, elytris apice dilutioribus , pimctato- 



177 

striatis, punctis remotis, profuiulis, iiitcrslitiis Ihoraceqne 
lacvissiniis, til)iis omuibus rcctis. 

Long:. '7g 1'"- Lat. */, lin. 
Syn.: Anis. ead. Sahlhcrg Ins. fen. I. 467. 17. 
Var. ß. Corpus totuni rnro-bninneum. 

Var. y. Nigra, tlioracis lateribus , peilibus, eljtrorunique apice 
castaneis. 

Im Harz, bei Berlin , Halle, in der sächsischen Schweiz, 
Schlesien, Tyrol. 

Gestalt oval, stark gewölbt, spiegelnd, schön kastanien- 
oder rothbraun, der Kopf etwas dunkler, Spitze der Flügel- 
decken, Fühlerbasis und Füsse heller. Kopf queer, massig 
gross; Stirn flach, mit kaum sichtbaren Pünktchen und eini- 
gen, meist vier, zwischen den Augen queerstehcnden Hohl- 
punkten. Fühler etwas weiter als bis zur Mitte des Hals- 
schildes reichend, sehr schlank, das 3te Glied doppelt so lang 
als das 2te, die Keule deutlich 5gliedrig, länglich, etwas dunk- 
ler. Halsschild stark gewölbt, halb so lang als breit, völlig 
punktlos, nur vor dem Hinterwinkel einige Pünktchen, spie- 
gelnd, an den Randern röthlich durchscheinend; Vorderrand 
ziemlich tief ausgeschnitten, Vorderecken stark herabgebogen, 
ganz abgerundet und wie die kaum etwas bogigen Seitenrän- 
der gerandet, Hinterwinkel fast rechtwinklig, Hinterrand ge- 
rade abgeschnitten. Schildchen dreieckig, klein, punktlos. Flü- 
geldecken breiter und etwas über zweimal so lang als das 
Halsschild, hinten abgerundet, stark gewölbt, sehr glänzend, 
punktirt- gestreift, Punkte der Streifen verhältnissmässig gross 
und tief, namentlich gegen den Seitenrand, dabei aber ent- 
fernter als bei andern stehend; Zwischenräume breit, eben, 
völlig frei von Punkten oder Strichen. Nahtstreif bis zur Mitte. 
Unterseite glänzend, fast punkt- und haarlos. Füsse kurz, 
kräftig, fast haarlos. Schenkel einfach, Hintcrschenkel an 
der Spitze der Aussenwand der Schienenrinne abgerundet , an 
der Innenwand hier ein kurzes Zähnchen. Schienen sämmt- 
lich gerade, bedornt, namentlich die mittleren, wo die Dor- 
nen von ansehnlicher Länge und Stärke sind. Tarsen alle 
einfach. 

Obs. I. Die deutschen Individuen dieser Art zeigen sich 
(3. Band 1. Heft.) 12 



178 

völlig iibeveinstiinmciul mit den fiiinliindisclien Originalstückeii 
Sohlberg\s, die mir vorliegen. 

20. A. nemoralis viiJn: ovalis, valde convcxa, ferruginea, 
nitida, thorace subtiliter dense punctato, elytris profunde 
pimttato-striatis, intcrstitiis laevissimis, femorihus simpli- 
ciliiis, til)iis rectis. 

Long. Ys !'"• ^^^- Vs '•"• 

Bei Stettin auf einer grasreiclien Stelle bei Hokendorf 
im Walde, im Frülilingc. 

Gestalt genau oval, stark gewölbt, dunkel rostbraun, 
glänzend. Kopf massig gross, Stirn ganz flach, unordentlich 
und sehr fein punktirt , mit einer Reihe Holilpunkte zwischen 
den Augen. Fühler schlank, 3tes Glied dünn, fast doppelt 
so lang als das 2tc, doppelt so starke cylindrische; Keule 
langgezogen, kaum etwas dunkler Jils die allgemeine Farbe. 
Halsschild doppelt so breit als lang, stark gewölbt, an den 
Seiten steil abfallend, glänzend, fein, aber deutlich gedrängt 
punklirt; Vorderrand massig tief ausgeschnitten, ungerandet, 
Vorderecken abgerundet, stark niedergedrückt, gerandet, Sei- 
tenränder gerandet, sanft bogenförmig , Hinterwinkel abgerun- 
det, Hinterrand gerade abgeschnitten. Schildchen kurz, drei- 
eckig, punktirt, glänzend. Flügeldecken 2^/^ mal länger als 
das Halsschild und etwas breiter als dessen Basis, stark ge- 
wölbt, an den Seiten stark abfallend, allmählich und nicht 
verschmälert in die a])gerundetc Spitze übergehend, tief pun- 
ktirt -gestreift, Punkte massig gross, tief und sehr gedrängt, 
Streifen ziemlich gerade, tief, Zwischenräume fast etwas ge- 
hoben, völlig punktlos. Nahtstreif bis zur Mitte. Unterseite 
zerstreut -fein -punktirt, weniger glänzend, sehr fein behaart. 
Schenkel sämmtlicher Beine einfach, zusammengedrückt, pun- 
ktirt, behaart, Hinterschenkel an der Spitze der etwas her- 
vortretenden Aussenwand der Schienenrinne völlig abgerundet. 
Vorder- und Mittelschienen kürzer als die Schenkel, gerade, 
au der Spitze massig erweitert, reichlich mit Dornen besetzt. 
Hinterschienen so lang oder etwas länger als die Schenkel, 
gerade, an der Spitze nicht erweitert, mit Dornen besetzt. 
Tarsen alle einfach. 

Obs. I. Die mir zu Gebote stehenden Individuen dieser 



Art stimmen in der Form der Hinterschieneu und Tarsen völ- 
lig' überein; icli vcrmuthe dalier, dass es Weibchen sind. 

Obs. IL Diese Art zeichnet sich bei ihrer Kleinheit 
durch ihre genau ovale Form, ihre starke Wöli)ung, die tie- 
fen Tunktsreifen der Flügeldecktn, die deutliche Punktirung 
des Halsschildcs, die geraden Schienen so sehr von allen de- 
nen, die ihr an Grösse gleich kommen, aus, dass eine nä- 
here Verglcichung mir übcrilüssig scheint. 

21. A. sylvicola mihi: ovata, convexa, nitida, rufo-fcr- 
ruginea, thorace vix punctuhito, elytris conciuuc punctato- 
striatis, interstitiis laevissimis, tibiis rcctis. 

Long. Ys ^''•' Lat. Vs 1'"- 

Mit dem Hamen vom Grase auf einer grasreichen Stelle 
in Julow bei Stettin geschöpft. 

Der vorigen Art sehr nahe verwandt, aber sehr bedeu- 
tend kleiner, im Uebrigen noch unterschieden: 1) durch eine 
hell rothbraune Farbe, 2) durih eine niclit ganz so starke 
Wölbung und eine eiförmige Gestalt, 3) durch eine, selbst bei 
sehr starker Vergrösserung, kaum sichtbare Punktirung des 
Halsschildes, 4) durch nur halb so grosse und tiefe, aber 
äusserst gedrängt stehende Punkte der Punktreihen auf den 
Flügeldecken, deren Zwischenräume auch hier völlig punkt- 
los sind. 

22. A. brunnea Slurm: ovata, dcpressa, nitida, ferruginea, 
elytris profunde punctato-slriatis, interstitiis laevissimis, fe- 
nioribus posticis simplicibus. 

Mas tii)iis posticis longis, valde arcuatis, tarsis haud 
(lilatatis. 
Foemina? 

Long. Vß lin. Lat. V2 !'"• 
Syn.: Anis, ea<l. SUirm In g. II. 40. 7. t. 24. f. d. D. 
Oestreich (Zieglcr). 

Gestalt eiförmig, sehr flach, überall rostbraun, nur die 
Augen allein schwarz, glänzend. Kopf massig gross; Stirn 
flach, undeutlich zusamnienfliessend punktirt mit einzelnen 
Hohipunktcn. Fühler schlank, über die Mitte des Halsschil- 
dcs fortreichend, .3tes Glied so lang als das 2te, Keule rost- 
braun, langgezogen. Halsschild über doppelt so breit als lang, 

12* 



180 

fladi gew«)ll»t, äusserst fein uiid massig liilufig punktirt; Voi- 
(lerraiul sclir llacli ausgcsclinittcu, ungcraiulct ; Vorderwinkcl 
ahgcniiulct, gcraiulct, Scitciirilnder bogig, gcnuidct, Hiiitcr- 
wiiikcl altgenmdct, Hinterrand gerade abgcsthiiitten. Scliild- 
then miissig gross, glänzend, mit einzelnen, ziemlich starken 
Punkten. Flügeldecken zweimal länger als das Halsschild und 
an der Basis breiter als dieses, ganz flach, tief punktirt- ge- 
streift, Punkte gross, tief, gedrängt, Streifen ziemlich tief, 
gerade, Zwischenräume \öllig punktlos, flach; Nahtstreif bis 
über die Mitte. Unterseite weniger glänzend, zerstreut-pun- 
ktirt, sehr kurz behaart. Vorder- und Mittelschenkel einfach, 
punktirt, kurz behaart; Hinterschenkel ebenso, am Oberrande 
geradlinig, Unterrand bogig erweitert, Aussenwand der Schie- 
nenrinne etwas hervortretend, an der Spitze \üllig abgerun- 
det. Vorder - und Mittelschienen gerade, kürzer als ihre 
Schenkel, an der Spitze wenig erweitert, mit Dornen und 
Haaren besetzt. Hinlerschienen länger als ihre Schenkel, 
gleichförmig und stark bogenförmig gekrümmt , an der Spitze 
kaum etwas \erdickt, mit einzelnen Dornen besetzt. Tarsen 
alle einfach. 

Obs. I. Das Exemplar, nach welchem ich vorstehende 
Beschreibung entworfen, wurde mir als dasselbe, welches Hr. 
Sturm in seiner Fauna (l. c. ) beschrieben und abgebil- 
det hat, für die vorliegenden Zwecke aus der Zieglersclitn 
Sammlung gütigst mitgetheilt. Da meine Beschreibung in- 
dessen in wesentlichen Punkten von der Ä7«»-wschen Abbil- 
dung abweicht, so halte ich es für nöthig, diese näher mit 
dem Originale zu vergleichen, damit dieselbe für die Erken- 
nung der Art in Zukunft benutzt werden könne. 

Die Fig. d. ist zu gross gerathen und zeigt, gleich wie 
Fig. D., nicht ganz genau die Körperform an, denn diese ist 
eirund und spitzt sich nach hinten mehr zu, als es hier aus- 
gedrückt ist. Die Fig. D. anlangend, so ist zunächst die 
Farbe völlig verfehlt, sie ist ein einfaches Rostbraun, wie es 
A. armata derselben Kupfertafel zeigt; dabei ist zu bemerken, 
dass die Farbe der Füsse nicht, wie in der Abbildung irr- 
thümlich angegeben, von der des Körpers abweicht. Das 
Halsschild ist ferner hinten nicht so breit als die Flügeldek- 



181 

kcnbiisis mui der HiiitciTiiiul iiciiulc abgeschnitten. Die Er- 
weiterung der Schienen ist überall zu bedeutend angegeben, 
ebenso fehlt die angegebene Biegung dersel])en an den Vor- 
der- und Mittelschiencn, die Hinterschienen sind richtig ge- 
zeichnet, nur scheint es mir, als könnten sie noch ein kleines 
Wenig langer sein ; die Hintcrtarscn endlicli sind nicht 5glied- 
lig. — In der Diagnose lieisst es, der Käfer sei gewiilbt, 
dieses ist al)er durchaus nicht der Fall , im Gegentheil ist mir, 
ausser dubia III. und cur\ipes Kunze, keine Art bekannt, die 
ilacher als die vorliegende wäre. 

Obs. II. Was die Aehnlichkeit mit anderen Arten an- 
belangt, so erinnert, wie diess auch Herr Slurm richtig an- 
gegeben, das Thier am lebhaftesten an A. ferriiginca; \on 
demselben ist es aber leicht iinlerscheidbar durch die mehr 
als doppelt geringere Gr()sse, durch die noch grössere Flach- 
heit des Körpers, durch die nicht länglich -eiförmige, sondern 
genau eiförmige Gestalt, durch die zahnlosen Hinterschenkel, 
deren Schienen üi)erdies etwas länger im Verhältniss und noch 
mehr gebogen sind. 

II. Flügeldecken ohne Hohlininkte in einige Inen 
Z w is eil en rä 11 ni en. 

23. A. badia Sturm: ovalis, couAexa, nitida, ferruginea, 
oculis nigris, thorace subtilissime pun-tulato, elytris subti- 
litcr punctato - striatis, interstitiis punctulatis, transversim 
substrigulosis. 

Long. Y4 lin. Lat. % H». 

Sjn.: Anis. ead. Slurm fn. g. II. 4r. 8. t. 14. L e. K. 
Anis, brunnenin GijlL Ins. s. II. Ä66. n. 10. 
Anis, parvula ShVxj. Ins. fen. I. 466. 16. 
Var. ß. Cori)ns totiiiu rufo- testaceiini. 
Im Herbste auf Waldwiesen am Grase. Meine Exem- 
plare stammen aus Baiern , T} rol ; ausserdem liegen mir wel- 
che aus der sächsischen Schweiz und aus Schweden vor. 

Gestalt oval, gewölbt, glänzend, überall roslroth, nur 
die Füsse und die Basis der Fühler blassgelb und die Augen 
schwarz. Kopf queer, massig gross, Stirn flach, mit zer- 
streut stehenden , einzelnen Pünktchen und einzelnen Hohlpun- 
kten. Fühler last bis an den Hinlerrand des Halsschildes rci- 



182 

clieiul, schlank, Keule etwas dunkler als die übrigen Glieder, 
deutlich 5gliedrig. Halsschild quecr, glänzend, überall sehr 
fein punktirt, massig stark gewölbt; Vorderrand seicht aus- 
geschnitten, Vorderwinkel ganz abgerundet und wie die ge- 
raden Seitenränder lein gerandet, Hinterwinkel genau recht- 
winklig, Hinterrand gerade abgeschnitten. Schildchen ziem- 
lich gross, punktirt. Flügeldecken breiter und dreimal so lang 
als das Halsschild, massig gewölbt, hinten zugerundet, deut- 
lich punktirt -gestreift, Punkte der Streifen sehr gedrängt ste- 
hend, flach und klein, Zwischenräume flach, mit zerstreuten 
Pünktchen , die aber um die Hälfte kleiner sind , besetzt, aus- 
serdem aber mit von einer Punktreihe zur andern sich er- 
streckenden, zarten, etwas schrägen Queerstrichelchen yerse- 
hen, die besonders dann in die Augen fallen, wenn man Tom 
Kopf aus die Deckschilde gegen das Licht besieht; Nahtstreif 
kaum bis zur Mitte reichend. Unterseite ziemlich glänzend, 
fast punktlos. Füsse ziemlich behende, schwach behaart. 
Schenkel einfach, zusammengedrückt, pnnktirt, behaart; Aus- 
senwand der Schienenrinne der Hinterschenkel vorgezogen, an 
der Spitze abgerundet, Innenwand ganz verwischt, nur an 
der Spitze ein ganz kleines, stumpfes Zähnchen. Schienen 
sämmtlich gerade, kürzer als die Schenkel, sämmtlich massig 
bedornt und reichlich behaart. Tarsen alle einfach. Ge- 
schlechtsunterschied nicht nachweisbar. 

Obs. I. Die von diesem Thiere von Hrn. Sturm (I. c.) 
gelieferte Abbildung ist mangelhaft. Da ich der Güte des 
Hrn. Sturm ein Originalexeniplar verdanke, so bemerke ich 
Bezugs der Fig. E. Folgendes: Abgesehen von der zu grel- 
len, rothen Farbe, welche dieses Thier nicht hat, ist die Breite 
zu bedeutend angegeben, da das Käferchen in der Wirklich- 
keit nur oval erscheint, ferner ist das Halsschild queer- vier- 
eckig, mit genau rechtwinkligen Hinterecken und mit feinen 
Pünktchen besetzt, sodann sind zwar die Punktreihen richtig 
angedeutet, aber es werden die Pünktchen und feineu Queer- 
strichelclicn der Zwischenräume vermisst, endlich sind sämmt- 
liche Scliiciien nicht so gekrümmt, wie das Bild sie darstellt, 
sondern völlig gerade. 

Obs. I. Für die Richtigkeit des Gj/lietihahc\\en Citats, 



183 

(las von Vielen zu aciciilata Kunze gebicKlit >Yir(I, voi- 
iiiinilich wohl darum, weil Herr Sturm in seiner Beschrei- 
bung nichts von den Queerstrichcln der Flügeldecken erwähnt, 
spricht einerseits die C^licnJiahthe Beschreibung, anderseits 
Oj/U. eigene Ansicht (1. c. IV. 512. 10.), endlich auch ein, 
mir zur Vergleichung mitgethciltes, schwedisches Stück ans 
der Sammlung des Hrn. Prof. Kunze, der es von Sahlberg 
erhalten und das in allen Stücken mit den deutschen Indivi- 
duen übereinstimmt. 

24. A. dentlpes Gj/Il.: globosa, ferruginea, antennariim 
clava subtriarticulata , el}lris subtilissime punctalo-striatis, 
concinne transversim strigosis. 

Mas major, convexior, femoribus posticis deute acuto. 

Foemina minor, depressior, femorii)us posticis muticis. 

Long. V4— Vs J"'- I^'^*- Vs !'"• 
Sjn. : Anis. ead. Gylh Ins. s. II. 57Ü. 11. 
Anis, ininmndnni Sturiii in litt. 

In Sachsen und Baiern. 

Männchen: Gestalt kugelig, stark gewölbt, Farbe 
überall dunkel rostbraun, nur die Augen schwarz. Kopf 
gross, queer, glänzend, völlig puuktlos. Fühler an der Spitze 
etwas blasser, bis etwas über die Hälfte des Ilalsscliildes fort- 
reichend, 2tes Glied fast kugelig, bedeutend stärker als das 
etwas längere, viel dünnere 3te Glied, 7tes Glied fast kuge- 
lig, wenig grösser als das 6te und 8te, daher die Keule um 
so mehr Sgliedrig erscheint, als das Ute — Ute Glied so sehr 
bedeutend durch Breite, Grösse und Höhe dagegen abstechen, 
in der Wirklichkeit ist aber auch hier eine 5gliedrige Keule 
vorhanden. Halsschild queer, stark glänzend , stark gewölbt, 
völlig punktlos und nur erst bei einer äusserst starken Ver- 
grösserung und günstigen Beleuchtung treten die äusserst zar- 
ten und gedrängt stehenden Queerstrichelchen , namentlich au 
den Seiten, in die Erscheinung; Vorderrand breit, aber nur 
wenig tief ausgeschnitten. Vorderecken abgerundet, gerandet, 
Seitenränder fast geradlinig, gerandet, Hinterwinkel fast recht- 
TTinklig, Hinterrand gerade abgeschnitten. Schildchen klein. 
Flügeldecken breiter als das Halsschild und zweimal so lang, 
hinten völlig abgerundet, nicht verschmälert, stark gewölbt. 



184 

mit uiuleutliclien, niclit bis zur Spitze verlaufenden Lilngs- 
streifen, aber mit sehr gedrilngt stehenden, überall deutlich 
ausgeprägten, scharfen Queerstrichen besetzt; Nahtstreif bis 
über die Mitte fortreichend, anfangs tief. Unterseite etwas 
heller, fast glänzend, kaum punktirt. Füsse kurz, kräftig, 
blasser ; Schenkel breit , zusammengedrückt , die vorderen ein- 
fach, die hinteren fast bogenförmig, am Unterrande vor der 
Spitze mit einem starken, kräftigen Zahne. Schienen alle 
gerade, alle mit Borstenhaaren und einzelnen üörnchen be- 
waffnet. 

Weibchen kleiner, weniger gewölbt und ohne Zähne 
an den Hinterfüssen , fast ganz wie die Männchen. 
25. A. aciculata Kunze: ovata, convexa, rufo - testacea, 
antennarum clava subquinque articulata, elytris sublilissime 
punctato-striatis, concinne transversim strigosis. 

Mas major, convexior, femoribus posticis dente parvo. 
Foemina minor, depressior, femoribus posticis muticis. 
Long. %— V, lin. Lat. Vg — V4 !»"• 
Syn.: Anisot. aciculata Kunze in litt. 
Anisot. siiblaevis Zietjlcr in litt. 
In Laubwäldern auf lichten, grasreichen Stellen , vor- 
zugweise im Spätsommer durch ganz Deutschland, hier und 
da z. B. bei Leipzig und in der sächsichen Schweiz gar nicht 
selten. 

Männchen: Grösse sehr veränderlich, es kommen 
Stücke vor, die kaum halb so gross als die anderen sind. 
Gestalt eiförmig, gewölbt, Farbe überall rothbraun, nur die 
Augen schwarz. Kopf ziemlich gross, glänzend, unpunktirt. 
Stirn flach. Fühler schlank, etwas über die Hälfte des Hals- 
schildes fortgehend , 3tes Glied so lang als das 2te , Istes Glied 
der gegen die Spitze blasser werdenden Keule kaum etwas 
ausgezeichnet gegen das vorhergehende und nächstfolgende, 
das letzte Glied länglicli eiförmig, daher die Keule fast drei- 
gliedrig. Halsschild queer, ziemlich couvex, stark glänzend, 
völlig punktlos ; Vorderrand tief und breit ausgeschnitten, un- 
gerandel; Vorderwinkel gerandet , abgerundet; Seitenräuder 
gerandet, kaum ])ogenfürmig hervortretend, fast gerade; Hin- 
tcrwinkel fast rechtwinklig, Hinlerraud gerade abgeschnitten. 



1S5 

Schilde hcü sehr klein , dreieckig. Flügeldecken breiter als 
das Halsschild und dreimal länger, hinten vollständig gerun- 
det, massig gewölbt, auf der Oi)erflilche mit undeutlichen, 
kaum punktirten und nicht bis zur Spitze reichenden Längs- 
streifen, ausserdem aber überall äusserst dicht und fein queer- 
gestrichelt, von der Spitze bis zur Mitte mit einem anfangs 
tieferen Nahtstreifen. Unterseite mit kurzen Härchen besetzt. 
Füsse blasser, kurz, kräftig; Schenkel einfach, zusammenge- 
drückt, die hinteren mit einem schwachen Zähnchen. Schie- 
nen kurz, alle gerade, mit kurzen Borstenhaaren und einzel- 
nen üörnchen besetzt. 

Weibchen unterscheiden sich, wesentlich durch gerin- 
gere Grösse, viel geringere Wölbung und durch den Mangel 
des Zähnchens an den Hinterschenkeln von dem Männchen. 

Obs. I. Diese Art steht der A. dentipes sehr nahe, 
unterscheidet sich von derselben aber durch folgende Punkte: 

1) durch meist geringere Grösse und eine eiförmige, längere, 
schmaler hinten zulaufende und weniger convexe Gestalt. 

2) Durch den Bau der Fühler. Bei aciculata ist das 3te Glied 
kaum so lang als das 2te cylindrische; bei dentipes dagegen 
ist es deutlich länger als das mehr kugelige zweite Glied; 

3) durch das vorn tiefer ausgeschnittene Halsschild, auf des- 
sen Oberfläche ich auch nicht die äusserst feinen Queerstri- 
chelchen der dentipes entdecken kann ; 4) durch die längeren, 
etwas weniger gewölbten, hinten verengt zulaufenden Flügel- 
decken ; 5) durch den schwächeren Zahn der Männchen au 
den Hinterschenkeln. 

Obs. II. Gj/lienhal führt (Ins. s. II. 568.) unter der 
Varietät b. seines dentipes höchstwahrscheinlich das Weibchen 
von A. aciculata auf, indem er sagt: „statura magnitudo et 
punctura elytrorum simillima, sed color totius corporis palli- 
dior, antennarum clava minus crassa et femora postica mutica, 
minus incrassata. 

26. A. femorata mihi: globosa, nitida, ferruginea, capite, 

antennarum clava, thoracisque disco nigro-piceis, elytris 

punctato-striatis, interstitiis subtilius subregulariter punctatis. 

Mas femoribus posticis dentatis , tarsis anticis vix di- 

iatatis. 



180 

Foemina femoribus posticis muticis, tarsis liautl dilatatis. 
Long. Y3 Uli. Lat. '^ lin. 
Syn. : Anis, jianctulatum Zicgl. in litt. 
Anis, minutum Dej. Cat. j). 217. 
Var. ß. Corpus totimi testaceuin. 
Vorkommen wie bei minuta, aber viel seltener. Oest- 
reich, Sachsen, sächsische Schweiz. 

Männchen: Etwas grösser als subtestacea, halbkuge- 
lig, stark gewölbt, rothbraun, nur der Kopf, die Fühlerkenle 
und die Mitte des Halsschildes pechschwarz. Kopf gross, queer, 
Stirn flach, gedrängt- fein -punktirt. Fühler bis über die Hälfte 
des Halsschildes reichend, Keule ganz wie subtestacea. Hals- 
schild queer, sehr stark gewölbt, sehr glänzend, fiberall und 
namentlich au den Seiten gedrängt punktirt; Vorderrand tief 
und breit ausgeschnitten, Vorderwinkel abgerundet und wie 
die kaum gerundeten Seitenränder gerandet, Hinterwinkel fast 
rechtwinklig, fast etwas nach hinten yorgezogen, Hintcrrand 
fast gerade abgeschnitten, aber bei genauer Betrachtung mit 
mehreren kurzen und ganz schwachen Ausbuchtungen. Schild- 
chen klein, dreieckig, punktirt. Flügeldecken breiter und fast 
dreimal so lang als das Halsschild , an der Basis sehr gewölbt, 
nach hinten stark abfallend, gerundet, mit deutlichen, ziem- 
lich stark ausgeprägten Punktstreifen, Zwischenräume flach, 
mit zahlreichen Punkten, die kleiner als die der Streifen, an 
der Basis beim Schildchen ohne Ordnung, sonst aber in Rei- 
hen gestellt sind ; Nahtstreif bis zur Mitte. Unterseite fein 
punktirt und mit kurzen Härchen besetzt. Füsse kräftig, kurz, 
blasser. Vorderschenkel einfach, zusammengedrückt, an bei- 
den Rändern gerade. Hinlerschenkel stark , Oberrand bogen- 
förmig, Unterrand fast gerade, gegen die Spitze ein kräfti- 
ger, hakenförmiger Zahn. Schienen kurz, nach der Spitze zu 
erweitert, die mittleren am Aussenrande bogenförmig, alle mit 
kurzen Dornen und Börstchen besetzt, welche erstere jedoch 
an den Mittelschienen häufiger und kräftiger sind. Tarsen 
der Vorderfüsse kaum merklich erweitert. 

Weibchen ganz wie das Männchen, nur etwas klei- 
ner, mit ganz einfachen Tarsen und ungezähnten Hiuter- 
schenkeln. 



187 

01)s. I. Unterscheidet sich von miiiuta und suhtestacea 
sehr leicht durch den kräftigen, hakigen Zahn der Hinter- 
schenkel, ausserdem yon uiiniita, mit der sie Bezugs der Scul- 
ptur der Flügeldecken übereinkommt: 1) durdi viel bedeu- 
tendere Grosse und Breite, 2) durch die dunklere Färbung, 
3) durch das viel stärker punktirte Kopf - und Halsschild, 
4j und hauptsächlich durch die hali)kugelförmige und hochge- 
wölbte Gestalt. — Von suhtestacea untersclieidet sie sich aus- 
serdem noch; 1) durch die bedeutendere Grösse und Breite, 

2) durch das vorn tiefer ausgebuchtete, an den Seiten we- 
niger l)ogenfOrniige, hinten mehr rechtwinklige Halsschild, 

3) durch die Sculptur der Flügeldecken, 4j durch die stark 
gedornten Schienen. 

Obs. n. Das A. punctulatum Zwgicr, von dem mir ein 
Originalexemplar vorliegt, erklärt Dejcan identisch mit sei- 
nem minutum, dieser letztere Name, bereits vergeben, konnte 
nicht J)leiben und eben so -»venig der Zt'eglersche, da Gj/llcu- 
hal diesen Namen schon für eine andere Art verwendet. 

27. A. minuta ^Tir.-. ovalis, convexa, nitida, rufo-ferru- 
ginea, antennarum clava brevi oculiscßie nigro-piceis, ely- 
tris punctato-striatis, interstitiis subtilius subregulariter pun- 
ctatis, femoribus muticis. 

Mas major, tarsis mediis subdilatatis. 

Foemina minor, tarsis haud dilatatis. 

Long. Vs li"- ^^^- Vs ^i"- 
S y n. : Anis, minutum Ahrens N. Sehr. d. nat. Gesellsch. z. Halle. 
II. 20. 11. t. II. iig. 2. b. 
Var. ß. Corpus totum testaceum. 
In Laubwäldern , auf Weideplätzen und Wiesen im Som- 
mer hier und da in Deutschland, nicht selten; sächsische 
Schweiz, Harz, Leipzig, Halle, Pommern, Hessen, Westphalen. 
Männchen: Gestalt oval, convex. Farbe ein lichtes 
Rothbraun , Kopf und das Halsschild nicht selten mit einem 
dunkleren Schatten. Kopf flach, queer, überall sehr fein und 
gedrängt punktirt. Augen schwarz, massig hervortretend. Füh- 
ler kurz, Keule aber verhältnissmässig sehr gross und breit, 
breitgedrückt, das 2te Glied derselben sehr klein, fast ganz 
von dem ersten verdeckt und daher kaum sichtbar. Halsschild 



ISS 

sehr glänzend, gewölbt, kurz, äusserst fein und gedriiiigl 
punktirt; Vorderrand tief ausgebuchtet , Vorderecken wie die 
Seitenränder abgerundet und selir fein gerandet. Hinterecken 
stumpf, Hinterrand fast gerade al)gcschnitten. Schildclien mas- 
sig gross, sehr fein punktirt. Flügeldecken breiter als das 
Halsschild und dreimal solang, gewölbt, nach hinten zu mas- 
sig steil abfallend , glänzend, deutlich punktirt -gestreift, Strei- 
fen gerade, etwas vertieft und ihre Punkte entschieden grös- 
ser als die ziemlich gedrängt stehenden und fast regelmässi- 
ge Reihen bildenden Punkte der Zwischenräume, daher die 
Punktstreifen deutlicher in die Erscheinung tretend ; die Pun- 
kte im ersten Zwischenräume neben dem Schildcheu feiner, 
gedrängter und ohne Ordnung. Nahtstreif über die Mitte fort- 
gehend. Unterseite von derselben Farbe als die obere, fein 
und gedrängt punktirt , weniger glänzend. Schenkel flach zu- 
sammengedrückt, punktirt und haarig, die der vorderen Füsse 
nach der Spitze zu etwas verschmälert, die der mittleren kurz, 
sehr breit, Unterrand bogig. Hinterschenkel so breit als die 
Mittelschenkel, Oberrand bogig, Unterrand geradlinig, Schie- 
nenrinne deutlich , aber ohne sonderlich hervortretende Wände. 
Schiene nach der Spitze zu erweitert, die der Mittelfüsse am 
Aussenrande stark gebogen, ebenda alle mit kurzen Dornen 
besetzt, die jedoch an den Mittelschienen stärker und zahlrei- 
cher sind. Tarsen der Vorderfüsse kaum merklich erweitert, 
die der Mittelfüsse aber abnehmend erweitert ; die der Hinter- 
füsse ziemlich kurz. 

Weibchen ganz wie die Männchen, nur etwas kleiner 
und alle Tarsen fadenförmig. 

Obs. I. . Diese Beschreibung ist dem Exemplare ent- 
nommen, nach welchem Herr Alirens sein A. minutum l»e- 
schrieben und abgebildet und das derselbe mit besonderer Be- 
reitwilligkeit die Güte gehabt hat, zu meiner Disposition zu 
Stelleu. 

28. A. pauxilla mihi: ovata, convexa, rufo - ferruginea, 
antennarum clava brevi, oculisque nigris, elytris punctalo- 
striatis, interstitiis sublilius subregulariter punctalis. 

Long. V3 ^•'i- l^'it. Y4 !•"• 
Var. Cotpus toluiii teütaceiun. 



18!» 

In Ponimcni, der siU'lisischeii Schweiz, Hessen au deii- 
selhea Orten und zu derscll)i,o,eu Zeit mit miiiuta. 

Diese allerkleinstc, mir bekannt gewordene Art hat die 
allerijjrösseste VerAvandtscluift mit der minuta und unterscheidet 
sich \on derselben nur: 1) dnrcli ihre Kleinheit, denn sie ist 
constant weit über das Doppelte kleiner als minuta und 2) durch 
die allgemeine Körperform, welche nicht oval, sondern ganz 
oiitscliicden eiförmig ist. In allen übrigen Stücken kann ich 
keinen wesentlichen Unterschied entdecken, halte es jedoch für 
nöthig , dieselbe von minuta zu trennen , um die Entomologen 
a\if dieses Thierchen wenigstens aufmerksam zu machen. 

29. A. subtestacea Gjjli.: globosa, rufo-testacea, nitida, 
capite, thoracis disco , anlennarum clava brevi , pectoreque 
nigro-piccis, elytris subtiliier piinctato-striatis, interstitiis 
subregulariter punctatis. 

Mas convexior, femoribus dente acuio, tarsis mediis ali- 
quantnlum dilatatis. 

Focmina dc.pressior, femoribus muticis, tarsis omnibus 
filiformibus. 

Long. Y2 ^'"- ^''^^- Vs ^'"• 
Syn.: Anis, siilitestaceuin GjU. Ins. s. III. 707. 5 — 6. — S/i%. 
Ins. fen. I. 463. b. 
Anis, granaria Erichson in litt. 
Anis, giljbulum Schüppd Dej. Cat. 217. 
Wie die nahverwandteu Arten und zu derselben Zeit 
vorkommend. In der Mark Brandenburg, Harz, Westphalen; 
doch, wie es scheint, überall seltener. 

Männchen: Ein kleines, sehr subtiles Thierchen von 
sehr gewölbter, kurzer, völlig hemisphürischer Gestalt und 
gelbbrauner Grundfarbe, die aber bei völlig ausgefärbten Stük- 
ken an der Fühlerkeule, dem Kopfe, der Mitte des Halsschil- 
des, auf dem Schildchen, längs der Naht und auf der Brust 
durch ein Pechbraun oder Pechschwarz mehr oder minder ver- 
drängt wird. Der Kopf flach, queer, sehr fein und häufig 
punktirt. Die Fühler kurz , ihre Keule breitgedrückt, verhält- 
nissmässig kurz, das 2te Glied derselben wie bei minuta. Hals- 
schild sehr gewölbt, queer, pechschwarz, nur an den Seiten 
und hinten braunroth durchscheinend, sehr glänzend, fein und 



lf)0 

gedrangt pnnktirt; der Vorderrand stark ausgeschnitten, die 
fein gerandcten Vorderecken stark niedergedrückt, gernndet; 
Seitenriinder kurz, bogig, gerandet; Hintereckeu stumpfwink- 
lig, Hinterrand fast gerade abgeschnitten. Schildclien ziem- 
lich gross, fein punktirt. Flügeldecken breiter als die Basis 
des Halsschildes und doppelt so lang als dieses, seitlich und 
an der Spitze stark abfallend, sehr gewölbt, stark glänzend, 
sehr fein punktirt -gestreift, die Punkte dei" Streifen kaum 
starker ausgeprägt, als die zahlreichen, meist auch in regel- 
mässige Reihen gestellten Punkte der Zwischenräume und des- 
halb \on denselben fast nur gegen die Spitze uuterscheidbar, 
wo letztere immer mehr an Zahl und Deutlichkeit abnehmen ; 
Nahtstreif bis zur Mitte. In der Nähe des Schildchens neben 
der Naht eine grosse Menge äusserst feiner, ganz unregel- 
mässig stehender Pünktchen. Unterseite weniger glänzend, 
häufig und fein punktirt, Brust schwärzlich, Hinterleib gelb- 
braun. Füsse kurz, blasser. Schenkel breitgedrückt, pun- 
ktirt, behaart, die vordersten \orne verschmälert, am Unter- 
rande etwas ausgeschweift, die mittleren gleich breit, am Un 
terrande etwas bogig, die hintersten am Oberrande etwas bo- 
gig, am Unterrande gerade, die äussere Wand der Schie- 
nenrinne an der Spitze mit einem deutlichen, spitzen Zahne. 
Schienen flach, an der Spitze breiter, Vorderrand an den 4 
vorderen etwas bogig und auf demselben eine grössere oder 
geringere Anzahl Dornen in einer Reihe. Mitteltarsen etwas er- 
weitert, Vordertarsen fadenförmig, Hintertarsen stark und kurz. 

Weibchen wie das Männchen, nur weniger gewölbt, die 
Hinterschenkel ohne Dornen und sämmtliche Tarsen fadenförmig. 

Obs. I. Der A. minuta sehr nahe verwandt, aber hin- 
länglich verschieden: 1) durch die ganz andere Farbe, 2) durch 
die kurze, kugelige Gestalt, 3) durch das viel höher gewölbte, 
an den Seiten mehr niedergebogene, an den Seitenrändern 
kürzere , auf der Oberfläche etwas stärker punktirte Halsschild, 
4) durch die viel höher gewölbten und kürzeren Flügeldecken, 
deren Punktstreifen kaum in etwas von denen der Zwischen- 
räume zu unterscheiden sind, während die Punkte im ersten 
Zwischenräume in der Nähe des Schildchens viel gedrängter 
stehen, 5) durch die gezähnten Hinterschenkel der Männchen. 



191 

Obs. II. Es liegen mir sdiweilische Exemplare dieses 
Käfers, aus den Hilndea GijUenhaVs vor, in beiderlei Geschlecht, 
nach denen icli die Torstehcnde Beschreibnng entworfen und 
welche mich auch belehrt haben, dass diesel])cn mit dem A. 
^ibbulum Schiippel, welches mir aus der Sammlung des Hrn. 
Prof. Kunze in einem Originalcxemplare vorliegt, wie dies 
auch schon Gijllciihal ausspricht, identisch sind. Die Worte 
der G^I/c/ihalsdicn Diagnose: „interstitiis vage punctatis", 
ebenso die Worte der Beschreibung: „autennac — structura 
iit in prioribus omnino" sind entschieden ungenau, wie mich 
die genaue Vergleicluing der Originalexemplarc belehrt. 

III. Ag'arlcophag^uis mihi. 

Clypcus cum capite connatus. 

Mandibulae mediocres, margine interiori subrecto, dentato. 
Palpi maxillares articulo ultimo cylindrico, apice obtuso, 
Palpi labiales articulo ultimo subulato. 
Antennae 11 articulatae, clavae 5 articulatae articulus 
secundus minor. 

Thoracis raargo posticus laevis. 

Mesosterniim obliqnum, carinatuui, postice angustnm. 

Tibiae anlicae apice truncatae. 

Tarsi antici 4-, medii et postici Sarticulati in utroque sexu. 

Diese Gattung steht der vorigen nahe, in so fern sie 
Bezugs der äussern Form und der Bildung der meisten Or- 
gane derselben sich anschliesst, entfernt sich aber doch von 
derselben in vielen wesentlichen Punkten. Bezugs der Mund- 
theile sind mir nnr die breits angegebenen Abweichungen be- 
kannt, ob noch andere namentlich in der Bildung der Laden, 
der Maxillen, der Paraglosseu und der Unterlippe vorliegen, 
müssen spätere Untersuchungen noch erst näher herausstellen, 
da die wenigen mir zu Gebote stehenden Stücke, der mir bis 
dahin allein bekannt gewordenen Art, bis auf ein Pärchen, 
fremdes Eigenthum sind , und ein Erkennen dieser Theile ohne 
Zerstörung des Thicres unmöglich ist. Ausserdem hat das vorn 
nicht ausgerandete Halsschild vor dem Hinterrande weder eine 
Reihe eingegrabener Kohlpnnkte, noch eine Linie, die Vor- 



Id2 

derschieneu sind ferner an der Spitze gerade abgestutzt und 
die Vordertarseu sind 4-, die Mittel- und Hintertarsen Sglied- 
rig. Dieser letztere Unterschied sciieint mir von besonderer 
Wichtigkeit, denn abgesehen von der Zalil stimmen in der 
Gattung Anisotoma die Vorder- und Mitteltarsen immer 
iiberein und nur die Hintertarsen haben ein Glied "weniger. 

Der Geschlechtsunterschied spricht sich aus bei den Männ- 
chen durch grössere Körperform, weniger tiefe Sculptur, stär- 
kere und gezähnte Hinterschenkel und vorzugsweise eigen- 
thümlich durch die Erweiterung der Tarsen säramtlicher Fiisse, 
was weder bei Anisotoma, noch bei sonst einer andern Art 
sich findet. 

Bezugs der Lebensweise scheint kein Unterschied zwi- 
schen Anisotoma und dieser vorzuliegen. 
1. A. cephalotes mihi: oblongus, subconvexus, flavo-te- 

staceus, oculis nigris, elytris striato-punctatis, interstitiis 

transversim strigosis. 

Mas major, femoribus posticis clavatis, excisis, dente 

valido horizontali, tarsis omnibus dilatatis. 

Foemina minor, femoribus muticis, tarsis filiformibus. 
Long. 1 lin. Lat. Vj lin. 

Ein Pärchen von mir in einem Agaricus in der Nähe 
von Stettin zu Ausgang Sommer gefangen, ausserdem aus 
Schlesien zugesendet. 

Männchen: Gestalt länglich, wenig gewölbt, überall 
blassgelb , nur die Augen schwarz. Kopf ungewöhnlich gross, 
oberhalb queer, gewölbt, fast punktlos, unterhalb mit hoch- 
gewölbter Kehle. Augen klein, rund. Fühler bis zur halben 
Länge des Halsschildes reichend, Istes Glied klein, kurz cy- 
lindrisch, weniger dick als das zweite sehr kurze cylindri- 
sche, 3tes verkehrt -kegelförmig, doppelt so lang als d.as 2te, 
das 4te — 6te kurz, jedes folgende immer grösser als das vor- 
hergehende, so dass das 6te wenig kleiner als das Iste der 
5gliedrigen Keule ist, diese selbst ganz wie bei der Gattung 
Anisotoma gebildet. Halsschild queer, fast quadratisch, mas- 
sig gewölbt, spiegelnd, fast punktlos, bei sehr bedeutender 
Vergrösserung überall mit äusserst feinen Queerstrichen be- 
deckt , welche besonders beim Weibchen mehr in die Erschei- 



l»3 

nuiig treten ; Vorderrand gerade abgeschnitten , ungerandet. 
Vorderecken völlig gerundet, gerandet, Seitenrilnder massig 
bogig, äusserst lein gerandet, durch die yöllig abgerundeten 
ungerandeten Hinterwinkel in den gerade abgeschnittenen Hin- 
terrand übergehend. Schildchen massig gross, stumpf- drei- 
eckig, unpunktirt. Flügeldecken etwas breiter als die Basis 
des Halsschildes, aber dreimal länger als dieses , länglich, kaum 
etwas yerschmälert in die abgerundete Spitze übergehend, 
flach gewölbt, deutlich punktirt- gestreift. Punkte massig tief, 
äusserst gedrängt stehend, Streifen nicht völlig gerade, Zwi- 
schenräume schmal, überall durch die vielen von den Punkten 
der einen Reihe zu denen der andern herübergehenden gera- 
den, ziemlich tief ausgeprägten Queerlinien queergestrichelt; 
Nahtslrcif bis über die Mitte fort. Unterseite weniger glän- 
zend, zerstreut -punktirt. Füsse kräftig, kurz. Vorder- und 
Mittelschenkel einfach zusammengedrückt, Hinterschenkel keu- 
lenförmig, an der Spitze erweitert, am Unterrande vor der 
Erweiterung ein halbbogenförmiger Ausschnitt, der an seinem 
hintern Ende durch einen kräftigen, der Basis des Schenkels 
zugekehrten Zahn begränzt wird. Schienen sämmtlich kürzer 
als die Schenkel, alle gerade, an der Spitze etwas erweitert, 
mit kurzen Borstenhaaren und Dörnchen besetzt. Tarsen der 
Vorderfüsse viergliedrig, Glieder kurz, erweitert; Klauen klein. 
Mittel- und Hintertarsen dreigliedrig, dick, kurz, mit sehr 
kleinen Klauen. 

Weibchen kleiner, Sculptur der Flügeldecken etwas 
schärfer, Schenkel alle einfach, die der Hinterfüsse ohne 
Ausschnitt und Zahn, die Tarsen sämmtlich fadenförmig, nicht 
erweitert. 

IT. Hydnobinis» mihi. 

Clypeiis cum capite connatus. 

Mandibulae porrectae, apice bidentatae, margo internus 
arcuatus. 

Palpi maxillares articulo ultimo oblongo - acuminato. 

Palpi labiales articulo ultimo subulato. 

Antennae 11 articulatae , clavae 5 articulatae articnlus 
secundns minor. 

(3. Band I. Heft.) 13 



194 

Thoracis inargo posticus linea inipiessa. 
Mcsosteriinm obliqmim, ecarinatuui. 
Tibiae apice trnncatae. 
Tarsi omnes 5articulati in utroqiie sexu. 

Der Körper der hierher gehörigen Arten ist Ulnglich; der 
Kopf mit dem Kopfschilde völlig verwachsen, von den Augen 
ab geht eine erhabene Kreislinie unter der zwischen Angen und 
Maul die Fühler in einer schwachen Grube eingelenkt sind. In 
den nnausgefärltten Individuen erkennt man das kleine stumpf- 
dreieckige Kopfsdiild durch die dunkle Grenzlinie. Überlippe 
kurz, in der Mitte tief ausgerandet. Mandileln gross, kraf- 
tig, die Überlippe überragend, Aussenrand halbmondförmig, 
gefurcht, Innenrand bogig, die vorgezogene hakige Spitze 
zweizähnig. Maxillen mir unbekannt. Maxillartaster vierglie- 
drig, Istes Glied sehr klein, 2tes Glied verkehrt -kegelförmig, 
dreimal so gross, an der Basis sehr verschmälert, nach der 
Spitze zu stark erweitert, 3tes Glied cylindrisch, so breit, aber 
etwas kürzer als das 2tc, das 4te bedeutend länger als das 
3te, länglich, zugespitzt. Unterlippe und Paraglossen mir 
unbekannt. Lippentaster dreigliedrig, Istes Glied sehr klein, 
2i:es doppelt so lang, cylindrisch, 3tes pfriemförmig, so lang 
als das 2te. Fühler ganz wie bei der Gattung Anisotoma. 
Halsscliild vorn kaum ausgeschnitten, im Verlaufe des ganzen 
liialcrrandes mit einer eingegrabenen Linie vor demselben. 
Schildclien halbkreisförmig oder ziemlich dreieckig. Mittel- 
brustbein flach abfallend, ohne Kiel. Die Füsse kräftig, kurz; 
Vorder- und Mittclschenkel stets einfach, die hinteren nach 
dem Geschlechte verschieden. Die Schienen sämmtlich kürzer 
als ihre Schenkel, kaum mit Dornen, dagegen mit Borsten- 
haaren besetzt, die vordem an der Spitze gerade abgestutzt. 
Tarsen sämmtlicher Füsse lünfgliedrig. 

Der Geschlechtsunterschied liegt in der verschiedeneu 
Form der Hinterschenkel und der Vorder- und Mitteltarsen, 
webhe letztere bei den Männchen sehr geringfügig abneh- 
mend erweitert sind. 

Die Arten leben in Pilzen und auf grasreichen Plätzen. 
1. H. tarsalis Riehl: oblongus, niger, nitidus, ore, an- 



1»5 

tennaruiu basi , tarsisqiie fcrnigineis , elytris coiifevtim pro 
fluide punctato - striatis. 

Mas fenioribus poslicis clavatis, deute valido aciilo. 
Foemiiia fenioribus poslicis simpli(ibus mntiiis. 
Long. 1 y, lin. Lat. Vs ^'"• 
Syn. : Anis, tarsale Riehl 3r Jahresber. üb. il. Tliätigk. d. Vereins 
f. Naturk. in Cassel. p. 9. 
Var. : corpore toto ferrueineo. 
Var. : corpore diiplo fere majori, long. 1 '/^ lin, 
Anisot. dentipes Ahrens in litt. 

Auf giasreiclieii Plätzen in Waldgegenden und in Pilzen ; 
Cassel (Richl) , Mansfeld {Ahr.) , Garz a. 0. (TriepJrc). 

Gestalt liuiglicli, massig govölbt, überall ein tiefes glän- 
zendes Schwarz, nur die Fühleifäden, das Maul, die Schie- 
nen und Tarsen rothbraun. Kopf massig gross, Stirn sanft 
gewölbt, fein und zerstreut punklirt. Fühler die Mitte des 
Halsschildes überschreitend, 2les Glied kurz, fast kugiig, 3tcs 
kaum ebenso lang, verkehrt -kegelförmig, bedeutend dünner, 
4 — (ites peiischnurförmig ; Keule ganz normal. Halsschild 
Y2 mal breiter als lang, gewölbt, glänzend, überall fein und 
massig dicht punktirt ; Vorderrand gerade abgeschnitten, äus- 
serst fein gerandet, Vorderecken abgerundet, Seitenränder 
stark bogig hervortretend, deutlich gerandet, Hinterwinkel 
völlig abgerundet, Hinterrand gerade abgeschnitten, deutlich 
gerandet. Schildchen fast halbkreisförmig, fein punktirt. Flü- 
geldecken wenig breiter als die Halsschildbasis und über drei- 
mal länger als dieses, von der Basis bis hinter die Mitte gleich 
breit, von da in die abgerundete, nicht sonderlich verschmä- 
lerte Spitze übergehend, sehr gedrängt punktirt -gestreift, hie 
und da auch durch das Zusammenfliessen queer nebeneinan- 
der stehender Pnnkte etwas queerrunzlig ; Nahtstreif bis zur 
Mitte tief und unpunktirt, von da bis zur Basis schwächer 
und punktirt, der Zwischenraum zwischen demselben und der 
Naht ziemlich breit und grobpunktirt. Unterseite weniger 
glänzend, schwarz, punktirt. Füsse kräftig, kurz; Schenkel 
der Vorder- und Mittelfüsse einfach, flach zusammengedrückt, 
fast ganzrandig. Hinterschenkel kurz, keulenförmig, hinter 
der Mitte am breitesten und hier mit einem sehr starken, nach 

13* 



19G 

\orn gebogenen Zahne beim Männchen, beim Weibchen zahn- 
los und obschon keulenförmig, doch nur halb so breit als 
bei dem Männchen. Schienen sämmtlicher Füsse kürzer als 
die Schenkel, an der Basis erweitert, reichlich mit kurzen 
Borstenliärchen und ganz kurzen Dornen besetzt, in beiden 
Geschlechtern gleich. Tarsen alle ögliedrig, bei den Männ- 
chen die der Vorder- und Mittelfüsse sehr wenig und zwar 
abnehmend erweitert, bei dem Weibchen alle gleich breit. 

Obs. I. Die Beschreibung ist entworfen nach Original- 
Exemplaren, welche mir mein Freund RieJil mitzutheilen die 
Güte hatte. Von den angeführten Varietäten unterscheidet sich 
die erstere nur durch hellere Farbe, '.die andere nur durch 
fast doppelte Grösse. 

2. H. punctatus Sturm: oblongus, rufo-brunneus, capite, an- 
tennarum clava thoracisque disco obscurioribus, elytris con- 
fertim punctato - striatis , interstitiis transversim rugosis. 
Mas femoribus poslicis dente Talido acuto. 
Focmina femoribus posticis muticis. 
Long. 1 lin. Lat. '/j lin. 
Syn : Anis, pnnctatum Sturm, in. g. II. 42. 9. tab. 25. fig, A.a. 
Anis, spinipes GyU. Ins. suec. III. 709. 9 — 10. — Shlhry. 

Ins. fen. I. 466. 14. 
Anis, edentata Slührg. I. c. 15. 5. 
Anis, punctigenim Walth in litt. 
Var. ß. corpus totuni testaceuni. 

In Oestreich (Ziegler), Bayern (TFaltl). 

Obs. I. Ich wüsste der vortrefflichen Beschreibung, 
welche GijHenhal an dem Männchen dieser Art seinem A. 
spinipes (1. c.) entworfen, kaum etwas zur Berichtigung hin- 
zuziifügen, weshalb ich auf dieselbe verweisen kann ; nur statt 
der Worte : thorax antice fere truncatus vix emarginatus, dürfte 
richtiger zu stellen sein : thorax antice truncatus, ebenso möch- 
te statt elytra valde convexa, höchstens nur : elytra convexa zu 
setzen sein. Dass dieser Art 5gliedrige Tarsen an allen Füs- 
sen zukommen, hat GyllenTial übersehen. Das Weibchen, 
das er nicht gekannt hat, weicht bei übrigens ganz gleicher 
Körpergestalt, sehr wesentlich durch die Hinterschenkel ab, 
diese sind hier völlig zahnlos und obschon noch immer etwas 



197 

kenlenformig, doch in der Mitte kaum halb so brcil als die 
der Männchen. 

Obs. II. Aus der Zteglersdien Sammlung sind mir 
ganz dieselben Stücke, welche Hr. Slurvi unter dem Namen 
A. punctatum (1. c.) beschrieben und abgeltildet, zugegangen, 
und bin ich dadurch l)efahigt, über dies Thier genaue Aus- 
kunft zu ertheilen. Es ist dieser Käfer aber el)en der, den 
Gj/lie/iJiaJ einige Jahre später so getreu und deutlich, als sei- 
nen spinipes, beschrieben und der mir in schwedischen Origi- 
nal-Exemplaren ebenfalls Torliegt. Die Ä///rwsche Beschrei- 
bung ist ungenügend, da er von den so sehr charactcristi- 
sehen Quecrrunzeln der Flügeldecken, welche beiden Ge- 
schlechtern zukommen und auch von dem Zahne der Hinter- 
schenkel der Männchen gar nichts erwähnt. Der letztere Um- 
stand ist nur dadurch erklärlich , dass Ziegler seiner Zeit 
Sfuim nur allein das Weibchen mitgetheilt. Was die Diffe- 
renzen der Farbe anbelangt, so sind die Z<V^/^rschen Stücke 
etwas heller, namentlich auf dem Kopfe und Halsschilde, was 
liei allen Anisotomen \orkommt. Die Sfurmsche Abbildung 
versiunlicht den Käfer sehr ungenügend, denn Fig. a. ist viel 
zu kurz und breit gcrathen, und Fig. A. ist in der Sculptur 
der Flügeldecken ganz verfehlt, denn die Punkte stehen in 
viel gedrängtem Reihen neben einander und fehlen die deut- 
lichen Queerstriche gänzlich. 

Obs. III. Original-Exemplare von A. edentatum Sahl- 
berg haben mich vollständig überzeugt, dass diese Art, wie 
auch schon Sahiberg (l. c.) vermuthet, nichts als das Weih- 
chen des punctatus Sturm ist. Original -Exemplare von A. 
punctigerum Waltl ergaben sich ebenfalls nur für den äch- 
ten punctatus Sturm. 

Obs. IV. Diese Art steht dem H. tarsalis nahe, unter- 
scheidet sich aber leicht durch folgende Punkte: 1) durch die 
viel geringere Grösse, 2) durch die ganz andere Farbe in 
den normalen Stücken, 3) durch die reichlichen und stark 
ausgeprägten Queerstriche der Zwischenräume auf den Flü- 
geldecken, deren Punktreihen überdiess auch noch weniger re- 
gelmässig und mehr flach sind; auch bei tarsalis kommen ein- 
zelne Queerstriche vor, es ist dies aber nur .selten imd wer- 



198 

den dieselben dann nur allein durch das völlige Zusammen- 
fliessen zweier sich gegenüberstehenden Punkte gebildet, wäh- 
rend die ZwischenriUune ganz glatt sind. 
3. H. slrigosus mihi: oblongus, convexns, nitidissimus, 
rufo-ferrngineus, antennis pedibusque testaceis, elytris con- 
lertini punctato-striatis, interstitiis Iransyersini strigosis. 

Mas? 

Foemina t'emoribus posticis niuticis. 

Long. ^I^Ww. Lat. V* !•"• 

In einem 13aunipilze bei Stettin gefunden. 

Gestalt liinglich, gewölbt, sehr glänzend, überall rost- 
rotli, nur die Fühler und Füsse heller und die Augen schwarz. 
Kopf massig gross, Stirn sehr wenig gewölbt, stark glän- 
zend, mit einzelnen ganz zerstreut stehenden Pünktchen. Füh- 
ler und Keule ganz normal, bis über die Mitte des Halsschil- 
des fortreichend, das 2te cylindrische Glied so lang als das 
\icl zartere verkehrt -kegelförmige 3te. Halsschild queer, ge- 
wölbt, spiegelnd, mit feinen und zerstreut stehenden Pünktchen; 
Vorderrand fast gerade abgeschnitten, ungerandet, Vorder- 
ecken sehr fein gerandet, gerundet, Seitenränder bogenför- 
mig, äusserst fein gerandet. Hinterecken stumpf, Hinterrand 
gerade abgeschnitten, deutlich überall gerandet. Schildchen 
klein , halbrund , punktirt. Flügeldecken breiter als die Ba- 
sis des Halsschildes und über 3mal länger als dies, allmählich 
in die abgerundete, kaum in etwas verschmälerte Spitze über- 
gehend, gewölbt, punklirt- gestreift, Punkte gross und mas- 
sig tief, Streifen sehr genähert, nicht völlig gradlinig, Zwi- 
schenräume aber mit deutlichen , von einer Punktreihe zur an- 
dern verlaufenden schrägen Queerstricheln versehen; Naht- 
streif bis über die Mitte. Unterseite weniger glänzend, zer- 
streut -punktirt. Füsse massig stark, blassgelb. Schenkel 
sämmtlich ganz einfach, zusammengedrückt, punktirt, unge- 
zähnt ; Schienen ganz gerade, an der Spitze kaum in etwas er- 
weitert. Tarsen alle 5gliedrig. 

Obs. I. Ich verniuthe, dass die mir zu Gebote ste- 
henden Individuen dieser Art nur Weibchen sind wegen der 
ganz einfachen Hinterschenkel, denn auch hier haben die 
Männchen ganz bestimmt einen Dorn an denselben. 



Obs. II. Diese Art ist dem II, puiictatus Sturm zwar 
nahe venvandt, indessen doch sehr leicht zu unterscheiden: 
i) durch die mehr Jils doppelt so geringe Grösse, 2) durch 
die rothbraune, überall gleiche Färbung des Körpers, 3) durch 
die bedeutendere Wölbung, 4) durch die ganz hellgelben Fühler 
und Füsse, und 5) durch die lein queergeslricliellen Zwischen- 
räume der Flügeldecken , welche bei punctatus queergerun- 
zelt sind. Am lei<htesteu könnte diese Art \erwecliselt wer- 
den mit Anis, aciculata, mit der sie gleiche Grösse, Farbe 
und fast gleiche Gestalt theilt, es bieten aber die 5gliedrigen 
Hintertarsen und das am Hinterrande deutlich gerandete Hals- 
schild schon so auffallende Unterschiede auf den ersten Blick, 
dass man anderer nicht weiter bedarf. 

V. Triartliron Märlel. 

Clypeus cum capite connatus. 
Mandibulae porrectae, margine interiori dentato. 
l'alpi maxillares, articulo ultimo acuminato. 
Palpi labiales, articulo ultimo obtnsiuscnlo. 
Antennae 11 articulatae, cla\a permagna triarticulata. 
Thoracis margo posticus linea impressa. 
Mesosternum obliquum, ecarinatum. 
Tarsi omnes quinque articulati. 

Körpergestalt länglich, gewölbt. Kopfschild klein, mit 
dem Kopfe verwachsen, beim Männchen einen aufgeworfenen 
Rand bildend, bei dem Weibchen eine kleine, durch eine 
Furche am Kopfe geschiedene queere, fast yiereckige Platte. 
Oberlippe vorn etwas ausgerandet. Mandibeln kräftig, die 
Oberlippe überragend, am Aussenraude sanft gekrümmt, In- 
nenrand fast gerade, mit einem Zahne in der Mitte. Maxil- 
len mir unbekannt, Maxillenlaster 4gliedrig; Wurzelglied 
kurz, cylindrisch, 2tes Glied etwas länger, verkehrt-kegelför- 
mig, 3tes bedeutend kürzer als das 2te, napfförmig und so 
stark als dieses an der Spitze, 4tes so lang als das 2te, c.j- 
lindrisch, zugespitzt, so stark als das 3te. Kinn kurz, queer. 
Unterlippe grösser, fast viereckig, die freien Ecken gerun- 
det, in der Mitte etwas ausgerandet. Lippentaster Sgliedrig; 



200 

Istes Glied kleiu, 2tes etwas langer und stärker, 3tes kür- 
zer als das 2te, stumpf zulaufend. Fühler zwischen Augen 
und Maul eingelenkt, llgliedrig, Istes Glied stark, kurz, 
cjlindrisch, 2tes halb so gross, das 3te fast kuglig und stär- 
ker beim Männchen, yerkehrt-kegelförmig und schwächer beim 
Weibchen, so lang als das 2te; 4tes und 5tes Glied napfför- 
mig, 6tes — 8tes flacligedrückt, perlschnurförmig, jedes fol- 
gende Glied immer ein wenig breiter, aber nicht höher wer- 
dend. Die 3 letzten Glieder eine verhältnissmässig ausseror- 
dentlich grosse, starke, seitlich zusammengedrückte Keule 
bildend, welche dreimal so breit und so lang als die 5 vor- 
hergehenden Glieder ist. Istes und 2tes Glied napfförmig, 
letztes etwas weniger breit mit stumpfer Spitze. Halsschild 
am Vorder- und Hinterrande gerade abgeschnitten, rings- 
um selbst noch am Hinterrande durch eine eingegral e le 
tiefe Linie gerandet. Schildchen dreieckig. Flügeldecken 
wie bei Anisotoma, noch hier mit einer weitläuftigen Reihe 
Hohlpunkte in einem Zwischenräume um den andern, Naht- 
streif bis zur Basis verlaufend. Mittelbrust])ein schräg abfal- 
lend, ungekielt. Füsse kurz und gedrungen. Schenkel zu- 
sammengedrückt, am Unterrande mit einer Rinne für die 
Schienen. Diese gerade, so lang als die Schenkel, an der 
Spitze etwas erweitert. Tarsen sämmtlicher Füsse 5gliedrig. 
Der Geschlechtsunterschied spricht sich aus durch eine andere 
Bildung des Kopfes, der Hinterschenkel und Vordertarsen. 
Die Männchen haben statt des Kopfschildes einen aufgeworfe- 
nen Rand, gezähnte und breitere Hinterschenkel und erwei- 
terte Glieder an den Vorder- und Mitteltarsen. Die Weibchen 
zeigen deutlich ein kleines Kopfscliild, haben einfache Hin- 
tcrschenkel und überall gleichbreite Tarsen. 

1. T. Märkelii mihi: oblonge -ovale, testaceum, nitidura, 
elytris profunde punctato-striatis. 

Mas femoribus posticis clavatis, excisis, denticulatis, 
tarsis anticis et mediis dilatatis. 

Foemina femoribus posticis simplicibus, tarsis Omnibus 
haud dilatatis. 

Long. 1 V^ lin. Lal. 1 '/g lin. 



201 

In der Sächsischen Schweiz. 

Grösse der A. ferniginea, Gestalt länglich - oval, massig 
gewölbt, glänzend, überall, bis auf die schwarzen Augen und 
Mandibelspitzen, blassgelb. Kopf massig gross, Stirn massig 
gewölbt, dicht, aber fein punktirt. Augen halbkuglig her- 
vortretend, schwarz, gross. Fühler nur bis zur Mitte des 
Halsschildes reichend. Halsschild noch einmal so breit als 
lang, massig gewölbt, überall gleich dicht und fein punktirt, 
im ganzen Umfange mit einer feinen eingedrückten Linie um- 
zogen, in der dicht gedrängte Punkte stehen, die am Hin- 
terrande grösser sind; Vorderrand nicht ausgeschnitten. Vor- 
derecken abger\indet, Seitenränder bogig, Hinterwinkel abge- 
rundet. Schildchen dreieckig, massig gross, punktirt. Flü- 
geldecken viermal so lang als das Haischild, an der Basis 
lireiter als dasselbe, massig gewölbt, hinten allmählich abfal- 
lend, an der Spitze gerundet, tief punktirt -gestreift, Punkte 
massig dicht stehend, Streifen an der Basis tiefer, nicht sel- 
ten durch das Zusammentreten zweier in ihrem Verlaufe un- 
terbrochen, fast alle krummlinig, Zwischenräume ein wenig 
gewölbt, glatt und punktlos, nur im ersten dicht neben der 
Naht eine Reihe sehr feiner und gedrängt stehender Pünkt- 
chen, und ausserdem im 3ten, 5ten und 7ten Zwischenräume 
eine Reihe weitläuftig stehender flacher Hohlpunkte. Unter- 
terseite punktirt und grauhaarig. Füsse stark, gedrungen, 
kurz, grauhaarig. Schenkel seitlich zusammengedrückt, an 
der Basis dünner, Hinterschenkel der Männchen keulenförmig, 
dicht an der Basis mit einem halbmondförmigen Ausschnitte 
und dicht hinter demselben mit einem kleinern Zähnchen be- 
setzt, bei den Weibchen einfach. Schienen alle gerade, fast 
kürzer als die Schenkel, an der Spitze etwas erweitert, über- 
all mit steifen, grauen Haaren besetzt. Die Tarsen sämmt- 
lich 5gliedrig, bei den Männchen die vordem im Isten Gliede 
2lappig, am breitesten, das 2te 2lappig, schmäler und kür- 
zer, .Stes verkehrt -herzförmig, noch kürzer und schmäler, 
das 4te einfach. Mitteltarsen in den 4 ersten Gliedern gleich- 
massig und ziemlich stark erweitert. Tarsen der Weibchen 
und die Hintertarsen der Männchen nicht erweitert, gleich- 
gestaltet. 



202 

Not. Diese Gattung und Art hat der um die deutsche 
Käferfauna so hochA'erdiente Hr. Cantor Mürlel in Stadt 
Wehlen zuerst aufgefunden, unterschieden und unter dem Na- 
men Triarthron anisotomoides mir zugesendet. Ihm, dem ich 
für die liberale Mittheilung seiner sämmtlichen Anisotomen so 
sehr verpflichtet bin, wünschte ich durch die Benennung die- 
ses höchst interessanten Käfers nach seinem Namen einen 
schwachen Beweis meiner Dankbarkeit und ein kleines Aner- 
kenntniss seiner yielseitigen Verdienste zu geben. 



Beiträge zur Keimfiiiss 

der 

linier Ameisen lebenden Insekten 



Friedrich Märkel, 

Caiitor zu St. AVelilen in der säclis. Sclnveiz. 



i^eii Entomologen der frühern Zeit scheint es nocli ganz 
unbekannt gewesen zu sein, dass die Nester der Ameisen von 
verschiedenen andern Insektenarten bewohnt werden; wenig- 
stens findet man in den altern entomologischen Schriften keine 
Kachrichten hierüber aufgezeichnet, und nur Frisch (1736) 
und /?öW (1746) erwähnen in ihren bekannten Werken, dass 
die Larve der Cet. aurata, deren Verwandlung sie beschrei- 
ben, in Ameisenhaufen \orkomme. Der Hymenopterolog Christ 
hat, wie man aus seiner Naturgeschichte der bienenartigeu 
Insekten ersiehet, die Ameisen, insbesondere die F. rufa, fleis- 
sig beobachtet; dennoch findet sich bei ihm, ausser der Er- 
wähnung obgedachter Lar\e, keine weitere Nachricht über 
die Hausgenossen der Ameisen. Ob La/reille in seiner 
Histoire naturelle des Fourmis (X.) etwas hierher Gehöriges 
anführe, kann ich nicht sagen, da mir dieses Werk zur nä- 
hern Einsicht nicht vorlag; doch möchte ich es fast bezwei- 
feln, da sich, so viel ich weiss, in seinen spätem Werken 
keine Andeutungen hierüber vorfinden. Paj/lull kannte und 
beschrieb in seiner Mon. Staphyl. (1789) zuerst die Lome- 
chusa (Staphyl.) paradoxa und emarginata, so wie Myrraedo- 
nia (Staph.) canaliculata und limbata, sagt aber noch nichts 
über den eigentlichen Wohnort dieser Thiere, und weiset so- 



2041 

gar der L. emarginata ihren Aufenthalt in Schwämmen an.. 
Eben so wenig giel)t Fahricius , der die Paykullschen Arten 
aufnimmt und ihnen noch die Lomech. (Staphyl.) strumosa 
beigesellt, in irgend einem seiner Werke über den Aufent- 
halt dieser Thiere einen Naclmeis. Als Sturm (1805) den 
bereits von Kug. in Schneid. Magaz. erwähnten, und \on den 
Verf. der entomol. Hefte näher bezeichneten Hister (juadratus 
abbildete und beschrieb, scheint man den eigentlichen Wohn- 
platz dieses Käfers noch nicht gekannt zu haben, denn Sturm 
sagt: „lebt unter Steinen und in faulen Eichenstöcken." 
Wahrscheinlich war unter diesen Steinen oder an diesen Stök- 
ken eine Colonie der F. rufa oder fuliginosa, was man je- 
denfalls übersah, denn anderswo kommt dieser Käfer wohl 
nicht Tor*). Gravenhorst führt in seinen Schriften über Mi- 
croptern ausser den obengenannten Aleocharinen noch die 
Myrmed. (Aleoch.) humeralis, funesta nnd lugens, so wie die 
Dinarda (Lomech.) dentata auf, schweigt aber gänzlich über 
das Vorkommen derselben in Ameisennestern. Der Erste, 
welcher dieses Umstandes gedenkt, war wohl Schmid in lUig. 
Magaz. 1. p. 491. (1801), der die Lomech. strumosa in ei- 
nem Ameisenhaufen im Winterschlafe fand. Wie neu und 
überraschend dies für ihn war, geht aus seiner Bemerkung 
hervor: „Es ist mir noch nicht vorgekommen, dass Käfer, 
„ die sonst in natürlicher Feindschaft mit den Ameisen leben, 
„mit diesen an einem Orte, nnd in enger Verbindung Win- 
„terschlaf halten." Nach ihm gab Gyllenhal (1810) ausser 
von der eben erwähnten Lom. strumosa auch noch von der 



•) Herr Schaum in Halle hat mir zwar brieflich niitgellieilt, 
er habe einmal den H. qtiadratus in grosser Anzahl unter einem 
Steine, wo er keine Ameisen bemerkte, gefunden; gewiss war diess 
aber ein verlassenes Nest der F. rufa oder fuliginosa. Ich habe oft 
solche Nester, auf welclien die Steine nicht wieder genau in die erste 
Lage gebracht worden waren, schon am andern Tage von ihren Be- 
wohnern gänzlich verlassen gefun<len. In einem solchen Falle blei- 
ben die Histeren wohl noch einige Tage in der verlassenen Colonie 
zurück, bis sie sicli wieder in eine andere begeben; oder es findet, 
nach Verlassung des Nestes , die Entwickelung der in demselben be- 
reits vorhandenen Larven statt, wie es wohl in dem oben erwähn- 
ten Falle statt fand , wo der Käfer in grosser Mehrzahl vorkam, 



203 

Loni. emarginata und der Dinarda denlata den eigentliclien 
Wohnplatz an, und als Müller die Nachricht über die Le- 
hensweise des Hist. quadratus an PaykuU, Behufs der Aufnahme 
in dessen Mon. Hist. (1811) ujittheilte, iiud später (1818) 
die merkwürdige Naturgeschichte der Keulenkäfer in Germai's 
Magazin beschrieb, auch bei dieser Gelegenheit die Nitid. 
marginata und die Lomechusen als Ameisenfreunde erwähnte 
wurden die Wohnungen der Ameisen auch von andern Ento- 
mologen schärfer ins Auge gefasst. Dennoch aber fehlt es 
bis jetzt an einer Zusammenstellung alles dessen , was zeit- 
her über die Insecta myrmecophila bekannt geworden ist. Un- 
ter den Neuern scheinen yiube und Cheirolat am eifrigsten 
den Hausgenossen der Ameisen nachgeforscht zu haben. Er- 
sterer hat seine Entdeckungen in dieser Beziehung theils in 
den Annal. de la Soc. entom. (t. YI.), in welchen Monoto- 
ma angusticolle und conicicolle als Ameisenfreunde aufgeführt 
werden , theils in Erichson's Genera et species Staphyliuorum 
(1840) niedergelegt, welches letztere Werk den bereits oben 
genannten Brachel} teren noch die Falagria thoracica Gurt., Ho- 
mal. anceps Er., Aleoch. angulata Er., Stenus aterrimus Er. 
Eurjusa siuuata Er. und Staphyl. latebricola Gr. als Myrme- 
cophila beigesellt. Chevrolat erwähnt in der Revue entom. v. 
Silberm. t. 3. p. 263. bei Gelegenheit der Beschreibung sei- 
nes Myrmechixenus subterraueus \erschiedene Käfer, die er 
unter Ameisen angetroffen habe, und nennt ausser einigen, 
schon früher als Ameisenfreunde bekannten Arten , noch den 
Hist. globulus, Batrisus formicarius, oculatus und venustus 
einen neuen Xantholinus, Dendroph. pygmaeus, Dendr. Gue- 
rini (sibi) und eine fragliche Larve, von welchen Arten im 
gegenwärtigen Aufsatze weiter unten die Rede sein wird. 

Stellt man nun alle zeither von den Schriftstellern als 
Insecta myrmecophila aufgeführte Arten zusammen, so beläuft 
sich die Zahl derselben auf 31, und es bildet sich daraus 
folgendes Verzeichniss, dem ich die Schriftsteller oder die 
\on denselben genannten Entomologen, welche die Art als 
unter Ameisen wohnend zuerst aufgeführt haben, im Ein- 
schlüsse beifüge. 



206 

Myrmedonia (Stapliyl.) canaliculata PnyJc. (Kriclison), 

— — liinbata Paijk. (Ericlison). 

— (Aleocl).) Iiiimeralis Gruv, (Kriclison). 

— — fimesta Ornv, (Kriclison). 

— — liigens Grni: (Kriclison). 
Falagria thoracica Curt. (Waltl.) 

Homalota anceps Kr. (Aube). 

Aleocliara angulata Er, (Aube). 

Kuryusa sintiata Er. (Weber). 

Dinarda (Loniecli.) dentata Grav. (Gyllenlial). 

Loinechusa (Stapliyi.) stniinosa Fb. (Scliniid). 

— paradoxa Grnv. (Kriclison). 

— (Stapliyl.) emarginata Paifk. (Gyllenlial), 
Xantliolinus (Clievrolat). 

Stapliyliniis latebricola Gntv. (Daiil). 

Stenus aterriinus Er. (Aube). 

Nitidula inarginata f'b. (Müller). 

Hetaerius (Hister) quadratus E. H. (Müller). 

Dendropliilus (Hist.) pygmaeus PüijI;. (Aube). 

— Guerini Clwvrol. (Giierin). 
Abraeiis (Hist.) globulus Crcutz (Clievrolat). 
Cetonia (Scarab.) auiala L. {hirvii) (Friscli). 
Monotonia angiisticolle Gyl. (Aube). 

— conicicolle Chcvrol. (Aube). 
Myrniecliixeniis snbterraneus Chcvrol. (Clievrolat). 
Batrisus forniicarius Aube (Aube). 

— Delaporti Aube (Aube). 

— oculatus Aube (Clievr). 

— • (Psel.) venustus Rchb. (Lucas). 
Claviger testaceus Preijssl foveolatus Mit??. (Preyssler). ' 

— longicornis Müll. (Müller), 
Sphaerium (Blatta) acervoruin Pz. *), 

Die Mehrzahl fällt, wie man sieht, der Familie der 
Bracheljtern zu, diesen folgen die Histeren, und es wäre 
demnach eine Verwandtschaft dieser zwei Familien, die be- 
reits Erichson (Käf. d. Mark. I. p. 649.) scharfsinnig im 
äussern Baue nachgewiesen hat, auch in der Hinsicht vorhan- 
den, dass beide, vor allen andern, als Araeisenfreunde er- 
scheinen. 



*) Ich übergelie die Blattläuse und die Membracislarven , weil 
diese nicht in den Ameisennestern wohnen, sondern von den Amei- 
sen aufgesucht und beleckt werden. 



207 

Von diesen 31 Arten werden von den Scliriftstellern der 
F. rufa zugewiesen: Homal. anceps, Lomecli. strumosa, pa- 
radoxa, emarginala, Aleocli. angulata, Din. dentata, Sien, 
aterrimus, Xanthol. n. sp., Dendroph. pygaiaeus, Gnerini, Cet. 
anrata (larva) Monot. conicicoUe , angusticolle, Clytlira? (lar- 
\a), zusammen 14 Arten, wogegen mein später folgendes 
Verzeidmiss, obgleich es die Insekten anderer Ordnungen 
noch nicht aufnimmt, 31 Arten aufzahlt. 

Als ich \or einigen Jahren mich hemühete, ausser den 
von mir in hiesiger Gegend bereits aufgefundenen Müllerschcn 
zwei Clavigerspecies vielleicht auch noch die dritte, Preyssle- 
rische Art zu entdecken (welche jedoch, nach Preysslers 
fjpätereni, mündlichem Geständnisse nichts Anderes ist, als der 
Cl. foveolatus Müll.), und zu dem Ende die Ameisenwohnuu- 
geu fleissig durchsuchte, gewann ich schon hei diesen Nach- 
forschungen die Ueherzeugung, dass die Zahl der unter Amei 
sen wohnenden Insekten weit grosser sein müsse, als man 
zeither geglaubt hat. Ich wendete nun diesem Gegenstande 
im verflossncn Jahre (1840) wieder aufs Neue meine Aufmerk- 
samkeit zu, und es gelang mir, nach und nach unter den 
verschiedenen Ameisenspecies in meiner nächsten Umgebung 
über 50 Arten Insekten aufzufinden, von welchen gewiss die 
meisten ihre ganze Lebensperiode in Ameisennestern zubrin- 
gen mögen. Schlägt man hierzu noch diejenigen, welche ich 
von den bereits von Andern genannten Myrmecophilen l)is 
jetzt noch nicht selbst gefunden habe, weil sie vielleicht in 
hiesiger Gegend nicht vorkommen, so dürfte die Zahl sämmt- 
licher, bis jetzt bekannten, unter Ameisen lebenden Insekten- 
arten wohl auf 70 anzusetzen sein. 

Eine vollständige Aufzählung der von mir in mei- 
ner Umgegend gesammelten Arten , so wie meine Ansichten 
über den eigentlichen Grund des freundschaftlichen Zusammen- 
lebens derselben mit Geschöpfen einer ganz andern Insekten- 
klasse, die noch überdiess zu den raubbegierigsten und ge- 
frässigsten gehören, behalte ich mir, um diese Abhandlung 
nicht zu umfänglich zu machen und weiterer Entdeckungen ge- 
wärtig, noch vor, und gebe jetzt nur als Prodomus derselben 
ein Verzeichniss der in den Nestern der Form, rufa, die in 



'208 

dieser Beziehung? das Meiste darbieten, gefundenen Arten, 
und zwar aus der Ordnung der Käfer. Denn dass auch In- 
sekten anderer Ordnungen, ausser dem bereits bekannten 
Sphaer. acervorum, ihren bleibenden Wohnsitz unter Amei- 
sen, besonders unter der F. rufa, aufgeschlagen, namentlich 
zarte Dipteren, welche unter dem gefriissigen Völkchen sicher 
weilen, ungestört herumwandern und ungehindert ihre Begat- 
tung vollziehen, ja sich mit in die unterirdischen Gänge bege- 
ben, davon habe ich mich unzählige Male überzeugen können. 
Selbst eine Art von Spinnen, die ich zu allen Jahreszeiten 
immer wieder in den Nestern der F. rufa finde, gehört sicher 
zu den Ameisenfreunden. 

Bekanntlich kommt die F. rufa theils in grossen, theils 
in kleinen Colonien vor. Letztere , die sich unter Steinen 
befinden, wo die Ameisen, ohne Spreu herbeizutragen, sich 
nur einige unterirdische Gänge ausholen, geben an Myrme- 
cophilen die spärlichste Ausbeute, und ich habe nach Unter- 
suchung vieler Hunderte von Nestern immer nur 4 — 5 Arten 
daselbst angetroffen. Jene grössern Colonien sind die bekann- 
ten von Erde, Spreu und Fichtennadeln aufgeführten, oft ei- 
nige Fuss hohen Haufen , und diese beherbergen in ihrem 
Innern in vorerwähnter Beziehung das Meiste. 

Eine solche zahlreiche Colonie der Form, rufa gab die 
nächste Veranlassung zu meinen eifrigeren, vorjährigen Nach- 
forschungen über die Ameisenfreunde. Sie befand sich auf 
einer steilen, mit Fichten bewachsenen Anhöhe, nur etwa 
400 Schritte von meiner Wohnung entfernt, und ich konnte 
sie deshalb fast täglich ohne grossen Zeitverlust besuchen. 
Diese machte ich zum besonderen Gegenstande meiner Auf- 
merksamkeit, um die Hausgenossen derselben möglichst zu 
erforschen. Eine Zeitlang war die Ausbeute nicht sehr er- 
giebig; ich suchte oft lange auf und in dem wimmelnden Hau- 
fen herum, fand jedoch nur wenige Arten in einzelnen Exempla- 
ren; dabei hatte das längere Verweilen unter diesen, beson- 
ders bei warmer Witterung sehr zornigen und kühnen Thier- 
chen, manches Unbequeme und Unangenehme. Jene von 
Ohevrolat in der Revue entom. t. 3. p. 265. empfohlene müh- 
same und weitläuftige Methode, die mit Zerstörung des gan- 



209 

zen Ameisenhaufens endigt, und wobei gewiss noch das Meiste 
übersehen wird, wollte ich aber schon deshalb nicht anwen- 
den, um mir meine Colonie zu erhalten. Endlich entdeckte 
ich ein einfaches Verfahren, durch dessen Anwendung ich mit 
leichter Mühe und in kürzerer Zeit zum Ziele kam, einen 
wahren Reichthum an Exemplaren der Myrmecophilen erlangte 
und manche zu Hunderten fand, die mir, trotz des eifrigsten Nach- 
forschens, bis dahin noch ganz unbekannt geblieben waren. 
Ich trug niimlich mehrere grössere und kleinere Sandsteine 
mit rauher, poröser Unterflilche *) herzu und legte sie theils 
auf den Ameisenhaufen, theils an den Rand desselben hin. 
Wenn ich nun bei meinen Besuchen diese Steine vorsichtig 
aufhob, so sassen nicht nur an der Unterseite derselben, son- 
dern auch auf der Stelle, die von ihr bedeckt gewesen war, 
jene Hausgenossen der Ameisen oft in grosser Mehrzahl. Al- 
lerdings musste ich nun behend zu Werke gehen, denn es 
eilten die aus der Familie der Brachelytren sogleich mit gröss- 
ter Schnelligkeit davon, verbargen sich unter dem wimmeln- 
den Haufen, oder flüchteten sich in die Innern Gange, und 
nur etwa die trägern Histeren blieben sitzen, und Hessen sich 
leicht ergreifen. An heissen Tagen, wo die der Sonne aus- 
gesetzten Steine einen bedeutenden Hitzegrad erlangt hatten, 
war in der Regel wenig oder nichts unter denselben zu fin- 
den. Gab es hingegen einen warmen Tag mit bedecktem 
Himmel, oder war nach langer Trockenheit ein sanfter Regen 
gefallen, so hatte ich immer schon im Voraus die Ueberzeu- 
gung, einen reichlichen Fang zu thun, und fand meine Er- 
wartungen gewöhnlich durch den Erfolg bestätiget. Manche 
Arten erschienen oft einige Tage hintereinander in ganz be- 
sonders grosser Anzahl, vielleicht als Folge der eben statt- 
gefundenen Entwickelung aus Larven ; andere kamen das ganze 
Jahr über immer nur einzeln vor. Nicht selten fand ich, na- 
mentlich von Qued. brevis Er., Oxypoda formiceticola m., Ho- 
malota auceps u. A. , ganz weiche und hellbraune Individuen, 
die eben erst der Chrysalide entschlüpft zu sein schienen, was 



*) Glatte Steine brachten eine so erwünschte Wirknng nicht 
hervor. 

(3. Band 2. Heft.) 14 



210 

wohl den Beweis giebt, dass die Larven der unter Ameisen 
lebenden Käfer sich grösstcntheils auch in den Wohnungen 
jener aufhalten \ind ihre Verwandlung daselbst überstehen mö- 
gen. Auch habe ich selbst yerschiedenartige Larven djirin 
wahrgenommen, nur war ich in der Erziehung derselben, die 
später zu erwähnende Chthra ausgenommen, nicht glücklich, 
weil ich wenig Sorgfalt auf dieselben wendete und vor der 
Hand nur die vollkomninen Insekten des Ameisenhaufens ken- 
nen lernen wollte. 

Man könnte die Insecta myrmecophila in drei Abthei- 
Inngen bringen , nämlich : 

1) solche, die nur wahrend des Larven- und Puppen- 
zustandes in den Ameisennestern verweilen und als vollkomm- 
nes Insekt diesen Aufenthaltsort verlassen ; 

2) solche, die als vollkommnes Insekt n i c h t a n s s c h 1 i e s s- 
lich daselbst wohnen, sondern auch anderwärts sich ünden, 
jedoch von den Ameisen geduldet und freundschaftlich behan- 
delt werden ; 

3) solche, die als vollkommnes Insekt ausschliess- 
lich ihren Wohnplatz unter Ameisen, oder ganz in der Nähe 
derselben aufschlagen, und deren Existenz von der der Amei- 
sen abzuhängen scheint. 

Die, Wflchc in nachfolgendem Verzeichnisse zur ersten 
Abtheilung gehören, sind mit einem f bezeichnet; es be- 
schränken sich dieselben vor der Hand nur auf 2 Arten. Die 
zur zweiten Abtheilung gehörigen habe ich mit einem * ver- 
sehen; es sind jedoch nur solche aufgenommen worden, die 
ich zu Wiederholleu Malen gefunden habe, nnd Einzelne, die 
vielleicht nur der Zufall hineingebracht hatte, sind vor der 
Hand noch nicht berücksichtiget worden. Die unbezeichnelen 
gehören, nach meinen Erfahrungen, zu der 3ten Abtheilung. 

Wenn ich nun noch bemerke, dass alle nachfolgend ver- 
zeichnete Arten, mit Ausnahme von wenig Nummern, die ich 
anderwärts fand, einem und demselben Ameisenhaufen im 
Laufe eines einzigen Jahres entnommen wurden, nnd dass 
ich viele derselben zu Hunderten sammeln konnte , so nuiss 
man über den Reichthum erstaunen, den einzelne Colonien 
der F. rula, die gewiss oft Tauseude von fremden Bewoh- 



211 

nern in iluem Iiiucrii he herb er gen, hei Anwendung des oben- 
angefiilirten Iciditeu Verfalireiis diirbieten. Aber nicht jede 
Colonie ist so ergiel)ig. Es l)cfiind sich unmittelbar am Fnsse 
der \ürcr>vähnteii Anliölie ein anderer Ameisenhaufen, in wel- 
chem ich nur wenige Spccies fand, obgleich ich jene Me- 
thode cl)cnfalls anwendete. 

Docli nun zu dem Verzeichnisse selbst, in welchem ich 
den einzelnen Nummern hie und da einige Bemerkungen bei- 
füge und die mir neu scheinenden Arten in möglichster Kürze 
uilher bezeichne. 

1. Myrmedonia limbata Paijl\ 

2. — bumeralis Crav. 

3. — funesta Grav. 

Herr D. Erichson weiset der ersten dieser drei Arten 
fraglich als Wohnplatz die Nester der F. flava, den letzten 
beiden bestimmt die der F. fuliginosa an. Die M. limbata 
habe ich unter der F. flava nie gefuuden, wohl aber alle 
drei Arten unter der F. fuliginosa und rufa; die M. humera- 
lis unter letztgenannter Species immer sehr häufig; die M. 
funesta am öftersten unter der F. fuliginosa. M. limbata ist 
hier ziemlich selten. Sie kommen alle drei vom ersten Früh- 
jahre bis in den Spätsommer vor, und man findet sie oft mit- 
ten unter den Ameisen auf eine eigenthümliche Weise rück- 
wärts zusammengekrümmt, so dass die Spitze des Hinterlei- 
bes fast auf dem Kopfe ruht. Das Thier verharrt oft lange 
in dieser Lage auf der Seite liegend, ohne ein Zeichen des 
Lebens von sich zu geben. Auch im Laufen nehmen die Myr- 
medonien zuweilen diese Stellung an. 

Bekanntlich unterscheidet sich die M. limbata sehr gut 
von der humeralis und funesta durch die punktirte Oberseite des 
Hinterleibes, die bei den letzten beiden geglättet ist. Schwie- 
riger ist es aber, eine Var. der funesta, die in Farbenver- 
theilung der humeralis gleich kommt, von kleinen Exempla- 
ren der letzteren zu unterscheiden, da zuweilen der etwas 
gebogne Längseiudruck auf den Seiten des Halsschildes, der 
sonst die M. humeralis gut charakterisirt, sehr seicht ist, ja 
zuweilen ganz verschwindet. Hier bietet nur noch die etwas 

14* 



212 

stärkere Pimktirung des Kopfes bei der humeralis ein Unter- 
scheidungsmerkmal dar, wobei man sich aber einer starken 
Linse bedienen nuiss, >venn die Unterschiede beider Arten 
deutlich hervortreten sollen. 

Es ist noch bemerkenswerth , dass die Form, rufa und 
fuliginosa, welche in einem freundschaftlicheren Verhältnisse 
mit einander stehen, als mit den übrigen Ameisen, indem sie 
oft ihre Colonie neben einander, ja zuweilen gemischt anle- 
gen, auch mehrere Insecta myrmecophila mit einander gemein 
haben. 

4. M y r m e d n i a 1 u g e n s Grav, 

Nur selten unter der F. rufa; häufiger unter der F. fu- 
liginosa. 

5. Myrmedouia fulgida Grav. 

Von dieser ausgezeichneten, schönen Species fand ich 
vor einigen Jahren ein Exemplar am Ufer eines Baches, und 
ich erinnere mich min wohl, dass sich ein Ameisenhaufen in 
der Nähe befand. Im Mai des vorigen Jahres (1840) traf 
ich wieder ein Stück dieses seltenen Käfers neben einer Amei- 
sencolonie auf einem Grashalme sitzend an. Er ist also auch 
in Beziehung auf die Lebensweise eine ächte Myrmedonia, 
wie vielleicht alle übrigen von Erichson beschriebenen Arten. 
Beide Exemplare sind die Var. elytris angulo apicali exte- 
riore late nigro, welche in Stephens Illustr. V. t. 26. f. 3. 
als Zyras Haworthi abgebildet und beschrieben ist. 

6. H m a 1 1 a f 1 a v i p e s Gijl. Er. 

Vom Ausgange des März bis zum Spätsommer ziemlich 
geraein. 

Bei den meisten Exemplaren dieser Species findet sich 
auf der hintern Hälfte des Halschildes ein seichter Queerein- 
druck , der von aussen nach innen in einiger Entfernung von 
dem Hinterrande mit demselben parallel läuft, sich zuweilen 
über die ganze Breite des Halsschildes zieht, oft aber auch 
nur auf der einen Seite vorhanden ist , eine bei mehreren 
andern Myrmecophilen aus der Familie der Brachelytren vor- 
kommende Erscheinung. 

7. Homalota anceps Er. 

Häufig vom März bis zum August. 



213 

Es zeiclinet sich diese Spccies besonders durch die ziem- 
lich scharf markirte, ül)er das ganze Halsschild reichende 
Längsrinne, so wie durch fast glanzlose Oberfläche aus. Ich 
wüsste der vortrefflichen Erichson'schen Beschreibung nichts 
weiter hinzuzusetzen, als dass der schon bei vorgenannter 
Art angeführte Queereindruck des Halsschildes sich fast bei 
allen Exemplaren besonders deutlich zeigt, aber dennoch nicht 
constaiit ist. Oft finden sich auch ganz blassbraune Individuen. 

8. * H m a 1 1 a c i r c e 1 1 a r i s Grav. 

Einzeln zu allen Jahreszeiten in den grössern und klei- 
nern Colonien. 

Diese bekannte Art, von welcher sich das Männchen 
durch die stumpfen Beulen an der Basis der Deckschilde aus- 
zeichnet, scheint einen sehr verschiedenen Wohnort zu haben. 
Ich fand sie schon unter mehreren Arten Ameisen, einmal 
auch in grosser Menge unter der Rinde einer abgestorbenen 
Buche, zuweilen unter Moos und dürrem Laube. 

9. * Homalota Fungi Gr. var.? 

Ich wuge es noch nicht, diese einige Male unter Amei- 
sen gefundene, durch Farbe und Sculptur von der H. Fungi 
etwas abweichende Form als eigne Art aufzuführen, und sehe 
deshalb weiteren Erfahrungen entgegen. 

10. Oxypoda formice ticola tnihi: Elongata, picea, nl- 
tidula, tenue pubescens, subtilissime punctulata, capite ni- 
gro, thorace transverso, convexo, rotundato, rufo-piceo; 
elytris piceis, abdominis segraentis duobus ultimis ferrugi- 
neisj antennis pedibusque rufo - testaceis. 

Longit. 1 — 1 Y2 lin- 

Die Fühler so Lang, als Kopf und Halsschild, nach der 
Spitze zu verdickt, röthlich gelb. Der Kopf halb so breit, als 
das Halsschild, hinten nicht eingeschnürt, fein und dicht pun- 
ktirt, schwach behaart, schwarz. Das Halsschild um mehr 
als die Hälfte breiter, wie lang, nach vorn etwas verengt, 
an den Seiten und hinten zugerundet, die Hinterecken wenig 
vorspringend, ziemlich gewölbt, fein und dicht punktirt und 
schwach behaart, hinten gewöhnlich mit einem seichten Queer- 
eindruck, der oft über die ganze Breite des Halsschildes mit 



214 

dem Hinterraüde parallel liiuft, ziweileii jedoch kaum zu be- 
merken ist, \on rothbrauncr Farbe, die an den Seiten heller 
hervortritt. Die üeckschihlc kaum lilnj^er als das Halsschild, 
an der Basis schmäler, als dieses, nach hinten zu ein wenig 
erweitert, am Hinterwinkel ausgeschnitten, Pnnktiriing und 
Behaarung wie die des Halsscliildes, mit einem seichten Queer- 
eindruck, der kurz \or der Mitte des Aussenrandes schräg 
nach innen und unten zu läuft, pechl)raun, in der Gegend 
des Schildchens und am Aussenrandc gewöhnlich etwas dunk- 
ler. Der Hinterleib ziemlich gleich breit, sehr fein und dicht 
punktirt, stärker behaart, als die Deckschilde, die Ränder 
der ersten \icr Ringe rostroth, die letzten beiden ganz von 
dieser Farbe und länger und stärker behaart. Die Beine 
röthlich gelb, das erste Glied der Hinterfüsse stark verlän- 
gert. Der Käfer ändert in der Färbung ab, und es kommen 
oft ganz helll)raune Individuen vor. Bei den getrockneten 
Exemplaren zieht sich gewöhnlich der Hinterleib selir zusam- 
men, und ist oft kaum halb so lang, als im lebenden Zu- 
stande. 

Nicht selten vom April bis zum August. 
11. Oxypoda myrmecophila inihi: Elongata, nigra, ni- 
tida, puactatissima, subtilissime pubesceiis, thorace trans- 
verso, minus convexo, obsolete canaliculato; antcnnis fus- 
cis, basi abdominisque apice ferrugineis, pedibus rufo-te- 
staceis. 

Longit. Y4 lin. 

Der Vorigen ähnlich, aber durch mindere Grösse, dunk- 
lere Färbung, längeres Halsschild etc. sogleich zu unterschei- 
den. Die Fühler so lang, als Kopf und Halsschild, nach der 
Spitze zu verdickt, dunkelbraun, an der Basis röthlich. Der 
Kopf schwarz, selir fein punktirt und behaart, hinten nicht 
eingeschnürt. Das Haischild ein wenig breiter, als lang, nach 
vorn verengt, an den Seiten und hinten abgerundet, flach 
gewölbt, mit einer oft schwer wahrzunehmenden Längsrinne, 
sehr fein und dicht punktirt, schwach behaart, glänzend. Die 
Deckschilde von der Länge des Halsschildes und etwas brei- 
ter, als dieses, etwas deutlicher punktirt, fein behaart, schwarz, 
nach der Spitze zu mehr pechfarbig. Der Hinterleib ziemlich 



213 

£,leiclibreil, feiiiei" piiiiktirl ihm! liiiii'er licliiiiirt, als das lldls- 
schild und die Dcckscliilde, sclnvarz, der letzte Hinlerleihs- 
rin^' und die Hälfte des vorhergehenden rosti'olh. Die Fiisse 
rütiilicli gell), die Schenkel zu>veilen el>vas dunkler. 

Selten, \oni April bis zum Juli. 

Herr D. Erichsou, dem ich vorstehende 2 Arten mil- 
theilte, hat dieseli)en ebenfalls für neu erklärt. 

12. Aleochara angulata Er. 

Ziemlich gemein, \om April bis zum Juli. 

Auch bei dieser schönen Species findcl sich der mehr- 
crwilhnte Queereindruck auf dem Halsschilde fast bei allen 
Kxemiilaren und liegt dem Hinterrande sehr nahe. Die cana- 
licula des Halsschildcs ist zuweilen sehr deutlich, zuweilen 
kaum zu bemerken. Auf den Deckschilden befindet sich im- 
mer ein, oft ziemlich starker, schräger Eindruck, der vom 
Aussenrande her sich bis gegen die Mitte derselben zieht. 
No. 6, 7, 10, 11 und 12 kommen unter keiner andern Art 
\on Ameisen, a\ich sonst nirgends vor, und finden sich nur 
in den grosseren Colonien der F. rufa. 

13. Dinar da den lata Gr. 

Lebt am häutigsten in den kleinen Colonien und erscheint 
unter allen Mjrmecophilen am frühesten im Jahre, oft schon, 
bei günstiger Witterung, in den ersten Tagen des März. 
Während der heissen Sommermonate scheint der Käfer wie 
verschwunden zu sein, und kommt erst im Herbste wieder öf- 
ter vor, was fast auf zwei Generationen schliessen lässt. Auch 
ich machte dieselbe Erfahrung, wie Müller, und traf den Kä- 
fer unter einem und demselben Steine mehrere Jahre hinter 
einander an. Dass ich die kleine Yar. mit der grössern Form 
immer zusammen gefunden habe, und dass sie keine standhaf- 
ten Unterscheidungsmerkmale von letzterer aufweiset, ist schon 
in Erichs. Gen. et Spec. Staph}!. angezeigt. 

14. Lomechusa strumosa Fb. 

Sahlberg weiset dieser Species ihren Wohnplatz unter 
der Myrmica rubra an. Nach meinen Erfahrungen ist die M. 
rubra die feindlichste aller Ameiseuavten, die keine Hausge- 
nossen unter sich duldet. Ich habe unzählige Nester dersel- 



21« 

ben untersnclit , aber nie Myrmecophileii darin gefnnden. 
Mein einziges Exemplar der schönen grossen L. strumosa fand 
ich an einem Sommerabende nel)en einer Colonie der F rufa. 
Auch Schmid hat, ivie bereits oben erwähnt worden ist, die- 
ses Thier in einem Ameisenhaufen gefunden , und Gyllenhal 
weiset ebenfalls diesen Käfer der F. rnfa zu. 

15. Lomechusa paradoxa Gr. 

16. — emarginata PajjJc. 

Diese zwei etwas schwer zu unterscheidenden Arten kom- 
men nur selten unter der F. rufa, öfterer unter der F. fuli- 
ginosa in den Sommermonaten vor. Erstere soll, nach Mül- 
ler und Aube, auch in den Wohnungen der Myrniica rubra le- 
ben; ich habe sie daselbst nie finden können. 

17. * Conurus pubescen s Gr. 

Ich habe diese bekannte Art zuweilen in den kleinen 
Colonien der F. riifa angetroffen, sie aber auch nicht selten 
in Wäldern unter faulendem Holze gefunden. 

18. *Tachyporus saginatus Gr. 

Meine zwei Exemplare dieser durch ihre Grösse ausge- 
zeichneten Art stammen aus einem Neste der F. rufa. Der 
Käfer mag indess wohl auch an andern Orten yorkommcu. 

19. Leptacinus formicetorum mihi: Niger, nitidus, 
elytris nigro-fuscis, lateribus distinctius seriatim punctatis; 
thorace seriebus dorsalibus 10 — 12 punctatis, abdomine api- 
cem \ersus subdilatato. 

Var. elytris pallidis, basi obscurioribus. 

Longit. 1 72 lin- 

Es steht diese Art dem L. Batychrus in Form und 
Sculptur allerdings sehr nahe, doch ist sie doppelt kleiner, 
als die kleinsten Stücke desselben, und in dieser Grösse sehr 
beständig, dabei yerhältnissniässig etwas schlanker gebaut. 
Die Deckschilde, welche nach aussen zu deutlicher reihen- 
>Yeise punktirt sind, als bei jenem, wo diese Reihen, beson- 
ders nach hinten zu , durch dazwischenstehende Punkte weni- 
ger regelmässig erscheinen, sind entweder ganz von dunkel- 
brauner Farbe, was bei L. Batychrns nie Torkommt, oder 
hellbraun, an der Basis dunkler und nach der Spitze zu 



217 

sauft verwaschen, nicht, wie beim Batychrns, hinten am Aus- 
senrande plötzlich vom Dunkeln ins Helle übergehend. Die 
Punktreihen des Halsschildes sind weniger zahlreich , als' bei 
jenem, gewöhnlich 10-, höchstens 12 punktig. Der Hinter- 
leib ist von der Basis nach der Spitze zu unmerklich er- 
weitert. 

Ich habe diese Art sehr oft und zu allen Jahreszeiten 
in den grossen Colonien der F. rufa, sonst aber nirgends, an- 
getroft'en. Sie fand sich vorzuglich gern unter den hingeleg- 
ten Steinen ein, wenn es geregnet hatte. 

Wahrscheinlich ist dies der von Chevrolat in der Revue 
entom. erwähnte Xantholinus, von dem freilich weiter nichts 
gesagt wird, als dass er petit und joli sei, was sich aller- 
dings auf diese Art anwenden lässt. 

20. *Heterothops praevius Er. 

Einige Male in den grössern Colonien gefunden. 

21. Quedius brevis Er. 

Findet sich schon einzeln im März, kommt aber am häu- 
figsten im Spätherbst bis in den November vor, wo die übri- 
gen Myrmecophilen verschwunden zu sein scheinen. Ich fand 
sogar in den milden Weihnachtsfeiertagen des Jahres 1839 
zwei Exemplare ziemlich munter auf dem Ameisenhaufen um- 
her kriechen. 

Hr. D. Erichsou hatte bei der Beschreibung dieser Art 
nur weibliche Individuen vor sich ; das Männchen unterscheidet 
siih durch stark erweiterte Tarsen au den Vorderfüssen und 
durch ziemlich tiefe Ausrandung des 6ten Abdominalrings. 

Uebrigens habe ich der trefflichen Erichson'schen Beschrei- 
bung nur in Bezug auf die Punktirung des Halsschildes Eini- 
ges hinzuzusetzen. Nämlich die einzelnen Exemplare dieser 
Quediusart zeigen hierin eine auffallende und, wenigstens bei 
den vaterländischen Arten, ganz ungewöhnliche Unbeständig- 
keit. Oft sind nur zwei Punkte am Vorderrande des Hals- 
schildes zu bemerken, wie bei den von Erichsou beschriebe- 
nen Exemplaren (a); ebeu so oft stehen aber auch kurz vor 
der Mitte des Halsschildes zwei andre Punkte hinter jenen (b) - 
von diesen fehlt zuweilen der eine oder der andere (c); seit- 



218 

ner sind am Voidenaiule zwei in scliräger Richtung- nahe hei 
einander stehende Punkte vorhanden, so dass diese Var. sich 
den ührigen Quediusarten mit dreipunktigcn Rückenreihen an- 
schliesst (d). Bei allen Jlxcmplarcn ist noch an dem stark 
abgeplatteten Aussenrande des Halsschildes vor der Mitte ein 
tief eingedrückter Punkt zu bemerken, ans welchem ein langes, 
steifes Haar entspringt. Zwischen diesem Punkte und dem 
hintersten der Rückenreihe zeigt sich gewöhnlich noch ein 
Punkt, so wie einige kleinere am aussersten Vorderrande. 
Von den 70 Exemplaren, die ich so eben vor mir habe, ge- 
hören 28 zur Var, a, 11 zur Var. b, 25 zur Var. c und 
6 zur Var. d. Ausserdem besitze ich noch ein Exemplar, 
wo die beiden Punkte am Vorderrande ganz fehlen, und nur 
die hinlern vorhanden sind, und ein anderes, wo die eine 
Rückenreihe zwei-, die andere dreipunktig ist. 
22 *Suuius filiformis Lalr. Er. 

Zuweilen in den kleinen Coionien, während der Früh- 
lingsnionate. 

23. Stenus aterrimus Er. 

Diese schone, reinschAvarze , fast ganz von Rehaarung 
entblöste Art, nur unter der F. rufa wohnend, hatte ich meinen 
entomologischen Freunden schon früher alsSt. myrmecophilusm. 
mitgetheilt. Sie ist seitdem von Erichson , der die Nachricht 
über ihren Wohnort von dem fleissig unter den Ameisen for- 
schenden Dr. Aube aus Paris erhielt , als aterrimus beschrie- 
ben und bekannter geworden. In hiesiger Gegend ist der 
Käfer gar nicht selten , man findet ihn fast in allen grössern 
Coionien, er hält auch vom März bis in den September aus. 
Man trifft ihn oft in Begattung. 

24. Cryptophagus glaber Gijl. 

Die Gyllenharsche Beschreibung passt wenigstens auf 
diese ausgezeichnete Art ziemlich gut, und es ist in dersel- 
ben besonders die eigenlhümliche Abstntzung der Vorderdek- 
ken des Halsschildcs treffend bezeichnet; doch habe ich Eini- 
ges hinzuzusetzen. Die Dcckschilde erscheinen, so wie der 
ganze Käfer, zwar glatt, ohne Haarüberzug, doch bemerkt 
man bei genauer Betrachtung, dass dieselben am Hinterrande 
bis fast zur Mitte hinauf mit ziemlich langen, gelbe», abste- 



t2l9 

Iicnden Haaren gefranzt sind. Die Unterseite ist, l)is auf den 
Hinlcrleil), weithluftig, doch ziemlich stark piiuktirt, während 
die Oberseite eine kaum mit der Lupe sichtl)are Punktirung 
zeigt. Gyllenhal sagt: tarsis omnil)us aarticulalis. Uiess ist 
jedoch nur hei dem einen Geschlcchtc der Fall; das andere 
zeigt jene merkwürdige, schon \on Müller in den Cryptopha- 
gen heobachtete Anomalie , dass nämlich bei dem einen Ge- 
schlechte an den Hinterfüssen nur vier Glieder sich ])efinden. 
Ich füge noch hinzu, dass bei diesen Stücken des Crjpt. gla- 
ber das erste Glied der Vorderfüsse, fast wie bei manchen 
Männchen der Catops- Arten, auffallend erweitert, nnd mehr, 
als zweimal so breit, und \icl länger, als das folgende ist, 
was ich bei andern Arten der Cryptophagen nicht bemerke. 

Den Käfer scheint, ausser Gyllenhal, noch Niemand er- 
wähnt zu haben , auch ist er mir noch in keiner Sammlung 
\orgekommen. Er hat beim ersten Anblick ein etwas fremd- 
artiges Ansehen, doch weiset ihn die Form der Fühler und 
des Schildchens bald zu den Cryptophagen hin, mit welchen 
er auch in den Mundtheilen ziemlich übereinzustimmen scheint. 
Gyllenhal fand seine Exemplare sub nido Bombi muscorum, 
was wenigstens einige Verwandtschaft mit meinem Fundorte 
zeigt. Als ich meine obenerwähnte Methode noch nicht kann- 
te, gelangte ich im Laufe eines Jahres bei mühsamen Nach- 
suchungen nur zu einigen Exemplaren dieses, nach meinen 
Erfahrungen , nur anf die grossen Colonien der F. rufa be- 
schränkten Käfers. Jetzt (Anfangs Aprils) finde ich den Kä- 
fer oft unter einem der hingelegten Steine zu 20 — 30 
Exemplaren , wo er sich entweder fest an die rauhe Unter- 
seite des Steines anlegt, oder auf der von ihr bedeckt gewe- 
senen Fläche unter den Ameisen umherkriecht. Mehrere Pär- 
chen, die ich in Begattung traf, machten mir es gewiss, dass 
die Verschiedenheit in den Fussgliedern durch das Geschlecht 
bedingt werde , und jene mit viergliedrigen Hinterfüssen und 
stark erweitertem ersten Gliede an den Vorderfüssen die Männ- 
chen seien, die gewöhnlich auch von minderer Grösse sind. 
Das ZahlenYerhältniss beider Geschlechter ist sich ziemlich gleich. 
Der Käfer zeigt sich \oni Ausgange des März bis zum 
Juli, jedoch am häufigsten in den ersten Frühlingsmonaten. 



220 

25. Hetaevius qucadratns E. H. 

Längst als Araeiseiifreund bekannt. Findet sich seltener 
in den grossen, öfterer in den kleinen Colonieu der F. rufa; 
häufiger jedoch unter der F. fuliginosa. 

26. Dendrophilus pygmaeus Pa^I:. 

Diese durch die etwas erhabenen Linien auf den Deck- 
schilden sehr ausgezeichnete Art fand ich früher nur sehr 
selten. Auch Cheyrolat bemerkt, dass er im Laufe mehrerer 
Jahre nur vier Stück erlangt habe. Jetzt (Anfangs Aprils) 
sitzt der Käfer, jedoch nur an warmen Tagen, oft zu 10 — 12 
Stücken unter den hingelegten Steinen. Er kommt bis in den 
Spätsommer Yor. 

27. Saprinus piceus Paj/l\ 

Dieser prächtige Saprinus gehört zu den seltensten Myr- 
mecophilen. Ich erlangte bei meinen yielen Nachforschungen 
im yorigen Jahre doch nur drei Exemplare. Am Ende des 
vorigen Monats (März) kamen wieder zwei Stück in meine 
Hände. 

Wahrscheinlich ist dies der tou Chevrolat erwähnte und 
benannte Dendr. Guerini, von dem er jedoch weiter nichts be- 
richtet, als: tres yoisin du precedent (D. pygm.), mais bien 
distinct. 

28. t Cetonia au rata L. (larva). 

Die längst bekannte und beobachtete Larve dieses Kä- 
fers, die eigentlich mehr in der Tiefe des Haufens, oft zu 
Hunderten, lebt, kommt auch zuweilen auf die Oberfläche, 
und legt sich, zusammengekrümmt, mitten unter die Ameisen. 

29. * Omias mollicomus Ahr. 

Es ist dies unter den Myrmecophilen der einzige Käfer 
aus der Familie der Curculionen. Ich fand ihn im Spätsom- 
mer ziemlich häufig in ofterwähnter Colonie, wo er sich un- 
ter dem Ameisengewimmel recht wohl zu befinden schien. Er 
kommt indess auch in Fichtenwäldern unter den abgefallenen 
Nadeln vor, und es kann wohl sein, dass er weniger durch 
die Ameisen , als durch den Stoff ihrer Wohnung angezogen 
wird. Jedenfalls gehört er mit zu den Käfern, die von den 
Ameisen geduldet werden. 

30. Monotonia conicicolle Aubc. 



221 

Ziemlich selten. Ich fand den Käfer schon im Milrz 
und April, wo überhaupt die beste Zeit zum Fange der Myr- 
mecopliilen ist. 
31. fC-lythra quadri sign ata mihi (larva). 

Während der Sommermonate des vorigen Jahres (1840) 
bemerkte ich in dem oftgenannten Anieisenliaufen ziemlich hiäu- 
lig eine Sacktragerlar\ e , die zuweilen aus dem Innern des- 
selben hervorkam, und sich unter die hingelegten Steine la- 
gerte. Ich nahm eine Anzahl derselben mit nach Hause, um 
sie näher zu beobachten, und legte sie in eine Schachtel, 
ohne ihnen jedoch , da ich ihr Futter nicht kannte , Nahrung 
zu reichen. Wenige Tage darauf, es war im Anfange des 
Juli, ging bei einigen schon die Verwandlung, und zwar, 
wie gewöhnlich bei den Chrysomelinen, schnell vor sich. Das 
offne Ende des Sackes wurde mit derselben Substanz, aus 
welcher der ganze Sack bestand, geschlossen, und ohngefähr 
3 Wochen darauf kam der Käfer am andern Ende des Sackes, 
wo sich ein Stü(.k in Form eines ziemlich regelmässigen Schüs- 
selchens ablösete, zum Vorschein. Um dieselbe Zeit sah ich 
auch in meinem Ameisenhaufen mehrere Exemplare dieses Kä- 
fers ruhig unter dem Ameisengewimmel umherkriechen, wo 
sie noch einige Tage zu verweilen schienen, ehe sie sich wei- 
ter begaben, um ihre Nahrungspflanzen aufzusuchen. Eine 
Anzahl der mit nach Hause genommenen Sackträger wollte 
sich jedoch nicht zur Verwandlung anschicken, obgleich sie 
dieselbe Grösse, wie die übrigen, hatten; die Säcke blieben 
offen, und die Larven krochen zuweilen umher. Nach eini- 
ger Zeit schienen sie kein Leben mehr zu haben; ich brach 
ein paar Säcke auf, fand die Larven todt, und warf nun die 
übrigen Säcke in eine andre Schachtel, um sie aufzubewah- 
ren. Ausgangs März d. J., als ich zufällig diese Schachtel 
einmal öffnete, sah ich zu meinem Erstaunen, dass zwei von 
den für todt gehaltenen Larven munter herumkrochen, nach- 
dem sie über 8 Monate in der warmen Stube, wo an eine 
Erstarrung nicht zu denken war, ohne alle Nahrung zuge- 
bracht hatten , und dennoch dabei nicht einmal abgezehrt zu 
sein schienen. 

Wahrscheinlich ist dies dieselbe Larve, welche Chevro- 



lat in dem oben angeführten Aufsatze ei^vilhnt, und von >Yel- 
cher er, wohl nnr nach flüchtiger Betrachtung, folgende Be- 
schreibung giebt: 

On rencontre cncore dans le ceiitre de la fonrniilliere 
citee ci-dessus nne larve isolce d'un Coleoptere, qui res- 
sem])le ä celle du Clythra. Elle est longue de denx lignes, 
assez grosse, cylindrique, reyetue d'nn fourreau d'un glu- 
ten terreux nielc de petites pierres; Tun des bouls 
est tronqne et l'autre se trouve herm e tiquement 
ferme par la t<Ue, qui est lisse, noire et ecailleuse. 

Ich gebe nun eine kurze Beschreibung dieses Sacktril- 
gcrs, wie ich Ihn gefunden. Der Sack, der aus den Excre- 
menten der Larve gebildet zu sein scheint, wenigstens grösster- 
theils aus vegetabilischem Stoffe bestehen muss, weil er brennt 
und verkohlt, und dem keine heterogenen Theile, z. B. Stein- 
chen etc. beigemischt sind, ist 5 Linien lang, schwarz, zu- 
weilen graulich, rauh, von fester Consistenz, die einen ziem- 
lich starken Druck verträgt, an der Oeffnung schief abge- 
schnitten, nach hinten zu an Umfang etwas zunehmend, am 
Ende abgerundet und fest verschlossen. Auf der Oberseite 
laufen von der Oeffnung aus, ziemlich regelmässig in schrä- 
ger Richtung nach beiden Seiten , etwa vier bis sechs erha- 
bene Längsrippen, die an der Oeffnung unordentliche Zähne 
bilden, und sich allmählich nach hinten verflachen, und denen 
sich oben in der Mitte neue Rippen ansetzen, welche wie- 
derum alternirend nach beiden Seiten schräg zulaufen. Auf 
der Unterseite ist der Sack ohne alle Erhöhungen, damit die 
Larve nicht am Fortkriechen gehindert werde. Die Oeffnung 
ist ziemlich geräumig, und wird keinesweges, wenn die Larve 
den Kopf und den ersten hornigen Leibring herausstreckt, 
vollkommen geschlossen. Die Larve selbst, von gewöhnlicher 
Bildung der Chrysomelinenlarven, ist gegen 4 Linien lang, 
mit einzelnen Haaren besetzt, von blassgelber Farbe, der Kopf 
lebhaft rothbraun , der erste Ring hell rothgelb, die Schienen 
und Fasse von derselben Farbe. Sie zieht sich gewöhnlich 
bis in die Hälfte des Sackes zurück, wo sie, zusammenge- 
krümmt, oft lange Zeit ruht. Die Puppe liegt mit dem Kopfe 
nach dem Hintertheile des Sackes gerichtet. 



223 

Ich hielt nun die ausgckioclinen Käfer anfänglich für 
(Uythra 4 punctata L., und warf deslialh die meisten weg. Erst 
als ich ein Paar derselben in meine Sammlung bringen wollte, 
bemerkte ich, dass ich eine von obengenannter Art yerschie- 
dene Species \or mir halte. Ich ])ezeicline dieselbe folgcn- 
dermaassen : 

Clythra qu adris ignata mihi: Nigra, nitida, griseo- 
pubescens, thoi-ace inaequali, elytris fortius punctatis, brun- 
neis, singulo maculis duabus nigris, posteriori majori, 
transversa. 

Es unterscheidet sich diese Art von der Gl. 4 punctata 
durch längere, schmalere Gestalt, stärkeren Glanz der Ober- 
fläche, dunklere Färbung, so wie stärkere und dichtere Pun- 
klirung der Deckscliilde, deutlicheres Hervortreten der seich- 
ten Längsrippen auf denselben, so wie durch die tiefern Ein- 
drücke auf dem Kopf und dem Halsschilde. Im Uebrigen 
stimmt sie mit der Gl. 4punctata überein *), 

Die Larven der Glythren wurden zuerst von Schaller 
nnd Hübner, ziemlich gleichzeitig ums Jahr 1782, entdeckt 
und beobachtet. Ersterer beschreibt in den Abhandl. der 
Hall, naturf. Gesellschaft, Bd. 1. S. 328. die Larven von 
Glythra 4punctata. Er fand sie Ende April gesellig unter ei- 
nem Steine, erwähnt aber nichts von Ameisen, die dabei ge- 
wesen wären. Seine Beschreibung stimmt ziemlich genau mit 
den Larven überein, welche ich unter Ameisen fand, nur er- 
wähnt er ein „loses Gespinnst," mit welchem die Oeffnungen 
anfänglich verschlossen waren, was ich bei meinen Stücken 
nicht bemerkt habe. In der letzten Hälfte des Juni krochen 
die Käfer aus. 



*) lüs scheinen iilierlianpt unter fler Clytlira 4 punctata noch meh- 
rere gute Arten zu stecken. Kine im siidlicJien Russland, aber auch 
in liiesiger Gegend vorkommende Form . bei welclier der hintere 
Flecken besonders gross ist, und fast die ganze Breite der Deck- 
schilde einnimmt, hat ein glattes, ebnes, nur sehr fein pnnktirfes 
Haischild, und ist gewiss eine besondere Species. Möge Herr Dr.^ 
Siifj'rian, der sicii für die Chrysomelinen besonders interessirt, und 
ohnläiigst die deutschen Arten der Gattung Lema trelflich beleuclitet 
hat, auch die vaterländischen Clj ihren einer Revision unterwerfen! 



224 

Hühner in Füssli's Ardiiv VI. 1785. 1 — 6. t. 31. be- 
richtet über die Lar\eu von Clythra longimana, die er im 
Februar unter Steinen, wo sie wahrscheinlich überwintert hat- 
ten, antraf. Er nährte sie mit Klee, und Ende Juni krochen 
die Käfer, nach einer Pnppenruhe \on circa 4 Wochen, aus. 
Der Sack dieser Art war gelblich braun , und ganz mit röth- 
lichen Haaren besetzt. Auch er erwähnt nichts \on Ameisen. 

Ich würde nun allerdings das Vorkommen einer Clythra- 
larve in Ameisenhaufen für eine Zufälligkeit halten, aber ich 
habe diese Thiere zu oft daselbst, und sonst nirgends, wahr- 
genommen, und da Cheyrolat dieselbe Lavye ebenfalls öfter 
in Ameisenhaufen fand, so dürfte sie doch in irgend einer 
Beziehung mit den Ameisen selbst, oder deren Wohnungen 
stehen. Vielleicht bin ich noch so glücklich, irgend einen 
Grund ihres Zusammenlebens mit Ameisen auszuspüren. Uebri- 
gens könnte die von Schaller beobachtete Larve auch wohl 
die ächte Gl. 4 punctata gewesen sein, die vielleicht nicht unter 
Ameisen lebt, wie meine 4 signata. 

So viel über die von mir unter der Form, rufa bi^ jetzt 
aufgefundenen Myrmecophilen aus der Ordnung der Käfer. 
Die Arten andrer Ordnungen, welche ich unter dieser Amei- 
senart angetroffen habe, sind von mir für jetzt noch nicht ge- 
hörig untersucht und bestimmt; ich behalte mir also deren 
Mittheilung für eine spätere Zeit vor, und bemerke hier nur 
noch , dass auch Sphaerium acervorum Pz. , wiewohl einzeln 
und selten, in den kleinen Colonien der F. rufa, während 
der Frühlingsmonate , vorkommt. Häufiger lebt dies merk- 
würdige Thier unter der F. fuliginosa, wo man es zuweilen 
in Mehrzahl und von sehr verschiedenen Grössen antrifft, aber 
wegen der ausserordentlichen Schnelligkeit, mit welcher es 
läuft und sich verbirgt, selten mehr, als ein Stück erhaschen 
kann. 

Ich schliesse mit der Bemerkung: Wenn schon in mei- 
ner nächsten Umgebung die Nester der F. rufa eine so bedeu- 
tende Anzahl von Arten der Myrmecophilen enthalten, was 
mag nicht noch in andern Gegenden unsers Vaterlandes in 
den Colonien dieser Ameisen aufzufinden sein! Was mögen 
aber nicht erst die Wohnungen der zahlreichen exotischen 



223 

Alten der Ameisen und Termiten *) , von deren Hansgenossea 
wir fast noch nichts >vissen, für entomologische Schätze an 
neuen und merkwürdigen Myrmecophilen in ihrem Innern 
enthalten ! 

Sollte dieser kleine Aufsatz zu weiteren Nachforschun- 
gen über die Ameisenfreiinde anregen und zu neuen Ent- 
deckungen führen, so wäre der Zweck desselben vollkommen 
erreicht. , 

*) Chevrolnt nennt in seinem obenangeführten Aufsatze einen 
Odontocenis aus Aladagascar, von Goudot entdeckt. Soll dies viel- 
leiclit Acanthocerus heissen ? 



(3. Band 2. Heft.) 15 



VF. 

Kritische Piovision 

der 

L a m e 1 1 i c o r 11 i a m e 1 i t o p h i I a 

von 

H. Burmeister und II. iSeliauin. 



Zweites Stück. 

Ijevov wir die Fortsetzung unsrer im vorigen Bande begon- 
nenen Untersuchungen folgen lassen , müssen wir einige Nach 
träge zu denselben vorausschicken und die Leser auf einige 
Verbesserungen aufmerksam machen , welche der Abdruck je- 
nes Stückes erheischt. Die hier zu rügenden Fehler sind 
meist nur leichterer Art und zum Theil ohne unser Verschul- 
den stehen geblieben, ja manche durch sich selbst so kennt- 
lich, dass gewiss viele Leser sie schon selbst verbessert ha- 
ben werden, wenn sie diese Berichtigungen in die Hand nehmen. 

So steht auf Seite 365. Z. 1. Tibiis anticis in utroque 
sexu extus tridentatis, während es doch nach Berücksichti- 
gung der Zeilen aa, ßß und yy T. a. extus bi-vel tridentatis 
heissen miiss, um dadurch den Gegensatz zu Zeile ^. der 
vorhergehenden Seite anzudeuten. 

Zur Gattung Euchirus ist vom Weibchen zu bemerken, 
dass Oliviers Abbildung der Fiisse falsch ist, wie wir nunmehr 
durch Ansicht eines Stückes desselben erkannt haben. Die 
Tarsen verhalten sich ganz wie die des Mannes und haben 
ebenfalls stark gezähnte Klauen. 

S. 377. ist hinter Euchirus longimanns die Beschreibung 
einer neuen Art einzuschalten. 



227 

* 3. E. D lipo Uli an US. Burin. Aciico-niger, siihtus griseo 
pilosiis, elytris rufis, margine, vitta sutiirali alleraqiie ab 
liunieris desceiideiite iiigro-aeneis. 

Long. corp. 1 Ys "• — Von den Philippinischen Inseln. 

„Diese ausgezeichnete neue Art hat das Ansehen des 
E. longimanus, unterscheidet sich aber von ijir wesentlich in 
vielen Punkten und im ganzen Habitus. Zunächst ist der vor- 
dere Rand des Kopfschildes bei E. Dupontianus scharicr und 
die 4 Zähne desselben ragen noch mehr hervor. ])aiin ist 
der Prothorax in der Mitte ohne Längsrinne, welche E. lon- 
gimanus besitzt, dafür ragen die Seitenränder bei E. Dup. 
stärker in der Mitte hervor, sind bestimmter gekerbt, hinten 
aber viel mehr zusammengezogen, und die hintere Ecke ist 
daher stumpfer. Die Flügeldecken haben einen mehr bauchi- 
gen Umriss, und die Ausbiegung des Randes, welche bei E. 
longimanus bald hinter der Schulterecke deutlich bemerkt 
wird, ist bei E. Dupontianus kaum noch sichtbar. Zugleich 
ragen bei letzteren die Schulterbuckel mehr hervor, während 
bei jenem die Buckel am Ende der Flügeldecken stärker sind. 
Zu diesen Unterschieden des Rumpfes kommen noch einige in 
den Extremitäten. Rei E. Dupontianus sind nämlich die vor- 
dem Schenkel und Schienen keineswegs so runzlig, wie bei 
E. longimanus, sondern ganz glatt und polirt, auch fehlen 
ersterem alle Zähnchen an den Kanten, die letzterer- besitzt; 
nur die beiden grossen Zähne hinter der Mitte und am Ende 
der Schenkel kommen beiden in gleicher Weise zu. Dage- 
gen finde ich bei E. Dupontianus eine schärfer hervorragende 
Kante an der äussern Seite der Vorderschienen, die etwa 3 
Linien weit von der Spitze in einen Zahn sich erhebt, den 
E. longimanus nicht hat. Dabei fehlt der spitze Zahn am In- 
nern Ende dieser Schienen, den E. longini. besitzt, bei E. Du- 
pontianus, und statt seiner tritt am äussern Ende ein stumpfer 
auf. Die vier hintern Beine zeigen keine so erheblichen Un- 
terschiede und die Behaarung der Bauchseite ist dieselbe, doch 
bei E. Dupontianus vielleicht etwas dichter und weicher. Der 
Fülllerkolben ist bei beiden Arten roth." Burmeister. 

Herr H. Dupotit in Paris hatte die ausgezeichnete Güte, 
uns ein männliches Stück seiner Sammlung gleich vielen an- 

15* 



228 

(lern grossen Seltonlieilcn zur Kinsiclit zn überschicken , wir 
konnlen uns daher das Vergnügen nicht \ersagen, diese neue 
Art nach seinem Namen zu benennen. Im 9ten Heft von 
Bnrm. gen. Ins. wird sie abgebildet. 

S. 379. die beiden Geschlechter der Gattung Inca un- 
terscheiden sich ausser in den angeführten Punkten auch noch 
darin , dass die Mitlelschienen der Männchen am Ende nur 
einen einzigen, gezahnten Sporn, die der Weibchen dagegen 
zwei, aber einfache haben. 

S. 380. Inca irroratus. Die Horner des noch un- 
l)eschricl)enen Männchens, das H. Dtipont uns mittheilte, 
entfernen sich \on der bei I. We])eri und puherulentus vor- 
handenen Bildung dadurch, dass sie nicht divergirend aus 
einander gehen, sondern parallel neben einander aufsteigen. 
Jedes einzelne Hörn ist stark seitlich zusammengedrückt, oder 
richtiger dreikantig , aber die beiden hintern Kanten stehen 
einander sehr nahe und gehen schon vor dem Ende des Horns 
in eine über. Je hoher das Hörn wird , desto schmäler wird 
CS auch und darin liegt ein Hauptunlerschied dieser Art von 
I. Besckii, der sonst die Bildung bei I. irrorata ziemlich nahe 
kommt und am Ende läuft es nicht in eine stumpfe Spitze aus, 
sondern ist schief abgestutzt, ausgebuchtet und an beiden End- 
ecken abgerundet. Auch die äussere hintere Kante ist zwei- 
mal ausgebuchtet. Uebrigens bedeckt der Haarüberzug nur die 
Basalhälfte der innern Seite, und die vordere Kante beider 
Hörner ist etwas nach innen gerandet, so dass die Oeffnung 
zwischen ihnen hier viel enger ist als hinten. 

S. 380. Inca Bonplandi. Man könnte versucht sein, 
den von uns hier citirten Goliath inscriptus Kirhy wegen deu 
etwas dunkleren Grundfarbe der Deckschilde und des Mangels 
der schwarzen eckigen Queerbinde zu I. Besckii zu rechnen, 
aber andre Angaben der sehr kurzen Beschreibung die „cly- 
pei cornua apice rotundata," und besonders die „elytra pun- 
ctis et maculis poUinoso-subcinereis" haben uns bestimmt, die- 
sen Käfer für eine dunkler gefärbte Varietät von I. Bon- 
plandi mit undeutlicher Queerbinde, wie deren öfters vorkom- 
men, zu halten. 

'^. 3wJ. 7. Inca rnfipennis — gehört nicht hielier 



22j> 

imd ist weiter iiiilen unter dem Naiiieu Coelocralus \oji uns 
zu einer liesondern Gallun<i; erIiol)en worden. 

Zu Os 1110 denn um S. 382. ist naclizulrageu, dass Kir- 
l)y Zool. Journ. V. p. 157. diese Gattung' als eine besondere 
Seclioii yon Trichius unter dem Namen der Trichii gymnodi 
aufstellt. — 

In eben dieser Gattung muss S. 384. Gymnodus ru- 
gosus Kirb^ I. c. als besondere Art aiifgefiilirt werden, die 
wir irrig als Weib zu G. fovealus Kirbj (uaserm Osmod. sea- 
bruni) gezogen haben. Die Ansicht eines Stückes in der Ber- 
liner Sammlung überzeugte uns von der specifischen Differenz 
beider. Kirbj/'s Beschreibung lautet a. a. 0. wie folgt: 

Nigro-piceus, subnitidus, prothorace canaliculalo, utrin- 
fiue obtusangulo, cum capite confluenter punctato , elytris con- 
iluenter rugosis. Long. 10 '/o — 13 lin. 

Leib ziemlich glänzend, dunkel pechfarben, oben nackt, 
unterhalb und an den Beineu mit einzelnen zerstreuten Haa- 
ren. Kopf oben eben; dicht mit Punkten und Eindrücken be- 
deckt, die in einander fliessen und bei einzelnen Stücken er- 
habene glatte schmale Streifen hinter sich lassen; Kopfschild 
Aorn breiter als lang, zurückgebogen, Vorderrücken mit ei- 
ner hinten abgekürzten Längsrinne, die Seiten stumpfwinklig, 
die Oberfläche mit grossen, öfters zusammenfliessenden, in der 
Mitte sparsamen Punkten bedeckt. Schildchen gleichseitig- 
dreieckig, gefurcht, mit einzelnen zerstreuten grossen Punk- 
ten an jeder Seite, Flügeldecken undeutlich gerunzelt, mit 
zusammenfliessenden unregelmässigen Furchen, in denen un- 
deutliche seichte Punkte stehen. Die Zwischenräume erha])en. 
Schienbeine spitz, dreizahnig; Aiterdecke mit undeutlichen 
queeren Nadelrissen. — Aus Neuschottland. 

Zur nähern Unterscheidung dieser Art yon 0. scabrum 
(G.foyeatus Kirby) wird bei letzterem bemerkt, dass der Pro- 
thorax desselben ctAyas weniger stumpfwinklig sei, seine Mit- 
telfurche tiefer und die Ränder mehr erhaben , auch zwischen 
ihr und den Seitenrändern zwei leichte Eindrücke sich befin- 
den, die bei 0. rugosum fehlen; die Punkte auf dem Discus 
sind zahlreicher. Die Runzeln der Deckschilde sind wurmför- 



2?50 

miger, hier fehlt die Piinkliniiig ganz uiul die Gegenwart von 
Furchen ist weniger deutlich. 

S. 386. Valgus Smithii ist statt der Worte: „bei 
heniiptcrus ist der Hinterleib dicht weiss Jteschuppt," zu lesen: 
„ist der ganze Hinterleib" etc., und statt „er hat einen weis- 
sen Fleck auf dein schwarzen Seitenrand," zu verbessern: „er 
hat einen weissen Punkt auf dem schwarzen Seitenfleck." 

Ein etwas complicirterer Irrthnni ist ebenda (S. 380.) 
hei Valgus can ali culatus ])egangen worden, indem wir 
Valgus seticollis als Weil) , Valgus squamiger als Varietät da- 
mit verbanden. Es sind hier aber wirklich zwei Arten zu un- 
terscheiden, von denen wir damals die eine, den V. canali- 
culatus nur im männlichen Geschlechte kannten , welches nur 
sehr geringe Unterschiede von andern Stücken darbot, die H. 
Ziminermann als Männchen des seticollis eingesendet hatte. 
Sehr auffallend ist dagegen das Weib des V. canaliculatus 
verschieden, das wir kürzlich iu der Berliner Sammlung sa- 
hen, und das schon von Knoch 1. c. beschrieben ist. Es hat 
nämlich wie das von V. hemipterus einen Afterstachel, der dem 
Weibchen der andern Art ganz fehlt. Wir trennen daher jetzt: 
Valgus canaliculatus Fabr. Oliv. Knoch, G. et P. Trichius 
variegatus Pal. Bcauv. — cf. Zeitschr. II. p. 380. 3. V. ca- 
naliculatus c^. 
mit etwas breiterm, in beiden Geschlechtern tiefer, der gan- 
zen Länge nach gefurchtem Halsscliilde und höheren Rändern 
dieser Furche, mit deutlichen gelblichgrauen Schuppenbinden 
auf den Deckschilden und einer dichter beschuppten Oberdecke. 
Das Weibchen mit vorgestrecktem Legestachel. Aus Pensyl- 
vanien. Und 

Valgus seticollis Pal.Beauv. G.etP. — cf. Zeitschr. H. 
p. 386. 3. V. canaliculatus $• 
Var. Valgus sqnainigei- Vtil. Bcauv. G. et P. — cf.Zeitsclir. I. c. V. 
canaliciiluti var. 
mit etwas schmälerm Halsschilde, dessen Längsfurche schon 
hinter der Mitte sich verllacht und beim Männchen tiefer und 
höher gerandet zu sein scheint wie beim Weibchen, mit ein- 
fach braunen Dcckschilden, die nur mit einzelnen und unre- 
gelmässiger zerstreuten hellem Schüppchen versehen sind und 



281 

einer sparsamer l)escliiippten Afterdocke. Die Baiichfliiche des 
Miliniclieiis dicht beschuppt, die des Weibes kahl, letzleres 
ohne Afterstachel. — Valgus squamiger ist eine Varietät die 
ser Art mit röthlicher Grundfarl)e der Dcckschilde und dichte- 
rer, aber ebenfalls unregelniässiger Schuppenbekleidung. Die 
übrigen von Palisot angeführten Unterschiede sind Kennzei- 
chen des männlichen Gesclilechts , wir besitzen aber \on der 
Varietät so gut wie von der Stamniart beide Geschlechter. — 
Diese Art nannte Harris Trichius dispar. — Aus Carolina. 

S. 388. Hr. Hopc giebt im Zool. Miscell. (I'rodr. of 
Nepaul Insects.) p. 24. folgende Diagnose einer neuen Ail 
aus Nepaul, die er Acanthurus pictus nennt: niger, ely- 
tris abbreviatis, in medio flavis, lateribus nigerrimis. — 
Long. lin. S'/^, lat. 1 V,. 

S. 392. Platygenia zairica M. Lcay. ist niclit das 
Weib, sondern, wie die Beschreibung der Brust und der hintern 
Beine zeigt, der Mann, also vollkommen synonym mitTr. ])arbalus 
Schh. Es erklärt sich nunmehr wie Mac Leay nur 2 Zalnie 
an den vordem Schienbeinen angeben konnte, da der obere 
des Männchens ganz besonders stumpf ist. Das Weibclieu 
dieser Art hat vor Kurzem Hr. White Mag. of Nat. Hist. 
New. Series 1839. p. 25. als eigne Art unter dem Namen PI. 
Mac Leaii beschrieben, ohne Zweifel, weil er es für sehr 
abweichend von der in Gory's und Percheron's Monographie 
gegebnen Abbildung fand. Ob die letztere nun wirklich auf 
das Weibchen einer neuen Art zu beziehen, oder, was uns 
wahrscheinlicher scheint, eine verfehlte Darstellung unsers 
Weibes ist, können wir nicht mit Sicherheit entscheiden. — 
In Burmeist. gen. Ins. fasc. VII. sind neuerdings beide Ge- 
schlechter der Plat. barbata abgebildet und analysirt. 

S. 396. Die Ansicht eines Männchens von Myoder- 
mum alutaceum giebt uns zu folgenden Nachträgen Ver- 
anlassung. Die Vorderschieneu haben drei stumpfe Zähne, 
die wie beim Weibchen gestellt sind , an den nicht gekrümm- 
ten mittlem ist der äussere Zahn nicht mehr sichtbar. Die 
Abbildung der Hrnn. Gory und Percheron 1. c. scheint we- 
gen der auffallenden Länge der Tarsen ein solches Männchen 
darzustellen. 



232 

S. 398. Z. 11. V. 0. lies leucoprymnus statt leiicro- 
prymims. 

Ebenda Z. 3. v. n. in der Note setze statt „mit der fol- 
genden" die Worte: mit den zwei folgenden. 

S. 401. S tri ngopliorus Zebra. Die Annahme, dass 
Str. niger nur für eine Varietät Ton Zebra zu halten sei, wird 
durch ein Exemplar im Königl. Berliner Museum bestätigt, 
dem sämmtliche gelbe Flecken der Deckschilde mit Ausnahme 
der zwei grössern an der Basis neben der Naht fehlen. 

S. 403. Agenius limbatus. Hier verdient eine Ab- 
änderung Erwähnung, wo das Halsschild einfarl)ig schwarz 
ist, und wo sich der schwarze Mittelfleck der Deckschilde 
schief nach hinten mit der breiten schwarzen Naht verbindet. 

S. 404. Mac Leay's Campulipus incurvatus, den er in 
den III. of Zool. p. 14. durch die sehr stark gekrümmten Mit- 
telbeine nnd die gelben mit 4 schwarzen viereckigen Flecken 
versehenen Deckschilde bezeichnet, ist wohl das Männchen 
zu nnserm Clastocnemis maculatus. — Ein zweites Exemplar 
des Männchens dieser Art, das uns Hr. Dupont zur Ansicht 
sandte, hat völlig die Grösse des Weibchens (Tr. 6-guttatus 
Schh.) und nähert sich demselben auch mehr in der Färbung, 
insofern die ganze Mitte des Halsschildes schwärzlich nnd die 
schwarzen Flecken der Deckschilde ausgedehnter sind, auch 
der Scitenrand und ein kleiner Fleck an der Spitze neben 
der Naht schwarz ist. Besonders merkwürdig ist dieses Stück, 
das ohne Zweifel ein Männchen ist, aber dadurch, dass es 
drei Zähne an der Aussenseite der Vorderschienen hat. Es 
scheint also der von der Zahl dieser Zähne hergenommene 
Charakter nicht so durchgreifend zu sein, als wir bei Anfer- 
tigung der Tabelle auf S. 365. annahmen. 

S. 406. Einen grossen Zuwachs erhält die Gruppe Tri- 
gonopeltastes durch die Entdeckung von vier neuen Arten. 
Auffallend war es uns, bei zwei derselben nicht mehr ein 
Dreieck auf dem Halsschild zu bemerken , sondern bloss eine 
ganz oder durchbrochne Queerbinde, welche der Basis des 
Dreiecks bei Tr. delta und triangulum iu der Lage entspricht, 
beide, die wir leider nur lim männlichen Geschlechte kennen, 



233 

stimmen sonst vollkommen mit der nach Tr. delta gegebnen 
Gnippencliarakteristik überein, höchstens möchte eine ganz 
leichte Krümmung der Millclschienen , die wir wenigstens bei 
der einen Art, Tr. qnadrisignatus, wahrnehmen, eine noch 
grössere Annäherung der Trigonopeltasten an die Stegopteri 
l)edingen. Für die ganze Gruppe gilt übrigens noch, dass die 
hellen Zeichnungen auf der Unterseite beim Männchen in viel 
grösserer Zahl und Ausdehnung auftreten als beim Weibchen. 
— Bei Tr. deltoides JSewm. ist durch einen Schreibfehler in 
unsrer Uebersetzung die Lage des Dreiecks verkehrt angege- 
ben worden, denn auch bei ihm steht die Basis nach dem 
Kopfe, die Spitze nach hinten, wie Nevvmann richtig angiebt. 

Hiernach kann man in dieser Gruppe 2 Sektionen auf- 
stellen. 

A. Vorderrücken mit einem vollständigen Dreieck, des- 
sen Basis gegen den Kopf gewendet ist, dessen Spitze bei- 
nahe den Hinterrand vor dem Schildchen berührt. 
*1. Tr. delta. 
*2. Tr. deltoides. 
* 3. Tr. triangulum. 

Von dieser Art kenne ich folgende Abänderungen: 

1) Die Zeichnungen auf den Deckschilden gelb auf schwarzem 
Grunde. 

2) Die Zeichnungen auf den Deckschilden gelb auf braunro- 
them Grunde. 

3) Die Zeichnungen ganz fehlend, die Deckschilde einfarbig 
schwarz. 

4) Die Zeichnungen ganz fehlend, die Deckschilde schwarz, 
das Halsschild roth. 

Die unter 2) und 4) aufgeführten, im Königl. Berliner 
Mnseum befindlichen Abänderungen hat Hr. Dr. EricJison die 
Güte gehabt, mir zu bezeichnen. 

Die Männchen dieser Art haben gewöhnlich ein mattes, 
dicht und fein punktirtes Halsschild, das breitere der Weib- 
chen ist glänzend, einzeln und ziemlich kräftig punktirt, nur 
gegen die Vorderecken hin gerunzelt. Die gelben Flecken 
der Afterdecke bleiben in beiden Geschlechtern getrennt. Das 



234 

Männchen hat auf dem vorletzten Bauchsegment eine ganze 
gelbe Binde, auf den vorhergehenden gelbe Flecke, beim 
Weibchen ist die gelbe Binde auf dem vorletzten Segment ge- 
wöhnlich unterbrochen und die gelben Flecken auf den vor- 
hergehenden Ringen fehlen gewöhnlich ganz, doch haben wir 
ein weibliches Stück, wo Spuren davon vorhanden sind. — 
*4. Tr. geonietricns Schaum: niger, subtus flavomacula- 
tns , thoracis triangulo impresso margineque omni flavis, 
elytris margine basali et snturali lunulaque luteis pygidis 
albo, macula apicali nigra. — Long. 3 — 8^4 lin. 

Vaterland: Mexico. Ein Pärchen aus DvponVs Samm- 
lung, ein Weibchen ans der des Hrn. Sommer. 

Der vorigen Art sehr älinlich, aber wie es scheint, durch das 
in beiden Geschlechtern matte Halsschild, die Färbung der Unter- 
seite und durch die weisse Afterdecke, die nur an ihrer Spitze 
einen schwarzen Fleck hat, während sie beim vorigen schwarz 
ist und zwei getrennte seitliche Flecken hat, hinreichend un- 
terschieden. Der Kopf ist matt, schwarz, mit 4 gelben Punkten, 
zwei auf dem Scheitel, zwei am Hinterrande; bei dem einen 
Weibchen fehlen sie. Das Halsschild schwarz, matt, mit ei- 
nem eingedrückten gleichschenkligen Dreieck, dieses nnd der 
Aussenrand gelb, das des Männchens ist länger, sehr fein 
und dicht punktirt, das des Weibcliens kürzer, sparsamer und 
kräftiger punktirt. Die Gestalt und Färbung der Deckschilde 
wie bei der vorigen Art, sie sind schwarz, der Vorderrand 
und eine Längsbinde neben der Naht, die gewöhnlich getrennt 
sind, zuweilen aber auch zusammenhängen und ein nach aus- 
sen gerichteter Halbmond gelb. Bei dem männlichen Exem- 
plare hat die gelbe Farbe sehr an Ausdehnung gewonnen. 
Die Afterdecke ist gelb, beim Männchen mit einem schmälern, 
beim Weibchen mit einem breiten Fleck an der Spitze. Beim 
Männchen ist die ganze Unterseite gelb wie bei Tr. delta ^, 
beim Weibchen ist die Hinterbrust gelb mit schwarzem Mittel- 
fleck, die Seitenstücke derselben schwarz mit gelbem Mit- 
telfleck. Auf dem vorletzten Bauchsegment eine ganze, auf 
den vorhergehenden seitwärts und in der Mitte nnterbrochne 
Queerbinden, die nach der Wurzel des Hinterleibs zu immer 
kürzer werden. Das Dupont'sche Weibchen hat aber nur die 



233 

ganze selbe Binde auf dem vorletzten und einen Fleck jedcr- 
scils auf dem zweiten ßau(!isci;"mente. — Die Beine sind 
schwarz, bei unserm miuinlichen Stücke alle Schenkel und 
Schienen gelb. — 

*5 Tr. Ar Chi nie des Schaum: niger, subtus albomacnlatus, 
thoracis triangiilo impresso margineque albis, elytris brun- 
ueo-rufis, macula scutellari nigra, punctis duobus trans- 
versis albis, pygidio atro, lunulis duabus albis. — Long. 

3V2 l'n- — 

Vaterland : Mexico. Ein Männchen aus Duponfs 
Sammlung. 

Der vorigen Art in der Gestalt sehr ähnlich, durch die 
braunrothen, mit einem viereckigen schwarzen Fleck ums 
Schildchen versehenen Deckschilde sogleich zu unterscheiden. 
Kopf und Halsschild wenig von denen der Männchen der vorigen 
Art abweichend, nur ist das eingedrückte Dreieck und der 
Seitenrand weiss. Die Deckschilde sind braunroth, die Naht 
und ein viereckiger Fleck ums Schildchen sind schwarz; aus- 
ser dem seitlichen weissen Queerstrich, den diese Art mit der 
vorigen gemein hat, hat jedes Deckschild noch einen zweiteu 
neben der Naht, gerade unter dem schwarzen Fleck ums Scliild- 
chen. Auch ist die Naht au der Wurzel und der Hinterraud 
weiss. Die Afterdecke schwarz, glänzend, mit zwei seitlichen 
halbmondförmigen Flecken, die oben in der Mitte fast zn- 
sammenstossen. Die ganze Unterseite ist weiss, fein behaart. 
B. Vorderrücken mit einer eingedrückten, bisweilen un- 
terbrochnen Queerlinie an der Stelle, wo die Basis des Drei- 
ecks sich befindet. 

* H. Tr. linea Burm. niger, annulis trunci omnibus aureo- 
guttatis, pronoti limbo lineaque transversa aureis, elytris 
arcu duplici fulvo , lineolaque flava transversa ad marginem 
externum. — Long. 5 lin. o^. 

Vaterland: Mexico. In Sommer' s Sammlung. 
„Kopf schwarz, matt, runzlig punktirt, mit sehr lan- 
gem Kopfschilde und kurzen gelben zerstreuten Haaren, die 
überall, aber am sparsamsten auf den Flügeldecken, vorhan- 
den sind. Fast alle Körpertheile mit einem gelben Saum, 
welcher mit goldglänzenden, mehr angedrückten Haaren be- 



2^SG 

kleidet ist. Vorderrücken ausserdem mit einer gelben, etwas 
buchtigen Queerlinie vor der Mitte. Scliildclien schwarz mit 
wenigen gelben Haaren. Flügeldecken am Schulter- und Naht- 
rande rothgelb, die Naht selbst schwarz, oben mit zwei gel- 
ben Punkten, ein zweiter röthlichgelber Bogenstreif entspringt 
aussen hinter der Schulter, wendet sich mit dem ersten con- 
centrisch zur Mitte der Naht, verfliesst hier mit ihm und be- 
giebt sich dann zur Aussenecke der Flügeldecken, von wel- 
cher er nach vorn am Rande hinaufsteigt. Auf dem von die- 
sem Bogen umfassten schwarzen Felde steht eine goldgelbe 
Queerlinie, welche das ganze Feld halbirt. Afterdecke mit 
goldgelbem Saum, der unten unterbrochen ist. Fühler schwarz- 
braun, Taster ebenso mit hellem Gelenken, die Beine bald 
ganz schwarzbraun, bald die vordem mit gelben Schenkeln 
oder ganz gelb, bisweilen auch alle Beine bis zu den Kral- 
len völlig rothgelb." Burmeister. 

♦7. Tr. quadrisignatus Schaum: nigro - aeneus , subtus 
ilavo-maculatns, supra viridis, thoracis margine lineaque 
transversa interrupta albis, elytris arcu duplici luteo, li- 
neola transversa marginali alba. — Long. 47? ü"- 

Variat. elytris holosericeo-atris, ceterum pictura con- 
gruentibus. 

Vaterland: Mexico. Ein Männchen in TJiorejj's , ein 
zweites in Sommcv's Sammlung. 

Der vorigen Art nahe verwandt, aber schmäler, von 
andrer Farbe und mit unterbrochner weisser Queerlinie des 
Haischildes. Kopf auf dem Scheitel sammetartig grün, Stirn 
und Kopfschild metallisch grün, glänzend, punktirt, mit nie- 
derliegenden gelblichen Härchen nicht sehr dicht besetzt, der 
aufgeworfne Vorderrand rothgelb; Unterseite durch gelbe 
Haare zottig. Taster gelb mit braunem Endgliede, Fühler 
braun. Halsschild grasgrün, matt, ringsum fein weiss ge- 
säumt, neben der Mitte beiderseits eine kurze weisse Queer- 
linie; Unterseite grün, punktirt, durch gelbe Haare zottig. 
Schildchen grün, matt. Deckschilde grün, matt, bei dem ei- 
nen Exemplare sammetschwarz , der Wurzelrand, eine damit 
zusammhängende Längsbinde an der Naht, und ein grosser 
auswärts gerichteter Halbmond, der mit seinem oberu Hörn 



237 

am Scitonraiule vor der Mitte anfängt, in seiner Mitte auf 
diT Nalilbiiide nilit, und diclit vor dem hintern iiusseru Winkel 
der Deckscliilde endet, sind rotligelb. Auf dem von diesem 
Haliimonde umfassten grünen oder scliwarzen Felde steht eine 
feine weisse Queerlinie. Ailerdeckeu gell)lich weiss, dicht be- 
haart, ein runder, fast kahler, pu;iktirter Fleck an der Spitze 
schwärzlich erzfarlien, glänzend, Brust metallisch-grün, gelb- 
zottig. Bauch nielalliscli-griin, glänzend, punktirt, dünn be- 
haart, die Ränder der lliiftstücke weiss, jeder einzelne der 
vier folgenden Abschnitte am Hinterrande mit einer nach der 
Mitte zu breiter werdenden und hier unterbrochnen weissen 
Queerbinde. Vorderschenkel und Schienen gelb, aufderAus- 
senseite metallisch -grün angelaufen, Tarsen schwarz, die hin- 
tersten Schenkel und Schienen metallisch-grün, nur die Schen- 
kel an der Wurzel gelb, die Tarsen schwarz. Alle Beine mit 
langen gelben Haaren besetzt. — 

Unsere Charakteristik der Untergattung Trichius S. 408. 
hat Hr. Dv.SchmitIf in Stettin (Entomol. Zeitung I. S. 116 seq.) 
einer Prüfung unterworfen, die ihn zu dem Urtheil bestimmt, 
dass unsere Mittheilungen über die Gcschlechtsdilferenz unge- 
nügend seien. In der von ihm a. a. Ort gegebnen sehr weit- 
läufigen Beschreibung schildert er dieselbe zwar ausführlicher 
als wir, aber nirgends im Widerspruch mit unseren Angaben. 
Was jene Ausführlichkeit betrifft, so lag sie für die einzel- 
nen Untergattungen und Arten niclit in unserm Plane, wie der 
Leser aus Zeile 3 seq. der Seite 396 ersehen kann, wo wir 
ausdrücklich sagen, dass nur solche Grnppencharaktere be- 
rülirt werden sollen, welche Unterscliiede darbieten. Alle 
von Hrn. Dr. Schmidt angegebnen Gesclilechtsdilferenzen, wel- 
che sich auf die relative Körpergrösse, die Fühler, die Ge- 
stalt des Kopf- und Halsschildes, der Afterdecke, der Behaa- 
rung und der Füsse beziehen, kommen ebensogut allen Unter- 
gattungen unsrer Gattung Trichius zu, und wurden daher nicht 
bei jeder einzelnen wiederholt. Uebrigens enthält unsre, auch 
von Hrn. Schmidt angeführte Charakteristik ziemlich dasselbe, 
was er ausführlicher hervorhebt, freilich mitunter in etwas 
andrer Wendung, wie z. B. bei den Fühlern, wo er von den 
Gliedern der männlichen Fülüer sagt, sie seien länger, ob- 



288 

wolil er iiiclit zii^clicii kaiui, dass der Fädicr grösser sei, 
was (loch ehcii jene von ihm seihst heiiieikle Länge der Glie- 
der notlnveiulig \eraiilasseii nuiss. Ein Umstand aher scheint 
uns entgangen zn sein, den Hr. Sclimidt sehr hervorhebt, 
nämlich die Erweiterung des ersten \ordern Tarsalgliedes der 
Männchen, welche wenigstens bei Tr. lasciatiis sehr deutlich, 
bei Tr. zonatus aber und selbst abdominalis schon \iel gerin- 
ger ist. Da nun die von uns zur Section Trichius gezognen 
Nordamerikaner diese Erweiterung gar nicht besitzen, so 
schien es besser, you ihr ganz zu schweigen, weil bei l-n- 
terscheidung bekannter Arten nur diese , und nicht ihre er- 
schöpfende Schilderung in unserm Plane lag. — Was übri- 
gens die von Hrn. Schmidt yersuchte Trennung dreier euro- 
päischer Arten betrifft, so ist derselben auch yon uns durch- 
aus nicht apodiktisch widersprochen worden, \ielmehr glau- 
ben wir in der Anordnung der Synonyme auf die Möglich- 
keit einer solchen Trennung hingewiesen zu haben. Die von 
ihm hervorgehobnen Unterschiede zwischen abdominalis und 
zonatus sind uns keineswegs entgangen, ebensowenig aber, 
dass sie alle auf ein etwas mehr und weniger hinauskommen, 
und wir glauben, dass sich dieselben bei grössern Reihen 
von Exemplaren aus -verschiedenen Gegenden sehr allmählich 
verwischen werden. Daher erscheint es auch jetzt noch ratli- 
samer, bei der Uebereinstimmung der wesentlichen Kennzeichen, 
besonders der Anlage in der Zeichnung, beide zu verbinden. 
Im einzelnen ist zu bemerken, dass, wenn Hr. Schmidt auch 
keine Varietäten von Tr. abdominalis kennt, doch dergleichen 
vorkommen, insofern Tr. abdominalis Menetr. S. 410. nach 
der Ansicht eines Originalcxemplars im Berliner Museum eine 
solche ist, und nicht, wie wir auf Dejeans Autorität annah- 
men, zu fasciatus gehört. Hiernach sind auch die Angaben 
des Hrn. Schmidt über die geographische Verbreitung zu be- 
richtigen, Tr. fasciatus ist im Norden vorwaltend, Tr. abdo- 
minalis so gut westlich (Montpellier), als östlich (Persieu), 
als nördlich (Dortmund), und Tr. zonatus, so weit bis jetzt 
bekannt ist, südlich. — 

S. 413. Trichius piger. Ich bin hier in der Ver- 
einigung der vielen früher beschriebenen nordamerikanischen 



Alten zu einer einzigen etwas zu yveit gegangen, insofern 
man »iiklirh deren zwei nnlersolieiden muss, worauf bereits 
EHchson (Jaliresl)eri('lit iiber d. Leist. in der Entomol. w. d. 
J. 1838. S. 22.) aufmerksam macht. Auch Hr. Ahrens tlicilt 
uns brieflich mit, dass in der grossen Menge \on Stücken, 
die er aus Nordamerika erhalten habe, es doch an Uebergän- 
gen zwischen dem grössern, langzottigen piger und der klei- 
nern, gli'uizendern , dünner behaarten und anders punktirten 
zweiten Art gefehlt habe. Da ich auch darin einen Irrthum 
habe, dass ich in einer Abänderung, die zur zweiten Art 
gehört, den Trichius Drumniond G. et P. zu erkennen glaubte, 
so will ich hier ausser den Unterschieden beider auch ihre 
Synonyme noch einmal berühren. 

*1. Tr. piger Fbr. G. et P. v. Zeitschr. II. 413. 

Var. a. : Tricliiiis Drumniond G. et P. Mon. 88. 6 tb. 10 f. 4. 
Trichius rotundicollis Kirh. 1. c. 138. 188. 3. 

4 72 — 5 Linien lang, der ganze Käfer sehr dicht be- 
haart, die Haare sind besonders auf der Unterseite lang und 
wollig, auf der ganzen Oberseite sind sie wie geschoren, auf 
den Deckschildeu nur gegen den Hinterrand zu sparsamer und 
kürzer. Die Punktiruug des Kopfes und Halsschildes ist sehr 
dicht, aber unter den Haaren versteckt, die der üeckschilde 
ist nur in den zwei vertieften Flächen jederseits neben der 
Naht sehr fein und dicht, nach den Seiten zu wird sie spar- 
samer und gröber; jene zwei Flächen selbst sind ziemlich 
merklich vertieft, vier eingedrückte Längslinien auf jeder 
Seite erkennt man in denselben nur undeutlich. Die After- 
decke ist auf der ganzen Oberfläche dicht behaart, jederseits 
mit einem weissen Fleck, versehen. Das Halsschild hat eine 
schwache Längsrinne, die beim Weibchen kaum deutlicher 
ist; dieses hat ausserdem am Hinterwinkel desselben einen 
weissen, länger behaarten Fleck, die Männchen haben einen 
solchen gewöhnlich jederseits auf dem vorletzten Bauchsegment, 
bisweilen hier eine ganze Queerbinde. 

Die Färbung dieser Art ist weit weniger abändernd wie 
die der folgenden; sie ist erzgrün, die Deckschilde gewöhn- 
lich hellbraun mit zwei weisslichen Queerlinien am Aussen- 
rande, die bis in die Mitte jedes Deckschildes reichen, der 



240 

Raum zwischen und hinter denselben, sowie die Schulterecke, 
sind in der Regel dunkler, hronzefarben , zuweilen sind fast 
die ganzen Deckschilde von dieser Farbe, nur das Mittelfeld 
mehr oder weniger braun. Bei so gefilrbten Weibchen steigt 
der weisse Fleck am Hinterwinkel des Halsschildes etwas längs 
dem Seitenrande auf, oft sieht man noch einen kleinern Fleck 
an der Vorderecke. Die Farbe der Beine richtet sich nach 
der der Dcckschilde, daher sind die Schienen oft gelbbraun, 
l)ei den dunklern Stücken sind die ganzen Beine dunkel hron- 
zefarben. 
* 2. T r 1 c h i u s v a r i a b i 1 i s. 

a. Tricliius aflinis Gor. et Percli. 1. c. 
Tricliius assimilis Kirb, 1. c. c/". 
Trichiiis viridans Kirby I. c. $ 

Var, b. Trichius viridiilus Fabr. aliorum 11. cc. 

Var. c. Tricliius lumulatus Fnbr. alior. 11. cc, 

Var. d. Trichius bistriga Neivm. 1. c. 
4 — 4V2 Linien lang, dünner behaart, namentlich ist 
die Oberseite weit kahler und die sparsamem Haare erschei- 
nen nicht so geschoren. Die Punktirung des Kopfes und 
Halsschildes ist zwar auch hier sehr dicht, aber doch etwas 
weniger wie beim Vorigen, und dafür gröber, namentlich ist 
aber die der Flügeldecken Terschieden, dadurch, dass sie auf 
der ganzen Oberfläche gleich sparsam und gleich grob ist. 
Die zwei vertieften Flachen jederseits neben der Naht sind 
weniger deutlich, man bemerkt aber auf derselben die 4 ein- 
gedrückten Längslinien bestimmter. Die Afterdecke hat zwei 
seitliche weisse Flecken, der mittlere Raum zwischen densel- 
ben ist kahler. Auch hier hat das Halsschild eine, beim 
Weibchen etwas deutlichere, Längsrinne, und das Männchen 
gewöhnlich einen weissen Fleck jederseits auf dem vorletzten 
Bauchsegment. Weisse Zeichnungen auf dem Halsschilde sind 
bei meinen weiblichen Exemplaren nicht zu bemerken, die mei- 
sten Körpertheile sind bei dieser Art, die sich immer durch 
einen weit lebhaftem, gewöhnlich metallischen Glanz vor der 
vorigen auszeichnet, heller oder dunkler grün, selbst hron- 
zefarben, violett oder schwarzglänzend, die Färbung der 
Deckschilde ist aber äusserst abändernd, je nachdem die eine 
oder die andre der hier auftretendeu Farben die Oberhand 



241 

ge>Yiiint. In dieser Hinsicht kommen die unter a anfgcfiilir- 
teii Stücke (Tr. affinis G. et P. assimilis Kirbij) dem Vorigen 
sehr nahe, die Flügeldecken sind hcll])rann wie bei jenem, 
zwei Qneerlinien am Anssenrande weiss, der Ranni zwischen 
und hinter diesen und die Schulterecke tou der Farbe des 
ii])rigen Körpers, daher gewohnlich heller oder dunkler grün. 
Diese grünen Flecke gewinnen oft eine grossere Ausdehnung 
und vereinigen sich zuerst an der Basis mit denen der andern 
Seite, von der he]ll)raunen Farbe bleiben nur zwei schmale 
Queerbinden übrig, die neben der Naht überliand nelimen 
und sich mit denen der andern Seite zu einer Längsbinde 
yereinigen. (Tr. \iridans Kirhxß , dessen übrige Kennzeichen 
Charaktere des weiblichen Geschlechts sind.) Diese Abände- 
rung habe ich nicht selbst gesellen. Allmählich verschwindet 
die braune Farbe nocli mehr, sie bildet nur noch zwei schmale 
Queerbinden, die weder den Aussenrand, noch die Naht er- 
reichen ; endlich werden die Deckschilde — und solche Stücke 
sind sehr häufig — einfarbig grünglänzend, Tr. viridulus 
¥br. Violett und nicht mehr grün ist die ganze Oberseite bei 
Tr. lunulatns Fhr. Eine Varietät mit schwavzglänzendem Kör- 
per, wo ai)er die braune Farbe auf den Deckschilden noch 
in einer Ausdehnung, wie bei Tr. viridans liirh., vorhanden 
ist, hat ISewmann als Tr. bistriga beschrieben. Ich hal)e sie 
nicht selbst in Natur gesehen. Gewinnt in dieser Reihe von 
Varietäten die grüne Farbe immer mehr die Oberhand, ist sie 
selbst bald heller, bald dunkler, wird sie violett und zuwei- 
len selbst schwarz, so kommen auf der andern Seite, wiewohl 
seltner, Stücke vor, wo dieselbe ganz verdrängt ist. So habe 
ich ein Exemplar mit ganz hellbraunen, allerdings sehr leb- 
haft ins Grüne glänzenden Deckscliilden vor mir; ein zweites 
mit violettem Körper hat sie rothbraun ins Violette glänzend. 
Diese Abänderungen sind früher noch nicht beschrieben wor- 
den. — 

Zur Charakteristik von Gnorimus S. 415. ist noch zu 
bemerken, dass die mittlere Kante auf der Unterseite der Vor- 
derschienen vor der Spitze derselben beim Männchen in einen 
kleinen Höcker endigt, der dem Weibchen fehlt. — 

Herr Dupotit , dessen zuvorkommende Güte wir schon 
(3. Band 2. Heft.) 16 



242 

mehrmals rühmen miissten, übersandte uns auch ein männli- 
ches Exemplar von Inca rufipennis, dasselbe, was in der Mo- 
nographie der Hrun. Gory und Perchcrun abgebildet ist. Die 
genaue Untersuchung dcsscll)en überzeugte uns, dass diese 
Art weder zu Inca, noch zu einer andern sclion ])cstehenden 
Gattung oder Untergattung der Trichiaden gebracht werden 
könne. 

Wir stellen sie daher als besondere, siebente Gattung auf, 
der wir den Namen 

C e 1 c r a t u s , 

von der Gestalt ihres Kopfschildes entnommen {xoHog und 
y.Qag) , beilegen. Am nächsten schliesst sich dieselbe an Gno- 
rimus wegen der zweizahnigen Vorderschienen, der gekrümm- 
ten Mittelschieneu und der langen, dünnen, mit Gnorinms 
YöUig gleichen Tarsen an; überhaupt ist der ganze Leib hinter 
dem Prothorax so völlig wie bei Gnorimus gebaut, dass wir 
UHS nicht entschlossen hätten, diesen Käfer von letzterer Un- 
tergattung zu trennen, wenn nicht Kopf und Protliorax mit 
den Vorderbeinen vielfach abwichen. Der Kopf ist nämlich 
auf seiner vordem Hälfte bis zu den Augen tief ausgehöhlt 
nnd von einem scliai'fen Rande umgel)en, dieser Rand ist nach 
unten erweitert und bedeckt den Mund mit einem Vorsprunge, 
der bis in die Theilung der Unterlippe hineinragt. Die Vor- 
derecken des Clypeus sind abgerundet, nicht, wie bei Inca o, 
scharfwinklig. Mundtheile und Fühler weichen von denen 
der Gnorimi durchaus nicht ab, wohl aber der Prothorax. 
Dieser ist mehr kreisrund, keineswegs nach hinten so erwei- 
tert, wie bei Gnorimus, und dazu hochgewölbt, glänzend 
glatt, mit ganz seichter Längsfurche und tiefen, aber zerstreu- 
ten Punkten, welche auch die Kopffläche, aber gedrängter, 
bedecken. Ganz eigenthümlich ist dann für Coelocratus der 
auffallend lange runde Zapfen am Prosternum in der Mitte 
des Vorderrandes vor den Hüften. Freilich hat Platygenia 
neie Spur dieses Zapfens, aber keineswegs eine so ausgebil- 
dete Form. Der einzige Charakter, den Coelocratus mit In- 
ca gemein hat, ist die Anwesenheit eines kleinen Zahnes am 
Innern Ende der Vorderschenkel vor der Kuiegelenkung, al- 
lein er ist hier viel schwächer und ihm .steht kein Zahn an 



2^3 

der entsprechenden Stelle des Schienbeins gegenüber. Nach 
solchen Differenzen ist also die Gründnng einer neuen Gat- 
tung, welche die Gnorimi mit Platygenia verbindet, wegen 
der Mundbildnng noch zu den Trichien im weitern Sinne, 
aber nicht zu Inca gehört, gerechtfertigt. 

Hierher nur die eine Art: 
C. rufipennis. Von Minas Geraes. 

Inca ruiipennis Gor. et Pcrch. Mon. 109. 6 tl), 14. f. 4, 
S. 420. 5. Die Diagnose, die Hope 1. c. yon Tri- 
chins quadrilineatus gicbt, lautet: nigcr, tlioracc qua- 
drilineato, eljtris flavomaculatis. Long. 7 liii., lat. 3 lin. -— 



€ e t o 18 i a d a e. 

A. Cr ein a s 1 clii 1 i d a e *}. 

Die kleine Gruppe der Mclitophila, deren Bctraclifimg 
wir uns jetzt zuwenden, hat manches Eigeuthüniliche und 
Auffallende in ihrer Bildung, ohne darum doch durch leicht 
kenntliche und sichere Charaktere yon den übrigen Ceto- 
niaden gesondert zu sein. Dass sie mit diesen in eine Haupt- 
gruppe gehören, erleidet nach Angai)e der Charaktere, wodurch 
sie und die Trieb laden sich von einander unterscheiden, 
keinen Zweifel; denn alle Crem astochili den haben ei- 
nen ausgeschweiften Rand der Flügeldecken und ein yon oben 
bemerkbares Scapularstück. Latreille , der neben den Ceto- 
niaden nnd Trichiaden noch eine dritte Gruppe nnter den 
Melitophilen , die Goliath iden aufstellte, für die er die 
Form der Unterlippe zum Gruppencharakter ])enutzte, rechnet 
die Cremastochiliden zu diesen, da viele derselben eine grosse 
Aelmlichkeit im Bau dieses Organs und sel])st der Unterkiefer 
mit den meisten Goliathiden zeigen. Unsere Untersuchungen las- 
sen die Aufstellung dieser dritten Gruppe nicht zu. Die auf- 



*) Die Einleitung zu dem folgenden Aufsatz liat Hr. Professor 
Burmcisicr geschrieben, bei der Schilderung der einzelnen Gattungen 
und Arten, die von mir herrührt, hat micli derselbe vielfacli nüt 
seinem Ratlie unterstützt. H. Seh. 

16* 



2/i4 

fallende Bildung der Unterlippe ist weder allen Mitgliedern 
der Goliatliiden nach der Cremastochilideu*) eigen, und damit 
fällt zugleich der Grund weg, beide enger mit einander zu 
Yerhinden. Der Mangel einer äussern Geschlechtsdifferenz, 
der bei den Erstem im Kopf und den Vorderbeinen so auf- 
fallend hervortritt, entfernt die Cremastocliiliden auf der an- 
dern Seite mehr \on jenen, als von den ii])rigen Cctoniaden. 
Mit diesen wurden sie auch yon Hrnn, Gory und PercJieron 
verbunden, zugleich mit Diplognatlia (Cet. gagates etc.) aber 
durch das zwischen den Mittelhüften nicht hervorragende Me- 
sosternum von den übrigen Gattungen abgeschieden. Für die 
bei weitem grossere Zahl ist diese Angalte allerdings richtig, 
indessen bei einigen von Gory und Pcrcheron selbst hierher 
gerechneten Arten (Cremast. spiniventer G. et P. etc.) tritt 
dasselbe, wenn auch nur wenig, doch deutlich zwischen den 
Mittelhüften hervor, und der angegebne Unterschied hört so- 
mit auf, völlig durchgreifend zu sein. 

Zur Unterscheidung von den üiuigen Cetonien wissen 
wir in der That auch nur einen einzigen sichern und allein 
genügenden Charakter anzugeben, wenigstens, soweit wir bis- 
her Mitglieder beider Gruppen untersuchen konnten. Derselbe 
besteht darin, dass: 

bei den Cr emasto chiliden der äussere, hor- 
nige Theil der Oberkiefer sehr breit ist, sich ge- 
gen sein End e hin erweitert und in der Regel sich 
hakenförmig über den Rand des häutigen Theils 
nach innen zu biegt und denselben mehr oder we- 
niger verdeckt. 

Dieser Charakter fehlt in der That keinem Cremasto- 
cliiliden und wird bei keinem Cetoniaden mit Einschluss der 
Goliathiden (versteht sich vo viele wir untersuchten) gefunden ; 
nur bei Trichiaden mögen ähnliche Bildungen vorkommen, 
wie eine Vergleichung der Fig. 22. auf Tafel 2. des vorigen 



") Lntreille braclite zwar die Formen der letztern mit abwei- 
chender Gestalt der Unterlippe, wie Cetonia cruenta Fahr. (Genu- 
chus) und ventricosa Schh. zu den Cetoniaden , die Verwandschaft 
derselben mit Cremastocheilus ist aber so gross, dass sie von kei- 
nem der spätem Scbriftsteller verkannt wurde. 



243 

Bandes ergiebt. Merkwürdiger Weise ist dieser Charakter um 
so ausgeprägter, je grösser die Aehnlichkeit im ilussern Ha- 
J)itus mit den ächten Cetoniaden ist und erreicht z. B. bei 
Macroma, das fast alle Schriftsteller irrig zu den Cetonien 
bringen, sein Maximum, daher dieser Gattung auch ganz 
hornige Oberkiefer zugeschrieben wurden, was aber ebenfalls 
unrichtig ist. Bei den Cremastochiliden mit tuberculöser oder 
sonst eigenthüuilich gestalteter Unterlippe, auf die man zeit- 
her meist die Gruppenäusdehnung beschränkte, tritt die Er- 
weiterung und Hakenbilduug des äussern Theils der Ober- 
kiefer öfters zurück, fehlt indessen auch hier wohl nie ganz. 
Arten, deren Oberkiefer wir untersuchen konnten, zeigten uns 
jene Erweiterung immer noch deutlich, am deutlichsten erschien 
sie nach Macroma bei Ptychophorus N. (Cymophorus Kirby). 

Zu diesem Hauptcharakter gesellen sich noch folgende : 

Der Kopf ist bei den Cremastochiliden auffallend gross, 
meistens stark gewölbt , am Rande erweitert und in der Mitte 
des Randes oft aufgebogen. 

Die Fühler sind klein, gedrungen, immer zehngliedrig 
und das erste Glied ist dann sehr gross, wenn auch die Un- 
terlippe eine eigenthümliche Form hat. 

Die Unterkiefer haben ohne Ausnahme einen sehr 
schlanken , aber kräftigen , hornigen , hakigen , mitunter ge- 
spaltnen, wenig haarigen Helm und immer einen hakigen, 
bald einfachen, bald getheilten Eudzahn am Kaustücke. 

Die Unterlipp e der Cremastochiliden hat freilich keine 
allen Gattungen gemeinsame Form, allein sie neigt doch vor- 
zugsweise zu einem eigenthümlichen und dann höchst merk- 
würdigen Typus. Sehen wir die Bildung, welche am wenig- 
sten vom Typus der Cetonien abweicht, als die Grundform an, 
so bietet uns diese, in der neuen, auf Cremast. Paulus Gory 
et Perch. und VerwiiiuUe gegründeten Gattung Coenochilus 
kaum eine andere Abweicliung dar, als eine auffallende Breite 
und schiefe Abplattung des End- oder Ligulartheiles, welche 
durch eine Vertiefung gegen die Mitte hin furchen artig 
wird. Gerade entgegengesetzt verhalten sich dann die Gat- 
tungen, welche die meiste Uebereinstinunung mit ihr im Ge- 
sammtumriss der Unterlippe haben, nämlich l'tychophorus undMa- 



2/i« 

croina. Bei beiden erliel)t sich naiiilicli statt der Läiigsfnrche 
auf dem Ligulartlieile des Meutiim ein Längskiel, der um so 
höher wird , je mehr er sich dem Ende der Ligula nähert, 
und hier eine al)gephittete oder gar etwas ausgehöhlte End- 
fläche ])ildet. Diese Bildung ist übrigens niclit ])ei allen Ar- 
ten beider Gattungen gleich entwickelt, und während sie man- 
chen, z. B. Ptych. syiniventris und M. scutellata fast fehlt, 
und statt ihrer der Ligulartheil bloss leicht gewölbt ist, ha- 
ben andere, wie Ptych. leucostictus und Macr. nigripennis, 
dieseli)e sehr vollkommen, namentlich die letztere. Diese 
kappenartige, oder noch besser mit einer blechernen Dachlucke, 
wie sie jetzt üblich sind, zu yergleichende Gestalt, steigert 
sich dann dadurch immer mehr, dass die \ordere oder End- 
fläche immer grösser wird , mit ihrer etwas nach hinten ge- 
wendeten, in der natürlichen Lage unteren Spitze immer stär- 
ker hervorragt und auf diese Weise eine scheinbar schief 
angesetzte Endplatte ])ildet, welche durch ihren enorm erwei- 
terten, frei hervorragenden Rand nicht bloss das ganze Kinn, 
sondern auch die benachbarten Mundlheile versteckt. Bei 
Hoplostomus, wo die Erhelumg nächst Macroma und Ptycho- 
phorus am geringsten ist, stellt sie einen scharfkantigen Höcker 
auf der vorderen Hälfte des Mentum dar; bei Genuchus und 
Scaptobius wird daraus eine schiefe, flache, ebene, dreiseitige 
Endfläche; bei Cyclidius vertieft sich diese Endfläche in der 
Mitte und wird durch Wölbung ilirer Seitenränder zu einer 
queerelliptischen Scheibe; bei Cremastochilus endlich, wo sie 
ihr Maximum erreicht, bildet sie einen ebenfalls queerellipti- 
schen Napf, der an das vordere Ende des Mentum angewach- 
sen ist und sich wulstartig über die Fläche des Mentum der 
Länge nach fortsetzt, dem Ganzen das Ansehen eines Trich- 
ters gebend, dessen Rand unmittelbar am erhabensten hinte- 
ren Punkte zur Aufnahme des Brustljeinzapfens ausgeschnit- 
ten ist. Aelmliclie Ausbuchtungen dieses Randes, aber schwä- 
chere, finden sich auch bei Cyclidius und Genuchus. — Fra- 
gen wir nun nach dem Grunde dieser auffallenden Gebilde, 
so scheinen mir dieselben mit der unterirdischen Lebensweise, 
welche von mehreren Cremastochiliden konstatirt ist, und wel- 
che die scbmutzige Oberfläche der Scaptobii (Gr. capensis und 



247 

caffer) deutlich genug veniUli, im nächsten Zusammeiihaugc zu 
stehen. Offenl)ar niuulicli schaufeln die unterirdischen Crc- 
niastocliilen mit dem Kopfe, und dazu ist dessen l)reite Form 
gewiss hestimmt. Um nun dem zu solcher Verrichtung nicht 
lest genug mit dem Prothorax vereinigten Gliede einen siche- 
ren Stützpunkt, gleichsam ein Hypomochlion für die Hebel- 
kraft, welche er ausführen soll, darzubieten, ward die Er- 
hebung des Kinnes nothwendig. Mittelst diesem stützt der Kä- 
fer den Kopf auf die. vordere Brust und hebt durch deren 
Muskulatur den ganzen fixirten Kopf nach vorn und in die 
Höhe. Hierzu mag dann auch der vordere Brustbeinstachel 
l)estimmt sein, theils um einen sicheren Stützpunkt für den 
sich anlegenden Kopf zu gewinnen, theils aber auch um ein 
Hinderniss zu bilden, welches , indem es sich in den Ausschnitt 
der Unterlippenerhebung hineinlegt, das Ausgleiten des schie- 
benden und geschobenen Kopfes nach links und rechts verhindert. 
Die Taster zeichnen sich durch auffallend kleine Grund- 
glieder und ein sehr langes oft gebogenes Endglied aus. 

Das Prosternum hat gewöhnlich vor den Hüften ei- 
nen herabsteigenden, zapfenförmigen Fortsatz, der da jedoch 
fehlt, wo die vordere Fläche der Unterlippe hinten in eine 
Spitze ausläuft, die sich zwischen die Vorderhüften legt, und 
da, wo das Mesosternum zwischen den Mittelhüften stär- 
ker hervorragt (z. B. bei Macroma). In der Regel fehlt die- 
ser Vorsprung am Mesosternum ganz. 

Der Hinterleib hat unten sechs Ringe und ist beim 
Männchen in der Mitte flach, beim Weibchen ausgehöhlt. 
Höchst merkwürdig ist ül)rigens die ringartige Erhebung des 
letzten Stigmas, die bisweilen zu einem wahren Stachel an- 
wächst, auch die zwei vorhergehenden sind etwas erhaben. 
Solche Stigmen finden wir nie bei ächten Cetoniaden. 

Die Beine sind immer sehr plump, kurz, kräftig. Die 
vordem Schienen sehr breit und gewöhnlich (bei Cremasto- 
chilus, Hoplostomus, Ptychophorus etc.) nur zweizahnig, selte- 
ner (bei Genuchus und Scaptobius) dreizahnig. Den allermeist 
kurzen, gedrungenen Füssen fehlt ein Haarbesalz, auch die 
Afterklaue ist haarlos. Die Vorderschienen haben eineu 
Sporn; die mittlevn und hinlern aber zwei. 



2/18 

Die Flügel sclieinen nie zu fehlen. Die nordaiaerika- 
nischen Arten sollen nach 31ac Leay davon häufig Gebrauch 
machen. 

Nach diesen Charakteren gehört ausser der Gattung Gre- 
mastocheilus, wie sie die Verfasser der Monogr. des Cetoin. 
annehmen, noch deren Gattung Macroma hierher. Diplogna- 
tha G. et P. , welche sich im Habitus am nächsten an die 
Cremastochiliden anschliesst, hat weder deren Oberkiefer, noch 
den langen, sclilanken, hakigen Bau der Unterkiefer und muss 
bei den Cetoniaden \erbleii)en, obwohl sie eine Andeutung 
des Rings an den Abdominalstigmen besitzt, welcher sich bei 
den Cremastochiliden zum Höcker oder gar Stachel erhebt. 
Indessen tritt Diplognatha ohne Frage im Habitus am näch- 
sten an die Cremastochiliden, während Goliatli und nament- 
lich Hypselogenia (cf. Burm. Gener. Ins. fasc. 6.) sich ihnen 
in der Mundbildung am meisten anschliesst. 

Die beiden Gattungen Cremastocheilus und Macroma der 
Monographisten hat nun Hr. Mac Leaij in seiner früher er- 
wähnten Arbeit über die Mclitophila als die Repräsentanten 
zweier besondern Hauptgattungen Cryptodinus und M ac ro- 
min us angesehen, wie dessen von uns früher (Zeitschrift II. 
S. 360.) angeführte Eintheilung angab. Die Gattung Crypto- 
dinus bestellt aus den Untergattungen Cremastocheilus, Cycli- 
dius, Genuchus, Cymophorus, Cryptodus. Die Gattung 
Macrominus ist zusammengesetzt aus Oplostomns (Cremastoch. 
fuligineus G. et P.), Anoplotheilus (A. spinitarsis IMac Lcuij, 
Cetonia tomeutosa G. et /-•. etc.) , Diplognatha , Gnathocera 
Kilbjj (Amphistoros G. et P.) und Macroma. 

Mehrere Untergattungen dieser dritten Hauptgattung, näm- 
lich Anoplocheilus, Diplognatha und Gnathocera Kirbtj (non 
G. et P.) stimmen indessen in allen wesentlichen Beziehungen 
völlig mit den ächtesten Cetonien überein, und die Trennung 
der Gattung Macrominus von Cetoninus MacLeaj/ geschah über- 
haupt nur unter der willkührlichen Voraussetzung, dass sich die 
Larven beider im Oberkiefer unterscheiden. Das aber wird 
Hr. Mac Leaij ohne weitern Beweis keinem seiner Leser zu- 
muthen zu glauben, dass z. B. die Larven des Anoplochei- 
lus tomentosus nur einen, die Larven der iu der Mundbil- 



249 

(Imig vollkommen ühereinstimmeiuleu Cetonia maiulaiimi Jre- 
ber (acuminata G. et P.) und atomarla Fahr, viele Zähne 
am Oberkiefer hätten. Erscheint somit eine auf den ange- 
lülirten Grund hin versuchte Trennung der Gattungen Ceto- 
ninus und Macrominus als unmotivirt, so sind auch die An- 
ga])eu, worauf die Unterscheidung von Macrominus und Cry- 
ptodinus basirt ist, unrichtig. Den Macrominen soll näm- 
lich ein an der Aussenseite mit einem Haarpinsel versehener, 
den Cryptodinen ein nackter Unterkieferhelm, jenen überdiess 
sichtbare Scapularstücke zukommen, gleichwohl giebt der Ver- 
fasser als unterscheidendes Kennzeichen der Untergattung 
Macroma von den übrige]! vier eben den Mangel dieses Haar- 
pinsels an. Das Wahre an der Sache ist, dass alle Grema- 
stochiliden einen Haarbusch an der Galea haben, denn von 
Cryptodus, dem er ganz fehlt, ist schon früher (Zeitschrift 
H. S. 361.) dargethan worden, dass er gar nicht zu den 
Melilophilis, sondern zu den Xylophilis in die Nähe von Phi- 
leurus gehöre *). Mitunter ist dieser Haarbusch freilich sehr 
schwach, so besonders bei Cremastochilus und Genuchus, aber 
Reste desselben entdeckt man in der That immer noch. Dass 
endlich die Scapularstücke bei allen wirklichen Gremastochili- 
den von oben sichtbar sind, wurde schon früher hervorge- 
hoben. 

Von den angeführten Untergattungen des Hrn. Mac heai/ 
gehören nun folgende sechs nach den im Eingang geschilder- 
ten Charakteren wirklich zu den Cremastochiliden: Cremasto- 
cheilus Knoch. Cydidius 3J. L. Genuchus Kübj/. Ptycho- 
phorus N. (Cymophorus Jiitb.) Hoplostomus M. L. und 
Macroma G. et P. Wir konnten alle sechs in den meisten be- 
kannten und einigen neuen Arten einer genauen Analyse un- 
terwerfen und haben auf einige Hrn. Mac Leay unbekannte 
Formen zwei neue Gattungen Scaptobius (Crem, capensis G. 
et P.) und Coenochilus (Crem. Paulus, maurus etc.) gründen 
müssen. Unzugänglich ist uns die Gattung Centroguathns 



*) Diese Gattung hat übrigens nicht neun FüLIerglieder, wie 
Hr. Mac Leay angiebt, der sie durcli diese Zahl von Cymophorus 
untersclieidet, sondern zehn, wie alle übrigen Xylopliila und Meli- 
tophila. 



230 

Guer. Rev. Zool. II. p. 79. gel)lieljeii , eine eigne muss walii- 
sclieinlich auch der von uns zwar gekannte, aber nicht ge- 
nauer untersuchte Cremastoch. hirtus G. et P. l)il(len. 

Folgende Uehersicht zeigt die diagnostischen Charaktere 
der You uns untersuchten Gattungen: 

I. Mentum transversum, latissimuin, os iiifenie 

exacte claudens. 

A. Mentum plus minusve catiiii forme, clypeiis 

transversus , margine producto , tlilatato. 

Tarsi tibiarum longitudine. 

a. Maxillaium et mando et galea in dentein 

abiens acutum. Tibiae anticae bidentatae 1. Crenuislochilug. 
h. Maxillarum mando bidentatus, galea uni- 

dentata, Tibiae anticae tridentatae . 2. Cijdid'ius. 
H, Mentum subconoideum , clypeus quadratus. 
Maxiilarum galea et mando unidentati, 
Tarsi tibiis breviores. 

a. Tibiae anticae tridentatae, pronotum an- 

tice posticeque angustatum, pone angu- 

los posticos excisum 3. Scaplohins. * 

b. Tibiae anticae bidentatae , pronotum tra- 

pezoidale, antice angustatum ... 4, Hoplusfomus. 
II, Mentum oblongum. Maxillae subtus pone 
mentum conspicuae. 
A. Corpus latitndine plus dnplo longius ; pro- 
notum lateribus rotundatum, antice postice- ' 
que angustatum. 

a. Mentum tuberculatum ; maxillarum galea 

et mando unidentati , tibiae omnes tri- 
dentatae , tarsi tibiis breviores ... 5. Genmhag. 

b. Mentum tuberculatum ; maxillarum galea 

unidentata, mando bidentatus ... 6. Ccnlroduiitlms. 

c. Mentum angustum, canaliculatum. Ma- 

xillarum galea et mando bidentati ; tibiae 
omnes bidentatae, tarsi tibiis longiores 7. Cvcnochiliid.* 
B. Corpus latitudine sesqui longius, pronotum 
antrorsum angustatum. 

a, Mentum apice integrum; maxillarum ga- 

lea unidentata, mando bidentatus. Me- 
sosternum coxas non superans. Pygidium 

medio carinatum 8. l>i,,rliophorus.* 

(Cymopliorus liirb.) 

b. Mentum apice emarginatum , maxillarum 
galea unidentata, mando tridentatus : nie- 



2S1 

sosternnm siipra coxas prodiictuin, dila- 
tatiiin; j)ygi(liiiin tricarinatuin ... 9. Mncroma. 
Was die geographische Ver])reitiing der hierher gehöri- 
gen Gattungen mit ihren etwa 30 Arten anlangt, so scheint 
Africa die meisten derselben zu l)eherl)ergen. Von 9 Gattun- 
gen gehören ihm 4, Scaptobius, Hoplostomus, Genuchiis und 
Coenochilus ausschliesslich an und auch von Macroma und 
Ptychophorus, die es mit Ostindien theilt, ist die Mehrzahl 
derselben am Senegal und Cap einheimisch. Das Vaterland 
der typischen Cremastochilen ist aber America, und zwar so, 
dass die auf der nordücheu Hälfte dieses grossen Festlandes 
einheimische Gattung Gremastochilus Kn. auf der südlichen 
durcli Cyciidius 31. Leaj vertreten wird , keine von beiden 
scheint die Landenge von Panama zu überschreiten. Die 
letzte Gattung endlich, Centrognathus Giier. ist auf eine vor- 
derindische Art gegründet worden. Australien scheint so wenig 
wie Europa hierher gehörige Formen zu besitzen. — 

Wir gehen jetzt zur Schilderung der einzelnen Gattun- 
gen und Arten über: — 

1) CreiMastocIalliis. 
Cremastocheilus Knoch Neue Beitr. p. 115. tb. 3. — Lalr. 

Gen. Crust. et Ins. II. p. 121. Hist. natur. d. Crust. et 

Ins. X. p. 207. — Cvv. Regn. anim. IV. p. 572. — Illig. 

Magaz. III. p. H7. 104. — Harris Journ. of the Acad. 

of nat. scienc. of Philad. Vol. V. No. 12, p. 381. — 

Kirhtj Zool. Journ. III. p. 150. 

Diese merkwürdige Gattung ist in der Ausdehnung, wie 
wir sie hier nehmen , als die eigentlich typische Form der 
Cremastochiliden zu betrachten. Die Gestalt ist im Allgemei- 
nen länglich viereckig, die Rückenseite flach, voll runder 
und länglicher Narben, die oft zusammenfliessen und in de- 
nen man bisweilen kurze Härchen bemerkt. Die Farbe ist bei 
allen bekannten Arten schwarz, nur wenig ins Graue falleiul. 
Der grosse Kopf ist ziemlich so lang wie breit, der Schei- 
tel gewöU)t, die Stirn fast senkrecht niedergebogen, ringsum 
mit einem sehr breiten Rande umgeben, der mit den gerun- 
deten Seiten stark herabhangt, vorn rückwärts aufgeworfen 



232 

lind gerade ist. Die Fühler sind kurz, das erste Glied so 
lang wie alle 6 folgenden zusammen, flach gedrückt, fast 
dreieckig, an der Wurzel ist es nämlich schmal, an der Spitze 
so breit wie lang ; in der Mitte etwas vertieft , das zweite ist 
vor dem Ende des ersten eingelenkt, von ohen nicht sicht- 
bar, das dritte kleiner wie das zweite, die folgenden werden 
immer grösser, die dreiblättrige Kolbe ist eiförmig. Die un- 
ter dem bogigen Kopfschilde uubemerkbare Oberlippe ist 
nach Knoch hornartig, vorn ganz, die Seitenränder biegen 
sich nach unten um und bilden mit der Vorderseite hal])ku- 
gelförmige Höhlungen. Neben derselben liegen die Ober- 
kiefer, deren äusserer horniger Theil nach der Knochschen 
Abbildung etwas länger ist, und sich zwar gegen sein Ende 
hin erweitert, aber nicht eigentlich hakenförmig nach in- 
nen biegt, und den kurzem, häutigen, Innern Tlieil in ziem- 
licher Ausdehnung unbedeckt lässt. Am Grunde, wo bei den 
Cetonien ein Mahlzahn ist, findet sich hier ein hornartiger, 
in einen halben Kreis gebogner und an den Enden zugespitz- 
ter Theil. Die hornartigen Unterkiefer haben die hakige 
Form, die einen Charakter der ganzen Gruppe ausmacht, sehr 
ausgeprägt, besonders ist es die schlanke, in eine lange, 
dünne, scharfe Spitze auslaufende Galea, die sich dadurch 
auszeichnet. Aussen ist die letztere nur an der Wurzel mit 
einzelnen borstigen Haaren versehen. Das Kaustück hat eben- 
falls einen Haken an seinem obern Ende, der, obgleich er 
kürzer und T.icker ist, fast ebenso spitz endigt, und oben an 
seiner Wurzel mit einem Büschel steifer Härchen versehen ist. 
Die Innenseite des Kaustiicks trägt eine Reihe kurzer Borsten. 
Die Unterlippe hat die Gestalt eines Trichters, dessen 
Spitze mit dem Kinn verwachsen, dessen Grundfläche nach 
vorn gerichtet ist, hier eine ovale schüsseiförmige Vertiefung 
bildet, welche ringsum von einem hohen, freien Rande be- 
grenzt ist. Dieser biegt sich an der gegen das Kopfschild ge- 
richteten Seite etwas einwärts, an der entgegengesetzten hat 
er eine mehr oder weniger tiefe Ausbuchtung. Bei der Betrach- 
tung von oben, oder wenn der Kopf in den Prothorax zu- 
rückgebogen ist, wird der zugespitzte Theil des Trichters 
ganz verdeckt und die schüsselförmige Grundfläche schliesst 



23S 

allein die Oeffnung des Pi'Otliorax, Die Taster, besonders 
die Lippentaster, zeichnen sich dnrch ein sehr langes, cylindri- 
sches, hei letztern gebognes Endglied aus, die Grundglieder 
sind aulTallend klein. Sehr eigenthümlich gestaltet ist das 
Halsschild. Es ist gewöhnlich schmäler als die Flügel- 
decken, breiter als lang und hat seine grösste Breite gewöhn- 
lich hinter der Mitte, die Gestalt ist mehr oder weniger die 
eines Vierecks. Der Vorderrand ist nc!)en den Vorderecken 
ausgebuchtet, die Vorderecken selbst höckerförmig erhoben, 
der Seitenrand ist \or den Hinterwinkeln ebenfalls kurz aus- 
gebuchlet und zwar gewöhnlich um so tiefer, je weniger es 
der Vorderrand ist, die Hinterecken wieder in kornförmige 
Höcker ausgezogen. 

Die Flügeldecken haben die lilngiiche, schmale Ge- 
stalt, die der Mehrzahl der Cremostochiliden zukommt, sind 
an den gerundeten Schultern am breitesten, hinter denselben 
etwas eingezogen, Yerschniälern sich nach hinten nur wenig, 
haben vollkommen abgerundete hintere Seiten — und gerade 
Nahtecken. Sie sind oben flach und haben nahe am Ende 
neben der Naht einen kleinen Höcker. 

Das Prost ernum hat einen kegelförmigen, nach unten 
und etwas nach vorn gerichteten Zapfen, der bei eingeschlag- 
nem Kopfe sich in die Ausbuchtung einlegt, die der hohe Rand 
der schüsseiförmigen Vertiefung der Unserlippe hinten hat. 
Da, wo diese Ausbuchtung weniger tief ist (bei Gr. yariolo- 
sus), ist auch der Zapfen des Prosternum kleiner. DasMe- 
sosternum ragt gar nicht zwischen den Mittelhüften hervor. 
Die sechs Hinterleibsringe sind alle fast von gleicher 
Grösse, beim männlichen Geschlecht auf der Mitte abgeplat- 
tet, die des Weibchens jeder für sich gewölbt, mit einer 
schwachen Längsfurche in der Mitte, die letzten Stigmen 
stehen auf einem Höcker, die vorletzten sind dagegen gar 
nicht erhaben. Die After decke stark nach hinten gewölbt, 
beim Männchen nach unten mehr zugespitzt, beim Weibchen 
vollkommen rund. Die Beine haben nichts Ausgezeichnetes, 
alle Schienbeine sind an der Aussenseite mit zwei, in beiden 
Geschlechtern fast gleichen Zähnen versehen, der Sporn an 
der Innenecke ist lang und spitz. 



23^ 

Nach Mehheiftter (Knoch Nene Beitr. S. 121.) und 
Harris leben die Mitglieder dieser Gruppe auf Castanieu 
und Chinquapins. Mac Lcatf fand sie „fliegend nach Art 
der Cicindelen" auf den Sandbänken des Delaware, New Jer- 
sey gegenüber. 

Die erste Art der Gattung, in Nordamerika einlieimiscli, 
wurde Ton Knoch l)esclirieben. Von Kirbjj und Harris wur- 
den später drei Arten desselben Vaterlands unterschieden, 
beide verkannten aber die /vwoc/t'sche Art und Letzterm war 
anch die etwas frühere Arbeit Kirbjj's unbekannt. Eine vierte 
neue Art aus Mexico luibc ich aus der Königl. Sammlung in 
Berlin beschrieben. Noch eine neue nordamerikanische Art 
hat, einer brieflichen Mittheilung zufolge, Hr. Zimviennafin 
entdeckt. 

*1. Cr. Harrisii: niger, nitidus, thorace laeviori lateri])iis 
rectis, transversim impressis, margine postico profunde 
impresso, elytris punctatis, rugosis, labio intus profunde 
emarginato. — Long. 4V2 l'"- ~ 
Kirly Zool. Journ. III. p. 152. tb. 5. f. 3 et a, 
Cremastocheilus Castaneae, Kirhi) Zool. Journ. II. p. 516. — 
Harris Journ. of tlieAcad. of the nat. scienc. ofPhilad. Vol. V. 
No. 12. p. 384. 

Aus Nordamerika. Nach Harris in manchen Jahren in 
Massachusets nicht selten. Das yorliegende Exemplar, aus Hrn. 
von IVinlhems Sammlung, ist bei Philadelphia gefangen. 

Der ganze Körper dieses Käfers ist schwarz glänzend, 
und mit tiefen eingedrückten Punkten versehen, die auf dem 
Halsschilde am sparsamsten, vorn auf dem Mittelfeld und an 
den Seiten fast ganz fehlen, auf den Deckschilden am gross 
ten und gröbsten sind und hier, besonders auf dem Rücken, 
unregelmässige Runzeln zwischen sich lassen. Der Vorderrand 
des Halsschildes hat neben jeder Ecke einen sehr tiefen tra- 
pezoidischen nach hinten breitern Eindruck, der hinten von 
einer erhabenen Linie begrenzt wird, die sich von dem vor- 
dem Theil des Mittelfeldes erhebt, nach der Vorderecke ge- 
richtet ist, hier sich nach innen krümmt und mit einem run- 
den Höcker endet. Dieser Höcker trägt auf der inueru Seite 



253 

einen kleinen Haarbüsdiel ; ein andrer Büschel gelbliclier Haare 
findet sich an jeder Ecke des durch den Eindruck abgesetz- 
ten mittlem Theils des Vorderrandes. In der Mitte des Sei- 
tenrandes findet sich jederseits ein breiter, minder tiefer, nach 
dem Rücken sich \erflilchender Queereindruck. Die Seiten- 
ränder sind gerade, fein gefranzt, \or der Hinterecke mit ei- 
nem kurzen tiefen Ausschnitt, wodurch die Hinterecke besonders 
abgesetzt erscheint. Der Hinterrand mit einem tiefen Eindruck 
beiderseits, der sich nach innen fast bis znr Mitte erstreckt, 
nach aussen von dem sehr hervorgehobenen spitzen Hinter- 
vvinkel wie von einer Beule begrenzt wird, üas ganze Hiu- 
terfeld des Halsschildes ist qneerülier niedergebogen, längs 
der Mitte bemerkt man die Spur einer Furche und einen drit- 
ten kleinen Haarbüschel jederseits gerade vor der Hinterecke. 
Die Deckschilde sind an der Wurzel beträchtlich breiter wie 
die Mitte des Halsschildes, an den Schultern gerundet, hin- 
ter den Schultern stark eingezogen, nach hinten sich ver- 
schmälernd, dicht runzlig, die Naht etwas erhaben. Der 
Unterleib ist glatt, behaart und weniger deutlich punktirt. 

*2. Cr. Castaneae: uiger, opacus, punctato-rugosus, tho- 
race antrorsum angnstato, postice utrinque profunde impres- 
so, angulis posticis exstantibus, elytris striga laterali trans- 
versa alba, labio intus profunde emarginato. — Long. 5 lin. 

Knock N. Beitr. I. p. 115. tb. 3. f. 1. — Lntr. Gen. Crust. et 
Ins. II. p. 122. 1. Hist. nat. <le ("ni-st. et Ins. X. p. 207. — 
Schönh. Syn. Ins, III. 98. 1. 

Cremastocheilus Henfzii Harris 1. c- p. 3SG. 

Cremastoclieilus canaliciilatus , Kirhj Züol. Journ. III. 151.3. 
tb. 5. f. 5 et c. d. 

Ein Stück in Germar's Sammlung stammt aus Massa- 
chusets und wurde von Henlz eingesendet. Ein zweites in 
Hrn. von Jfinthcnis Sammlung stammt aus Savannah. IMels- 
Jieimer hat den Käfer bei Baltimore entdeckt. 

Gewöhnlich etwas grösser als die vorige Art und ver- 
hältuissmässig breiter, durch den fehlenden Glanz der Ober- 
seite, das verschieden gestaltete und sculptirte Halsschild, das 
Vorhandensein eines weissen Queerstrichs an der Aussenseile 



2mi 

der Deckscliihle u. s. vv. sogleich zu iiiitersclieiden. Der Kopf 
ist fast wie hei der \origen Art gestaltet, nur ist das Kopf- 
schild yorn stärker aufgeworfen und an den Seiten noch mehr 
erweitert. Das Halsschild ist hinter der Mitte am breitesten, 
Terschmälert sich etwas nach Torn zu, ist hinten \iel weni- 
ger als beim vorigen eingezogen. Die Hinterwinkel sind in 
einen scharfen, dreieckigen, nach hinten und aussen gerich- 
teten Höcker ausgezogen, dem ein Haarbüschel fehlt, die 
Ausrandung an jeder Seite des Vorderrandes neben den Ecken 
kurz aber tief, die Yordereckcn selbst einwärts gekrümmt, 
ziemlich scharf, an der Innenseite mit einem Haarl)üschel ver- 
sehen. Die Oberfläche grob und ziemlicli gleichmässig punktirt, 
längs des ganzen Vorderrandes etwas niedergedrückt, in der Mille 
mit einer Längsrinne \crsehen, die jedoch beim Männchen 
sehr undeutlich wird, hinten jederseits neben den Hinterwin- 
keln etwas eingedrückt. Die Deckschilde sind breiter als beim 
vorigen, nur um ein Drittheil länger als breit, fast viereckig, 
nach hinten nur wenig verschmälert, sie sind glanzlos, runz- 
lig, mit zusammenfliessenden eingedrückten Punkten. Nahe 
am Aussenrande, etwas hinter der Mitte, haben sie eine kurze 
und sehr schmale, queere, weisse Schuppenlinie, die bei man- 
chen Stücken nur sehr wenig bemerkbar ist. Die Unterseite 
ist glänzend, die Brust grob und dicht, der Hinterleib spar- 
samer punktirt. 

Nach den Exemplaren der Ä«of7rschen Sammlung, die 

ich im Berliner Museum sah, ist dies der ächte Cr. Castaneae. 

*3. Cr. mexicanus, niger, opacus, elongatus, rüde pun- 

ctatus, thorace postice utrinque impresso, lateribus rotun- 

dato, angulis anticis porreclis, acutis, posticis tuberculi- 

formibus. — Long. ^^^ lin. 

Vaterland: Mexico. Ein einzelnes Exemplar in der 
Königl. Berliner Sammlung. 

Die grösste der bis jetzt bekannten Arten, im äussern 
Ansehen dem Cr. Castaneae am ähnlichsten, aber in den 
Deckschilden beträchtlich länger. Der Kopf bietet nichts Ei- 
genthümliches dar *). Das Halsschild ist verhältnissmässig 



*) Ueber den Anssdinitt der Unterlippe kann icli leider keine 
Auskunft geben , ich habe die Art nicht nielir vor mir, und früher 



2S^ 

breiter als bei Castaneae, an den Seifen mehr gerundet, die 
Ausbuchtungen vor den Hinterecken sind betrilchtlich schwä- 
cher, die Vorderecken vorgestreckt, spitz, mit kaum merk- 
lichen Erhöhungen und die Hinterecken nicht so nach aussen 
hervortretend. Es ist sparsamer und seichter punktirt, das 
vorliegende Exemplar hat el)enfalls eine feine Längsrinne in 
der Mitte. Das Schildchen ist verhältnissmässig grösser. Die 
Deckschilde sind viel länger und verhiUtnissraässig schmäler 
als bei Castaneae, mehr als die Hälfte länger als breit, spar- 
samer und nicht so tief punktirt, mit kurzen, gelblichen Här- 
chen sparsam versehen. Der Hinterleib ist kürzer, die Stig- 
menerhöhungen des vorletzten Gliedes grösser. 

*4. Gr. variolosus: niger, opacus, punctatns, thorace 
postice constricto, utrinque vix impresso, lateribus obtuse 
rotundato, elytris seriatim setosis, labio intus paulum emar- 
ginato. — Long. 4 lin. 
Kirby Zool. Journ. II. 516 et III. p. 152. tb. S. f. 4 et 6. 
Cremastocheilus Sayi Harris I. c. p. 388. 

CremastocLeilus Castaneae Gor. et Perch. Mon. 118. 14. th. 
16. f. 7. 

Aus Nordamerika. Ein von T. Say mitgetheiltes Stück 
in Get'tnar^s Sammlung, ein zweites von Zimmermann eia- 
gesendetes in der Halüschen Universitätssammluflg. 

Kleiner als Cr. Castaneae, verhällnissmässig länger 
und schmäler und auf der ganzen Oberfläche mlJ kurzen, gelb- 
lichen Härchen ziemlich dicht besetzt. Der Kopf hat fast 
die Gestalt wie bei Cr. Castaneae, das Kinn weicht aber dar- 
in von den übrigen Arten ab, dass der hintere Rand der 
Tordern schüsseiförmigen Vertiefung in der Mitte nur einen 
äusserst schwachen Ausschnitt zeigt. Das Halsschild ist hin- 
ter der Mitte etwas breiter als lang, die Seitenränder stumpf 
gerundet, nach vorn sich verschmälernd, die Vordereckea 
mit einem runden Höcker versehen, der an seinem änsser- 
sten Ende eine kleine Spitze und an seiner iimern Seite ei- 
nen rothen Haarbüschel trägt. Der Höcker wird nach mnm 



als sie mir Herr Dr. Erichson gütigst mittheilte, darauf zu achtes» 
versäumt. 

(3. Bamd 2äo Hefto) 11 



23S 

(liirch einen Eindruck am Vorderrande des Halsscliildcs noch 
mehr heryorgehoben. Dicht vor den Hinterecken ist der Sei- 
lenrand tief ausgeschnitten und nach innen gezogen. Die Hin- 
terecken selbst werden von einem ziemlich runden, nacli aus- 
sen gerichteten, vor seiner Spitze aussen mit einem Büschel 
rother Haare versehenen Höcker gel)ihlet. Die Oberfläche 
gleichmässig stark und tief punktirt, ohne Eindrücke. Die 
Deckschilde länglich, verschmälern sich nach hinten nur we- 
nig, auf der Oberfläche sind sie ziemlich dicht und tief pun- 
ktirt, die Punkte sind elliptisch und tragen gelbliche Här- 
chen. Die Stigmen des vorletzten Hinterleibsringes stehen 
auf einem kleinern Höcker. 

2) CycSiflinis. 

Mac Leay lUustr. p. 17. 

Es verhält sich diese Gattung in vielen wesentlichen Be- 
ziehungen der vorigen sehr ähnlich, bietet aber doch hin- 
reichende und selbst auffallende Unterschiede genug dar, um, 
die von Hrn. Mac Leay vorgenommene Trennung zu moti- 
viren. Die langgestreckte Gestalt der Deckschilde, die ei- 
genthümliche, nur relativ abweichende Bildung des Kopfes, die 
auffallende Form des ersten Fühlergliedes sind Kennzeichen, 
die Cyclidius so gut wie Cremastochilus zukommen, die grosse, 
die Unterseite des Kopfes ganz einnehmende Unterlippe hat 
sie sowohl mit diesem als mit Scaptol)ius und Hoplostomus 
gemein. Schliesst sich sonach durch die Uebereinstimmung 
einer grössern Zahl von Charakteren die Gattung enger an 
die vorige als an die beiden folgenden an, so tritt sie durch 
die Form der Unterlippe so bestimmt vermittelnd zwischen 
Cremastochilus und Scaptobius , dass uns weder die Gestalt 
des Halsschildes, noch die Sculptur, in der diese beiden ein- 
ander älinlicher sind, al)halten darf, sie als ein dieselben 
verbindendes Glied anzusehen. Eigenthümlichkeiten bietet 
diese Gattung nun vorzüglich in den Unterkiefern, in der Ge- 
stalt des Halsschildes und der Afterdecke, in der sammetar- 
tigen Bekleidung der mit Ausnahme des Kopfes einer schar- 
fen Sculptur ermangelnden Rückenfläche und ganz besonders 



239 

in der Bildung der Vorderschiencn. Der Kopf hat, wie er- 
wähnt, ganz die Anhige wie bei der lorigen Gattung, nur ist 
der Scheitel in der Mitte mit einem Höcker, die niederge- 
bogne Stirn mit zwei eingedrückten flachen Gruben und ei- 
nem winkligen Yorsprung \or der Einsetzung der Fühler 
versehen. Die Seitenrdnder des Kopfschildes sind nicht so 
breit und weniger herabhängend , die Vorderecken abgerun- 
det, der kreisrunde Vorderrand in grösserer Breite zurück- 
gebogen und nach vorn aufgetrieben, so dass eine deutlich 
geneigte Endfläche hervortritt. Oberkiefer und Oberlippe 
konnten an dem einzigen , mir zur Benutzung anvertrauten 
Stück nicht untersucht werden. Die Unterkiefer weichen darin 
ab, dass die Galea, wenn schon sehr schlank, doch nicht 
in eine so lange Spitze ausgezogen ist, und dass das Kau- 
stück an seinem obern Ende zwei Zähne hat, von denen 
der untere kürzer und stumpfer ist als der obere. Die Un- 
terlippe ist verglichen mit der der vorigen Gattung nur rela- 
tiv abweichend. Die Endfläche derselben ist in der Mitte 
weniger vertieft und ihre Ränder niedriger, der hintere Rand 
nur mit einem schwachen Ausschnitt. Fühler und Taster ver- 
halten sich ganz wie bei der vorigen Gattung. Der Protho- 
rax ist völlig kreisiiind, seine Hinterecken sind abgerundet, 
die vordem niedergebogen in eine vorgestreckte Spitze aus- 
laufend. Die flachen Deckschilde haben eine längliche Gestalt, 
wie die der vorigen Gattung, verschmälern sich aber ziemlich 
stark nach hinten, so dass sie von oben die Hinterleibsringe 
nicht vollständig bedecken. Naht- und Hinterecken sind gleich- 
massig abgerundet, das Prosternum hat vor den Hüften einen 
verhältnissmässig kleinen dreikantigen Fortsatz. Der Hinter- 
leib ist an den Seiten, besonders nach hinten zu , breiter als 
die Deckschilde, und jederseits oben neben denselben sicht- 
bar; fast sein ganzer vorletzter Ring ist von oben unbedeckt, 
der letzte ragt als Kugelscgmcnt aus ihm hervor, das ledig- 
lich von der Rückenplatte dieses Gliedes gebildet wird, wäh- 
rend die Bauchplatte nur als schmaler, mondförmiger Theil un- 
ter ilir sichtl)ar wird. Die Voiderschienen weichen durch 
ihre geschwungene Form und durch einen scharfkantigen, in 
der Mitte et^as vorgezogenen Innenrand ebenso sehr ab, wie 

17* 



260 

durch die drei ungleichen, gegen die Spitze herabgerückten 
Zähne des äussern Randes, Yon denen der untere oder End- 
zahn stumpf, der mittlere sehr scharf, klein und nach hinten 
gewendet *) , der dritte obere aber wieder stumpf ist. Dem 
mittleren Zahn gegenüber springt der Gelenkrand der Innern 
Seite gleichfalls zahnartig hervor. Die kurzen, dicken, cy- 
lindrischen Füsse (tarsi) haben kräftige Klauen. — 

Die drei bis jetzt bekannten, in den Sammlungen, wie 
es scheint, sehr seltenen Arten gehören silmmtlich Südamerika 
an. Die einzige, die wir untersuchen konnten, ist Cycl. axil- 
laris Dupt. , wir yerdanken sie der gütigen Mittheihing des 
Hrn. Dupont. Es ist dies derselbe Käfer, dessen Latreille 
Guy. Reg. anim. IV. p. 572. not. 2. als eines ausgezeichneten 
Cremastocheilus ausführlicher gedenkt. 

i. C. elongatus. Cayenne. 

Cetonia elongata Oliv. Knt. I. 6. |). 24. 23. tb. 6. f. 51. Enc. 

meth. V,4I4. 30. tb. 159. 11. — Schönli. Syn. Ins.III. 135.110. 
Cremastocheilus elongatus Gor. et Perch. Mon. III. 2. tb. 15. 

f. 2. 

* 2. C. axillaris. Cayenne. 

Cremastocheilus axillaris Gor, st Perch, Mon. 112. 3. tb. 15. 
f. 3. 
.3. G. Nero, ater, holosericeus , elytris depressis, apice 
maculis duabus sanguineis nitidis. 
Mac Leay Zool, lllustr. p. 17. 

Aus Südamerika. Von der Grösse der Platygenia bar- 
bata. Ich habe die kurzen Angaben des Hrn. Mac Leaif, 
die aber sur Erkennung dieser ausgezeichneten Art hinrei- 
chen dürften, in der Diagnose zusammengestellt. 

3) ^caiitobiiisi mb.**). 

Zwei südafrikanische Arten, von denen Dejean Catal. 
p. 187. die eine, schon den Hrnn. Gory und Percheron be- 



*) Hr. Mac Leay, der nur zwei Zähne angiebt, bat dieseo 
mittlem bei der Betrachtung von oben übersehen. 
**) Von (Tx«;rrw ich grabe und ßiog. 



261 

kannte, mit den nordamerikanisclien Cremastocliilen verband, 
haben in ihrer Bildung so viel Eigenthümliches, dass ich 
nicht anstehe, auf sie eine besondere Gattung zu gründen. 
Schon darin ist die eine Art (Scapt. capensis) unter den Lamelli- 
cornien ganz anomal, dass bei einzelnen Individuen alle 
Füsse (tarsi) vier, bei andern dagegen deutlich fünf Glie- 
der haben, wie bereits Erichson Jaliresber. für 1839. S. 32. 
hervorhebt. Leider kann ich die Exemplare, die diese Ver- 
schiedenheit zeigen, nicht selbst mit einander vergleichen, 
um mich völlig davon zu überzeugen, dass hier eine Ge- 
schlechtsdifferenz obwalte, doch erinnere ich mich mit Be- 
stimmtheit bei allen Stücken der Königl. Sammlung in Berlin 
nur vier Fussglieder gesehen zu haben, während dasjenige, 
welches ich bei der hier folgenden Schilderung vor mir ge- 
habt habe, deren deutlich fünf hat. Merkwürdig ist, dass 
unter sechs Individuen der zweiten Art (Sc. caffer) kein einzi- 
ges ist, das nur vier Glieder hat, es ist mir aber überhaupt 
nicht gelungen, sexuelle Unterschiede an ihnen zu entdecken, 
so dass die Möglichkeit wohl vorhanden ist, dass alle nur ei- 
nem einzigen Geschlecht angehören. — Der Kopf bietet nur 
noch eine geringe Aehnlichkeit mit der eigenthümlichen Ge- 
stalt dar, die er in der Gattung Cremastochilus hat, es fehlt 
dem Kopfschilde der breite, an den Seiten stark herabhängende, 
vorn rückwärts aufgeworfne Rand, der Scheitel ist erhaben, 
in der Mitte mit einem Höcker versehen, der bald in einen 
Längs-, bald in einen Queerkiel ausläuft, die Stirn flacher 
nach vorn geneigt, etwas concav, der Vorderrand mehr oder 
weniger gerade. Die Fühler ähnlich wie bei den vorigen 
Gattungen, nur hat das grosse flachgedrückte erste Glied eine 
mehr trapezoidale Gestalt. Oberkiefer und Oberlippe 
konnten an den vorliegenden Stücken nicht untersucht werden. 
Die Unterkiefer weichen darin von der Gattung Cremasto- 
chilus ab, dass die Galea, wenn schon schlank, hakenför- 
mig und in eine lange Spitze endend, doch im Allgemeinen 
kräftiger ist und sich innen an ihrer Wurzel, da, wo sich 
das Kaustück anlegt, etwas erweitert. Auch der einfache 
Endzahn des Kaustücks ist oben an seiner Basis mit einem 
kleinen, nach vorn gerichteten Zähnchen versehen, das dicht 



262 

«eben der erwähnten Erweiterung des Helms zu liegen kommt 
und dieselbe etwas überragt. Die Unterlippe kann man 
ebenfalls als einen Trichter ])etrachten , dessen Endfläche aber 
nur flach ausgehöhlt, bei Scapt. capensis sogar fast eben ist. 
Sie deckt beim eingezogeneu Kopfe die Halsoffnung vollkom- 
men. Der Rand dieses Tricliters ist gar nicht aufgeworfen 
und hat nach hinten keinen Ausschnitt, sondern eine Torra- 
ragende Spitze, die sich zwischen die Vorderhüften legt. Dem 
entsprechend fehlt der Zapfen vorn am Prosternuni völlig. Die 
Taster verhalten sich wie bei den frühern Gattungen. Das 
Hals Schild weicht der Gestalt nach sehr ab, beide Arten 
stimmen jedoch darin überein , dass die Vorderecken tief nie- 
dergebogen sind, die Hinterecken scharfe Zähne bilden und 
durch eine mehr oder weniger tiefe Ausrandung von der Mitte 
des Hinterrandes getrennt sind. Die Flügeldecken sind 
viereckig, wenig länger als breit, an den Schultern etwas 
hervortretend, nach hinten gar nicht verschmälert, die hin- 
tern Randecken gerundet. Die After decke senkrecht, klein 
und flach, in das vorletzte Hinterleibssegment so eingezogen, 
dass dieses einen Rand um diesellte bildet, die Stigmen des 
vorletzten Segments mehr oder weniger, die des vorherge- 
henden gar nicht erhaben. Das Mesosternum ragt gar nicht 
zwischen den Mittelhüften hervor. Die Vorderschienen haben 
drei nach aussen gerichtete, bei Scapt. capensis scharfe, bei 
Sc. caffer stumpfe Zähne, die hintern Schienen und die Schen- 
kel verhalten sich wie bei Cremastocheilus. 

Die zwei hierher gehörigen Arten sind grauschwarz, die 
vertieften Stellen gewöhnlich mit Schmutz überdeckt. Man 
hat wohl Grund, daraus auf eine Lebensweise dieser Thiere 
in der Erde zu schliessen. 

* 1. Sc. capensis: niger, thorace transverso, lateribus ro- 
tundato, postice utriuque profunde inciso, elytris seriatim 
tuberculatis. — Long. 4 lin. 
Cremastocheilus capensis Gor. et Perclu Mon. 117. 13. tb. 16. f.6. 
Vom Vorgebirge der guten Hoff'uung. 
*2. Sc. caffer: niger, thorace lateribus angulato, postice 
utrinque spinoso , elytris obtuse tricarinatis , lineolis circu- 
laribus seriatim impressis. — Long. 5 V2 ^^^- — 



203 

Aus dem Cafferiilaiide. Icli habe drei Exemplare aus 
den Sannnlungeu der Hriiu. Dt/ponf, Sommer und von Tf^iii- 
ihem \or mir, mehrere andere sah ich im Berliner Museum. 

Der Kopf grob aber seicht punktirt, nach Yorn \er- 
scliuiälert, das Kopfschild vorn schwach ausgerandet, fast ge- 
rade abgestutzt, der Scheitel mit einem queeren Kiel, der in 
der Mitte in eine stumpfe Beule sich verdickt. Das Halsschild 
ist vorn tief ausgerandet, die Vorderecken tief niedergebo- 
gen, der Seitenrand bildet dadurch, dass sich das Haischild 
erst vorn sehr stark erweitert, dann plötzlich sich ebenso 
sehr nach hinten zusammenzieht, in der Mitte eine stark vor- 
springende Ecke; der Hinterrand in der Mitte vortretend, ne- 
ben den Ecken ausgebuchtet, die Ecken selbst bilden nach 
aussen vorspringende Dornen und liegen mehr nach vorn als 
die Mitte des Hinterrandes. Auf seiner Oberfläche ist das 
Halsschild durch grobe, aber seichte Punkte unregelmässig ge- 
runzelt, hat in der Mitte eine sehr schwache Längsrinne, am 
Vorderrand jederseils neben derselben eine seichte rundliche 
Grube und eine noch grössere, aber auch noch mehr ver- 
waschene Vertiefung am Seitenrande vor den Hinterwinkcln. 
Die Deckschilde sind oben flach, die Naht erhaben, auf je- 
dem befinden sich drei flache, hinten sich vereinigende, durch 
Eindrücke in unregelmässige Knötchen getheilte Längskiele, 
von denen der äussere nach dem Seitenrand hin sich allmäh- 
lich verflächt, die Zwischenräume haben kleine, eirunde Ein- 
drücke, deren Grund durch eine eingeritzte Linie begrenzt 
wird und einen eingestochnen Mittelpunkt hat, die Eindrücke 
bilden zwei nicht ganz regelmässige Reihen in jedem Zwi- 
schenräume. Der untergeschlagne Seitenrand ist durch grobe, 
eingedrückte, zusammenfliessende Punkte queerrunzlig. Die 
Afterdecke hat ähnliche Eindrücke wie die Zwischenräume 
der Deckschildleisten, die nach der Spitze zu sparsamer wer- 
den und allmählich verschwinden, an ihrer Wurzel befindet 
sich in der Mitte eine kleine kielförmige Erhabenheit. Die 
Unterseite ist schwarz, unbehaart, die Seitenbrust grob pun- 
ktirt, auch der Vorderrand eines jeden Hinterleibssegmentes 
mit groben Punkten versehen. — 



26^ 

4) Hoplostomiis. 

Oplostomus Mac Leai/ Illustr. p. 20. 
Die einzige Art, auf die Hr. Mac Leay diese Gattung 
gründete , hat im äussern Körperbau , der sehr \on dem der 
übrigen Cremastochiliden abweicht, eine auffallende Aehnlich- 
keit mit den echten Cetonien. Der flachgedrückte Körper, 
der kleine Kopf mit dem viereckigen Kopfschilde, der trape- 
zoidale, nach vorn stark verschmälerte, hinten über dem 
Schildchen ausgerandete Prothorax, die viereckigen Deck- 
schilde, das stumpfe, zwischen den Mittelfüssen nicht her- 
vorragende Mesosternum , die auffallend kurzen Füsse und 
die zweizahnigen Vorderschienen sind von Mac Leay zur 
Begründung der Gattung benutzt worden. Ich kann nur über 
die Gestalt der Unterkiefer und der Unterlippe, von denen 
Hr. Dr. Erichson die Güte gehabt hat, eine Zeichnung für 
mich anfertigen zu lassen, nähere Auskunft geben, da ich 
den Käfer zwar selbst gesehen, aber bei der gegenwärtigen 
Bearbeitung nicht vor mir gehabt habe. Jene stimmen im 
Bau vollkommen mit denen von Scaptobins überein, der ei- 
genthümlichen Bildung der Unterlippe ist in der Einleitung 
bei der Schilderung der verschiedenen Formen dieses Organs 
gedacht worden. 
1. H. fuligineus. Senegal. Afr. austr. 

Centonia fuligineä Oliv. Ent. 1. 6. p. 20. 17. tb, 31 f. 12. Enc. 
meth. V. 412. 20. tb, 159. f. 5. — Schönh. Syn. Ins, III. 
144. 162. 

Cremastocheilus fuligineus Gor. etPercJi. Mon. 110. I. tb, 15, f. 1. 

5) GreniicliiiiS. 

Kirhi/ Transact. of the Linn. Soc. XIV. p. 569. — 
Kirb. and Spenc. Introd, to Ent, III, 423, tb. 26. f. 34. — 
Mac Leay 111, p. 18. 

Mit dieser Gattung beginnt die zweite Abtheilung der 
€reraastochiliden, wo das Kinn die Unterkiefer seitlich unbe- 
deckt lässt und in Grösse und Breite nur wenig von dem der 
Cetoniaden abweicht. Mit diesen verband daher auch, wie 
erwähnt, Lalreille die wenigen ihm bekannten Formen, 



263 

Im äussern Habitus hat Genuchus eine nicht zu ver- 
kennende Aehnlichkeit mit Cyclidius, besonders was das ge- 
rundete Halsschild und die länglichen, schmalen Deckschilde 
anlangt, und ist überhaupt offenbar diejenige Form der zwei- 
ten Abiheilung, die sich am nächsten an die vorigen Gat- 
tungen anschliesst. Der Kopf ist nach vorn zu gleichmäs- 
sig verschmälert, und gewinnt so, von oben gesehen, eine 
fast dreieckige Gestalt, der Scheitel ist erhaben, bald (bei 
G, cruentus) mit einem Queerwulst, bald (bei G. elongatulus) 
mit zwei kleinen Höckern versehen, die Stirn mehr oder we- 
niger vertieft, selbst ausgehöhlt, vorn durch einen hohen 
scharfen Rand von dem senkrecht niedergebognen Kopfschilde 
getrennt. Die kurzen Fühler haben ein grosses, verdicktes 
und gebognes Wurzelglied, die 6 folgenden sind sehr klein, 
die dreiblättrige Kolbe ist länglich-eiförmig. Die Oberkiefer 
haben einen verhältnissmässig sehr breiten Grundtheil, der 
nach innen in einen starken, kräftigen, unten ausgehöhlten 
Mahlzahü ausgeht. Der hornige äussere Lappen wird nur an 
seinem vcrdern Ende etwas breiter und überragt den häuti- 
gen Theil nur sehr wenig. Er ist mit einzelnen Härchen be- 
setzt. Der häutige Theil ist, wie gewöhnlich, an seinem innern 
Rande gewimpert. Die Unterkiefer haben ein länglich 
viereckiges Kaustück, das an der Innenseite einen dichten 
Büschel rothgelber Haare trägt und dadurch ganz ausgezeich- 
net ist, dass die lange, hier einfache Spitze, die von sei- 
nem vordem Ende ausgeht, nicht von dem innern freien Rande, 
sondern von der äussern, mit der Tasterschuppe verwachsenen, 
Seite entspringt. Es ist diese Spitze iü)erdiess nur wenig 
nach innen gekrümmt, der Galea ziemlich parallel ist sie fast 
gerade nach vorn gerichtet. Die Galea selbst ist lang und 
verhältnissmässig kräftig, sie ist an der Innenseite schwach 
ausgeschweift und endet mit einer einfachen, nach innen ge- 
bogenen Spitze. Am Aussenrande derselben bemerkt man nur 
sparsame Härchen. Die Unterlippe steigt hinten tief nach 
unten herab, und vom tiefsten Punkte an bildet sie eine 
schiefe, ebene, dreiseitige Endfläche (mit der Basis des Drei- 
ecks am Vorderrand), die die Maxillen seitlich unbedeckt 
lässt. Die Taster haben ein langes, cylindrisches Endglied 



266 

lind kleine, kurze Wurzelglieder. Das Halsscliild hat eine 
fast kreisförmige Gestall, der Vorderrand ausgeschnitten, die 
Vorderecken etwas vorgezogen, oben ist es flach gewölbt, mit 
Spuren einer schwachen Liingslinie. Die Flügeldecken 
sind länglich, hinter den Schultern etwas eingezogen, die 
Seitenränder fast parallel, die liintern Seiten- und Nahteckeu 
abgerundet. Die Scapularstücke sind von oben deutlich 
sichtbar. Das Prosternum erhebt sich vor den Mittelhüf- 
ten in einen Kiel, steigt aber nicht zapfcnforuiig herab. Das 
Mesosternum verlängert sich nach vorn in eine kleine 
Spitze, die aber nicht zwischen den Mittelhüfteu hervorragt. 
Die zwei letzten Segmente des Hinterleibs werden oben 
von den Deckschilden nicht bedeckt, auch die Seiten der vor- 
hergehenden sind neben dem Rande der Deckschilde noch 
sichtbar, die Afterdecke ist stark queergewölbt. Die Stig- 
men des vorletzten Gliedes werden nur von einem schwachen, 
kaum etwas erhabenen Ringe umgeben. Die Beine sind in 
allen Theilen kurz und kräftig, alle Schienen an der Aus- 
senseite mit drei starken Zähnen, den Endzahn natürlich mit- 
gerechnet. Diesem gegenüber hat auch der Innenrand einen 
kräftigen, nach vorn gerichteten und leicht gekrümmten Dorn. 
Die Füsse (tarsi) sind durchgehends kürzer als die Schien- 
heine. Geschlechtsdifl'erenzcu kann ich an den wenigen Exem- 
plaren, die ich vor mir habe, nicht entdecken. 

*1. G. cruentus. Vom Gap der guten Hoffnung. 

Cetonia cnienta Fair. Syst. El. II. 159. 124. Ent. Syst. 

I. II 153. 97. — Oliv. Entom. I, 6. p. 57. 69. tb. 

7. f. 58. et var. tb. 6. f. 37. Enc. nietli. V. 426. 87. tb. 161. 

f. 13. — Herbst Col. III. 280- 87. — ScJiönh. Syn. Ins. III. 

143. 158. 
Cremastocheilus cruentns Gor. et Perch. Mon. 115. 10. tb. 

16. f. 3. 
var, a. Genuchns sanguinolentiis Mac Lcay Illustr. p. 18. 8. 
var. b. Cetonia hottentotta Fahr. Syst. El. II. 159. 122. Ent, 

Syst. I. II. 153. 96. — Oliv. Ent. I. 6. p. 56. 68. tb. 7. f. 

55. Enc. meth. V. 426. 86. tb. 161. f. 12. — Herbst Col. III. 

279. 86. — ScJlönh. Syn. Ins. III. 143. 157. 
Cremastocheilus hottentottus Gor. et Perch. Mon. 114. 8. tb. 

16. f. 1. 



2Ö7 

Cetonia Iiottentotta Fahr. 1. c. ist nur eine einfarbig 
scliwarze Varietät seiner cruenta. Genuchus sanguinolentus 
]\]. Lcatj sind Exemplare, die in der Färbung zwischen bei- 
den mitten inne stehen; die rothen Stellen des crucntus sind 
])is auf einen länglichen Fleck und die Spitze der Flügeldek- 
ken geschwunden. Ein solches Exemplar befindet sich in der 
Hallischen Uni\ ersitüts - Sammlung. 

2. G. elongatulus. Vom Cap d. guten Hoffnung. 

Cremastocheilus elongatulus Gor. et Perch. Mon. 116 11. tb. 
16. f. 4. 

3. G. laevis. Vom Cap d. guten Hoffnung. 

Cremastocheilus laevis Gor. et Perch. Mon. HS. 9. tb. 16. f. 2. 
Ich kenne diese Art nicht, bin aber, obgleich die 
Schienen der Abbildung nach aussen ungezähnt sind, doch ge- 
neigt, sie hierher zu rechnen. — 

6) Centrog^natlnijS. 

Guer. Rev. Zool. HI. p. 79. 

Ich gebe hier die Beschreibung der Gattung und der 
dieselbe ausmachenden Art, wie sie Yon Hrn. Giierin 1. c. 
herrührt, da ich sie nicht selbst in der Natur gesehen habe. 
Obgleich die kurze Charakteristik eigentlich nicht hinreicht, 
die Gattung Ton andern dieser Gruppe zu unterscheiden, so 
glaube ich doch, nach einigen in der Beschreibung erwähn- 
ten Eigenthümlichkeiten zu schliessen, dass eine genauere 
Untersuchung die Gattungsrechte ausser Zweifel setzen wird. 

„Diese neue Gattung unterscheidet sich von Cremasto- 
cheilus durch seine Unterlippe, die, anstatt die Unterseite 
des Kopfes ganz zu bedecken, -von der gewöhnlichen Grösse 
ist, dick hervorragend, und an der Spitze gerade abgeschnit- 
ten. Die Unterkiefer endigen in zwei starke Zähne oder ge- 
krümmte Spitzen, von denen die untere zweispaltig ist; sie 
sind verdeckt. Im Uebrigen unterscheidet sich die Gattung 
nur wenig von Cremastocheilus." 
1. C. subrugosus Guer. (1. c. p. 80). 

„Der Körper Ist schwarz, dick, matt, länglich, mit 
Runzeln bedeckt, die zum Theil wie verwischt sind. Der 



268 

Kopf ist oben ausgehöhlt und hat an jeder Seite oberhalb der 
Augen ein ziemlich hervorragendes Hörn, das sich ein wenig 
nach innen krümmt, der Vorderrand zu einem dritten abge- 
platteten Hörn erhoben , das an der Spitze erweitert und ein 
wenig nach innen gekrümmt ist, wie die beiden seitlichen. 
Das Halsschild hat gerundete Seiten. Das Schildchen ist drei- 
eckig. Die Flügeldecken sind an der Basis etwas breiter als 
das Halsschild, ziemlich lang, parallel und die Oberfläche eben. 
Die Beine kurz und kräftig. Die Vorderschienen nur mit ei- 
ner schwachen Spur eines Zahns an der Anssenseite. Die 
Füsse (tarsi) kurz, dick und cylindrisch und endigen mit zwei 
ziemlich langen Krallen. Long. 8V4, lat. 4Volin. — Er fin- 
det sich an der Küste Malaya zu Pulo-Pinang in Vorder- 
indien." — 

7) Coenocliiln^ ISoh.*^), 

Charakterisirt sich besonders durch die Bildung des 
Kinns und die Bewaffnung der Unterkiefer, besitzt aber aus- 
serdem im Bau der Oberkiefer, in der Form des Kopfes, der 
Beine u. s. w. so \iel Eigenthümlichkeiten, dass die Gründung 
einer besondern Gattung auf eine Zahl südafrikanischer Ar- 
ten hinreichend motivirt sein dürfte. 

Der Kopf ist niedergebogen, länglich viereckig, vor den 
Augen an der Fühlerinsertion tief ausgeschnitten, das Kopf- 
schild an der Spitze breiter, vorn etwas ausgerandet. Die 
Fühler sind kurz, das erste Glied sehr gross, verkehrt ke- 
gelförmig , etwas gekrümmt und behaart. In den Oberkiefern 
spricht sich die Eigenthümlichkeit der Cremastochiliden auf 
eine recht bestimmte Weise aus. Der äussere hornige Theil 
erweitert sich nach der Spitze zu um ein bedeutendes, so 
dass ein Stück des Innern häutigen Theils von ihm bedeckt 
erscheint; an der Wurzel des äussern, und auf dem ganzen 
Innern Theil bemerkt man feine Härchen. Der Grundtheil der 
Oberkiefer ist ziemlich schmal, der Mahlzahn, indem er 
nach innen ausgeht, tief gespalten. Die Unterkiefer haben 
in der Gestalt manches Aehnliche mit denen der vorigen Gat- 



*) Von xoivös und YtUng. 



269 

tung, die einzelnen Theile sind auch hier kräftiger und kür- 
zer als z. B. bei Cremastochilus, Gyclidius ii. a., und na- 
mentlich ist die Galea nicht mehr so spitz und gebogen. Abwei- 
chend yon allen übrigen zu dieser Gruppe gehörigen Gattun- 
gen sind sie übrigens darin, dass sowohl der Helm als das 
obere Ende des Kaustücks in zwei lange Zähne gespalten ist 
Die Unterlippe hat eine, den verwandten Gattungen ganz ent- 
gegengesetzte Bildung. Statt dass sich nämlich auf dem Li- 
gulartheile des Mcntum ein Längskiel erheben sollte, sst der- 
selbe gegen die Mitte hin furchenartig lertieft, und weicht, 
wie schon in der Einleitung erwähnt wurde, nur durch grös- 
sere Breite und schiefe Abplattung der Endfläche Yom Typus 
der echten Cetonien ab. Der Vorderrand ist, entsprechend 
dem des Kopfschildes, schwach ausgerandet. Das Halsschild 
ist fast vollkommen kreisrund, nur der vordere Rand etwas 
ausgerandet, der ganze Rand schmal aufgeworfen, der Hin- 
terrand über dem Schildchen schwach ausgerandet, mit zwei 
eingedrückten Punkten versehen. Die behaarten Scapular- 
stücke sind von oben vor den Deckschilden deutlich sichtbar. 
Die Flügeldecken sind wenig breiter als die Mitte des Hals- 
schildes und etwa doppelt so lang, hinter der Schulter tief 
ausgebuchtet, an der Spitze stumpf gerundet, eben, mit mehr 
oder weniger deutlichen Längsrippen. Vom Prosternum steigt 
vor den Vorderhüften ein langer, dicht behaarter, zapfenför- 
miger Fortsatz gerade nach unten herab, das Mesosternum 
ragt zwischen den Mittelhüften gar nicht hervor, der Hin- 
terleib ist seitlich von den Deckschilden völlig bedeckt, nur 
der letzte und mehr oder weniger der vorletzte Ring sind 
frei, jener hängt ähnlich wie bei Gyclidius als Kugelsegment 
aus diesem herab. Die Stigmen des vorletzten Segmentes mit 
einem schwachen wulstigen Ringe. Die Vorderschienen haben 
aussen zwei an das vordere Ende herabgerückte und nach 
unten gerichtete Zähne, auch die Mittel- und Hinterschienen 
haben an der Aussenseite noch einen Zahn ausser dem End- 
zahn. Die Sporen am Ende der Hinterschienen sind sehr lang, 
platt und lanzettförmig. Geschlechtsunterschiede vermag ich mit 
Bestimmtheit nicht anzugeben. Von Coen. Paulus, der einzigen 
Art, jon der ich zwei Exemplare vor mir habe, hat das 



eine, das ich für ein weibliches halte, ein in der Mitte et- 
was breiteres HaLschild und \iel stumpfere Eudzäbne an der 
Anssenseite der Vorderscliieuen, auch sind die Stigmen des 
vorletzten Hinterleil)sringes erbabner; ich bin aber nicht ge- 
wiss, ob diese Unterschiede sexueller und nicht \ielmehr in- 
dividueller Art sind. 

Die Arten leben, wie uifzclius angiebt, nach Art der 
Aphodien, in der Erde. Es gehören hierher: 

*1. C. Paulus. Senegal. CafTraria. 

Cremastoclieihis Paulus Gor. et Pertli. Mon. 112. 4. tb, 15. f. 4. 
*2. C. sulcatus.* Caffraria. 

Cremastoclieilus niaurus Gor. et Perdt. Mon. 113. 6. th. 15. f. 6. 
Ich kann diese Art nicht für Cetonia manra Fabr. hal- 
ten. Fahricius giebt Guinea als Vaterland an und sagt von 
seiner Art: „statura omnino C. hottentottae." Beides passt nicht 
auf diese Art. 
*3. C. ventricosus. Sierra Leona. Senegal. 

Cetonia ventricosa Schönh. Syn. Ins. III. 143. 154. GijU. in app. 
p. 56. 84. 

Cremastocheilus Bron. Gor. et Perch. Mon. 113. 5. tb. 15. f. 5. 

4. C. senegalensis. Senegal. 

Cremastocbeilus senegalensis Gor. et Perch. Mon. 114. 7. tb. 
15. f. 7. — 

5. C. maurus: „depressus, ater, thorace postice punctis 
duobus impressis." 

Cetonia niaura Fnbr. Syst. El. II. 158. 121. — Schönh. Syn. 
Ins. III. 143. 156. 

„Vaterland: Guinea. Lunds Sammlung." 
„Von der länglichen, flachen Gestalt der Cet. hottentot- 
ta. Der Kopf schwarz , mit stumpfem Kopfschilde. Das Hals- 
schild eben, etwas punktirt, schwarz, hinten mit zwei ein- 
gedrückten Piuikten. Die Flügeldecken schwach gestreift, 
schwarz, glänzend. Der Körper schwarz, das Sternum nicht 
hervorragend." 

„Ganz von der Gestalt der Cet. hottentotta." Fahricius. 

*6. C. lugubris: „ater, glaber, elytris macula laterali 

anoqne albis." 

Cetonia lugubris Fahr. Syst. EI. II. 158. 116. Ent. Syst. I. U. 

p. 152. 92. — Oliv. Ent. I. 6. p. 44. 52. tb, 7. f. 60. Enc. 



271 

metb, V. 42?. 69. tb. 160. f. 19. — Herbst Col. III. 278. 84. 

— Schihih. Syn. Ins. III. 142. 152. 

Vom C-ap der ^iiteii HofFiiuiiij:. Ich sah ein Exemplar 
dieser seltnen Art im Königlichen Mnsenm in Berlin, und 
habe mich nl)erzeiigt, dass diesell>e in die gegenwärtige Gat- 
tung gehöre. — 

„Etwas grösser als Cctonia versicolor. Das Kopfschild 
ist abgestutzt. Das Halsschild ist hinten über dem Schild- 
chen ausgerandet. Dieses ist dreieckig und ziemlich breit. 
Die Deckschilde haben eingedrückte Punkte. Der ganze Kör- 
per ist schwarz und glänzend , und mau sieht einen unregel- 
mässigcn weissen Fleck nalie dem Aussenrande eines jeden 
Deckschildes, einen andern an jeder Seite der Brust und 
eine Reihe einander berührender Flecken an den Seiten des 
Hinterleibes, endlich einen Fleck von gleicher Farbe an dem 
hintern Tiieile desselben. Das Sternuui ist nicht hervorra- 
ragend." Olivier Enc. 1. c. 



8) Ptyclioplioriis Nob.'^^). 

Cymophorus Kirbjj Zool. Journ. HI. p. J53. 

Jliac Leaij Illustr. p. 17. 

Kiibj/ , der diese ausgezeichnete Gattung auf eine mir 
unbekannte Art bereits vor längerer Zeit aufstellte, erkannte 
richtig ihre nahe Verwandscliaft mit den Cremastochiliden, die 
besonders der Bau ihrer Mundthcile ins Licht setzt. Unter 
den neuern Entomologen brachten Go}y und Percheron, un- 
bekannt mit Kirbjjs Arbeit, mehrere neue, hieher gehörige Ar- 
ten geradezu in der Gattung Gremastocheilus unter, während 
Dejean, getäuscht durch die allerdings grosse Aehnlichkeit im 
Körperbau überhaupt und besonders in der Gestalt des Hals- 
schildes und der Flügeldecken, die einzige Art seiner Samm- 
lung der Gattung Cetonia einverleibte. 

Der Kopf ist an der Wurzel bis zu den Augen doppelt 
so breit als vorn, der vordere Theil beinahe viereckig, nach 



*) Von Tiiv^ und if toco. Der ÄirJy'sche Name konnte nicht 
beibehalten werden, da Treitschle zwei Jahre früher eine Eulengat- 
tung Cymatophora genannt hat. 



272 

vorn yertieft, der stark aufgebogene Vorderrand bildet bei 
manchen Arten eine schmale geneigte Endfläche. Die Fühler 
haben ein dickes, am Ende kugelig aufgetriebenes Wurzelglied, 
das zweite ist etwas langer als die folgenden, becherförmig, 
diese sind sehr kurz und cylindrisch. Die Kolbe ist ungewöhn- 
lich lang und gross. Die Oberlippe ist an der Spitze ausge- 
randet, an jeder Seite mit Härchen besetzt. Die Oberkiefer 
aben die Erweiternng und hakenförmige Umbiegung über den 
Innern häutigen Theil, der nur in geringer Ausdehnung sicht- 
bar bleibt, nächst Macroma unter allen Cremastochiliden am 
auffallendsten. Die Unterkiefer sind länger imd schmäler 
als gewöhnlich, besonders ist es der Helm, der sich nach 
oben über das Kaustück fortsetzt und in eine lange, nach in- 
nen gebogne einfache Spitze endigt; an seiner Aussenseite 
ist er mit einem Haarbüschel versehen, der eine bei Crema- 
stochiliden ungewöhnliche Stärke hat. Neben der Basis des 
Helms springt das obere Ende des KaustUcks nach innen in 
einen an der Spitze tief getheüten und dadurch doppelt er- 
scheinenden Zahn vor. Die Unterlippe hat die Gestalt eines 
lang gezogenen Vierecks und ist an der Spitze gerade abge- 
stutzt, weicht übrigens darin bei den einzelnen Arten auf 
eine auffallende Weise ab, dass der Längskiel, in dem sich 
der Ligulartheil erhebt, bald fast ganz fehlt, (Pt. spiniven- 
tris, wo eigentlich nur eine leichte Wölbung beobachtet wird), 
bald sehr vollkommen ist (Pt. leueostictus), und um so höher 
wird, je mehr er sich dem vordem Ende des Kinns nähert, 
wo er eine schwach ausgehöhlte dreieckige Endfläche bildet. 
Die Taster bieten keine Abweichung von der gewöhnlichen 
Form dar. Das Halsschild ist etwas breiter als lang, fast 
trapezoidal, die Seiten von der Mitte nach vorn jäh verengt, 
der Hinterrand über dem Schildchen ausgebuchtet. Die Flü- 
geldecken sind an den Schultern am breitesten, hinter densel- 
ben tief ausgebuchtet, so dass diese stark vorgezogen er- 
scheinen, hinter der Ausbuchtung verschmälern sie sich ein 
yrenig und sind am Hinterrande stumpf gerundet. Eigenthüm- 
lich scheint ihre Sculptur zu sein, sie haben nämlich neben 
der Schulter eine eingedrückte Queergrube, neben der Naht 
vom Schildchen weg einen bis zur Spitze reichenden Längs- 



27^J 

eiiuliiick, in dem zwei eingedrückte glatte Linien dnrchlaufen 
und nel)en dem Aussenrande in der Mitte eine längliche Gru- 
be, wodurch das Mittelfeld zu einer gewellten stumpfen Langs- 
kanle erhoben wird. Diese Schilderung passt wenigstens auf 
die Mehrzahl der Arten, auf Pt. leucostictus, spiniventris, unda- 
tus. Die Allgaben in der Bcschreil)ung Yon Pt. Brahma sind in 
dieser Hinsicht zu ungenau und sollte Crcmastoclieilus crilirosus 
G. et P. wirklich, wie ich vermuthe, hierlier gehören, so würde 
die Skulptur bei den verschiedenen Arten einer beträchtlichen 
Abweichung unterliegen. Bei diesem sind nämlich die Deck- 
schilde ganz mit eingestochenen Punkten bedeckt. — Das 
Prosternum ist vor den Vorderhinten bei Pt. spiniventris mit 
einem absteigenden Zapfen versehen, bei Pt. leucostictus nnr 
in einen schwachen Kiel erhoben. Das Mesoslernum spitzt 
sich nach vorn zu, ragt aber nur bei Pt. spiniventris, und 
auch hier kaum merklich, zwischen den Mittelhüften vor. Die 
Hinterleibsringe sind seitlich neben den Deckschilden sichtbar, 
die Stigmen des vorletzten Segments stehen auf langen Spitzen. 
Die Afterdecke ist ausgehöhlt, in der Mille mit einem Längs- 
kiel versehen, der vor der Spitze endet, an seinem Ende aber 
noch zu einem spitzen Hocker anwächst. Alle Schienen an 
der Aussenseite mit zwei Zähnen , die der vorderen sind an 
das untere Ende derselben herabgerückt. Die Geschlechter 
unterscheiden sich nur in der Wölbung des Unterleibs. 

*1. Pt. leucostictus: niger, nitidus, albo-maculatus, cla- 
va anteunarura rufa. — Long. 4V2 — ä lin. 

Aus dem CafFernland. Ich habe ein Pärchen aus Hrn. 
iK Winthems Sammlung vor mir. 

Kopf und Halsschild dicht und gleichmässig punktirt, 
Deckschilde weitläuftiger und unregelmässig mit grösseren und 
kleineren Punkten besetzt, Seiten der Mittelbrust, Unterseite 
der Schenkel und Innenrand der Schienen durch lange gelb- 
liche Haare gewimpert. Farbe schwarz, mit massigem Glänze, 
Fühler roth, mit schwarzem Wurzclgliede. Auf dem Hals- 
schilde der Seitenrand schmal und nach vorn einen Haken ab- 
sendend , sowie zwei Flecke , welche in eingedrückten Gruben 
am Hinterrande vor dem Schildchen stehen , wie mit grünlich- 
(3. Band 2. Heft.) 18 



274 

weissem Lack überzogen. Auf jedem Deckscliilde ein Fleck 
in dem Schultereindruck, ein zweiter, zwei- oder dreifach ge- 
theiltcr in dem Eindrucke neben dem Seitenrande in der Mitte, 
ein dritter yor der hinteren Ecke und zwei Flecke in der 
Lilngsvertielung neben der Naht: einer neben dem Schildchen, 
der andere an der Spitze, ebenso gefärbt. Auch der Seiten- 
rand der Dcckschilde nimmt nach der Spitze hin diese Farbe 
an, doch erscheinen bei dem Weibchen die weissen Ränder 
des Halsscliildes und der Deckschilde verwischt. Die Bauch- 
segmente haben einzelne gelbliche Borsten. 

*2. Pt. spiniventris. Senegal. 

Cremastocheilus spiniventer Gor, et Perch. Mon. 121. 18. tb, 

17. f. 2. 
Cetonia sponsa Dcj. 

Die Nummern der Figuren 2 und 3 sind auf Tafel 17 
der Monographie verwechselt, fälschlich wird nämlich dort Fig. 
2 als Cremast. Brahma und Fig. 3 als Cr. spiniventer aufge- 
führt. Graf Mannerheim macht in einer Anzeige der Mono- 
graphie im Bull. d. nal. de Mose. 1837. n. 8. p. 132. auf diese 
Verwechslung aufmerksam; Mac Lcaif ist dieselbe entgangen. 

3. Pt. undatus. N. 

Cymoplionis undatus Kirhy Zool. Joiirn. III. p. 153. tb. 5. f. 6. 

„Der Körper ist länglich, pechfarben, glänzend, weiss 
beschuppt, unten dichter. Der Kopf fast kreisförmig, puu- 
ktirt. Das Halsschild cliagrinirt, rauh. Die Deckschilde mit 
Gruben versehen, sehr dicht fein punktirt, auf dem Mittel- 
felde der Länge nach in einen stumpfen Kiel erhoben , neben 
der Naht niedergedrückt mit zwei Streifen , die Streifen glatt. 
Die Schienbeine aussen gestrichelt. Die Afterdecke in der 
Mitte in ein kurzes, dreieckiges, spitzes Längshoni erhoben, 
das letzte Hinterleibssegment jederseits mit einem spitzen Hörne 
bewaffnet, das nach innen an der Wurzel ein Stigma führt. — 
Long. 372 ^'"- — 

Aus Francillons Sammlung." Kirby. 

4. Pt. Brahma. Java. 

Cremastocheilus Brahma Gor. et Pcrch. Mon. 120. 17. tb. 17. f. 3. 

5. Pt. cribrosus. Senegal. 

Cremastocheilus cribrosus Gor. et Perch. Mon. 117. 12. tb. 16. f. 5 



275 

Scheint um auch in diese Gattung zu gehören, wenig- 
stens weiss ich für diese Art, der Beschreibung und Al)l)ildung 
nach, keine passendere Stelle. — 

9) Macroina. 

Gor. et Perch. Mon. p. 35. — Mac Leai/ Illustr. p. 23. 
Estenomenus Falderm. Meni. de l'Acad. de Petersl). t. 
IL p. 384. c. tl). 

Es zeigt diese Gattung, die Gorij und Pcrcheron zuerst 
begründeten, deren Autorschaft sie selbst aber irriger Weise 
Kirbjj zuschrieben, sowohl im Kürperbau überhaupt, als auch 
in der Bildung vieler einzelner Organe eine so grosse Ueber- 
einstimmung mit den Cetoniaden , dass es einer genauen Wür- 
digung der yon den Mundtheilen hergenommenen Charaktere 
und der unverkennbaren Verwandtschaft dieser Gattung mit 
Pt} chophorus bedurfte , um uns zur Vereinigung derselben mit 
den Cremastochiliden zu bestimmen. Besonders sind es die 
Oberkiefer, in deren Bau die Eigcnthümlichkeit der Crema- 
stochiliden auf eine Weise entwickelt ist, wie bei keiner der 
andern Gattungen. Der äussere hornige Theil derselben ist 
au seiner Basis sehr breit und mit dem ebenfalls hornigen 
Grundtheile verwachsen , an seiner Innenseite mit einer schwa- 
chen Ausbuchtung versehen, in der der innere häutige, mit 
kurzen, feinen Borsten versehene Theil nur eben noch frei 
sichtbar ist, sonst bedeckt er denselben überall und greift 
oben mit einer hakenförmigen Spitze über denselben herum.*) 
Die Oberlippe ist nach Faldermatin breit, vorn weit imd 
tief ausgerandet, mit gerundeten Ecken. Die Unterkiefer sind 
im Allgemeinen von sehr kräftigem Bau und horniger Cou- 
sistenz; der Helm, der anfangs gerade aufsteigt, ist mit der 
Spitze etwas nach innen gebogen , überall von gleicher Breite, 
die Aussenseite trägt deutlich einen Büschel steifer, anliegen- 
der Haare, und ich kann es daher nur für ein Versehen hal- 



*) Die geringe Ausdelinung , in der der innere häutige Theil 
unbedeckt erscheint, ist Veranlassung gewesen, dass derselbe ganz 
übersehen und die Oberkiefer von Mac Lcmj als vollkommen hornig 
beschrieben wfiirden. 

18 * 



27« 

ton, wenn Mac Leaij (liesell)(' als niukt hesclirelbt;*) das 
Kauslück hat an seinem oberen Ende drei lileine Zähne, be- 
sonderswird der zweite, der sehr nahe an den oberen gerückt 
und nur durch eine ganz schwache Ausrandung von demsel- 
ben getrennt ist, leicht übersehen, der dritte unterste ist wei- 
ter yon den übrigen entfernt und tritt dadurch l)estinimter her- 
vor. **) Die Unterlippe ist in der Gestalt der von Ptychopho- 
rus täuschend ähnlich, nur vorn an der Spitze ist sie ein we- 
nig breiter und hier tief ausgerandet. Die untere Fläche ist mit 
einzelnen, langen, steifen Haaren besetzt. Sollte noch irgend 
Jemand die nahe Verwandtschaft zwischen Ptychophorus und 
Macroma, die sowohl in der Gesammlform dieser Thiere über- 
haupt, als besonders im Bau der Oberkiefer und der übrigen 
Mundtheile ausgesprochen ist, in Zweifel ziehen wollen, so 
dürfte ihn der Umstand von derselben überzeugen, dass hier 
wie dort die Unterlippe bei den verschiedenen Arten eine ver- 
schiedene Bildung zeigt. Bei M. scutellata ist die Unterseite 
derselben ziemlich abgeflacht, nur der tief ausgeraudete Vor- 
derrand ein wenig wulstig, schon bei M. cognata ist dieser 
Wulst mit einer beträchtlicheren Senkung der Unterlippe nach 
vorn zu verbunden und ])ildet eine schief abgestutzte Endflä- 
che , und in noch höherem Grade ist diess bei M. nigripennis 
der Fall, wo die Abstutzung der Endfläche auch dadurch noch 
mehr hervortritt, dass der vordere Rand der Unterlippe nur 
wenig ausgerandet ist. Die Taster zeigen die bei den Cre- 
mastochiliden gewöhnlichen Verhältnisse, kurze Wurzel- und 



*) Der Mangel dieses Haarpinsels ist dalier aiicli ganz mit 
Unrecht von Mac Lenij in seiner synoptischen Uehersicht der Unter- 
gattungen von Macrominns als Untersclieidiingsnierlunal zwischen Ma- 
croma und Gnatliocera Kirhif (Ainphistovos G. et P.) benutzt worden. 

**) Faldcrmnnn I. c. sagt, dass die Unterkiefer drei Zähne 
hätten , der eine wird von der Spitze des Helms gebildet, es bleiben 
also nur zwei für das KaustiicU übrig. Es ist nun ebenso gut mög- 
licli , dass bei manchen Arten der zweite , olmeliin sehr schwache 
Zahn des Kaustücks ganz verschwindet, als dass er von Faldcrmann 
übersehen wurde. Die von iiim gegebene Abbildung des einen Un- 
terkiefers scheint allerdings aucli diesen Zaiin darzustellen. Die bei- 
den anderen Zähne mögen übrigens bei der Faldermnnn sehen Art 
etwas länger sein, als bei der von mir untersuchten M. scutellata. 



277 

sehr lange Endglieder. Der Kopf ist hinten breit, vor ihn 
Augen tief ausgeschnilten , an den Vordereci\.en gerundet, der 
Yurderrand in der Mitte mehr oder weniger stari^ aufgewor- 
fen. Die Fühler haben ein grosses, nach der Spitze zu sehr 
verdicktes Wurzelglied , das zweite und dritte sind etwas läng- 
lich, die folgenden ziemlich kugelig und werden nach aussen 
zu kleiner, die drei Glieder der Koli)e sind lang und schmal. 
Das Halsschild yerschniälert sich nach vorn zu bedeutend , die 
Seitenräuder bilden in der Mitte schwache Ecken, sind nach 
vorn zu sehr herabgebogen , der Vorderrand gerade abgestutzl, 
der Hinterrand jederseils schwach ausgeluichlct, in der Mille 
etwas vorgezogen und über dem Schildchen gerundet. Das 
Mittelfeld ist bei einigen Arten über dem Schildchen ausge- 
höhlt, bei anderen abgeflacht. Das Schildchen in der Mille 
vertieft. Die Scapularstücke sind von oben nur wenig sicht- 
bar. Die Flügeldecken sind an der Basis breiter als der Hin- 
terrand des Halsschildes, hinter den Schultern ziehen sie sich 
mit einem Male stark zusammen, erweitern sich auch nicht 
wieder, und sind viel schmäler als der Hinterleib, der von 
oben jederseits in beträchtlicher Breite neben denselben sicht- 
bar ist. Die hinteren Seitenecken sind gerundet, die Naht- 
ecken etwas scharf und vortretend, der Hinterraud wird von 
dem Mittelfelde durch einen scharf begränzten, tief gcbuchlc- 
ten Eindruck abgesondert. Das Mesosternum weicht von dem 
der übrigen Cremastochiliden darin auffallend ab, dass es in 
der Mille zwischen den Vorderhüflen vorragt, platt, vorn 
breiler und stumpf gerundet ist. Der Hinterleib verschmälerl; 
sich nach hinten zu allmählich, das vorletzte und letzte Glied 
sind von oben unbedeckt, die Afterdecke ist mit einem Miltei- 
kiele versehen, zwischen diesem und dem Rande beiludet sicii 
beiderseits noch ein kleiner, abgekürzter, in. eine Spitze en- 
dender Seitenkiel, der Raum zwischen den Kielen ist etwas 
erhaben. Die Beine sind lang und kräftig, die Vorderschie 
neu haben aussen an ihrer Spitze zwei Zähne , von denen der 
vordere lang und nach unten gerichtet ist; auch der Zahn um 
Innenraude ist lang und spitz. Die Mittel- und Hintersthie 
nen wie gewöhnlich mit einem äusseren mittleren Zahn; die 
Glieder der Füsse sind länglich. 



278 

*1. M. scutellata: nigra, nitida, capitis fascia media ma- 

culaque trigona verticali connexa, tlioracis canaliculati niar- 

giue lateral! lineaque media, sciitello, maculisque pectora- 

libus flavis. — Long. 6V2 !'»• 

Cetonia scutellata Fahr. Syst. El. 2. p. 146. 54. — Schünh. 

Syn. Ins. III. 129. 78. — 
Macroma scutellaris Gor. et Perch. Mon. 148. 1. tb. 23. f. 4. 
Von Guinea und vom Senegal. Fabricius giebt fälsch- 
lich Südamerika als Vaterland an. 

*2. M. cognata: castanea, nitida, clypeo raaculaqiie trigona 
verticali connexa, thoracis postice impressi linea media ab- 
breviala et vitta laterali, scutello maculisque pecloralibus 
flavis. — Long. 772 ü"- 

Vom Vorgebirge der guten Hoffnung. Aus Hrn. Tho- 
reys Sammlung. 

Uer Kopf oben unregelmässig und weitläuftig punktirt, 
vorn schmal gerandet, in der Mitte etwas ausgerandet, mit 
einer eingedrückten Grube oben vor der Ausrandung, welche 
nach vorn durch eine kleine Queerkante begränzt wird. Die 
Farbe des Kopfes ist braunschwarz , das ganze Kopfschild und 
ein von demselben ausgehender dreieckiger, am Scheitel in 
eine Spitze auslaufender Stirnüeck gelb. Die Fühler braun- 
schwarz, ihre Kolbe und die Wurzel des ersten Gliedes roth- 
hraun. Das Halsschild einzeln und zerstreut punktirt, über 
dem Schildchen lief eingedrückt, braunschwarz, glänzend, die 
Seiten in ziemlich beträchtlicher Breite gelb eingelässt, mit 
einem schwarzen Punkte vor der Mitte, in der Mitte eine 
schmale, den Hinterrand nicht ganz erreichende, nach vorn 
abgekürzte gelbe Längsbinde. Das Schildchen gelb. Die 
Deckschilde kastanienbraun, glänzend, in der Mitte mit ein- 
zelnen, unregelmässige Reihen hildenden Punkten, am Seiten- 
rande und Hinterrande mit dichten Queerwurzeln besetzt. Die 
Brust dunkel kastanienbraun, ein Fleck auf den Scapular- 
stücken , die Miltelbrust mit Ausnahme des Mittelfeldes und 
die Seitenplattcn der Hinteii)rust gelb. Der Hinterleib heller 
kastanienbraun, auf jedem Segmente an den Seiten ein gros- 
ser gelblichbrauner Fleck. Auf der Afterdecke ein gelblich- 
brauner, am Ende dreispitziger Fleck, welcher den Raum 



27f> 

zwischen den Kielen einnimmt, üie Beine kastanienbraun, die 
Hüften der vordersten auf der Innenseite gell). 

Der vorigen Art sehr ähnlich und gewiss öfters für die- 
selbe gehalten, so möchte namentlich wohl die M. scutellata, 
die Mac Lcatj lUustr. p. 23. als südafrikanische Art aufführt, 
aber nicht näher bezeichnet, hierher zu rechnen sein. Sie 
unterscheidet sich aber bestimmt genug durch die merklich 
grössere Breite, den auf den hintern Theil des Halsschildes 
beschränkten Eindruck, den stumpferen, weniger ausgeboge- 
nen Vorderrand des Kopfes und die angegebenen Abweichun- 
gen in der Färbung. 

*3. M. nigripennis: nigra, nitida, capite, thoracis \itla 
media et vitta laterali autice dilatata, scutello maculisque 
pectoralibus flavis. — Long. 6% !'"• 

Aus China. Ein Exemplar in der königl. Berliner Samm- 
lung, ein zweites sandte Hr. Diipont unter dem obigen Na- 
men ein. 

Kastanienbraun, glänzend. Der ganze Kopf gelb, sehr 
fein und undeutlich punktirt, zwei Punkte auf dem Scheitel 
und die über den Augen liegende Erhöhung und die Fühler 
rothbraun. Das Halsschild an den Seiten gelb, die gelbe Farbe 
nach den Vorderecken hin sich stark ausbreitend, und einen 
schwarzen Punkt einschliessend. In der Mitte eine breite gelbe 
Längsbinde, welche jedoch weder den Vorderrand noch den 
Hinterrand völlig erreicht. Das Schildchen gelb. Die Deck- 
scliilde dunkler braun, wie bei den vorigen Arten punktiii 
und gerunzelt. Die Brustseiten gelb. Hinterleib röthlich schwarz, 
das dritte und vierte Segment carminroth. Die Vorderbeine 
und ihre Hüften gelb, die Hinterbeine schwarz. 

4. M. bilineata; „elongata, thorace nigro, flavo-marginato, 
elytris bilineatis, autennis pedibusque rufo-piceis. " Bnq. — 
Long. 7 lin. 
Bttquct Annal. de la Soc. Entoiii. de Franc, t. V. j». 207. 

Vom Senegal. 

„Diese Art ist lang und braunschwarz; der fast vier- 
eckige Kopf ist platt und mit einem breiten, gelben Fleck 
bedeckt, der sich bis an das Kopfschild erstreckt, dieses ist 



284) 

sclnvach aufgebogen, zwei andere kleine Flecken von dersel- 
ben Farhe finden sich hinter den Augen und znm Tlieil unter 
dem Halsschild versteckt. Dieses ist gewölbt und glatt, um 
ein Drittheil breiter als lang, an jeder Seite hat es eine breite 
gelbe Binde, die einen schwarzen Punkt enthält, in der Mitte 
gegen die Basis hin findet sich eine eingedrückte rothe Linie. 
Das Schildchen ist roth, klein und dreieckig. Die Flügelde- 
cken haben sehr hervortretende Schultern, sind länglich, an 
den Seiten ausgerandet, breiter als das Halsschild, jede trägt 
für sich eine rothe Längslinie, die sich an der Basis erwei- 
tert, an der Spitze verengt, der Theil der Flügeldecken, der 
von diesen Linien eingenommen wird, ist fein piinktirt, der 
ganze Rest mehr oder weniger chagrinirt, die Nahtlinie ist 
nur gegen die Spitze bin ein wenig erhaben. Die Unterseite 
des Körpers ist dunkelbraun." Buquet. 

5. M. iavanica. Java. 

Gor. et Perch. Mon. 148. 2. tb. 9. f 5. 

6. M. bicolor. Nepal. 

Gor. et Pcrch Mon. 185. 3. tb. 9. f. 6. 

7. M. mirabilis: „depressa, glabra, aterrima nitida, tlio- 
race lateribus clypeoque testaceis, elytris abdomine multo 
brevioribus angustioribusque , disco antice brunneis." FaM. 
Long. 9 lin. 

Estenoinenus mirabilis Fnhlerin. Col. llliistr. p. 385. 33. 

Aus dem nördlichen China. Ein Exemplar in der Samm- 
lung der Kaiserl. Akademie zu Petersburg. — 

„Wenig grösser als Cetonia aurata, obgleich sie viel 
schmäler erscheint. Der Kopf ist breit, niedergebogen, schwarz, 
undeutlich ledernarbig, unbehaart, glänzend, vor den Augen 
tief ausgeschnitten , auf dem Scheitel deutlich , aber zerstreut 
punktirt. Das Kopfschild rothgell), mit einem feinen Queer- 
eindruck, jederseits herabhängend, vorn schwarz gerandet. 
Die Fühler sind pechschwarz , punktirt, die Kolbe braun. Die 
Augen kugelig, wenig hervorragend , schwarz, glänzend. Das 
Halsschild schwarz, unbehaart, glänzend, kaum breiter als 
lang, vorn stark verengt, überall ungerandet, an der Basis 
leicht zweimal ausgebuchtet, der mittlere Lappen rund, etwas 
vorgezogen, die hinteren Ecken gerundet, die Seiten in der 



281 

Mitte etwas eckig, vom sehr ablüuigig , oben mit einer rotli- 
^elhen llaiull)iii(le, die vom ein wenig sich erweitert, versehen; 
der Vorderrand gerade abgestutzt, von der Breite des Kopfes, 
das Mittelleid hinter der Mitte abgeflacht, hier sehr fein und 
weitläuftig, gegen den Seitenrand hin dichter und deutlich 
gestrichelt - punktirt. Das Schildchen dreieckig, alle Ecken, 
besonders die hinteren, sehr spitz, schwarz glänzend, in der 
Mitte mit einer tiefen Längsfurche, unbehaart und nicht pun- 
ktirt, an der Basis jederseits zerstreut punktirt. Die Flügel- 
decken sind viel breiter als die Basis des Halsschildes, hinter 
den Schultern plötzlich stark zusammengezogen, viel schmäler 
und kürzer als der Hinterleib, hinten schmal, wenig verengt, 
an der Spitze abgestutzt, zweimal leicht ausgebuchtet, mit et- 
was vortretenden, spitzen Nahtecken, die Seitenränder und die 
Spitze sind flach gerundet. Die Oberfläche ist eben , unregel- 
mässig zerstreut punktirt, glatt, glänzend, hinten am Seiten- 
rand und in grösserer Ausdehnung an der Spitze mit sehr 
zahlreichen Queerstrichelchen, das Mittelfeld von der Basis 
bis über die Mitte braun , die Seiten und die Spitze schwarz, 
die Schultern sehr hervortretend, gerundet; eine queere ge- 
bogene Linie ist vor der Spitze schwach eingedrückt. Die 
Afterdecke ist sehr uneben, rund, unbehaart, queer- gestri- 
chelt. Der ganze Körper ist unten schwarz, die Brust mit 
kurzen und sparsamen grauen Härchen versehen, ebenso wie 
die Seiten der Ringe gestrichelt , der Hinterleib mit sehr kur- 
zen und kleinen Borsten sparsam besetzt, der letzte Ring unten 
queer grob punktirt. Die Beine sind schwarz, kräftig, mit 
einigen rothen Haaren versehen, die Vorderschenkel und alle 
Schienbeine grob queer - gestrichelt, die hinteren Schienen 
zerstreut punktirt." Faldenn. 

Scheint der vorigen Art sehr nahe verwandt zu sein. 
Die wenigen Unterschiede, die aus der obigen Beschreibung 
zu entnehmen sind, sind alle von geringer Bedeutung und 
M. mirabilis könnte daher wohl nur Varietät von M. bicolor 
sein, der dann freilich ein sehr ausgedehntes Vaterland, von 
Nepal bis zum nördlichen China, zukäme. — 

Zum Schluss dieser Abhandlung muss ich noch zwei 



282 

Arten erwähnen, die ich in keiner der anfgestellten Gattungen 
unterzubringen vermag. Es sind: 

1. Cremastocheilus hirtns Gor. et Perch. Mon. 119, 
16. tl). 17. f. 1. (Myodernia fuliginosa DeJ.) Vom Senegal. 

Ich habe diese Art in der Königl. Sammlung in Berlin 
gesehen. Sie hat im iiussern Habitus viel Eigenthümliches 
und muss vielleicht eine besondere Gattung bilden. 

2. Cremastocheilus maculatus Gor. et Perch. Mon. 
119. 15. tb. 16. f. 8. 

Soll nach JMac Leaj/ lUustr. p. 22. gar nicht zu den 
Cremastochiliden gehören und am nächsten mit Cetonia atro- 
maculata, gagates (Diplognatha) und ähnlichen verwandt sein. 



vir. 

Einige Bemerkungen 
ie Orthopteren 

betreffend, 

besonders in Bezug auf Burmeister's und 
Serville' s Schriften über diese Insek- 
te n a b t h e i 1 u n g , 

von 

T. von Charpentier. 



J3as Studium der Orthopteren hat in neuerer Zeit gar sehr 
die Aufmerksamkeit der Entomologen auf sich gezogen und 
es sind zwei Werke erschienen, welche einen ganz neuen 
Glanz über diese Insektenabtheilung verbreiten und bei weitem 
die Yollstilndigsten Al)handlungen sind, welche bisher die- 
sen Gegenstand behandeln. Ich meine hier Burmeister's 
zweiten Band seines Handbuchs der Entomologie, und zwar 
die dritte Al)theilung (Berlin 1838.) und Aiidinet Servtlle's 
histoire naturelle des insectes. Orthopteres. Paris 1839. 
Ebenso wichtig als diese beiden Schriften selbst ist eine ver- 
gleichende Beleuchtung beider, mit welcher Burmeister im 
Isten Hefte des 2ten Bandes dieser Zeitschrift für Entomolo- 
gie (1840.) die entomologische Welt beschenkte. 

lieber den grossen Werth dieser Werke, welche kei- 
nem Entomologen fehlen dürfen, will ich hier nichts sagen 
und nur mit wenigen Worten bemerken , dass der Mangel der 
Diagnosen bei den Beschreibungen dieser Insekten im Ser- 
ville'schen Werke bei dessen Gebrauche recht unangenehm 
fühlbar ist, und dass es sehr zu wünschen wäre, wenn der 



28^ 

Verfasser bei einer 2ten Auflage des Werks diesem Mangel 
abliülfe. 

So schön und so -vollständig aber nun auch in diesen 
Schriften die Orthoptera abgehandelt sind, so dürfte doch eine 
kleine Nachlese \on Bemerkungen nicht ganz überflüssig sein, 
welche ich also hiermit dem entomologischenPublikum übergebe. 

Bnrmeisier'sMVevk ist früher herausgekommen, als das 
von Serville: in Hinsicht der Namengeljiing wird also bei 
coUidirenden Fällen den älteren, Burmeislersdxcii Benennun- 
gen der Vorzug \or den Servillesdxen einzuräumen sein, wenn 
nicht besondere Gründe ein Anderes erheischen. 



Was Burmeisler in dieser Zeitschrift über die Tren- 
nung der Forfikulinen von den eigentlichen Orthopteren sagt, 
ist gewiss sehr scharfsinnig und im Ganzen riclitig. Einige 
specielle Einwürfe könnten jedoch insofern gemacht werden, 
als der S. 5. bemerkte Unterschied der Grösse der Vorder- 
flügel (elytra) und der Kiiiterfiügel (alae) wohl bei einigen 
Orthopteren ebenfalls, und vielleicht in noch auffallenderem 
Grade vorkommt. Ausser Xya und Gryllotalpa, die Br. selbst 
erwähnt, sind viele Phasmodecn hier zu erwähnen, ja eigent- 
lich die allergrösste Anzahl derselben. ~ Ferner kommen, 
wenn man ganz streng die Sache nehmen will, auch Orthopteren 
und zwar Locustinen vor, welche ihre Flügel nicht lediglich 
in solche Längsfalten legen, welche vom Grunde der Flügel 
(a basi alarum) ausgehen, sondern die an der Spitze einen 
Theil der Flügelmembran auch gewissermassen queer ein- 
schlagen. Dies ist bei manchen Phaneropteris der Fall, be- 
sonders auffallend aber bei der schönen Leptoderes ornati- 
pennis Serv. 

2. 

Heterogamia aegyptiaca, Br. S. 489. = Blatta aegy- 
ptiaca, Serv. S. 94, Unbegreiflich ist es, wie es Serville 
unbekannt bleiben konnte , dass das Weib gänzlich ungeflügelt 
ist. Nicht bloss die Abbildung in der Descript. de l'Egypte, 
sondern auch in Petagna institut. entomol. (wo Tb. III. Fig. 



12. A. B. (las Weil) von heulen Seiten dargestellt ist) hatten 
ihm nicht unbekannt bleiben sollen. 

Er. erwähnt, dass die Weibchen zuweilen zwei weissli- 
chc, hal])(Iurchsrheinende Flecken auf dem Rücken hSUten. 
Dies möchten wohl vielleicht Nymphen sein, welche bei den 
Blattinen zuweilen mit lichten Flecken gezeichnet sind, die 
dem Tollkonimenen Insekt fehlen , z. B. bei Panesthia angusti- 
pennis. Audi erwähnt solches BruUe (Bist, des Ins. Tom. 
IX. pag. 58.) und giebt die Nymphen als mit dieser Zeich- 
nung verseilen au. 

Die Linea basalis arcuata alba der elytrorum beim Männ- 
chen, wie sie Br. nennt, ist eigentlich nicht albo-colorata, 
sondern erscheint dadurch weisslich, dass hier die dunkel- 
braune Fär])ung des übrigen Theils der Flügeldecken fehlt, 
und die durchscheinende, weissliche Gruudmembran sich dem 
Auge darstellt. Zu bemerken ist noch, dass der Raum der 
Flügeldecken innerhalb dieses Arcus andere Sculptur hat, als 
der übrige, bei weitem grösste Theil; dieser ist gestricht 
(striatus) , jener innerhalb des Bogens mehr netzförmig oder 
cicatricosus. 

Die Area basalis alarum (posticarum) ist auf eine aus- 
gezeichnete Weise durch eine tiefe Bucht (gleichsam Einschnitt) 
am unteren Flügelrande von dem übrigen Theil des Flügels 
geschieden, und schlägt sich nach innen, wenn die Flügel 
sich zusammenlegen. 

In Hahns Orthopteris ist das Männchen mit Fühlhör- 
nern abgebildet, die mehr als noch einmal so lang sind, als 
in der Wirklichkeit. Auch sind die Beine gelb angegeben, 
welche dunkelbraun sind. Auch ist das Pronotum oder der 
Prothorax viel zu spitz gezeichnet. 



Periplaneta pallipalpis, welche Servüle als Kakerlac 
pallipalpis S. 71. beschreibt, fehlt bei Burm. Ich erhielt sie 
in beiden Geschlechtern aus Java. Serville's Beschreibung 
ist sehr gut, doch glaubt er ein Weibchen zu beschreiben, 
während er doch das Männchen beschreibt. Das Weib hat 



nur 2 Flügel- oder Decken - rudimenta , gleich wie bei Peri- 
plan. Orientalis. Beide Arten stehen einander sehr nahe. 



Periplaneta uslulata Br. S. 503. = Blatt, thoracica 
Serv. p. 64. Tab. II. Fig. 1. cT- Die Larve hat die Rudi- 
mente aller \ier Flügel, dnnkelbraun mit grossen gelblichen, 
halb durchsichtigen Flecken ; der Meta - und Mesothorax sind 
ockergelb , mit breiter , brauner Einfassung. 



Epilampra lurida Br. S. 505. ist wohl gewiss Bl. cri- 
bricollis Serv. S. 93. 



Nauphoeta lyrata Br. 508. ist Blatta ornata Serv. 99. 
7. 

Panesthia angustipennis Br. 513. ist ohne Zweifel Pan. 
jayanica Serv. 131. — Br. führt eine zweite Art, die Pan. 
affinis auf. Ich bin überzeugt, dass diese mit P. angustipen. 
eine und dieselbe Art ist und sich nur durch mehr erhöhte 
Tuberkeln des Pronoti auszeichnet. Ich besitze mehrere Exem- 
plare beider Verschiedenheiten, welche einen Uebergang sehr 
gut zeigen. Dergleichen kommt bei mehreren Insekten vor, 
z. B. bei Oryctes nasicornis, Scar. lunaris u. a. 

Das Weib nnterscheidet sich im Aeussern vom Manne 
nur dadurch , dass das letzte , grösste Bauchsegment an der 
Spitze sanft ausgebuchtet ist, und noch ein ganz kurzes Bauch- 
segment sehr wenig aus dieser Ausbuchtung hervortritt. 

8. 

Panesthia transversa hat die Flügel und Flügeldecken 
noch weit schmäler als Pan. angustipennis , so dass der obere 
Theil des Leibes in noch breiterem Räume unbedeckt bleibt. 
— Die äusserste Spitze der schwarzen, perlschnurförmigen 
Fühler ist auch schwarz ; dieser zunächst folgen 7 — 8 hell 
ockergelbe Glieder. 



287 

9. 
Dass die grosse und so ausgezeichnete Familie der Maii- 
toideii in mehrere genera getheilt wurde, war wohl sehr er- 
wünscht. Es sclieint mir, dass auch hierin Burm. mit vie- 
lem Scharfsinn verfuhr, ohgleich fortgesetzte Beobachtungen 
dieser interessanten Bildungen gewiss noch manches vervoll- 
kommnen werden. Br. sieht solches auch in Germar's Zeit- 
schrift selbst ein , zumal die oft so abweichende Gestalt des 
Mannes von der des weiblichen Geschlechts hier grossen Ein- 
fluss übt, z. B. bei M. concinna (Pertj/), wo der Mann bei 
Br. als M. aurantiaca, das Weib als M. tricolor weit von 
einander getrennt wurden. 

Ich folge nun in nachstehenden Bemerkungen der Rei- 
henfolge in Burmeister's Handbuch. 

10. 

Metalleutica ist der Name, den Westwood einer recht 
ausgezeichneten Mantoiden- Gattung beilegte; aber, wie mir 
scheint, ein nicht gut gewählter Name. Er bedeutet zum 
Graben geschickt, welchen Ausdruck Westw. wahrscheinlich 
deshalb wählte, weil die Schenkel der Vorderbeine ungemein 
stark und dick, und mit sehr kräftigen Stacheln an der In- 
nern Seite besetzt sind. Ich möchte aber sehr bezweifeln, 
dass irgend eine Mantis-Art zu den grabenden Insekten ge- 
höre, und deshalb finde ich jene Benennung nicht passend. 

II. 

Die Metalleutica violacea und die Met. vitripennis Br. 
S. 527., die ich in sehr wohl erhaltenen Exemplaren (und 
auch im Nymphenzustande) besitze, sind gewiss Weib und 
Mann einer und derselben Art, welcher der Name M. viola- 
cea bleiben möchte. Beide Thiere sind sich durchaus und völ- 
lig gleich gestaltet und gleich gefärbt, mit Ausnahme der Ge- 
schlechtstheile und der Flügel und Flügeldecken. Letztere 
sind nämlich beim Weibchen dunkelblau, mit etwas grünli- 
chem Schimmer und einigem Metallglanz; beim Manne aber 
halb durchsichtig, und von gelblicher Hornfarbe, ziemlich 
irisirend. Auch sind sie bei diesem etwas weniges länger, als 



2SS 

beim Weibe. Die Unterflügel des letzteren sind etwas dunk- 
ler, ziemlich undurchsichtig, rauchgrau und viel liürzer als 
beim Manne. Das Weib ist also Ihtrmcisters Metall, vio- 
kicea und der Mann Met. \itripennis. Aehnliche Filrbungs- 
verschiedenheiten trifft man bei sehr vielen Mantoiden. 

12. 

Es ist wohl ein Irrthum , wenn in Germars Zeitschrift 
S. 32. gesagt wird, dieMantis chalybea des Seriille p. 202. 
sei die M. splendida Westivoods (Dr. S. 523. No. 1.), denn 
Serv. beschreibt als M. chalyb. sehr deutlich das Weib von 
Metall, violacea. Das Männchen war ihm unbekannt. 

13. 

In die Nähe von Metalleutica dürfte ein neues genus 
einzuführen sein. Ich erhielt eine Mantoide aus Aegypten in 
beiden Geschlechtern, etwa 2 Zoll lang und von ro))ustem 
Bau; der Leib schmal, sehr lang, fast länger als die Flügel 
des Mannes. Der Kopf stark und plump gebaut. Die Vor- 
derschenkel dick, fast aufgeblasen. Der Prothorax nur etwa 
zweimal so lang als breit, rundlich und — was sehr merk- 
würdig — beim Weibe in der Mitte, oben, mit zwei kleinen 
kegelförmigen Höckern. Die Farbe des ganzen Insekts ein 
Mittel zwischen ockergelb und rostfarbig; die Hinterflügel mit 
sehr vielen kleinen, schwarzen Flecken fast ganz bedeckt. 
Die Flügel des Mannes fast so lang als der Leib , die des 
Weibes wenig länger als der Prothorax, also nicht halb so 
lang als die des Mannes; auch sind die Flügeldecken des 
Weibes am Apicalrande schwarz gesäumt. Ich nenne sie einst- 
weilen in meiner Sammlung Chiropacha gilva, und werde an 
einem andern Orte Abbildung und nähere Beschreibung da- 
Yon geben. 

14. 

Bei Mantis nana, die tinch Ratnbur in der Faune d'An- 
dalnsie Fase. 11. Tab. I. Fig. 4. abgebildet hat, sagt Burin. 
S. 531. die Larve und Puppe seien die Mantis Spallanzania 
des Rossi. Dies möchte wohl ein Irrthum und letztere nur 
die Larve von M. oratoria sein. Ich verweise hier auf p. 89. 



289 

meiner Hör. entomol. und die daselbst über diesen Gegenstand 
angeführten Schriften Rossfs, Latrcille's und WiedemaniCs. 

15. 

Ganz in die Niihe von M. nana gehört die von mir in 
den Hör. entomol. S. 90. beschriebene Mant. decolor, die 
später Scrvt'lle S. 200. und Rambur S. 22. aufführten. Das 
"Weil) , welches icli damals noch nicht kannte , ist weit robuste- 
ren Baues als der Mann, hat aber ganz kurze Flügel, welche 
kaum den halben Leib bedecken. 

16. 

Mant. aurantiaca Br. 531. ist identisch mit ServiUe's 
M. quadrimaculata S. 201. und zwar das Männchen, dessen 
Weib Br. als M. tricolor S. 543. besclireibt, und welches 
Perttj als M. concinna abbildete, und Servillc S. 201. gleich 
nach seiner M. 4 maculata beschreibt. 

Ich bezweifle gar nicht, dass De Geer\s Mantis Tab. 37. 
Fig. 2. und welche er pag. 267. der deutschen Uebersetzung 
für M. oratoria des Linnc halt, das Mcännchen der M. con- 
cinna ist. Die, zwar sehr schlechte, Abbildung und auch die 
Keschrcibung passen recht gut. 

17. 

Mantis vitrea Br. 532., von welcher Br. in Germar's 
Zeitschrift p. 31. selbst vermuthet , sie möge identisch mit 
Mant. pellucida Serv. 191. sein, ist wahrscheinlich dieselbe 
und zwar das Männchen. Das besonders Charakteristische 
dieser Mantis ist der kohlschwarze kleine Flecken unmittelbar 
zwischen den Ocellen, den ganzen Raum innerhalb derselben 
einnehmend, sowie auch die ungemein langen Fühlhörner. 
Diese bestehen aiis kleinen, kugeligen Gliedern, deren jedes 
zu beiden Seiten zwei kleine, feine Borsten führt. — An 
diesen Kennzeichen erkennt man auch leicht das Weibchen, 
das im Uebrigen ungemein vom Manne verschieden ist; denn 
es ist solches, wie ich gewiss vermuthe, die Mantis gynino- 
pyga Br. pag. 541. Die Flügel derselben sind halb so lang 
als beim Männchen und die oberen ganz grün gefärbt und 
(.1. Band 2. Heft.) 19 



290 

muUu'clisichtig , die uiUeicn'gelljlichcr , wiUireiul die des Milnii- 
cheii ganz durchsichtig und fast \ollig wasseihell sind. Ich 
hal)e diese Art in meiner Sammlung Mantis longicornis ge- 
nannt, da der bisherige Name des Mannes so wenig auf beide 
Geschlechter passt, als der des Weihes. — Serville beschrieb 
nur den Mann und kannte das Weib nicht. 

18. 

In der Nähe der M. pellucida beschreibt Serville S. 192. 
die Mantis pilipes , welcher aucli Burvi. in Germar's Zeitschr, 
31. gedenkt. Zu der sonst recht genauen Beschreibung in Ser- 
ville muss ich noch der merkwürdigen Bildung erwähnen, dass 
diese Mantis an der innern oder untern Seite der Hinterschen- 
kel, nahe am Knie, eine kleine flache, längliche Hervorragung, 
einen lobulum hat. — Von M. pilipes beschreibt Scrv. nur 
das Männchen, und auch ich besitze in meiner Sammlung nnr 
Männchen dieser Art, auf welche die ServiUe'?,c\\Q Beschrei- 
bung genau passt. 

Wenn hier ein analoger Schluss erlaubt ist, so würde 
ich in Bezug aiif M. longicornis (mihi) glauben, dass Mant, 
sublobata Serv. 186. i. e. Mantis brachyptera Er. 541. das 
Weib der Mant. pilipes sei. So höchst abweichend auf den 
ersten Anblick dieses Vorkommen zu sein scheint, so ist es 
doch nicht abweichender, als das des Weil)es von M. longi- 
cornis vom Manne (der M. pellucida) , ja die Bildung der Ge- 
schlechter beider Arten ist sogar recht analog. Hierzu kommt 
die bei beiden, jetzt getrennten Arten (der M. pilipes und sub- 
lobata) vorhandene, höchst ausgezeichnet starke Zahnung der 
Vordercoxae und dass deren innere Seite auch mit vielen er- 
habenen, weissen Punkten bestreut ist. Besonders aber stim- 
men beide überein im Vorhandensein des kleinen Lohns an 
der untern Seite der Hinterscheukel, welcher sogar auch, je- 
doch in viel schwächerem Grade, an den mittleren Schenkeln 
wahrzunehmen ist. 

Uebrigens bemerke ich noch, dass ich noch in keiner 
Sammlung ein männliches Exemplar sah, auf welches die Be- 
schreibung von M. sublobata gepasst hätte. 



291 

19. 

Maut, hyaliiia Br. 532. No. II. dürfte hier ganz weg- 
zulassen sein, wenigstens mit den AUegaten aus Fabricius 
und aus Lichtenslein, der nur die Diagnose des Fabricius 
und dessen falsches Citat aus De Geer wiederholte. — Mant. 
hyalina DeGecrs, welcher dieser Name bleiben mnss, ist einer- 
lei mit Slolls Mant. hyalina Tab. XX. Fig. 75. und wohl die 
grösste jetzt bekannte Mantis-Art. — Fabricius beschrieb 
unter diesem Namen recht deutlich eine Empuse und zwar das 
Männchen von Vates cnemidotus Burmeisler. 

20. 

In die Nahe von Mant, purpurascens dürfte auch eine 
ausgezeichnete europäische gehören, die ich zuerst aus dem 
südlichsten Rnssland und dann auch aus Macedonien empfing. 
Ich nannte sie damals M. sulicoeca, später aber ist sie ziem- 
lich gut als Mant. Baetica in Rambur's Faune d'Andalusie 
pag. 19. beschrieben und Fase. II. Tab. I. Fig. 1 et 2. und 
zwar cf und 2 abgebildet worden. 

21. 

Mant. bioculata und M. bimaculata Br. 537. sind, nach 
meiner vollen Ueberzeugung, eine und dieselbe Art. Beide 
sind in allen und jeden Verliältnissen ganz gleich gebildet, 
bis auf die Farbe, welche bei erstercr grün, bei letzterer fast 
schiefergrau ist. Eine dergleichen Verschiedenheit kommt aber 
bei sehr vielen Orthopteren bei einer und derselben Art vor, 
z. B. Loc. verrucivora, Loc. maculata, Mant. religiosa, Em- 
pusa gongylodes u. a. m. — Bnrm. in Germ. Zeitschr. S. 
31. scheint sich selbst zu dieser Meinung hinznneigen. — 
Ich glaube, dass Thunberg in den Memoires de Petersbourg. 
Tom. V. (1815.) diese Mantis als M. guttata beschrieben hat. 

22. 

Die Mant. patellifera Serv. S. 185. kenne ich nicht; al- 
lein die M. bipapilla S. 188. besitze ich in einigen Exempla- 
ren, welche ich durch Graf Hopiiannsegg unter dem Na- 
men M. laticoUis aus Java erhielt. Da aber ihre Hauptforbe, 

19* 



292 

^\ie auch Serville augiebt, ein frisches, helles Grün ist, so 
ist es wohl ein Druckfehler, wenn Br. in Genn. Zeitschrift 
S. 31. sagt: „sie möge eine graue Varietät Aon M. patelli- 
ferasein" und müsste es wohl heissen „eine grüne Varietät." 
DieM. bipapilla zeichnet sich noch durch die Unterseite 
des Prothorax aus. Diese ist hellgelb und nach hinten zu 
mit drei braunen Queerbinden bezeichnet, in deren letzterer, 
nach dem Leibe zu, wiederum zwei kleine, erhabene, gelbe 
Punkte sich befinden. 

23. 

M. Carolina Br. 538. {Serv. führt sie, wenigstens als 
solche, gar nicht auf.) Stoll bildet das Weib Tab. XXIV. 
Fig. 91 u. 92. in zwei Varietäten ab, nämlich unter Fig. 91. 
die am häufigsten Yorkommende grau -braune, und unter Fig. 
92. die seltenere hellgrüne, deren Unterflügel am Hinterrande 
mehrere dunkelbraun gefärbte Maschen haben. Ich besitze 
beide Varietäten und bei der \öllig übereinstimmenden Bil- 
dung beider, die Farbe ausgenommen, bin ich Ton ihrer Art- 
einerleiheit überzeugt. 

Die grüne Varietät, glaube ich, ist die M. dimidiata 
Br. 509. 

Wie LicJilenstein im Holthuys. Cat. S. 79. die StoU'sche 
Abbildung Tab. XVII. Fig. 63. zu M. Carolina ziehen und sie 
M. hodegetica nennen konnte, ist mir nicht klar. Ein Glei- 
ches that er mit dem Linne^schen Allegat in Transact. of 
the Linn. Soc. p. 26. 

Es befremdet , dass Fabrtc. die M. Carolina des Linnc 
gar nicht mit in seine Schriften aufgenommen hat. Ebenso 
wenig führt sie Serville nnter diesem Namen auf. Ich ver- 
muthe aber, dass Serville's Memüs cuticularis S. 189. die M. 
Carolina sei. Doch ist es überhaupt auffallend, dass er diese 
Species an die erste Stelle der Abtheilung: „Elytres sans lache 
discoidale" setzt und doch sehr richtig den grossen schwar- 
zen Punktfleck an der grossen Mittelrippe beschreibt. 

24. 
M. praecaria Br, 639. Serv. 181. Die Allegate aus 



293 

De Geer , Sloil, Hahn (Oiih. icoii.), sowie bei Fabric. aus 
Herbst Arch. und der Mcrian (wo es jedoch Tal». 68. statt 
tUi. lieissen niuss) lassen keinen Zweifel, welche Brasilianiselie 
Mantis-Art heute unter der M. praecaria verstanden werde. 
Wohl aber möchte ich zweifeln, ob es die wirkliche Linne- 
ische M. praecaria sei, obgleich derselbe auch die itfereaM'sche 
Abbildung (jedoch auch Tab. 66. statt 68. und im Mus. Ulric. 
ganz unrichtig auch Rösel Gryll. Tab. 8.) allegirt. Denn die 
Worte im Mus. Ulr. S. 114.; „Ocellus ferrugineus magnus, 
pupilla flava in medio elytri pone costam" scheinen durchaus 
nicht den kleinen Flecken bei M. praecaria auctor. (der, streng 
genommen , gar kein ocellenartiges Aussehen hat) zu bezeich- 
nen, wohl aber den sehr grossen Flecken bei Mant. suppli- 
caria llliger (Br. 542. = M. flavipennis Serv. 182.). Sloll 
und Ltchfensiein mochten daher wohl Recht haben, wenn sie 
diese Mantis für die praecaria Lin». hielten. Ersterer p. 52. 
zur Erklärung der Fig. 62. Tab. XVII. und letzterer pag. 26. 
in den Liun. Transact. , wo er freilich die Allegate aus 3Ie- 
rian, Houtltiyn, De Geer und Herbst hätte weglassen sollen, 
Lalreille in s. generib. insect. Tom. III. p. 93. zieht diese 
Stollsche Figur 62. ebenfalls zu Linnc's M. praecaria und 
p. 91. sagt er ausdrücklich, die //er^A /sehe Figur im Archiv 
Tab. 50. sei nicht zu verwechseln mit M. praecaria. 

25. 

M. unipunctata Br. 540. = M. flavo- guttata Serv. 183. 
Von beiden Autoren war nur das Weib gekannt; ich besitze 
ebenfalls nur ein solches. Vielleicht, dass das Männchen so 
abweichend gebildet ist, dass man in Exemplaren, die in 
Sammlungen aufi)ewahrt werden, solches nicht dafür erkennt. 

26. 

M. oratoria. Aus dem südlichen Frankreich habe ich 
mehrere Weibchen erhalten, die sich durch schön hellgrüne 
Farbe der Flügeldecken auszeichnen. Aus Sicilien fast nur 
solche, die ziemlich grösser waren und die Flügeldecken meis« 
röthlich - gelb gefärbt hatten. 



294 

27. 

Wegen M. brachyptera und gymnaptera Br. 541. siehe 
oben bei M. pilipes und pellucida. 

28. 

M. cingulata Br. 542. (wo noch zu den AUegaten Lich- 
tenstein Linn. Trans. Vol. VI. pag. 27. No. 22. hinzuzufü- 
gen ist) = Serv. 197. Bei Fabr. ist keine Mantis dieses 
Namens aufgeführt. 

Die erste Kenntniss dieses Thieres gab uns Drurij (Vol. 
II. Tab. 49. Fig. 2.) und Gnielin in der 13ten Ausg. des 
N. S. S. 2055 gab als Diagnose: thorace fusco, elytris viri- 
dibus atro reticulatis, maculis qnatuor nigricantibus, alis ni- 
gricantibus nigro - lineatis, margine exteruo flavescente. — 
Sloll lieferte später Tab. IX. Fig. 32. eine weibliche Mantis 
unter obigem Namen. Diese Figur beschreibt Liclitcnsiein 
I. c. ebenfalls. Nirgends ist in allen diesen Schriften und Ab- 
bildungen einer frontis bispinosae erwähnt, welche Br. und 
Serv. in die Diagnose und Beschreibung mit aufnehmen. — 
Ich vermuthe daher, dass Br. entweder die M. chlorophaea 
BlanchartVs (in Guerin Magaz. Vol. IX. Tab. 135.) oder 
die Mantis bidens des Fabricius vor sich hatte. Beide diese 
Arten sind aber wohl ganz tou M. cingulata yerschieden, 
wenn auch der Umriss der Flügeldecken, ilire Färbung und die 
der Flügel eine fast wunderbare Uebereinstimmung zeigen. 

Serville p. 197. erwähnt zwar bei seiner M. cingulata 
ebenfalls S/oU's und Lt'cJiienstei'n^s 1. c. und führt an: tete 
ayant au milieu eutre les antennes deux tubercules aigiis; al- 
lein dieser kann wohl ebenfalls sich geirrt ha])en; denn S/oll 
bildet eine wahre Mantis ab, ohne alle Spur eines Horns 
oder einer Erhijhung auf der Stirn. 

Burmcister's Diagnose würde eher auf Blanchard's M. 
chlorophaea (Theoclydes chlorophaea Serv. S. 153.) passen, 
wenn nicht, nach dessen Abbildung im Magaz. zu urtheilen, 
die Stirnhörner seiner Maut, chlorophaea so platt wären , dass 
man sie wohl nicht tubercules aigus nennen, und man auch 
nicht „frons bispinosa" von ihr sagen kann. - Von der 



295 

.S/oWsclieii M. cingtilata milerscheidet sicli die M. cliloropliaea 
(liircli die eben beschriebene Stirn der letzteren, da die er- 
ötcre eine gewöliiilidie , unl)ewaffncte hat und durch die nicht 
biindirten Hinterbeine, welche M. chlorophaea stark ban- 
(lirt hat. 

Es kommt hier noch eine dritte, sehr nahe verwandte 
Art in Betracht, nJlmlich die Maut, bidens des Fahricius, 
deren genaue Abbildung ich in Kurzem zu liefern gedenke. 
Diese hat genau die Grösse der M. ciugulala Stoll , und auch 
der M. chlorophaea Blanch. Auf dem Scheitel hat sie zwei 
dicht neben einander stehende, ziemlich starke, kurze, spitze 
Zähne. Die Form und Zeichnung der Ober- und der Unter- 
fliigel stimmen mit denen der beiden anderen genannten Arten 
sehr überein. Was sie al)er von beiden vorzüglich unter- 
scheidet und, verbunden mit dem gezahnten Scheitel, den Em- 
pusen einreiht, ist der Umstand, dass die vier Hinterbeine 
mit sehr deutlichen lobis ^versehen sind. Fabricins giebt 
zwar nur an: tibiae secundi paris lobatae; bei dem mir gehö- 
rigen Stück aber sind auch die Hinterbeine sehr deutlich, und 
noch stärker als die Mittelbeine mit Lappen versehen. 

Uebrigens ist von allen diesen drei Arten, cingulata, 
chlorophaea und bidens (wenn es wirklich drei verschiedene 
Arten sind, worüber ich nicht genau entscheiden will, da ich 
nur die letzte in Natur besitze) , nur das weibliche Geschlecht 
beschrieben. 

Burm, führt pag. 542. in fine zu M. truncata Fabr. 
\\. p. 17. als Synon. die S/oZ/'sche Abbildung Tab. HI. Fig. 
10. an. Beide gehören keinesweges zusammen, denn unter 
andern zeigt die .SVoZ/'sche Figur durchaus nichts vom thorace 
scabro, apice utrinque dilatalo , membranaceo. 

29. 

M. tricolor Br. 543. ist, wie bereits erwähnt, das Weib 
von M. aurantiaca S. 531. 

30. 

Vales cnemidotus Br. 543. = Theod.ytes foliala Serv. 
151. — Das Männchen ist gewiss Maut, sphingicornis SloU. 



29G 

Fig. 74. und das Weibchen dessen M. subfoliata Fig. 67. ; 
beide Figuren aber fehlerhaft: der Mann mit viel zu langen 
Fühlern ; das Weib ohne die Lobos der Mittel - und Hin- 
terbeine. 

Da das Männchen ausgezeichnet gekämmte Fühler be- 
sitzt, so kann es schwerlich zum genus Vates gerechnet wer- 
den , bei welchem beide Geschlechter gleichförmige Fühler ha- 
ben sollen. — Das Weib führt Lichtenst. 1. c. pag. 24. 
No. 11. als Maut, foliata auf, mit falschem Vaterland (nach 
Sloll). Man sehe auch Br. in Gertn. Zeitschr. S. .33. — 
Das Männchen hat Fahrte, deutlich als M. hyalina beschrie- 
ben (E. S. p. 21.), obgleich er die Bildung der Beine nicht 
besonders erwähnt. 

31. 

Vates orbus und macropterus Br. 514. möchten wohl 
eine und dieselbe Art sein. Zu ihr gehört Theoclytes lobipes 
Serv. 154. Desgleichen Mantis lobipes Lichtenst. p. 22. No. 
9. = M. macroptera Stall. Tab. VIII. Fig. 30. Doch scheint 
es mir, als ob Lichtenst. dieses Thier gar nicht in Natur 
gesellen, sondern nur nach Stull's (ziemlich schlechter) Ab- 
bildung beschrieben hal)e. Er sagt nämlich in der Description: 
„Tibiae (nämlich pedum posticorum) spina duplici subtermi- 
nali." Hierzu wurde er eben durch jene Zeichnung verleitet, 
welche das Basalglied der Tarsen, welches länger ist als die 
übrigen vier zusammen, so darstellt, dass man es als zur Ti- 
bia gehörig ansehen kann, wo dann freilich die Endstachelu 
der Tibia als spinac subterminales derselben angesehen wer- 
den können. 

32. 

Empusa gongylodes. Ich vermuthe, dass diese Empuse, 
wie so manche andere Orthoptera, in zwei verschieden ge- 
färbten Abänderungen vorkommt: in einer hellgrünen und in 
einer braunen, denn man findet Individuen von beiden Fär- 
bungen in den Sammlungen und die braune Abänderung hat 
nicht die Färbung die gewöhnlich durch das Eintrocknen her- 
vorgeht. Vorzüglich sah ich meist Männchen, die braun ge- 



2Ö7 

liirht waren. Von Emp. pauperala sagt Rambur (Faune 
(rAndalus. pag. 17.), sie komme liiidis \el fusca Tor. 

Beide Geschlechter haheii in der Mitte jeder Flügelde- 
cke, nahe an der grossen Rippe, einen lichten, glatten Fleck, 
der jedoch bei den Weibchen oft weniger merklich ist. 

33. 

Empusa trachelophylla Br. 545. gewiss specifisch von 
Emp. gongyloides verschieden, besitzt bei weiblichen Exempla- 
ren (wenigstens bei zweien, die ich prüfen konnte) jenen glat- 
ten, weisslichen Fleck ebenfalls und noch mit einem etwas grös- 
seren , weissen, niclit glänzenden vereint. 

Ein mir gehöriges Exemplar hat an beiden Vorderfüs- 
sen nur vier Tarsenglieder! 

34. 

Empusa Orientalis Br. 546. kenne ich niclil. Allein was 
Emp. pauperata betrifft, so sind bisher zwei, gewiss specifisch 
verschiedene Arten unter dieser Benennung verstanden wor- 
den. Die eine ist die ostindische Art, welche wohl zuerst 
unter dem Namen Mantis pauperata bekannt gemacht wurde. 
Ihr reihete man an die zweite Art aus dem südlichen Europa, 
Spanien, Italien, Türkei und Aegypten, und hielt sie mit der 
M. pauperata für einerlei. Auch ist beider Aussehen ungemein 
mit einander übereinstimmend; doch zeichnet sich die letztere 
Art constant durch mindere Grösse, ganz vorzüglich aber da- 
durch von M. pauperata aus Ostindien aus, dass der vordere, 
erweiterte Theil des Prothorax an den Seiten abgerundet ist, 
während er bei der ostindischen Art in eine nicht unbedeu- 
tende und etwas zugespitzte Membran erweitert ist, welche 
nach aussen zu mit Stacheln besetzt ist. Daher nennt ihn 
Thunberg in der Diagnose sehr richtig ,, dilatato spinuloso." 
Der Name Emp. pauperata wird daher wohl der ostin- 
dischen bleiben müssen, da Fabiictus in den Specieb. inse- 
ctorum, desgleichen Thunberg solche in den Nov. ins. spe- 
cieb. (cf. ej. dissertationes acad. Götting. 1801. Vol. III. pag. 
181.) und Herbst im J. 1786. (Archiv. Fase. IV. pag. 187.) 



29S 

die ostindische Art zuerst unter dieser Benennung beschrieben. 
Die europäische nenne ich in meiner Sammlung Emp. egena. 

Lichtenstein sagt in den Linn. Trans. S. 24. No. 12., 
dass beide Geschlechter von Mant. pauperata antennas filifor- 
mes hätten. Allein auch diesmal hat er sich durch SfoU's 
Worte (S. 34.) irre leiten lassen, der von seiner Fig. 40. 
sagt, sie stelle einen Mann vor, welches doch nicht der Fall 
ist. — Das Männchen hat ziemlich lange, braunrothe, zu 
beiden Seiten horizontal gekämmte oder vielmehr gefiederte 
Fühlhörner (ant. bipectinatae.) 

Das Männchen von beiden Arten ist, so viel mir be- 
kannt, noch nirgends richtig al)gebildet und von Serville S. 
146. ganz verkannt worden. Dieser beschreibt nur die euro- 
päische Art, meine Emp. cgena. Er hält die Mantis (Em- 
pusa) pectinicornis des Linne , Fabric. und Herbst für das 
Männchen seiner Emp. pauperata. Diese pectinicornis ist aber 
gewiss eine andere Art, die sich besonders auch im männli- 
chen Geschlechte dadurch von Emp. pauperata und egena aus- 
zeichnet, dass die Fühlhörner ganz anders gekämmt sind. 
Bei diesen beiden Arten stehen die Kämme in einer und der- 
selben Ebene zu beiden Seiten des Schaftes des Fülilhorns 
(daher ich sie antennae pennatae nennen möchte). Beim 
Manne von Emp. pectinicornis aber machen die beiden Käm- 
me einen ziemlichen , scharfen Winkel gegen einander, gleich- 
sam dachförmig, wie die Männchen bei vielen Bombyx-Arten. 
— Auch sind bei Emp. pectinic. die Lobi an den 4 Hinter- 
liüften kaum grösser, als der Queerschnitt eines Auges des 
Thierchens; bei Emp. paup. und egena aber wohl viermal 
so gross. 

HerbsVs Abbildung ist nicht die beste; er sagt aber 
(Archiv. IV. p. 187.) von dieser seiner Emp. pectinic: „die 
Fühlhörner an der Innern Seite stark gekämmt", welches 
durchaus nicht auf den Mann von E. paitp. passt. — I)ru- 
rifs Figur ist auch nicht gut und sind bei derselben die klei- 
nen lobi femorum sogar ganz vergessen; wenigstens in der 
deutschen Ausgabe. 

35. 

Blepharis mendica. Die drei sehr hervorstehenden Ocel- 



29» 

leu l)eliaUeii auch oft l)ei getrockneten Exemplaren eine hell 
durchsichtige, schön rubinrothe Farbe. 

Westwood beschreibt in Grijfiih aninial kingdom. Bd. 
XV. S. 190. eine neue Species aus Tanesserim, nennt sie 
Bl. elegaus und bildet sie Tab. 78. ab. 

36. 

Phyllocrania Br. 548. Sollte >Yohl StolVs Mantis Dia- 
na Tab. XXV. Fig. 100. hierher gehören? 

37. 

Acanthops Br. 551. Scrv. 164. Ich uuiss gestehen, 
dass ich nicht weiss, ob diese Gattung von den eigentlichen 
Mantis -Arten zu trennen ist, da eigentlich der angegegebene 
Hauptunterschied nur in den in eine scharfe Spitze ausge- 
henden Augen besteht. Allein ähnliche Spitzaugen finden sich 
auch bei anderen, wahren Mantis- Arten, z. B. M. rubicunda 
Sioll Fig. 96., desgleichen M. nana CA. und bei noch eini- 
gen. Wenigstens würde Acanthops besser zwischen Mantis 
und den empusenartigen Geschlechtern zu stellen sein, als zu 
Ende derselben. 

Burmcistet' führt eine einzige Art auf, Ac. fuscifoliiis; 
Scrville zwei. Ich glaube, dass es zwei verschiedene, ein- 
ander höchst nahe verwandte Arten giebt , dass aber Serville 
nur die beiden Geschlechter einer und derselben Art als zwei 
verschiedene Arten beschreibt. 

Die erste Kenntniss dieses Geschöpfes verdanken wir wohl 
Htoll, welcher Tab. IV. Fig. 14. ein Weibchen abbildete und 
sie im lateinischen Register pag. 77. Mantis sinuata nannte, 
welches auch ein recht passender Name ist. Später führte 
sie Lichlensicin im Catal. Holth. p. 80. als M. angulata an. 
Desgleichen beschreibt er sie unter demselben Namen in den 
Linn. Trans, pag. 33. sub No. 43. (Wahrscheinlich war da- 
mals das SVo/fsche Register noch nicht erschienen, sonst 
würde er den Namen M. sinuata wohl beibehalten haben.) 

Sloll und Lichlensicin haben nur das weibliche Ge- 
schlecht vor sich und Burm. scheint auch nur dieses gekannt 
zu haben, wenn er unter den Kennzeichen der Galtung „die 



300 

Flügeldecken als liUiglicli lanzettförmig, den Vorderrand zwei- 
mal tief ansgebnchtet, die Spitze nach Yorn gebogen, 
stumpf hakig" aufführt. 

Servillc S. 1G5. beschreibt diesell)e Art und ebenfalls 
nur im weiblichen Geschlecht, als Acanthops erosa (dass bei 
Sloll die Hinterflügel hinsichtlich der Far])e nicht getreu an- 
gegeben sind, darf wohl nicht sehr befremden) und bildet sie 
Tab. IV. unter Fig. 14. mit zusammengefalteten Flügeln, des- 
gleichen noch besonders einen Ober- und einen Unterflügel ab. 

Das Männchen dieser Art ist hinsichtlich des Leil)es 
(die Genitalien abgereclinet) gänzlich wie das Weib gebildet. 
Die Beine des Frothorax und der Kopf sind aber kleiner und 
feiner gebaut (wie solches so oft bei den männlichen Mantoi- 
den der Fall ist), die Fühlhörner siud länger und stärker be- 
haart. Auch hat das Männchen sehr deutliche, hervorsprin- 
geude Ocellen, welche beim Weibchen ungleich kleiner, un- 
deutlich, fast obsolet sind. Der Hauptunterschied beider Ge- 
schlechter, welcher sogleich in die Augen fällt, sind die Obcr- 
und Unterflügel. Beim Männchen (welches Serville pg. 166. 
als Acanthops mortuifolia recht genau beschreibt und Tab. VI. 
Fig. 1. mit zusammengeschlagenen Flügeln gut abbildet) sind 
sie breit , länger als der Leu). Die Oberflügel in der Mitte 
des -vordem Randes sind sehr tief, rund ausgebuchtet, nach der 
Spitze rund yerlaufend, an der Spitze selbst aber noch mit 
einer hervorragenden kleinen Fortsetzung versehen. Die Farbe 
ist ein gelbliches Rauchgrau, mit einem glänzenden, etwas 
erhabenen, braunen Punkt in der Mitte an der Hauptrippe. 
Die Unterflügel sind noch viel breiter, und an der stumpfen 
Spitze ebenfalls noch mit einem kleinen, rundlichen Fortsatz 
versehen. Die Farbe ist gelblich - grau , nach der Spitze und 
nach der Basis zu bedeutend dunkler. 

Dasselbe beschreibt Ktrbjj in den Linn. Trans. Vol. XII. 
Pars 2. Man sehe Isis. 1824. S. 127. 

Das Weibchen dieser Mant. sinuata, welches S/oll 1. c, 
die Farbe der Hinterflügel ausgenommen , recht gut abgebil- 
det hat, so wie Serville Tnh. IV. Fig. 1., hat ganz verschie- 
dene Flügel. Die oberen sind kaum so lang alsderLeil), in 
eine sehr schmale, stumpfe Spitze ausgehend, die halbmond- 



301 

förmig iiaili vorn gcl)ou,cii ist. Der liiiilcre, l)reilei-e Theil 
der Flügeldecken ist am Norderrande in der Mitte auch tief 
lind rund ausgebuclitet, so dass mit der mondforniig nach Torn 
gerichteten Spitze der Yorderrand zweimal tief ausgebuchtet 
(esinuatus) erscheint. 

Die HinterfUigel sind ungleich kürzer und schmäler, und 
kaum ein Drittheil so gross als beim Manne , und nur eben 
so gross als die Flache des Hinterleibes. Die Grundfarbe 
gelblich rostfarben, undurchsichtig, mit sehr vielen dunkel- 
braun gefärbten Maschen. 

Natürlich hal)e ich ^ und g nie in copula gesehen, da 
ich nicht in ihrem Vaterlande war, und nur analoge Schlüsse 
von der gänzlichen Uebereinstimmung vieler Theile beider 
Geschlechter haben mich zu der Ueberzeugung gebracht, dass 
beide el)en beschriebenen Mantiden nur Mann und Weib einer 
und derseli)en Art sind. Hierzu kommt, dass ich von den 
Individuen, die ich hier als Männchen beschrieb, stets nur 
Männchen, sowie von den als Weibchen beschriebenen, stets 
nur Weibchen sah. 

Merkwürdig ist bei beiden Geschlechtern die Form der 
Appendicum oder der Caudulae, sie sind kurz, nach dem Ende 
zu verdickt, und vorn tief loffelförmig ausgehöhlt; beim Weibe 
kürzer und dicht an die Legescheide angedrückt. 

Ac. erosa und mortuifolia ^erv. wären also nach mei- 
ner Meinung nur Weib und Mann von Ac. sinuata. = M. 
sinuata Stoll. 

Nun besitze ich aber noch eine, der eben angedeuteten 
Art höchst ähnliche Art, und zwar, wie ich glaube, auch in 
beiden Geschlechtern, ebenfalls aus Brasilien stammend und von 
gleicher Grösse. Das Männchen sünimt im Ganzen fast über- 
all mit oben beschriebenem Acant. sinuata überein; allein es 
weicht in folgenden, mir wesentlich scheinenden Punkten von 
ihm ab: a) die Vorderflügel sind in einem bei weitem schwä- 
cheren Grade am Vorderrande ausgebuchtet, ja kaum in der 
Mitte etwas eingebogen; b) die Hinterflügel sind, besonders 
nach der Spitze zu, anders gestaltet und schmäler auslaufend; 
c) auch sind diese licht gelblich -rostfarben mit fast allen Ma- 
schen dunkelbraun gefärbt, und dies sehr deutlich und scharf 



302 

hegränzt, so dass man die aiea alarnm nigro-tessclhita nen- 
nen kann. Das Weib hat hellere Obeifliigel als das von Ac. 
sinuata und die Hinterfliigel nach Verhältniss grösser und eben- 
falls heller gefärbt. 

Einstweilen nenne ich diese Art Acanthops tessellata; 
doch erfordert dieses ganze genas wohl noch genauere Prü- 
fung. 

38. 

Schizocephala oculata Br. 552. nennt ServiUe S. 166. 
und wohl mit Recht wiederum nach ihrem alten, ursprüngli- 
chen i/««e'schen Namen Seh. bicornis; aber Unrecht thut 
er, wenn er glaubt, Fahricitis habe unter seiner Mant. fau- 
sta ebenfalls seine M. oculata = bicornis Linn. beschrie- 
ben. Fabric. Worte der Diagnose bezeichnen die M. bicor- 
nis durchaus nicht und noch weniger Thiinherg's, auf die er 
sich bezieht. Diese lauten: „Inter minores hujus generis, vix 
pollicaris, tota cinereo-fusca; caput deflexum, retusum, an- 
tennis setaceis , yix thoracis longitudine; thorax lineari-trigo- 
nus, marginatus, integer." — Wer könnte hierbei an M. 
bicornis denken! Ich Tcrmuthe, dass ServiUe durch Lich- 
fenstein {Linn. Trans, pg. 20.) irre geführt wurde, welcher 
bei seiner M. oculata leider auch Thunberg's und Fabricius 
M. fausta als Synonim anführte. 

Ein Druckfehler ist es bei Burin., wenn er Latr. Ge- 
ner. III. pag. 99. anführt. Nur der Ä7o//'schen Figur dieser 
Mantis erwähnt Latrcille pag. 93. Auch muss es bei Burm. 
heissen SloU Tab. X. Fig. 38. statt 35. 

39. 

Bacillus Rossii und Bac. gallicus Br. 561. Letzterer 
= Bac. granulatus Serv. 258. 

Ravibur in der Faune d'Andalus. S. 24. glaubt, dass 
beide eine und dieselbe Art sein möchten. Allein zu den 
schon bekannten und constanten Unterschieden habe ich noch 
einen, und zwar bei weitem wichtigeren wahrgenommen. Der 
Scheidendeckel (plaque sousanale nach ServiUe) ist bei dem 
Weibe des Bac. Rossii au der Basis des 7ten Bauchssegments 



303 

angesetzt iiiid erstreckt sich mir J)is kaum zur Haltte des 8teu 
Bauclisegmeiits. Bei Bac. gallicus ist dieser Deekel aber un- 
gleich langer, indem er sich von der Basis des 7ten Segments 
über das ganze 8te Segment hinweg, bis zum 3ten oder 4ten 
Theil des 9ten Segments erstreckt. Dieses dürfte die ganz- 
liche Artverschiedenheit beider Specics wohl ganzlich ausser 
Zweifel setzen. Die Manner beider Arten sind mir nicht ge- 
nau bekannt. 

40. 

Bei Bacteria Sayi Er. 566. ist zu bemerken, dass nur 
die Männchen am untern Theil der 4 Hinterschenkel einen 
starken Stachel haben ; die Weibchen haben nur pcdes simpli- 
ees, welches wohl in der Diagnose mit anzugeben gewesen 
wäre. 

41. 

Bei Burm. fehlt die so riesenhafte Cyphocrania hercu- 
leana, unter welchem Namen ich sie vom verstorbenen Hagen- 
bach erhielt (doch nur als Phasma herculeana) und von wel- 
cher Scrvillc S. 235. eine gute Beschreibung liefert, ihr aber 
den mehr als barbarischen Namen Cyph. versirubra ertheill, 
weil elytra und area alarum antica auf der untern Seite schön 
roth gefärbt sind. — Cyphocr. Goliath bei BrvUc Tom, IX. 
S. 105. Tab. 7. ist nicht die oben erwähnte Cyph. herculeana. 

42. 

Der Name des genus Perlamorplia , das Bur7n. S, 583. 
und Scrv. S. 275. erwähnen, und Graj/ zuerst als Perla- 
morphus aufführt, ist doch gar zu iiürichtig componirt, da- 
her die Tf^cstwoodscbe Benennung Asccpasma jedenfalls vor- 
zuziehen ist. 

Ich besitze zwei sehr nahe verwandte Arten aus Ostin- 
dien, und von der einen beide Geschlechter. Bei beiden Ge- 
schlechtern sind an der Stelle jeder Flügeldecke lediglich ein 
kurzer, sehr spitzer Stachel. An anderen Orten werde ich 
sie ausführlicher beschreiben. 

43. 
Bei Phasma quadriguttatum Br. 586. ist zu i)emcrken, 



304 

(lass die 28—29 Linien langen Fühler, beim Milnnchen we- 
nigstens, fünf breite, weisse Ringe haben; der übrige Theil 
ist ein etwas schmutziges Piirpurroth. — Dieses Thier ist 
auch Necroscia quadriguttata des Servillc S. 253. Er ver- 
steht dieses Thier nicht unter Ph. bisbiguttata Er., wie sol- 
ches, wohl durch einen Druckfehler, in Germar's Zeitschrift 
S. 39. gesagt ist. 

44. 

Phasma bisbiguttatura Br. 586. hat Antennen von 24 — 
25 Linien Länge, mit 6 weissen Ringen. 

45. 

Proscopia. Dieses, bisher nur gänzlich ungeflügelte Mit- 
glieder zählende Geschlecht ist aus Chili mit einer allerdings 
geflügelten Art bereichert worden. Ich kenne sie nur im 
weiblichen Geschlechte. Sie ist gegen 3 Zoll lang und mas- 
sig dick, vor den Augen ragt die Stirn in einem gegen 4 Li- 
nien langen, stachelförmigen Fortsatz hervor und ist von der 
stumpfen Spitze desselben bis zu den Mundtheileu eine Ent- 
fernung von T'/, Linien. Die 4 Vorderbeine sind sich in der 
Bildung sehr gleich und die Schenkel fast eben so dünn als 
die Schienbeine. Die Hinterbeine sind noch einmal so lang 
lind die Schenkel sehr wenig verdickt. Der Prothorax ist 
um ein Drittheil länger als Meso - und Metathorax zusam- 
men. Er ist, wie der ganze Leib, sehr fein gekörnt, mit er- 
habener Mittellinie und einiger dergleichen zur Seite. Diese 
sind nach hinten zu stärker erhaben, und ragen wie ein Dorn 
zu beiden Seiten oberhall) über den Hinterrand des Metatho- 
rax hervor. Sie scheinen gleichsam zum Schutz zu dienen 
für 2 dicht und platt auf dem ersten Leibessegment aufruhen- 
de, längliche Schuppen, welche in der Mitte eine ziemlich 
hervorragende Längsrippe haben und etwas länger als das 
erste Leibssegment sind. Diese Schüppchen sind das hornar- 
tige Vorderfeld (area> coleophata) zweier kleiner, quadranti- 
scher Flügel, welche von dunkelgrüner Farbe und auffallen- 
dem Metallglanz sind. Von Flügeldecken ist keine Spur zu 
sehen. 



305 

Was dieses Thier, welches den Proscopien so ungemein 
ähnlich gebildet ist, Yielleicht noch mehr von ihnen trennen 
möchte, als das Vorhandensein der kleinen Flügel, ist der 
ganzliche Mangel der kleinen Polster (pulyilli) zwischen den 
Krallen, welche, das geniis Tetrix (Tetrix nach den neuesten 
Autoren, Acrydium nach Fahricüis) ausgenommen, beinahe 
sämmtliche Acridoideen besitzen und namentlich die eigentli- 
chen Proscopien in ausgezeichnetem Grade. Ich glaube da- 
her fast, gegenwärtig kurz beschriebenes Insekt aus Chili 
müsse Ton Proscopia generisch getrennt werden. Einstweilen 
schlage ich den Gattungsnamen Astroma Tor und nenne es 
Astroma chloropterum. In Kurzem werde ich eine genaue 
Abbildung liefern. 

46. 

Truxalis. Hier ist zu bemerken, dass es eigentlich 
Troxalis oder Tryxalis heissen muss, welche letztere' Benen- 
nung denn auch Brülle in s. Hist. nat. des insectes ange- 
nommen hat. 

47. 

Truxalis nasuta, conica, turrita, hungarica ist höchst 
wahrscheinlich alles nur eine und dieselbe Art ; die Männchen 
nur etwa halb so lang als die weit dickeren Weibchen, und 
alle obige Namen verdanken wohl nur der -verschiedenen Fär- 
bung und Zeichnung ihrer Träger ihren Ursprung. Die Männ- 
chen kommen mit grünen elytris, röthlich - gelben und rauch- 
grauen vor, mit und ohne schwärzliche Punktreihen. Die 
Weiber sah ich nur yon gelblich - rother oder schilfgrüner 
Färbung, die Decken mit und ohne Streif aus schwarzen und 
weissen Flecken. 

Bas Vaterland dieser Tryxalis nasuta ist -ungemgin gross; 
denn ich habe sie aus dem ganzen Süden Europa's, aus Ae- 
gypten und aus Japan erhalten, Ton ganz gleicher Bildimg. 
Nur ist zu bemerken, dass Exemplare aus Sicilienj sowie aus 
Aegypten und aus Japan ungleich grösser als die uiflgarischea 
und italienischen sind. 

48o 

Die Tryx, pharaonis in Kitig und Ekrsnhsrg's Sjm- 
(3, Band 2, UqH.) 20 



806 

Itol. pliys. Dec. II. Tab. 14. und Tr. miniata Tal). 18. halte 
icli für Weib und Manu einer und derselben Species. 
49. 

Dass Tryx. rosea Br. 608. das Weib von Tr. linearis 
ßr. ibid. ist, welche ich beide zuerst in meinen Horis cntoni. 
beschrieb, erwähnt Scrville S. 583. und ist durch Rani- 
bur's Beobachtungen bestätigt. 
50. 

Tr. crenulata Br. 609. und einige neue Arten aus Ostin- 
dien möchten wohl eine eigene Familie bilden, welcher viel- 
leicht Gattungsrechte beizulegen wären. Der denselben von 
Scrville S. 583. beigelegte generische Name Pjrgomorpha 
wäre demnach wohl anzunehmen. Der völlig rundliche, ke- 
gelförmige Bau des Kopfes nebst Prothorax, die sich ganz 
in ein homogenes Ganze zu verlaufen scheinen , sowie der Um- 
stand, dass alle hierher gehörige Arten von den Augen ab 
l)is an den untern Hinterwinkel des Prothorax eine Reihe klei- 
ner Erhöhungen, wie Warzen, haben; ihre weit kürzeren Hin- 
terbeine als die der eigentlichen Tryxalldes, möchten die Haupt- 
kennzeichen sein, sie von diesen zu trennen. Auch weicht 
die Bildung der Fühler gänzlich bei beiden generi])us ab. 

51. 

Ich besitze eine Opsoniala aus Sicilien in beiden Ge- 
schlechtern, welche viel Uebereinstimmeudes mit Scrvillc's 
Opsomala sicula S. 592. hat. Allein ihre Farbe ist ein lebhaf- 
tes strohgelb, an einem Exemplar ins Purpurrothe überge- 
hend, und, was Servillc wohl bemerkt haben würde, wenn 
CS seine Ops. sicula wäre, vorzüglich ausgezeichnet ist die in- 
nere Seite der Hinterschenkel gefärbt , nämlich sehr schön car- 
minroth, oben mit einer dunkelbraunen, gezackten Borde. 
Noch ausgezeichneter aber sind die kurzen Haar])üschel am 
Rande der hintern Bauchsegmente; eine Bildung, die mir noch 
bei keiner Art aus dieser Ordnung vorgekommen. Wegen die- 
ser kleinen Haarbüschel nenne ich sie Opsom. fasciculata. 

52. 

ZuXiphocera emarginata Br. 612. gehört als Männchen 



307 

Stoirs Grylliis splungiforinis Tab. VII. 1). Fig. 23, ; doch feh- 
len in dieser Abi)ildung die Hinterbeine. 

53. 

Xiplioccra discoidea Br. 615. Derselbe sagt in Germ. 
Zeitsclir. S. 47., dass seine 4 Xiplioccra -Arten seiner 2ten 
Section die Servillc'sdxGU 4 Tropinotus -Arten seien. Daher 
Wllre Serville's Tropin. discoideus S. (il9. mit obiger Xiplioc. 
discoidea einerlei. Ich besitze mehrere Exemplare und finde sie 
•völlig der Scrvillc' sehen Beschreibung angemessen, nur statt 
der gelblich -grünen Farbe, stets zimmelbraun; doch sagt auch 
Serv., sie gehen zuweilen ins Bräunliche über. Ob nun 
gleich Br. die Hauptfarbe grün angiebt, so ist, wie ich mich 
aus seiner Sammlung überzeugt habe, seine X. discoidea gewiss 
der Tropinot. discoideus des Servilie. Die von Br. erwähnte 
Macula (alarum) in apice liyalina ist eben der ausgezeichnete 
glashelle Streifen zwischen der arca costali uiul dem discus. 
54. 

Bei Xiphoccra obsoleta Br. S. 613. ist zu bemerken, 
dass die bräunlichen Unterflügel einen grossen Thcil ihrer 
Membran nach der Wurzel oder Basis zu schön lichtblau ge- 
färbt haben. 

Sollte Liclitenstciii's Gryll. repandus (Catal. Holth. 
p. 89.) nicht diese Xiph. obsoleta sein? L. sagt: „Thorace 
subcymbiformi acuto, clytris repandis, alis basi coeruiis. Hab. 
in Amcr. austr. 

55. 

Pamphagus serripes Br. 617. , desgleichen Pamph. mar- 
moratus Br. ibid. und Porthetis dcntata , sowie Porth. Elephas 
Servilie 608 und 610. yerdiencn eine ausführliche Erörte- 
rung. Man sehe auch Gcrinar's Zeitsclir. p. 47. 48. 

Zuvörderst niuss ich kemerken, dass der von Linne im 
Mus. Ulr. pag. 122. beschriebene Gryll. carinatus keineswe- 
ges der Mann von Akicera carinata Serv. 605. ist, wie letz- 
terer vermeint; denn dessen Akicera carinata ^ = Gr. cu- 
cuUatus StoU. Tab. XXII. b. Fig. 86. = Pamphagus cucuU. 
Br. 617. ist eine ganz andere Art. 

Gr. carinatus Linnci ist der Gryll. serripes Fabricii = 

20* 



SOS 

Gr. serripes Sloll Tab. III. 1). Fig. 10. Register pag. 12. = 
Pamphagus serripes Dr. 617. = Acridium dentalum De Geer 
Tal). 42. Fig. 3. — Die genaue Beschreibung des Protho- 
rax sowohl bei Linne (thorax carina convexa in cristam in- 
tegram, compressam, lateribus 2 seu 3 rugis ol)tusis inae- 
qualem), als auch bei De Geer p. 323.: „Das Brustschild hat 
an jeder Seite 3 Vertiefungen mit ungleichen Rilndern, -wel- 
che wegen ihrer dünnen Haut durchsichtig und gleichsam durch- 
löchert erscheinen" bezeichnen unbezweifelt den Mann von 
Gr. serripes Fabr. und Br. Auch würde Linne und De Geer 
die merkwürdige und Ton SloU gut gezeichnete Beschaffenheit 
der Fühlhorner seines Gr. cucuUati wahrlich nicht mit Still- 
schweigen übergangen haben. — Gryll. Taurus Stoll Tab. 
XIX. b. Fig. 72. mag wohl auch zu Gr. serripes gehören, 
wiewohl die Figur nicht gut gerathen ist. 

Eigentlich sollte daher dieser Species der ihr zuerst ge- 
gebene Linne'sdxe Name , nämlich G. carinatus , yerbleiben. 
Doch da der Name serripes jetzt allgemein angenommen ist 
und Verwirrung vermeidet, mag letzterer beibehalten werden. 

Ich komme nun zur Beschreibung des sehr abweichen- 
den Weibes, welches wohl nur ex analogia erkannt wird, da 
beide Geschlechter in copula wohl schwerlich noch von einem 
Entomologen werden wahrgenommen worden sein. Für das 
Weib von Gr. serripes wird nun , und wohl mit vollem Recht, 
dasjenige Geschöpf gehalten, welches Rösel Tora. II. Gryll. 
Tab. VI. Fig. 2. abbildet, und welches höchst wahrscheinlich 
ebenfalls von Sloll Tab. III. b. unter Fig. 9. abgebildet und 
pag. 11. des Registers Gr. Elephas genannt wird. — Auf 
die Röselsche Figur allein bezieht sich Linne im Syst. Nat. 
pag. 699. bei seinem Gr. Elephas. Dass nun obige Figur bei 
Rösel wohl ganz gewiss das Weib von Gr. serripes ist, zeigt 
deutlich die ganz glcichmilssige Beschaffenheit des Prothorax 
und der ganze übrige Habitus. (Ich bemerke hier, dass der 
von Rösel purpurroth angegebene, runde Fleck an der Seite 
des Leibes, nahe am Prothorax, die glatte, gespannte Haut 
[tympanum] ist, welche die meisten Acridoideen besitzen.) 

Durch RöseVs und Sloll's Abbildungen ist es nun wohl 
ausser Zweifel gesetzt , welches Thier die loemina des Gryll. 



Ö09 

cariuatiis Linnet i. e. des Gr, sernpes Fabr. oder Paniphagus 
serripes Br. oder der Porthetis dciitata Serv. ist. (NB. Bei 
Servilie S. 608. steht Zeile 13. v. u. fälschlich Fig. 10. statt 
Fig. 9. aus Sfoll.) Auch ist es wohl ausser Zweifel, dass 
Thunherg, Fahricius , Lichteiistein und Andere das von 
Rösel abgebildete Geschöpf für den Lr/iwe'schen Gr. Elephas 
gehalten haben. 

Hiergegen erhebt nun Servilie Zweifel und behauptet 
(S. 610. bei Porthetis Elephas), Linne habe /Jösr/n mit Un- 
recht zu seinem Gr. Elephas citirt und unter dieser Benennung 
ein anderes Geschöpf verstanden und beschrieben. Es soll 
nämlich der JLi/iwe'sche Gr. Elephas dasjenige (erst in den 
neuesten Zeiten aus Sicilien und Sardinien in die Sammlun- 
gen gebrachte) Geschöpf sein, welches Biirmeister p. 617. 
als Pamphagns marmoratus aufführt. In Germar^s Zeitschrift 
S. 47. 48. ist Burm. selbst sehr geneigt, solches als richtig 
anzuerkennen. — Ich kenne den Pamph. marmoratus Br. 
sehr genau und aus einer ganzen Reihe Exemplare -vom fast 
ersten Nymphenzustande au bis zum ausgewachsenen Thiere in 
beiden Geschlechtern, und mnss einige Zweifel dagegen erhe- 
ben, dass Linne dieses Thier unter seinem Gr. Elephas yer- 
standen habe. 

Linne sagt nämlich in seinen Schriften nichts über Gr. 
Elephas, als was im S. N. 1. c. steht, nämlich: 

Gr. thorace carinato integro, corpore aptero. 
Rösel II. Gryll. Tab. VI. lig. 2. 

Habitat in Africa, an Pupa Grylli snccincti? 

Reliquis omnibns major et ponderosior. Antennae fili- 
formes. Corpus totuni \iride, punctis excayatis adspersum; 
thoracis dorsuni cariua elevata jntegerrima. Feraora niutica. 
Rudimenta alarum duo, nee quatuor in pupis Gryllorum. 

Meine Gründe, dass Linne wirklich das tou Rösel ab- 
gebildete Weib des Gr. serripes als Gr. Elephas bezeichnet 
habe, sind diese: 

1) In sehr vielen älteren Sammlungen ist der Rösel'sche Gryl- 
Iiis befindlich , in keiner sah ich je den Pamph. marmora- 
tus Br. Dieser ist, wie oben bemerkt, erst in neuester 



310 

Zeit in die Sammlungen gekommen. Doch ist dieses aller- 
dings kein vollständiges Argument. 

2) Die Worte „ corpore aptero " passen völlig auf das RöseV- 
sclie Thier, nicht al)er auf P. marmoratus Bf. , -welcher 
auch beim wei])lichen Geschlecht, in statu perfecto, ganz 
gleich mit dem männlichen Geschlecht auf jeder Seite eine 
4 — 5 Linien lange und l'/j Linien breite Flügeldecke oder 
Flügel hat, und selbst im Larvenzustande zeigen sich schon 
ganz kleine, runde Rudimente, etwa l'/^ Linie im Durch- 
messer. — Dass Linnc in der Desciiplion die Worte bei- 
fügt; „rudimcnta alarum duo, nee qnatuor in pupis Gryl- 
lornm", auf welche besonders Burin. hinweist, scheint Obi- 
ges nicht zu entkräften und vielmehr nur eine allgemeine 
Bemerkung für die Larven der Gryllus- Arien zu sein, als 
sich speciell auf Gr. Elephas zu l)eziehen. (Beiläufig ge- 
sagt ist auch diese Bemerkung Linnens nicht richtig, denn 
die Gryllus -Larven, wenigstens der allermeisten Arten, ha- 
ben wirklich vier Rudimcnta.) 

3) Die Worte „corpus totum viride" können von Pamph. 
marmoratus durchaus nicht gesagt werden , da derselbe sehr 
stark und reichlich gelb gefleckt ist, daher ihn e])en Burtn. 
marmoratus nannte. 

Für beide Arten gemeinschaftlich geltende Worte ans 
Tjinne möchten sein: thorace carinato integro (als Gegensatz 
der bei anderen Arten vorkommenden crista sulcata). Fer- 
ner: reliquis major et ponderosior, — antennae filiformes. 

Für Servüle's Meinung, dass Linn&s G. Elephas der 
Pamph. marmoratus Br. sei, spricht das: femora mutica, denn 
J)ei dem RöseV?,{A\Qn Thiere sind die femora, wenigstens po- 
stica, oben und unten sehr stark gezälint. DesgleicJien sprä- 
chen für die Servillc'sdxc Meinung die Worte: „rudimcnta 
alarum duo, wenn sie sich bei Linnc auf das beschriebene 
Insekt beziehen und nicht bloss als allgemeine Bemerkung 
gegeben sein sollten. Im ersteren Falle würden sie aller- 
dings den Pamph. marmoratus bezeichnen. 

Das verschiedene Vaterland beider Tliiere will wejiiger 
sagen; der Höscl'^dic Gryllus kouiml ...x der Südspilze Afri- 



311 

ka's , der Painpli. maniioratiis aus dem siidliclisteii Europa und 
Wahrscliciulicli auch in Aegyptcii vor; also auch in Afrika. 

Für keine dieser lieiden Specics passen die Lrwwe'schen 
Worte: „corpus punctis excavalis sparsum." Der Gr. serripes 
fücmina (Elephas) ist über und über di( lit mit convexen Pun- 
kteii, wie mit kleinen, runden Knötchen ])esetzt, und Pamph. 
«larmoratus hat eine ziemlich glatte Oberfläche ohne alle puu- 
cta impressa, geschweige excavata. Ich Termuthc, TJnnc 
mag zu diesen Worten (puncta excavata) durch die RöscV- 
s(^he Abbildung \erlcitet worden sein , auf welcher die puncta 
convexa in der That als puncta excavata vorgestellt sind. — 
Doch satis superque: einstweilen behalte icli die Burmeister- 
schc Benennung Pamphagus raarmoratus bei. 

56. 

Dass eben dieser Pamph. marmoratus keine Larve, son- 
dern vollständiges Insekt sei , erkennt Br. in den Zusätzen zu 
S. (>17. selbst an. Das Männchen ist viel kleiner als das 
Weibchen und die ganze untere Seite desselben schön citron- 
gelb; der Leib ist meistens stark in die Höhe gekrümmt. Die 
Spuren der Flügel oder Flügeldecken sind beim Männchen 
nicht grösser als beim Weibchen, 4 — 5 Linien lang , lYj Li- 
nien breit, nach der Spitze zu breiter als an der Wurzel. 
Von bräunlicher Purpurfarbe, und oben weisslich-gell) gerandet. 

Ein paar neue, verwandte Arten l)eschreibt Ramhur in 
seiner Faune d'Audaliisie unter dem Gattungsnamen Acinipe, 
und bildet Tab. III. Fig. 1. 2. Ac. Hesperica, Fig. 3 — 4 Ac. 
monticola ab. 

57. 

Poccilocera cincta Bi\ 623. Wenn dies wirklich der 
Gr. cinctus Fahric. No. 17. p. 50. sein soll, so gehört hier- 
her Coqvchert Tab. I. Fig. 4. — Dass aber Br. des Fahr, 
und CoqtichcrVs Gr. cinctus vor sich gehabt habe, scheint des- 
halb nicht der Fall zu sein, weil er Stolts Gr. Thaelepho- 
rus Tab. XYI. Fig. 59. allegirt, welcher völlig zu Burniei- 
slcrs Beschreibung passt, aber durchaus nicht Gr. cinctus 
Fuhr. ist. 

Was tliaclophoru:, bei ^loll kcisscn soll, weiss ich nicht. 



312 

58. 
Monacliidiiira acropyrinon. Br. 62(i. Das Mäiiiiclien ist 
ungemein \iel kleiner, als das Weibchen. Ersteres 15 Linien 
lang, letzteres 28 Linien. 

59. 
Acr. flaviventre Br. 6-31. = Acr, peregrinnin Serv. 
666. ist sehr gut als Acr. peregrinans LatrciUc bereits im 
Dictionnaire classique d'hist. nat. Tom. IX. ahge])ildet. Die- 
ser, älteste Name würde daher beizubehalten sein. 

60. 
Zu dem Weibe \on Acr. rusticnm Br, 633. passt toII- 
konimen gut die Abbildung in Brury Tom. L Tab. 49. Fig. 2. 
Gr. tartaricus. 

61. 
Caloptenus femoratus Br. 638. Hier wird nur der 
Mann beschrieben. Das grössere Weib hat Terhältnissmässig 
kürzere Flügel und Flügeldecken. Auch scheint die gelbe 
Färbung weniger lebhaft, 

62. 

Caloptenus italicus Br. 639. Serv. 693. ist nach Letz- 
terem oft in schädlicher Menge verwüstend. 

Dass diese Art sehr Tariire, erwähnt Servtlle; auch ist 
die Abänderung mit einem deutlichen, gelben Streif auf der 
Flügeldecke, die das Hauptfeld vom Hinterfeld trennt, durch- 
aus nur Varietät von Gal. italicus, obgleich sie Serv. als 
Cal. marginellus (auch Hahn in Orth. icon. Tab. B. Fig. 6. 
im Text als Acr. fasciatum) als eigne Art aufstellt. Ebenso 
wenig kann ich mich davon überzeugen, dass die Varietät, 
die ich in mehreren Exemplaren aus Sicilien und aus Aegyp- 
ten erhalten habe und Biirm. 1. c. als Cal. siculus erwähnt, 
etwas anderes als eine rein klimatische Varietät sei. Die von 
Br. angeführten Kennzeichen der blasseren Farbe der Flügel 
und der Flecken auf den Schenkeln sind bei dieser Art höchst 
variabel und die sicilianischeu Exemplare haben an der in- 
nern Seite der Hinterschenkel meist auch 3 dunkle Flecke, 
wenn auch weniger gefärbte als die deutschen. Die ange- 



S13 

merkte abweichende Richtung der Seitenkiele des Prothorax 
kann ich nicht wahrnehmnn , wenigstens nicht in so hohem und 
so ausschliessendem Grade, dass sie specifische Verschieden- 
heit begründen dürfte. Auch aus Aegypten und der Türkei 
Labe ich den Galopt. italicus erhalten und finde dieselben Ab- 
weichungen, wie unter hiesigen Exemplaren. 

63. 

Cal. cerisanus Serv. 695. soll nach Br. in Germar'a 
Zeitschr. p. 32. sein so eben erwähnter Cal. siculus sein. Al- 
lein Serville's Beschreibung scheint ein ganz anderes TMer 
zu bezeichnen. 

64. 

Oedipoda tuberculata Br. 641. StoII's Gv. dilutns Tab. 
IX. b. Fig. 32. aus Sibirien, scheint ebenfalls dieses Geschöpf 
vorzustellen. 

65. 

Oed. coerulans (welche auch in Schlesien auf dem rech- 
ten Ufer der Oder bei Brieg, jedoch in einem ungemein ein- 
geschränkten Räume, auf einem sehr dürren Sandhügel vor- 
kommt) variirt sehr in Zeichnung und Färbung. Das schöne 
Hellblau der Hinterflügel verschwindet zuweilen fast gänzlich, 
lind geht, namentlich bei portugiesischen Exemplaren , bis ins 
Wasserhelle über. Die Zeichnung der Flügeldecken ist auch 
sehr oft abweichend, ja zuweilen fast ganz verwischt. Die 
Farlie der Zeichnung (Binden und Flecken) ist am gewöhn- 
lichsten graulich- schwarz, zuweilen aber auch ins Rostbraune 
übergehend. Mein Gryll. cyanopterus (Hör, ent. pag. 143. 
Tab. II. Fig. 3. nias.) ist keinesweges mit Oed. coerulans zu 
verwechseln. 

66. 

Dass Oedipoda insubrica zuweilen mit schön gelber Farbe 
der Hinterflügel, statt der gewöhnlichen rothen, vorkommt, 
führte ich bereits in meinen Horis entom. p. 149. an. Jetzt 
habe ich aus Sicilien eine Oedipoda erhalten, die in allen 
Stücken genau mit der gewöhnlichen Oedip. insubrica über- 
einstimmt, jedoch ebenfalls die Hinterflügel gelb gefärbt hat 
und ohne alle Spur einer schwarsen Binde. Ebenso erMeM 



21 fi 

icli von (lalicr eine fast ^anz der Ocd. insuhr. älmliche, wel- 
che aber die Hiiiterfliigel giliizlkli farblos, dagegen die scinvarze 
Binde viel ])reiter als gewöhnlich hat. liis nähere Erfahrnn- 
gen ein anderes lehren, halte ich beide doch wohl nur für 
Varietäten von Oed. insubrica. 
67. 

Oed. fasciata Br. 642. = Acrid. germanicum Latr. = 
Gr. germaii. Charp. Hör. Ent. variirt ganz ungemein in Farbe 
und Zeichnung der 01)er- und Unterflügel, so dass, wenn man 
uicht sich nähernde Uebergänge vor sich hätte, man solche 
wolil gewiss für ganz verschiedene Arten halten sollte. So 
glaube ich jetzt, dass Gryllns Salinus, den Fischer in der Ento- 
mographia Ruthenica Vol. I. p. 39. Tab. I. Fig. 3. als den Gr. 
dieses Namens von Pallas beschreibt und abl)ildet, wohl nnr 
zu Gryll gcrmanic. = Oedip. fasciata ßr. £;ehört. Hiernach 
wäre also auch meine Aensscrung in der Horis entom. p. 150. 
zu verbessern. 

68. 

Ocdipoda xanthopfera Br. 643., welche Gcrmar also 
benannte und ich selbst durch dessen Güte erhielt, ist gewiss 
nichts anderes als Gryll. Sulphurens Fahr. 59. und Br. 1. c. 
Vielleicht erkannte Gcrmar den Fabricti/s''schen Gryllus des- 
lialb nicht, weil ihn Fabr. tibias (posticas) coernleas beilegt. 
Diese l)laue Färbung ist aber etwas unrein -blau bei diesem 
Thier und nur im Sonnenlicht deutlicher, auch nicht gut bei 
allen Exemplaren zu erkennen. Der Name xanthopt. muss 
daher eingehen. 

69. 

Oedip. hystrix Germ. Br. 644. Entdeckte Gcrmar 
zuerst in Dalniaticn uiul gal) in s. Rcisel)eschreibung nähere 
Kenntniss und Al)])ildung davon. Mir scheint dieses Thier- 
chen ein eignes Genus zu begründen: wenigstens ist es bei 
Bnr7n. zwischen Oed. stridnla und Oed. migratoria nicht 
gut gestellt. 

7«. 

Ocd. virginiana Br. 645. würde ich zu Gomphocerus 
versetzen und ganz in die Nähe von G. Ihalassinus. — Die 
Mäuucheu UabiMi oft gar uichls Gviiiics auf den Flügeldecken. 



3L5 

71. 

Servillc zieht S. 721. den Gryll. nigro - fasciatus des 
Lalrcillc und meiner Hör. cntom. wiederum zu Oedipoda lla\a, 
und Burm. in Germ. Zeitschr. S. 34. stimmt diesem bei. 
Gegen diese Vereinigung muss ieli feierlich protestircn: ver- 
spare die nillicre Ausführung auf andere Gelegenheit, und bitte 
nur die Abbildnng des Gr. nigro - fasciatus in Gcrmar, Fauna 
germanic. Fascic. XII. Tab. 17. (woselbst er Acrid. decoruni 
genannt wird) mit der aussereuropäischen Oedip. flava zu ver- 
gleichen, Avo dann die Artverschiedenheit beider wohl gleich 
wahrzunehmen ist. 

72. 

Oedipoda citrina. Br. 645. Wenige Orthopteren haben 
so viele Namen erhalten als diese, welche in den meisten 
Sammlungen reichlich vorhaiulcn ist. Es sind nilmlich Syno- 
nyma: Gryllus musicus Fahr. = Oedip. mus. Serv. 720. 
et Br. in Gertn. Zeitschr. 34.; Gryll. StoUii oder pictns in 
Lcach zool. misc. T. I. Tab. 25. ; Gryll llavus ^toU. Tab. XL 
b., Figur. 41. Register pag. 12.; Gryll. marmoratus Thun- 
berg in den Memoires Petcrsb. Tom. Y. ; Gryllus sponsus. 
Lichlcnst. Cat. Holt. p. 90. Der Fahric. Name wird wohl 
allgemein anzunehmen sein. 

73. 

Der generische Name Tetrix sollte wohl jeden Falles 
Tettix heissen. — Von Tettix subulata habe ich aus Java 
Exemplare erhalten, die sich von den europäischen durchaus 
nicht wesentlich unterscheiden. 
74. 

Callimenus Dasypus und Oniscus Br. 617. sind aller- 
dings zwei sehr verschiedene Species. Die >S/oW'sche Abbil- 
dung Tab. II. a. fig. 44. ist von einem Weibchen des C. Onis- 
cus. Dasselbe ist auch in Gverin's Magaz. Tom. I. pl. 5. 
flg. 1. als Ephippiger macrogaster abgebildet. Von C. Da- 
sypus hat man noch keine Abbildnng. 

Herville hat nicht, wie Br. in Germ. Zeitschr. S. 61. 
sagt, beide Arten mit einander \erbuudcn (oder, so wie ich 
früher in den Hör. entom., für identisch gehalten), sondern 
er hat dou C. Dasypus gar nicht gekaimt und uur den C, 



316 

Oniscus als den C. Dasypus beschrieben. Alles was also Ser- 
ville p. 499. von seinem Bradyporns dasypus sagt, gilt nur 
Yon dem G. Oniscus. 

Ersterer hat, ausser andern Hauptunterschieden, die 
Legescheide noch einmal so lang, als C. Oniscus. Noch be- 
merke ich, dass C. Dasypus, wenigstens das Männchen, sehr 
ausgebildete, aber sehr kurze Flügel oder Flügeldecken hat, 
welche jedoch gänzlich unter dem Prothorax verborgen sind. 

Ob die Trennung von Bradyporus und die Bildung ei- 
nes eignen Geschlechts richtig sei, will ich dahin gestellt 
sein lassen. 

75. 

Hetrodes horridus. Br. 679. ist nach meiner Ueberzeu- 
gung nichts anderes als der Linnehc\\e, Gryllus spinulosus = 
Locusta spinulosa Fabr. II. S. 44. Die Diagnose passt; die 
£djfflrds'sche Abbildung (die ich in ScUgmanns Vögel Band 
VIII. Tab. 75. fig. 3. 4. 5. als Copie kenne) stimmt ebenfalls 
fast völlig überciii. Was entgegen zu setzen wäre, sind die 
Worte : abdomen nigrum, maculis testaceis und ensis recurvus. 
Eine ganz dunkelbraune Farbe des Leibes, mit gelblichen 
kleinen Flecken am Rande der Segmente habe ich an weibli- 
chen Exemplaren wahrgenommen, welche Farbe wohl beim 
Eintrocknen entstanden sein mochte : denn alle Exemplare zeig- 
ten sie nicht. Und recurvus kann das zwar sehr kurze en- 
sis oder die Legescheide allerdings genannt werden. Dieselbe 
kommt der Legescheide des Callimen. Oniscus nahe, ist aber 
ungemein kurz und in allen Theilen sehr dick und robust ge- 
baut und nährt sich schon den weiblichen äussern Theilen 
der Acridoideen. — Edwards giebt „Santa Crux in der 
Barbarei" als Vaterland an. Meine Exemplare sind aus Egyp- 
ten. Der Name Hetrodes horridus muss daher eingehen und 
Hetr. spinulosus dafür angenommen werden. 

76. 

Ephippiger denticauda Bf. 680. kann unmöglich von 
Barbitistes serricauda gencrisch getrennt werden und muss noth- 
wendig mit letzterem in einem und demselben genus stehen. 
Mau vergleiche nur beide höchst übereinstimmende Habitus, 



817 

selbst in der Ahhildinig des Erstem in meinen Horis ent. und 
des Letzteren in Hagenbach. 
77. 

Phaneroptera niacropoda Br. 689. — Plian. dalmatina 
Serv. 415. erhielt ich in mehreren Exemplaren ans Siciiien. ' 
Das Männchen hat breitere elytra als das Weibchen, und die 
Flügel sind um ein Sechstheil länger als die Flügeldecken. 
Beim Weibchen sind sie kürzer als diese. Ich glaube, dass 
die in der Descr. de TEgypte. Orth. PI. IV. fig. 8. und 10. 
abgebildete Locustine wahrscheinlich die gegenwärtige ist. 
Das Weibchen hat ein recht breites , sehr gekrümmtes und in 
die Höhe gerichtetes Legeschwert. 
78. 

Pterogroza aridifolia Br. 696. Sloll. Tab. XXIII. b. 
Fig. 93. habe ich in Natur gesehen und gefunden, dass sie 
gewiss eigne Art , und nicht Abart von Pter. ocellata ist. 
79. 

Zu dem ausgezeichneten, und wegen Kopf- und Hals- 
bildung merkwürdigen Geschlecht Leptoderes Serv. 409. be- 
merke ich, dass das Weib von der einzigen bekannten Art, 
Leptod, ornatipennis (Serv. kannte nur das männliche Ge- 
schlecht) die Legescheide etwa hall) so lang als den Hinter- 
leib hat: sie ist dünn, ziemlich hoch gerichtet, eierdotterfar- 
big, an der Spitze bräunlich. — Von der Spitze der Flü- 
gel an, nach dem untern Rande zu, schlägt sich beim Zu- 
sammenfalten derselben ein ziemlich grosses Stück nach un- 
terwärts, unter den übrigen Theil der Flügelmcmbran und 
dann erst mit diesem in die gewöhnlichen Längsfalten. 
80. 

Unter Conocephalus giebt es mehrere Arten, auf wel- 
che die Diagnose von Conceph. acuminatus passt und beinahe 
nur durch vergleichende Beschreibungen der Arten selbst 
zu unterscheiden und zu erkennen sind. Die Färbung ist bei 
allen fast dieselbe und nur die verschiedenen Verhältnisse des 
capitis fastigii subtiis acuminati unterscheiden die Arten. Auch 
ist das Stridulations- Organ der Männchen bei den verschie- 
denen Arten characteristisch abweichend. 



318 

81. 

Hexacciitnis plantaris Br. 714. Die ausgezeiclinetc Spitze 
der Stirn zwischen den dicht stehenden Antennen, welclie 
Spitze fast ein Dorn genannt werden kann und die ausge- 
zeichnete Bescliaffenheit der yier Vordcrlil)icn möchten doch 
wohl eigne Gattungsrechte begründen und daher Hexacentrus 
nicht, wie Serville und Brülle thun, mit Locusta (sensu 
strictiori) zu vereinigen sein. 

Was Hex. plantaris betrifft, so vormuthe ich sehr, dass 
Serville's Locusta unicolor pag. 531. diesell)e Art sei, wie- 
wohl seine Abbildung Tab. IX. Fig. 4., hinsichtlich der vor- 
deren Tibien namentlich , nicht gut gerathen ist. 

Bemerken muss ich zu dieser ausgezeichneten Species 
noch folgendes. Die rothbraune Färbung auf dem Scheitel 
erstreckt sich von diesem über den ganzen Rücken des Pro- 
thorax, und beim Weibe über das ganze Nathfeld der Flü- 
geldecken ; beim Mann nur bis auf die linke Decke und hat 
daselbst noch einen grossen, runden, matten, halbdurchsich- 
tigen, hochgesänmten Augenfleck, welcher dem äusserst hell 
polirten der rechten Decke Cörrespondirt. Auf dem Protho- 
rax ist diese rothbraune Zeichnung in der Mitte schmaler, 
also an den Seiten eingebogen. — Die Fühler sind fünf- 
mal (wo nicht öfter) ziemlich breit und dunkelbraun geringelt. 
Die Tarsenglieder schwarz (daher wohl der Name plantaris.) 

Ganz besonders merkwürdig aber ist der Unterschied 
beider Geschlechter hinsichtlich des Umrisses der Flügeldecken. 
Diese sind beim Weibe lang und schmal, 17 Linien lang und 
2V2 Linie breit: beim Männchen fast dreimal breiter und auch 
kürzer, nämlich 16 Linien lang und 6 Linien breit. 

Der Stridulations- Augenfleck auf der rechten Flügel- 
decke des Mannes ist nur bis zur oberen Hälfte hell durch- 
sichtig und von ganz ungemeinem Glänze, und spielt das leb- 
hafteste Grün und Roth. 

82. 

Saga serrata Br. 716. Es ist mir unbegreiflich, aus 
welcher Ursache Scrville diese Species in sein Werk nicht 
mit aufgenommen hat, da er selbige doch S. 542. beiläufig 
erwähnt und sie sogar in Frankreich vorkommt, von wo sie 



311) 

De Villcrs Tom. I. pag. 451 als Grylliis gigaiiteus l)esclircil)t 
und Tal). III. Fig. 7. das Weil) zicmlidi gut abbildet. Ebenso 
bildet Stoll Tab. II. fig. 42 und 43. beide Geschlechter ab. 

Die Saga Natoliae Scrv, 541. ist eine andere Art, und 
wohl die S. ornata Br^s. 

Eine neue, von S. serrata vcrsrhicdene , aber überaus 
llhuliche Art kommt in der Türkei vor ; sie ist bedeutend grös- 
ser und stärker als S. serrata und unterscheidet sich von die- 
ser und constant dadurch, dass die Unterseite aller Schenkel, 
dicht an der Einlenkung der Tibia, einen braunen Fleck ha- 
ben, wilhrend sie bei S. serrata völlig gleich (grün) gefärbt 
sind; ferner dadurch , dass die ganze Facies einfarbig und mit 
sehr vielen flach- erhabenen, hin imd wieder zusammenlau- 
fenden Punkten bedeckt, daher fast fein gerunzelt ist, wäh- 
rend S. serrata die Facies völlig glatt und in der Mitte mit 
zwei horizontal nebeneinander stehenden, schwaizen Punkten 
gezeichnet hat. Ich nenne diese Art, von welcher ich zwei 
Weibchen besitze, einstweilen Saga Synophrys. 

83. 
Saga azurea Br, 111. Serv. 540. Hloll Tab. XIII. a. 
Fig. 53. Foem. Dieser Name muss wohl eingehen, da ja 
dieses schöne Thierchen schon von Linnc als Gryllus mela- 
nopterus im Mus. Dir. p. 134. sehr gut und deutlich beschrie- 
ben ist. Fahr, führt es pag. 40. als Locnsta melanoptera 
auf, daher es wohl jetzt Saga melanoptera genannt werden muss. 

84. 
Phalangopsis araneiformis Br. 722. , die wohl PhaLang. 
palpata heissen muss, da sie Siilzcr (Hist, ins.) als Locusta 
palpata beschrieb und abbildete, nennt Br. „testacea opaca", 
wie sie in getrocknetem Zustande allerdings erscheint. StiU 
zer sagt aber S. 83. : „ hellgrün , mit schwarzen Augen." Ich 
glaube, dass De Villers Tom. I. pag. 451. sie ebenfalls be- 
schreibt als Gryllus pupus europaeus und zwar: „pallide vi- 
rescens, apterns in utroque sexu. Ensis curvus, longiüidine 
corporis. Antennae in utroque sexu corpore multo longiores, 
parum attenuatae. Anus maris 4 appendicibus tcrminatus. 
Color evaucscit post mortem." 



320 

85. 

Megalodon ensifer. Dieses abentheuerlich gestaltete Thier 
ist von Brülle Tom. IX. pag. 156. besclirieben ; desgleichen 
von Burm, S. 724. und yon Serv. S. 537. — Der Beiname 
ensifer passt wolil Ton jedem Locustinen- Weibe und scheint 
daher nicht gut gewählt. Der ganzen Bildung nach ist Me- 
galodon in die Nähe von Hetrodes, Bradyporus zu stellen, 
zumal der Kopf mit Hetrodes spinulosus (horridus Br.) viel 
Uebereinslimmendes hat. 

Ich besitze ein Männchen Ton Meg. ensifer und da bis- 
her nur ein Weib beschrieben wurde , will ich über jenes noch 
Einiges anführen. Der grosse , kugelige Kopf ist fast grösser 
und noch etwas breiter , als der Prothorax und über und über, 
besonders aber auf der vorderen Seite, nach dem Munde zu 
chagrinirt. Das spitzige Hörn zwischen den Antennen ist fast 
etwas rückwärts gekrümrat und mit sehr scharfer Spitze; der 
sehr erhabene, hornförmige Buckel auf der untersten Basis 
des labri (clypei) ist glatt, oben rundkolbig. Das Labrum 
selbst und die Mandibeln ganz dunkelbraun. — Die Augen 
fast mehr als halbkugelförmig hervortretend. Auf der Mitte 
der Stirn, zwischen der Basis des Labri und den Antennen, 
stehen neben einander zwei ziemlich grosse, runde, etwas 
vertiefte Punkte. — Der Prothorax erstreckt sich mit seiner 
hinteren Hälfte weit über die Basis der Flügeldecken. Die 
vordere, breitere Hälfte desselben hat zu jeder Seite oberhalb 
zwei grosse, weit seitwärts springende, am Rande mit schar- 
fen Stacheln besetzte Lappen. Das über die Decken ragende 
Stück des Prothorax ist ein gleicher, grösserer, bedornter Lap- 
pen. Der obere (dorsal-) Raum zwischen den vier Vorderlappen 
ist stark gekörnt ; der ganze übrige Theil des Prothorax eben, 
einfarbig gelblich -braun (testaceus), an den Seiten mit eini- 
gen kleinen, irregulären, braunen Zeichnungen. 

Der Hinterleib ist etwas kürzer, als die sich randlich 
endigenden und ein scharfes Dach bildenden Flügeldecken, 
glatt und ohne besondere Auszeichnung. 

Von den Genitalien sieht man äusserlich fast nichts. — 
Das letzte Rückensegmcnt (plague anale) ist sehr convex mkä 
m die Queere gezogen, vorn dreimal tief und rund aisge- 



321 

schnitten, am stärksten in der Mitte. Das letzte Banchseg- 
meut (plaque sousanale) ist nach vorn etwas schmlllcr, wenig 
aufwärts gebogen und am \ordern Rande tief ausgeschnitten, 
so dass es zwei, ziemlich schmale Fortsätze bildet, die aus- 
wärts gesäumt und längs der Mitte stark gekielt sind. 

Von der Stirn bis zum Ende der Flügeldecken misst mein 
Exemplar reichlich zwei rheinländ. Zoll. 

86. 
Acheta melas Charp. Hör. ent. ßr. 734. Serv. 338. 
ist weit später \on Rambur (Faune d'Andulusie) Fase. II. 
Tab. IL Fig. 6. als Ach. Agricola abgebildet worden. — In 
neuester Zeit fing man ein Weibchen in Schlesien. 

87. 

Gr. perspicillatus Serv. 74. ist wohl einerlei mit Gr. 
mitratus Br. 734. 

Auch muss es bei Br. in Germar's Zeitschrift S. 75. 
statt Belang. Toyage — Guerin's \oyage heissen. 



(3. Band 2. Heft.) 



21 



vm. 

E I- s t e r N a c h t r a g, 

zur 

Naturgeschichte der Gallwespen 

Bd. II. Heft 1. S. 176 — 209. dieser Zeitscliiift, 

V O jn 

Forstrath »r. Th. llartip;. 

(Hierzu Tnh. I. Fig. 1 — 10.) 



A. Zur Physiologie. 

I^ie Gallwespen zerfallen nach ihrer Lebensweise in drei 
Gruppen. In der ersten derselben stehen die mir von Pflan- 
zen , theilweise nur von Pflanzensäften , anderntheils auch vom 
Zellgewebe und dessen Stiirkemehlgehalt sich ernährenden Ar- 
ten beisammen. Sie allein verursachen durch das Ablegen 
ihrer Eier in bestimmte Pflanzen und Pflanzentheile ein Her- 
austreten des Bildungstriebes aus den ihm gesteckten Grenzen 
und Gestaltung der pflanzlichen Bildnngsstoffe zu einem Lar- 
venhause, dessen innerer Bau und äussere Gestaltung von der 
erzeugenden Gallwespcnart abhängig ist. Eine jede , wirklich 
gallenerzeugende Gallwespe hat ihre besondere , innerhalb ge- 
wisser Grenzen unveränderliche Gallenform , und nie wird man 
zwei gleichartige ächte Gallwespen aus verschieden ge- 
bildeten Gallen erziehen, eben so wenig wie man aus gleich 
gebildeten Gallen verschiedene Gallwespenarten dieser ersten 
Abtheilung, die ich deshalb Psenides — Gallenerzeu- 
ger genannt habe, erziehen wird. 

In diese erste Abtheilung gehören alle Arten der Gat- 
tungen Cynips, Andricus, Teras, Apophyllus, Rhodites, Spa- 
thegaster; TrigonaspiS; Diastrophu3, die meisten Arten der 



328 

Gattung Aylax und Neuroterus. Dass auch die letzte Gattung 
Arten enthalte, welche fremde Gallen liewohneii, wird immer 
wahrscheinlicher, da der bei Neur. inquilinus bereits früher 
verzeichnete Fall nicht mehr isolirt steht. (Vergl. die Nach- 
träge zur Gattung Neuroterus.) 

Die zweite Abtheilung, alle Arten der Gattung Synergus 
und Ceroptres, wenige Arten der Gattungen Aylax und Neu- 
roterus umüissend, enthält diejenige Arten dieser Familie, 
welche zwar ebenfalls in Gallen leben , aber nicht selbst Gall- 
wuchs erzeugen, sondern die von den Pseniden erzeugten 
Gallen zum Ablegen ihrer Eier benutzen. In diesen fremden 
Gallen lebt die Larve parasitisch sowohl vom eigentlichen Be- 
wohner, als auch von den Säften und Stoffen der Galle; Thier- 
und Pflanzen -fressend zugleich. Auf Grund dieser Lebens- 
weise gab ich dieser zweiten Gruppe den Namen Einmie- 
ther (Inquilinae.) 

Die dritte Abtheilung endlich umfasst alle übrigen Gat- 
tungen , von Xystus bis Ibalia (Vergl. a. a. 0. p. 185. das Sy- 
stem.). Die Lebensweise der hierher gehörenden Arten ist 
noch sehr wenig bekannt. Mehrere Arten der Gattung Xy- 
stus erzog ich aus Blattläusen ; Arten der Gattung Cothonaspis 
und Psilogaster erzog Boiichc aus Fliegenlarven. Es ist daher 
wahrscheinlich , dass wir es hier nur mit ächten Parasiten und 
zwar mit solchen zu thun haben, welche auf Insektenlarven 
angewiesen sind, die selten oder nie zur Zucht kommen. Ich 
habe die Arten dieser Gruppe darum Schmarozer, Parasiten 
genannt. 

Alle Arten der zweiten und dritten Gruppe sind getrenn- 
ten Geschlechtes und dies erstreckt sich bis auf Neuroterus, 
indem das einzige Männchen (Neurot. parasiticus) , welches 
mir aus dieser Gattung bekannt geworden ist, obgleich ich 
Neur. Malpighii und Reauniurii in grossen Mengen erzogen 
habe, aus einer Galle von Cynips globuli stammt. 

Die erste Uruppe spaltet sich in dieser Hinsicht in drei 
Abtheilungen. In den Gattungen Trigonaspis , Spathegaster, 
Teras und Andricus finden sich beide Geschlechter in gleicher 
Menge, ich möchte sagen, die Männchen häufiger noch als 
die Weibchen. In der Gattung Rhodites kommen Männchen 

21 * 



vor, aber selir selten. Dasselbe scheint mit den glaiizrücki- 
geii Arten der Gattung Neuroterus der Fall zu sein. Von 
üiastrophus habe ich erst zwei Individuen zu Gesiclit bekom- 
men und diese sind weiblichen Geschlechts. Bei Gjnips aber, 
ferner bei Apopliyllus und bei den als Gallenerzeuger bis jetzt 
bekannt gewordenen Arten der Gattung Neuroterus sind bis 
jetzt noch keine Männchen aufgefunden. Meine früheren An- 
sichten hierüber habe ich S. 178 u. 179 der ersten Abhandlung 
ausgesprochen; sie haben sich seit der Zeit in so fern geän- 
dert, als ich gegenwärtig der Ueberzeugung von der andro- 
gynen Natur, wenigstens der Gattung Cjnips näher gerückt bin. 

Im vorigen Jahre wuchsen eine ungewöhnlich grosse 
Menge Gallen der Cynips folii, die ich rechtzeitig in Menge 
sammelte und sammeln liess. Die zahlreich ausgekommenen 
VA^espen waren nur Weibchen. 

Cjnips dislicha war im Sommer 18.39 so selten, dass 
ich auf meinen Excursionen, sell)st da, wo ich im Sommer 
1838 die ersten mir zu Gesicht gekommenen Gallen in gerin- 
ger Menge fand, kein Exemplar entdecken konnte. Im Som- 
mer 1840 fand sich diese Galle auf einmal in so ungeheurer 
Menge auf den Blättern 4— lOjähriger Eichen, dass ich mit 
geringer Mühe 140 Kubikzoll sammeln lassen konnte. Da 
der Kubikzoll im Durchschnitte 200 dieser kleinen Gallen 
fasst, so erhielt ich pptr. 28000 Gallen. Im Durchschnitt lie- 
ferte die dritte Galle eine Wespe, die übrigen kamen ent- 
weder gar nicht aus oder lieferten Parasiten. Unter diesen 
9 _ 10000 Wespen war kein einziges Männchen. 

Dadurch veranlasst eutschloss ich mich zur anatomischen 
Untersuchung der Fortpflanzungs- Werkzeuge der Wespe. Die 
Resultate meiner Arbeit habe ich in den Figuren 1 — 10 der 
Tab. 1. dargestellt. 

Fig. 1. Die Umrisse des Hinterleibes eines Männ- 
chens von Trigonaspis crustalis. 

a) Die Spitze des Penis, dessen Grösse und Lage im 
Hinterleibe in punktirten Umrissen angedeutet ist. 

Fig. 8. habe ich den Penis, von unten gesehen, ver- 
grössert gezeichnet. 

Wenn man diese Figur mit den Darstellungen männli- 



323 

eher Gesclileclitstlieile der Blattwespcii , wie ich solche im er^ 
steil Bande der Naturgeschichte der Aderfliigler Tab. HI. Fig. 
15. gegeben lialte, vergleicht, wird man eine grosse Ueber- 
einstimmung erkennen. Wie dort, sehen wir auch hier einen 
au der Spitze zweitheiligen Penis (a), der durch eine derbe 
Haut (praeputium) mit den beiden seitlichen Hallzangen (for- 
cipes) verbunden ist. Ein Unterschied liegt besonders darin, 
dass das Cochlearium Fig. 8. b. unserer Abbildung un- 
mittelbar mit der Mitte des Penis verwachsen, nicht, wie bei 
Blatt- und Holzwespen, durch eine armformige Handhabe 
verbunden ist. Ausgezeichnet sind die Haltzangen der Gall- 
wespen-Mannchen durch die starken hornigen Häkchen am 
Rande des Cochlearium, welche den Blaltwespen fehlen. Wie 
bekannt, dienen diese Organe dem Männchen zum Festhalten 
der Weibchen während der Copula. Bei den zweigeschlech- 
tigen Gallwespen - Gattungen findet sich am letzten Hinterleibs- 
segmente der Weibchen ein Ausschnitt und Vertiefung, ofleu- 
bar zur Aufnahme und Befestigung der männlichen Haltzangen 
bestimmt. Dass dieser Ausschnitt l)ei denjenigen Gallwespen - 
Arten, von denen bis jetzt keine Männchen bekannt wurden, 
gänzlich mangelt, ist der erste Beleg für den Beweis der an- 
drogynen Natur jener Arten. 

Die Abbildung der männlichen Geschlechtstheile habe ich 
hauptsächlich deshalb gegeben, um die grosse Verschiedenheit 
beider Geschlechter zu zeigen und den Gedanken an die Mög- 
lichkeit des Verkennens derselben zu entferneu. 

Fig. 2. ist der Hinterleib eines Weibchens, Cynips di- 
Visa, mit den äusserlich erkennbaren Theilcn des Legeapparates. 

a) Das letzte Hinterleibssegment; 

b) die Scheiden des Legestachels; 

c) der entblösste Legestachel. 

"'' Fig. 3. derselbe Hinterleib der Länge nach durchschnil 
ten, um die Lage und Bildung des Apparates zum Ablegen 
der Eier zu zeigen. 

a. f. ist das letzte Segment des Hinterleibes, dessen 
Vorderrand beinahe bis zur Basis des Hinterleibs erweitert ist. 
Das Ende des Aftersegments steht mit einer kleinen, dreiecki- 
gen Hornplalle (e), diese wiederum mit den Scheiden des 



326 

Legestachels (d) in gelenker Verbindung. Zwischen den Schei- 
den liegt der Legestachel, an seiner Basis mit den Scheiden 
verwachsen. 

Man kann sich dies Organ am besten yersinnlichen , wenn 
man es mit einem Taschenmesser, dessen Griff, wie an Rasir- 
messern, ohne Rückenwand ist, yerglcicht. Am Ende sind 
die beiden Hornschalen des Griffes verbunden, liegen hier zu 
Tage, und bilden die mit kurzen Härchen besetzte Rückenflä- 
che des Aftersegments Fig. 2. a. An der Spitze des Griffes 
(f) ist die Klinge des Messers (d) durch ein Gelenkstück (e) 
beiderseits mit dem Griffe verbunden. Sie besteht aus den 
beiden Scheiden (d. b.) und dem Legestachel (d. c.) 

Fig. 3. ist der Schnitt genau in der Mitte des Hinterlei- 
bes geführt, und daher nur eine Griffplatte (a. f.) und nur eine 
Scheide (d. b.) dargestellt, die mau sich daher, wie auch das 
Gelenkstück, doppelt denken muss. Der Legestachel läuft an 
seiner Basis (d.) in vier Stränge aus (Fig. 4.), von denen 
sich jedem Gelenkstücke ein Paar zuwendet, wie Fig. 3. zeigt. 

Das Eigenthümliche des Legapparates besteht also allein 
darin, dass der Innenrand des Aftersegments sich tief in den 
Bauch hinein verlängert; im Uebrigen ist die Bildung durch- 
aus die allgemeine, dieselben Theile wird man am Legappa- 
rate der Schlupfwespen, oder von Xiphydria camelus erken- 
nen, wie ich solchen Tab. VIII. Fig. 13. meiner Natiirgesch. 
der Aderflügler abgebildet habe. Die vielfach nacherzählte 
Angabe, der Legestachel der Gallwespen sei im Leibe spiral- 
förmig aufgerollt, findet daher keine Bestätigung. 

Fig. 3. sehen wir den Legapparat in der Ruhe und nur 
die Spitze des Legestachels c. aus den Scheiden hervorgetre- 
ten. Beim Ablegen der Eier tritt der Legestachel dadurch 
ganz aus dem Hinterleii)e hervor, dass c. d. und a. f. wie 
Klinge und Heft eines Taschenmessers auseinandertreten , wäh- 
rend f. in der Richtung nach c. hin so weit zurückgedrängt 
wird , dass die Basis des Legestachels (d.) an der Spitze des 
letzten Bauchsegmentes (g.) liegt. 

Der Legestachel selbst besteht, wie überall, aus dem Ei- 
leiter und den beiden Gräten. 

Fig. 9. Mitte des Legestachels im Qucerschnitt. 



327 

Fig. 10. Spitze des Legestacliels. 

a. ist der Eileiter, an der Spitze schwach teileuartig 
eingeschnitten. 

1). sind die beiden Grälen, jede durch eine Nuth, in wel- 
cher eine hakig gebogene Lilngsleiste der Unterseite des Ei- 
leiters aufgenommen ist, mit dem Eileiter fest, aJ)er derge- 
stalt verbunden, dass sie sich an ihm hin und her schieben 
lassen, wodurch das Eindringen des Legestachels in die Pfianze 
vermittelt wird. Vergl. meine Naturgesch. der Aderflügler 
Bd. I. p. 16. 

c. ist die innere Höhlung des Legestachels, in welche 
das Ei aufgenommen wird und hindurch geht. 

Fig. 5. ist ein einzelnes Ei der Gallwespe, wie man es 
im Leibe der Mutter findet. Beim Ablegen desselben wird 
der Stiel (a.) in die Höhlung des Legestachels aufgenommen 
und bis zur Spitze desselben vorgeschoben, während der Ei- 
sack b. in der erweiterten Basis des Legestachels liegen bleibt. 
Hat hierauf die Wespe den Legestachel in die Pflanze versenkt, 
so öffnet sie denselben an der Spitze , und zwar dadurch, dass 
die Gräten Fig. 10. b. über die Spitze des Eileiters a. hin- 
ausgeschol)en werden , wodurch das an der Spitze der Gräten 
liegende Stielende des Eies frei wird. Durch Druck auf den 
an der Basis des Legestachels liegenden Eisack strömt nun 
die Eiflüssigkeit durch den Stiel in das entgegengesetzte freie 
Ende des Eies, welches sich auf diese Weise zum Eisack ge- 
staltet (Fig. 6. a.) , während der frühere Eisack seines Inhal- 
tes entleert wird. Ist das Ei auf diese Weise an Ort und 
Stelle gelangt, so bleibt es beim Herausziehen des Legestachels 
aus der Pflanze in dieser zurück, da es zwei- bis dreimal so 
dick als die vom Legstachel gemachte Wunde ist. Durch das 
im Zellgewebe der Pflanze zurückbleibende Ei festgehalten, 
wird dann beim Herausziehen des Legestachels aus der Pflanze, 
der Eileiter von dem in ihm liegenden Stiel und dem entleer- 
ten Eisack befreit. An Gallen von Teras terminalis sieht mau 
sehr hänfig den entleerten Eisack und die Hälfte des Stieles 
aufgerichtet auf der Oberfläche der Galle stehen; auf den er- 
sten Blick hält man ihn für Eier von Hemerobius. 

Auf diesem Wege erklärt es sich , wie das dicke Ei der 



328 

Gallwespen durch eine Röhre, die kaum den \ierten Theil 
des Eidurchmessers misst, in die Pflanze gelange. Vermittelst 
dieser Organisation geschieht es , dass das dicke Ei ohne be- 
trächtliche Verletzung des Zellgewebes, in welches dasselbe 
abgelegt werden soll , an Ort und Stelle gelangt , die Pflanze 
gesund und fähig bleibt , am Orte des Stiches eine gesteigerte 
Thätigkeit zu entwickeln , was nicht der Fall sein würde, wenn 
durch das Unterbringen der Eier das Zellgewebe in dem 
Maasse verletzt und ertödtet würde, wie dies bei den meisten 
Blattwespen der Fall ist. 

Fig. 4. Hinterleib des Weibchens von Cynips divisa, der 
Länge nach durchschnitten. 

Die ganze Rückenhöhlung des Hinterleibs ist mit Eiern 
erfüllt, die weder nnter sich, noch mit einem andern Körper 
in Verbindung stehen , wohl aber regelmässig geschichtet sind, 
so dass das Stielende aller Eier nach der Basis des Hinter- 
leibs, an welcher der Eingang zur Legeröhre sich befindet, 
gerichtet ist. In diese Abbildung habe ich nur den Legesta- 
chel aufgenommen, die Scheiden desselben, das Gelenk- und 
Afterglied hingegen weggelassen, um die Lage des von der 
Eiermenge nach dem Bauche zurückgedrängten Fettkörpers 
(d.) zu zeigen , von welchem der wenig entwickelte Nahrnngs- 
kanal, die Tracheen, Muskeln und Nerven umhüllt sind. 

Zwischen den Eiern, am Afterende des Hinterleibs, sehen 
wir den Eierstock (a.), den ich Fig. 7. noch mehr vergrös- 
sert dargestellt habe. Der birnförmige Stamm desselben (a.) 
besteht aus einer dicken Haut, deren Zusammensetzung aus 
einzelnen Zellen deutlich erkennbar ist. Eine jede der Zel- 
len ist mit einer körnigen Masse erfüllt. Am Kopfe des Eier- 
.stocks entwickeln sich die Eier aus dem Zellgewebe durch 
Vergrösserung einzelner Zellen zu langen, dicken, an der 
Basis keulenförmig erweiterten Schläuchen (b.) , die sich end- 
lich ablösen, während der körnige Inhalt durch Contraction 
der Schlauchhaut an das untere Ende des Schlauches zurück- 
gedrängt wird. Vor dem Abfalle steht das Ei zum Eierstock 
in derselben Beziehung , wie das Haar oder die einfache Drüse 
zur Epidermis des Pflanzenblatles. 

Ausserdem findet sich unweit der Basis des Hinterleibes 



32» 

ein hodenförmiger Beutel (I).) mit zwei am Gninde \envacli- 
seneii Ausfiihriuig;sgängeii. Es besteht derselbe aus eiuer der- 
ben, eiufadiea Haut, mit einer körnigen, trüben Flüssigkeit 
strotzend erfüllt. Dass dies Organ Samenbeliälter sei, ist 
wohl kaum zu bezweifeln ; wir finden ein ähnlich , mitunter 
fast gleich gebildetes Organ in ahnlicher Stellung bei den 
Mutter- Insecten fast aller Ordnungen; seine Bestimmung ist 
dort die Aufnahme und Aufbewahrung der vom Milnncheu 
dem Mutterkerf überge])enen Samenfeuchtigkeit, durch welche 
die Eier erst später, kurz vor dem Ablegen einzeln befruch- 
tet werden. Das Vorhandensein des Samenbehälters ist also 
kein Beweis der Androgynität, wohl aber die Füllung dessel- 
ben mit Samenfeuchtigkeit zu einer Zeit, wo eine Begattung 
noch nicht geschehen sein kann, z. B. kurz \or dem Aus- 
schlüpfen der Wespe aus der Galle. Auch im Leibe der noch 
eingeschlossenen zum Ausschlüpfen fertigen Gallwespe, zeigt 
sich der Samenbehälter von Flüssigkeit aufgebläht. Zerdrückt 
man denselben zwischen Glasplatten, so zeigt sich in der kör- 
nigen Flüssigkeit eine lebhafte Bewegung der Einzeltheile, 
ähnlich der der Milchsaftkörner in den Pflanzen, die jedoch, 
wie im Milchsafte und im männlichen Samen höher organi- 
sirter Thiere bald aufhört, während der zur Ruhe gekommene 
Körnerstoff verfliesst und zu einem hellen, durchsichtigen 
Schleime wird. Von ähnlicher Beschaffenheit und etwas er- 
härtet, zeigt sich der Inhalt des Samenhälters, wenn man zur Un- 
tersuchung den aufgeweichten Körper todter Wespen verwendet. 
Die Resultate dieser Untersuchung verbunden mit dem 
Umstände, dass unter grossen Mengen gezogener und gefan- 
gener Wespen einzelner Gattungen und Arten weder mir, noch 
so weit mir bekannt geworden, anderen Entomologen je ein 
männliches Individuum zu Gesicht gekommen ist, dürften viel- 
leicht genügen , die Androgynität jener Gattungen und Arten 
ausser Zweifel zu stellen, was um so wichtiger ist, als die- 
selbe, meines Wissens, unter den Insecten, ausserdem noch 
nicht beobachtet wurde. 

B. Zur System-Kunde, 
Trotz der grossen Menge von Gallwespen, die ich wäli- 



fJ30 

reiul des noch nicht zweijährigen Zeitraumes vom Erscheinen 
der ersten Al)handlinig his zum heutigen Tage vor der Lupe 
gehabt habe, worunter, wie der Erfolg zeigen wird, 71 neu 
zu beschreil:ende Arten enthalten sind, ist mir doch keine 
Art zu Gesicht gekommen, die zur Aufstellung einer neuen 
Gattung Veranlassung geben könnte. Vielleicht werden die 
glattrückigen Arten der Gattung Neuroterus dereinst eine be- 
sondere Gattung bilden müssen. Davon später mehr. Eben- 
sowenig hal)e ich Veranlassung gefunden, das a. a. 0. S. 185 
— 187. aufgestellte System zu verändern, wenn man dahin 
nicht rechnen will, dass die Folge der Gattungen von Apo- 
phyllus ab, dem Gesammt- Habitus nach folgendermassen zu 
verbessern sein dürfte: 

Apophyllus, 

Spathegaster 

Trigonaspis 

Rhodites 

Diastrophus. 
Dahingegen bedarf das System einer Berichtigung. Wenn es 
S. 185. in der Uebersicht der Gattungen unter A. 1. a. heisst: 
„Antennae articulis inaequalibus , ultimis 7 — 8. brevioribus, 
„clavam elongatam constituentibus" , so gilt dies nur für die 
Weibchen der hierher gehörenden Gattungen, indem die Männ- 
chen der beiden zweigeschlechtigen Gattungen Andricus und 
Teras fadenförmige Fühler mit mehr oder weniger abgeschnür- 
ten, theilweise (Andr. moniliatus), sogar rundlichen Gliedern 
tragen. Es wäre daher eine Verwechselung dieser Männchen 
mit denen der Gattungen Spathegaster, Rhodites, Trigonas- 
pis und Diastrophus möglich, wenn nicht die Spathegaster - 
Männchen durch den langgestielten Hinterleib, die Rhodites- 
Männchen durch die geschlossene Radial -Zelle bestimmt un- 
terschieden wären, wohingegen zwischen den Männchen der 
Gattung Andricus und Trigonaspis, die im weiblichen Ge- 
schlechte so scharf schon in der Fühlerbildung geschieden sind, 
eine merkwürdige Aehnlichkeit herrscht. Die einzigen leich- 
ten Unterschiede bestehen darin, dass bei Trigonaspis die ein- 
zelnen Fühlerglieder walzig, bei Andricus mehr oder weniger 
abgestutzt ejlöiuiig sind, dass bei Trigon. das Schildchcn 



331 

grösser, schmaler, spitzer zulaufend, vor allem aber tiefer . 
ausgegraben und weiter über die Hiuterbrust hinausragend 
ist als ])ei Andricus; endlich dass die Seiten -Tuberkeln des 
Schildchens bei Trigonaspis scharfer und weiter hervortreten, 
wodurch dieses eine dem dreieckigen sich nähernde Form erhält., 

Es wird ferner, wie ich aus den, den Insecten- Sendun- 
gen hier und da beigegebenen Bestimmungen entnehme , die 
Gattung Ceroptres häufig verkannt. Diese Gattung steht sehr 
bestimmt zwischen Aylax und Synergus, zeigt den Körperbau 
der ersteren, unterscheidet sich aber von dieser durch die 
stark kolbigen, dort fadenförmigen Fühler, die sie mit den 
meisten Arten der Gattung Synergus gemein hat, von wel- 
cher letzteren sie durch den glatten, nicht gefurchten Vorder- 
rand (Hals) des Hinterleibs getrennt ist. Sclion hierdurch 
ist die Gattung scharf von ihren Nachbaren geschieden, doch 
geben sich ausserdem die Weibchen noch durch die weit her- 
vorstehenden in die Höhe gerichteten Scheiden des Legestachels 
und durch das weit hervortretende pflugschaarförmige letzte 
Bauchsegment als Arten der Gattung Ceroptres zu erkennen. 

In dem gegebenen Systeme habe ich die aufgestellten 
21 Gallwespen -Gattungen nach Verschiedenheit der Flügelbil- 
dung in zwei grosse Gruppen gebracht, und zwar nach der 
verschiedenen Gestalt der Radialzelle. Die dieser Abhandlung 
beigegebene Tafel erlaubt mir, mich jetzt deutlicher hierüber 
auszusprechen. Tab. 1. Fig. .36. bis 39. zeigt die Flügelbil- 
dung der Gallwespen, Fig. 36. von Cynips, Fig. 37. von Synergus 
Fig. 39 vonMegapelmus, Fig. 38. vonlbalia. Obgleich in diesen 
Abbildungen die grössten der vorkommenden Verschiedenheiten 
dargestellt sind,, wird man doch eine merkwürdige Ueberein- 
stimmung im Verlauf des Geäders erkennen und sich von der 
Verwandtschaft der zusammengestellten Formen überzeugen.*) 



*) Betrachtet man daneben die auf derselben Tafel darge- 
stellten Verschiedenlieiten in der Flügelbildung der Pilanzenläuse, so 
müssen die im Vergleich mit den Gallwespen so sehr bedeutenden 
Abweichungen auffallen, da die Familie der Pilanzenläuse insofern 
ärmer an natürlichen Gruppen ist, als die Familie der Gallwespen, 
Pdanzenfresser , Thierfresser und nocli andere Gattungen entliielt, 
welche Beides zugleicii sind. 



332 

Ueberall ist der Vorderrand der Oberflügel bis zur Ra- 
dialzelle (d.) aderlos. Eine dicke Unterrandader (f) entspringt 
der Schulter, lilnft parallel oder wenig divergirend in gerin- 
ger Entfernung vom Vorderrande bis nahe zur Flügelniittej 
und wendet sich dort in einem stumpfen Winkel (Knie; zum 
Vorderrande. Hier tritt die erste beachtenswerthe Verschie- 
denheit auf, indem die Unterrandader, nachdem sie sich zum 
Vorderande des Flügels gewendet hat, entweder plötzlich auf- 
hört und den ganzen Vorderrand des Flügels aderlos lilsst, 
wie in Fig. 36. und Fig. 37. oder, den Vorderrand beglei- 
tend sich bis zur Spitze der Radialzelle verlängert und dort 
mit dem Radius zusammenfliesst, Fig. 38, 39. Da in diesem 
Falle die Radialzelle (d) ringsherum von Adern umgeben ist, 
so bezeichne ich diese Flügelbildung mit der Benennung: 
Flügel mit geschlossener Radi alz eile (area radialis 
clausa), während im entgegengesetzten ersten Falle die Ra- 
dialzelle am Vorderrande aderlos (aperta) ist. 

In der Mitte der Unterrandader entspringt, in etwas 
schräger Richtung rückwärts gewendet, die Grundader (ner- 
vus basalis) e. , welche überall vorhanden und meistens scliarf 
ausgeprägt ist. Nicht so verhält sich dies mit dem auf der 
Grundader entspringenden, am Aussenrande des Flügels bei g. 
endenden Cubitus, der selten scharf begrenzt, meist nur 
durch einen dunkeln Schatten angedeutet ist, bei vielen Ar- 
ten dem einfach geschärften Auge gänzlich entschwindet. Ra- 
dius nenne ich hier diejenige Ader, welche aus dem Knie 
der Unterrandader entspringt; eine grössere oder geringere 
Strecke in den Flügel hineinläuft und sich dann in einem Win- 
kel wieder zum Vorderrande wendet; also die zwischen a und 
d, d und c liegenden Adern. Diejenige Fläche des Flügels, 
welche vom Radius, einem Theile des vorderen Flügelrandes 
und der Randader über dem Knie umgeben ist, heisst Radial- 
zelle (d.) Das Verhällniss ihrer Breite zur Länge ist i)each- 
tenswerth; die lange, schmale Form der Radialzelle (Fig. 36.) 
gehört, mit Ausschluss der Gattungen Rhodites und Aylax, 
den gallenerzeugenden Gallwespen an; unter den Inquiliuen 
und Parasiten herrscht die kurze breite Form (Fig. 37. 39.) 
und nur Ibalia (Fig. 38.) macht hiervon eine Ausnahme, 



333 

Weit wichtiger als dies Verhältniss ist die Bildung des, 
dem Knie der Unternuulader entspringenden, zwischen a und 
d liegenden Theiles vom Radius, welchen man den Unter- 
Radius nennen kann. Von seiner Länge hängt zunächst 
die Breite der Radialzelle, und somit das Verhältniss der 
Breite zur Länge ab. Da das Mittelzellc hen (areola) 
(Fig. 36, 37. b.) wo ein solches vorhanden ist, immer am 
inneren Winkel des Radius liegt, so wird ferner auch die 
Lage der Areola \on der Länge und Richtung des Unter -Ra- 
dius bestimmt. Bei den gallenerzeugenden Gattungen (1 — 9), 
liegt die Areola in gleicher Höhe, mitunter sogar tiefer als 
das Ende der Unterrandader am Flügelrande (Fig. 36 b.). Bei 
den parasitischen Gattungen tritt die Areola immer weiter in 
den Flügel hinauf, (Fig. 37, 39.) und nur Ibalia macht auch 
hier eine Ausnahme. (Fig. 38.) 

Auch die Bildung des Unter- Radius ist für die Classi- 
ficirnng \'on Wichtigkeit, indem derselbe bei allen parasiti- 
schen Gattungen mit Einschluss der Gattung Aylax, also bei 
allen Gattungen der zweiten Abtheilung, ferner bei Diastro- 
phus und bei Rhodites Eglanteriae gerade oder einfach bogen- 
förmig gekrümmt ist (Fig. 37, 38, 39). Bei allen übrigen 
Gattungen der Isten Abtheilung, so wie bei Rhodites Rosae 
und Centifoliae ist der Unter -Radius mehr oder weniger wink- 
lig gebrochen. Fig. 36. 

Eine area radialis aperta finden wir bei allen Gattun- 
gen der ersten Abtheilung und nur Rhodites macht davon 
eine Ausnahme durch alle Arten hindurch. Bei Spathegaster 
ist der Unterschied in einer Art, Sp. petioliventris , sexuel. 
Alle Männchen zeigen eine geschlossene, alle Weibchen eine 
offene Radialzelle, während die übrigen Arten in beiden Ge- 
schlechtern offne Radialzellen haben. 

In der zweiten Abtheilung ist die Radialzelle vorherr- 
schend geschlossen und Figites die einzige Gattung, in der sie 
bei allen Arten geöffnet ist. Die Arten der Gattungen Ce- 
roptres, Megapelmus, Psilogaster, Scytodes, Sarothrus, Am- 
phithectus, Ibalia, haben ohne Ausnahme geschlossene Radial- 
zellen, Die Gattungen 11 — 14., Aylax, Synergus, Xystus 



«34 

niul Cothoiiaspis eiitliiilteii Arten mit geschlossener, andere 
mit offener Radialzelle. 

Aylax. 11 Arten. Darunter mit offener Radialzelle 
5 Arten: A. Glecliomae, Rhoeadis, minor, punctatus, patens. 
Halbgesclilossen 2 Arten: A. Sal)audi, splendens. Geschlos- 
sen 3 Arten: A Caninae, Brandtii, syncrepidus. 

A. Hieracii B. ist mir noch unbekannt. 

Synergus 32 Arten; die Radialzelle geöffnet nnr bei 
5 Arten und zwar bei S. immarginatns, basalis, tibialis, con- 
natns und bei apicalis. Bei tibialis allein kommen Abweichun- 
gen in beiden Geschlechtern vor. 

Xystus. 26 Arten; die Radialzelle geöffnet bei 11 Ar- 
ten, geschlossen bei 13 Arten, fehlend bei 2 Arten. (Vergl. 
die folgende Uebersicht der Arten dieser Gattung.) 

Cothonaspis 28 Arten; die Radialzelle geöffnet bei 
C. scutellaris, diaphanus, ater, moniliatus, hexatomus, retu- 
sus, micropterus, emarginatus. 

Der Familie der Gallwespen, besonders der Figiti- 
den, reiht sich unmittelbar die Familie der Codrinen und 
Proctolrupen an. Ich beabsichtige demnächst eine Revi- 
sion der diesen letztern angehörenden Gattungen und Arten, 
habe bereits ein reiches Material vor mir stehen und bitte 
die Freunde der Hymenopterologie um Vermehrung desselben. 
Mit gleich grossem Danke werde ich Nachweisung solcher, 
jene Familien betreffenden Arbeiten, welche in dem Zeiträume 
von der Bearbeitung durch Nees von EsenhecJc bis zum er- 
sten entomologischen Jahresbericht des Herrn Dr. Erichson 
erschienen sind, entgegen nehmen, da aus jenem Zeiträume 
manches in Zeitschriften Niedergelegte meiner Aufmerksam- 
keit entgangen sein könnte. 

C. Zur Arten-Kenntniss. 
Genus 1. Cynips. 
8) Cynips fecundatrix. A. a, S. 189. n. 8. Als 
ich die Diagnose dieser Art aufstellte, hatte ich erst ein In- 
dividuum derselben selbst gezogen. Kurz vorher erhielt ich 
durch die Güte des Herrn Dr. Dahlbohm aus Lund 8 — 10 
Individuen einer Gallwespenart, die von demselben fraglich 



333 

als Cynips Quercus geiiimae Lin. bezeichnet waren. Da sich 
der Sendung auch die von Linne deutlich beschriebene Galle 
der C. fecundatrix beigesteckt fand , so glaubte ich schliesseu 
zu dürfen : es seien die übersendeten Exemplare aus der Galle 
gezogen , da ferner letztere im Körperbaue wie in der Scul- 
ptur und Behaarung vollkommen mit dem von mir gezogeneu 
Unicum übereinstimmten, so hielt ich letzteres für eine Va- 
rietät, und stellte die Diagnose für C. fecundatrix nach den 
schwedischen Exemplaren auf. 

Im vorigen Jahre habe ich endlich Cynips fecundatrix 
in grosser Menge gezogen; zu meiner Verwunderung zeigten 
aber alle Exemplare die Färbung des von mir als Varietät 
S. 189. beschriebenen zuerst gezogenen Individuums, wogegen 
ich vom entomologischen Vereine zu Stettin, einige durch 
Herrn Zebe aus den Gallen der Cynips Quercus radicis ge- 
zognen Gallwespen zugesendet erhielt, die auf's genaueste mit 
den schwedischen Gallwespen übereinstimmten. 

Die für C. fecundatrix S. 189. gegebene Diagnose gilt 
demnach von nun an für Cynips radicis (Cynips Quercus ra- 
dicis Fabr.), wogegen für Cynips fecundatrix die Diagnose 
in der Beschreibung der Varietät zu suchen ist; vollständig 
aber folgendermassen lauten würde: 

C. fecundatrix m. abdomine segmento primo longitudine 
^3 abdominis; fusco- nigra; geniculis, maculis 2 basalibus 
lateralibus abdominis, anoque rufis. Long. lin. 2. 
13. C, radicis Fabr.: abdomine segmento primo longitu- 
dine '/j abdominis ; rufa ; antennis apice , macula frontali, 
lateribus mesothoracis, metathoracis declivitate, abdominis 
macula dorsali, coxisque summa basi nigris ; tibiis posticis 
fnscis. Long. lin. 2. 1. c. p. 205. n. 11. 

Die Fabrt'c ins' sc]\e Diagnose S. 205. der Abhandlung, 
stimmt hiermit so weit überein, dass man annehmen darf, 
es habe beiden ein und dieselbe Art vorgelegen. 

Die von Herrn Zebe neuerlich an den Wurzeln der 
Eiche wieder aufgefundene Galle, hat den Bau der Galle von 
Teras terminalis , ist aber härter, holziger, und äusserlich 
von einem Wurzelknollen kaum zu unterscheiden. Die mir 
zugesendete Galle maass V/,^ Zoll im Durchmesser. Die auf- 



336 

gesprungene, äussere, rindeniUinliche Schicht ist mit Rhizo- 
morpha subcorticalis durchwachsen, so dass es aussieht, als 
gingen Wurzelfasern von der Galle aus, was jedoch nicht 
der Fall ist. 

Synergus incrassatus m. ist Inquiline dieser Gallwespenart. 

14) Cynips globuli m. L c. p. 207. n. 21. 

Obscure rufo-ferruginea, facie, occipite, antennis, prosterno, 
strigis 3 dorsalibus lateribusque mesothoracis, metathoracis 
declivitate, dorso abdoniinis, coxaruni basi, tibiisque pos- 
ticis nigro-fuscis; antennis 15 articulatis ; thoracis dorso 
pubescentia adpressa raunito; abdomine segm. primo longi- 
tudine Vj abdominis. Long. lin. IV4. 

Var 1. Capite , dorsoque thoracis , tibiis posterioribus tarsisque 
posticis nigro - l'uscis. 
Nach vielen Bemühungen ist es mir endlich geglückt, 
die Wespe in einigen Exemplaren zu ziehen. Sie schwilrm- 
ten aus im Spätherbst gesammelten Gallen in den ersten Ta- 
gen des Februar. 

15) Gyn. autumnalis m. 1. c. p. 208. n. 25. 

Fusco- nigra; ore, basi antennarura, squamulis, venire nee 
non lateribus abdominis plus minus, pedibusque rufis; co- 
xis posterioribus basi, tarsis articulo ultimo nigris; dorso 
lateribusque mesothoracis nitidis, scutello pleurisque pube 
brevissima tenuissiraa cinerea tectis ; alarum neuris rufis. 
Segra. 1. longit. V3 abdominis. Loiigit. lin. IV4. 

Ein einziges Exemplar habe ich in diesem Frühjahre 

todt, aber vollständig ausgebildet aus der Galle geschnitten. 

16) Gyn. callidoma m. 

Bis jetzt ist es mir nicht geglückt, aus den ungemein 
zierlichen, langgestielten, prismatisch spindelförmigen Eichen- 
Knospengallen , mit regelmässig 5seitiger Durchschnittfläche, 
die schon Malpighi (Opera omnia tab. XIV. Fig. 44.) abge- 
bildet hat; von denen ferner Harlig's Forst- und Jagd -Ar- 
chiv IV. 2. tab. 1. eine getreue Abbildung giebt, die Wespe 
zu ziehen. Alles was ich erhielt, waren Arten der Gattungen 
Ceroptres und Synergus, stets in der Mehrzahl die Galle be- 
wohnend , wodurch ich zu dem Glauben verleitet wurde , Ce- 
roptres clavicornis sei der Urheber der Galle. Dies ist je- 



337 

(loch, wie ich jetzt mit Bestimmtheit weiss, nicht der Fall. 
Im verflossenen Sommer habe ich das erstemal eine Galle mit 
der ächten Cynips -Larve und zwar von bedeutender Grösse, 
einsiedlerisch lebend und mit ihrem Körper das ganze Innere 
der Galle erfüllend aufgefunden. Ich Jiofl'e sie zur Verwand- 
lung zu bringen. 

Genus IL Andricus. 

I) Andricus q uadrilineatus (1. c. p. 190. n. 1.) bildet 
durch die, wenn auch schwache Behaarung des Brustrückens 
den Uebergang zur Gattung Cynips. 

3) Andricus noduli (1. c. p. 191. n. 3.) var. 1. pedibus 
tote rufis, abdomine rufo, apice strigaque vel maculis 2 la- 
teralibus ante basin nigris. 

4) Andricus iuflator (l. c. p. 191. n. 4.) 

Beide Geschlechter habe ich im vorigen Jahre in grös- 
serer Menge gezogen. Vorjährige Eichen meines Forstgar- 
tens waren in Menge mit Gallen besetzt , so, dass an einzel- 
nen Pflanzen alle Triebe in einer Galle endeten. Die Gallen 
fanden sich im Juni, die Wespen schwärmten Ende Juni und 
Anfang Juli. Die Diagnose ist folgendermasscn zu vervoll- 
ständigen: 

A. inflator 2 cf niger; antenuis, pedibus squamulisque pallide 
fuscis; antennis apice nee non scapo latere externo, tibiis- 
que posticis obscurioribus; abdomine lateribus vix rufescen- 
tibus plerisque totis nigris. $ antennis 15 articulatis; 
^ antennis IG articulatis, filiformibus, moniliatis; abdomine 
thorace breviore, subpetiolato, toto nigro. 

5) Andricus curvator (l. c. p. 191. n. 5.) adde: alis sub- 
fumato-hyalinis, neuris crassis colore nigro imbutis. 

Besonders zum Unterschiede von A. hyalinus. 

Ein Männchen , von Herrn Prof. Ifoerster aus Aachen 
erhalten, unterscheidet sich auffallend durch braune Hinter- 
schienen. 

6) Andricus testaceipes (1. c. p. 191. n. 6.) 

Mehrere bisher unbekannte Männchen dieser Art, erzog 
ich aus Eichen -Blattstielen, deren gewöhnliche Form nur we- 
nig durch eine regelmässige Anschwellung verändert wird. 
(3. Band 2. Heft.) 22 



^3S 

Die Larvenliöhle liegt mitlen in der erweiterten Markröhre 

des Blattstiels. Sclnvärnizeit Mitte August. 

d^ niger; pcdibus nifo-fla\is, tibiis posticis vix ohscuratis; 

antennis moniliformibus, articulis OTatis. Long, yix Y2 !'"• 
10) Andricus fuscicornis m.: niger; antennis fnscis, 

apice nigris; nbdomine rufo , dorso \entreque nigris; pe- 

dibus rufis, tibiis posticis nigris, tarsis posticis fuscis, arti- 
. culis 2 — 4. pallidis. 2 long. lin. Vs- 

Einmal in Eichenbestand der Umgegend Brannschweigs 
gefangen. 
ll)Andr. hyalinus ni. niger; antennis rufis, supra fusco- 

rnfis ; pedibus rufis coxis posticis nigris ; alae hyaliuae, nen- 

ris tenuibus rufis. d^ long. lin. 72- 
August. Braiinschweig. 

Genus III. JSeurolerus. 

Die Arten dieser Gattung zerfallen in zwei Gruppen 
nach der Sculptur des Mittelbrust -Rückens; dieser ist zwar 
überall glänzender und geglätteter, als bei den meisten Arten 
der Gattung Andricus, aber nicht bei allen Arten so vollkom- 
men geglättet und ohne Eintheilung in Mittel- und Seiten- 
felder, wie dies bei Nenroterus defectus, politus und einigen 
neuen Arten der Fall ist. Bei Nenroterus Malpighii, Reau- 
murii, inquilinus und einer neuen Art (fumipennis), sind 
Mittel- und Seitenlappen des Brustrückens, zwar nicht durch 
so scharfe und tiefe Einschnitte, wie bei vielen Arten der vo- 
rigen Gattung getrennt, die Trennung durch fiach-concave 
Furchen, ist aber immer noch deutlich in die Augen fallend. 

Merkwürdig ist es, dass zwei in der äusseren Körper- 
bildung so nahe verwandte Gattungen wie Andricus und Nen- 
roterus so verschieden in ihrer Fortpflanzung sich verhalten. 
Nenroterus gehört sicher zu den aganien Gattungen; mehrere 
Arten habe ich in grossen Mengen gezogen, aber weder un- 
ter diesen, noch unter den gefangenen Individuen dieser und 
der übrigen Arten ist mir bis jetzt ein Männchen, ebenso 
wenig wie bei Cynips und Apophyllus zu Gesicht gekommen; 
wohingegen in der Gattung Andricus die Männchen ebenso 
häufig als die Weibchen sind. 



339 



Der Mittelriickeii ist durcli zwei nach dem Sf Iiildchen 
zu convergirende flache Furchen in drei wenig convexe Fla 
(hen getheilt. 

1) N. Malpighii. ) 

2) N. inquilinns \ 1. c. p. 192, 

3) N. Reaiimurii ( 

0) N. fiimipennis in. niger; antennarum arliciilis 2—4., squa- 
miilis pcdibusque ferrugineo-flavis ; abdominis basi lateribus 
maculis flavo - fernigineis ; alis funiato - liyalinis , apice 
obscnratis, neuris nigerrimis, effusis, cellula oblonga ma- 
cula fusca. 2 Long. lin. 1. 

Mitte Mai in Eichenbestand der Umgegend Braun- 

schweigs gefangen. 

7) N. brevicornis m. niger; antennarum articulis 1 — 5., ore, 
squamulis, pedibus anoque rufis; coxis posticis nigris, ti- 
biis posticis fiiscis; alae hyalinae, neuris rufis. $ Long lin. -/, 

Braunschweig. 

2. A I) t h e i l u n g. 
Der Mittelrücken zeigt eine ununterbrochne stark con- 
vexe, lebhaft glanzende Fläche, wie bei Xystus. 

4) N. defectus 1. c. p. 193. 

5) N. politus 1. c. p. 193. var, 1. fenioribns omnibus nigris, 
basi apiceque pallidis, var. 2., femoribus fusco-testaceis. 

8) N. bipunctatus m. : niger; antennis pallide fuscis, basi 
rufis; abdomine punctis 2 basalibus lateralibus rufis; pedibus 
pallide rufis, coxis nigris, femoribus tibiisque posterioribus 
medio infuscatis. $ long. lin. '/a- 

Mitte August bei Blankenburg am Harze in Eichenbe- 
stand gefangen. 

9) N. rubeculus m. : niger; antennis, thorace toto, abdominis 
basi, pedibusque laete rufis, tibiis posterioribus pallide fus- 
cis, tarsis posticis albicantibus $ long. lin. '/j. 

Mitte August bei Braunschweig in Eichenbestand. 

10) N. nitens m. : rufo - castaneus ; strigis 2 dorsalibus thora- 
cis nee non apice abdominis nigris; antennis articulis 1—3 
pallide rufis (reliquis deficientibus) tarsis pallidioribus 2. 
Long. lin. V2' 

22* 



3/AO 

Ende Aiignst hei Biaiiiiscliweig in EicJienheständcn. 
11) Ncur. parasiticiis m.: niger; ore, pedibusque testaceis; 
coxis tibiisquc posticis fuscis ; antennainni articnlis 1 et 2 nigvis, 
(reliquis deficicnlibus); alae neuris hyalinis cf long. lin. ^/j. 
Unter den Neuroteren der zweiten Abtheihmg ist dies 
die erste erzogene Art und zwar erhielt ich sie aus den 
Gallen der Cynips globuli, in welchen sie parasitisch oder als 
Inquiline gelel)t hatte. Sollte sich im Verfolg bestätigen, dass 
auch die übrigen Arten dieser Abtheilung parasitisch leben, 
so dürfte aus ilinen eine besondere Gattung zu bilden sein, 
da sie sich durch den polirtcn Mittelbrustrückcn der gleich- 
falls parasitischen Gattung Xystus nähern. 

Genus V. Apophyllns n. 
2) A. synaspis m. A. ferrugineo - rufus ; antennis apice fu- 
sco-ferrugiiieis; abdoniine toto, summa basi excepta, nigro 
nitidissimo. Long. lin. ^/j — 1 ; thorax formicaeforniis, ab- 
doniine angustior, alis nullis. 

Im Frülijahr dieses Jahres zeigten sich im hiesigen Forst- 
garten auf der Unterseite der Blätter junger einjähriger Eichen 
eine grosse Menge \ollkonimen kugelrunder, grüner, glatter 
Saft -Gallen, die ausgewachsen einen Durchmesser von 2 — 2V2 
Linien erreichten, schon im Juni abfielen und auf der Erde 
liegend eine schöne, rothe Farbe erhielten. Diesen Gallen 
entschlüpfte schon Ende Juni und im Juli obige Wespe, und 
zwar nur Weibchen, obgleich ich viele Hundert Exemplare 
zur Verwandlung gebracht habe. Da nun auch von Ap. ap- 
terus bisher nur Weibchen bekannt geworden sind, so kann 
man Apophyllus wohl zu den agamen Gattungen zählen. 

Genus MIX. Spathegaster. 
1) Sp. petioliventris m. 1. c. p. 194. muss es 
heissen : fem. abdoniine subsessile ; mas abdominis petiolo lon- 
gitudine dimidii abdominis. Dies gilt auch für die übrigen 
Arten, bei deren Weibchen der Hinterleib ebenfalls fast stiel- 
los ist. Bei den Männchen der übrigen Arten ist die abso- 
lute Länge des Stiels dieselbe wie hier, der Hinterleib ist 
aber länger, wodurch sich das Verhältniss ändert. Ausser- 
dem ist hinzuzufügen: alis hyalinis. 



2) Sp. interruptor ni. I. c. p. 207. ii. 20. Sp. iiiger, basi <ui- 
leiinariim pedibiisqiie flavcsceiitilnis; alae siibfiimato - liyalinac, 
iieiiris nigredine effiisa imluitis; uias petiolo '/j longitiidiiic 
abdominis 2 ^ long. lin. 1'/,. 

Die am angefülirteu Ort hescliiiebenen Gallen zeigten 
sich in diesem Frühjahre und zwar kurz nach dem Blattaus- 
bruche in Menge an den einjährigen Eichen unsers Forst- 
gartens. Die, die Blattflilche durchwaclisenden, unregelmassig 
runden gel])grünen Gallen erreichen mitunter die Grösse einer 
Haselnuss, sind dal)ei so saftig und dünnwandig, dass man 
durch die Wände hindurch das Insect sehen kann. Aehnliclie 
aber weniger durchsichtige, derbere Gallen fand ich.gleich- 
zeitig an den männlichen Blüthcnkätzcheu der Eiche, mitun- 
ter 2—3 an einem Blumenboden. Beide Gallen lieferten mir 
dasselbe Insect, wenigstens finde ich kein durchgreifendes Un- 
terscheidungszeichen, so dass man annehmen muss, sie seien 
derselben Art angehörend. 

Dass das Insect die ächte Gynips Quercus baccarum Lin. 
a. a. 0. S. 204. No. 3. sei, ist kaum einem Zweifel unter- 
worfen; der Name Spathegaster interruptor muss daher in 
Sp. baccarum umgeändert werden. Es ist diese Wespe fer- 
ner sehr wahrscheinlich die Mutter der \on Linne bei Cy- 
uips Quercus pedunculi beschriebenen Gallen, a. a. 0. S. 204. 
n. 6. Was für ein Insect der hierzu gegebeneu Diagnose 
vorgelegen habe, dürfte kaum zu ermitteln sein. 
3) Sp. tricolor m. niger; mandibulis, artic. 2, 3 antennarum, 
squamulis, maculis 2 metathoracis, abdominisque petiolo 
rufis; pedibus laete flavis, tarsorum articulis ultimis pallide 
fuscis. Alae apicem versus obscure fumato - hyalinae, neuris 
nigrediue effusa imbutis. Petiolus longitudiue V3 abdomi- 
nis. (^ long. lin. 1. 

Hierzu gehört vielleicht das folgende Weibchen: 
niger; mandibulis, antennarum articulis 2, 3, squamulis pe= 
dibusque pallide flavis; segm. 1 abdominis maculis latera- 
libus basalibus flavis; alae minus obscuratae ut in mare. 
long. lin. IY4. 

Beide im Monat Juli in Eichenbestäüden hiesiger Ge- 
gend mit dem Schöpfer gefangen. 



342 

Genus IX. Trigoriuspis. 
l c. p. J95. 
2) Tr, Fo erster! m. : iiiger; anlennarum artlcnlis 1 — 3 iiec 
iion basi 4, collare, squamulis, maculis laleralibus meso- 
thoracis et metathoracis, alxlomine pedibusqne rufis; apex 
abdominis niger : alis apice fiimato-hyalinis, neuris iiigre- 
dine effnsa irabutis. cT Long. lin. 

Vom Herr Prof. Foerster aus Aachen erhalten. 

Genus X. Aylax. 
ö) A. G 1 e c h ni a e : niger ; antennis pedibusqne castaneo - rufis ; 
coxis femoribusque basi obscuratis ; antennis articnlis 1—2 
nigris, apice fuscis: alae hyalinae, neuris nigris, areola 
nulla. $ Long. lin. V/^~2. 

Diese, sowohl durch Körpergrösse, als durch den dicken 
rundlichen Hinterleib und den glänzenden Mittelbrustnicken 
ausgezeichnete Art yordanke ich der Güte des Herrn Prof. jfoer- 
ster zu Aachen, aou dem ich dieselbe als Aylax Glechomae 
Kaltcnbach erhielt. Cynips Glechomae L,in, (fusca thorace bil- 
iöse) muss nothwendig ein anderes Insect gewesen sein, da 
die Brust nichts weniger, als behaart ist. 

10) A. patens ra. : niger; geniculis omuibus, tibiis tarsisque 
anterioribus rufis. cf long. lin. 'Z*- 

Bi-aunschweig und Harz, 

11) A. s y n c r e p i d u s ni. : niger ; ore, articnlis 2 — 3 antenna- 
rum pedibusqne pallide rufis; antennae flagello fusco; co- 
xis, lemoribus posticis usque ad genicula, femoribus ante- 
rioribus basi, tibiis posticis, anterioribus medio nigris. Ab- 
domen margine antico non reflexo. ^ Long. lin. IY3. Alae 
neuris nigris; ar. rad. clausa. 

Ich erzog diese Wespe, welche sich sehr bestimmt durch 
den einfachen, nicht umgeschlagenen Vorderrand des ersten 
Hinterleibringes \on allen übrigen Arten der Gattung Aylax 
unterscheidet, aus den Gallen der Cynips ostria (a. a. 0. S. 206.) 
halte sie aber nicht für den Gallenerzeuger, sondern für ei- 
nen Schmarozer desselben. Der gleichfalls parasitisch lebende 
Aylax Brandtii hat den umgeschlagenen Vorderrand des Hin- 
terleibes wie alle gallenerzeugenden Arten dieser Gattung. 



Nach der Sciilptur des MiUelbrusti'ückeris stellen sich 
die Arten folgendennasscn hin : 

1) Mittelbrnsti-iickcu YoUkommcii glatt und glänzend. A. 
splendens. 
■•• 2) Glänzend aber fein lederartig gefurcht (coriaceus.). A. 
Glechomae. 

3) Matt durch Querfurchen mit einzelnen Punktgruben. A, 
Caninae , puuctatus. 

4) Matt durch Querfurchen fast ruuzlich. A minore patens, 
Rhoeadis, Sabaudi, Brandtii. 

Genus XI [. Ceroptres. 

Diese Gattung, der vorigen (Aylax) im ganzen KOrper- 
baue , besonders in der Form des Hinterleibes, sehr nahe ver- 
wandt, aber von ihr durch die stark kolbigen Fühler bestimmt 
unterschieden, auf der andern Seite von Synergus durch den 
glatten, schuppigen, nicht aufgetriebenen, nicht mit Längs- 
furchen gezierten Hals des Hinterleibes leicht zu unterschei- 
den, scheint wie Synergus zu den After- Gallwespen (Inquili- 
nae) zu gehören. C. clavicornis gehört sicher zu den lutiui- 
linen; da ich ihn jetzt auch aus anderen Gallen z. B. Andricus 
noduli erzogen habe. Den Urheber der Galle, aus welcher 
ich diese Art zuerst erzog, habe ich, wenn auch nur im 
Larvenstande, doch sehr bestimmt als eine ächte Cynips er- 
kannt. (Vergl. No. 16. Cynips calidoma.) Es wird daher sehr 
wahrscheinlich, dass Ceroptres socialis ein Inquiline von Ay- 
lax Caninae ist. 

3) Cer. melanomerus u. niger; antennis pedibusque sordide 
flavis; articulis 1—2 auleanaruni , coxis femoribusque basi 
uigris $ Long. liu. Vo- 

Im August in Buchenbeständen hiesiger Gegend. Ein- 
mal gefangen. 

4) G. aratorni. : niger; antennis fusco- flavis, articulis 1 et 
2 nigris; abdomine basirufo; pcdibus testaceis, coxis femo- 
ribusque posticis castaaeis $ Long. lin. Yz- Valvula ven- 
trali magna, vomeriformi , rufa; tegumenta aculei erecta, 
longe exserta. 

Aus den Gallen von Andricus noduli. 



34^ 

Genus XIII. Synergiis. 

Die zalilreicheii Arten dieser Gattung sind sehr schwer 
zu unterscheiden , wegen der ihnen eigenen grossen Verän- 
derlichkeit in der Färbung eines oder des andern Körper- 
theiles. Es ist merkwürdig, dass diese Farben -Aenderung 
sich nur auf wenige, bei verschiedenen Arten verschiedene 
Körpertheile erstreckt, während andere Körpertheile durchaus 
constant gefärbt erscheinen; bei dieser Art ändert die Fär- 
bung des Kopfes oder des Hinterleibes, während die der 
Extremitäten bei Hunderten von Individuen überall dieselbe 
ist, bei anderen Arten verhält sich dies umgekehrt. Zu sol- 
chen Resultaten kann mau natürlich nur durch eine in's Grosse 
getriel)ene Zucht dieser Thierchen gelangen, und dem Ento- 
mologen, der sich damit nicht speciell beschäftigt, wird die 
Bestimmung der ihm auf seinen Excnrsionen in die Hände fal- 
lenden Wespen dieser Gattung, selbst bei noch so umständlicher 
Beschreibung des Colorits mit Schwierigkeiten verbunden sein. 

Um diese Schwierigkeiten wenigstens so viel wie mög- 
lich zu heben, habe ich noch Unterscheidungszeichen in der 
Flügell)ildui)g und in der Sculptur der Tegumente gesucht 
und glaube Folgendes als benutzbar hervorheben zu dürfen; 

1) Die Radialzelle ist nur bei wenigen Arten geöffnet 
und zwar ])ei S. immarginatus , basalis, tibialis, connatus und 
bei apicalis. 

2) Bei allen Arten der Gattung Synergus läuft von der 
Basis eines jeden Fühlhorns eine erhabene Leiste mit dem 
Augenrande parallel, nicht weit von diesem abstehend über 
die Stirn dem Hinterhaupte zu. Bei einem grossen Theil der 
Arten sind diese Stirnleisten so kurz und so wenig erhaben, 
dass sie selbst mit einer scharfen Doppel -Lupe kaum gese- 
hen werden können ; bei anderen laufen die Stirnleisten bis 
zum Hinterhaupte, sind hervortretender und fallen leicht in 
die Augen. Man kann hiernach zwei Gruppen bilden, deren 
erste die Arten ohne Stirnleiste enthält, während in der 
zweiten die Arten mit deutlich hervortretender Stirnleiste bei- 
sammenstehen. 

3) Ein drittes Unterscheidungszeichen liegt in der Scul- 
ptur des Miltelbrust - Rückens , der nirgends glatt und glän- 



9m 



nigricornis 


1 


(15) 


ruficornis 


2 


(6) 


orieninlis 


3 


(16) 


h isp i n u s 




4 


(17) 


facialis 


5 


(11) 


hipunctatus 


6 


(18) 



zeiul, soiuleni bei einem Theil der Arten lederartig genarbt 
(coriaceus), bei anderen durch imregelmilssig und dicht bei 
einander verlaufende Querfurchen zerrissen |(exaratus), bei 
noch anderen mit unregelmiissig verlaufenden, erhabenen 
Querrunzelu bedeckt ist (rugulosus). 

Die Vertheilung der Arten hiernach zeigt folgende Ue- 
bersicht : 

I. MesotLoracis dorso ruguloso. 
A. Fronte carinata. 

1) Abdoniine toto nigro. 

a) Antennis nigris . 

b) Antennis niüs 

2) Abdoniine apice rufo 

3) Abdomine basi riifo . 

4) Abdoniine basi apiceque rufo, 

a) Alae neiiris liyalinis 

b) Alae neuris crassis rutis 
D. Fronte carinulis nullis. 

1) Alae nenris rufis. 
a) Tibiis posticis p. p. nigris. 

* Facie rufa 
** ,, nigra . 

l) Tibiis posticis rulis. 

* Femoribus rulis nigrisque, 
•{• Area radialis clausa . 
it » »> aperta . 

** Femoribus rulis . 

2) Alae neuris nigris . 

II. Mesothoracis dorso exarato, 

subrnguloso. 

A. Fronte carinata 

1) Abdoniine basi rufo . basalis 

2) Abdoniine toto nigro. 

a) Alae neuris nigris . . incrassatus 

b) „ „ rulis . , carinatus 

B. Fronte carinulis nullis. 

1) Tibiis posticis p. p. nigris. 
a) Antennis fusco - testaceis . tibialis 
h) „ flavis „ . pallicornis 

2) Tibiis posticis albidis . pnllipes 

3) Tibiis posticis rulis. 
a) Abdoniine toto nigro. 

* Femoribus ruüs . . connntus 



Haynea nus 


7 


(19) * 


regulosus 


8 


(20)* 


erythrostomus 


9 


(21)* 


immarginatus 


10 


(22)* 


cxaratus 


11 


(23) * 


nervosus 


12 


(2) 



13 (10) 



(13) 
(24) 



(3) 
(25) 

(8) 



19 (5) 



3/16 

** Femoribus basi nigris. * 

f Facie nigra . . . variolusus 20 (26)* 

ff „ rufa . . . npicnlis 21 (27)* 

b) Abdomine toto rufo . . . luteus 22 (12) 

c) Abdomine basi rufo. 

* Facie nigra . . . flnvicornis 23 (9) 
♦♦) „ ferrugineo- flava . palliccps 24 (28) * 

III. Mesothoracis dorso coriaceo. 

1) Tibiis posticis nigris . . nigripes 25 (1) 

2) Tibiis posticis albidis . . nlbipes 26 (29) 

3) Tibiis posticis ruüs 

a) Abdomine toto nigro. 

* Femoribus ruüs . . er ythro ncurus 27 (7) 
•* Femoribus p. p. nigris. 

f Antennis rulis . . erythrocerus 28 (30) * 

ff Antennis basi nigris . vulgaris 29 (4) 

b) Abdomine p. p. rufo. 

* Antennis basi nigris . . varius 30 (31) * 
*♦ „ albido-flavis . xnnthocerus 31 (32)* 
*** „ ruüs „ . . Klugii 32 (14) * 

In dieser Uebersicht gehören die eingesperrten Zahlen 
ohne * solchen Arten an , deren Diagnose bereits im ersten 
Bande dieser Zeitschrift S. 23 — 25. mitgetheilt wurde, und 
bitte ich einige jener Diagnosen durch Folgendes zu vervoU- 
stilndigen oder zu berichtigen: 

I) S. nigripes adde: abdomine basi castaneo. 

7) S. erythroneurus: Var. 1. coxis Omnibus rufis. Var. 2. 

facie plus minus rufa. Aus Gallen von Spathegaster in- 

terruptor. 
10) S. basalis adde: coxis femoribusque posterioribus ob- 

scuratis. 

II) S. facialis. 

Bei Vergleichung einer grösseren Menge mir jetzt zu 
Gebot stehender Individuen, habe ich mich überzeugt, dass 
die in Teras terminalis lebenden Inquilinen von denen der le- 
vantischen Galläpfel verschieden sind. Letztere sind als Sy- 
nergus orientalis weiter unten aufgeführt. Die Diagnose für 
S. facialis (aus Teras terminalis Gallen) niuss dahin berich- 
tigt werden, dass anstatt: Long. lin. 1^2 es heisst: Long, 
lin. V«- Hinzuzufügen ist: § facie tota nigra. 



3^7 

Eiidlich ist der üiagnose siinimtlicher, bereits im zweiten 
Bande dieser Zeitschrift S. 197 — 199 aufgefülirteii Arten die 
Eigenthümlichlteit der Sculptiir des Kopfes und Mittclbrust- 
rückens hinzuzufügen, wie diese aus der eben mitgetheilten 
Synopsis hervorgeht. 

Die vollständige Diagnose für die in der Uebersicht auf- 
genommenen neuen Arten lautet: 

15) S. nigricornis m.: dorso mesothoracis transversim ru- 
guloso; fronte carinata. Niger; ore, geniculis, tibiis tar- 
sisqiie ferrugineo-rufis; alis hyalinis, neuris nigris. 2 Long, 
lin. V4-I. 

Im März aus den Gallen von Cynips autuninalis gezogen. 
Braunschweig. 

16) S. Orient alis m.: dorso mesothoracis transversim rn- 
guloso ; fronte carinata. Niger ; ore , facie , genis , anten- 
nis, squamulis, pedibusqne ferrugineo - rufis ; abdomine la- 
teribus apiceque, femoribus posterioribus castaneo- rufis; 
coxis posticis nigris; tibiis posticis apice fuscis; alae hya- 
linae, neuris rufis. 2 cT Long. lin. l'A. 

Aus den levantisclien Galläpfeln von Cynips tinctoria. 

17) S. bispinus m.: dorso mesothoracis transversim rugu- 
loso, fronte carinata, metathorace tuberculis 2 acutis. Ni- 
ger; ore, facie tota, antennis pedibusqne ferrugineo-rufis; 
autennis apice fuscis; a])domine basi castaneo - rufo ; alae 
neuris subhyalinis. ^ Long. lin. 1. 

Von Hrn. Prof. Förster aus Aachen in der Umgegend 
jener Stadt entdeckt. 

18) S. bipunctatus m.: dorso mesothoracis transversim ru- 
guloso; fronte carinata. Niger; mandibulis rufo - flavis, 
apice nigris; faciei parte infera obscure rufa; antennis, 
abdomine apice, punctis 2 basalibus lateralibus, pedibusqne 
ferrugineo-rufis; coxis femoribusque posterioribus castaneo - 
rufis; alae hyalinae, neuris crassis rufis, $ Long. lin. l'/j 

Von Hrn. Dr. Dahlbom aus Lund. 

19) S. Hayneanus m. 

Cynips Hayneana ifj\ wnA Rizbg. Darstell, der officinellen Tliiere. 

S. mesothoracis dorso transversim ruguloso, fronte carinulis 

nuUis. Niger ; ore, facie, genis plus minus , antennis, squa- 



348 

niulis, geniculis, tarsis tibiisqne, nee noii segmentorum ul- 
timonim inargine postico plus minus ferrugineo - nifis ; an- 
tennariim scapus, tibiarum posticarnm medium nigrae; alis 
hyalinis, neiiris rufis. 2 <^ Long. lin. l'/o- 

Von Hrn. Kaufmann Schmidt in Laibach aus Istrischeu 
Gallen gezogen. 

Var. I. Antennis tote ruiis. Long. lin. J. 
Von mir aus leyantischen Galläpfeln. 

20) S. rugulosus m. : dorso metathoracis transversim ru- 
guloso, fronte carinulis inconspicuis. Niger; ore, antennis, 
geniculis , tibiis anterioribus tarsisque omuibus rufis ; anten- 
nis apice fuscis; alae neuris pallidis. 2 Long. lin. IV4. 

Ende Juni tiuf der Asse gefangen. 

21) S. erythrostomus ni.: dorso mesothoracis transversim 
ruguloso, fronte carinulis nuUis. Niger; ore, parte infero 
faciei, antennis, squamulis, pedibusque ferrugineo - rufis ; 
antennis apice fuscis, coxis femoribusque nigris, geniculis 
rufis; alae hyalinae, neuris nigris. $ Long. lin. Y^. 

Var. 1. Femoribns feie totis riiiis. 
Entdeckung des Hrn. Prof. Fürster zu Aachen; auch 
um Braunschweig. 

22) S. immarginatus m. : dorso metathoracis transversim 
ruguloso; fronte carinulis nuUis. Niger; ore, antennaruni 
fuscarum articulis 1—6, pedibusque rufo-testaceis; coxis 
basique femorum nigris; alae neuris pallide rufis, area ra- 
dialis aperta. 2 cf Long. lin. 1. 

Aus Gallen des Andricus noduli. 

23) S. exaratus m.: dorso mesothoracis transversim subru- 
guloso, fronte nuda. Niger; ore, parte infera faciei, squa- 
mulis pedibusque ferrugineo -rufis; antennis fuscis, articulis 
1 — 4 — 5 rufis ; alae hyalinae, neuris rufis. $ Long. lin. 1. 

Braunschweig. 

24) S. cariuatus m. : mesothoracis dorso exarato, fronte 
carinata. Niger ; ore, facie, genis, antennis, squamulis, neu- 
ris pedibusque rufo-ferrugineis. $ Long. lin. l'/o — iVy 

Braunschweig. 
'J5) S. pallicornis m. : niger; ore, antennis totis flavis; 
pedibus pallide fusco- flavis, coxis nigris; femoribns omni- 



fU9 

bns, tibiarumquc posticanini raedio castaneis; alae nenris 
pallidc lufis. Area radialis clausa. 2 cT Long. lin. Y^ — V/^. 
Aus Gallen \on Cynips folii. 

26) S. variolosus m,: mcsotlioracis dorso exarato subia- 
rioloso; fronte nuda. Niger; parte infera faciei, antennis, 
sqiiamulis pcdibusque rufis; antennarum medio fusco; coxis 
fenioribns posterioribus basi plus minus nigris; alis hyalinis, 
neuris rufis. 5 Long. lin. l. 

Anfang März aus Cjiiips autumnalis Gallen. Braun- 
schweig. 

27) S. apicalis ra. : mesothoracis dorso exarato , fronte nn- 
da. Niger; d" ore, facie, genis, plcrisque orbitis oculorum 
omnino, rnfo-flavis; antennis pedibusqne ferrugineo- rufis; 
apex antennarum femoraque castanea; coxae posticae ni- 
grae; alae hyalinae. Long. lin. Yj- 

Aus den Gallen von Andr. noduli. Braunschweig. 

28) S. palliceps m. : mesothoracis dorso exarato; fronte 
carinulis nullis. Niger; ore, facieque ferrugineo - flavis ; 
squamulis, antennis, pedibusque ferrugineo -rufis; abdomine 
basi ventreque castaneo -rufis ; coxis posticis nigris; alae 
hyalinae, neuris fuscis. d^ Long. lin. ^4. 

Aus Gallen der Cynips collaris. 

29) S. albipes m. : mesothoracis dorso coriaceo. Niger; 
antennis, geuiculis, tibiis tarsisque sordide albidis; alae neu- 
ris hyalinis. 2 <f Long. lin. Vo- 

Aus Gallen des Andr. curvator im Juni. Braunschweig. 

30) S. erythro cerus m. : mesothoracis dorso coriaceo. Ni- 
ger; ore, antennis, squamulis pcdibusque ferrugineo -rufis; 
coxis, femoribus usque ante genicula nigris; alae hyalinae, 
neuris pallide rufis. $ cf Long. lin. Y^ — 1. 

Aus den Gallen von Spathegaster pedunculi, Andricus 
inflator, Trigonaspis crustaüs etc. 

31) S. varius m.: mesothoracis dorso coriaceo. Niger; ore, 
antennis, squamulis, abdomine basi plus minus, pedibusque 
rufis ; articulis 1 et 2 antennarum coxisque posterioribus 
nigris; femoribus posterioribus castaneo -rufis. Alae hya- 
linae, neuris rufis. 2 d" Long. lin. ^2 — 1« 

Mit S. Klugii aus den Gallen von C. renura. 



i^50 

32) S. xanthocerus ni. : mesotlioracis dorso coriaceo. T.a- 
staneus; ore, aiiteniiis, genicnlis, tibiis, tarsisqne albido 
fla\is; abdominis dorso basi rufo. Alae iieuris hyaliuis. 
cf* Long. lin. Vs- 

Ans kleinen, dünulüuitigen, bentelformigeii, grünen, mit 
langen, weissen Haaren besetzten Gallen anf Eiclienbliittern. 
Diese Gallen öffnen sich seitlich von selbst, und gehören da- 
her sehr wahrscheinlich keiner Gallwespe, sondern einer Gall- 
mücke an, von deren Larve S. xanthocerns lebte. 

Genus XIV. Xyslus. 
Die gleichfalls zahlreichen Arten dieser Gattung lassen 
sich, zur leichteren Uebersicht beim Bestimmen, in zwei Ab- 
theilungen bringen, und zwar nach der Bildung der Radial- 
zelle , die bei einem Theile der Arten geschlossen , bei anderen 
am Vorderrande geöffnet ist. 



Area radialis clausa, (i. e. ubique neuris circiimdata.) 




A. Caput nigruin. 






a) Pedibus bicoloribus. 






1) Abdomine nigro, antennis nigris 


Lcunisii 


1 (11)* 


^) „ 






pallide fuscis 


hcterocerus 


2 (12)* 


3) Abdomine basi rufo . 


einet US 


3 (13)* 


4) „ basi metathoraceque rulis 


icmoralis 


4 (14) * 


b) Pedibus unicoloribus. 






1) Area radialis elongata. 






* Pedibus ruiis . 


longicornis 


5 (2) 


** „ iiavis 


circumscriptus 


6(15)* 


2) Area radialis brevissinia 


m iiiutus 


7 (7) 


B. Caput plus minus rufuni. 






a) Tliorace nigro. 






1) Antennis nigris, basi fiavis 


crythroecpJialii 


s9 (1) 


2) „ ilavis . 


flavicornis 


9 (16)* 


b) Tliorace p. p. rufo. 






1) Abdomine nigro 


pilipcnnis 


10 (3) 


2) „ „ basi rufo 


melanoifastcr 


11 (8) 


3) ,, castaneo basi rufo 


fjiscieornis 


12 (17)* 


4) „ testaceo 


testaecus 


13 (18)* 


[. Area radialis aperta. (i. e. margine antico enervato.) 




A. Caput plus minus rufuni. 






a) Tliorace p. p. rufo. 







351 

1) Abclomine rnfo. 

* Antennis bicoloribus 
** „ jinicoloribiis 

2) Abclomine nigro, 

* Petlibiis rulis . 
** „ llavis 

b) Thorace nigro. 

1) Abdomine p. p. nifo . 

2) „ nigro. 

* Area radialis elongata 
** ,, „ niinuta. 

f Antennis unicoloribus . 
ff „ bicoloribus 
B. Caput nigrum. 

a) Abdomine basi rufo 

b) „ nigro. 

1) Femoribus castaneis . 

2) ,, testaceis 
III. Area radialis inconspicua. (Alae 

abbreviatae.) 

a) Capite nigro .... 

b) „ rufo .... 

Zu ergiiiizeu ist S. 200. a. a. 0. 
6) X. rufiveutris: protliorace metatlioraceque rufis; areola 
minuta, latitudiiie vix longiore. 

Ausserdem ist sämmtlichen, l)ereits gegebenen Diagnosen 
nach ohiger Uebersicht : areola radialis aperta oder areola ra- 
dialis clausa hinzuzufügen. 

Die Diagnose der neu aufgefundenen, in die Uebersichl 
eingeordneten Arten lautet: 

11) X. Leunisii m.: maximus iiiter Xystis. Niger; ore, an- 
tennarum articulis 2 — 4 castanco - rufis ; pedibus pallide fu- 
scis; coxis, femoribus omuibus til)iisque posterioribus ob- 
scuratis; alae neuris nigerrimis. $ Long, lin, 1. A. r. 
clausa. 

Entdeckung des Hrn. Professor Lei/ms zn Hildesheim. 

12) X. heterocerus m.: niger; antennis fiiscis basi palli- 
dis; pedibus pallide fuscis; coxis, femoribus omnibus, tibiis 
posticis castaneo - rufis. Antennarum articulus tertius scapo 
crassitie aequali. cT Long. lin. Yj. A. r. clausa. 

12) X. cinctus m.: niger; antennis brevibus fuscis, basi 



cnstaneus 


14 (19) * 


longipeniiis 


15(20)* 


crythrothornx 


16 (5)* 


posticus 


17 (21)* 


rufiventris 


18 (6) 


macrophndnus 


19 (22)* 


tiefe et US 


20(23)* 


trapezoideus 


21 (24)* 


villosua 


22 (25) * 


aperttis 


23 (26) * 


ohscuratus 


24 (4) 


Cursor 


25 (10) 


bracJiijpterus 


26 (9) 



332 

pallidis; pedibiis pallide castaneis, coxis posticis iiigiis; ab- 
domiiie basi nifo; alae neuris nigris. $ Long. lin. '/a- 
A. r. clausa. 

Entdeckung des Hrn. Professor Leunis zu Hildesheim. 

14) X. femoralis ni.: niger; ore, antennarnni artic. 2 — 
5 pedibusque flavis; metathorace , petiolo abdominis, coxis 
femoribusque posticis castaneo - rufis ; area radialis subelou- 
gata. c/" Long. lin. '/j- ^' ^- clausa. 

15) X. circumscriptus ni.: niger; antennarum articulis 1 
— 6, ore pedibusque fla\is; unguiculis fuscis. Area radia- 
lis elongata. 2 Long. lin. Yj. A. r. clausa. 

16) X. flavicornis m.: niger; capiterufo; antennis pedibus- 
que fla"vis; area radialis minuta. $ Long. lin. y, ■^- ^■• 
clausa. 

17) X. fuscicornis m.: castaneus; capite abdomineque basi 
rufis; pedibus pallidis coxis posticis infuscatis; antennis elon- 
gatis fuscis. $ Long, lin. Yj. A. r. clausa. 

18) X. testaceus m. : ubique testaceus; antennis apice vix 
obscuratls ; areola elongata. 2 Long, lin. Ya- A, r. clausa. 

19) X. castaneus ni.: castaneus; capite, articulis 1 — 4 an- 
tennarum pedibusque flayo- rufis; prothorace, metathorace 
basique abdominis rufis. $ Long. lin. Y2- A. r. elonga- 
ta, aperta. 

20) X. longipenuis m. : niger; capite, antennis pedibus- 
que rufo-flavis; prothorace, metathorace, basique abdomi- 
nis castaneo -rufis. $ Long. lin. Ya- A. r. aperta, 

21) X, posticus m.: niger; capite metathoraceque rufis ; an- 
tennis basi. pedibusque flavis. $ Long. lin. ^/^. A. r. 
aperta. 

22) X. macrophadnus m, : niger; capite pedibusque rufis, 
antennis fuscis, basi rufis. Area radialis aperta, latitndine 
duplo longior. $ Long. lin. ^/j. 

23) X. defectus m.: niger; capite pedibusque rufis, fronte 
occipiteque castaneo - rufis ; antennis fuscis, basi rufis. Area 
radialis aperta, latitudine vix longior. 2 cf L. 1, Y2 — Va- 

24) X, trapezoideus m. : niger; ore facieque obscure casta- 
neo -rufis; antennis, neuris pedibusque concoloribns , ferru- 



333 

^inco-rufis; acea radialis apnifa, miiiufa, trapczifonnis, neu- 
ris crassis. cf Long. liii. y,. 

25) X. villosus ni. : iiiger; anlennarum arliciilis 1 — 4 pc- 
(lil)usquc pallidc testaccis; protliorace, metatlioracc dcinde 
abdoiniiie basi rufis. 2 Long. lin. -/s- A. r. aperta. 

26) X. aper tu s m. : niger; antennaruin hasi pedibusqiie pal- 
lidc rufis; coxis femoribusque posteriorii)us obscure casta- 
iieis, fere nigris. 2 Long. lin. '/j. Ar. rad. minutissima, 
margine autico brevi spatio aperta. 

Wo nichts Anderes bemerkt ist, sind die in Vorstellen- 
dem aufgeführten Arten in der Nähe Braunschweigs und zwar 
in einem Buchen- und Eichen -Mittelwalde mit dem Schopfer 
Ton Gräsern u. s. w. gefangen. 

Genas XIV. Colhonaspis. 

Je weiter ich mit dieser Gattung bekannt werde, um 
so interessanter gestaltet sie sich. Bis jetzt ist mir noch keine 
Hymenopteren- Gruppe bekannt geworden, die bei gleich gros- 
ser Verschiedenheit im Bau der Extremitäten, eine grossere 
Uebereinstimmung in der Bildung des Truncus zeigt. Wollte 
man die Gattungen auf Verschiedenheit in der Fühlerbildung 
oder auf den yerschiedencn Bau der Flügel gründen, wie dies 
in den meisten Fällen geschieht und geschehen muss, so würde 
man hier eine durchaus natürliche Gruppe in eine Menge 
künstlicher Abtheilungen trennen müssen. 

Der Hauptcharakter dieser Gattung bleibt immer die in 
beiden Geschlechtern aller Arten schuppig hervortretende, 
napfförmig ausgehöhlte Erhabenheit auf der Oberseite des 
Schildchens. Keine andere Gallwespen -Gattung zeigt etwas 
dem Aehnliches. Die Weibchen zeichnen sich ferner durch- 
greifend durch die kurzen, nach der Spitze hin verdickten 
Fühler mit mehr oder weniger kugeligen Endgliedern aus. 
Diese Fühlerbildung findet sich zwar auch bei Psilogaster und 
Sarothrus wieder, allein letztere gehören in die Abtheilung 
der Gallwespen, deren zweiter Hinterleibsring der grössere ist. 

Dem Gesammt- Habitus nach gehört Colhonaspis unstrei- 
tig zu den Figitiden, im Systeme hingegen muss die Gattung 
den Cynipiden verbleiben, wenn mau nicht die, gewiss prakti- 
(3. Band 2. Heft.) 23 



33^ 

sehe Eintlieiliuig nach dem Giösseinei lulltniss der Hintcilcil)s- 
ringe aufgeben will. 

In der Fühlerbildung weichen die Weibchen dieser Gat- 
tung durch die Zahl der kugeligen Endglieder der Fühler 
von einander ab. Diese Zahl sinkt von 8 bis auf 3 , und 
giebt zur Bildung eben so vieler Abtheilungen Veranlassung. 
Die grosseren Arten gehören ohne Ausnahme der ersten Ab- 
theilung mit 8 Kugelgliedern an. Bei vielen Arten der Ab- 
theilungen mit weniger als fünf Kugelgliedern tritt eine merk- 
würdige, von mir bis jetzt bei keinen anderen Hymenopteren 
beobachtete Flügelform auf, indem die Oberflügel an der Spi- 
tze ausgerandet (retusus), bisweilen herzförmig eingekerbt 
sind. Zugleich stellt sich mit der verringerten Kugelzahl der 
Fühler eine längere Behaarung des Fliigelrandes ein. 

Die Fühler der Männchen sind überall einfach fadenför- 
mig, mit kurzem Schaft und kleinem Wendegliede; eine merk- 
würdige Abweichung findet in dem Grössenverhältniss des 4ten 
und 5ten Fühlergliedes (des Isten und 2ten Geisseigliedes) 
statt. Bei den Arten , deren Weibchen acht Kugelglieder tra- 
gen, ist das 4te und 5te Fühlerglied gleich gross und nicht 
grösser als die folgenden Geisselglieder. Bei anderen Männ- 
chen, deren Weibchen sich noch nicht bestimmen lassen, fin- 
den folgende Al)weichungen statt: 

2) Das 5te Glied ist keulenförmig, länger als das 4te. 

3) Das 4te Glied ist keulenförmig, um Va länger als 
das 5te. 

4) Das 4te Glied ist sfabförmig, in der Mitte etwas ver- 
engt, doppelt so lang als das 5te Glied. 

Hiernach ist die folgende Uebersicht entworfen. 
Sect. I. 2 Ant. articulis 8 ultiinis globosis. 

cf Ant. art. 4 — 6 — 6 longitudine aequalibus. 
A. Area radialis clausa. 



a) Alis fusco - inaculatis. 






1) Flagello nigro . 


. Boyenii 


1 (2) 


2) „ rufo . 


. 3)t aculat u s 


2 (3) 


b) Alis hyalinis. 






j) Femoribus p. p. nigris. 






* Antennis rufis . 


. toronntus 


3 (15)^ 


** „ fuscis. 







3S$ 



cuhitalis 
trichopsilui 



4 (16)* 

5 (17)* 



lonf/icornis 
spinosus 
h a snlis 



(4) 
(5) 
(6) 



scutellaris 
d i a p h (( n ii s 



aicr 

m onil i a t u s 



. lomjipci 



9 (1) 

10 (18)* 

11 (7) 

12 (19)* 

13 (20) * 



hepto mus 


14 (8) 


eucerus 


15 (21)* 


Clav ip CS 


16 (22)* 


h ex alo m u s 


17 (23)* 



f Alae neiiris cubitalibus 
•J-f- Neiiris cubitalibus extinctis 
2) Femoribus ruiis. 

* Abdomine nigro. 
f Antennis unicoloribus . 
ff „ bicoloribus 

** Abdomine basi rufo 

B. Area radialis aperta. 

a) Tibiis posticis ruüs. 

1) Alae neuris cubitalibus . . 

2) Neuris cubitalibus extinctis 

b) Til)iis posticis \), y. nigris. 

1) Alae neuris cubitalibus 

2) Neuris cubitalibus extinctis 

C. Alae, apice retusae, areis radialibus 

clausis 

Sect. II,. O Ant. art. 6 — 7 globosif. 

a) Antennae articulis 7 globosis. 

1) Femoribus testaceis 

2) „ p. p. nigris . 

3) „ p. p. castaneis 

b) Antennae articulis 6 globosis 
Sectio III. $ Ant. art. 4 — 5 globosis. 

a) Ant. art. 5 globosis, 

1) Alis apice rotundatis. 

* Abdomine nigro 
** „ ventre rufo 

2) Alis apice retusis 
h) Ant, art. 4 globosis 

Sectio IV. O Ant. art. 3 globosis. 

a) Alis apice margine cordato . 

b) „ ,, „ retuso 

c) ,, „ acutangulis . 
Sectio V. (^ Ant. art. 4, 5 inaequalibu? 

A. Ant. art, 5to longissimo, crassissinio, 

a) Abdomine basi piloso 

b) „ „ nudo 

B. Ant, art. 4to longissimo. 

a) Art. 4to curvato clavatoque 

b) „ „ lineari, media subangustato 

Die Diagnose der neu aufgefundenen 
mit * bezeichneten Arten lautet: 

15) C. coronatus m.: niger; mandibulis, antennis pedibus- 
que rufis; antennarum articulis 1 — 2 apiceque, coxis, tro- 

23* 



. pentatomus 


18 (9) 


. villosus 


19 (JO) 


. rettcsus 


20 (24)* 


. tetrntomus 


21 (25)* 


. niffer 


22 (11) 


. (jeniculattis 


23 (12) 


. micropterus 


24 (13) 


, hiscnpus 


25 (14) 


. ffrncilis 


26 (26)* 



e mar ginnt US 27 (27)* 
codrinus 28 (28)* 

in der Uebersicht 



336 

clianteribus femorilnisque basi nigris ; alis liyaliiiis. Anten- 
nae corpore longiores. d" Long. lin. 172- A. r. clausa. 

16) C. cubitalis m.: Area radialis clausa, neuris crassis 
fuscis, nervo cubitali usqiie ante apicem alarum protenso ; 
alis subliyalinis, pilis brevibus dense consitis. Niger; man- 
dibulis, antennarum flagcllo fuscis; trochanteribus, genicu- - 
lis tibiis tarsisque rufis. 2 cf Long. lin. 1. 

17) C. trichopsilus m.: Area radialis clausa, neuris pal- 
lide rufis, nervo cubitali plane extincto. Alis purissimis 
vitreis, pilis brevissimis, vix conspicuis sparsim consitis. 
Niger; mandibnlis, flagelloqiie antennarum fuscis; trochan- 
teribus, geniculis', tibiis tarsisque rufis. cT antennarum fla- 
gello basi rnfo. $ cT Long. lin. 1. 

18) C. diaphanus m. : Area radialis aperta, neuris tenui- 
bus rufis, nervo cubitali extincto. Alis byalinis pilis par>is 
sparsim vestitis. Niger; raandibulis flagelloque antennarum 
fuscis; trocLanteribus, geniculis, tibiis, tarsisque rufis. 2 
d^ Long. lin. 1. 

Die drei vorgenannten Arten stimmen unter sich und 
mit Cotb. scutellaris sowohl im Körperbaue, als in der Fär- 
bung vollkommen überein, die Flügelbilduiig ist aber zu ab- 
weichend, als dass ein Zweifel an der Verschiedenheit der 
aufgestellten Arten aufkommen könnte. Auch ist C. scutel- 
laris durchgängig grösser, als die drei benannten Arten. Zur 
Unterscheidung muss ich daher hier noch die Eigcnthiimlich- 
keiten der Flügelbildung von C. scutellaris nachtragen. 
C. scutellaris: Area radialis aperta, neuris crassis ni- 
gris; nervo cubitali usque ante alarum apicem conspicuo. 
Alae subfumatae, pilis longioribus conferte vestitae. 

19) C. moniliatus m.: niger; ore rufo; antennarum flagel- 
lo nigro-fusco; geniculis tibiis tarsisque fusco- rufis, tibia- 
rum medio nigra; alae hyalirae, neuris rufis, cubito extincto 
rar. rad. aperta. $ Long. lin. 1. 

20) C. longipes m. : niger; antennis fuscis; art. 1 — 2 ni- 
gris; pedibus pallide rufis; coxis posticis femoribusque me- 
dio castaneis. Alae hyalinae, margine apicali rctuso, cilia- 
to. cf Long. lin. '/,. 



337 

21) C cuccriis m. : iii^or; orc, aiileiiuariiiii articulis 3 — 5 
pedibusqiie rufis ; coxis baslqiie femorum nigiis. Alae hya- 
liiiae, ccUulis cuhilalilnis iiervol) revi scparatis; ar. rad. clau- 
sa. $ Long. liii. 7s- 

22) C. clavipes m. : nigcr; pedibiis rufis coxis femoribus- 
que medio castaneis. Alae apice rotundatae pilis longissi- 
mis ciliatae; ar. rad. clausa. 9 Long. lin. Ya- 

23) C, hexatomus m.: uiger; tibiis nigro-fuscis, tarsis 
fuscis. Alae hyalinae margine apicali rotundatae; ar. rad. 
aperta. $ Long. lin. '/,. 

24) C. retusus m. : nigcr; mandibulis, geniculis tarsisque 
rufis. Alae hyalinae, margine apicali retusae; ar. rad. apei"- 
ta, ncuris nigerrimis. Q Long. lin. Yj. 

25) C. tetratonius m. : niger; femora antica geniculis rufis, 
Alae hyalinae apice margine retuso ; area radialis clausa. 

2 Long. lin. */?• 

26) C. gracilis m.: niger; ore, abdomine basi, geniculis, 
tibiis tarsisque fnsco- rufis; tibiis medio fusco-nigris. Ab- 
domen basi nudum. Alae apice rotundatae, ar, rad. clausa. 
d" Long. lin. Yj. 

27) C. emarginatns m. : niger; antennis nigro - fuscis ; pe- 
dibus rufis, coxis nigris. Abdomen basi deuudatum. Alae 
hyalinae margine apicali retusae, areis radialibus apertis. 
c? Long. lin. */^. 

28) C. codrinus m. : niger; antennis pcdibusque ferrngineo- 
rufis, articulis 1 — 2 antennarum nigris, art. ultiniis' fuscis. 
Declivitas metathoracis, mesosternum, abdomen basi dense 
pallide ferrugineo-hirtae. Frons protensa. Alae hyalinae, 
apice rotundatae; ar. rad. clausis. d^ Long, lin. ~/,y 

C. coronatus, moniliatus und eucerus verdanke ich der 
Güte des Herrn A. Förs/cr zu Aachen, die übrigen, neu be- 
schriebenen Arten habe ich in der Nähe Braunschweigs in Ku- 
chen -Mittehväldern mit dem Schöpfer gefangen. 

Genus XV. Megapelimis. 
1) M. spheciformiö addc; 2 femoribus posticis castaneo- 
rufis, antennis flagello fnsco -rufo, infra rufo, </ antenna- 
rum flagello supra fusco-rufo, infra flavescentc. 



338 

2) M. rufiventris m.: uiger; ore, anteuiiis, sqnamiilis, pe- 
dibus, ventre apiceque abdominis ferrugineo - nifis. $ Long; 
lin. 1%. 

Entdeckung des Hrn. A. Förster zu Aachen. 

Genus XVII. Psilo gasler. 

4) Ps. melanostomus m.: nlger; pedibus rufis, coxis ni- 
gris. $ Long. lin. V/^. 
Braunscliweig. 

Genus XVIII. Scylodes. 

3) Sc. granulatus ni. : niger; antennarum flagello supra 
fusco , infra laete rufo ; pedibus rufis ; coxis trochanteribus- 
que nigris; alae neuris crassis rufis. Mesotlioracis dorso 
granulato, opaco. c^ Long. lin. 2. 

Durch Hrn. Dr. Dahlbovi aus Lund erhalten, und be- 
sonders darin von Sc. opacus unterschieden , dass die Rücken- 
fläche durch kleine, dicht stehende, überall gewölbte, runde 
Erhabenheiten vollkommen glanzlos ist, während bei S. opa- 
cus sich doch noch einiger Schimmer zeigt und zwar dadurch, 
dass die granula etwas niedergedrückt sind und auf der ab- 
geplatteten Fläche glänzend erscheinen. 

Genus XIX. Sarothrus. 
S. caualiculatus; adde: d" articulis 3—4 antennarum rufis. 



IX. 

Versuch einer Eintheilung 

der 

Pflaiizeiiläuse (Pliytophthires Barm.) 

nach der Flügelbildung, 

vom 

Forstrath Dr. Tli. Harti^. 
(Hierzu Tab. I. Fuj. 11—35.) 



\f eim wir die Wichtigkeit der Insekten -Gruppen nacli dem 
Eingreifen ilirer Arten in den Haushalt des Menschen i)emes- 
sen, so müssen ohne Zweifel die Pflanzenläuse auf eine der 
höchsten Stufen gestellt werden. Sind ihre Beschädigungen 
auch nicht so in die Augen fallend , wie die mancher Käfer - 
Larven, \ieler Schmetterlings- und Wespen -Raupen, Yermö- 
geu sie nicht, wie jene, grosse Mengen wertlnoller Pflanzen 
plötzlich zu vernichten, so sind dafür ihre Beschädigungen 
alltäglicher, andauernder, verhreiteter, und wenn wir den 
Schaden, welchen Käfer und Raupen in unseren Gärten, Baum- 
schulen und Obstpflanzungen periodisch veranlassen, auf das 
einzelne Jahr repartiren, so dürfte der, von der fast jährlich 
wiederkehrenden Beeinträchtigung des Pflanzenwuchses durch 
Pflanzenläuse veranlasste Schade niclit unbedeutender sein. 
Um so wahrscheinlicher wird dies, wenn wir erwägen, dass 
die geringe Grösse dieser Tliierchen, ihr verstecktes Wirken 
in den Rinderilzen , in der Erde an den Wurzelu der Pflan- 
zen u. s. w. , sie als Ursache einer Pflanzenkrankheit oder des 
Pflanzensterbeus gar oft nicht erkennen lässt ; ohne erkennbare 
Verletzung trinken sie das Herzblut der Pflanze, und werden 



360 

so ilusserlich, zum inneren Feinde und Zerstörer der Gesund- 
heit und des Lehens der Pflanze. 

Eine hesondere Ursache rauss daher der so auffallenden 
Vernachlässigung dieser Thiergruppe you Seiten der Entomo- 
logen zum Grunde liegen. Eine Menge schöner Beobachtun- 
gen über Lebensweise, Verwandlung, Fortpflanzung einzelner 
Arten liegen uns \on älteren und neuereu Zeiten her vor, in 
der Kenntniss der Arten und Gattungen sind wir aber weiter 
zurück, als dies bei irgend einer der anderen Insekten -Grup- 
pen der Fall ist. 

Ich glaube, dass die Ursache jener Vernachlässigung 
in der Wahl unpassender Charaktere für die Eintheilung die- 
ser Insekten in Familien und Gattungen liege. Der weiche, 
saftige Körper derselben verliert in der Sammlung nach dem 
Trocknen Form und Farl)e, wodurch man sich in der Wahl 
der Charaktere auf die Extremitäten beschränkt sieht. Unter 
diesen hat man bisher vorzugsweise die Fühler berücksichtigt, 
die jedoch aus verschiedenen Gründen wenig dazu geeignet 
sind. Zuerst ist die Differenz in der Fühlerbildung und in 
der Zahl der Fühlerglieder nicht so gross, als mau bisher an- 
nahm, und auf wenige Arten beschränkt. Fast alle PHanzen- 
läuse haben sechsgliedrige Fühler und nur eine Art der Gat- 
tung Phylloxera mit dreigliedrigen Fühlern (Fig. 15.), zwei 
Arten der Gattung Rhizobius mit viergliedrigen Fühlern (Fig. 
11.), eine Art der Gattung Rhizoterus mit fünfgliedrigen Füh- 
lern (Fig. 13.), zwei Arten der Gattung Chermes mit fünf- 
gliedrigen Fühlern (Fig. 17.) und eine Art der Gattung Aley- 
rodes mit siebengliedrigen Fühlern (Fig. 30.), im Ganzen al- 
so nur sieben bekannte Arten der Rlattläuse haben weniger 
oder mehr als sechs Fühlerglieder. Sodann sind bei der 
grossen Menge von Arten, deren Körper mit einem wolligen 
Secret mehr oder weniger bedeckt ist, auch die Fühler da- 
mit in dem Maasse bestäubt, dass es schwer wird, mit Hülfe 
einer Lupe die Fühlerbildung zu erkennen. Hierzu kommt 
nun noch , dass , besonders bei gewissen Gruppen , die Fühler 
häufig mangelhaft ausgebildet sind, lappig, verdreht oder ver- 
schrumpft erscheinen, in welchen Fällen mau nur durch Auf- 



361 

weidien des Exemplarcs und Uiitersucliung desselben zwischen 
Glasplatten unter zusammengesetzten Microscopen Gewiss- 
lieit über die Bildung der Fühler zu erlangen yerniag. Wenn 
die Untersuchung der Fühlerbildung bei den Blattläusen nicht 
ungewöhnlichen Schwierigkeiten unterworfen wäre, wie sollte 
man es sich erklären, dass bis zur heutigen Stunde die von 
tüchtigen Entomologen herrührenden Angaben über Glieder- 
zahl der Fühler so wenig mit der Wirklichkeit übereinstim- 
men. Die grosse Gattung Aphis soll siebengliedrige Fühler 
haben; sie sind in der That überall nur sechsgliedrig. Der 
Gattung Chermes mit fünfgliedrigen Fühlern werden mehrere 
Arten, wie Gh. bursarius, Gh. Ulmi zugezählt, die in der 
That sechsgliedrige Fühler tragen, Aleyrodes soll sechsglied- 
rige Fühler haben, die in der Wirklichkeit deutlich sieben- 
gliedrig sind. 

Unter solchen Verhältnissen ist es gewiss auffallend, 
dass man, selbst nachdem der Werth des Flügelgeäders für 
Charakteristik der Gattungen und Arten in der Hynienoptero- 
logie allgemein anerkannt ist, auf den leicht zu beobachten- 
den, wesentlich Terschiedenen Aderverlauf in den verhältniss- 
mässig sehr grossen Flügeln der Pllanzenläuse noch gar keine 
Rücksicht genommen hat. Das Folgende möge als ein Ver- 
such diesem Mangel abzuhelfen und die Charaktere der Gat- 
tungen möglichst scharf und leicht hinzustellen, nachsichtige 
Beurtheilung finden. 

Die Gattung Aleyrodes, \on Latreille den Blattläusen, 
\on Burmeister den Schildläusen beigesellt, glaubte ich den 
ersteren wieder beigeben zu müssen, da das vollkommene 
Insekt in beiden Geschlechtern alle Charaktere der Pflanzen- 
läuse trägt , in den wesentlichsten Charakteren von den Schild- 
läusen abweicht. Der einzige Grund, dies Thierchen den 
Schildläusen zuzugesellen, ist der allerdings Coccus- ähnliche 
LarvenzHstand ; allein da überall der ausgebildete Zustand des 
Insekts es ist, welcher der Stellung desselben im Systeme zum 
Grunde gelegt wird, so glaubte ich auch hier diesem Principe 
Folge geben zu müssen, um so mehr, als die Gruppe der 
Schildlause dadurch von dem einzigen vierflügeligen Insekte 
befreit^ wird. 



36^ 

. Pflanzeu-Lituse, Phy tophthiies Burm. 
Wesentlicher Cliaracter : Sclienkelkerfe (Rhyiichota Fahr.) 
mit vier häutig -adrigen Flügeln ohne In nenz eilen. *). 

Einige ungeflügelte Arten sind durch walzigen oder 
eiförmigen Körper mit freiem, vortretendem, walzigem Kopfe 
und langem, hrustständigem Saugstachel von den übrigen un- 
geflügelten Schenkelkerfen unterschieden. 

Die geflügelten Pflanzenliluse unterscheiden sich daher: 
von den Thierliiusen (Pediculina) durch das Vorhan- 
densein der Flügel; 
von den Schildläusen (Coccina) durch die Zahl der 

Flügel (dort stets nur zwei) ; 
von den Zirpen (Cicadina) und Halbd eckflüglern 
(Heteroptera) durch den Mangel der Innenzellen. 
Die ungeflügelten Pflanzenläuse unterscheiden sich : 
von den Thier lausen durch Bildung und Stellung des 

Saugstachels ; 
von den ungeflügelten Schild lausen durch die cylindri- 
sche oder abgestutzt kegelförmige Gestalt des freien her- 
vortretenden Kopfes. 

Die Pflanzenläuse lassen sich in drei Familien bringen : 
ungeflügelte Erdläuse, Hyponomeutcs. 

, (Flügel ungesäumt, Blattläuse, Aphidina. 
geflügelte » "^ 

Flügel gesäumt, Springläuse, Psyllodes. 

Krste Familie. 
Erdläuse, Hyponomeutcs. 
Pflauzeuläuse, die stets und in allen Zuständen unge- 
flügelt erscheinen; die Weibchen und Larven mit eiförmigem, 
die Männchen mit walzigem Körper ; alle mit einem von der 
Brust scharf gesonderten, frei hervorstehenden, walzigen Kopfe, 
an dessen Unterseite, nahe dem Vorderbrustbeine ein horniger, 
dreigliedriger, der Brust und dem Bauche mehr weniger an- 
liegender Saugstachel, meist von der Länge des Körpers, 
entspringt, Fühler 4 — 6 gliedrig; Augen sind Netzaugen, 



*) Bei den PHanzenläiisen sind alle Zellen Randzellen, d. Ii. 
sie werden an irgend einem iliier Theile vom Fliigelrande begrenzt. 



303 

jedes Nelziiuge l)cstelit aber uui- aus iliei Facelten, U-itt da- 
liei* nicht über die Kopflliiclie hervor und ist überhaupt so 
klein, dass es selbst der schärfsten Doppel -Lupe entscliwiu- 
det. Dies ist einer der Hauptunterschiede von den Blatt- und 
Springläusen. Beine mittcllang mit zweigliedrigem Fusse, das 
erste Glied sehr klein, nur durch Zergliederung und vermit- 
telst zusammengesetzter Microscope erkennbar Fig. 14. a. 
Das Endglied zweiklauig. 

Hinterleib ohne Honigdrüsen oder Honigröhren, biswei- 
len mit wolligen Secretcn. 

Die Arten dieser Familie leben, so weit es bekannt ist, 
in der Erde unter Steinen u. s. w., an den Faserwurzeln der 
Pflanzen, deren Säfte saugend. Nach der Fühlerbildung kann 
man daraus zwei Gattungen bilden. 

Gattung Rhizobius Biirm. 
Fühler der Männchen und der Larven viergliedrig, 
Fig. 11, der Weibchen sechsgliedrig Fig. 12. 

Rh. Pini B. von mir an den Wurzeln der Kiefer (P. syl- 
vestris) entdeckt. 
Hnrtiij, Forstliclies Conversations-Lexicon. 1834. S. 31 — 33. 
Burm., Handbuch der Entom. 1839. S. 87. 

Rh. pilosellae Burm. an den Wurzeln von Hieraciuni pi- 
losella. 

Gattung llhizoterus wt. 

Fühler fünfgliedrig Fig. 13. 

Rhizoterus vacca m. Gemeinschaftlich mit Formica 
rufa, in deren Colonien lel)end, \o\\Earni Saa-escn im April 1839 
entdeckt. Schon früher hat man Blattläuse in Ameisenhaufen 
beobachtet, glaubte aber, dass diese von den Ameisen ge- 
raubt und dorthin geschleppt seien, um über Winter von dem 
zuckerhaltigen Secreten derselben sich zu nähren , daher sie 
wohl mit milchenden Kühen im Hauslialte der Ameisen ver- 
glichen wurden. Das Räthselhafte löst sich durch obige Beo- 
bachtung befriedigend. Auscheidung saftiger Secrete aus 
dem After, habe ich bei Rhizobius Pini beobachtet, dürfte 
also auch wohl hier Statt finden, da beiden Gattungen Honig- 
drüsen oder Honigröhren mangeln. 



30^ 

Hierher wahrscheinlich auch Coccus Zcae Maidis 
Leon Dufour. (Annal. des sc. nat. Vol. 2. p. 204. pl. 10. 
fig. 1.) an den Wurzeln des Maisses. 
2. Familie. 
Blattläuse Aphidina. 

Beide Geschlechter mit vier Flügeln, Ober- uud Unter- 
flügel mit freiem, nicht geädertem Rande. Eine Ton der Schul- 
ter auslaufende Unterrandader endet am Vorderrande des Flü- 
gels nicht weit Yon der Flügelspitze in einem hornigen Maal, 
Bei den meisten Gattungen entspringt ein Radius in der Mitte 
des Flügelmaals, läuft in's Innere des Flügels, wendet sich 
zur Spitze und bildet eine Radialzelle, fig. 20 a., welche nur 
den Gattungen mit verringerter Zahl der Fühlerglieder : Phyl- 
loxera und Chermes Fig. 16, 18. fehlt. Von der Unterrand- 
ader verlaufen ganz allgemein drei Adern in schräger Rich- 
tung nach dem Hinterrande des Flügels. Die beiden d«r Flü- 
gelbasis zunächst liegenden Adern zeigen sich stets einfach, 
die dritte Ader hingegen, welche man den Cubitus nennen 
kann Fig. 20 b., ist bei einer Gattung einmal, Fig. 24., bei 
mehreren zweimal dichotomisch getheilt. Fig. 26, 29. 

Hiernach und nach der Zahl der Queradern in den Un- 
terflügeln lassen sich folgende Gattungen mit Bestimmtheit 
unterscheiden : 



363 



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Gattung Phylloxera Boyer de F. 

Flügel ungerandet , mit Flügelmaal und drei einfachen 
Schrägadern ; Unterflügel ohne Schrägader Fig. 16. Fühler 
dreigliedrig, das Endglied sehr lang, spindelförmig, ansgebis- 
sen, runzelig, Fig. 15. Körperfonn \on Chermes. 

PhylloxeraQuercus — einzige bis jetzt beobachtete 
Art auf den Blättern der Eiche; rothe Flecke verursachend. 



36G 

Im verflossenen Jahre in meinem Forstgarten liilufig auf eiu- 
jälirigeu Eichen. 

Gattung Chermes 7u. 
z. T h. G her nies Lin. 
Flügel ungerandet, mit Flügelmaal und drei einfachen 
Sclirilgadern im Oberfliigel. Unterflügcl mit einer Schrägader 
Fig. 18. Fühler ögliedrig Fig. 17. 

Hierher nur zwei bekannte, aufNadelhölzern lebende Arten. 
Chermes Abietis Lin. verursacht die zapfeuartigen 
Auswüchse an den jungen Trieben der Fichte (Abies excelsa.) 
Harti(j, Forstliches Convers.-Lex. S. 145. 
Chermes L a r i c i s n. einzeln an den Nadeln der Lärche, 
die sich durch den Stich des Insects knieeförmig beugen. 
Ilarihj^ Jahresberichte I. 4. S. 

Gattung Tetraneura 711. 

Flügel ungerandet, mit Flügelmaal, Radialzelle und 
drei einfachen Schrägadern, Unterflügel mit einer Schrägader 
Fig. 20. Fühler sechsgliedrig Fig. 19. Das dritte Glied 
sehr lang und runzelig, Hinterleib ohne Honigdrüsen. Le- 
ben in Gallen. 

Tetraneura U 1 m i IJn ? Auf der Ulme kommen zwei 
in Gallen le])ende Blattläuse vor. Die Gallen der hier gemein- 
sten Art sind höchstens so gross, wie eine Bohne, und finden 
sich gewöhnlich in der Mehrzahl auf einem Blatte, mitunter 
in ungeheurer Menge. Ich glaube, dass es die L^wweische 
Aphis Ulmi ist, welche diesen Gallwuchs verursacht. Eine 
zweite Gallenart ist weit grösser, sie misst nicht selten VU Zoll 
im Durchmesser, ist blasig aufgetrieben, zeigt sich meist nur 
einzeln auf einem Blatte und ist überhaupt weit seltner. Die 
in ihr lebende Blattlaus gehört der Gattung Schizoneura an. 

Tetr. rugicorivis m. gefangen. 

Gattung Pemphigus m. 
Flügel ungerandet mit Flügelmaal, Radialzelle und drei 
einfachen Schrägadern. Unterllügel mit zwei Schrägadern. 
Fig. 22. Fühler sechsgliedrig Fig. 21. Bei einigen Arten 
zeigen sich kurze Honighöcker, bei anderen ist das erste Tar- 
senglied ungewöhnlich gross. 



867 

Die meisten Arten lehen in Gallen; einige jedoch frei 
an den Trieben der Pflanze, keine Art frei auf Blättern. Hier- 
lier gehören: Aphis bursarius Lin. und Aphis Populi Lin., 
P. Fraxini m. in gedrehten monströsen Stengelgallen der 
Esche; eine schöne grosse, stark wollige Art. 

P. Lonicerac m, auf den Blättern der Lonicera xy- 
losteum; mit eben so langen, wenn nicht noch längeren Woll- 
ileckcn wie Lachnus Fagi. 

P. p c d u n c u 1 i m. : an jungen Trieben der Eiche. Säug- 
rüssel sehr kurz; daher nicht Aph. Quercus. Lin. 

Ausserdem mehrere gefangene Arten, deren Futterpflanze 
mir unbekannt ist. 

Gattung Schizoneura m. 

Flügel ungerandet, mit Flügclmaal und Radialzelle; 
Cubitus einfach gabelförmig. Unterflügel mit zwei Schräg- 
adern (Fig. 24.). Fühler 6gliedrig (Fig. 23.). Hinterleib 
bei den frei lebenden Arten mit Spuren von Honigdrüsen. 
Leben meist frei. 

S c h i z. 1 an u g i n s a m, : in den grossen beuteiförmigen 
Gallen der Ulme (vergl. Tetraneura Ulnii.). 

Schiz. lanigera BanJcs.^ Die berüchtigte Blutlaus, 
an Apfelbäumen. Unstreitig die schädlichste aller Blattläuse. 

Schiz. Costa ta m.: Bildung des Flügelmaals und der 
Radialzelle von Lachnus, daher in meinem Jahresbericht fälsch- 
lich unter Lachnus aufgeführt. Auf der Rothtanne. Selten. 

Schiz. Gorui m. : sammtschwarz , Beine behaart, Vor- 
derschenkel mit blassbrauner Basis ; Flügelmaal und Schräg- 
adern schwarz. Auf Cornus sanguinea. Ob mit Aphis Corni 
Fabr. zusammenfallend ? 

Ausserdem enthält meine Sammlung noch mehrere Arten 
auf Kräutern gefunden. 

Gattung Lachnus in. 
zum Theil Lachnus Illiger. 

Flügel ungerandet, mit langgedehntem, schmalem, an der 
Spitze kurz und gerade abgeschnittenem Flügelmaal und klei- 
ner, an dem inuern Winkel des Flügelmaal -Abschnittes ent- 



368 

springender Radialzclle. Gahelader zweimal verzweigt, da- 
durch dreiannig (Fig. 26.) Fühler Ggliedrig, kurz, der Ab- 
satz des letzten Gliedes nicht verlängert (Fig. 25.) Hinterleib 
mit kurzen Honigdrüsen. 

Hierher 1) die langwollige L. Fagi Lin. auf der Un- 
terseite der Bnchenblätter; 2) die glattfiissige Kiefern -Blatt- 
laus L. Pini Lin.; 3) die rauhfiissige Kiefern - Blattlaus L. 
Pineti Ffl&r, (Convers. Lex.) , beide an den Trieben YonPi- 
nus sylvestris. 

4) L. Padi m.: braunschwarz, mit weiss - wolligem Secret; 
Basis der Schenkel weisslich; Fliigelmaal blassbraun; Füh- 
ler lang, wie bei Aphis, das Endglied aber nur halb so lang 
als das vorletzte. 

Auf Prunus Padus. 

5) L. pruinosus m.: braun, weiss bereift, Hinterleibsrü- 
cken mit weissen Wollbüscheln. Das dritte und vierte Füh- 
lerglied bis auf die Spitzen, die Basis der Schenkel bis zur 
Mitte und die Mitte der Tibien blassbraun. Eine der gröss- 
ten und schönsten Arten; vom Kopf bis zur Flügelspitze 
V4 Zoll lang. 

Im Berliner Thiergarten gefangen. 

6) L. Roboris Z/w. ? unbehaart, mit glänzendem, geglätte- 
tem BrustrUcken. Schwarz, Basis der Fühler, Schenkel 
und Tibien rothbraun; Unterrandader weisslich; Flügelmaal 
tiefschwarz; Flügel bräunlich, glasliell, S'/j Linien laug. 

Die grösste aller mir bekannten Pflaiizenläuse. Von 
Hrn. Saaresen am Harze auf Eichen gefunden. 

Gattung Apliis m. 
zum Theil Aphis Lin. Fabr. 

Flügel ungerandet, mit spindelförmigem Flügelmaal und 
grosser, in der Mitte des Flügelmaals beginnender Radial- 
zclle. Gabelader zweimal verzweigt, dadurch dreizinkig (Fig. 
29.) Fühler 6 gliedrig, vom Absatz des letzten Gliedes an 
in eine feine, verlängerte Spitze ausgezogen (Fig. 27. 28.). 
Hinterleib mit Honigdrüsen. 

Dies ist die zalilreichste Gattung dieser Insektengruppe. 
Allein von Holzpflauzen gesammelt enthält meine Sammlung: 



369 

1) ApI». pilicoriiis m.: braun, mit blassbrauncn Beinen; 
Fülller und Beine mit ungewöhnlich langen, rechtwinklig 
abstehenden Haaren einzeln besetzt. 

Auf der Fichte. 

Ferner vier auf Weiden lebende Arten. 

2) A. viminalis m. : braun, behaart, mit weisslicheni Schild- 
chen und weisslicher Basis der Schenkel; das letzte Fiihler- 
glied nicht länger als das vorletzte, wodurch diese Art den 
Uebergang zu Lachnus bildet. 

3) A. Vitellinae m. : schwarz, unbehaart, mit rothcn Bei- 
nen, schwarzen Tarsen. 

4) A. rufipes m. : schwarz, behaart, mit rothen Beinen. 

5) A. Amerinac m. : unbcliaart, weisswollig, grün, mit 
braunem Hinterleib; Flügelniaal und Gcäder braunfleckig. 

6) A. pallipes ni. : behaart, schwarz, mit bräunlicher Füli- 
lerbasis, blassgelben Beinen, schwarzen Tarsen. 

Auf der Rothbuche. 

7) A. callipterus m: unbehaart, schwarz; alle Flügelner- 
zen braun eingefasst. 

Auf der Birke. 

8) A. villosus ni. : behaart, schwarz, mit blassen Vorderbei- 
nen; hintere Tibien weisslich- braun, mit schwarzer Basis 
und Spitze. Honigröhren von der Länge derHinterleibsbreite. 

Auf Ahorn. Ich zweifle sehr, dass diese Art mit der 
Linne'ischcn Aphis Aceris zusammenfällt, indem Linne in sei- 
nen Diagnosen die Honigröhren sehr genau beachtet hat und 
von A. Aceris sagt: „corniculis obliteratis obtusissimis. " 

9) A. Platanoidis m. : unbehaart; grün. Honigröhren im- 
gewöhnlich gross. 

Auf Ahorn. 

10) A. annulatus m.: unbehaart ; grün, die Fühlerglieder 
mit schwarzen Spitzen. 

Einzeln auf den Blättern junger Eichen mit Phylloxera 
Qnercus beisammen. 

11) A. Pyri m.: unbehaart; schwarz; Basis der Schenkel und 
Schienen rothbraun; Flügel klar, mit rauchgrauem Maal. 
Das letzte Fühlerglied in eine sehr lange Spitze ausgezogen. 

Auf Blättern der Apfelbäume. 
(3. Band 2. Heft.) 24 



»7« 

\2) A. Persicariae in.: unbcliaarl, mit Avcisswolligom Se- 
cret; schwarz, Beine hraiinrolii ; Fliigclniaal scliwärzlicli. 
Auf Pflaumen, l)esün(1ers Aprikosen und Pfirsiclien. 

13) A. Spinarum m. : unheliaart; mit weisswolligem Secret; 
hraunsiliwarz, mit hlasshrauner Sclienkelhasis. 

Sogenannter Mehltliau auf den Blättern und jungen Trie- 
ben von Prunus spinosa. 

14) A. C y t i s ru m m. , unheliaart , ohne Wolle ; glänzend, 
schwarz, mit hraunrothen Schienen, Fliigelgeäder scharf 
gezeichnet. 

Melilthau auf Cytisus laiturnum. 

Von LinnehQ\w\\ und iTwö/vc/schen Arten gehitren 
hierher: 

15) Aphis Ribis Lin. 



16) - 


- Sambuci Lin. 


17) - 


- llosae Lin. 


18) - 


- Tiliae Lin, 


19) - 


' Salicis Lin. 


20) - 


- Cerasi Lin. 


21) - 


- Pruni Fabr. 


22) - 


- Evonymi Fahr 


23; - 


V i b u r n i Fabr. 


24) - 


- Mali Fabr. 



3t e Familie. 
S p r j n g 1 ä u s 6 — P s y 11 o d e s. 

Die Flügel der hierher zu zählenden Gattungen Aleyro- 
des , Livia und Psylla stimmen schon in der Form darin über- 
ein, dass sie nach der Basis zu weniger keilförmig verengt, 
als bei den Blattläusen, der Eiform näher stehen, in der 
Mitte sogar etwas zusammengezogen erscheinen (Fig. 31, 33, 
35.). Es zeigt sich ferner der ganze Rand der Oberflügel 
mit einer fortlaufenden Randader gestützt, die bei Aleyrodes 
in der oberen Flügelhälfte undeutlich wird, in der unteren 
Hälfte aber sehr bestimmt zu erkennen ist (Fig. 31.). 

Auch in -der Fussbildung stimmen die genannten Gattun- 
gen darin überein, dass die beiden Tarsenglieder von gleicher 



371 

Llliige oder wenig darin Yerschieden sind. *) Endlicli zeigen 
sich bei beiden Geschleditern aller Arten die hervortretenden 
Gesclilechtslheile verhaltnissniassig sehr gross und entwickelt. 
Livia und Psylla sind ])ehendc Springer, üb auch Aley- 
rodcs springt, kann ich noch nicht mit Uewissheit sagen, glaube 
es aber; jedenfalls ist dies Thierdien eben so behende und 
flüchtig, als die Arten der beiden erstgenannten Gattungen, 
und auch dies dürfte bei der Entscheidung über die Stellung 
der Gattung Aleyrodes im Systeme zu berücksichtigen sein. 
Ich habe meine iMeinnng dahin ausgesprochen, dass, da über- 
all der vollkommene Zustand der Insekten es ist, welcher de- 
ren Stellung im Systeme bestimmt, dieser Grundsalz auch hier 
aufrecht zu erhalten und die Gattung Aleyrodes, trotz ihres 
Schildlaus- ähnlichen Larvenzustandes hierher zustellen sei. 
U e b e r s i c h t. 

1) Gabelader zweizinkig Aleyrodes. 

2) „ vierziiikig. 

a) Flügel oline Nebenadern .... Psylla. 

b) Flügel mit Nebenadel n . . . . Livia. 

Gattung Aleyrodes Lalr. 
Tinea Li n. 
Flügel gesäumt, ohne Flügelmaal, mit einer in der Mitte 
des Flügels gabelförmig getheilten Schulterader, mit feinem 
Mehlstaube dicht bestreut (Fig. 31.). 

Fühler Tgliedrig, fadenförmig (Fig. 30.). 
Das erste Glied der Tarsen etwas länger, als das zweite. 
Hinterleih mit hervortretenden Geschlechtstheileu. 
1) A. Chelidonii Latr. 

Phalaena Tinea proletella Ltn. 

Einzige in Deutschland bekannt gewordene Art. 

Gattung Psylla Geoffr. Latr. 
Chermes Ltn, Fabr. 
Flügel gesäumt, mit starken Randadern, und nur einer 



*) Bei den Blattläusen ist das erste Tarsengiied meist so klein, 
dass es nur durch anatomische Untersuchung zu erkennen ist (Fig. 
14. a. ). Bei einigen Arten ist es zwar grösser, aber stets bedeutend 
kleiner als das zweite Glied. 

24* 



372 

Humeraliuler, die sich nicht weit vom Ursprünge in zwei Hanpt- 
iiste spaltet, tou denen der dem Vorderrande sich zuwendende 
zweizinkig, der dem Hinterrande zulanfende TJerziakig endet. 
Ersterer muss als Unter -Randader, die nach der Flügelspitze 
sich abzweigende Ader desselben als Radius betrachtet wer- 
den. Der nach dem Hiuterrande des Flügels sich hinwendende 
Hauptast ist als dreitheiligcr, daher \ievzinkiger Cubitus (bei 
den Blattläusen höchstens dreizinkig) zu betrachten und es 
fehlen daher diesem Flügel die beiden untersten, bei Aphis 
ganz allgemein vorhandenen Sch.rägadern, die bei Livia noch 
vorhanden, wenn auch sehr zurückgedrängt und verkürzt sind 
(Fig. 33.**), worin der einzige Unterschied im Aderverlanf 
des Olierfliigels der Gattungen Livia und Psylla ausgesprochen 
ist, während im Unterfliigel der Gattung Livia (Fig. 33.) die 
Rauptader zwei , bei Psylla (Fig. 35.) drei Acste aussendet, 
letzterer auch die beiden Nebenadern der Galtung Livia feh- 
len. Fühler lOgliedrig, borslenformig, an der Basis nicht 
ungewöhnlich verdickt, an der Spitze mit zwei gleich langen 
Imrsiigen Griffeln. Beine mit gleich langen Tarsengiiedern 
(Fig. 34.). 

Die in meiner Sammlung enthaltenen Arten der Gattung 
Psjlla zerfallen zuerst in zwei Hauptabtlieilungen, und zwar 
nach Verschiedenheit der Kopfbildung. Bei den meisten Ar- 
ten, z. B. Ps. Alni etc., läuft die Stirn nach vorn in zwei 
stumpfe, kegelförmige Spitzen aus, die mindestens halb so 
lang, mitunter fast länger als der Kopf selbst sind. Zwischen 
diesen beiden Kegeln, an der Basis derselben und etwas nach 
der Stirn hinaufgerückt, liegt ein sehr grosses Nebenauge. 
Ein zweites Nebenauge kann ich nicht entdecken, auch müss- 
ten, wenn wirklich mehr als dies eine Nebenauge da wäre, 
deren drei vorhanden sein, da das vorhandene in der Mitte 
dos Kopfes steht. 

Bei einigen anderen Arten ist der Kopf vorn abge- 
stutzt, mehr oder weniger scharfrandig ; ohne Nebenaugeu. 
Bei den Arten dieser zweiten Abtheilung werden auch die Flü- 
geldecken etwas steifer, wodurch sie e])enfalls den Uebergang 
zu Livia bezeichnen. Ich glaube, dass man die Arten dieser 
letzteren Abtheilnng im Verfolg als eine besondere Gattung 



373 

abzweigen und zwischen Li\iu iiail Psjlla stellen wird. Hier, 
wo ich mich auf die Unterschiede im Bau und Geäder der 
Flügel beschränke, mag sie noch bei Psylla verbleiben. 

Die Arten der ersten Ab the ihm g lassen sich in drei 
Scctionen bringen, und zwar nach Verschicucahcit des Flü- 
gelgellders. 

Wenn man die \ier Adern der zweiten Theilung des 
Cnbitus Fig. 35. c, d, e, f als Zweige, die beiden Adern der 
ersten Theilnng g, h als Aeste, den ungetli eilten Cnbitus i. 
als Stamm bezeichnet, so ist bei einem Theilc der Arten der 
Cnbitus stammlos, d. h. die lieiden Aeste g, h verbinden sich 
an ihrem Vereinignngspunkle unmittelbar mit der Unterrand- 
ader k. a. 

Unter denjenigen Arten, wo die normale Flügelbildung 
Statt findet, der Cnbitus nicht stammlos ist, wie in Fig. 33 
und 35, zeigt sich ein fernerer Unterschied darin, dass bei 
einigen die Unterraudadev k. a. , wenn sie bei a. den Fiügel- 
rand erreicht hat, hier plötzlich aufhört, in welchem Falle 
der Saum des Flügels von k, bis b. durchaus 
gleichförmig dick ist (Fig. 33. k. a.b.). Bei anderen 
Arten läuft die Unterrandader k, a. nicht ganz l)is zum Flü- 
gelrande, sondern wendet sich dicht vor a. plötzlich nach der 
Flügelspitze hin und verläuft innerhalb a. b. mit dem Vorder- 
rande a. b. parallel noch eine Strecke fort, bis sie sich kurz 
vor b. mit dem Flügelrande vereint, üer Raum zwischen 
dieser Verlängerung der Unterrandader und dem Vorderrande 
a. b. ist dann von einer derberen Beschaffenheit, einem Flü- 
gelmaal ähnlich (Fig. 35. k. a. b.) In diesem letzten Falle 
ist also der Vorderrand von a. bis b. breiter und 
überhaupt anders gebildet, als der Vorderrand 
von k. bis a. 

Erste Section. 
Oberflügel eirund, mit vollkommen abgerundeter Spitze, 
grösste Breite vor der Spitze, Vorder- und Hinterrand nach 
aussen bogig. Cubitus stammadrig, Unterrandader zum 
Flügelmaal verlängert (Fig. 35.) 
1) Psylla Alni (Chermes Alni Lin.) 



37/4 

2) Ps. Pyri CCherniis Pyri TJn.) 

3) Ps. viridis m.: f^riin ; die Spitze der Saugstachel- 
scheide, das letzte Fiihlcrglied und die Enddorneii der 
Schienen schwarz; auch die Flügeladern grün. $. 

Am Harz in Buchenarten gefangen. 

4) Ps. fuscipes m. : grün; Spitzen der Fühlerglieder, die 
letzten Glieder ganz braunschwarz; Dornen der Tibien und 
Tarsenspitzen schwarz; das letzte Tarsenglied rothbraun; 
Flügel grünadrig; vor der Basis des Hinterrandes braun 
schattirt cT. 

Im Grase um Braunschweig. 

Zweite Sectio n. 
Oberflügel am Vorderrande viel stärker bogig, als am 
Hinterrande, an der Spitze einen stumpfen Winkel bildend. 
Wenn man diesen Winkel als Scheidepunkt des Vorder- und 
des Hinterrandes annimmt, so fällt die äusserste Zinke des 
Cubitns noch in den Vorderrand. Grösste Flügelbreite zwi- 
schen Mitte nnd Spitze. Cubitus stiellos, Unterrandader 
nicht zum Flügclmaal verlängert (Fig. 33.). Hierher gehören : 

5) Ps. Urticae (Chermes Ur^icae Lin.) nach der Degeer- 
schen Abbildung. 

6) Ps. Simplex m.: grün; äussere Fühlerhälfte und Klauen 
braun. $. 

Braunschweig. 

7) Ps. margin ata m.: grün; äussere Fühlerhälfte und 
Klauen braun ; Hinterrand der Flügel von der Basis bis 
zur Mitte braun gerandet. (f. 

8) Ps. eupoda m. : grün; äussere Fühlerhälfte, die Spitzen 
der Stirnkegel und der Saugstachelscheide, sowie die Tar- 
sen schwarz ; die vorderen Tibien bräunlich, nach der Spi- 
tze hin dunkler. 2 (f. 

Auf Prunus spinosa. 

Dritte Sectio n. 
Flügel langstreckig, mit abgerundeter Spitze, zwischen 
der kurzen Abrundung der Basis und Spitze gleich breit. 
Cubitus stammadrig; Randader nicht zum Flügclmaal 
verlängert. 



373 

y) Ps. Sparlii ui. : grün und brauiischeckii; ; Fiililcr brami, 
mit hlassLH' Basis. Flügel zwisclieii der Kadialzelle und 
dem Cul)itus, ferner am Hiiiterraiide zwischen den Zinken 
schön braunfleckig. 

Auf Spartinm scoparium bei Berlin gelangen. 
Die zweite Abtheilung muss in zwei Sedionen ge- 
bracht werden. 

Vierte Sectio r>. 
Der Vorderrand des Kopfes ist noch etwas abgerundet, 
die beiden Stirnkegel sind wenigstens noch angedeutet. Die 
Unterseite des Kopfes ist in der Mille tief ausgehöhlt und in 
dieser Höhle liegt ein sehr dicker, so \iel ich sehen kann, 
ungegliederter, dem Brustbein eulspringender, mit der Spitze 
nach vorn gerichteter, stumpfer Zapfen, den ich für die Scheide 
der Saugborsten halten würde, wenn ich irgend eine Ocfl'nuiig 
an ihm zu entdecken vermöchte; auch ist seine unförmliche 
Dicke auffallend. Leider besitze ich nur ein Exemplar dieser 
Gruppe, muss daher für jetzt auf eine anatomische Untersu- 
chung Verzicht leisten. Cubitus stamaiadrig; Unterraudadcr 
zu einem breiten Flügelmaal verlängert. 

10) Ps. purpurascens m.: röthlich-schevbengelb (ob im 
Leben grün?), mit rothen Flecken und schwärzlichem Hin- 
terleib. Flügel lebhaft irisirend, nach der Spitze hin dunk- 
ler, am Hinterrande braunschallig. 

Einmal auf Kiefern gefangen. 

Fünfte 8 e c t i n. 
Der Vorderrand des Kopfes scharf; Scheitel länglich 
viereckig, breiter als lang, hinten gerade abgestutzt, vorn 
in der Mitte herzförmig eingebuchtet. Vorderrand der Flü- 
gel von der Einmündung der Unterrandader ab fast gerade; 
Hinterrand stark auswärts gebogen; Cubitus stamniadrig ; Vor 
derrand mit sehr breitem Maal. 

11) Ps. Abietis: überall einfarbig grün. 

Wiederholt auf Abies excelsa gelängen; doch zweilt*r 
ich sehr, dass dies die Futterpflanze ist. 

Gattung Livia Lalr. 
Flügel gesäumt, ohne Flügelmaal. Obonliigel mit zwei 



^n6 

Nehcnaderii (Fig. 33 **.) Untcrflügel mit dreizinkiger Haupt- 
ader und zwei einfachen Nebenadern. Oberflügel pergauient- 
artig. Fühler lOgliedrig, das zweite Glied sehr lang und 
dick , das Endglied mit ungleich langen Endborsten (Fig. 32.). 
Nebenaugeu fehlen. 
1) Livia Juucorum Lalr. 



X. 

Die Arten 

der 

Gattung Pelecinus (L at r,). 

M i 1 1 h e i I u n g 

von 

]>r. Fr. K 1 u ^. 

(Hierzu Tah. 11.) 



jtAW den interessanten Bemerkungen über Hymenopteren , zu 
welclien hin und wieder de Romand hinUuiglicli bekannt als 
fleissiger Bearbeiter der genannten Insectenordnung sich ver- 
anlasst gefunden hat, gehört auch im Aprilhefte v. J. der 
Re\ue zoologique S. 117. die Angabe über die Verschiedeu- 
lieit der Geschlechter von Pelecinus, namentlich P. polycera- 
tor oder polyturator, wie er von Drury genannt wird, wozu 
auch später, in Gvcrin Menciüle Magasin de Zoologie 1840 
13. livraison Insectes pl. 48. 49. Abbildungen sowohl des ei- 
nen in London, als des andern in Paris von Romand beo- 
bachteten, von ihm für verschieden gehaltenen Männchens, to 
wie des Weibchens des P. polycerator und eines andern neuen 
weiblichen Pelecinus gegeben worden sind. War durch jene 
Mittheilungen des verdienten Gelehrten die Aufmerksamkeit 
derer, die, gleich ihm, dem sehr anziehenden Studium der 
Hymenopteren sich widmen , auf einen schon deshalb beach- 
tungswerthen Gegenstand , weil beide Geschlechter von Pele- 
cinus durch eine eigenthümlich zierliche, bei jedem Geschlecht 
sehr verschiedene Bildung sich auszeichnen, gelenkt worden, so 
konnte ich, da ich mich viel länger mit den Hymenopteren beschäf- 
tigt habe, hierin wohl eine Aufforderung finden, nachzusehen 
und näher anzugeben : was denselben Gegenstand betreffend, die 



378 

liiesige, auch in Hinsicht der Hynienoptcren nicht ziivnckge- 
liliebene Insectensammlung der Mittheilung Werthcs enthalten 
und lehren möchte, und fiel das allerdings heachtungsTverthe 
Resultat dahin aus, dass, hei gehöriger Vereinigung der Ge- 
schlechter und Ahändeningen , namentlich des P. polycerator 
überhaupt fünf Arten Pelecinns, unter ihnen zwei einzelne 
Männchen, die andern sämmtlich nach heiden Geschlechtern, 
hier \orhanden waren. Ich habe daher \crsucht, diese Arten 
zu beschreiben, und eine dargebotene Gelegenheit gern be- 
nutzt, dieselben mit Ausnahme des gewöhnlichen P. polycera- 
tor durch beigefügte gute Abbildungen kenntlicher zu machen. 
Einer sonst wohl passenden Aeusserung über die Stellung 
der Gattung Pelecinus im System, habe ich dagegen bis zur 
Bekanntmachung einer verwandten, neuen Gattung Monoma- 
chus, wozu yermuthlich sich bald Gelegenheit finden wird, 
mich enthalten, und das Geschichtliche des Geschlechtsverhall- 
iiisses betreffend, nur bemerken wollen, dass, wenn auch für 
die frühere Zeit und selbst bis zum Jahre 1839 hin, La- 
Ireille's Ausspruch in der Encyclopedie methodique x. p. 29: 
„on n'a point encore distingue les sexes" gelten kann, indem 
bei Aufstellung der Gattung im Jahre 1801 im Bulletin de 
la societe philomatiqne Tom. II. S. 155. Latreille die Weib- 
chen des Pelecinus als Männchen betrachtet, und im Jahre 1825 
in der erwähnten Encyclopaedie a. a. 0., obgleich er im P. 
clavator ein Männchen deutlich beschrieben, doch zu ol)igem 
Ausspruch sich veranlasst gefunden hat, TFesfwood dennoch 
im Jahre 1839 hieriil)er keineswegs weiter in Ungewissheit 
gewesen ist, vielmehr im Märzstück genannten Jahres der 
Introduction to the modern Classification of Insects, diesem 
für alle wichtigen neuern Wahrnehmungen so vollständigen 
Repertorium S. 135. auch für die richtige Angabe der Un- 
terschiede der Geschlechter von Pelecinus Sorge getragen 
hat. Er erwähnt hier der Gattung Pelecinus zusammen niit 
Monomachus, einer in hiesiger Sammlung neben Pelecinus, 
aufgestellten neuen, Pelecinus, namentlich in Hinsicht der 
Mänwehen, so nahe verwandten Gattung, dass Perhj im dc- 
lectus animalium articulatorum S. 131. eine dahin gehörende 
Art, ein Weibchen , als Pelecinus luscaior beschrieben \ni\, 



379 

und es mödile hieniach zu Yernnitlicn sein, dass Weslwood, der 
wahrend seines hiesigen Aufenthalts das Studium unsrer Samm- 
lung sich besonders hat angelegen sein lassen, wie aui Mo- 
nomachus, so auch auf Pelecinus, und die Reihe der in bei- 
den Geschlechtern vorhandenen Arten seine Aufmerksamkeit 
gerichtet hat, so wenig auch daran zu zweifeln ist, dass ihm 
nicht beide Geschlechter der letzt genannten Gattung und na- 
mentlich die gar nicht seltnen Männchen des so weit \erbrei- 
teteu P. polycerator schon \orher bekannt gewesen sein soll- 
ten. Der Gattung: 

P e 1 e c i n u s 
finden wir , wie schon \orher erwähnt worden ist , zuerst im 
Bulletin de la Societe philomatique, im Octoberheft (Nr. 44.; 
des 9. Jahres der Republik (1801), wie es scheint, nach ei- 
nem Vortrage in der Societe d'historie naturelle, gedacht. 
Nach dieser Mittheilung ist die Aufstellung der Gattung von 
Latreille mit dem Namen, entnommen von einem griechi- 
schen Wort „dont l'application est peu connue. (Das grie- 
chische Wort heisst a!»er Ihlexivog und ist der Name eines 
Vogels). Die Gattungscharaktere sind hier ausführlich ange- 
geben und auf der Tafel zum Bulletin 42., dann PI. x. des 2. 
Bandes Fig. 2. die Mundlheile, nämlich Mandibel, Maxillen, 
Lippe und Palpen abgebildet. Lalreüle selbst führt die Gat- 
tung Pelecinus 1802 (an x.) im 3. Bande der Histoire na- 
turelle des Crustacees et des Insectes p. 329. auf, und giebt 
als Beispiel die damals und noch lange nachher allein be- 
kannte Art, den Ichneumon polycerator. Von hier an finden 
wir unverändert die Gattung in Lafreiile^s folgenden Schrif- 
ten, namentlich im dritten Bande der genera crustaceoruni 
et insectorum von 1807 und den beiden Ausgaben von Cuvier^s 
regne animal wieder, auch erwähnt er sie in den considera- 
tions generales von 1810 und den familles naturelles u. s. w. 
von 1825. Fabricius hat schon 1804 im Systema piazatorum 
die Gattung nach Latreille aufgeführt, Jurine 1807 in sei- 
ner nouvelle methode u. s. w. derselben nicht gedacht. Eine 
Beschreibung und ausführliche Auseinandersetzung von Pele- 
cinus haben im 10. Bande der Encyclopedie methodique v. 
1825 Le Pelctier de Saint Fargeau und SAtville gegeben, 



380 

aiicli eine zweite Art, den clavator hair. (Dict. d'hist. iial. 
cd. 2) hinzugefügt. Endlich ist von allen lolgeuden, illtereu 
und neueren Schriftstellern: LcacJi in Brewster's Edinburgh 
Encycl. IX, de LamarcTc in der Historie nat. des animaux 
Sans yertehres, Westwood in der Introduction to the modern 
Classification of Insects u. s. w. und jetzt allgemein die Gat- 
tung Pelecinus und zwar um so mehr, als sich auch die Zahl 
der entdeckten Arten, wie die neueste Bearbeitung \on de 
Romand lehrt und aus der folgenden Zusammenstellung sich 
ferner ergeben wird, allmählich vermelirt hat, anerkannt worden. 
Anfänglich und lange Zeit war TonPelecinusuur eine, zuerst 
Ton Drury in den lUustrations of Natural History vom Jahre 
1773 Vol. II. p. 77. beschriebene, PI. XL. Fig. 4. abgebil- 
dete und Ichneumon polyturatov benannte Art bekannt, welche 
bald nachher ohne der Dr//7v/schen Beschreibung und Al)bil- 
dnng zu erwähnen, t\ihricius in der, den gener. insecto- 
rum von 1776 angehängten mantissa specierum nuper detecta- 
rum p. 245. n. 51 — 52. als Ichneumon polycerator beschrieb, 
den Namen in die entomologia systematica emendata et aucta 
Ton 1793 (II. p. 162. n. 119.) übertrug, woher er dann in 
das Systema piezatorum und alle spätem Schriften ü!)crge- 
gangen und zuletzt fast allgemein angenommen und die Drn- 
»v/'sche Benennung vergessen worden ist. Nur Christ in 
seiner 1791 erschienenen Naturgeschichte vom Bienen-, Wes- 
pen- und Ameisengeschlecht gedenkt S. 352. der D;//rj/schen 
Abbildung, giebt jedoch der Art den Namen J. libclhila. Die 
Beschreibung ist nicht; wie es mit der Al)])ildung Tab. XXXVI. 
Fig. 1. der Fall zu sein scheint, aus Drurij entlehnt. — Ol) 
als eine zweite Art, ob nicht vielmehr als Männchen des 
P. polycerator, der in der Encyclopedie methodifpie X. p. 30. 
n, 2. mit Beziehung auf Latrcille im Dictionaire d'hist. nat. 
edit. 2. beschriebene Pelecinus clavator zu betrachten sei, ist 
mir, da ich wohl im Besitz der Encyclopedi£ method. bin, 
aber zur zweiten Ausgabe des Dict. d'hist. nat. nicht habe 
gelangen können, zu meinem Bedauern noch zweifelhaft. Die 
Beschreibung in der Encyclopedie, welche deutlich ein Männ- 
chen bezeichnet, kann nur allein auf das des P. polycerator 
bezogen worden. Wenn dagegen de Romaml in seiner note 



3S1 

snv le geni'C Pelccinns im Magasiii de Zoologie des P. da- 
Viitoi- als einer Art gedenkt, dont Latrcille parle dans le 
üiet. d'liist. nat. 1817. und doch wohl, mir nach der hier ge- 
gchencn Beschreibung, hinzufügt: cet insecte est noir, avec 
le corselet d'un rougeatic foncc '* so kann hiernach der P. 
davator nichts anders sein, als Pertij's P. dichrous (dele- 
ctus aninialium articulatorum p. 131.), -welcher bis dahin in 
hiesiger Sammlung, wo er in Leiden Geschlechtern vorhan- 
den, den Namen P. thoracicus führte. Dieses zu \ermuthen, 
finde ich mich aber um so mehr veranlasst, als der Marchese 
Ma.rim. Spifiola, von welchem nach einer Benachrichtigung 
in Nro. 3. der diesjährigen Revue zoologicpie (S. 94.) den 
P. clavator betreffende Erläuterungen in einem der nächsten 
Hefte des Magasin de Zoologie zu erwarten sind, dieselbe 
Meinung auf Grund eines ihm von mir übersciiickten Exem- 
plars des P. dichrous gegen mich schriftlich ausgesprochen 
liat. Ob indess die Benennung P. clavator, da sie nur anf 
einen Unterschied des Geschlechts, worin aber alle Arten über- 
einstimmen, sich bezieht, und die Beschreibung in der Ency- 
clopedie meih., tie Romaiids Mittheilung widersprechend, deut- 
lich genug das Männchen des gewöhnlichen P. polycerator 
bezeichnet, wird beibehalten werden können, dürfte, seihst 
wenn die von M. Spinola versprochene Aufklärung, so wie 
zu erwarten ist, ausfallt, noch zweifelhaft bleiben. Um so 
mehr und weil ich diesen kleinen Aufsatz dem Herrn Heraus- 
geber nicht länger vorenthalten durfte, habe ich der in Rede 
stehenden Art, der zweiten bekannten, für jetzt noch den 
Namen P. diclirous gelassen und den in unsrer Sammlung 
dafür angegebenen Namen P. thoracicus auf eine Art, welche 
in derselben früher die Pc7-tijsc]\{^ Benennung führte, über- 
tragen. Die dritte Art wüide dann der von tIe Roinand 
im Magasin de Zoologie beschriebene P. Guerinii sein, des- 
sen Männchen eben daselbst von 31. Spinola bekannt ge- 
macht werden wird. Eine andere von Pertij (del. anim. art.) 
noch aufgeführte Art, der P. tibiator gehört zu dem in Ame- 
rika weit verbreiteten und in Hinsicht auf Färbung und Scul- 
ptur manchen Abänderungen unterworfenen P. polycerator. 
Die Arten der Sammlung sind: 



382 

1) Pelecinns polyturator: iiiger, antennis albo-aimula- 
tis. Mas, Fem. 

P e 1 e c i n u s p 1 y c e r a 1 r de Ro m a nü, Guerin — Mcne- 
villc Magasin de Zoologie. 1840. 3e li\iaisoii lusectes. 
pl. XLYIII. f. 1. 2. 
Männchen: Pelecinns clavator Sl. Fargeau et A. 
Serville Encjclopedie metliodique etc. X. p. 30. n. 2. — 
Pelecinns polytnrator de llomand a. a. 0. pl. 
XLIX. flg. 1. 
Weibchen: Ichneumon polytnrator Brurxj Illustra- 

tions of natural History. Vol. II. p. 77. pl. XL. fig. 4. 
Ichneumon polycerator Fahr. gen. ins. Mant. p. 245. 
n. 51 — 52. Spec. ins. I, p. 430. n. 63. Mant. ins. I. 
p. 265. n. 75. Ent. syst, eniend. II. p. 162. n. 119. 
Linne Syst. nat. cura Gmelin Tom. I. N. V. p. 2691. 
n. 141. Olivier Encycl. meth. YII. p. 186. n. 113. 
Ichneumon libellula CÄr?i7 Natiirg. d. Ins. p. 352. 

Tab. 36. Fig. 1. 
Pelecinns polycerator Fahr. Syst. piezat. p. 111. 
n. 1. Lalr. gen. ernst, et ins. III. p. 255. Le PeUtier 
de St. Fargeau et Serville Encycl. melh. X. p. 29. n. 1. 
Pelecinns tibiator Perty Delectus animalium articula- 
torum etc. p. 131. Tab. XXYI. Fig. 8. 
Dieser Pelecinns ändert in der Structur yerschiedent- 
licli und, "wie es scheint, nach dem Vaterlande ab. Von Nord- 
amerika, wo er nicht selten ist, wurde er bisher wohl am 
häufigsten zu iins gebracht, jetzt fast eben so oft Ton Mexiko. 
Diese Stücke unterscheiden sich \on den brasilischen dadurch, 
dass das Rückenschildchen zerstreut fein, beim Männchen dich- 
ter, der Hinterrücken aber in der Mitte grob und ineinander- 
laufend punktirt ist. Bei den Männchen mit gegen das Ende hin 
allmählich yerdicktem Hinterleibe sind die Hintertarsen in grös- 
serer Ausdehnung, wie bei den brasilischen Stücken, weisslich, 
das zweite Glied nämlich zur Hälfte , das dritte und vierte ganz. 
Bei dem brasilischen P. polycerator, welchen Perty a. 
a. 0. unterscliieden und P. tibiator genannt hat, ist das Rü- 
ckenschildchen nicht punktirt, der Hinterrücken sowohl in der 
Mitte, als seitwärts, in der Mitte oft, namentlich beim Mann- 



383 

clien, nur undeutlich, gefurcht, oder es sind die Furchen durcli 
eine glatte Lilngslinie unterl)roclien. Au den Hiutertarsen der 
Münnchcn sind das zweite Glied nur an der Spitze und aus- 
serdem noch die folgenden Glieder »eisslich. 

Noch zu erwähnen ist endlich eines einzelnen columhi- 
schen Exemplares, hei welchem, einige, fast erloschene Stri- 
chelchen abgerechnet, das Rückenschildchen glatt ist, der Hin- 
terrücken in der Mitte eine nach der Spitze hin schmaler 
werdende, glatte Fläche zeigt, \on wo an in wenig schräger 
Richtung seitwärts wellenförmige Furchen ausgehen und bald 
sich verlaufen. Die Beine \on den Hüftstücken an sind braun, 
auch die Fühler \om ersten Gliede an ])räunlich. 

Diese Verschiedenheit, hauptsächlich in der Sculptur, er- 
scheint aber um so beachtenswerther , als sich nach dem Bis- 
herigen ergeben hat, dass sie ziemlich beständig und durch 
das Vorkomnien in einem bestiniralen Theile Amerika's bedingt 
ist. Ich habe daher versucht, den Unterschied der erwähnten 
Abänderungen in folgender Art durch Diagnosen deutlicher zu 
machen : 

a) Scutello sparsim punctato, metathorace niedio yarioloso, 
lateribus porcato. Mas. Foem. — Nordamerika und 
Mexiko. 

b) Scutello laevi, metathorace medio lateribusque porcato. 
Mas. Foem. — In Brasilien einheimisch. 

c) Scutello laevi, metathorace lateribus oblique porcato, ni- 
ger, pedibus fuscis. — Einzelnes Weibchen aus Co- 
lumbien. 

2) Pelecinus dichrous: niger, nitidus, thorace pedibus- 
que sanguineis. Mas. Foem. 
Pelecinus dichrous Pertij del. anim. art. p. 131. 

(Taf. II. Fig. j.) 
Die Stücke der hiesigen Sammlung sind von Montevideo, 
die Männchen 5 — SVo^ die Weibchen 15 — 22 Linien lang. 
In der Sculptur, den Flügeln, Fühlern und den geschlecht- 
lichen Eigenthümlichkeiten findet sich zwischen dieser Art und 
dem P. polycerator keine Verschiedenheit, der einzige Unter- 
schied beruht in der vordem Seite des Kopfs, des Halsschil- 



38il 

des, Hintcnnckcu und Scliildchen mit eiiio^esclilossen und der 
Beine. Der Kopf unter den Augen und das Halssdiild sind 
hlntroth, desgleichen die Mandiheln , mit sclnvarzen Spitzen; 
die Beine sind dunkler rotli, am deutlit listen Schienen und 
Fussglieder, letztere mit grauer Puhesccnz dicht besetzt. — 
Bei den Männchen sind die hintersten Fussglieder, -wie hei 
denen des V. polycerator, mit Ausnahme der Basis des ersten 
und zweiten und der Spitze des letzten weiss. 

3) Pelccinus rufiis n. sp.: rufus, nitidus, alis hyalinis. 
Mas. Foem. 

(Taf. II. Fi^. 2.3.) 

Eine schon durch ihre glänzend hraune Färhung aus- 
gezeichnete hrasilische Art, die Männchen 7 — T'/o, die Weib- 
chen 15 Linien lang. Viel dunkler als der übrige Körper 
ist der Kopf, beim Männchen auch die Spitze des Hinterlei- 
bes, dessen erstes Segment beim Weibchen schwarz und glän- 
zend ist. Rückenschildchen und Hinterrücken sind glatt, bei 
dem Männchen die Fussglieder der hintersten Beine blass- 
gelblich. Die Fühler sind nicht, wie bei den schon erwähn- 
ten Arten, schwärzlich angeflogen und dunkler an der Spitze, 
auch Nerven und Randmaal nicht schwarz, sondern braun. 

4) Pelecinus thoracicus n. sp. : rufus, capite abdomiue- 
qne, petiolo excepto, nigris. Mas. 

(Taf. II. Fig. 5.) 
Ein einzelnes, nur 5 Linien langes Männchen von Me- 
xiko. Halsschild und Beine sind rothbraun, der Kopf dage- 
gen sammt den Fühlern, sowie der Hinterleib, mit Ausnahme 
der Basis des ersten Segments, schwarz. Die Flügel sind 
nicht so hell, wie bei der vorigen Art, auch die Nerven 
dunkler. 

5) Pelecinus annulatus n. sp. : rufus, capite, abdomiue 
tibiisciue posticis nigris, his basi albis. Mas. 

(Taf. II. Fig. 4.) 
Ein einzelnes, nur 5 Linien langes Männchen von Mon- 
tevideo. Der Kopf mit den Fühlern ist schwarz, vorn durch 
dicht anfliegende Härchen silberweiss schillernd. Die Mandi- 
beln sind braun. Der ganze Mittelleib ist braunroth, der 



383 

Hintenückeii in der Mitte imdeiitlicli unregelmässig punktirt. 
Die Beine sind braun, an den Torderen die Schienen und 
Tarsen dunkler, jene an der Wurzel iveisslicli, an den hin- 
tersten die Schenkel an der Spitze dunkler, die Schienen 
schwarz, mit Ausnahme der Basis, welche erst braun, dann 
weiss ist, die drei mittleren Fussglieder weiss. Die Flügel 
sind wasserhell, an der Spitze merklich dunkler, Nerven und 
Randmaal dunkelbraun. Der Hinterleib ist glänzend schwarz. 
Hinzugerechnet den in der hiesigen Sammlung nicht vor- 
handenen Pelecinus Guerinii de Romand aus Colum- 
bien, dessen Weibchen in Gi/eVz« Magasin de Zoologie 1840. 
13e livraison beschrieben und pl. 49. fig. 2. abgebildet ist 
und von dessen Männchen Beschreibung und Abbildung in 
einem der nächsten Stücke des Magasin de Zoologie vom Mar- 
chese Man:. Spinola ebenfalls zu hoffen sind, zählt Jetzt die 
Gattung Pelecinus sechs hinreichend unterschiedene, sämmt- 
lich amerikanische Arten. 



(3. Band 2. Heft.) 25 



XL 

Beitrag zur anatomischen Kenntniss 

(] er 

inneren Geschleclitsorgane der zweiflügligen 
Insekten , 

H. 1a o e \i\ 

{Mit Abhilduno auf Taf. 111.) 



l^as eigentluiniliclie , in den bei weitem meisten Füllen drei- 
zählige Organ am Eiergange der Dipteren, über welches im 
Folgenden einige nähere Notizen mitgetheilt werden sollen, 
ist früher häufig übersehen worden. Zuerst hat es meines 
Wissens Sivammerdavi bei Stratiomys bemerkt und (Bibel der 
Natur. Tab. XLII. Fig. 8.) abgebildet, worüber unten aus- 
führlicher. Auch Ramdohr bildet es (Abhandlung über die 
Verdauungswerkzeuge der Insekten. Tab. XX, Fig. 6.) von 
Leptis scolopacea als Aftergefäss ab. Dann hai es, wenn 
auch undeutlich, Sucloiv wahrgenommen und in Heusinger's 
Zeilschrift für organische Physik Bd. II. Heft 3. Tab. XIV. 
Fig. 43. von Sarcophaga carnaria abgebildet. — Viel bes- 
ser h*at es V. Siebold bei vielen Muscidcn und auch bei an- 
deren Zweiflüglern beobachtet und ihm den Namen eines re- 
ceptaculum seminis beigelegt (vid. J. Müller, Archiv für Ana- 
tomie. Jahrgang 1837. p. 394 n. 414. etc. — JViegmann, 
Archiv für Naturgeschichte, 4ter Jahrgang, pag. 192 etc.), 
so die Funktion, die er ihm angewiesen glaubt, bezeichnend. 
Wie früher gar oft übersehen oder seiner örtlichen Stellung 
nach verkannt, so ist es auch seiner Funktion nach vielfach 



387 

gedeutet worden und in der Mannichfaltigkeit seiner Formen 
noch immer wenig gekannt. 

Vor dem Eingelien in weitere Einzelheiten möge es ge- 
stattet sein , einige allgemeine Bemerkungen über Insekten- 
anatomie und vorzugsweise die der Dipteren voran zu schicken. 
Es veranlasst mich dazu, ausser eigener Erfahrung, die Be- 
merkung, dass von den, leider wenigen, anatomischen Unter- 
suchungen, welclie wir über diese Ordnung besitzen, sich die 
Mehrzahl bei gewisseniiafter Nachprüfung nicht ganz bestä- 
tigt, ohne dass deshalb die Sorgsamkeit der Beobachter ver- 
dächtigt werden konnte; gar manche dieser Beobachtungen le- 
gen nämlich nur zu deutliches Zeugniss von einer fehlerhaf- 
ten Untersuchungsmethode ab. Ohne hier Vorschläge über die 
eigentliche Zergliederung sell)st machen zu wollen, zu der ich 
mich mit dem meisten Vortheile mannichfaltiger Nadeln , theils 
geschliffener, theils solcher mit gebogener Spitze, bei feine- 
ren Gegenständen aber nur ganz weicher Haarpinsel bedient 
habe, finde ich mich desto dringender aufgefordert, vor zwei 
Untersuchungsweisen zu warnen, die dem Beobachter nur Zerr- 
bilder zeigen, wie einzelne sogar in namhaften Werken abge- 
bildet sind. Die eine dieser Methoden, wohl die minder häu- 
fig angewendete, ist das vorläufige Einweichen der zu unter- 
suchenden Insekten in Alkohol, Terpentinöl u. s. w. , um 
den so leicht verletzlichen inneren Theilen mehr Zähigkeit zu 
geben und so vermeintlich leic-hter und sicherer zu untersu- 
chen. Es entstehen dadurch in der Regel Verkürzungen, Zu- 
sammenziehungen, Einschnürungen, ja in einzelnen Fällen Zer- 
reissungen, in keinem Falle aber wird eine vollkommen brauch- 
bare Anschauung der inneren Theile gewonnen. — Eine 
zweite Methode, leider fast allgemein im Gebrauche, aber we- 
nigstens für die Ordnung der Zweiflüder völlig zu verwer- 
fen, oder doch nur mit der allergrösstcn Vorsicht und auch 
da nur in einzelnen Fällen anwendbar, ist die, die unter dem 
Mikroskope (ohne dasselbe ist hier nimmer ein Auskommen) 
zu untersuchenden inneren Theile mit Wasser zu befeuchten 
oder unter Wasser auszubreiten. Will man sich von der gros- 
sen Unbrauchbarkeit dieser Methode recht augenscheinlich 
überzeugen , so darf man nur einmal den Darmkanal und die 

25* 



inneren Genitalien eines Syrphus, einer Musca, oder jedes 
andern beliebigen zweiflügligen Insektes ohne Hülfe aller 
hinzngebracliten Feucliligkeit rein präpariren nnd auf dem 01)- 
jektenträger unter dem Mikroskope mit Wasser befeuciiten; 
man -wird bald alle Theile unförmlich anschwellen und einen 
Umfan"' gewinnen sehen, der ihnen, wäre er ihr natürlicher, 
keinen Raum in dem Leibe des Thieres gestatten würde. Die 
innere Darmhaut streckt sich in die Länge, oft, besonders 
wenn ilir Inhalt auch aufquillt, mit zienilidier Gewalt. Die 
äussere Darmhaut dagegen erweitert sidi oft auf das Vier- 
iind Fünffaclie ihres früheren Umfanges und verliert an Con- 
sistcnz, ohne sich dal)ei sehr zw verlängern. So legt sich der 
nnere Darm in ihr hin und her, ja er durchbricht sie zuweilen, 
oder dringt an leicht verletzten Stellen heraus und bildet Schlei- 
fen, die gar oft für Windungen des Darmkanals angesehen wor- 
den sein mögen. Die Ausführungsgänge der männlichen, wie 
weiblichen Genitalien dehnen sich aus, es bilden sich sackförmige 
Erweiterungen u. s. w. und das Ganze verdient zuletzt nur noch 
den Namen einer Karrikatur. — Dieselbe Ueberzeugnng ge- 
winnt man leicht, wenn man eine Fliege an der Seite des 
Bauches öffnet und in Wasser einweicht ; wenn man auch da 
die Missgestalten nicht so vor Augen sich bilden sieht, zeigt 
doch sclion das Herausdrängen der Eingeweide durch die Oeff- 
niing der Bauchdecken eine unnatürliche Aufschwellung der- 
selben an, welche, da nicht alle inneren Theile gleichmässig, 
ja die einzelnen Theile in verschiedener Richtung verschieden 
daran Thcil nehmen, nicht ohne Verzerrung vieler Formen 
gedacht werden kann. Ich habe auf solche Weise Bildungen 
entstehen sehen, ganz ähnlich denen, wie sie Ravu.lohr in 
seiner Abhandlung über die Verdauungswerkzeuge der Insek- 
ten auf Tab, XXVIII. Fig. 1. von Sarcophaga carnaria und 
ebendaselbst Fig. 6. von Cercopis spumaria abbildet, und na- 
mentlich letztere Missbildung halte ich mit Entschiedenheit nur 
für eine solche künstliche. 

So grosse Ucbcistände haben mich freilich auch ganze 
Reihen von Beobachtungen , die unter Wasser gemacht waren, 
wegzuwerfen genöthigt und mich manches Mittel zu ihrer Ver- 
meidung zu versuchen gezwnngen. Unter allen diesen Mit- 



teln bediene ich niitli jetzt am liehslen eines recht klaren 
Mandelöles, in welchem jene Anfsclnvellnngen sehr \iel we- 
niger stattfinden und spater erfolgen. Hat freilich das zu un- 
tersuchende ()])jekt lange im Oele gelegen, so ist auch hier 
noch Misstrauen gegen die yollkommene Natartrcr.c der vor- 
liegenden Formen nöthig. Ein besseres Mittel aber ist mir 
aufzufinden bis jetzt nicht gelungen. Die Beobachtungen, auf 
welche sich die folgenden Bemerkungen beziehen, sind sämmt- 
lich unter Oel gemacht und, wie ich hoffe, dürfen sie wohl 
einer sorgsamen Nachprüfung getrost entgegen sehen. 

Die inneren weiblichen Genitalien der Dipteren liegen, 
wie bei allen Insekten, im Hinterleibe zu beiden Seilen unter 
dem Nahrungskanale, denselben nur ausnahmsweise zum Theii 
von o])en bedeckend. Sie bestehen: 

1) ans den Eierstöcken, 

2) den Eicrleiteru oder Trompeten, 

3) dem Eiergange , 

4) den Anhängen des Eierganges und zwar 

a) dem meist dvehiihWgen Sivatufnenlamsdiaa Gefiissc (rc- 
ceptaculum seminis v. Siehohrs), 

b) den paarigen Schleimgeiasscn. 

Die Begattuugslasche (bursa copulatrix) ist bei keinem 
bis jetzt untersuchten Insekte dieser Ordnung nacligewiesen. 
Eine deutliche Sonderung des Eiergauges in eigentlichen Eier- 
gang und Scheide findet nur ausnahmsweise statt. Alle diese 
Theile erscheinen in den verschiedenen Gattungen verschie- 
den, in verwandten Gattungen ähnlich, innerhalb gut be- 
gründeter Gattungen, soweit meine Beobachtungen reichen, 
wenig verschieden; so dass ihnen ein grosser Werth für ein 
wahres System der Zweiflügler nicht abgesprochen werden 
kann, so wenig geeignet sie immerhin zu einer synoptischen 
Aufzählung derselben sein mögen. 

Sämmtliche Geschleclitstheile sind vorzugsweise nach hin- 
ten durch Tracheenäste in ihrer Lage befestigt, namentlich 
die Basis der Ovarien, die Trompeten und der Eiergang mit 
seinen Anhängen. Nadi voinliin empfangen die Ovarien auch 



390 

solche Acstc, jedoch \iel >veiiiger iiiul der Bau derselben ist 
stets der Art, dass er zur Fixirung dieser Orgaue nichts bei- 
tragen kann, sondern im Gegentheil gestattet er stets Orts- 
yeränderung derjenigen Punkte, an die sich die Tracheen- 
äste anheften. Ausser durch den Augenschein des Verlaufes 
dieser Tracheen, überzeugt man sich davon leicht durch Ab- 
sonderung des obersten Drittheiles der noch niclit angeschwol- 
lenen Ovarien, Bei voller Anschwellung derselben erst er- 
langen die Tracheenäste grösstentheils eine solclie Lage, dass 
ein Aveiteres Fortrücken ihrer Anheftungspunkte nach vorn hin 
nicht wolil mehr möglich ist und so durch das Weiterschreiten 
des vegetativen Entwickelungsprocesses der Eier die Nothwen- 
digkeit des Eierlegens auch bei noch nicht erfolgter Befruch- 
tung eintritt. Hiernach ist das ül>er die Befestigung der weii)- 
lichen Genitalien durch Tracheen von Lacordairc (Introduct. 
a l'Entomologie. Yol. II. p. 330.) Gesagte in Beziehung auf 
die Ordnung der Zweiflügler zu berichtigen. 

An die Stelle einer solchen Befestigung, die bei der 
allmählichen, bedeutenden Anschwellung der Ovarien überhaupt 
nicht möglich ist, tritt eine andere, die ihnen auch bei gröss- 
ter Anschwellung eine regelrechte Lage sichert , durch die be- 
kannten , z. B. bei Eristalis gar leicht wahrnehmbaren, faden- 
förmigen Fortsätze der Eierröhren , die sich häufig, doch bei 
weitem nicht immer an das Rückengefäss anheften. Bei der 
vegetativen Fortentwickelung der Eier in den Eierröhren ist 
diesen selbst dadurch die Richtung ihrer Yergrösserung vor- 
geschrieben , mögen sich nun die vergrösserten Eier in den von 
ihnen erweiterten Eiröhren in die Höhe schieben, oder mag, 
was ich als gewiss ansehe, der untere Theil der Eiröhren, 
wie er sich erweitert, auch in die Länge wachsen, während 
sich jene Bänder gleiohmässig verkürzen. Nur darin darf man, 
glaube ich, die Funktion dieser Bänder im vollkommenen In- 
sekte suchen. Gewiss hat Müller, und haben alle, die seine 
Ansicht theilen, die Bedeutung derselben überschätzend ver- 
kannt; wogegen ihnen während der Entwickelung vielleicht 
eine andere Funktion zugetheilt sein dürfte. 

Bei (\t\\ sogenannten sackförmigen Eierstöcken habe ich 
eine Befestigung der Art nie auffinden können. Allerdings ist 



3J)I 

(lies noch lange kein Beweis, dass üherliaiipl eine solche nicht 
stattfinde; doch scheint mir die Lage derselben in vielen Fäl- 
len anf eine andere Weise gesichert zu sein. Es zeigen diese 
Ovarien nämlich bei mehreren Zweiflüglern schon bei geringer 
Anschwellung eine bedeutende Länge und sind in der Mille 
ein oder mehrere Male stark eingeschnürt, so dass, wenn die 
herrschende Ansicht über ihren Bau die richtige ist, bei der 
in ihnen stets gleichmässig fortschreitenden Vegetation aller 
Eikeime, sie ohne ihre Längsaxe wesentlich zu vergrössern, 
durch die Form eines Ellipsoides der Kugelform zustreben 
müssen, ohne wegen der Uaumbeschränkung von aussen her 
diese erreichen zu können, wodurch ihre Form bei weilereui 
Anschwellen und damit ihre Lage ebenfalls gesichert wäre. 

Die Ovarien , die Eierleiter und der Eiergang können 
ihrer Natur nach nie fehlen. Ausser durch die ihrem Zwecke 
entsprechenden Formmodifikationen ist eine wesentliche Umge- 
staltung derselben nur durch Verwachsung der beiderseitigen 
Organe zu einem einzigen centralen Organe möglich, eine 
Bildung, von deren Vorhandensein in der Natur seit Rcaumur 
bis auf Lacordaire viel gesprochen worden ist, die aber, wie 
V. Siebold (JFiegmanii's Archiv 1838. Heft 2. pg. 191. nnd 
folgende) bereits gründlich nachgewiesen hat, in der Ordnung 
der wahren Insekten noch nicht beobachtet worden ist. 

Die Trompeten sind in der Ordnung der Zweiflügler 
stets ohne Anhänge, meist am kürzesten bei büschelförmigen 
Ovarien, am längtsen aber bei ährenförmigen , wie bei The- 
reua, wo die einzelnen Eierröhren an ihnen in zwei Längs- 
zeilen stehen. — 

Der Eiergang ist von sehr verschiedener Länge. Mit 
Ausnahme derjenigen Museiden, bei welchen er die Funktion 
eines Uterus übernimmt, habe ich ihn verhältnissmässig am 
längsten bei Sepsis gefunden, wo er ans zwei wesentlich von 
einander verschiedenen Theilen, dem eigentlichen Eiergange 
und der Scheide besteht. Er mündet in der Regel in dieser 
Ordnung, wie bei den meisten Insekten, in eine mehr odei 
minder ausgebildete Kloake, deren innere Bekleidung bei den 
Dipteren als die durch Verwachsung verbundene Fortsetzung 
des Eierganges und des Rectnms angesehen werden muss, da 



S92 

in einzelnen Fällen dem Eiergange angehörige Anhänge an 
der Unterseite in den Grund der Kloake münden. Die Mün- 
dung des Rectums liegt zu ol)erst, und ^\o ein Unterscliied 
darin stattfindet, mehr nach hinten als die der Scheide, wie 
dies Bnrmcister (Handbuch der Entomologie I. pag. 201 u. 
208.), JVagner (Vergleichende Anatomie, p. 320.) und An- 
dere ganz recht angehen , wogegen die Angaben "von Carus 
(Vergleichende Anatomie ed. 2. pag. 452. §. 522.), wonach 
sich der Darmkanal vor oder unter den Genitalien münden 
soll, Aollkommen unbegründet ist. Wohl nie, oder doch nur 
höchst selten , öffnen sich die weiblichen Genitalien nicht in eine 
Kloake, sondern sind äusserlich gesondert, eine Sonderung, 
die bei dem männlichen Geschlechte häufiger stattfindet, z. B. 
bei Ephydra, wo sie -vielleicht in uaher Beziehung zur Nah- 
rung dieses Insektes steht, welches grösstentheils, wie ver- 
wandte Gattungen, auch von Panzerinfusorien lebt, deren Kie- 
selschaalen natürlich unverdaut entleert werden. Oft liegen 
in der Kloake die Mündungen beider so nahe, dass Anhänge 
des Eierganges für Anhänge des Darmkanales gehalten und 
demnach gedeutet worden sind; so z. B. von Ramdohr (Ab- 
handlung über die Verdauungswerkzeuge der Insekten. Tab. 
XX. Fig. 2.) von Bombylius major, auf welche irrthümliche 
Deutung RamdoJir's sich auch Bmmeister (Handbuch der 
Entomol. I. pag. 158.) und Lacordahe (Introduct. ä l'ento- 
mologie. Tom. II. pg. 54.) zu beziehen scheinen. Beide deu- 
ten nämlich diese Organe als Harnorgane und parallelisiren 
sie mit den bei mehreren Käferfamilien (Carabici, Hydrocan- 
Iharides, Melasomata etc.) vorkommenden Organen ganz an- 
derer Bedeutung. Lacordaire giebt ausserdem an der ange- 
führten Stelle an, dass Leptis ähnliche Gefässe habe; sicher 
liegt auch hier ein Irrthum zu Grunde, wahrscheinlich die 
schon oben erwähnte Figur von Ramdohr (Tah. XX. Fig. 6.). 
Ich habe Leptis scolopacea in beiden Geschlechtern und meh- 
rere andere Arten dieser Gattung zergliedert, aber hier so 
wenig, wie bei allen anderen Gattungen der Zweiflügler je 
Anhänge am Darmkanale gefunden. Uebrigens versteht es sich 
wohl von selbst , dass Ramdohr irrt , wenn er dem Männchen 
von Leptis scolopacea nur einen ganz rudimentären Darmka- 



r'593 

ual zuschreibt; er fiiulet sich hei dem Mäinu-hen gerade in 
derselben Grösse und Ausbildung, wie hei dem Weibchen. 
Richtig ist es aber, dass das Weibclien im Verhältniss zum 
Männchen äusserst gel'rässig ist, bei welchem letzteren man 
ilen Darmkanal in der Regel leer oder nur mit einer wässri- 
gen Feuchtigkeit angefüllt findet. So auch bei anderen Ar- 
ten dieser Gattung. 

Ueber die Anhänge des Eierganges der Insecten über- 
haupt sind nach und nach eine Menge einzelner Beobachtun- 
gen bekannt gemacht worden, die sich aber meist auf andere 
Ordnungen als die der Zweiflügler bezogen, in welcher diese 
Anhänge nur gar zu häufig ganz übersehen worden sind. 
Trotz der so gewonnenen Kenntniss einer grossen Anzahl 
einzelner Fälle , blieb man doch fortwährend ganz im Unkla- 
ren über die Bedeutung dieser Anhänge und schrieb ihnen 
mit grosser Willkühr mancherlei Functionen zu. Namentlich 
hielt man aus Mangel einer genaueren Kenntniss des Sperma 
der Insecten vielfältig und so noch zuletzt Lacordaire (In- 
troduct. a l'Entomol. IL pag. 342.) den zur Aufnahme des 
männlichen Gliedes bestimmten Anhang zugleich für den Be- 
hälter des männlichen Samens, wodurch man verleitet wurde, 
dem ganz allgemein vorhandenen , diesen Zweck erfüllenden 
Anhange eine andere Bedeutung unterzuschieben. — Nur v. 
Siebold that , durch genauere Kenntniss des Insectensperma s 
geleitet, in seiner vortrefflichen Abhandlung in Müller' s Ar- 
chiv, pag. 392. etc. einen grossen Schritt vorwärts, indem er 
vier, ihren Funktionen nach verschiedene Anhänge annahm 
lind die entsprechenden Anhänge durch alle Ordnungen der 
Insecten richtig erkannte. Diese vier Arten der Anhänge sind 
nach seiner Bezeichnung: 

1. die immer unpaarige Begattungstasche, (bursa copulatrix); 

2. ein meist unpaariges Organ; (receptaculum seminis); 

3. die paarigen symetrischen Schleimgefässe ; 

4. ein ebenfalls paariges, oft gefärbtes Organ, nach seiner 
Meinung vielleicht zum Anlocken des Männchens be- 
stimmt, indess seiner Bedeutung nach noch immer unklar. 

Bei den Zweiflüglern finden sich nun nach allen bishe- 
rigen Erfahrungen nur die zweite und dritte Art dieser Au- 



394 

hänge: das receptaciiliim semiiiis und die sogenannten Sclileim- 
gefässe. 

Das receptaculum seminis mündet an der Unterseite in 
den Eiergang, bald höher, bald tiefer, doch meist nicht yiel 
höher, als die paarigen Schleimgefässe , deren Mündungen 
etwas seitlich, doch noch an der Unterseite des Eierganges 
liegen. Ueber die Bedeutung der Schleinigefäss e herrscht 
ziemlich überall dieselbe Meinung, Doch dürfte es vielleicht 
nicht überflüssig sein, auch hier an die grosse Analogie zwi- 
schen ihnen und den paarigen Anhängen des ductus ejacula- 
torius zu erinnern. Schon v. Siebold vermuthet nach der 
Stellung derselben eine nähere Beziehung zwischen ihren 
Functionen und denen des Samenbehälters. — Die Gestalt 
dieser Gefässe ist sehr verschieden. In der Regel sind sie 
einfache Kanäle, oft mehr beuteiförmig und sehr klein und 
deshalb schwer aufzufinden z. B. bei Sepsis, Dasypogon, 
Dioctria. Bald sind sie von ausserordentlicher Entwickelung, 
(z. B. bei Beris, Strationiys, Leptis), und dann manchfach 
hin und her gebogen. Aestig habe ich sie bei Eristalis ge- 
funden; (nach den Beobachtungen von Leon Diifour sind 
sie es auch bei Hippobosca). — Einen birnenförmigen Knopf 
haben sie bei Bom])ylius. Bei Tetanocera sind die Ausfüh- 
ruugsgänge dieser Gefässe noch kürzer und der Knopf hat 
die Gestalt einer vierblättrigen, geschlossenen lilienartigen 
Knospe. — Bei einigen Dipteren habe ich diese Gefässe nicht 
auffinden können, vermuthe in dieser Beziehung aber nur 
eine mangelhafte Beobachtung. Ihre häufig sehr geringe 
Grösse und die oft äusserst zarte Textur derselben, kann dazu 
gar wohl die Veranlassung gegeben haben und diess um so 
mehr, da sie in solchen Fällen schon wegen ihrer Lage schwer 
aufzufinden sind. — So mannigfaltig verschieden nun diese 
Gefässe auch in ihrer Gestalt sind, so wenig veränderlich 
finde ich sie in Bezug auf ihre Insertion am Eiergange, die 
fast ohne Ausnahme zu beiden Seiten und etwas nach unten, 
oft unmittelbar bei seinem Eintritte in die Kloake, in einzel- 
nen Fällen wohl in diese selbst statt hat. Einen gemein- 
schaftlichen Ausführungsgang derselben habe ich nie beobach- 
tet, nur bei Sepsis, wo diese Gefässe ganz ungewöhnlich tief 



393 

untei" dem Sanienbehalter einmüiulen, lilsst sich etwas der Art 
\ermuthen, da sich heide Gefässe gegen ihre Mündiiug hin 
vereinigen; eine wirkliclie Vereinigung der Ausführungsgilnge 
habe ich aber bis jetzt el)en so wenig, wie diese selbst wahr- 
nehmen können. 

Das receptaculnm seminis glaubt v. Siehold zur Auf- 
nahme und Aulbewahrung des männlichen Samens, oder ge- 
nauer zur Aufnalime der männlichen Spermatozocn bestimmt 
und nimmt an, dass die in demselben angesammelten Sperma- 
tozoen aus dem Ausfiihrungsgange desselben heraustretend, 
die durch den Eiergang gleitenden Eier befruchten. So sehr 
ich dieser Ansicht, mit geringen Modificationen auch beistimme, 
so ist der yollständige Beweis für die Richtigkeit derselben 
doch noch nicht geführt, obgleich alle die von v. Siebold in 
dieser Beziehung geltend gemachten Thatsachen als richtig 
anerkannt werden müssen. 

Mich hier ganz auf die Ordnung der Zweiflügler be- 
schränkend , glaube ich folgende Thatsachen als Yollkommen 
erwiesen aufstellen zu können : 

1) die Eierentwickelung in den Ovarien ist eine blos vege- 
tative, nicht in einem eigenen Lebensprinzipe, sondern 
im Leben der Mutter wurzelnde, so dass keiner, auch 
der ausgebildetsten in den Ovarien enthaltenen Eierkeime 
eines individuellen animalischen Lebens fähig ist. Die- 
sen Charakter behalten die Eierkeime bei ihrem Durch- 
gleiten durch die Trompeten und den Eiergang stets bis 
zu der Stelle, wo der Samenbehälter einmündet. 

2) An der Einmündungssteile des receptaculnm seminis, er- 
langen die Eierkeime in der Regel die Fähigkeit zu ei- 
nem individuellen, animalischen Leben, in einzelnen Fäl- 
len erhalten sie dieselbe nicht und sind für die Fort- 
pflanzung der Art verloren. 

3) Wenn die Eikeime an der Einniündungsstelle des rece- 
ptaculum seminis zu voller Animalisation gelangen, so 
lassen sich in dem receptaculum selbst stets lebhafte Sper- 
matozoen nachweisen. 

4) Bei frisch ausgeschlüpften Weibchen lassen sich in dem 



396 

Sameiiheliillter weder freie Spermatozoen noch Sperina- 
tozoeiihündel nachweisen. 

5) Ausserlialb des receptaculum seminis kommen Sperma- 
tozoen nur ausnahmsweise und meist ohne lebhafte Be- 
wegung \or. 

6) Während des Eierlegens yermindert sich der Inhalt des 
Samenhehälters. 

Durch diese Thatsachen scheinen mir folgende Sätze 
Yollkonuneu erwiesen : 

1) Die Animalisation d. h. Befruchtung der bis dahin nur 
vegetativ lebenden, d. h. unbefruchteten Eikeime geschieht 
an der Mündung des receptaculum seminis. 

2) Die Befruchtung geschieht durch den Inhalt des recepta- 
culum seminis. 

Dagegen scheinen mir folgende Fragen noch einer viel 
genaueren Untersuchung unterzogen werden zu müssen, ehe 
sich eine vollständigere Einsicht in den Vorgang der Befruch- 
tung erlangen lässt: 

1; Besteht der Inhalt des Samenbehälters nur aus Sper- 
matozoen? — Mir scheint diess durchaus nicht wahr- 
scheinlich, da die Form dieses Organes doch gar zu 
deutlich den Ciiaractcr eines Aussonderungsorganes trägt, 
worauf auch die in anderen Ordnungen oft so entschie- 
den ausgebildete Anliangsdrüse desselben und in der Ord- 
nung der Zweiflügler selbst, die oft regelmässig kranz- 
förmige Umlagerung desselben von Fettmasse, wie die 
Structur des ganzen Organes hindeuten. Alle bisherigen 
Beobachtungen beweisen nichts gegen das Vorhandensein 
\ eines noch anderweitigen Inhaltes dieses Organes. Es 
nur als einen Aufnahmebehälter anzusehen, scheint mir 
dem Wesen des Organismus, wo Aktion stets Reaktion 
hervorruft, zuwider, und gewiss kommt ihm auch eine 
organisch - active Funktion zu. 
2) Ist das Vorhandensein von Spermatozoen zur Animali- 
sation der Eikeime unumgänglich nothig? Wenn es nö- 
thig ist, wie ist Fortpflanzung (z. B. bei Aphis) durch 
unbefruchtete Weibcheu möglich? Stammen die Sperma- 
tozoen des receptacnlnm seminis also überhaupt aus 



dem iiianiiliilicn Samen, oder findet eine Erzeugung der- 
selben eiihvcder allgemein oder in besonderen Fallen im 
weiblichen Organismus statt? — So sehr Letzleres auch 
von allen bisherigen Erfahrungen abweichen würde, muss 
man bei so anomalen Erscheinungen der Fortpflanzung 
«loch auch Ungewöhnliches zu finden gefasst sein. Dass 
die Spermalozoen nach der Befruchtung in dem Sanien- 
behiilter stets in wimmelnder Menge vorhanden sind, ist 
zwar ein Beweis, dass sie durch den Akt der Begattung 
da zum Vorschein gekommen sind , aber noch kein Be- 
weis, dass sie aus dem männlichen Samen stammen. Dass 
indess in allen gewöhnlichen Fällen der Fortpflanzung, 
die Spermatozoen des receptaculum seminis aus dem männ- 
lichen Samen stammen, scheint mir durch \iele andere 
Erscheinungen fast unumstösslich bewiesen. 
3) Welche Rolle ist bei der Begattung und Befruchtung 
den Aussonderungen der Anhänge des ductus ejaculato- 
rius angewiesen? — Solche Aussonderungen finden bei 
den Zweilliiglern während der Begattung, Avie das darauf 
folgende Zusammenschrumpfen der paarigen Anhangsdrü- 
sen beweist, in nicht unerheblicher Menge statt, ohne 
dass über dieselben bis jetzt irgend etwas Weiteres er- 
mittelt wäre. 

Die Form des S am enb eh alters ist in der Ordnung 
der Zweiflügler, wie dies schon v. Siehold bemerkt hat, 
höchst mannigfaltig. Er findet sich entweder einzählig, wie 
ihn V. Sichold bei Dolichopus und Empis beobachtet hat; 
oder zwcizälilig, so bei Stomoxys, wo sich beide Ausführungs- 
gänge nach r. Siebold \or ihrer Einmündung vereinigen sol- 
len, was ich aber bei Stomoxys calcitrans *) nie bestätigt ge- 
funden habe. — Zweizählig mit je doppelten Kapseln findet 



*) Stomoxys calcitrans bietet ein interessantes Beispiel von Cry- 
stallisation im lebenden Organismus dar, das erste, soviel ich weiss, 
in der Ordnnng der Insekten entdeckte. Im Iiinteren Ende des Darm- 
kanales nämlich iinden sieb oft einen gelben Kern einschliessende, 
runde, sclieibenlörmige Gruppen durchsichtiger, im Wasser wenig 
aullösliclier Crystalle, über welclie an einem anderen Orte ausfiibr- 
liclier. 



39S 

er sich iiarli v. Sicbold's Angabe {Miiller^s Arcliiv. 1837. 
pag. 416.) bei einigen von ihm nicht naher bezeichneten Mu- 
seiden. Mir ist die Auffindung dieser Form noch nicht ge- 
lungen. — In den bei weiten meisten Fällen ist das rece- 
ptaculum seminis dreizählig, so dass diese Form als Nonnal- 
typus dieses Organes für die Ordnung der üipteren angesehen 
werden niuss ; gewöhnlich besteht es dann aus drei gleich - 
oder nahebei gleichgestalteten Theilen ; seltener hat der mitt- 
lere Theil eine erheblich abweichende Gestalt, so dass das 
Organ als unYollkommen dreizählig bezeichnet werden kann. 

Sehr unyollkommen ausgebildet, wenn aucli gross, habe 
ich das receptaculum seminis bei Leptis und mehreren ver- 
wandten Gattungen gefunden. Tab. III. Fig. 1. stellt es von Le- 
ptis scolopacea vor. Es besteht bei ihr aus drei, nahebei gleich- 
langen, gegen ihre Mündung hin gieichmässig verschmäch- 
tigten Theilen von durchweg weisslicher Farbe, so dass der 
gewöhnlich deutlich gesonderte Behälter und der Ausführnngs- 
gang bei jedem in eines verschmolzen sind. Eine äussere, 
hautartige Bedeckung ist mir zu trennen nicht möglich ge- 
wesen, doch muss sie wohl als vorhanden angenommen wer- 
den. Im oberen Theile jedes dieser Anhänge ist die innere 
Höhlung nur undeutlich bemerkbar. Wo der drüsenartige, 
anderwärts meist kapseiförmige Theil allmählich in den Ausfüh- 
rungsgang übergeht, wird die ihn innerlich bekleidende Haut 
fester und nimmt eine gelblich -weisse Farbe an, so dass die 
his zu ihrer Mündung gesonderten Ausführungsgänge scharf 
begrenzt wahrgenommen werden können. Die zwischen der 
inneren und äusseren (?) hautartigen Bekleidung liegende 
Masse ist, wie bei diesem Organe immer, von einer eigen- 
thümlichen, muskelartigen Beschaffenheit. Die Schicht der- 
selben wird gegen die Mündung der Ausführungsgänge hin 
so dünn, dass sie daselbst der Wahrnehmung fast entgeht. 
Alle drei Theile des Organes haften stark an einander. An 
dem grösseren, oberen Theile findet eine Verwachsung nicht 
statt; an dem kleineren, unteren Tlieile ist mir aber eine 
Trennung ohne Zerreissung nie gelungen. Seiner Grösse 
nach gehört dieser Samenbehälter zu den ausgezeichnet gros- 
sen, indem er die ein und einhalbfache Länge der Ovarien 



dfs clicn aiissesdilüplteri VVcibcIicns, und beinahe die Liluge 
der Ovarici» des hciriitlitcten Weibchens hat. — Dass dieser 
Saiiicnbehalter schon von Ramdolir (Tab. XX. Fig. 6.) ab- 
f!,ebildef. worden ist, habe ich oben erwähnt. Beiläufig möge 
hier noch augeliihrt werdeu, dass auch die inneren männli- 
chen (xenitalien von Lepiis eine äusserst merkwürdige Form 
zeigen, indem sich wider alle sonstige Regel die vasa defe- 
renlia in ihrem unteren Drittheile (zu Analogis der Anhangs- 
drüseu des ductus ejaculatorius?) erweitern und dann erst 
wie gewöhnlich vereinigen. 

Eine zweite weit verhreitete, indess manchen geringe- 
ren Modificationen unterliegende Form des Samenbehälters ist 
die in Fig. 2. von Eristalis aeneus abgehildete. Die drüsen- 
artigen Kapseln sind hier von ihren Ausführungsgängen scharf 
gesondert, von schwärzlichem AnseJicn, doch roth durch- 
schimmernd. Ihre Gestalt ist mehr linsenförmig als kugelför- 
mig; auch setzen sie sich mit einem warzenartigen Theile 
nach dem Ausliihrungsgange hin fort. Die Gestalt der Um- 
kleidung zeii^t die Figur. In ihrer natürliclien Lage sind 
die Ausfiihrungjgiuige sehr geschlängelt , so dass die Kapseln 
selbst weit na( !i hinten zu liegen kommen. Die Länge des 
ganzen Organes gleicht der, welche die Eierstöcke bei dem 
Ausschlüpfen des Insectes haben. — ii. Siehold bildet die- 
selbe Form (von Eristalis tenax?) doch mit viel schmächti- 
geren und längeren Ausführungsgängen in Miiller's Archiv 
1&37. Tab. XX. Fig. 9. ab. — Hegetschweiler (Disserta- 
tio de genitalibus insectorum) hat den Samenbehälter, so wie 
das zweizählige Schleimgefäss hei Eristalis tenax übersehen, 
dem beide in wesentlich ganz gleicher Form, wie Eristalis 
aeneus zukommen. Burmeister hat sich wohl durch diese 
fehlerhafte Beobachtung Hegelschiccilers (Handbuch der En- 
tomologie I. pag. 204.) bestimmen lassen , den Eiergang von 
Eristalis als einfach, mit keinen gefässartigen Nebenhöhlen 
versehen anzugeben, wie sich die gleich unrichtige Angabe 
über Musca und Tipula ebendaselbst auf mangelhafte Beo- 
bachtungen Suckow's zu beziehen scheint. Eben so bezeich- 
net Lacordaire (Introduct. ä l'Entomologie II. pag. 329.) 



400 

den Eiergaiig von melireien Tipularien als einfiich, was er 
l)estimmt nie ist. 

Bei den Museiden ist die Bildung des receptaculum se- 
minis der bei den Syrphiden häufigsten in der Regel sehr 
ahnlich, Avie es z. B. auch bei Musca doniestica \on der in 
Fig. 2. gegebenen Abbildung wenig abweicht. Es ist bei die- 
ser leicht mit blossen Augen bemerkbar; wenn man nilmlich 
den Hinterleib so drückt, dass die Legeröhre sich ganz auf- 
gliedert, so tritt es bis zur letzten Anschwellung in diese und 
die dunkelen Kapseln schimmern hier ganz deutlich, weniger 
deutlich auch die Ausführungsgänge derselben durch die dün- 
nen, äusseren Hüllen hindurch. Nicht selten ist bei den Mu- 
seiden die äussere Einhüllung nach der Mündung der Ausfüli- 
rungsgänge hin dünner, als am Ursprünge derselben. 

Die ganze erste Abtheilung der Zweiflügler, die mit 
\ielgliedrigen Fühlern, stellt, wie in ihrer ganzen Organisa- 
tion , so namentlich auch im Baue der männlichen Genitalien 
viel höher, als die zweite Abtheilung derselben mit wenigglie- 
derigen Fühlern. Weniger deutlich tritt dagegen diese hö- 
here Entwickelung in den weiblichen Genitalien hervor. Bei 
der letzten Abtheilung derselben, den Sirauliarien (Tipu- 
lariae floricolae Latr.) ist so auch das dreizählige recepta- 
culum seminis nicht sehr von der vorherbe schriebenen Form 
verschieden. — Fig. 3. stellt es von Bibio hortulana dar. 
Die Ausführungsgänge sind im Verhältnisse zu den dunkeln 
Kapseln kurz, die Hülle verhältnissmässig dick. Die Mün- 
dung des Samenbehälters liegt sehr nahe über den Einmün- 
dungen der seitlich stehenden, zweimal zusammengelegten 
Schleimgefässe , so dass sie fast zwischen dieselben zu liegen 
kommt. Die ganze Grösse des Organes ist gering, denn sie 
beträgt nur zwei ürittheile von der des kurzen Eierganges, 
oder ein Achttheil von der der Eierstöcke bei ihrer grössten 
Anschwellung. 

Eine den Tipularien eigenthümliche Form des Sa- 
menbehälters ist nach v. Siehold, die von ihm in WJüUer's 
Archive 1837. Tab. XX. Fig. 10. (\on Tipula? sp.?) abge- 
bildete und pag. 415. beschriebene. Doch ist diese Form bei 
weitem nicht so allgemein als v. Sichold glaubt. Ich gebe 



mi 

in Fi^. 5, eine Abbildung desselben von Tipula pratensis. 
Die Einliüllung der dunkelen, linsenförmigen Gcfässkörper 
liat eine kappeuförmige Gestalt; der Ausfiihrungsgang tritt 
seitlich in der Richtung einer Tangente aus ihnen hervor, 
erweitert sich nach unten, wiovohl nur sehr wenig; vor der 
Einmündung desselben in den Eiergang zeigt sich eine kurze, 
von der ersten deutlich gesonderte zweite Abtheilung. Die 
Uniliüllung des Ausfiihrungsganges wird nach der Mündung 
hin dicker. Die Länge des ganzen Gefässes beträgt gegen 
das Doppelte von der des Untertheiles der gabeligen Horn- 
spitze am After des Weibchens. In natürlicher Lage ist es 
in den Biegungen, welche die Zeichnung andeutet, zusam- 
mengelegt. 

Eine eigentliümliche Anhäufung von durch feine Tra- 
cheennäste verbundenen Fettkügclchcn um die Gefässkapseln 
zeigt sich bei mehreren Gattungen. Fig. 5. stellt diese Form 
von Sepsis cynipsea vor. Die ganze Form des dreizähligen 
Gefässes weicht wenig von der der Syrphiden ab; nur sind 
die Ausführungsgänge verhältnissmässig weiter und zeigen sich 
deutlich in einen langen oberen und kürzeren unteren Ab- 
schnitt gctheilt, von denen der letztere beträchtlich weiter 
ist. Ausführungsgänge und Kapseln sind von einer überall 
gleich dicken Hülle umgeben. Ausser dieser Hülle umlagern 
jede Kapsel kreisförmig Fettkügelchen, die durch äusserst 
feine Tracheenäste verbunden sind ; nach dem äusseren Um- 
fange hin sind diese Fettkügelchen zu grösseren, nach der 
Kapsel hin zu kleineren Klümpchen geballt. Das receptacu- 
lum mündet da in den Eiergang, wo sich der obere, zwei 
Drittheile des ganzen ausmachende Theil desselben vom unte- 
ren Theile scheidet, die beide bei dieser Gattung, wie schon 
vorher erwähnt, von wesentlich verschiedener Bildung sind. 
Das ganze Gefäss ist klein und deshalb, so wie wegen der 
durch mehrfache Windungen sehr verkürzten Ausführungsgänge 
schwerer als bei vielen anderen Gattungen aufzufinden. Seine 
Länge beträgt gegen V3 von der des Eierganges, oder ge- 
gen die Hälfte der, weiche dis Eierstöcke bei jüngst ausge- 
schlüpften Individuen haben. 

Bei allen Stratiomydeen zeigea die Ausführungsgänge 
(3. Band 2. Eeft). 23 



402 

im ()l)cren Tlieile eine fliaraktcrisliäclip IJiofiiiii.?. — Fi«. (>. 
zei«:t (lies \on Beris davipes; denn ancli Beris ninsä il er gan- 
zen inneren Organisation nacli, namentlieli wegen des Baues 
der miinnlirlicn, wie weil)liclien Genitalien, so des Darnikana- 
les nnd der Gallgefässe, zu den Strationiydecn gestellt werden, 
was um so gercclitfertigter erscheint, Jeniclir aurli der äussere 
Bau darauf hinweist. — Die dunkeln Kapseln seihst sind 
bei ihr klein; die Umhüllung ist nur dünn, um die Kapseln 
und an den Ausfiihrungsgängen \on deren Ursprünge an et- 
was dicker. Die Ausführungsgänge treten ein wenig trichter- 
förmig in der Richtung eines \erlängerten Radius aus den 
Kapseln, biegen sich abwärts und haben dann im ersten Drit- 
theile ihrer Länge eine Umbiegung auf und wieder abwärts. 
In der ersten dieser beiden Biegungen liegt ein \on dem obe- 
ren und dem unteren deutlich gesonderter, mittlerer Theil, 
welchen Fig. ü * besonders darstellt. 

Fig. 7. giebt aou Straliomys Chamaeleon die Samen- 
kapseln in natürlicher Lage nebst dem o])erslen Theile ihrer 
Ausführungsgänge. ^wummerdam bildet dieses Organ (Tab. 
XLIL Fig. 8.) ab und beschreibt es (Bibel der Natur pag. 
275.) näher, wonach Burmeisler (Handbuch der F]ntomolo- 
gie L pag. 20(5.) dassi.']i)c erwähnt und es für ein Sclileim- 
gefäss erklärt. Sivammcrdams Abbildung und Beschreibung 
giebt nur eine unvollständige Vorstellung von diesem Organe, 
indem er die Ausführungsgänge desselben \iel zu kurz und 
dick darstellt. — Sie sollten gut noch einmal so lang sein. — 
Die abgebildeten letzten Hinterleibsringe sollen jedenfalls die 
der Unterseite einer Stratiomys, wahrscheinlich der Strat. 
Chamaeleon darstellen ; dann aber würde nach seiner Zeich- 
nung der Samenbehälter auf der Oberseite des Eierganges 
münden, während er seine Insertion auf der Unterseite des- 
selben hat. Bei Puppen findet man das receptaculum fast 
von der Gestalt, wie es Swammerdam abbildet. Wenn er 
glaubt, dass die drei Ausführungsgänge an der Stelle der er- 
sten Biegung yerwachsen seien, so irrt er sicher, denn sie 
lassen sich auch da ohne Spnr einer Zerrcissung leicht tren^- 
216«. Die Kapseln sind linsenförmig, doch ist der Qnerdurch- 
inesscr derselben etwas grösser, als der Längsdurchmesser. 



/X03 

Jede ist sclieiiihar in 2 Se^Kieiite ^ctlieill, von dc-iioii das 
obere liclitbräiinliLh und durclisichtia,'.. das luilerc alx'r viel 
dunkcler braun und undiirclisicliti^ ist. Die Ausrülirungsgilnge 
treten aus ihm ganz in der Art, wie bei Bcris, nur dentliclier 
kelcliformig liervor. Das oberste Stück dcrscli)cn bis zur 
Hauptl)iegung ist Yerlüiltnissmässig kürzer als ])ei jener und 
der bei jener in dieser Biegung liegende, deullicli gesonderte 
Theil des Ausfülirungsganges ist als solcher nur eben noch 
bemerkbar. Das g'anze Gefass ist bei Stratiomys Cduunaeleou 
verhültnissmässig noch länger, als bei Beris davipes. 

Bei den von mir untersuchten Asiliden habe ich den 
Samenbehälter stets dreizählig und klein, aber von merkwür- 
diger Bildung gefunden. Im Allgemeinen sind die Kapseln 
länglich und setzen sich jede nach oben in ein spiralf()rmig- 
gekrümmtes Hörn fort. Der Ausfülirungsgang ist Verhältnisse 
massig weit und pflegt sich nach unten eher zu verengen, 
als zu erweitern. Der unterste Theil desselben ist bei vie- 
len deutlich vom oberen abgesetzt, bei anderen konnte ich 
eine solche deutliche Sonderung beider Theilc nicht aullinden. 
In Fig. 8. ist der Samenbehälter von Dasypogon cinclns 3]ei^\ 
(D. cinctellus Meig. syst. Beschreibung und D. hirtelius Meig. 
ibid. sind beide nur eine Species) abgebildet. Er ist äussevöl 
klein, kaum etwas länger als die Längsaxc eines vollkonimcn 
ausgebildeten Eies. Jede der langen braunen Kapseln setzt 
sich in ein spiralförmiges Hörn fort, welches etwa zwei und 
eine halbe Windung macht. Der ujiterste letzte Theil jedes 
Ausführungsganges bildet eine deutlich abgesetzte , weitere 
Röhre. Die äussere Hülle des Organes bekleidet dasseÜJe 
von der Einmüuduiig des Ausfülirungsganges an in massiger 
Dicke, welche luich den Kapseln hin allmählich zunimmt, um 
diese herum aber am stärksten ist; weiter an den hornförmi- 
gen Fortsätzen hin nimmt sie schnell au Dicke ab , so dass 
sie in der Nähe der Spitze selbst, kaum noch bemerkbar ist. — 
Andere Dasypogonen habe ich nicht untersucht; da Das. cin- 
ctus in vielen Stücken, z. B. der Fühlerbildung, von der gros- 
sen Mehrzahl der Dasypogonen abweicht, könnte es leicht 
möglich sein, dass auch die Bilduiii^ des reccplaculum semi- 
nis bei der Mehrzahl der anderen Arlcu eine andere wäre. 

20 * 



/i04 

Ja Fig. 9. ist dasselbe Organ Yon üioctiia lufipes dar- 
gestellt. Es ist verliältnissinüssig grösser , denn seine Länge 
kömmt der des mittelmässig langen Eierganges beinahe gleich, 
oder beträgt etwa den achtfachen Längsdurchmesser eines der 
grössten Eier des frisch ausgekommenen Weibchens. Die 
Kapseln selbst sind sehr lang gezogen, noch viel länger ist 
der in Gestalt einer Spirale gekrümmte haarförmige Fortsatz 
derselben, der etwa 6 elliptische Windungen macht, die bei 
natürlicher Lage des Organes \ollkommen concentrisch sind, 
doch so dass die inneren \orzugsweise dicht liegen. An den 
verhältnissmässig weiten, aber sehr kurzen Ausführungsgän- 
gen konnte ich eine Sonderung des untersten Theiles nicht 
wahrnehmen. Der Ausführungsgang zeigt wie bei Dasyp. cin- 
ctus, eine wässrig lichtbräunliche Farbe, die Kapsel wie bei 
jenen dieselbe Farbe, doch allmählich dunkler werdend, so dass 
sie gegen das Ende des Hornfortsatzes hin in das Schwärz- 
liche ül)ergeht. Die äussere Umhüllung ist um den Ausfüh- 
rungsgang massig dick, dicker noch um die Kapsel selbst; 
am Hornfortsatze verliert sie sich bald so ; dass sie nur noch 
schwer wahrnehmbar ist und an den letzten Windungen des- 
selben habe ich sie nicht mehr sehen können. 

Unter allen Formen des Samenbehälters, die ich in der 
Ordnung der Zweiflügler bis jetzt beobachtet habe, ist eine 
der merkwürdigsten die yon Thereua. In Fig. 10. ist er von 
Therena anilis abgebildet. Er zeichnet sich sowohl durch eine 
weit gediehene Gliederung der Ausführungsgänge der seitli- 
chen Kapseln, sowie durch merkwürdige Umgestaltung des 
mittleren Gefässtheiles aus, der allerdings vielmehr die Form 
eines Sammelbehälters, als eines Aussonderungsorganes trägt. 
Man könnte gar leicht geneigt sein, ihn für eine bursa co- 
pulatrix zu halten, doch spricht dagegen die Umhüllung des- 
selben, die offenbar muskulöser Natur ist, was sonst bei der 
bursa copulatrix nicht stiittfindet. Ausserdem will dieser An- 
nahme der Bau der äusseren männlichen Genitalien nicht recht 
entsprechen, nach welchem nur der Ausführungsgang dieses 
mittleren Gefässtheiles von der Ruthe erreicht werden zu kön- 
nen scheint. Auffallend wäre es überdies, in dieser Gattung 
eine bursa copulatrix zu finden, während sie bei allen aude- 



ao5 

ron Inslior untcrsnditeii Giittungen der Dipteren fehlt, man 
iniisstc flenn den ehenfalls von einer muskulösen Hülle umge- 
benen, gemeinscliaitliclien Ausführungsgang der Samenkapseln, 
welchen v. Sichold bei mehreren Tripularien zuerst aufge- 
funden hat, auch als bursa copulatrix deuten. — In der Ab- 
])ildung ist das ganze Organ von der linken Seite aus ge- 
sehen dargestellt. Denkt man sich den linken, in der Figur 
mithin den vorderen und unteren Ausführungsgang nach An- 
leitung der in der Figur angegebenen Biegungen zusammen- 
geschoben und den rechten Ausführungsgang in dieselbe Lage 
gebracht, so hat man eine deutliche Vorstellung yon der na- 
türlichen Lage des Organes. Die Kapseln sind kugelförmig, 
■vveisslich, kaum etwas durchscheinend. Die langen Ausfüh- 
rungsgänge derselben sind ebenfalls weisslich, merklich durch- 
sichtiger, aber doch weniger durchsichtig als ihre Umhüllung. 
Der oberste Theil jedes Ausführungsganges ist eng, überall 
gleich weit; seine Länge beträgt erheblich über die Hälfte 
des ganzen Ausführungsganges. Er mündet in den zweiten, 
ebenfalls gleich weiten Theil, der einen nur wenig grösseren 
Durchmesser hat; wo der erste Theil des Ausführungsganges 
in ihn eintritt, erweitert er sich in Form eines kleinen Knöpf- 
chens. Seine Länge beträgt etwa Vs ^^^ Länge des ganzen 
Ausführungsganges. Der unterste kurze Theil jedes Ausfüh- 
rungsganges endlich ist von sehr langgestreckter, umgekehrt 
])irnförniiger Gestalt, etwa '/(-, so lang, wie der yorhergehende 
Theil. Nahe an seinem Ende öffnet er sich an der inneren 
Seite .in den mittleren Theil des Organes, der mit seiner mus- 
kulösen Umhüllung zusammen die Gestalt einer kurzgestielten, 
etwas zugespitzten Birne hat. Die innere Höhlung entspricht 
dieser Gestalt ziemlich , doch verengt sie sich nach der Stelle 
hin, wo die seitlichen Ausführungsgänge in sie einmünden, zu 
einem sehr engen Kanäle. Der Ausführungsgang derselben, 
zugleich der Ausführungsgang des ganzen Organes, ist wie- 
der etwas weiter und inserirt sich der in der Figur angedeu- 
teten Unterseite des Eierganges. Weiter oben zeigt sich der 
unterste Theil der beiden abgerissenen Tuben, weiter unten 
die "Wurzeln der abgeschnittenen , langbeutelförmigen Schleim- 
gefässe in ihrer gewöhnlichen Stellung gegen das receptacu- 



40G 

luni seminis. Die Form und verhältiiissmässige Dicke der 
ilussereu Einhüllung der Ausfülirnngsgänge giebt die Figur an. 
Es wäre nicht schwer, noch manche interessante Form 
des Sameubehälters aufzuführen; doch genügen die oben be- 
schrieben wohl, eine Vorstellung von den mannigfaltigen Form- 
wandelungen, welches dieses Organ iu der Ordnung der Zwei- 
üügler erleidet, zu geben. 



XIT. 

U e 1) e r 

C r e |) li i I II s c i 1 i a r i s Steph,, 

T o m 

19r. K: r i c h 8 o n. 



lliS hat mir viele Uel)cnYiiuluiig gekostet, das Stephens' sd\e 
Werk (lUiislrations of British Entoniology) in meinen Genera 
et species Staphylinorum unberücksichtigt zu lassen; ich sah 
es aber ein, dass viele MissgrifFe geschehen würden, wenn 
ich die Stephcnsschcn Arten ermitteln wollte und zweifle noch 
jetzt um so weniger daran, wo ich darüber belehrt hin, dass 
ich in dem einzigen Falle, wo ich eine Art nach Stephens 
Beschreibung mit Sicherheit zu erkennen meinte, fehlge- 
ratlien habe. Ich glaubte nämlich aus der Beschreil)ung des 
Creophilus ciliaris Steph. entnehmen zu können, dass der Verf. 
den Creophilus Viiriegatus Manncih. vor sich gehabt, und 
dass, wie es öfter geschehen, sich ein exotisches lusect in 
die englische Fauna eingeschlichen liabe. (S. meine Gen. et 
spec. Staphyl. S. 351.) Inzwischen l)raclite Herr Ollenhau- 
sen aus Schottland den ächten Creopiiil. ciliaris Steph. mit, 
in zwei männlichen Exemplaren, welche er auf seiner Durch- 
reise durch Berlin mir zeigte, und so gütig war, sie der hie- 
sigen Sammlung einzuverleiben. Sie waren an der schotti- 
schen Küste, in einiger Entfernung von den zahllos am Strande 
selbst umherschwärmenden , die thierischen Auswürfe des Mee- 
res zur Nahrung aufsuchenden Staph. niaxillosus, unter Stei- 
nen gefangen worden. 

Ich freue micli den besprochenen Missgriff selbst verbes- 
sern zu können und eine ausgezeichnete Art der europäischen 



408 

Fauna iiälier kennen zu lehren. Ihre Stelle findet sie nach 
meiner Eintheilung in der zweiten Familie der Gattung Sta- 
p h y 1 i n u s : 
St. ciliaris: niger, nitidus, pectore, ahdomine elytrisqne 

fulvo-puhescentihus, his fascia cinereo - tomentosa, apice 

fulvo-ciliatis, abdomine infra segmentis 4 primis albido- 

tomentosis. — Long. 8 liii. 

Creophilus ciliaris Steph. Illustr. V. p. 202. Manual. 
386. 3049. 
Var. Klytroriim fascia obsoleta , abdomine utrinque fulvo-pu- 
bescente. — Long. 7 lin. 
Hahitat in Scotia. 
Statura et summa affinitas St. maxillosi. Corpus totura 
nigrum capite thoraceque nitidis. Antennae capite \ix lon- 
giores, clavatae, articulis 2 et 3 aequalil)us, obconicis, 4 — 
6 transversis, lenticularibus, 7 — 10 crassioribus, trans\ersis, 
ultimo apice compresso. Caput thoracis latitudine \el eodem 
pauio latiore, omnium subtilissime punctnlato, basi utrinque 
Tage punctatum. Thorax coleopteris paulo angustior, lati- 
tudine antica paulo brevior, basin versus angustatus, lateribus 
subrectis, basi fortiter rotundatus, apice truncatus, angulis 
anterioril)us acutiusculis, posterioribus obtusissimis, inipressis, 
leviter con\exus, laevissimus, margine anteriore utrinque pun- 
ctnlato, fusco - puberulo. Scutelhun su])tiliter punctfituni, ci- 
nereo -pubescens, macula fusco - tomentosa notatum. Elytra 
thorace paulo longiora, dense subtiliter punctata, dorso serie 
longitudinali punctorura majorura impressa, fulvo-pubescentia, 
apice longius fulvo - ciliata , fascia lata inaequali cinereo -to- 
mentosa. Abdomen supra subtiliter fuho- pubescens, segmen- 
tis singulis apice longius fulvo - ciliatis , infra segmentis 4 pri- 
mis dense albido -tomentosis, ad latera nigro - punctatis , reli- 
quis fulvo -pubescentibus. Pectus fulvo - pubescens. Pedes ui- 
gri , fulvo - pubescentes. 

Variat elytrorum fascia obsoleta, quo fit ut elytra nisi 
quodam situ inspecta aequaliter fulvo-pubescentia appereant, 
abdomine toto infra dense fulvo -punescente. 



Inhalt des dritten Bandes. 



I. Beiträge zu einer Monographie der Gattung Pyrophorus lUig. 

vom Herausgeber. S. 1 — 76. 

II. Die Arten der Gattung Chalcolepidius Eschscb. , vom Dr. Ericli- 
son in Berlin. S. 77—86. 

III. üeber die Elateren mit kamraförniig gezähnten Krallen, vom 
Dr. Erichson in Berlin. S. 88 — 129. 

Cratonychus S. 89 — 116. 

Perothops 116—117. 

Ädrastus 117 — 129. 

IV. Revision der deutschen Anisotomen , vom Dr. Schmidt in 
Stettin. S. 130 — 202. 

Leiodes S. 132— 142. 

Anisotoma 143 — 191. 

Agaricophagus 191 — 193. 

Hydnobius 193 — 202. 

y, Beiträge zur Kenntniss der unter Ameisen lebenden Insekten, 
vom Cantor F. Märkel in St. Welilen. S. 203—225. 

VI. Kritische Revision der Lamellicornia melitopliila, vom Prof. 
Burmeister und H. Schaum. S. 226 — 282. 

Nachträge zu der frülieren Abhaiwlliing 8. 226—243. 
Cremastocliilidae 243-282. 

VII. Einige Bemerkungen die Ortho[)leren betreuend , vom Berg- 
hauptmann v. Charpentier in Brieg, S. 283 — 321. 

VIII. Erster Nachtrag zur Naturgeschichte der Gallwespen, vom 
Forstrath Dr. Ilartig in Braunschweig. S. 322 — 358. 



IX. Versucli einer Eintbeilung der Pflanzenlüuse nach der Flügel- 
bildung, vom F'orstrath Dr. Hartig in Braiinscliweig. S. 359 — 376. 

X. Die Arten der Gattung Pelecinus Latr. , vom Gelieimen Ober- 
Medicinalrath Dr. F. Klug in Berlin. S. 377—385. 

XI. Beitrag zur anatomiscliea Kenntniss der innern Gesclilechtstheile 
der zweiilügeligen Insekten, vom Prof. Loew in Posen. 

S. 386 — 406, 

XII. Ueber Creoplülus ciliaris Stepii. , vom Dr. Ericlison in Berlin. 

S. 407 — 408. 



Druckfehler. 



Seite 72 Zeile 16 von oben lies breiter als lang tatt : länger 
als breit. 

— 232 — 3 von unten lies ganze oder durchbrochene 

statt: ganz oder durchbrochen. 

— 241 — 13 von oben sind die Worte: diese Abänderung 

habe ich niclit selbst gesehen, ganz zu 
streichen. 

— 242 — 5 von unten lies eine statt: neie. 

— 244 — 2 von unten in der Note lies Creinastochilus 

statt Cremastocheilus. 

— 251 — 9 von oben lies ist die Mehrzahl der Arten 

statt: ist die Mehrzahl derselben. 

— 267 — 8 von unten lies dick, hervorragend statt dick 

ervorragend. 

— 270 — 20 von oben lies Cremastocheilus Brou statt: 

Cremastocheilus Bron. 

— 276 — 10 von unten in der Note dies Amphistoros statt: 

Aniphistovos. 




'Jülarli:^ i)hserv et ilel . 




IVaffenschieber Meti 



'. Jinir-Tuif MB. 



Tci/:M. 




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